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    Streitthema Haushalt... Was tun?

    Hallo Leute,

    ich mag bei euch mal um Rat fragen. Mein Freund und ich leben zusammen, wir harmonieren ganz prächtig, sind gerne zusammen und lieben uns sehr, doch es gibt ein Thema, das seit Jahren zwischen uns steht, das ist der Haushalt. Ich bin von der "Ich liebe Ordnung"-Fraktion, hab es gerne sauber, schön und aufgeräumt, wenn auch "klinisch rein" auch bei mir keine Notwendigkeit ist. Ich hab auch eher einen Blick für das was noch gemacht werden muss, außerdem sehe ich den Haushalt auch als etwas was halt gemacht werden muss und wenn ich es schon mache, kann ich es auch mit Freude und einem Lächeln tun und mir nicht von einer Notwendigkeit die Laune verderben lassen.

    Herr Vogel ist ganz anders gestrickt - seine Schmutztoleranz ist deutlich höher als meine , er "sieht" Sachen einfach nicht. Damit könnte ich aber leben, das ist ok und eben so, wie er ist - wenn da nicht seine Angewohnheit wäre, Arbeit als eine Art persönliche Beleidigung zu sehen.

    Er hat immer das Gefühl, zu viel zu tun und das arme Opfer zu sein. Er bricht sich einen echten Zacken aus der Krone, wenn er etwas für mich machen soll und "kann" nur arbeiten, wenn ich genau im gleichen Moment auch etwas mache. Auf meine Bitte (z.B.), "Holst du bitte das Wasser aus dem Auto, die Kästen sind mir zu schwer" kommt garantiert die Antwort "Ja, und was machst du in der Zwischenzeit?". Wenn ich tagsüber in der Uni bin und er daheim und ich stelle morgens eine Maschine Wäsche an, dann liegt die Abends immer noch da drin, weil er meint, ich hätte das ja angestellt, dann müsse ich es eben auch aufhängen. Dass davon 50% seine eigenen Unterbuxen sind, ist ihm aber egal.

    Außerdem lässt er immer einen Teil der Arbeit liegen: Nach dem Küche machen wischt er den Tisch ab, sieht, dass Essensreste in der Spüle liegen, schiebt diese halbherzig zusammen und verschwindet dann. Auf meine Nachfrage, wer denn seiner meinung nach nun die Spüle sauber machen sollte, sagt er "Jaja, mach ich nachher noch". Da ich mich konsequent weigere, hinter ihm her zu räumen, liegt der Mist also noch etwa zwei Tage (!) lang in der Spüle. Und ich gestehe, es ärgert mich sooo sehr: ich ärger mich also, wenn ich nicht hinter ihm aufräume, da ich dann unter dem Dreck "leide", und wenn ich es doch mache (hab ich ne Zeitlang mal), ärger ich mich über mich selber.

    Wir sind beide Studenten. Dementsprechend arbeiten wir oft von Zuhause, bzw. es gibt keinen geregelten Tagesablauf, jeder Tag ist anders. So ist es schwer, allgemeine und immer gültige Regelungen zu treffen. Wir können uns auch keine Putzhilfe leisten (und ich denke auch, es sollte doch möglich sein, den eigenen Haushalt im Griff zu haben, wenn man fast immer zuhause ist... ). Herr Vogel hat auch schon alleine gelebt, bevor wir zusammen gezogen sind, und ist dabei auch nicht zu Grunde gegangen, das sei noch dazu gesagt.

    Naja, ich weiß nicht mehr so wirklich was ich noch machen soll. Putzplan hatten wir (auf meine Initiative hin, aber von ihm ausgearbeitet (!)), das klappt nicht - steht auf dem Plan "Freitag saugen", wird es Sonntag Abend, bis er sagt, nun könne er ja auch nicht mehr saugen, es sei schon so spät. Ich erinnere ihn aber auch nicht dran, weil ich nicht möchte, dass ich diejenige bin, die den Haushalt macht und er "hilft" mir ein bisschen. Er soll das schon selber hinkriegen. Mich stört eben vor allem diese Art, dass er sich immer als Opfer sieht, das ausgenutzt wird und ja sooo viel Arbeiten muss und dann ist er perönlich beleidigt, wenn der Müll schon wieder voll ist und er den jetzt rausbringen muss, obwohl er ja gaaaar keine Lust hat (weil es dunkel ist oder zu warm oder zu kalt oder oder oder ).

