Hallo!
Habe grade einen Teil einer Dokumentation gesehen, wo es um Carl Gustav aus Schweden geht - ihr wisst schon, den König. Vor kurzem gab es den Skandal, wo er nachts in irgendwelche Stripteaselokale gegangen ist. Für Schweden ist es halt schlimm gewesen, weil Schweden sehr emanzipiert ist und Ausbeutung von Frauen eben gar nicht geht. Ansonsten ist man wohl sehr gnädig mit ihm verfahren, so nach dem Motto - kann ja jedem Mal passieren. Und diverse Gründe eben dargelegt, dass er's ja nicht einfach hatte und so weiter. Zur Affäre, die er in den 90ern mal mit einer Sängerin aus Schweden hatte, sagt sie, dass sie das toll fand, dass er eben nochmal Gas geben wollte, bevor er dann wieder normal wird und weiter mit seiner Familie lebt. Auch zu den Stripteaselokalbesuchen kommen dann so Äußerungen, dass er eben ein lebenslustiger Mensch sei, wo man sich eher ernsthaft Gedanken machen müsse, wenn er keine Stripteaselokale besuche.
Auch wenn ich an die Hamburg-Mannheimer denke, die ihren Mitarbeitern zur Belohnung und zum weiteren Ansporn eine hübsche Auswahl Prostituierter auftischen, wird mir übel. Wenn ich mir vorstelle, ich habe einen Mann, der für ein solches Unternehmen arbeitet...
Generell interessiert mich eure Lebensweise dazu. Wie verhält es sich in euren Beziehungen mit der Lebenslust?
Bei uns ist es eindeutig so, dass mein Partner auch ein lebenslustiger Mensch ist, der gerne und bei jeder Gelegenheit flirtet. Ich bin eher durch schlechte Erfahrungen mit Männern geprägt und kriege total den Hass. Nicht nur dass ich eifersüchtig bin und keine Lust habe irgendwann zu hören zu kriegen: "Du Schatz, es tut mir sooo leid. Aber es hat sich halt so ergeben. Das hat aber doch nun wirklich nichts mit dir zu tun." Ich fühle mich erheblich benachteiligt, weil meinem Partner das alles so einfach gelingt und ich in meinem inneren Gefängnis hocke. Ich versuche, ihn immer auf den Boden zurückzuholen. Letztenendes ersticke ich noch jede Lebensfreude in meinem Mann, wofür ich mich dann wieder hasse.
Wie sollte es z. B. aussehen, wenn einer gerne Gäste zu Hause hat, der andere sich aber abgrenzen möchte. Wir haben nur eine Wohnung, aber auch in einem Haus könnte man sich nicht wirklich aus der Affäre ziehen. Denn es wird selbstverständlich "verlangt", dass der Partner auch anwesend ist, sich blicken lässt bzw. man kann nicht so leben, wie man es gerne möchte, weil grade das Wohnzimmer belegt ist, mal abgesehen vom Geräuschpegel und der Ablenkung. Es lenkt mich schon sehr ab, wenn mein Partner nur am Telefon hängt. Ausgehen kostet in der Regel extrem viel Kohle, was wir nicht haben. Und abgesehen davon, habe ich mittlerweile so wenig Vertrauen zu meinem Partner, dass ich ihn alleine losziehen lassen könnte, ohne den Gedanken, dass er sich eine Chance zum Seitensprungsuche entgehen lässt.
Wie gestaltet man das Zusammenleben denn nun am Besten? Wie kann man sich denn im gesunden Ausmaß separieren, um noch irgendwie sowas wie ein eigenes Leben haben zu können? Wie macht ihr das? Wie gestaltet ihr eure Partnerschaft? Habt ihr feste Pläne, also z. B. Do Abends geht jeder für sich aus, Fr nachmittag wird zusammen eingekauft...
Langsam frage ich mich, was mir eine Partnerschaft eigentlich so bringt, außer, dass man eben im Notfall mal jemanden hat, der einem die Wäsche ins Krankenhaus bringt.
