Genau!
Er hat mit der "Arbeit" zudem ein Totschlagargument in der Hand, hinter dem er sich selbst verstecken kann und jegliche Verantwortung, die er selbst als Vater AUCH für seine Tochter hat, abgeben kann.
Denn wer arbeitet, kann sich ja nicht kümmern. So seine Logik. Die ist aber falsch, weil es in erster Linie nicht auf die Quantität des Sich-Kümmerns ankommt, sondern auf die Qualität. Deshalb die Frage an Dich, Katerina: Wie steht es mit der Qualität der Vater - Tochter - Beziehung? Haben die beiden einen guten Draht, einen guten Zugang zueinander?
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Thema: Affaere beendet... aber...?
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07.12.2011, 13:34
AW: Affaere beendet... aber...?
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08.12.2011, 19:54
AW: Affaere beendet... aber...?
Bruenette, Bolletje, Abendtau,
ihr habt mir wieder ziemlich viel Denkstoff gegeben!

In diesen zwei Tagen ist meine Zeit arg knapp gewesen, aber vielleicht schaffe ich morgen eine Antwort.

Nur soviel jetzt schon. Die Vater-Tochter Beziehung ist nie allzu eng gewesen und dazu habe ich teilweise beigetragen, wenigstens in den ersten drei, vier Jahren, war ich sehr besitzergreifend und hab die Kleine kaum von meinen Armen gelassen, sinnbildlich wenigstens.
...Katerina
Wunsch, Wort und Wille bestimmen den Weg.
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08.12.2011, 21:34
AW: Affaere beendet... aber...?
Das wurde mir aber nie vorgehalten, ich bin mir dessen selber bewusst gewesen.
Was mir mein Mann dagegen wohl vorwirft ist meine Angewohnheit, ihm in Anwesenheit der Kinder zu widersprechen. Er habe dadurch das starke und respektverdienende Image in deren Augen verloren.
Hat er es denn je gehabt??
Zumindest bei der Grossen, die ihm derzeit zugegebenermassen ziemlich vorlaut und provozierend kommt . Ich bin aber der Meinung, der mangelnde Respekt kommt von seinem eigenen Verhalten: Er selber bevormundet ja oft auf eher respektarmer Weise seine ganzen Familienmitglieder.Katerina
Wunsch, Wort und Wille bestimmen den Weg.
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09.12.2011, 09:35
AW: Affaere beendet... aber...?
Liebe Bruenette,,
danke für Deinen langen Beitrag! Du schreibst:
Das ist lieb geschrieben und doch ich bin davon überzeugt dass M2 und ich in etwa gleichviel Verantwortung tragen. Ich hatte jene Affäre auf zwei Bewusstseinsebenen erfahren: Rausch und Nuechternheit wechselten sich ab und ich meinen klardenkenden Momenten habe ich eher bewusst „verkehrt gehandelt“... Ok, ich verdamme mich heute nicht aber es ist noch dieser Nachgeschmack da, von wegen, stolz bin ich nicht darauf.
Einerseits hast Du Recht, anderseits ist das heute meine Gratwanderung. Ich kann den Status Quo nur auf diese Weise erhalten und zur Zeit ist es das was ich vordergründig will. Gerade gestern fiel mir eine Art Tagebucheintragung von mir in die Hände, aus einem alten Taschenkalender. 2006 schrieb ich schon dass ich keine Lust mehr auf meinen Mann verspürte (weil mir Zärtlichkeit, Nähe, Leidenschaft fehlten er bot sie mir nicht an und ich konnte ebenfalls nichts mehr auf dieser Ebene bieten) doch der Wunsch nach einem zweiten Kind war gleichzeitig so groß. Und deshalb... traurig, ich weiß. Aber ich bin heute so froh über meinen zweiten. Nie würde ich ihn rückgängig machen wollen!Bitte zwing' Dich zu nichts! Und wenn Du ihm die Intimitäten, die er sich wünscht, nicht geben kann, dann vergewaltige Dich nicht selbst, indem Du Dinge zulässt, die Du nicht willst.
Liebe Bruenette, ich glaube ich habe im Ernst Probleme mit Nähe. Von außen betrachtet bin ich sehr kommunikationsfreudig, gleichzeitig lasse ich niemanden allzu nah an mich ran. Meine Sorgen und meine Ängste behalte ich meistens für mich und manchmal lasse ich sie sogar nicht zu mir selber vordringen. Nur halt schreibenderweise, wie jetzt, gelingt es mir mich zu öffnen.Du hast keine Schwierigkeiten mit Nähe.
Das kann stimmen!Das "Aufmerksamkeit auf sich selbst lenken", ist m.E. in Deinem Falle nur vordergründig sinnvoll, denn damit ziehst Du die Aufmerksamkeit von Deiner BEZIEHUNG, die Du MIT und ZU Deinem Mann hast, ab. Diese Beziehung ist so schmerzhaft für Dich, dass Du es vorziehst, nicht hinschauen zu müssen.
Beim Kleinen hat sich das nicht weiter so bemerkbar gemacht, seinen Bedürfnissen gerecht zu werden war viel leichter. Ich hatte ihn in den ersten drei Monaten meiner Außenbeziehung sogar noch gestillt... Es war Winter (Antikörperzufuhr) er kam gerade in den Hort und war 18- 20 Monate alt.Inwiefern hast Du Deine Elternpflicht vernachlässigt?
Bei der Grossen war ich schon eher „fahrlässig“. Ich habe das Nötigste getan, mir aber nur selten richtig Zeit für sie genommen, z.b. etwas mit ihr unternommen. Sie war bereits in einer schwierigen Phase (Eifersucht auf den Kleinen und Vorpubertät) und meine Energie reichte nicht mehr dafuer mich mit ihr anständig auseinander zusetzen. Gerade sie hätte eine Extraportion Zuwendung gebraucht. Diese mangelnde Nähe meinerseits hat eine Negativspirale ausgelöst. Und natürlich fehlte bei all dem die väterliche Unterstützung auch. Beim Vater bekam und bekommt sie selten den erhofften Beistand. Er ist einfach zu wenig empathisch: Mit Leuten die anders als er gestrickt ist, kann er nur schwer umgehen.
Sicher ist es nicht. Aber mein Kleiner z.b. hat taeglich ausgesprochene Papa-Bedürfnisse. Das wollte ich ja auch, er sollte nicht wie die Schwester dem Vater entfremdet aufwachsen.Inwiefern ist es sicher, dass bei einer Trennung die Kinder so reagieren werden?
Sollte Papa wegziehen, es würde ihm das Herz brechen.
Und mir somit ebenfalls.
Lieben Dank noch für Deine Zeilen!!Katerina
Wunsch, Wort und Wille bestimmen den Weg.
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09.12.2011, 12:36Inaktiver User
AW: Affaere beendet... aber...?
da muss ich jetzt doch noch mal nachhaken.
stolz, kann man hier wirklich von stolz reden?
was DU tun kannst Katerina ist, das SCHÖNE, das DU mit M2 erlebt hast - das war wohl deine erstmalige erkenntnis, die realität komplett auszuschalten und dich fallen zu lassen, gefühle zu zeigen, die du selbst nie in dir vermutet hast......
DAS ALLES in DEINEM HERZEN aufzubewahren und sonst nichts....
das was negativ lief abzuhaken, einzuordnen in: frau lernt nie aus....und gut ist!
also ich finde, SICH SELBST ZU ERLEBEN zusammen mit einem geliebten mann (in diesem moment)... gibt es was schöneres???!!!!
he, ich kenne etliche frauen, die werden so einen zustand in ihrem leben nie erleben, aus welchem grund auch immer.
sei also eher dankbar, dass es so gewesen ist und weniger stolz, dass du dich immer so im griff hast.
nimm diese erfahrung einfach positiv mit in dein neues leben, denn nichts ist ja mehr so wie es vorher war.
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09.12.2011, 16:15
AW: Affaere beendet... aber...?
Liebe Abentau und auch Linedance.