    Fällt euch dazu was ein???
    Ich möchte mich nicht trennen, das nur vorab, wir passen ansonsten sehr gut zusammen und er hat viele sehr gute Eigenschaften für die ich ihn sehr liebe. Aber damit komme ich zunehmend einfach nicht mehr zurecht. Und ja, gesprochen haben wir schon sehr oft darüber.

    Entschuldigt bitte den langen, teilweise vllt wirren Text, aber ich musste das auch einfach mal los werden und hoffe auf konstruktives Feedback!

    Danke,
    wilder_vogel

  2. Inaktiver User

    AW: Streitthema Haushalt... Was tun?

    das einzige was mir dazu einfällt: jedem seine eigene butze.

    er verlässt sich auf deine schmerzgrenze und hat definitiv die besseren nerven von euch beiden.

    du änderst ihn nicht.

    ich würde ausziehen.

  3. Inaktiver User

    AW: Streitthema Haushalt... Was tun?

    Mein Gedanke. Brighid war schneller.

  4. User Info Menu

    AW: Streitthema Haushalt... Was tun?

    Ok, aber was, wenn wir heiraten (ist geplant) und dann irgendwann mal Kinder bekommen? Wie soll das gehen mit dem getrennt leben? Wie gesagt, in fast allen anderen Dingen ist er der perfekte Partner. Ich möchte mich nicht trennen.

  5. Inaktiver User

    AW: Streitthema Haushalt... Was tun?

    take it, change it or leave it--------

    nimms hin, dass du letztendlich als putze endest, verändere deine einstellung: dass er sich beteiligen soll----------- oder lasse es sein mit ihm eine lösung zu finden die dir nach deinem ersten posting vorschwebt.

    du änderst ihn nicht. du kannst nur deine einstellung ändern.

    entweder: ausziehen oder auf seine schmerzgrenze gehen und aufhören ihn zu betüddeln und zu bevormunden.

    er lässt die wäsche in der maschine liegen- wie soll das mit den kindern gehen? er lässt sie auf dem spielplatz- weil er hat sie ja schon dort hingebracht und mit ihnen dort gespielt?

    er macht auch dreck, er hat wäsche, ------------- aber er wälzt es ja jetzt schon auf dich ab.

    er wird sich nicht ändern. du maulst zwar- aber du machst mit.

  6. Inaktiver User

    AW: Streitthema Haushalt... Was tun?

    Ihr habt ja schon einiges versucht, wilder Vogel, von daher kannst Du praktische Tipps wohl eher nicht (mehr) gebrauchen.

    Mir fällt auf, dass Du mehrmals betonst, dass er sich als Opfer sieht, wenn er etwas machen muss oder auch macht. Das ist sein Problem und ich würde an Deiner Stelle versuchen, auf dem Ohr taub zu werden. Seine Opferrolle ist etwas, das er selbst zu verantworten hat. Das ist ein Gefühl, das er hat und keines, für das Du zuständig bist. Ich habe aber den Eindruck, dass Du Dich dafür verantwortlich fühlst, weil Du die Böse bist, die ihn zur Hausarbeit verdonnert.

    Wiegt Dein Freund in anderen Bereichen auch auf? Wenn ich das, dann Du jenes?

    Und warum ärgert es Dich so, wenn er aufwiegt? An welchem Punkt macht das etwas mit Dir?

    Es ist sicher kein Trost für Dich, doch ich kenne kaum eine Beziehung, in der dieses Thema nicht auf die eine oder andere Weise ein Problem darstellt. Mal ein größeres, mal ein kleineres, oft auch mit umgekehrten Rollen. Das Zusammenleben ist nicht immer einfach.

    Das ist es meist auch nicht im Elternhaus gewesen, selbst dort sorgten unterschiedliche Sauberkeits- und Ordnungsbedürfnisse zwischen Eltern/Kind und den Eltern und den Geschwistern meist schon für Konflikte.

    So etwas darf nicht zum Platzhalter werden für tiefergehende Probleme, daher wäre mein allererster Ansatz, dieses Gefühl von sich ungerecht behandelt fühlen, von der Sorge zu viel zu tun und das eingangs schon zititiere Aufwiegen zu klären.

  7. Inaktiver User

    AW: Streitthema Haushalt... Was tun?