Ich meine so gesehen, lebt da nicht jeder eigentlich alleine in einer Partnerschaft? Jeder guckt heutzutage, dass er soviel wie möglich vom Leben mitholen kann? Und wenn er das nicht darf, ist der Partner eine Spaßbremse? Wie soll man denn da noch Nähe zulassen können? Oder kann ich nicht damit umgehen, dass ich eben mittlerweile nur die Alte bin während ringsum das aufregende verlockende Leben tobt?
Wäre es gesünder, einfach getrennt zu leben und ab und zu nen Kaffee trinken zu gehen? Ich meine, dann könnte sich der Partner austoben und machen wozu er Lust hat. Ich sehe es selber ja irgendwie nicht ein, dass mein Mann auf all das Schöne im Leben verzichten soll, weil ich damit nicht klar komme und ich denke schon lange über eine Trennung nach, weil ich das Gefühl habe, seinem Lebensglück nur im Weg zu stehen.
Hinzu kommen ein paar Probleme im Sexualbereich dazu. Ein anatomisches Problem bei meinem Mann führt zu Problemen beim Sex. Sein Penis ist normal groß, aber stärker gekrümmt. Der Hausarzt hat ihn schon gefragt, wie Sex überhaupt damit möglich wäre. Es geht schon, in einer Stellung, aber nicht ohne Schmerzen. Daher hält sich die Begeisterung mit mir zu schlafen in Grenzen. Da ist der PC mit den hübschen Frauen seine erste Wahl. Da er eben auch lebenslustig und kontaktfreudig ist, flirtet er viel - und all das zusammen, und auch dass ich eben wenig bis gar keine Bestätigung bei anderen Männern finde, lässt mich sehr frustriert zurück. Die Situation hat über die ganzen Jahre wahrscheinlich ziemlich viel kaputt gemacht bei uns. Über eine OP ist nachzudenken. Doch ob die Kasse das zahlt... Danach steigt meine Angst sicherlich, dass er fremdgeht. Denn ich habe oft das Gefühl, dass er nur bei mir bleibt, weil er Angst davor hat, eine andere Frau (die natürlich bereits andere Männer vor ihm hatte) würde ihn auslachen.
Mein Mann ist sehr aufmerksam und lieb und wir kuscheln auch viel und er sagt, er findet mich attraktiv. Aber irgendwie sind da viele Zweifel bei mir. Auch fehlt mir wohl mittlerweile doch ein erfülltes Sexuelleben und ich ertappe mich, dass ich mir wünsche, mal so richtig befriedigend durchgenagelt zu werden. Denn wenn wir mal miteinander schlafen, dauert es halt auch nicht so lange. Er hat tierisch Komplexe, weil der Penis nicht übermäßig dick ist und ich angeblich nichts merken könne beim Sex.
Die Gesamtsituation sollte sich endlich mal ändern. Vor der OP hat man natürlich auch Angst. Er hat auch einen Arbeitgeber, der extrem kleinlich ist bei Krankenscheinen. Der nutzt ihn nämlich auch nur aus, damit er nicht selber so viel arbeiten muss. Doch für meinen Mann ist das so auch kein Leben. Er hat wohl auch Angst, dass ich bald sitzen lasse. Und womöglich ist er bei mir "gefangen", obwohl er lieber was hübscheres, blonderes hätte oder sich mal austoben möchte sexuell wie auch immer...
Ich hoffe, dass der ein oder andere bis zum Schluss meines Textes durchgehalten hat...
Grüße
Knuffeltierchen
Antworten
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26.05.2011, 13:20Inaktiver User
Lebenslust und Lebensfrust in einer Beziehung
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26.05.2011, 13:34
AW: Lebenslust und Lebensfrust in einer Beziehung
Uff.
Liebst Du Deinen Mann?
Warum bist Du so eifersüchtig?
Fühlst Du Dich wohl im Leben?
Ich will nur mal einen Punkt aufgreifen. Wir haben zwar ein Haus, aber man kann sich hier auch relativ schlecht zurückziehen. Meistens haben wir GEMEINSAM Besuch. Wenn aber doch einer von uns Männer- bzw. Weiberabend hat, trifft der andere sich also entweder mit jemand anderem oder zieht sich mit Laptop und Buch ins Schlafzimmer zurück.
