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28.08.2011, 23:18
AW: Meine, deine, unsere Bedürfnisse
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29.08.2011, 10:59Inaktiver User
AW: Meine, deine, unsere Bedürfnisse
c) versuche ich zu vermeiden. Klingt für mich so nach bemuttern. Es fällt mir aber nicht immer leicht, mich zurückzuhalten mit Hinweisen, wie, das schmeckt, bekommt, passt, hilft dir. Ich habe durchaus eine Neigung, Dinge in die Hand nehmen zu wollen.
Gerade jetzt gab es da so eine Situation. Ich habe meinen Freund bei einer Besorgung für seine Wohnung begleitet. Seine erste Wahl fand ich nicht berauschend und, naja, statt zu sagen, wenn es dir gefällt, dann kauf’s dir (wie er es macht), habe ich ihn auf eine Alternative hingewiesen, die ich besser fand. Und am Ende hat er das zu sich nach Hause getragen, was mir besser gefiel. Er ist mit dem Kauf wohl durchaus zufrieden. Aber ich bin hin und her gerissen, ob es eigentlich gut war, sich da ungefragt einzumischen. Er ist mein Partner und nicht mein Kind.
Wenn man für beide passende Regelungen gefunden hat und um Dinge geht, die beide angehen, dann ist ja eigentlich alles klar.
Urlaubsplanung hat sich bei uns auch schon eingespielt. Verständigung auf Region/Thema/Termin und dann arbeitsteilig. Einer kümmert sich um den Transport, der andere um die Unterkunft und jeder eventuell um ein paar Programmpunkte, die einem am Herzen liegen. Die unbedingt notwendigen Absprachen werden getroffen, wo man ganz unsicher ist, fragt man vielleicht mal zurück, ob etwas in Ordnung wäre, aber eigentlich regelt jeder seinen Part komplett selbstständig. Somit gibt es eben immer Urlaub mit Überraschungskomponenten, was wir beide gern mögen.
Mir fällt bei meinem Freund und mir absolut keine GEMEINSAME Alltagspflicht ein. Es geht immer nur um Pflichten des einen, bei denen der andere vielleicht Unterstützung leisten und damit eben dem anderen das Leben erleichtern könnte. Wenn man weiß, der andere macht das gern, dann bittet man ja auch leicht um Unterstützung.
Wenn das aber nicht so ist, dann wird es schwieriger. Wenn man nicht zusammen wäre, würde man ja auch alles ohne den anderen hinbekommen, also es gibt eigentlich nichts, wo die praktische Hilfe des Partners wirklich nötig wird. Es geht hier nicht um emotionale Unterstützung oder echte Notlagen, nur um alltägliche Dinge.
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29.08.2011, 11:05
AW: Meine, deine, unsere Bedürfnisse
Lea,
das klingt so, als ob du in Bezug auf deine Beziehung ziemlich unsicher bist. Kann es sein, dass du desöfteren überlegtst was und wieviel du sagen kannst/darfst?
Die beschriebene Situation mit dem Thai-Lokal: Für mich ist das was ganz Alltägliches, Unverkrampftes, dass man seinen Partner mal in neue Geschmackswelten entführt und sagt: "Hey, das Reiscurry mit Huhn, das koche ich doch auch so ähnlich - probiers doch einfach mal". Das hat für micht nichts mit bemuttern zu tun.
Wenn wir nach dem Besuch des Lokals feststellen, dass mein Partner doch nix gefunden hat, was ihm schmeckt - dann gehen wir halt in DIESES Lokal nicht mehr - gibt ja noch viele andere.
Auch die Situation im Möbelhaus habe ich schon so gehandhabt wie du. Als mein Partner und ich noch getrennte Wohnungen hatten, bin ich auch beratend mitgegangen und habe Vorschläge gemacht.
Hast du mal schlechte Erfahrungen gemacht - die dazu geführt haben, dass du jetzt zurückhaltend bist?
Ich meine, wenn man sich in das Leben des Partners nicht "einmischt", dann kann doch gar keine wirkliche Nähe entstehen. Dann würde man ja nur die Freizeit teilen.