    Zitat Zitat von wilder_vogel Beitrag anzeigen
    Putzplan hatten wir (auf meine Initiative hin, aber von ihm ausgearbeitet (!)), das klappt nicht
    Den Putzplan hätte ich jetzt vorgeschlagen...aber das hat sich ja nun erübrigt. Eine Putzhilfe würde, selbst wenn ihr sie euch leisten könntet, das Problem vermutlich auch nicht zu deiner vollen Zufriedenheit lösen...denn die putzt halt im allgemeinen nur, räumt also nix weg oder wäscht Wäsche und hängt diese auf (und jeden Tag wäre sie ja auch nicht da). "Liegen lassen" kannst du lt. eigener Aussage auch schlecht was...mir fällt leider gerade nix als getrennte Wohnungen ein, wenn dich das Chaos von Herrn Vogel so sehr stört.

  8. Inaktiver User

    AW: Streitthema Haushalt... Was tun?

    Ich denke, Du musst Dich gar nicht trennen (im Sinne von Beziehung beenden). Die Sache ist doch nur: Du fühlst Dich in der Wohnsituation nicht wohl. Du fühlst Dich nicht wohl, wenn es so aussieht, wie es dank Deines Partners aussieht, und Du fühlst Dich nicht wohl, wenn Du seinen Dreck mitwegmachst und wenn Du so oder so auch noch seine schlechte Laune abbekommst. Vermutlich fühlst Du Dich auch mangelhaft wertgeschätzt, ernstgenommen, ausgenutzt.

    Ergo: Du hast Änderungsbedarf. Wäre jeder für seine eigene Bude zuständig, fielen all die Punkte, die Dich stören, weg. Obwohl ich mir vorstelle, Du bist auch gekränkt, dass er sich für Dich nicht ein bisschen zusammenreißt, hm?

    Später heiraten und Kinder bekommen? Also entweder wird er auch erwachsener und als Vater anders, oder ihr könnt euch dann eine Haushaltshilfe leisten. Ich denke, wenn Geld für eigene Kinder und eine Hochzeit da ist, dann sind auch noch 50 € die Woche mehr für eine Putzfee da.

    Darüber könntet ihr natürlich jetzt auch schon nachdenken. Wenigstens er könnte, wenn er seinen Anteil der Arbeit nicht selbst erledigt, eine Putzfee dafür bezahlen. Du kannst das Geld ja sparen und selbst räumen und putzen.

    Übringens kann ich Deinen Partner ein bisschen verstehen. Ich hasse Putzen und Aufräumen. Und manchmal steht der Abwasch ein paar Tage rum. Es nervt mich selbst, aber in meiner Singlebude stört das niemanden außer mir.
    Ich las auch schon von einer Frau (glaube, irgendwo in der BriCom mal), die sich während des Studiums eine Putzfee leistete - sie jobbte lieber im Café. Warum nicht, wenn einem der Café-Job mehr Spaß macht und das Geld reinbringt, für den jemand anderes dann die verhassten Putzaufgaben übernimmt?

    Ich wünsch Dir/euch eine gute Lösung!

    Sin

  9. VIP

    User Info Menu

    AW: Streitthema Haushalt... Was tun?

    Hallo Frau Vogel,

    Hast Du schon mal 4 Wochen lang konsequent nur Deine Sachen gewaschen und seine ignoriert? U d nur Deinen Krempel eingekauft und weggeräumt?

    Hängt natürlich davon ab, wie Ihr wohnt.

    Bei uns war es früher so, dass ich überall meine Sachen liegen ließ. Schals, Handschuhe, Bücher, Zeitschriften, Zettel ... Mein verstorbener Mann war der Ordentliche bei uns und war oft genervt. Als wir deshalb - auch noch als Studenten (bzw. er hatte gerade seinen ersten richtigen Arbeitsplatz nach dem Studium) - unsere damals kleine Wohnung anders aufgeteilt hatten, sammelte er meinen Kram in einem Waschkorb. Je nach Genervtheitsgrad kippte er diesen in meinem Zimmer aus oder stellte ihn dort ab.
    Das nahm viel Stress raus, ich habe etwas daraus gelernt und wir haben uns viele Jahre später noch darüber amüsiert.
    Andererseits hatte er (Mann eben) nicht soviel für den Kontakt zur Waschmaschine übrig oder fürs Fensterputzen. Da habe ich mich auf meine Bereiche und auf meine Wäsche konzentriert, wobei der Lerneffekt dann auf seiner Seite lag. Er hat später gelegentlich mein Zeug mitgebügelt

    Viele Grüße
    katelbach
    Thank you for observing all safety precautions.

