Hallo zusammen,
ich habe hier in einem anderen Thread schon mal von meiner Beziehung berichtet, damals ging es allerdings um etwas anderes.
Momentan liegt mir Folgendes auf dem Herzen:
Wir führen seit 8 Monaten eine Fernbeziehung, sehen uns alle 2-3 Wochen für 3 Wochen. Ich war bis diesen Freitag bei meinem Freund, jetzt bin ich wieder zu Hause. Die 2 Wochen bei ihm waren wirklich sehr schön, dennoch verbringt mein Freund (meiner Meinung nach) viel Zeit damit, Computer (WOW) zu spielen. An einem Tag 6 Stunden am Stück, ich hab mich dann notgedrungen auch vor meinen Laptop gesetzt oder TV geschaut, eben um mich auch zu beschäftigen. Ich sag ja gar nichts dagegen, wenn er 3 Mal die Woche abends mit seinen Kumpels spielt, aber er hat wirklich jeden Tag gespielt. Mittags 3 Stunden, dann meistens abends nochmal 3. Manchmal fragt er mich, ob es in Ordnung ist, dagegen sag ich ja auch nichts, dann kann ich das gut einplanen, mir was vornehmen etc. Aber er weiß, dass ich es nicht so toll finde, wenn er damit so viel Zeit verbringt, denn immerhin fahre ich 5 Stunden zu ihm, um bei ihm zu sein. Ist denke ich verständlich, dass ich da gern so viel wie möglich von ihm hätte. Oft kommt dann abends: "Ich würde jetzt soo gerne spielen, aber da hast du bestimmt was dagegen, also lass ich's." Das ist irgendwie seine Masche, ist ja klar, dass ich dann sage, er soll spielen. Denn ich möchte auch nicht den Abend mit ihm verbringen, wenn er eigentlich viel lieber was anderes machen möchte.
Jetzt ist es so, als ich Freitag bei mir zu Hause angekommen bin, hab ich ihm wie gewollt eine SMS geschrieben. Aber bis heute, also 2 Tage danach hab ich keine Antwort bzw irgendeine Reaktion erhalten. Es ist jetzt nicht so, dass wir jeden Tag mehrmals Kontakt haben etc, (wir telefonieren auch beide nicht gern), aber wir schreiben uns öfter mal eine Mail oder chatten, auch wenn es nur kurz ist, um zu hören wie's dem anderen so geht. Aber er war das ganze Wochenende nicht online, reagiert nicht auf SMS oder ähnliches. Vorhin habe ich mit einem Freund von ihm geschrieben und er hat mir erzählt, dass mein Freund schon die ganze Zeit am zocken ist. Ich war dann auf seinem Profil und tatsächlich, heute den ganzen Tag von morgens bis abends gezockt, gestern abends auch.
Klar, er kann machen was er möchte, aber ich fühle mich da schon etwas benachteiligt und finde sein Verhalten verletztend. Ich verlange ja nicht, dass wir stundenlang schreiben oder telefonieren, eine einfache Antwort würde mir ja reichen.
Könnt ihr das denn nachvollziehen oder übertreibe ich da?
Liebe Grüße
Antworten
Ergebnis 1 bis 10 von 34
Thema: PC spielen ist wichtiger
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19.12.2011, 00:33
PC spielen ist wichtiger
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19.12.2011, 01:10
AW: PC spielen ist wichtiger
Sein Verhalten spricht ganz klar dafür, dass er internetsüchtig/spielesüchtig ist.
Gerade WOW ist dafür bekannt
Andere können dir sicher besser raten, was du tun kannst, gehe aber mal davon aus, dass sein Verhalten wenig mit dir zu tun hat: Er MUSS spielen....
Ich wünsche dir alles Gute,
KittyCoat check girl: Goodness! What lovely diamonds!
Mae West: Goodness had nothing to do with it...
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19.12.2011, 08:02Inaktiver User
AW: PC spielen ist wichtiger
Jetzt mal abgesehen von der möglichen Suchtproblematik, die ich mal nicht anspreche ...
