Antworten
Seite 1 von 13 12311 ... LetzteLetzte
Ergebnis 1 bis 10 von 122

Thema: Fernsehsucht

  1. User Info Menu

    Fernsehsucht

    Liebe Forumsgemeinschaft!

    Nachdem ich nicht konkret sagen kann, ob es sich bei meinem Problem nun um ein Sucht- oder Beziehungsproblem handelt, stelle ich den Text da und dort rein und hoffe auf die eine oder andere Antwort.

    Seit etwa 7 Jahren bin ich in zweiter Ehe verheiratet.
    Lange Zeit nannte ich ihn meinen Traummann.
    Natürlich ist mir von Anfang an aufgefallen, dass er eine sehr enge Beziehung mit seinem Fernseher hatte. Aber den Begriff „Fernsehsucht“ habe ich nie wirklich ernst genommen, möglicherweise deshalb, weil es sich dabei ja um keine substantielle Sucht handelt, die sich sichtbar zerstörend auf die Gesundheit auswirkt.
    Ich kann mich jedoch erinnern, dass ich schon der Anfangsphase unserer Beziehung den Kopf geschüttelt habe, als wir z.B. ein traumhaft schönes Hotel auf einer griechischen Insel bezogen haben und er zuallererst einmal den Fernseher testen und die Kanäle suchen musste.
    Er sah von Anfang an ziemlich viel fern: In erster Linie Sportsendungen aller Art, Snookers, Boxen. Fußball, Skirennen, Autorennen, usw. aber auch mehrmals pro Tag das Wetter oder die Nachrichten. Zwischendurch zippte er sich durch die Sender oder stöberte im Teletext.

    Ich habe es zuerst gar nicht so sehr mit der Fernseherei in Verbindung gebracht, dass unsere Beziehung mehr und mehr verkümmerte. Unsere Gespräche wurden weniger, es gab auch immer weniger Sex und gemeinsame Unternehmungen. Ich walke allein durch die Landschaft, treffe Freundinnen oder gehe schwimmen, während er vor der Glotze sitzt.

    Mittlerweilen ist jedoch unsere Kommunikation komplett abgebrochen. Wir führen keine Ehe mehr. Wir kommen allabendlich von der Arbeit nach Hause, ich mache die üblichen Handgriffe im Haushalt. Er rührt nicht mal irgendetwas an, hilft weder dabei den Tisch zu decken, noch ihn abzuräumen, geschweige denn sonst etwas. Er kommt zur Tür herein, legt ab, schnappt sich die Fernbedienung und es geht wieder los. Am Wochenende glotzt er bis zu 12 Stunden pro Tag. Wenn ich mich auch mal zu ihm geselle, um z.B. einen Krimi zu sehen, verlässt er die Stube – um in seinen Computer zu schauen. Dort verfolgt er dann ähnliche Dinge wie im Teletext.
    Seine einzige körperliche Wohltat scheint das Essen zu sein, das ihm sehr wichtig ist.

    Wie krank ist das eigentlich?
    Mittlerweilen habe ich den Eindruck, er flüchtet sich aus der Realität, beamt sich mit seiner Fernbedienung weg wie ein Alkoholiker es mit der Flasche tut. Ich glaube er macht das um sich weder mit sich selbst, noch mit seinem Umfeld oder gar seinen Problemen auseinandersetzten zu müssen.
    Unsere Kommunikation besteht aus einem Geplänkel von 2 bis 3 Minuten pro Tag, wobei er event. zu mehreren Minuten Smalltalk (Wetter, Reiseziele, usw.) zu haben wäre, was mir aber inzwischen zu lapidar geworden ist.
    Ich fühle mich nicht mehr beachtet und werde von ihm auch nicht mehr wahrgenommen. Komme mir vor wie eine Ersatzmami oder ein Dienstmädchen. Mir fehlt Zweisamkeit und Intimität.

    Einerseits bin ich verzweifelt, andererseits frage ich mich, ob zuviel Fernsehen tatsächlich ein Trennungsgrund ist?
    Hat jemand von Euch diesbezügliche Erfahrungen?
    Kann mir jemand einen Tipp geben? Wie würde Ihr Euch in solch einer Situation verhalten?

    Ach ja: Letztens habe ich Gäste eingeladen, Leute die auch er mag.
    Wir sassen alle zusammen bei Tisch, er jedoch setzte sich abseits auf seinen Fernsehstuhl und drehte unseren Gästen den Rücken zu.