    (aus Dark Star von John Carpenter)


    Moderation in den Foren Diagnose Krebs, Depressionen, Umgangsformen und Rund ums Tier,
    sonst normale Userin

  10. User Info Menu

    AW: Streitthema Haushalt... Was tun?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen

    Mir fällt auf, dass Du mehrmals betonst, dass er sich als Opfer sieht, wenn er etwas machen muss oder auch macht. Das ist sein Problem und ich würde an Deiner Stelle versuchen, auf dem Ohr taub zu werden.
    Ja, das ist sicher etwas, was ich noch üben muss


    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Wiegt Dein Freund in anderen Bereichen auch auf? Wenn ich das, dann Du jenes?
    Ja, er ist ein echter Pfennigzähler Alles, was nicht aus dem gemeinsamen Topf bezahlt wird, muss immer ganz genau aufgerechnet werden. Wehe, er bezahlt mal nen Euro zu viel.
    Andererseits ist er auch großzügig, wenn es um Geschenke für mich geht und lädt mich auch schonmal zum Essen/Cocktail/wasauchimmer ein.

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Und warum ärgert es Dich so, wenn er aufwiegt? An welchem Punkt macht das etwas mit Dir?
    Tja, das ist aber Gedankenfutter. Also, ich kenne das von zuhause nicht so. Mein Vater hat sehr, sehr viel gemacht bzw ist eher derjenige, der "ruckizucki" ist und die Arbeit nicht liegen lassen kann - ich bin da (leider? ) ganz seine Tochter. Herr Vogel hat vorgelebt bekommen, dass der Mann keinen Finger zu rühren braucht. (Die Söhne sehr wohl, aber der Vater hat sich wirklich komplett bedienen lassen. Wenn SchmieMu mal nicht mehr ist, käme der keine Woche alleine zurecht.) Ich glaube, es ärgert mich so, weil das völlig gegen mein Verständnis von Partnerschaft geht. Original-Sin hat es gut in Worte gefasst:
    Vermutlich fühlst Du Dich auch mangelhaft wertgeschätzt, ernstgenommen, ausgenutzt.

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    So etwas darf nicht zum Platzhalter werden für tiefergehende Probleme, daher wäre mein allererster Ansatz, dieses Gefühl von sich ungerecht behandelt fühlen, von der Sorge zu viel zu tun und das eingangs schon zititiere Aufwiegen zu klären.
    Ich hab ihm schon oft gesagt, dass ich nicht seine Therapiehilfe sein kann. Ich kann ihm nicht helfen, dieses "Opfergefühl" loszuwerden. Das muss er selber machen. Aber in eine Therapie will er nicht und selber klappt es wohl auch nicht so gut.

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    "Liegen lassen" kannst du lt. eigener Aussage auch schlecht was...
    Naja, ich lasse seine Sachen ja liegen Aber es ärgert mich, wenn sie rumliegen und da weiß ich auch nicht so recht, wie ich das besser aushalten lernen kann.

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Ich denke, Du musst Dich gar nicht trennen (im Sinne von Beziehung beenden). Die Sache ist doch nur: Du fühlst Dich in der Wohnsituation nicht wohl. Du fühlst Dich nicht wohl, wenn es so aussieht, wie es dank Deines Partners aussieht, und Du fühlst Dich nicht wohl, wenn Du seinen Dreck mitwegmachst und wenn Du so oder so auch noch seine schlechte Laune abbekommst. Vermutlich fühlst Du Dich auch mangelhaft wertgeschätzt, ernstgenommen, ausgenutzt.

    Ergo: Du hast Änderungsbedarf. Wäre jeder für seine eigene Bude zuständig, fielen all die Punkte, die Dich stören, weg. Obwohl ich mir vorstelle, Du bist auch gekränkt, dass er sich für Dich nicht ein bisschen zusammenreißt, hm?

    Danke, Sin, da kann ich alles nur unterschreiben. Und speziell der letzte Satz: Ja, ja, genau! Es fühlt sich für michso an, als wäre ich ihm nichts wert, weil er "nichts für mich macht" und ich glaube eigentlich, dass es nicht so viel verlangt ist, an die eigenen Aufgaben daheim zu denken - bei Uni, Arbeit und Ehrenamt bekommt er es doch auch ganz hervorragend hin!!


    Ich danke euch allen für eure vielen Gedanken. Es tut mir gut, mich hier damit auseinandersetzen zu können.

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