Chennai
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29.08.2011, 11:25
AW: Meine, deine, unsere Bedürfnisse
Ist es denn nicht auch ein Vorteil einer Partnerschaft, dass man sich gegenseitig befruchtet (Gerade jetzt gab es da so eine Situation. Ich habe meinen Freund bei einer Besorgung für seine Wohnung begleitet. Seine erste Wahl fand ich nicht berauschend und, naja, statt zu sagen, wenn es dir gefällt, dann kauf’s dir (wie er es macht), habe ich ihn auf eine Alternative hingewiesen, die ich besser fand. Und am Ende hat er das zu sich nach Hause getragen, was mir besser gefiel. Er ist mit dem Kauf wohl durchaus zufrieden. Aber ich bin hin und her gerissen, ob es eigentlich gut war, sich da ungefragt einzumischen. Er ist mein Partner und nicht mein Kind.
) ? So macht man eben mal Dinge, auf die man alleine nie gekommen wäre. Finde ich sehr bereichernd! So was erweitert doch auch den eigenen Horizont, und so, wie ich dann mal Dinge mache/zu Veranstaltungen mitgehe..., so macht mein Partner es umgekehrt ja auch. Das hat doch auch was mit Offenheit und Interesse zu tun, dem Partner gegenüber, aber auch generell dem Leben gegenüber.
Mein damaliger Mann hat seine erste Pizza nur deshalb gegessen, weil ich gerne in dieses Pizza-Lokal wollte. Er wäre alleine nicht dorthin gegangen. Seitdem hatte er ein neues Lieblingsgericht.
Und selbst wenn sich sein (Vor-) urteil bestätigt hätte: was wäre so schlimm daran gewesen?
Umgekehrt denke ich an meinen Besuch bei einem Eishockey-Spiel: Danach konnte ich seine Begeisterung viel besser nachvollziehen.
@ chennai:
Gestaltet doch euer Leben, hofft weniger, macht was ihr wollt.
Aber macht!
ausgeborgt von Uli_F-2009
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29.08.2011, 15:35Inaktiver User
AW: Meine, deine, unsere Bedürfnisse
Lassen wir vielleicht mal die Restaurantgeschichte beiseite, weil die ein ganz fiktives Beispiel war. Beim Essen mute ich meinem Freund sogar rigoros zu, von mir Selbstgekochtes zu essen.
Und auch was neue Erfahrungen angeht, da ist er, bin ich probierfreudig. Aber es gibt halt auch so etliches, damit hat man schon Erfahrungen gemacht. Und festgestellt, das ist nichts, was man wirklich braucht.
Die Kommunikation über das, was man will und was nicht, ist sicher belastet.
Da ist meine Ehegeschichte mit einem extrem unterstützungswilligen Menschen an meiner Seite und dem Wunsch nach insgesamt sehr viel Gemeinsamkeit. Um Hilfe bitten musste ich da eigentlich nie, sondern darum ringen, mal was allein durchzuziehen. Entsprechend ist das für mich sicher ein etwas schwieriges Terrain.
Bei meinem Freund höre ich eher heraus, dass er Schwierigkeiten damit hat(te), nein zu so manchem zu sagen, was er eigentlich nicht wollte. Und es dann auch mal zu überzogenen Reaktionen kam, wo ich denke, das fände ich nun ziemlich übel. Daher kommt wohl auch meine Zurückhaltung, ich will ihn nicht überrumpeln. Ich fürchte, wenn da Widerstand kommt, bin ich schon weit über seine Grenzen hinausgeschossen.
In meinem“ alten“ Leben habe ich gelernt, meine Ellbogen manchmal zu gebrauchen. Jetzt passe ich auf, da nicht als Rambo aufzutreten. Das rechte Maß ist noch nicht gefunden.