Man kann sich das Leben wirklich selbst schwer machen.
Bis auf Weiteres a.D.
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26.05.2011, 13:50
AW: Lebenslust und Lebensfrust in einer Beziehung
Hallo knuffeltierchen,
zu deinen konkreten Fragen:
Ich war und bin ein lebenslustiger Mensch,
und daran hat auch meine Partnerschaft nichts geändert, im Gegenteil.
Ich kann alles tun, was ich auch vorher getan habe,
nur mit dem Unterschied,
dass ich a) jemanden habe, mit dem ich die unternehmungen (und die Erinnerungen daran) teilen kann
oder b) jemanden, der dann daheim auf mich wartet, dem ich berichten, mich darüber austauschen oder einfach nur bei ihm "ins Nest schlüpfen" kann, wenn es sehr anstrengen, aufregend oder- soll ja auch vorkommen-
erschöpfend war, und ich jemanden zum quatschen, anlehnen oder einträchtig schweigen brauche.
Das alles hatte ich ja vorher als Single nicht, da hatte ich auch meinen Spaß,
aber irgendwann kam der Punkt, da kehrte man dann ja doch in seine vier Wände zurück- und war allein.
Selbstverständlich gibt es heute keine Mäbnnerbekanntschaften mehr.
Aber nicht, weil ich das nicht "darf",
sondern wozu sollte ich????
An diesen hatte ich doch nur Interesse, weil ich keinen Partner hatte.
Irgendwelche flüchtigen Kontakte waren ja nur die Notlösung, bzw. beinhalteten die ernsthafteren den Wunsch, es möge evtl. doch mehr draus werden.
Und dieses "mehr" ist ja jetzt seit Jahren so, von daher brauch ich da nicvht mehr drum zu "kümmern",
was ich als sehr entspannend empfinde und überhauptnicht als Verzicht oder gar Verlust.
---
Soviel zu meinem Beziehungsverständnis und meiner persönlichen Situation,
die sich von der deinen offenbar um WELTEN unterscheidet.
Was mir bei dir entgegenspringt ist ja echt die pure Angst
Angst er könne dich verlassen, Angst er könne dich betrügen, Angst er könne mit anderen Kerlen auf Bumstour gehen, Angst dass er eigentlich ne ganz andere als dich will, Angst dass euer Sexleben sich (evtl durch den Eingriff) erholt,
und er dann erst richtig auf den Geschmack kommt,
Angst dass sich etwas ändert, Angst dass alles bleibt wie es ist.
Du hast dich gedanklich in eine ziemlich ausweglos erscheindende Zwickmühlensaituation manövriert.
Welche Lösung auch immer es geben könnnte, schürt das bei dir dann sofort die nächste Sorge.
Wie kommst du darauf, deinem mann soviel "schlechtes" zu ungterstellen??
Ist das nur in deinem Kopf?
Ein Denkschema, geschürt von (zugegeben, heftigen und an unserer Spezies im allgemeinen und Männern im vbesonderen schwere Zweifel hervorrufenden) Medienberichten,
Pauschalurteilen darüber, dass Männer eh nur an das eine denken und sich nicht im Griff haben, Minderwertigkeitsgefühlen deinerseits-
die jede neue Info solange modellieren, bis sie in dein negatives Gesamrtkonzept passt, und alles noch schlimmer und trostloser erscheinen lässt?
Oder gab/gibt es konkrete Anlässe dafür,
dass dein Mann dich so sieht und ihm nicht zu trauen ist,
dass du kaum noch ein gutes Haar an dir, ihm, euch beiden und Partnerschaften allgemein lassen magst?
Mensch, knuffeltierchen,
ganz im Ernst-
das alles klingt gar nicht gut.
Ganz und gar nicht !
---
In der Wut verliert der Mensch seine Intelligenz.
Dalai Lama
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26.05.2011, 22:06
AW: Lebenslust und Lebensfrust in einer Beziehung
Ach Knuffeltierchen, las dich mal knuffeln

Ich kann deine Ängste sehr gut verstehen, denn manchmal denke ich wie du
Mein Mann kann auch besser vor dem PC als in mir, weil es mit mir sooo anstrengend ist aber der Druck muss ja weg .
Dann denke ich mir : Und was mache ich? Soll ich mir jetzt einen Lover suchen? Mein Druck muss auch weg und ein Dildo reicht mir leider nicht. (Er will spannender weise auch nicht das ich einen besitze
)
Das ist das größte Problem. Ich vertraue ihm nun nicht mehr und denke immer wenn wie uns arbeitsbedingt eine Woche nur flüchig sehen, das er sich selbst befriedigt während ich auf der Strecke bleibe.
Er ist eher der ruhige Typ und ich bin die Aktive. Wenn ich Besuch habe ist er eben nicht dabei. Es kränkt mich jedoch, wenn wir eingeladen sind und er kommt nicht mit.
er ist am Pc zu Hause. Er kann den ganzen Tag dort verbringen,das war sein Zeitvertreib bevor wir uns kannten und er liebt es. Mich macht das wahnsinnig, weil ich mit ihm zu Hause bin, er aber für mich nicht ansprechbar ist und ich seine Bekannschaften dort nicht kenne. Dann frage ich mich warum ich eigentlich mit ihm zusammen bin. Wenn er mir das was ich brauche nicht geben kann: Gesellschaft und Miteinander.
Wir haben über diese Dinge gesprochen und vieles ist nun geklärt, auch wenn ich hier in der Gegenwart geschrieben habe. Doch es gibt immer noch Frust und Lust in unserer Beziehung.Sich selbst bekriegen ist der allerschwerste Krieg
Sich selbst besiegen ist der allegrößte Sieg
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26.05.2011, 22:40
AW: Lebenslust und Lebensfrust in einer Beziehung
Irgendwie habe ich beim Lesen den Eindruck gewonnen, daß Du deine eigenen Wünsche auf Deinen Partner projezierst.
......das sind die zentralen Punkte.Liebst Du Deinen Mann?
Warum bist Du so eifersüchtig?
Fühlst Du Dich wohl im Leben?
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28.05.2011, 07:03
AW: Lebenslust und Lebensfrust in einer Beziehung
Hallo,
bin 20 Jahre verheiratet, Scheidung steht an.
Was Du über ausgehen/Gäste/Kontakte schreibst, war auch bei uns oft ein Stolperthema.
Mein Mann hat aufgrund einer psychischen Krankheit den Drang, sich abzukapseln. Über jeden Urlaub mussten wir lange diskutieren, ob es überhaupt nötig ist. Besuche waren ihm immer lästig, obwohl er jederzeit die Gelegenheit hatte (und sie zeitweise nutzte) um sich zurückzuziehen. Ausgagangen bin ich regelmäßig alleine bzw. mit Freundinnen. Es war über weite Strecken für beide Seiten ok.
Es begann, nicht mehr ok zu sein, als er mithalten wollte. Wenn er die Fahrradtour unbedingt mitmachen wollte und dann mittendrin schlappmachte. Wenn wir ins Theater wollten und kurz vor dem Losfahren überlegte er es sich anders. Wenn wir Freunde besuchten und er auf dem Rückweg miese Laune wegen Überforderung hatte. Wenn man geplant hatte, einen Nachmittag zu bleiben und nach einer Stunde wieder aufbrechen muss. Das alles förderte meinen Frust. Ich dachte dann oft: Wäre er liebe zu Hause geblieben, hätte ich meinen Spaß gehabt. Und ich begann mir zu wünschen, er möge von vornherein zu Hause bleiben.
Sexuell lief auch bei uns zeitweise Null, wegen der Medikamente, die er nahm. Das war mein geringstes Problem. Aber ich hatte oft den Eindruck, dass er versucht, mich auf andere Weise zu befriedigen, weil er denkt, das gehöre zum Paarsein dazu und er tut etwas, bevor ein anderer auf die Idee kommt.
Ich weiß, dies ist eine extreme Variante unterschiedlicher Einstellungen zum Leben. Hilft Dir wahrscheinlich nicht weiter. Wollte Dir nur mitteilen, dass Du nicht alleine bist.
Grüßle,
H.Alles im Leben hat seine Zeit: das Weinen und auch das Lachen.
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28.05.2011, 09:47Inaktiver User
AW: Lebenslust und Lebensfrust in einer Beziehung
Mein erster Gedanke zum Freizeit- Lebe- und Flirtverhalten: Ihr seid verdammt unterschiedlich.
Der Rest bedingt sich vielleicht daraus.
Dein Anliegen ist sehr komlex und man weiß gar nicht so recht, wo man anfangen sollen. Deswegen auch wahrscheinlich eher wenige Antworten für dich.
Puhhhhhh, ich glaube es ist ganz schwierig, wenn zwei solch unterschiedliche Temparamente aufeinandertreffen.
Es gibt ja dieses Sprichwort. Gegenpoole ziehen sich an. Meiner Meinung nach ist das immer nur sehr kurzfristig. Langfristig bin ich mit: Gleich und gleich, gesellt (um mal bei den schnöden Sprichworten zu bleiben) sich besser gefahren.
Prinzipiell lebe ich in einer Beziehung, in der ganz viel Besuch kommt, wir sehr viel unternehmen, ständig das Telefon klingelt, wir weggehen, getrennt und zusammen, nun Kinder hochziehen. Hier lebt und kracht es. Seit Anfang an.
Ruhigere Zeiten leuten wir dann auch gemeinsam ein. Da wird dann irgendwo beschlossen: Dieses Wochenende ist nur für uns.....
Und sollte es mal unterschiedlich sein (das kommt auch vor) lasse ich meinen Mann auch gerne ein Wochenende alleine zum Konzert oder wo auch immer hinfahren.
Wäre einer von uns auch nur etwas ruhiger, wäre es verdammt schwierig.
Was soll man dir sagen ? Dir geht es nicht gut, nimm das ernst.....Geändert von Inaktiver User (28.05.2011 um 09:50 Uhr)
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28.05.2011, 11:59Inaktiver User
AW: Lebenslust und Lebensfrust in einer Beziehung
Hallo!
Also, das überlege ich auch dauernd, ob wir überhaupt zusammenpassen? Mein Mann sagt natürlich jajajajajajajaja, natürlich passt das. Eben weil ich ihm eine gewissen Ruhe gebe und er irgendwie bei mir sein zu Hause hat und auftanken kann. Jedenfalls, wenn ich nicht grad meinen hysterischen Anfall habe, entweder wegen PMS (der Sache muss ich noch auf den Grund gehen) oder weil ich meine Bedürfnisse zu wenig kenne und nicht nach ihnen lebe und daher irgendwie unglücklich bin. Das Leben zieht an mir vorbei. Aber da ich psychisch auch nicht auf der Höhe bin, physisch wohl ebenfalls nicht durch miese Ernährung und drinnen sitzen, keine Ahnung bin ich wohl überall schnell überfordert. Ich kann oft die einfachsten Dinge nicht erledigen aus Entscheidungsmangel (bloß nix falsch machen, weil dann wieder jemand sauer mit mir ist oder ich komischerweise immer das falsche mache).
Mein Mann ist ein lebhafteres Kerlchen, der gerne Kontakte hat und macht. Das geht bei ihm auch ruckzuck. Und er hat richtig Energie. In letzter Zeit wohl auch nicht mehr so sehr, wohl auch wegen Ernährungsmängeln mittlerweile?!
Jedenfalls lernt er dann auch viele hübsche Frauen kennen und flitet dann natürlich auch viel. Während ich zu Hause hocke und gar nichts in der Richtung vorweisen kann. Er versucht sich mittlerweile zurückzunehmen, weil ich von seiner Energie tatsächlich überfordert bin. Aber das kann's auch nicht sein. Beim letzten Streit ist er richtig zusammengebrochen, weil er mich nicht verlieren möchte. Aber ich weiß nicht, wie ich psychisch all diese Unterschiedlichkeiten ausgleichen soll? Die Frage ist oft, warum wir überhaupt zusammen sind. Es ist zwar schön, täglich so nebeneinander herzuleben. Aber was für eine Beziehung ist das? Kann ich selbst überhaupt eine andere Beziehung führen?
