Ihr Lieben,
seit 3,5 Jahren lebe ich in einer Beziehung mit meinem Freund, vor etwas über einem Jahr sind wir zusammengezogen. Zuvor waren wir hauptsächlich in meiner Wohnung, er hatte eine größere, allerdings uneingerichtete Eigentumswohnung. Im Februar vergangenen Jahres ist dann meine Tochter komplett zu mir/uns gezogen (zuvor war sie nur an den Wochenenden bei mir). Für 3 war es in meiner Mietwohnung zu eng, so dass wir nach etwas Größerem gesucht haben, seine Wohnung war für 3 Personen aufgrund des Schnitts ungeeignet. Zufällig wurde genau zur Zeit unserer Suche eine perfekte Traumwohnung zum Verkauf angeboten und wir waren richtig glücklich, dass wir (er) sie kaufen konnte/n.
Er ist selbstständig und verdient etwa das Doppelte wie ich. Soviel zu den Grundlagen.
Bislang haben wir den Alltag so bestritten, dass er die direkten Wohnkosten wie Abtrag, Betriebskosten und Strom getragen hat und ich die Heiz-, Telefon und Lebensmittelkosten, darüber hinaus "manage" ich neben meiner Vollzeitstelle den kompletten Haushalt wie Einkauf, Wäschewaschen, und Kochen, einmal in der Woche haben wir eine Hilfe, für die Grundreinigung, die meistens er bezahlt.
Letztlich war es bislang so, dass ich alles, was ich verdient habe wieder in unser gemeinsames Leben investiert habe, so fand ich das auch gerecht, wir haben nicht „aufgerechnet“ und ich hatte kein Problem damit, dass die Wohnung alleine ihm gehört.
Nun ist es aber so, dass er der Meinung ist, ich sei ihm Miete schuldig. Da ich zunächst zu stolz war, dies abzulehnen, habe ich eingewilligt und zahle nun 500 € Miete, zzgl. anderer Kosten wie Telefon und Heizung, insgesamt etwa 850,00 € was mehr als die Hälfte meines Monatsgehalts ist. Darüber hinaus muss ich noch einen Autokredit tilgen und habe natürlich noch „normale“ laufende Kosten, wie Handyrechnung, etc.. Geld für Kleidung oder Sonderanschaffungen für meine Tochter oder mich bleibt nun nicht mehr übrig.
Heute habe ich ihm den Vorschlag gemacht, dass wir von nun an getrennte Kassen führen sollten (für Lebensmittel, etc.), denn ich kann es einfach nicht erschwingen weiterhin alleine für den laufenden Haushalt aufzukommen, wenn ich so hohe Wohnkosten habe.
Hier ist besonders anzumerken, dass ich vor unserem Zusammenzug sagte, ich können nicht viel mehr zahlen als bisher (ca. 500,00 €) und da die Wohnung alleine ihm gehört, spüre ich ein totales Ungleichgewicht in unserer Beziehung außerdem wird mir so die Grundlage genommen, auch selbst etwas anzusparen.
Wie seht Ihr die Situation?
Ich bedanke mich sehr für offene Antworten
Liebe Grüße
W
Antworten
Ergebnis 1 bis 10 von 86
-
25.07.2011, 22:07
finanzielle Ausgeglichenheit - Achtung lang
es ist was es ist...
-
25.07.2011, 23:09
AW: finanzielle Ausgeglichenheit - Achtung lang
Eure Situation ist unausgegoren.
Ohne die Zahlen für Kredit, Nebenkosten, Heizkosten, Lebensmittel zu kennen, ist mein Eindruck, dass euch zu viel ins Blaue experimentiert wird. Dein Freund hat sich scheinbar mit der ersten Regelung benachteiligt gefühlt. Hat er argumentiert und Beispiele gebracht, warum er von dir Miete haben will?
Dann wird ziemlich willkürlich ein Betrag von 500 Euro festgesetzt, aber deine alten Belastungen wie Haushalt und Einkauf bleiben weiterhin erhalten. Jetzt fühlst du dich wiederum benachteiligt.
Es ist ein ewiges Streitthema, auch hier in der Bricom, ob ein Partner für seine ETW Miete verlangen soll. Da wirst du keine endgültige Antwort erhalten. Ihr könnt aber alle Zahlen wie Einkommen, Kredit, Nebenkosten, Strom, Auto, Urlaub auf den Tisch legen und mögliche Zahlungen in Relation zum Verdienst bringen.
Dein Freund schreibt auf, welche Einnahmen er hat und welche Ausgaben, du machst dasselbe. Eine halbwegs gerechte Lösung ist in meinen Augen, wenn euch prozentual gesehen in etwas dasselbe am Monatsende übrig bleibt ohne dass sich ein Partner am anderen bereichert hat."Es ist oft produktiver, einen Tag lang über sein Geld nachzudenken, als einen Monat für Geld zu arbeiten.”
(John D. Rockefeller)
-
25.07.2011, 23:20
AW: finanzielle Ausgeglichenheit - Achtung lang
Genau so.
Zitat von Nocturna;12304296
Dein Freund schreibt auf, welche Einnahmen er hat und welche Ausgaben, du machst dasselbe. Eine halbwegs gerechte Lösung ist in meinen Augen, wenn euch [B
Rundum - sorglos - Paket für Deinen Freund + Miete... das ist dann schon wirklich heavy.
Dass Du wesentlich schlechter dastehst als vorher, obwohl Du weniger verdienst, kann nicht richtig sein.
Dafür hast Du jetzt mehr Hausarbeit...
-
26.07.2011, 00:13
AW: finanzielle Ausgeglichenheit - Achtung lang
Danke für Eure Antworten,
ich weiß, dass es wirklich nicht einfach ist, die Situation von außen zu erfassen, das ist es nicht mal von innen... und dich suche auch nicht nach mitleidigen Bestätigungen, dass ich das nicht mit mir machen lassen sollte...
Fakt ist, dass das Geschäft meines Partners nicht mehr so gewinnbringend läuft wie zu der Zeit, als wir die Wohnung kauften und er sich deshalb von mir mehr direkte finanzielle Unterstützung wünschte. Aus diesem Grund habe ich auch einen Kredit über 10.000 € aufgenommen, um eine dringende Anschaffung für die Wohnung zu tätigen, Meine Freunde und Familie haben die Hände über dem Kopf zusammengeschlagen, da ich natürlich keinerlei Sicherheiten hatte, außer meiner unbefristeten Anstellung im öffentlichen Dienst
Für mich war auch das okay nur mittlerweile muss ich mich wirklich "krumm" machen, um allen Verpflichtungen nachzukommen, genau wie er, allerdings mit dem Unterschied, dass er am Ende Eigentümer eine schicken Immobilie ist und ich nichts habe. Wenn wir zusammenbleiben ist das auch kein Problem, wenn aber nicht, habe ich alle Reserven, die ich für die Zukunft meiner Tochter und mich hätte anlegen können, zugunsten eines anderen investiert und allein diese Möglichkeit, lässt mich zweifeln, dass ich gerade richtig handele.
Nur ist es schwer, mich so zu verhalten als stünde die Trennung kurz bevor, dieses Argument ist für ihn leider nicht nachvollziehbar...es ist was es ist...
-
26.07.2011, 00:34Inaktiver User
AW: finanzielle Ausgeglichenheit - Achtung lang
Wenn, dann bezahl das nicht als Miete sondern als Abtrag für die ETW und lass Dich anteilig mit ins Grundbuch eintragen, ich denke mal mit 500 Euro finanzierst Du fast die Hälfte der Belastungen und stehst womöglich nach x Jahren mit leeren Händen da und hast im die ETW finanziert.
-
26.07.2011, 00:43
AW: finanzielle Ausgeglichenheit - Achtung lang
Zumindest gehört dir dann das Teil, was dafür angeschafft wurde. Aber vorsicht mit jedem weiteren Kredit
Ihr solltet euch in aller Ruhe hinsetzen und alle Kosten aufdröseln. Denn, wie du schreibst, kommst du ja auch für die Heizkosten auf. Da steckt überhaupt kein System drin.Für mich war auch das okay nur mittlerweile muss ich mich wirklich "krumm" machen, um allen Verpflichtungen nachzukommen, genau wie er, allerdings mit dem Unterschied, dass er am Ende Eigentümer eine schicken Immobilie ist und ich nichts habe. Wenn wir zusammenbleiben ist das auch kein Problem, wenn aber nicht, habe ich alle Reserven, die ich für die Zukunft meiner Tochter und mich hätte anlegen können, zugunsten eines anderen investiert und allein diese Möglichkeit, lässt mich zweifeln, dass ich gerade richtig handele.
Nur ist es schwer, mich so zu verhalten als stünde die Trennung kurz bevor, dieses Argument ist für ihn leider nicht nachvollziehbar...
