Hallo,
mich würde mal interessieren, ob hier irgendjemand nachvollziehen kann, dass ich mich bei den Liebesbezeugungen meines Liebsten umklammert und beklommen fühle anstatt glücklich und herzhüpfend?
Irgendwie kann ich mich nicht drüber freuen, sondern im Gegenteil, ich hör das gar nicht gerne. Er gebraucht sehr oft große Worte, und ich weiß weder, was ich von dieser Häufigkeit halten soll, die ich in anderen Beziehungen noch nicht erlebt habe. Noch weiß ich, was ich von meiner Beklommenheit denken soll. Ich fühle mich irgendwie eingeengt dadurch... Gleichzeitig komme ich mir bescheuert vor und denke, ich bin vielleicht die Oberzicke, dass ich Liebeserklärungen als Zumutung empfinde??
Ich bin wirklich nicht so der Kuscheltyp, zugegeben. Ich gebe aber schon auch ab und zu sehr nette Sachen von mir. Bloß halt nicht fünfmal am Tag wie er, sondern eher fünfmal pro Jahr...
Kann mich irgendjemand verstehen? Oder bin ich vielleicht beziehungsgestört und sollte mal an mir arbeiten?
Wir sind etwa 9 Monate zusammen und beide Mitte 40. Die Beziehung ist nicht einfach, aber schön.
ambiva
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Ergebnis 1 bis 10 von 25
Thema: Schöne liebe Worte, aber...
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27.11.2011, 23:39Inaktiver User
Schöne liebe Worte, aber...
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27.11.2011, 23:53
AW: Schöne liebe Worte, aber...
Inflation der Worte?
5 x am Tag "Ich liebe dich"?
Du denkst, er liebt dich mehr als du ihn?
Du traust seinen verkuschelten Worten nicht so richtig?
Wenn mir einer 5 x am Tag "oooh du bist so toll und wunderschön, ich liebe dich so!" sagen würde, käme ich mir auch leicht deppert und eng vor, besonders wenn der Rest der Beziehung nicht einfach ist.
Wieso nicht einfach?
Wo ist der Haken?see you on be friends online!
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28.11.2011, 09:54
AW: Schöne liebe Worte, aber...
Ich kann Dich gut verstehen - meins wäre das auch nicht.
Hast Du mal versucht, mit ihm darüber zu reden?Bis auf Weiteres a.D.
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28.11.2011, 10:04Inaktiver User
AW: Schöne liebe Worte, aber...
Ganz grundsätzlich kann ich das persönlich erstmal nicht nachvollziehen.
ABER: Wenn es ansonsten in der Beziehung gerade nicht wirklich rund läuft, käme ich mir ziemlich verschaukelt vor wenn sich heißblütige Liebesbezeugungen mit fundamentalen Beziehungsdiskussionen abwechseln...
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28.11.2011, 17:41Inaktiver User
AW: Schöne liebe Worte, aber...
Danke für Euer Feedback, das ist doch eine Erleichterung, dass mich jemand versteht!
Und danke auch für die Nachfragen, das hilft, nochmal genauer nachzudenken...
Das Schwierige an der Beziehung sind äußere Umstände, unterschiedliche Vorstellungen vom Leben und so. Insofern ringen wir zuweilen miteinander. Richtige Streits haben wir zwar, aber nicht allzu oft. Insgesamt geht es sehr leidenschaftlich zu, in jeder Hinsicht.
Also, seine Äußerungen sind schon glaubwürdig, er ist auch insgesamt sehr zugewandt und liebevoll, halt etwas überschwenglich manchmal. Es ist nicht so, dass er mir in einem Moment was an den Kopf wirft und im nächsten Liebeserklärungen absondert, sondern seine Linie ist schon stimmig. Deshalb bin ich ja so verwirrt über meine schlechten Gefühle. Eigentlich müsste ich auf Wolke 7 schweben und total happy sein, oder?
Ich fühle mich aber trotzdem nicht gut dabei. Ich mag nicht die ganze Zeit Gefühle thematisieren. Ich möchte einfach mal so zusammensein, ohne dauernd das Zusammensein selbst zu thematisieren... Bin ich daneben? Oder er?
Drüber sprechen finde ich schwierig und heikel, weil es ja für ihn sehr leicht verletzend werden kann. Deshalb versuche ich mich erstmal hier bei Euch zu sortieren und nicht so ungeordnet in so ein Gespräch hineinzustolpern. Vielleicht sollte ich ja lieber das Problem bei mir suchen, als ihn jetzt vor den Kopf zu stoßen?
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28.11.2011, 18:30
AW: Schöne liebe Worte, aber...
Also mir geht es wie bibiblo und ganz persoenlich bin ich da auch anders als Du.
Aber das ist doch nicht der Punkt. Der Punkt ist, dass Du Dich mit dieser Art der Kommunikation unwohl fuehlst. Pathologisiere das doch nicht so.
Du bist Du, und jeder Jeck ist anders, so einfach ist das.