Ich überlege, wie ich selbst mehr leben könnte. Aber da liegt vielleicht auch das Problem. Schätze ich habe den Punkt immer noch nicht überwunden, dass ich mich sehr schnell ausnutzen lasse, weil der andere ja doch ein netter Kerl ist und es ja nicht böse meint, wenn ich den ganzen Haushalt alleine machen muss. Immerhin arbeitet er ein wenig mehr als ich. Nur denke ich würde sich an der Situation auch nix ändern, wenn ich vollzeit arbeiten würde. Das ist das Problem. Er tut auch unheimlich viel für mich. Z. B. hat er letztens bei meinem AG angerufen als ich ins KH musste, hat den Krankenschein vorbeigebracht und hat mein neues bevorzugtes Mineralwasser überall gesucht. Er hat sich auch angeboten, beim Spülen zu helfen. Viermal ca. hat er's dann auch gemacht, aber er hat nicht wirklich Lust dazu.
Doch das Grundproblem liegt in mir selber. Ich habe mich vorher schon so extrem zurückgezogen und war von anderen Menschen sehr schnell überfordert. Ich denke, wenn man als Kind mal missbraucht wurde, ist man einfach nicht mehr so locker drauf. Da beneide ich ihn als Mann z. B., der es genießt, je mehr Frauen er um sich herum hat. Ich fühle mich von Männern oder überhaupt von anderen eher bedroht und bin dann traurig, dass ich in meinen vier Wänden mein Dasein friste, wo andere rausgehen und ihr Glück machen.
Aber das ist ein anderes Thema. Die große Frage ist, wie kann man eine Beziehung glücklich leben, wenn die Unterschiede so groß sind? Und meine Eifersucht z. B. vielleicht geringer ausfallen würde, hätte ich ein eigenständigeres Leben. Ich möchte auch nicht, dass er sein ganzes Leben "verpasst" nur wegen mir. Getrennte Wohnungen wären für uns finanziell überhaupt nicht machbar. Möglicherweise hätte ich da auch gar keine Ruhe, wen er da wohl alles mit hinschleppt.
LG
Knuffeltierchen
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28.05.2011, 12:19Inaktiver User
AW: Lebenslust und Lebensfrust in einer Beziehung
Mir scheint, du fühlst dich von deinem Mann auch bisschen überrannt. Er scheint nochmal genau aufzuzeigen, wo du meinst, deine eigenen Schwachpunkte zu haben.
Dafür kann er nichts und du genauso wenig.
Es lohnt sich natürlich genau hinzugucken, wo genau das Problem liegt, obwohl du es meiner Meinung nach schon sehr gut ausformuliert hast.
Bist du grundsätzlich so und versuchst dich zu sehr anzupassen? (und du bist gut und richtig, so wie du bist, wie wir alle)
Wie lange seit ihr verheiratet ? War das immer schon so bei dir/ bei euch )
Darf ich mal fragen, wer hier sauer auf dich ist ?
Das hier ist eigentlich eine für mich zu schnell benutzte Frage, aber ich stelle sie dir trotzdem: Hast du schonmal an einer Gesprächstherapie gedacht, um all die Knoten für dich zu lösen ?Ich kann oft die einfachsten Dinge nicht erledigen aus Entscheidungsmangel (bloß nix falsch machen, weil dann wieder jemand sauer mit mir ist oder ich komischerweise immer das falsche mache).
Ein öffentliches Forum, wie dieses hier, wird deine Probleme nicht lösen können. Hier sitzen keine Experten.
Aber um das Herz mal zu erleichtern, ist es allemal gut...Geändert von Inaktiver User (28.05.2011 um 12:25 Uhr)
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28.05.2011, 23:27Inaktiver User
AW: Lebenslust und Lebensfrust in einer Beziehung
Lebenslust ist sehr wichtig.
