Hallo, liebe Bri-Community,
mit 5 Minuten sind Situationen gemeint, in denen er seinem Ärger Ausdruck verleiht.
Diese Situationen sind oft (beinahe täglich) alltägliche Banalitäten, die bei mir persönlich nie ins Gewicht fallen würden, die ihn aber so maßlos ärgern, dass er mir das direkt vor "die Füße klatscht", und das in einer manchmal sehr barschen Art und Weise.
Neulich:
ich komme gerade von der Arbeit nach Hause, er ist zu Hause, wir begrüßen uns, alles ist scheinbar in Ordnung. Dann gehe ich ins Schlafzimmer um mich aus den Büroklamotten zu schälen, in diesem Moment klingelt das schnurgebundene Telefon im Schlafzimmer. Ich gehe dran das Telefonat dauert ca. 15 Minuten, nichts besonderes.
In dieser Zeit setzte ich mich auf den Bettenrand (es gibt keine andere Sitzgelegenheit im Schlafzimmer) und "erwische" dabei auch seine Bettdecke. Es ist seine Bettseite auf die ich mich draufsetze.
Als er es sieht, reißt er die Decke kommentarlos unter mir weg und verlässt das Schlafzimmer.
Als das Telefonat beendet ist, spreche ich ihn darauf an, und da sprudelt es schon aus ihm. Er ist verärgert, weil ich seine Bettdecke mit meinen Straßenklamotten beschmutzen könnte (nein, die Klamotten weisen keine sichtbaren Dreckspuren auf).
Und das in einem sehr frechen Ton, aus meiner Sicht überhaupt nicht angemessen.
Ich bin so baff, dass ich es unkommentiert stehen lasse. Nach 3 Minuten ist sein Ärger schon wieder verflogen und alles ist wieder gut. Ich bin dann aber oft noch länger über seine Reaktion verärgert, dass es dann erst Recht noch mal zu Diskussionen führt.
Dazu muss ich sagen:
1. Es betrifft oft Dinge im Haushalt. Er ist die meiste Zeit bei mir, meinem Vorschlag, tageweise auch bei ihm zu verbringen, hat er nicht wirklich zugestimmt.
2. Er strukturiert seinen Tagesablauf stundengenau, und hält sich penibel daran, ich priorisiere Dinge oft spontan, von vielen Faktoren abhängig, und da kommt es besonders häufig vor.
3. Er hat ein sehr ausgeprägtes Sauberkeitsempfinden, aus meiner Sicht geht es mehr Richtung Tick, hier sind wir auch öfters verschiedener Meinungen.
Mir ist schon klar dass ich ihn nicht ändern kann, und er selber höchstwahrscheinlich auch nicht. Jetzt konsequent die Beziehung zu beenden wäre eigentlich sehr schade, denn er hat auch sehr viele liebenswerte Seite an sich.
Habt ihr vielleicht Tipps wie ich mich in solchen Fällen abgrenzen kann?
Es gar nicht zu beachten oder es nicht persönlich zu nehmen, fällt mir echt schwer.
Antworten
Ergebnis 1 bis 10 von 85
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02.09.2011, 17:41
wie gehe ich mit seinen "5-Minuten" um?
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02.09.2011, 17:47Inaktiver User
AW: wie gehe ich mit seinen "5-Minuten" um?
Du willst dich nicht trennen, dann bleibt dir doch gar nichts anderes übrig als mit diesen Ticks und Launen zu leben. Ich könnte das nicht.
Ich würde ihm mal auf nette Weise eine Therapie nahelegen.
Und öfter mal allein schlafen - immerhin hat er eine Wohnung. Er will dich dort nicht haben weil du Dreck machen könntest oder?
Ticks werden von allein jedenfalls nicht besser!
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02.09.2011, 18:07Inaktiver User
AW: wie gehe ich mit seinen "5-Minuten" um?
Hallo fluse07,
interessanter Nickname
Mich würden bei dem konkreten Beispiel zwei Dinge stören: dass ich in meinem Telefonat so barsch unterbrochen werde und dass er, dein Freund, sein Problem nicht in respektvoller Weise artikulieren kann.
Hier sage ich mal aus dem Bauch heraus: Wehret den Anfängen!!!
Jeder ist in dieser Hinsicht erziehungsfähig. Auf seiner Arbeit pflaumt er seinen Chef oder die anderen Kollegen sicher auch nicht dermaßen an. Wieso also nicht bei dir genauso gepflegten Umgang haben?
In diese Rubrik fällt übrigens auch das hier:
Du hast einen Vorschlag gemacht, dem er nicht zugestimmt hat. Das ist jedoch kein guter Kompromiss, und es gefällt dir nachvollziehbarerweise nicht.
Warum sagst du ihm nicht mal: "Du, heute will ich mal meine Wohnung allein für mich haben!" Es ist schließlich deine Wohnung. Wenn er dann fragt, kannst du es ihm ja ganz ehrlich sagen. Versteht er es trotzdem nicht, macht das aber auch nichts. Du hast schließlich auch nicht verstanden, weswegen er auf diesem Ohr taub ist, und es juckt ihn offenbar nicht die Bohne.