    Dasselbe macht er in der letzten Zeit auch immer wieder bei den gemeinsamen Mahlzeiten: Er zeigt mir seinen Bruckel und schaut in die Glotze.

    Ich rege mich darüber furchtbar auf. Er aber gibt vor, dies nicht zu verstehen und meint, ich würde andauernd nur "meckern"...

    LG Strassenkatze

  2. User Info Menu

    AW: Fernsehsucht

    Hallo Strassenkatze.
    Beziehungskiller Fernseher...
    Hast du mal versucht klare Regeln aufzustellen? Z.B beim Essen bleibt der Fernseher aus? hast du mal mit ihm gesprochen, darüber wie du dich fühlst? Wie würde er denn eure Beziehung beurteilen, ist er so glücklich?

    Ob das ganze eine Sucht ist lässt sich nur schwer beurteilen... wichtige Kennzeichen einer Sucht sind meines Wissens nach allerdings:- Die Vernachlässigung anderer Pflichten/sozialer Kontakte (wohl gegeben)
    -das ständige Gedankenkreisen um den Suchtinhalt (wohl auch)
    -ein schlechtes Gewissen und der Versuch aufzuhören (ist das da?)
    -und das scheitern eben dieses Abstinenzversuches

    Sollte er wirklich süchtig sein, gibt es auch für diese Süchte Therapeuten, denke dann braucht er Hilfe.
    unternimmt er denn noch etwas mit Freunden, oder hat er auf gar nichts anderes mehr Lust?
    Könnte das Ganze auch eine Art Realitätsflucht sein um sich nicht mit Problemen auseinandersetzen zu müssen?

  3. User Info Menu

    AW: Fernsehsucht

    Zitat Zitat von Morga Beitrag anzeigen
    Hast du mal versucht klare Regeln aufzustellen?
    Regeln würde ich nicht aufstellen, sie ist nicht seine Mutter.

    Aber ihm klarmachen, dass er so seine Ehe vor die Wand fährt und auch die Konsequenzen aufzeigen.
    Bis auf Weiteres a.D.

  4. User Info Menu

    AW: Fernsehsucht

    Natürlich ist sie nicht seine Mutter.
    Aber wenn ich mir Mühe damit gegeben habe Essen zu kochen, dann möchte ich dies in Ruhe geniessen und zwar ohne Fernseher..... und das würde ich auch durchsetzen

  5. Moderation

    User Info Menu

    AW: Fernsehsucht

    Für mich wäre nicht das Fernsehen als solches das Problem, sondern es wäre ein Trennungsgrund bzw. der Anlass für eine heftige Auseinandersetzung, wenn mein Partner nicht mehr mit mir kommunizieren würde.

    Was er statt dessen macht, wäre für mich erstmal zweitrangig.

    Ich teile allerdings deine Vermutung, dass er mit dem Fernsehen vor irgendetwas flüchtet - trotzdem wäre es für mich in einer Beziehung ein nicht akzeptables Verhalten.

    Ebenso wie seine Kommunikations- und Aktivitätsverweigern wäre allerdings für mich auch inakzeptabel, dass er sich offenbar auch ansonsten nicht am gemeinsamen Leben und Arbeiten beteiligt.

    Provokant gefragt: Würdest du ihn vermissen, wenn er nicht mehr da wäre ? Was hält eure Beziehung noch zusammen ?
    Freiheit ist, wenn jeder sich auf seine Art zum Deppen machen kann.

    .... und das demnächst auf www.befriendsonline.net/


    Profilbild © edwardbgordon
    Moderation:
    "Rund um den Job", "Mietforum" und "Selbstständige, Freiberufler & Co"

  6. User Info Menu

    AW: Fernsehsucht

    Zitat Zitat von Strassenkatze Beitrag anzeigen
    Wie krank ist das eigentlich?
    Mittlerweilen habe ich den Eindruck, er flüchtet sich aus der Realität, beamt sich mit seiner Fernbedienung weg wie ein Alkoholiker es mit der Flasche tut. Ich glaube er macht das um sich weder mit sich selbst, noch mit seinem Umfeld oder gar seinen Problemen auseinandersetzten zu müssen.
    Unsere Kommunikation besteht aus einem Geplänkel von 2 bis 3 Minuten pro Tag, wobei er event. zu mehreren Minuten Smalltalk (Wetter, Reiseziele, usw.) zu haben wäre, was mir aber inzwischen zu lapidar geworden ist.
    Ich fühle mich nicht mehr beachtet und werde von ihm auch nicht mehr wahrgenommen. Komme mir vor wie eine Ersatzmami oder ein Dienstmädchen. Mir fehlt Zweisamkeit und Intimität.