Durch die Kontrolle wirst Du ihn aber nicht abhalten können, wenn er es wirklich wollen sollte.Bei uns ist es eindeutig so, dass mein Partner auch ein lebenslustiger Mensch ist, der gerne und bei jeder Gelegenheit flirtet. Ich bin eher durch schlechte Erfahrungen mit Männern geprägt und kriege total den Hass. Nicht nur dass ich eifersüchtig bin und keine Lust habe irgendwann zu hören zu kriegen: "Du Schatz, es tut mir sooo leid. Aber es hat sich halt so ergeben. Das hat aber doch nun wirklich nichts mit dir zu tun." Ich fühle mich erheblich benachteiligt, weil meinem Partner das alles so einfach gelingt und ich in meinem inneren Gefängnis hocke. Ich versuche, ihn immer auf den Boden zurückzuholen. Letztenendes ersticke ich noch jede Lebensfreude in meinem Mann, wofür ich mich dann wieder hasse.
Ich finde es relativ normal, dass man auch mal Freunde/Bekannte/Familie einlädt gemeinsam mit dem Partner. Ich würde nicht "verlangen", dass mein Partner dabei ist, ich würde ganz einfach davon ausgehen.Wie sollte es z. B. aussehen, wenn einer gerne Gäste zu Hause hat, der andere sich aber abgrenzen möchte. Wir haben nur eine Wohnung, aber auch in einem Haus könnte man sich nicht wirklich aus der Affäre ziehen. Denn es wird selbstverständlich "verlangt", dass der Partner auch anwesend ist, sich blicken lässt bzw. man kann nicht so leben, wie man es gerne möchte, weil grade das Wohnzimmer belegt ist, mal abgesehen vom Geräuschpegel und der Ablenkung. Es lenkt mich schon sehr ab, wenn mein Partner nur am Telefon hängt. Ausgehen kostet in der Regel extrem viel Kohle, was wir nicht haben. Und abgesehen davon, habe ich mittlerweile so wenig Vertrauen zu meinem Partner, dass ich ihn alleine losziehen lassen könnte, ohne den Gedanken, dass er sich eine Chance zum Seitensprungsuche entgehen lässt.
Ausgehen kann auch extrem wenig Geld kosten, kommt eben drauf an was man macht. Man kann z.B. mit denselben Dingen, die man zuhause essen würde ein Picknick machen.
Liebst Du Deinen Mann? Wenn ja, dann willst Du auch, dass es ihm gut geht, dazu gehört vertrauen.
Def. gibt es feste Pläne. Momentan führe ich eine Fernbeziehung, da plant man dann noch mehr, aber auch schon vorher gab es fixe Termine, an denen z.B. ich oder er feste Termine (Hobby etc.) hatten. Genauso haben wir gemeinsames Einkaufen festgelegt und gemeinsame Termine mit Freunden, Bekannten und Familie geplant.Wie gestaltet man das Zusammenleben denn nun am Besten? Wie kann man sich denn im gesunden Ausmaß separieren, um noch irgendwie sowas wie ein eigenes Leben haben zu können? Wie macht ihr das? Wie gestaltet ihr eure Partnerschaft? Habt ihr feste Pläne, also z. B. Do Abends geht jeder für sich aus, Fr nachmittag wird zusammen eingekauft...
Ich glaube Du hast eine falsche Vorstellung von Partnerschaft. Ich kann nur dann glücklich in einer Partnerschaft sein, wenn ich auch alleine glücklich sein könnte.Langsam frage ich mich, was mir eine Partnerschaft eigentlich so bringt, außer, dass man eben im Notfall mal jemanden hat, der einem die Wäsche ins Krankenhaus bringt.
Wie kommst Du darauf? Grade wenn man gemeinsame Dinge plant etc. dann tut man eigentlich in einer Partnerschaft einiges zusammen, was aber nicht heißt, dass man kein selbstständiger Mensch mehr sein kann.Ich meine so gesehen, lebt da nicht jeder eigentlich alleine in einer Partnerschaft? Jeder guckt heutzutage, dass er soviel wie möglich vom Leben mitholen kann?
Was sollte man denn nicht "dürfen"?Und wenn er das nicht darf, ist der Partner eine Spaßbremse?
Indem man liebt und vertraut.Wie soll man denn da noch Nähe zulassen können?