Und dann beklagst du dich, dass er spielt?"Ich würde jetzt soo gerne spielen, aber da hast du bestimmt was dagegen, also lass ich's." Das ist irgendwie seine Masche, ist ja klar, dass ich dann sage, er soll spielen.
Er fragt dich, ob er spielen kann (okay, auf eine kindische und manipulative Weise), du antwortest, er kann spielen - also spielt er. Und du bist dann beleidigt/enttäuscht, dass er spielt?
Wenn du nicht willst, dass er spielt, dann sag ihm das klar und deutlich.
Nein, es ist ja offenbar nicht in Ordnung. Warum sagst du ihm das nicht? Sag ihm "Nein, ich finde das nicht ok, ich möchte heute etwas mit dir unternehmen."Manchmal fragt er mich, ob es in Ordnung ist, dagegen sag ich ja auch nichts,
WhiteElephant, der Mann tut genau das, was du ihm sagst - du nickst ja brav, wenn er fragt, ob er spielen kann. Warum sollte er also nicht spielen?
Wenn du nicht willst, dass er spielt, dass musst du ihm das sagen.
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19.12.2011, 09:51Inaktiver User
AW: PC spielen ist wichtiger
warum stehst du nicht zu deiner meinung?
warum sagst du, dass es in ordnung für dich ist, obwohl es das eben nicht ist
beim lesen habe ich mich gefragt, von welcher beziehung du schreibst. ich sehe keine.
warum tust du dir das an? er hat auf deine sms nicht reagiert?
vielleicht ist er vor dem pc verhungert?
ne im ernst, was willst du von so einem mann (kind)?
wie alt seid ihr?
warum hältst du an dieser beziehung fest, die ja gar keine ist.
überlege dir nur folgendes: willst du das die nächsten zehn jahre? dann weißt du (das weißt du aber auch jetzt schon) was du zu tun hast.
ein leben mit einem partner kann so schön sein. echt. das wirst du sehen, wenn du einen hast.
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19.12.2011, 10:58
AW: PC spielen ist wichtiger
Hallo zusammen,
erstmal danke für eure Antworten.
Gut, ich hab das da oben wohl etwas blöd formuliert, ich versuch's nochmal.
Wenn er mich fragt, ob er 2 Stunden spielen "darf" am Abend, ich mich drauf einstellen kann, er also früh genug Bescheid sagt, ist das okay für mich. Wenn es 2,3 Mal in der Woche passiert, das kann ich ja so als Hobby akzeptieren.
Aber wenn er das sonst außer der Reihe tagsüber einfach macht, dann sag ich ihm natürlich auch, dass mich das nervt, weil ich gern mit ihm Zeit verbringen möchte. Oder wenn wir uns zB einen Film zusammen anschauen wollen und er dann auf einmal doch zocken will, kriegt er natürlich gesagt dass ich das sch... finde. Dann reagiert er bockig wie ein kleines Kind. Und wenn ich sehe, dass er gar keine Lust hat, mit mir einen Film anzuschauen, sondern zocken will und man ihm das an seiner bockigen Art anmerkt, dann vergeht mir doch die Lust. Ich möchte gern einen gemütlichen Abend mit jemandem verbringen, der auch selbst Lust dazu hat.
Er weiß natürlich, dass ich das nicht gut finde, aber er lässt es auch nicht, außer an unserem letzten Abend, oh Wunder.
Also ich bin 22, mein Freund ist 29 Jahre alt. Es ist ja nicht so, dass er nur vor dem PC sitzt, wir unternehmen auch mal was, aber die Zeit, die er zum zocken nutzt, wird eben immer mehr. Das war früher nicht so extrem. Im August hat er damit aufgehört, weil er meinte, er braucht das nicht mehr. Dann jetzt im November haben seine Freunde ihm seinen Account wieder "aufgeladen", damit sie wieder zusammen spielen können.