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29.08.2011, 16:09
AW: Meine, deine, unsere Bedürfnisse
Das Mittelmaß machts. Zwischen "Rambo" und "darf ich sagen, welches Möbelstück ich hübscher finde?" liegen Welten. Und falls er in dieser Hinsicht ein Mäuschen ist, so musst du nicht auch zu einem werden, um mit ihm glücklich zu sein. Das wäre dann seine Baustelle, nicht deine.
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29.08.2011, 18:03Inaktiver User
AW: Meine, deine, unsere Bedürfnisse
Du sprichst von was anderem als ich. Ich meinte nicht die Trauer, die natürlich für alle gleich schwer ist, sondern die Fähigkeit, den Alltag allein auf die Reihe zu bekommen.
In dieser Hinsicht gibt es durchaus Unterschiede. Wenn der Mann beispielsweise immer für die Steuererklärung, den Autokauf und andere Dinge zuständig war steht manche Frau erst einmal ziemlich hilflos da. Dann hat sie nicht nur mit ihrer Trauer, sondern auch noch mit ganz praktischen Problemen zu kämpfen.
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29.08.2011, 18:43Inaktiver User
AW: Meine, deine, unsere Bedürfnisse
Ich kenne da gewissermaßen zwei "Modelle", wie man als Paar zu den passenden Regelungen kommt.
Man kann sich darauf verständigen, jeder geht jeweils soweit, bis der andere stopp sagt.
Oder man tastet sich in kleinen, vorsichtigen Schritten an das stimmige Miteinander heran.
Im Moment passt Modell 2 besser zu uns. Auf Grund unserer Persönlichkeiten, aber auch wegen unserer jeweiligen Lebenssitutationen hätten wir uns mit Modell 1 wohl schon vor dreieinhalb Jahren gegenseitig in den Wind geschossen.
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29.08.2011, 18:59Inaktiver User
AW: Meine, deine, unsere Bedürfnisse
Jemanden so ganz in das eigene Leben hereinzulassen, bedeutet vielleicht auch, ihm die Verantwortung für bestimmte Dinge zu übertragen. Zu sagen, du kannst das soviel besser als ich, bitte übernimm das für uns beide. Der eine dies, der andere das, nach den jeweiligen Stärken. Das muss nicht auf ewig so festgeschrieben bleiben, das, worum es geht, kann sich verändern. Aber dass es eben immer eine Aufteilung von Lasten zwischen den Partnern gibt.
Das kann das Leben sehr vereinfachen und es gibt dem Partner einen größeren Stellenwert im Leben des anderen. Dahinter steckt ja durchaus auch der Gedanke der Verbindlichkeit, des Vertrauens.
Ich konnte das noch nie gut, Verantwortung für meine Belange wirklich überlassen. Das kam mir bei meiner Trennung sicher zu Gute, der neuen Beziehung steht es vielleicht etwas im Wege.
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31.08.2011, 16:47
AW: Meine, deine, unsere Bedürfnisse
Ein 3. mögliches Beziehungsmodell hast du selbst in deiner eigenen Themenüberschrift stehen.

Ich - Du - Wir. Jeder behält seine Eigenständigkeit und beide gemeinsam bilden das Beziehungs-Wir, so, als wäre es fast wirklich eine zusätzliche, eigenständige, dritte, aber eben gemeinsam gebildete Person.
Er mag den Laden nicht? Aber vielleicht trotzdem den Sonnenschirm? Selbst wenn der Sonnenschirm nur dir wichtig wäre, kann man aus so einem Beschaffungsausflug einen kleinen gemeinsamen Event machen. Man muss nur etwas tüfteln, wie für ihn die Einkaufsfahrt auch spannend werden könnte. Vielleicht gibt es etwas in der Nähe, wo er längst auch mal wieder hin wollte? Dann nimmt man das eben auch ins Programm auf. Ansonsten, gemeinsam Einkaufen kann auch durchaus witzig sein. Egal wo.
Reicht das alles noch nicht? Dann bekommt er danach unter dem Sonnenschirm auf deiner Terrasse dort von dir eben den ersten Eisbecher serviert.aufgewacht und umgezogen: befriendsonline.net




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