Wie gesagt, alles Erziehungsfragen.
Schwieriger ist es mit seinem Sauberkeits-Tick. Den bekommst du imho nicht weg. Deshalb frage dich ganz ehrlich, ob du dich wirklich-wirklich damit auf Dauer arrangieren könntest; auch in einer gemeinsamen Wohnung. Sicher muss man sich nicht immer gleich trennen, aber so etwas kann extrem belastend sein und Aufhänger für 1000 Streits und Dramen ohne Ende.
Schlaflos
P.S. Wenn du "5 Minuten" sagst, verniedlichst du das grenzüberschreitende, impulsive Verhalten deines Freundes.
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02.09.2011, 18:14
AW: wie gehe ich mit seinen "5-Minuten" um?
ohje ... so ein exemplar hatte ich auch mal - ganze 6 jahre lang! klar, dass man den boden im vorzimmer nur mit strassenschuhen und den in der restlichen whg nur mit hausschuhen beruehren durfte. eine tasche im vorzimmer abstellen? gaaanz boese! sich irgendwo im freien auf stufen, mauern oder was weiss ich setzen? wie ekelhaft! die absurdeste diskussion, die wir - sehr emotional - fuehrten: zuerst wischen und dann saugen oder umgekehrt? er: erst wischen, sonst wird der staubsauger schmutzig

wir haben diskutiert, gestritten, geschrien und getobt - sinnlos. er hat mich nicht verstanden und ich ihn nicht. die trennung war fuer mich ein befreiungsschlag. danach hab ich 2 jahre gebraucht, bis es sich fuer mich nicht mehr angefuehlt hat wie ein racheakt, wenn ich beim auto einraeumen gegenstaende kurz auf den boden gestellt habe - sondern endlich wieder NORMAL!
alles liebe,
viv
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02.09.2011, 23:02
AW: wie gehe ich mit seinen "5-Minuten" um?
Liebe Fluse,
hat er sein Bettzeug mit in Deine Wohnung gebracht, oder ist es Dein Eigentum?
Ich mutmaße, dass es ihm nicht um das Bettzeug ging, sondern darum, dass ihn Dein 15-minütiges Telefonat so aufgeregt hat.Es ist seine Bettseite auf die ich mich draufsetze.
Als er es sieht, reißt er die Decke kommentarlos unter mir weg und verlässt das Schlafzimmer.
Dein Freund möchte nicht gerne, dass Du ihn in SEINER Wohnung besuchst. Geht es ihm wirklich um seinen Sauberkeitstick, oder spielt er nicht gern den Gastgeber für Dich (evtl. Kosten sparen)?Geändert von KHelga (03.09.2011 um 13:05 Uhr)
FG von Helga
„Nehmen sie die Menschen wie sie sind, denn andere gibt es nicht“
Konrad Adenauer
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02.09.2011, 23:45Inaktiver User
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02.09.2011, 23:46Inaktiver User
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03.09.2011, 01:51
AW: wie gehe ich mit seinen "5-Minuten" um?
Wenn du nicht mit Strassenkleidung dich auf seine Bettdecke setzen darfst weil sie dadurch beschmutzt wirst..musst du dich vor dem Sex auch nicht nur entkleiden sondern auch duschen oder steriliesieren?
Mal ernsthaft, was willst du mit einem Mann fuer den alles was mit deinem normalen Ich nicht hygienisch ist?
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03.09.2011, 09:32
AW: wie gehe ich mit seinen "5-Minuten" um?
Grundsätzlich bin ich der Typ, der die Launen anderer wunderbar ignorieren kann. Soll jeder selbst mit sich klarkommen und sich wieder einkriegen.
Wenn jemand allerdings meint, seine Launen an MIR auslassen zu müssen, wäre ganz schnell Ende der Fahnenstange.
Du solltest dir überlegen, ob du dir vorstellen kannst, ab sofort nur noch auf Zehenspitzen und in weißen Plüschsöckchen durch DEINE Wohnung zu schleichen, um keinen Ausraster seinerseits zu provozieren. Du wirst ihn nicht ändern können, das weißt du ja schon, ergo bleibt anpassen oder jedesmal wieder streiten.
Für mich wäre keines von beiden eine praktikable Lösung.
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03.09.2011, 11:54
AW: wie gehe ich mit seinen "5-Minuten" um?
So ein Mensch wäre mir echt viel zu stressig...vor allem, weil ich mir eine Zukunft und eine Familie mit einem derart unflexiblen Menschen nicht vorstellen könnte.
Ich empfinde es als Kontrolle und Gängelei und die liebenswerten Seiten werden dich wahrscheinlich irgendwann nicht mehr dafür entschädigen.Es ist nichts schrecklicher als eine tätige Unwissenheit.


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