    Einerseits bin ich verzweifelt, andererseits frage ich mich, ob zuviel Fernsehen tatsächlich ein Trennungsgrund ist?
    In der extremen Ausprägung wäre das wohl schon ein legitimer Trennungsgrund.
    Ist ihm das Problem eigentlich klar (liest sich ja nicht so)?
    Hast Du/hat er eine Idee, wieso der Konsum so exzessiv geworden ist, gibt es Probleme, mit denen er sich so nicht auseinander setzen muß?
    Einen Partner, der ständig lieber in die Glotze guckt, statt sich zu unterhalten oder etwas zu unternehmen, stelle ich mir ja meganervtötend vor...

    lg lenita

  7. User Info Menu

    AW: Fernsehsucht

    Zitat Zitat von Strassenkatze Beitrag anzeigen
    Dasselbe macht er in der letzten Zeit auch immer wieder bei den gemeinsamen Mahlzeiten: Er zeigt mir seinen Bruckel und schaut in die Glotze.
    Wie wäre es, wenn Du ne Zeitlang mal keine gemeinsamen Mahlzeiten fabrizierst? Der Magen scheint ja das einzige neben seinem Fernseher zu sein, was ihn interessiert.

    Spass beiseite, das Thema ist zu ernst. Bevor Du was tust: Überlege gut, ob du mit dem Worst Case, einer Trennung leben könntest.

  8. Inaktiver User

    AW: Fernsehsucht

    Zitat Zitat von Strassenkatze Beitrag anzeigen
    Einerseits bin ich verzweifelt, andererseits frage ich mich, ob zuviel Fernsehen tatsächlich ein Trennungsgrund ist?
    Vielleicht nicht.
    Für mich aber in jedem Fall zuwenig Mitarbeit im Haushalt und Zuwendung...

  9. User Info Menu

    AW: Fernsehsucht

    Zitat Zitat von Strassenkatze Beitrag anzeigen

    Dasselbe macht er in der letzten Zeit auch immer wieder bei den gemeinsamen Mahlzeiten: Er zeigt mir seinen Bruckel und schaut in die Glotze.

    LG Strassenkatze
    liebe katze,

    das hier ist sehr interessant. das kann bedeuten: LMA oder auch nur "rutsch mir doch...."
    sehr interessant fand ich, als ich darauf gestossen wurde, dass übermäßiges lesen (ja echt) eine realitätsflucht sein kann. sich nicht der realität stellen wollen, in andere welten versinken, sich eine parallelwelt schaffen.

    so ähnlich stelle ich mir das bei deinem mann vor.

    hier scheint etwas grundsätzlich im argen zu liegen. ich würde und könnte so nicht weitermachen. sprich mit ihm über deine empfindungen und zeige ihm die konsequenzen auf.

    entweder er ist interessiert daran, das ruder herumzureissen oder halt nicht. was dann ja auch eine aussage für sich ist.

    LG
    hubertine

  10. User Info Menu

    AW: Fernsehsucht

    Hallo Straßenkatze,

    mein Statement wird jetzt ein bischen provokativ, aber vielleicht bringt es Dich auch weiter.

    Hast Du mal überlegt welchen Anteil Du daran hast, dass Dein Mann lieber TV guckt als sich mit Dir zu unterhalten oder mit Dir etwas zu unternehmen? Was ist schief gelaufen zwischen Euch und besonders: was hättest Du anders machen können? Warum bist Du nicht mehr interessant für ihn?

    Dieser Satz ist mir in Deinem Post ganz negative aufgefallen:

    Lange Zeit nannte ich ihn meinen Traummann.
    Vielleicht hast Du auch lange nur geträumt und die Augen vor der Realität verschlossen. Ein Traummann und ein echter Mann haben oft nichts gemeinsam und werde es auch nie haben.

    Welche Eigenschaften hätte Dein Traummann, die Deinem echten Mann fehlen?
    Was kannst Du dafür tun, dass Dein echter Mann diese Eigenschaften bekommt?

    Und damit meine ich nicht ihm Vorschriften zu machen oder ihn zu ändern.
    Werde wieder interessant für ihn!

Antworten
Seite 1 von 13 12311 ... LetzteLetzte

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •