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    Erwartungen - angleichen oder aufgeben?

    Liebes Forum,

    ich wende mich mal an Euch, auch wenn ich nicht genau weiß, ob ich das, was in mir vorgeht, in Worte fassen kann. Und ob die Geschichte nicht eigentlich schon in "um den Partner kämpfen" oder "Trennung und Scheidung" gehört...

    Ich befinde mich in einer beginnenden Beziehung. Eine Fernbeziehung.

    Es gibt da einige Probleme, aber um das Ganze möglichst auf den Punkt zu bringen, glaube ich, dass es einige Unterschiede bei den Erwartungen gibt. Die sind gar nicht wahnsinnig groß. Wir beide brauchen viel Freiraum (insofern auch gar nicht so schlimm mit der Fernbeziehung), er mehr als ich.

    Nun ist es so, dass ich trotz der Distanz ein wenig erwarte, dass man sich die Gefühle füreinander zeigt, dass man verlässlich ist, gemeinsam plant, sich um Treffen bemüht.

    Sieht er wohl im Grunde auch so, faktisch gibt es aber Unterschiede beim "wie sehr" bemühen, bei dem wie viel man gibt und tut. Er tut sich schwer mit Worten, sagt mir also nie, was er für mich empfindet. Er meint, er täte doch schon viel für die Beziehung, weil wir mehr kommunizieren, als er es von jeder anderen Beziehung gewohnt ist. Ich schicke ihm ab und an mal was, eine Karte, eine Kleinigkeit - er praktisch nie. Er tut sich schwer damit, die nächsten Treffen zu planen oder gar mal ein längeres Sehen (Urlaub oder so), und auch damit, mal seine Zukunftsvorstellungen zu konkretisieren. Er möchte eigentlich: möglichst frei sein Leben gestalten können, mich ab und zu sehen, auf möglichst wenig verzichten, etc. Und ich möchte eigentlich vieles davon auch, nur ein bisschen mehr Zuwendung und Verständnis.

    Ich bin gerade ernsthaft am Zweifeln, ob mir das alles reicht.
    Warum ich noch nicht gehe: Ich bin mir nicht sicher, ob ich nicht einfach zu viel erwarte? Ob nicht sein Bild stimmiger ist? Ob das was ich erwarte, mit der Zeit käme?

    Wenn es so bliebe, wie es jetzt ist, wollte ich es nicht mehr. Aber vielleicht erwarte ich eben zu viel zu früh?

    Das alles klingt gerade recht nüchtern und hart - das aber nur, weil ich versucht habe, nur den schwierigen Punkt darzustellen...

    Wie kann man herausfinden, ob die eigenen Erwartungen stimmen?

    Schon mal Danke für die Antworten,
    LG Pyra

  2. Inaktiver User

    AW: Erwartungen - angleichen oder aufgeben?

    Deine eigenen Erwartungen stimmen dann, wenn du dich damit wohlfühlst.

    Bei einem Paar müssen die Erwartungen und vor allem die Vorstellung von der gelebten Liebe zusammenpassen, sonst wird das nix.

    Es ist auf Dauer unbefriedigend, wenn du das Gefühl hast, in eine Beziehung zu investieren und es kommt nichts oder zu wenig zurück. Wobei das kein Vorwurf an den Mann sein soll, er hat einfach andere Vorstellungen. Die mit deinen nicht kompatibel sind.

    Wie lange seid ihr zusammen ? Wie alt seid ihr ?

    Gruß, Elli

  3. Inaktiver User

    AW: Erwartungen - angleichen oder aufgeben?

    Hallo

    was genau ist für dich "beginnende Beziehung"? Wie lange kennt ihr euch?

    Am Anfang muß sich vieles entwickel und einspielen und eine Fernbeziehung ist ja auch nicht so einfach - für mich wäre das nichts - auch wenn ich Freiheiten brauche. Aber wie definierst du Freiheiten und wie er?

    Ich kann mich frei entfalten auch wenn ich mit meinem Mann zusammen lebe und er auch.

    Das man am Anfang einer Beziehung noch vorsichtiger ist mit Worten verstehe ich gut, ich werfe auch nicht mit den berühmten drei Worten rum, das wäre mir zu inflationär. Und bevor mein Mann und ich uns aufeinander festgelegt hatten verging ein Jahr. Wir wollten früher beide eigentlich keine Beziehung mehr...aber es kommt ja dann oft anders als man denkt.

    Nur wenn du jetzt schon so drängelst und mehr willst - gerade am Anfang - kann das durchaus nach hinten losgehen.

    Ich mag nicht eingeengt werden oder festgenagelt. Gerade am Anfang nicht!

    Ein wenig lange Leine könnte vielleicht nicht schaden und laß ihn auch mal machen - auch auf die Gefahr hin, dass ihr euch dann länger nicht seht. Wenn er viel weniger will als du, merkst du das jedenfalls früh genug um dich noch anders zu entscheiden!!

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    AW: Erwartungen - angleichen oder aufgeben?

    Hallo Elli,

    ja das stimmt, es ist "unbefriedigend". Wobei es dann nicht einfach ist, das nicht als Vorwurf, als Kritik zu betrachten, oder? Wenn man selbst gibt, und das Gefühl hat, der andere erwartet immer noch mehr (er hat letztens geäußert, er erwarte neben dem Verständnis für seinen Stress eben auch, dass ihn seine Partnerin dabei unterstütze - was ich verstehe, was aber doch nicht funktionieren kann, wenn er dafür nichts tut, sich nicht bemüht, dasselbe nicht auch gibt?)

    Ich kämpfe halt mit zwei Dingen:
    1) In vielem sind wir uns schon sehr ähnlich, gerade auch im Freiraum brauchen etc. Ist der Unterschied in den Erwartungen wirklich so groß, dass man deshalb gehen sollte? Wäre es nicht in jeder Beziehung so, dass sich so etwas erst angleichen bzw. entwickeln muss?

    2) Erwarte ich zu viel? Ist mein Bild von Beziehung vielleicht Ergebnis einer romantischen Vorstellung? Brauche ich zu viel Anerkennung, Romantik, etc., die mir ohnehin nie jemand geben könnte und an der ich deshalb arbeiten sollte?

    Ich weiß eben nicht wirklich, ob ich mich damit wohlfühle. Ob etwas in meiner Wahrnehmung nicht passt, oder in seiner. Ob es wirklich so einfach ist: es gibt einen Unterschied, damit ist es sinnlos... Oder ob man nicht auch mal verärgert sein darf im Sinne von: er erwartet ganz schön viel, gibt aber sehr wenig?

    Oh je, recht wirr, fürchte ich...
    (P.S. beide Mitte / Ende dreißig, wir kennen uns über Bekannte schon länger, etwas Romantisches entwickelt sich nun seit ca. 4-5 Monaten...)

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    AW: Erwartungen - angleichen oder aufgeben?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Ein wenig lange Leine könnte vielleicht nicht schaden und laß ihn auch mal machen - auch auf die Gefahr hin, dass ihr euch dann länger nicht seht. Wenn er viel weniger will als du, merkst du das jedenfalls früh genug um dich noch anders zu entscheiden!!
    Hallo Dharma, ich glaube aber, ich bin gerade an dem Punkt.
    Ich will weder die "drei Worte" hören noch ihn festnageln. Er sagt nur dazu wirklich gar nichts.
    Ich will auch gar nicht, dass er wer weiß was tut. Nur ein bisschen mehr als jetzt. Und vielleicht auch mal sieht, dass er eben doch recht viel erwartet (er erwartet durchaus in gewissem Sinne Geschenke, Karten, andere Unterstützung, dass ich ihn bestärke etc.) und dafür aber relativ wenig zurückgibt. Er "wirbt" halt so gar nicht um mich - sondern manchmal fühlt es sich so an: dass er da ist, ist doch schon genug. Und ich solle nun: alles verstehen, ihn unterstützen, es ihm schön machen - während er gar nicht überlegen muss, was er tun muss, damit ich mich wohl fühle, denn das ist mit seinem "da-sein" schon erfüllt.
    Das klingt jetzt wieder härter als ich es meine, aber so von der Grundrichtung ist es das, was mich beschäftigt...
    (und ich lasse schon recht viel "lange Leine")

  6. Inaktiver User

    AW: Erwartungen - angleichen oder aufgeben?

    Zitat Zitat von pyra Beitrag anzeigen
    .....Wenn man selbst gibt, und das Gefühl hat, der andere erwartet immer noch mehr (er hat letztens geäußert, er erwarte neben dem Verständnis für seinen Stress eben auch, dass ihn seine Partnerin dabei unterstütze - was ich verstehe, was aber doch nicht funktionieren kann, wenn er dafür nichts tut, sich nicht bemüht, dasselbe nicht auch gibt?)......
    Ginge für mich garnicht.