Es ist durchaus in Ordnung, dass du für dich und für deine Tochter eine Miete zahlst und auch euren Teil der Nebenkosten übernimmst.
Dafür müssten die aber genau aufgelistet sein.
Dass du jetzt darüber nachdenkst, was letzendlich aus dir und deiner Tochter wird. spricht für dich. Das ist in meinen Augen überhaupt nicht falsch.
Wenn deine Tochter jetzt ganz bei dir wohnt, steht dir ja auch das Kindergeld zu.
Das fällt mir ganz spontan dazu ein.
Gute Nacht
lissieGeändert von lissie15 (26.07.2011 um 15:02 Uhr) Grund: wichtiges Wort vergessen
Das Chaos will anerkannt, will gelebt sein
ehe es sich
in eine neue Ordnung bringen lässt.
Hermann Hesse
-
26.07.2011, 00:47
AW: finanzielle Ausgeglichenheit - Achtung lang
Das Chaos will anerkannt, will gelebt sein
ehe es sich
in eine neue Ordnung bringen lässt.
Hermann Hesse
-
26.07.2011, 07:56Inaktiver User
AW: finanzielle Ausgeglichenheit - Achtung lang
Na ja, das mit dem Eintrag ins Grundbuch ist wohl etwas verwegen, oder ? Wenn ich Miete zahle, erwerbe ich ja auch beim Vermieter keinen Anspruch auf Grundbucheintrag. Abgesehen davon, wäre die TE bei allen Reperaturen/Renovierungen, sowie bei der Kreditsicherung mit im Boot.
Ich schließe mich Nocturna an. Die Fakten müssen auf dem Tisch. Warum wird das so gut wie nie vor einem Zusammenzug angesprochen ? Werde ich nie begreifen, aber gut, hilft jetzt auch nicht weiter.
Ist halt eine zweischneidige Sache. Mein Ex-Mann hat mit mir auch für umme in meinem Haus mitgewohnt. Abgezahlt habe ich es alleine, stehe auch alleine im Grundbuch. War ok, ist vorbei, aber ich würde das heute nicht mehr machen denke ich. Zumindest die Miete für eine Zwei-Zimmer-Wohnung (die er ohne mich bewohnt hätte), wäre wohl angemessen gewesen. Aber damals war das für mich in Ordnung, war nie ein Thema. Er hat sich nicht geweigert zu zahlen oder hat irgendwelche Ansprüche gestellt während der Ehe. Nur nach der Trennung meinte er allen Ernstes, er hätte ein Anrecht auf das Haus....
Gruß, ElliGeändert von Inaktiver User (26.07.2011 um 08:04 Uhr)
-
26.07.2011, 08:51
AW: finanzielle Ausgeglichenheit - Achtung lang
Hallo zusammen,
ich bin ja erklärtermaßen auch kein Freund von Mietzahlungen in einer Beziehung. Aber hier kommt es mir auch so vor, als liefe etwas schief. Der Beschluss, die Wohnung zu kaufen, ist ja gemeinschaftlich gefallen. Und selbst wenn der Freund durch eine vorhanden ETW und höherem Einkommen mehr zum Abtrag beiträgt, hätte ich mir in so einem Fall auch einen Anteil an der Wohnung gewünscht, verbunden mit der Bereitschaft, mich im entsprechenden Rahmen auch an der finanziellen Belastung zu beteiligen.
Einer zahlt die Wohnung ab und der andere kommt für die laufenden Kosten auf, empfinde ich auch als längerfristig ungerecht, es sei denn, der Partner hat die Wohnung schon mit in die Beziehung eingebracht und bisher auch alleine abbezahlt.
Wenn ich zusammen eine ETW kaufe, dann ist das doch schon ein Bekenntnis zu einer auf Dauer angelegten Beziehung. Und dann sollte auch das Finanzielle entsprechend geregelt sein. Ich würde auch mal alles vorhandene Einkommen zusammenrechnen und die Ausgaben dagegenhalten und gemeinsam überlegen, wie eine faire Lösung aussehen könnte.
Gruß,
MalinaDu hast mein Klagen in Tanzen verwandelt. (Psalm 30)
-
26.07.2011, 09:03
AW: finanzielle Ausgeglichenheit - Achtung lang
Stimme dem zu, was Malina schreibt.
Und: Wenn für mich und Tochter nichts mehr übrig bleibt, liegt was schief. Dann muß der Wohnkostenanteil rapide!!! gesenkt werden. Heißt unter Umständen auch, ausziehen und was kleineres suchen.


Zitieren