Als erstes wuerde ich Dir mal raten, Dich nicht wegen Deines eigenen Geschmacks so fertig zu machen. Gestatte Dir doch einfach, dass Du Dich fuer haeufige und intensive verbale Liebesbezeugungen eben nicht begeistern kannst. Vielleicht faellt damit sogar schon ein grosser Batzen Deines Unwohlseins weg. Vielleicht fuehlst Du Dich nur deswegen so bedraengt, weil DU Erwartungen hast, wie man (also Du) auf solche Worte zu reagieren hat und Du diese Reaktion nicht leisten willst. Vielleicht hat Dein Freund diese Erwartungen aber gar nicht. (Ist das verstaendlich?)
Wenn es aber doch die Liebesbezeugungen als solche sind, mit denen Du Dich unwohl fuehlst, darfst Du das meiner Meinung nach auch ansprechen. Warum denn nicht? Wenn eine Frau zu einem Mann sagen darf: "Ich wuerde mir wuenschen, Du wuerdest mir oefter sagen, dass Du mich liebst" - dann darfst Du genauso Deine Wuensche aeussern.
Du kannst ihm ja ganz offen erklaeren, so wie uns hier, dass Du seine Gefuehle und seine Absichten durchaus schaetzt, dass sie in DIR aber nicht das hervorrufen, was er unzweifelhaft hervorrufen moechte, naemlich dass Du Dich wohl und gluecklich fuehlst.
Vielleicht findet Ihr gemeinsam eine andere "Liebessprache", mit der er seine Wertschaetzung ausdruecken kann und die Dich mehr erfreut?
Aber wie gesagt, ich habe gerade den Verdacht, dass sich das ganze Problem in Luft aufloest, wenn Ihr erstmal geklaert habt, wie Du darauf reagierst und wie nicht. Damit wuerde Deine Angst wegfallen, Du wuerdest ihn vor den Kopf stossen oder enttaeuschen. Dann kann er Dir auch 10x am Tag die Liebe schwoeren koennte, ohne dass es Dich grossartig stoert.
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28.11.2011, 18:40Inaktiver User
AW: Schöne liebe Worte, aber...
Oder keiner von beiden

Ihr habt offenbar ganz unterschiedliche Liebessprachen gelernt. Wer einen eher pragmatischen Stil pflegt, fühlt sich durch zuviel "Zucker" leicht irritiert. Andererseits glaubt der andere vielleicht, man könnte Frauen damit glücklich machen
Wenn dir deine Intuition keine anderen "falschen Töne" meldet, würde ich nichts weiter unternehmen, denn mit der Zeit spielt sich auch eine gemeinsame Liebessprache ein. ich würde ihn zum jetzigen Zeitpunkt nicht darauf ansprechen, das könnte tatsächlich kränkend oder zumindest ernüchternd für ihn sein.
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28.11.2011, 18:55
AW: Schöne liebe Worte, aber...
Vielleicht magst du dich grundsätzlich nicht festlegen, möchtest ein Stück weit deine Freiheit behalten.
Zu intensive Liebesbezeugungen symbolisieren für dich viellleicht ein Beziehung, in der du dich gefangen fühlst "bis ans Ende deiner Tage" ? Eine Beziehung, in der du zu eindeutig (für dich) Stellung beziehen müsstest?----------------------------------------------------------------------------
...Und es ist gar nicht Großmut zu verzeihn,
Dass andere ganz anders als wir glauben...(Ringelnatz)
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28.11.2011, 19:02Inaktiver User
AW: Schöne liebe Worte, aber...
Danke nochmals für die Anregungen.
Ich muss - sorry - noch dazu schreiben, dass er schon adäquate Reaktionen erwartet. Dass ich nicht so überfließend bin, konnte ich ihm schon klar machen, aber dass ich seine Äußerungen nicht genieße, findet er nicht gut. Er wird dann eher noch massiver, habe ich den Eindruck, als ob er eine Antwort provozieren möchte. Da komm ich mir teils störrisch und vor und zickig und denke, warum kann ich nicht weicher und netter reagieren. Aber irgendwie mag ich mir einfach nix abpressen lassen... Also, abwarten bis sich was einspielt, ist eine der schwierigeren Möglichkeiten...
Deshalb jedenfalls versuche ich das gerade erstmal für mich zu klären, was ich selbst eigentlich richtig finde.
Euren Einschätzungen nach ist es vermutlich wirklich eine individuelle Sache, wie man tickt. Ich sollte es doch mal deutlich ansprechen. Seufz...
@Flau, Du schreibst:
++ Wenn eine Frau zu einem Mann sagen darf: "Ich wuerde mir wuenschen, Du wuerdest mir oefter sagen, dass Du mich liebst" - dann darfst Du genauso Deine Wuensche aeussern. ++
Findest Du wirklich, dass man sowas sagen darf? Ich nicht. Wahrscheinlich, weil ich eben in meiner momentanen Situation immer wieder mit diesem Wunsch konfrontiert werde
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28.11.2011, 19:08


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