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19.12.2011, 11:24Inaktiver User
AW: PC spielen ist wichtiger
jetzt kann ich dir noch weniger folgen...,
WAS genau möchtest du von den usern hier in der bri hören?
du möchtest eine einschätzung, ob das so in ordung ist oder nicht?
was, wenn 50% sagen es ist in ordnung und 50% sagen, es ist nicht in ordnung?
ich habe mit sowas keine erfahrung. ich war und bin mit erwachsenen partnern zusammen, die einen zwischenmenschlichen kontakt vorgezogen haben.
du kommst mit dem verhalten deines freundes nicht klar. käme ich auch nicht.
aber das alles nutzt dir nichts.
wie stellst du dir deine zukunft vor?
auf dauer in einer fernbeziehung?
möchtest du mit ihm leben?
wenn nein, dann trenn dich.
was habt ihr für gemeinsamkeiten? gemeinsame interessen?
trefft ihr euch mit freunden?
kocht ihr gemeinsam?
macht ihr noch was anderes ausser filme schauen?
irgendwie kann ich mir eure beziehung nicht vorstellen.
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19.12.2011, 11:39
AW: PC spielen ist wichtiger
Was ich möchte? Na, vielleicht gibt es hier Leute, die ähnliche Erfahrungen gemacht haben, ich wäre um einen Austausch dankbar.
Und zu deinen Fragen:
Wir kochen gern zusammen, wir gehen zusammen fotografieren (ein gemeinsames Hobby), gehen ab und zu spazieren, ab und an gemeinsam essen, wenn ich bei ihm bin besuchen wir Freunde von ihm, ja.
Und ich bin kein Mensch, der seine Zukunft genau plant, sicher möchte ich irgendwann mit ihm zusammen leben, aber ich plane da nichts konkret, das ist auch von meinem Studium abhängig.
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19.12.2011, 11:59
AW: PC spielen ist wichtiger
Hallo White Elephant,
wegen der Antwortszeit auf SMS oder so würde ich mir jetzt keinen Kopf machen. Solange er irgendwann auch mal antwortet oder sich meldet, und dich nicht am ausgestreckten Arm verhungern läßt. Vielleicht mal ein, "du kannst mir auch nach (späte Uhrzeit) noch SMSen, weißt du....", oder direkter "Meld dich doch mal etwas öfter".
Du sagst, sechs Stunden. Welcher Anteil von der Zeit, wo ihr zusammen wart, ist das? Und wie ist das strukturiert? Wenn euch dann immer noch 10 Stunden am Tag bleiben, und er die Kiste stehen läßt, wenn ihr zusammen was machen wollt, dann würde mich das zwar ein wenig nerven, aber jeder Mensch braucht seine Hobbies, ich gehe derweil bummeln oder in ein Konzert oder so. Diese Spiele sind ja auch eine Art von sozialem Netzwerk, etwas, wo man Leute trifft um gemeinsam virtuelle Monster zu erschlagen, Blödsinn zu reden und besser zu sein als die anderen. Unterscheidet sich also nur insofern von Fußball und Skatverein, daß es keine so klar bestimmten Grenzen zu anderen Aktivitäten hat, da man ja "nur" am Computer sitzt und so aussieht, als sei man anwesend.
Wenn die 6 Stunden allerdings der Großteil eurer Zusammen-zeit sind, oder wenn er dich stehen und sitzen läßt, weil er *jetzt* spielen muß, ist das inakzeptabel. Da würde ich auch dieses kindische "ich würde ja sooo gerne, aber wenn du es mir verbietest, mach ich's nicht und leide" konfrontieren. Ihm zu sagen "Ist in Ordnung" und dann zu erwarten, daß er in deinen Gedanken liest: "Ist nicht in Ordnung" ist aber etwas viel verlangt. Nur weil sein Verhalten kindisch erscheint, heißt ja nicht, daß du es ihm nachtun mußt. Besser so was wie, "Ja, es macht wir was aus, ich würde gerne mit dir Zeit verbringen und nicht hier mit einem Buch/meinem Schleppi sitzen als würde ich auf den Zug warten. Wenn du heute lieber spielen willst, sag das, dann treffen wir uns ein anderes Mal."
