Hallo zusammen,
vielleicht muss ich einfach mal aufschreiben wie mein Leben/meine Beziehung so ist, um endlich mal klar zu sehen.
Wir sind 21 Jahre zusammen, davon 13 verheiratet, 2 Kinder 10 und 13 Jahre alt.
Nach außen hin sind wir die perfekte Familie: attraktive, kommunikative Eltern mit gut geratenen Kindern, Familie Sonnenschein läßt grüßen ;-)
Doch in Wahrheit herrscht zwischen meinem Mann und mir emotionale Dürre, ich weiß schon gar nicht mehr wie lange.
Schon vor ca. 8 Jahren war ich emotional so ausgehungert dass ich eine kurze, aber heftige Affäre hatte mit einem Mann, der eben so ganz anders war als meiner: gefühlsbetont, phantasievoll, einfühlsam, romantisch, leidenschaftlich...
Wir haben damals lange über diese Affäre geredet, mein Mann wollte wissen, was mir denn so sehr fehlt....als ich ihm sagte, dass ich Gefühle und Romantik vermissen würde meinte er nur dass ich mir das mit dem Ritter auf dem Pferd abschminken solle.
So ist er immer, er redet mit mir des langen und breiten uns dann sagt er ich rede nur Quatsch.
Schönes Beispiel, auch schon ein paar Jahre her: er fragt mich wieso ich nicht auf seine sexuellen Annäherungsversuche reagiere ( Klassiker war , ich stehe am Herd und er grabscht meinen Busen an - bitte richtig verstehen, das KANN natürlich schön sein) und ich antworte, naja, ein bißchen mehr Phantasie wäre vielleicht nicht schlecht, wenn man immer nur eine Sache versucht und die nicht klappt, könnte man ja vielleicht mal was anderes ausprobieren, wie wäre es denn mit Küssen vielleicht? Er antwortet nur das wär aber eben nicht das was ER will.
Darum geht es eigentlich immer: ER ER und nochmal ER.
Als ich ihn mal auf seine mangelndesn Gefühlsäußerungen mir gegenüber angesprochen habe, meinte er nur: aber ich tu doch alles für dich!..damit meint er so Sachen wie Wäsche waschen oder Spülmaschine ausräumen oder mal nen Kaffee kochen - alles andere ( Gefühle zeigen !!!) wären völlig übertriebene Forderungen meinerseits.
So ist es dann mit der Zeit immer schlimmer geworden, Sex findet gar nicht mehr statt, Gespräche nur noch über das Tagesgeschehen, wir geraten immer öfter aneinander weil ich seine Art den Kindern gegenüber kaum noch ertragen kann. Wenn wir schon mal ausgehen ist das alles ganz harmonisch, aber eben völlig unpersönlich.
Ich hab das Gefühl ich bin schon völlig abgestumpft und merke überhaupt nicht mehr wie sehr mir Gefühle fehlen - und bleibe halt weil ich Angst habe es als allein erziehende Mutter nicht zu schaffen und ich große Angst davor habe was ich den Kindern damit antue.
Das ist alles so festgefahren, aber ich kann das nicht mehr glaube ich.
Danke fürs Lesen,
die silly
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Ergebnis 1 bis 10 von 21
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31.01.2012, 13:00
absurde Beziehung, oder " ich tu doch alles für dich"
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31.01.2012, 13:15
AW: absurde Beziehung, oder " ich tu doch alles für dich"
Oje, das liest sich wirklich lieblos und frustrierend. Du schreibst, dass die seine Art den Kindern gegenüber auch missfällt. Wie meinst du das? Ist er als Vater auch so egoistisch, kalt und beratungsresistent? Ich frage das, weil man manchmal nur glaubt, die Kinder wären mit einer "heilen" Familie besser dran. Aber gerade Kinder im Teenageralter hinterfragen das Verhalten ihrer Eltern oftmals schon recht kritisch, spüren ganz sicher auch die Diskrepanzen zwischen euch und womöglich bräche gar keine Welt für sie zusammen, wenn du dich trennen würdest ...
Einen Rat zur Besserung eurer Situation habe ich leider auch nicht. Geredet habt ihr offenbar. Und auch deine frühere Affaire scheint kein Alarmsignal für ihn gewesen zu sein. Wenn er kein Interesse hat, wirst du ohnehin wenig erreichen.
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31.01.2012, 13:24Inaktiver User
AW: absurde Beziehung, oder " ich tu doch alles für dich"
welche steigerung zu einem völlig lieblosen umgehen miteinander als eltern kann man/frau den kindern denn vorleben?
was tust du mit deinem bleiben deinen kindern jetzt schon an?
welches rollenbild einer dulderin gibst du deinen kindern?
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31.01.2012, 13:26Inaktiver User
AW: absurde Beziehung, oder " ich tu doch alles für dich"
Das erinnert mich jetzt gerade akut an den Meiningen - und das, obwohl wir uns lieben.

Der hält übermäßige Gefühlsäußerungen auch für eine Erfindung der amerikanischen Filmindustrie. Dass er mich liebt, weiß ich trotzdem - unter anderem daher, dass er sich wirklich viel Mühe gibt, mir das Leben schön zu machen (zum Beispiel durch Kaffee kochen zur rechten Zeit). Es fiel ihm sehr schwer zu begreifen, dass einem dieser Aspekt fehlen kann, eben weil ihm das selbst auch nicht fehlt.
Über die Jahre hat er es verstanden. Nicht, weil ich ihm gesagt habe, wie er sich verhalten soll, sondern weil ich ihm erklärt habe, wie ich mich dabei fühle. Insofern sehe ich bei euch durchaus ein beidseitiges Kommunikationsproblem. Fordern ist immer eine "du"-Aussage. Du sollst phantasievoll sein, du sollst mich küssen, du sollst deine Gefühle mehr äußert. Verständlicher für das Gegenüber sind immer "ich"-Aussagen. "Ich fühle mich traurig und abgestumpft. Ich verstehe, dass du offenbar mein Bedürfnis nicht nachvollziehen kannst - aber mir tut es weh, weil ich das Gefühl habe, dass du mich nicht ernst nimmst. Mir fehlt das nämlich wirklich."
Ob diese Erkenntnis noch was hilft, weiß ich nicht. Du klingst sehr frustriert. Siehst du denn überhaupt noch eine Chance, in dieser Beziehung glücklich zu werden?
Grüße, Cariad
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31.01.2012, 14:03
AW: absurde Beziehung, oder " ich tu doch alles für dich"
Zum einen empfehle ich mal wieder "die fünf Sprachen der Liebe" und ich denke, wenn Eure Beziehung überhaupt noch eine Chance haben soll, dann musst Du auf den Tisch hauen und ihm klarmachen, dass es 2 Minuten vor 12 ist.
Ihr braucht einen Profi, alleine schafft Ihr das nicht!Bis auf Weiteres a.D.
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31.01.2012, 14:07
AW: absurde Beziehung, oder " ich tu doch alles für dich"
Wo ich das gerade lese, erinnert mich das an die Ehe meiner Eltern. Meinem Papa war jeglicher "Schmus" auch suspekt und dennoch trug er meine Mum im Alltag auf Händen. Er war aufmerksam, wenn sie Wünsche äußerte und beschenkte sie immer sehr passend (was sie wiederum sehr freute, da sie das aus frühren Beziehungen ganz anders kannte). Er unterstützte sie im Haushalt und nahm ihr unangenehme Dinge ab (Behördengänge, Elternabende meiner Schwester
).
Dennoch wünschte sie sich immer Romantik von ihm. Und blickte neidisch zu befreundeten Paaren, wo die Männer problemlos Liebesschwüre säuseln konnten (O-Ton mein Papa). Aber es stellte sich heraus, dass der galanteste Frauenflüsterer ihrer Clique die tollen Sprüche nicht nur bei seiner eigenen Frau losließ ...
Mein Papa hat sich aber stets bemüht, ein wenig darauf einzugehen und es war klar, dass er nicht nur neben ihr herlebte, sondern sie wirklich liebte.
Im Beitrag der TE klingt das schon ein wenig anders ...
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31.01.2012, 14:10
AW: absurde Beziehung, oder " ich tu doch alles für dich"
DAS sehe ich allerdings auch so.
Wenn man sich auseinander gelebt hat, hilft nur ein offenes, klares Wort.
Entweder rauft man sich dann nochmal zusammen und versucht einen Neuanfang oder man sollte sich trennen.
Alles andere ist eine WG und keine Paarbeziehung mehr.
Und bitte, Kaffeekochen und Spülmaschine ausräumen? DAS sollte wohl selbstverständlich sein in einem Familienverbund. Gilt übrigens auch für deine Kinder.
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01.02.2012, 08:54Inaktiver User
AW: absurde Beziehung, oder " ich tu doch alles für dich"
Silly, vielleicht brauchst Du einfach einen anderen Mann...
Was Du von ihm schreibst, klingt für mich nicht so eindeutig negativ. Vielleicht hab ich es ja auch nicht richtig verstanden, aber ich kann mir einen Mann, der Kaffee macht, durchaus auch liebevoll vorstellen, und so ein Überfall beim Kochen...
also, das kann doch auch gut sein. Bloß hast Du nach 20 vielleicht einfach genug davon? Für mich liest es sich so, als ob Du den Mann und seine ganze Art nicht mehr magst und Deine Liebe weg ist.
Vielleicht führen deshalb auch Eure Gespräche nirgends hin?
Wie reagiert er denn, wenn Du lieb zu ihm bist, und was hast Du neues und phantasievolles ausprobiert?
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01.02.2012, 09:01
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01.02.2012, 09:39
AW: absurde Beziehung, oder " ich tu doch alles für dich"
Hallo und Danke für Eure Antworten, sie spiegeln so ungefähr meine Gefühlswelt wieder.
Einige gute Denkanstöße waren auch dabei...
@ambiva, ich sag ja auch nicht dass er ein schlechter Mensch ist, aber ICH muss ja mit ihm leben und mit jemandem zu leben, der nicht mehr seine Gefühle zeigt ist gelinde gesagt frustrierend.
Was mich halt auch umtreibt ist die Frage: Ist das denn alles so schlimm?
Ja, wir leben in einer Art WG,aber wir schreien uns nicht an , werden nicht gewalttätig etc...
Kann ich, nur weil ich mich nicht geliebt fühle, diese Beziehung beenden? Es kommt mir so egoistisch vor, und auch so oberflächlich. Was sagt das meinen Kindern wenn sie merken so eine Beziehung wird einfach so beendet, weil einer von beiden das nicht mehr will? Ist das besser, als zu zeigen dass man auch Schwierigkeiten aushalten kann?????
ratlose silly Grüße


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