Es geht beides. Ich liebe meinen Mann mit dem ich seit über einem Jahrzehnt zusammen bin über alles, aber ich nehme natürlich auch das Leben um mich herum wahr. Das eine schließt doch das andere nicht aus.Oder kann ich nicht damit umgehen, dass ich eben mittlerweile nur die Alte bin während ringsum das aufregende verlockende Leben tobt?
Es mag Menschen geben für die das das Richtige wäre.Wäre es gesünder, einfach getrennt zu leben und ab und zu nen Kaffee trinken zu gehen?
Woher meinst Du zu wissen worauf Dein Partner Lust hat?Ich meine, dann könnte sich der Partner austoben und machen wozu er Lust hat.
Was ist mit Deinem Lebensglück? Und nochmal woher meinst Du zu wissen was Dein Mann will? Sind das Tatsachen oder Interpretationen von Dir?Ich sehe es selber ja irgendwie nicht ein, dass mein Mann auf all das Schöne im Leben verzichten soll, weil ich damit nicht klar komme und ich denke schon lange über eine Trennung nach, weil ich das Gefühl habe, seinem Lebensglück nur im Weg zu stehen.
Es gibt ja auch noch andere sexuelle Möglichkeiten.Hinzu kommen ein paar Probleme im Sexualbereich dazu. Ein anatomisches Problem bei meinem Mann führt zu Problemen beim Sex. Sein Penis ist normal groß, aber stärker gekrümmt. Der Hausarzt hat ihn schon gefragt, wie Sex überhaupt damit möglich wäre. Es geht schon, in einer Stellung, aber nicht ohne Schmerzen. Daher hält sich die Begeisterung mit mir zu schlafen in Grenzen.
Das ist doch ein Ansatzpunkt. Fokus auf Dich und kläre für Dich wie Du glücklich werden könntest.Da ist der PC mit den hübschen Frauen seine erste Wahl. Da er eben auch lebenslustig und kontaktfreudig ist, flirtet er viel - und all das zusammen, und auch dass ich eben wenig bis gar keine Bestätigung bei anderen Männern finde, lässt mich sehr frustriert zurück.
Ich glaube nicht, dass Eure Beziehung Euch gut tut. Weder Dir noch ihm.Die Situation hat über die ganzen Jahre wahrscheinlich ziemlich viel kaputt gemacht bei uns. Über eine OP ist nachzudenken. Doch ob die Kasse das zahlt... Danach steigt meine Angst sicherlich, dass er fremdgeht. Denn ich habe oft das Gefühl, dass er nur bei mir bleibt, weil er Angst davor hat, eine andere Frau (die natürlich bereits andere Männer vor ihm hatte) würde ihn auslachen.
Warum?Mein Mann ist sehr aufmerksam und lieb und wir kuscheln auch viel und er sagt, er findet mich attraktiv. Aber irgendwie sind da viele Zweifel bei mir.
Wie wäre es wirklich mal mit neuen Ideen beim Sex?Auch fehlt mir wohl mittlerweile doch ein erfülltes Sexuelleben und ich ertappe mich, dass ich mir wünsche, mal so richtig befriedigend durchgenagelt zu werden. Denn wenn wir mal miteinander schlafen, dauert es halt auch nicht so lange. Er hat tierisch Komplexe, weil der Penis nicht übermäßig dick ist und ich angeblich nichts merken könne beim Sex.
Könnte er ja z.B. auch im Urlaub machen.Die Gesamtsituation sollte sich endlich mal ändern. Vor der OP hat man natürlich auch Angst. Er hat auch einen Arbeitgeber, der extrem kleinlich ist bei Krankenscheinen.
Womöglich, womöglich aber eben auch nicht.Der nutzt ihn nämlich auch nur aus, damit er nicht selber so viel arbeiten muss. Doch für meinen Mann ist das so auch kein Leben. Er hat wohl auch Angst, dass ich bald sitzen lasse. Und womöglich ist er bei mir "gefangen", obwohl er lieber was hübscheres, blonderes hätte oder sich mal austoben möchte sexuell wie auch immer...


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