Wenn er dann zwar nicht spielt, aber es dich die ganze Zeit merken läßt, daß er lieber spielen würde, würde ich das wieder angehen. Davon hat ja keiner was, und wenn du die Klügere spielst und nachgibst ("Ja dann daddel eben in Herrgottsnamen..." bis du die Dumme. Wenn er sich zumindest Mühe gibt, na gut. Wenn er sagt, er spielt lieber, dann würde ich ganz freundlich und verständnisvoll gehen (und mir dann irgendwo die Kante geben oder mich bei einer Freundin ausjammern). Als grundsätzlich positiver Mensch gäbe ich ihm wohl noch eine zweite und vielleicht eine dritte Chance, aber dann... andere Mütter haben auch schöne Söhne. Was hab ich von einem, der seine Gilde mehr liebt als mich.
Von "Sucht" würde ich nicht anfangen. Solche Begriffe werden m.E. viel zu unreflektiert in den Raum geworfen. Seine Freunde haben seinen Account wieder aufgeladen? Da würde ich sein Daddeln definitiv lesen als "Er hängt mit seinen Kumpels rum". Sowas ist keine Sucht.Geändert von wildwusel (19.12.2011 um 12:10 Uhr)
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19.12.2011, 12:22
AW: PC spielen ist wichtiger
Du bist 3 Wochen am Stück bei ihm, wie klappt das beruflich? was macht er jobmäßig, dass er mittags zocken kann?
Ansonsten, wie hier schon mehrfach geschrieben, sollst Du Deine Wünsche artikulieren. Und ihm nicht sagen, dass er ruhig spielen kann, während Du eigentlich lieber mit ihm etwas zusammen machen möchtest.
Vielleicht könnt ihr auch 1-2 fixe Termine in der Woche die er fürs Zocken reserviert, während Du was anderes machen kannst, ausmachen.
Dann kann er sich mit seinen Onlinefreunden auch besser für die Raids abstimmen.
Wenn Dein Freund Fussballer wäre, wäre er auch 2x die Woche abends zum Training und am Wochenende einen halben Tag weg. ich denke – auch wenn ihr eine Fernbeziehung habt und Du für 3 Wochen auf Besuch bist, dass bei ihm nicht alles ruhen muss.
Dass er seine Onlinespielzeit, nachdem Du wieder abgereist warst, nachgeholt, kann ich nachvollziehen. Leider ists bei WoW so, man muss am Ball bleiben wenn man was erreichen will.
Ich denke mit Planung also zwischen Dir und Deinem Freund – wenn Du auf Besuch bist und Abstimmung mit seinen Onlineleuten werdet ihr am besten fahren.
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19.12.2011, 12:55Inaktiver User
AW: PC spielen ist wichtiger
Liebe weiße Elephantin,
ich kann nachvollziehen, dass eine Fern- und Fernstbeziehung (ich hatte sie 11 Jahre lang und sie beschränkte sich auf einige Wochenenden und vier Wochen Urlaub) dazu führt, dass man sich in seinem Leben einrichtet, wie es einem gut tut.
Der Schwenk von individueller auf kollektive Freizeitgestaltung ist nicht einfach.
An Deiner Stelle würde ich gucken, ob das, was Du mit ihm gemeinsam hast, FÜR DICH reicht.
Es ist meiner Erfahrung nach nicht besonders gewinnbringend, "Gemeinsames" einzufordern oder es zu erwarten, dass man getrennte, "verlorene" Zeit nachholen könnte.
Fernbeziehung hat seine Vorteile, wie Du sicher weißt. Du kannst aber nicht gleichzeitig den Kuchen essen und ihn behalten. (Bei uns heißt es: die Butter bekommen und das Geld für die Butter behalten). Eine Fernbeziehung bastelt man sich. Sie hat (in meinem Fall "der Göttin sei Dank") nichts mit einer normalen Beziehung zu tun.


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