    Zweifelsohne muss sich eine Beziehung entwickeln. Verbiegen kann sich auf Dauer aber nunmal keiner.

    Ob du zuviel "Romantik" erwartest, das weiss ich nicht, ich kenne dich ja nicht. Deine Vorstellungen sind wie sie sind, du bist keine fünfzehn mehr und hast sicher schon Beziehungserfahrung gesammelt.

    Über eigene Vorstellungen und Erwartungen immer wieder nachzudenken ist sicher kein Fehler, aber sich pathologisieren zu lassen ("da musst du dran arbeiten"), nur weil man andere Vorstellungen hat als der andere, das finde ich denn doch etwas....naja.

    Gruß, Elli

  7. gesperrt

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    AW: Erwartungen - angleichen oder aufgeben?

    Alles das, was DU gibst, das gibst du ihm freiwillig.
    Erwarten solltest du aber nicht, daß er als "Gegenleistung" ebenso "tickt" wie du.
    Menschen sind verschieden.
    Fordert er Geschenke, Karten und Aufmersamkeiten oder ist es so, daß DU ihm das von dir aus gibst und gleichzeitig erwartest, er müsse es auch so tun, als "Beweis" daß er dich liebt?

    Das funktioniert nicht.

  8. Inaktiver User

    AW: Erwartungen - angleichen oder aufgeben?

    Ich weiß eben nicht wirklich, ob ich mich damit wohlfühle. Ob etwas in meiner Wahrnehmung nicht passt, oder in seiner. Ob es wirklich so einfach ist: es gibt einen Unterschied, damit ist es sinnlos... Oder ob man nicht auch mal verärgert sein darf im Sinne von: er erwartet ganz schön viel, gibt aber sehr wenig?
    selbst wenn es so simpel ist, dass ihr "einfach" unterschiedliche Vorstellungen habt, kannst Du wütend sein und traurig und vielleicht in Teilen erleichtert, wenn es ausgesprochen ist. Fakt ist: Die Gefühle kannst Du eh nicht abstellen, die gehören dazu, bzw zu Dir.

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    AW: Erwartungen - angleichen oder aufgeben?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Zweifelsohne muss sich eine Beziehung entwickeln. Verbiegen kann sich auf Dauer aber nunmal keiner.

    Ob du zuviel "Romantik" erwartest, das weiss ich nicht, ich kenne dich ja nicht. Deine Vorstellungen sind wie sie sind, du bist keine fünfzehn mehr und hast sicher schon Beziehungserfahrung gesammelt.

    Über eigene Vortellungen und Erwartungen immer wieder nachzudenken ist sicher kein Fehler, aber sich pathologisieren zu lassen ("da musst du dran arbeiten"), nur weil man andere Vorstellungen hat als der andere, das finde ich denn doch etwas....naja.
    Er sagt es eben auch gerade nicht mit einem "da musst du daran arbeiten" - sondern formuliert es als seine Erwartung.

    Ich kann das glaube ich nicht ganz ausdrücken, ich überlege eben gerade:
    Wäre es ein Verbiegen? Ab wann beginnt das Verbiegen?
    Stimmen meine Vorstellungen für mich? Oder sind die vielleicht überzogen?

    Und irgendwie komme ich da nicht weiter...

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    AW: Erwartungen - angleichen oder aufgeben?

    Zitat Zitat von smilla_nrw Beitrag anzeigen
    Alles das, was DU gibst, das gibst du ihm freiwillig.
    Erwarten solltest du aber nicht, daß er als "Gegenleistung" ebenso "tickt" wie du.
    Menschen sind verschieden.
    Fordert er Geschenke, Karten und Aufmersamkeiten oder ist es so, daß DU ihm das von dir aus gibst und gleichzeitig erwartest, er müsse es auch so tun, als "Beweis" daß er dich liebt?

    Das funktioniert nicht.
    Ja, genau das ist ein wenig der Punkt, an dem ich hake.
    Hm, er fordert nicht explizit das. Aber er sagt sehr deutlich, dass er sich Unterstützung und umfassendes Verständnis wünscht.
    Und das finde ich auch normal, wenn es gegenseitig ist. Und genau da weiß ich nicht, ob ich das vielleicht verzerrt sehe...

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