Ich möchte nicht den Anschein erwecken, dass ich jetzt mitsamt der Fase der Ernüchterung auch eine übermäßige Abwertung des M2 auslebe... Ich weiß schon, was ich durch ihn neu entdeckt habe.
Im Rückblick befand ich mich zu einem Zeitpunkt wo ich so eine Situation wohl stark genug herbei ersehnt hatte. Und da war er halt da, der falsche Mann am richtigen Ort, irgendwie. Falsch, weil gebunden und weil er für mich nur geschwärmt hat, für Liebe weder reif noch bereit war. Die Art, auf die unsere Geschichte dann ausgelaufen ist, bestätigt ein paar unterdrückte Bauchgefühle die doch ein paar Mal hochgekommen waren. Das schmälert im Nachhinein die Bedeutung der Gefühle und deshalb auch dessen was gewesen ist.
Nach meinem Empfinden hätte es meinerseits schon noch Liebe werden können, aber so weit hat er es nicht kommen lassen. Also war’s keine Liebe, nur Verliebtheit.
Ich hake meine Affäre ab, nicht das was sie bei mir aufgedeckt hat.

Ich ergänze: Ich möchte Mann 2 jetzt wirklich hinter mich bringen und vorwärts schauen. Er hat in meiner Gegenwart und in meiner Zukunft nichts mehr zu suchen. Ich will auch niemanden mehr mit ihm vergleichen. Wenn, dann nur noch Vergleiche mit meiner ganz persönlichen Idealvorstellung. Sollte ich irgendwann mal einem Mann über den Weg laufen von dem ich erahne, dass er SO ist usw. könnte ich auch über meinen Schatten springen und das Unvorstellbare wagen. Aber so etwas geschieht normalerweise im Film, selten genug im Real Life.Geändert von Katerina (09.12.2011 um 16:33 Uhr) Grund: Ergänzung
Katerina
Wunsch, Wort und Wille bestimmen den Weg.
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09.12.2011, 17:08Inaktiver User
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09.12.2011, 18:47
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10.12.2011, 12:05
AW: Affaere beendet... aber...?
Katerina,

Ja, das stimmt. Ihr tragt gleichviel Verantwortung. Das ist mir beim Lesen Deines Beitrags klar geworden. Und zwar tragt ihr in gleichem Maße Verantwortung dafür, dass ihr Euch gegenseitig verletzt habt.
Jeder von Euch beiden "wollte"vom anderen etwas, und zwar wolltet ihr sehr viel mehr voneinander, als dass ihr bereit wart, zu geben. Auf beiden Seiten. Was er genau von Dir wollte, weiß nur er (falls es ihm bewusst ist), aber zumindest wollte er für Dich sein bisheriges Leben nicht aufgeben und Du wolltest, dass er Dich aus Deiner festgefahrenen Ehe raushaute. Zuviel an "Wollen" und zuwenig an wirklichem "Geben". Auf beiden Seiten.
Und nun wird mir auch klar, dass Du das "Sich-gegenseitige-Öffnen", das zwischen Dir und M2 dennoch und durchaus stattgefunden hat, und das durchaus Liebe ist, von Dir als Geschenk - was es war - gar nicht wirklich angenommen werden kann, weil Du in Deiner enttäuschten Erwartungshaltung noch viel zu verletzt bist. Außerdem finde ich es bezeichnend, dass sich Dein Blick auf M2 dergestalt verfestigt hat, dass Du nur noch seine "Funktion" siehst, nämlich, dass Du durch ihn etwas neues entdeckt hast:, aber Du siehst nicht (mehr) den Menschen.Ich weiß schon, was ich durch ihn neu entdeckt habe.
Und so kannst Du dieses Geschenk nicht annehmen, denn, "Annehmen", das heißt eben nicht, "Sich schämen", oder "nicht stolz darauf sein, weil man sich schämt", sondern in dem Sinne, wie Linedance es genau auf den Punkt gebracht hat:
Wenn Du das schaffen könntest, könntest Du ihn auch tatsächlich hinter Dir lassen und müsstest ihn nicht mit Gewalt aus Deinem Bewußtsein drängen, indem Du im Nachhinein das, was war, und DICH SELBST schlecht redest (auch mit Hilfe Deiner erlebten und noch nicht überwundenen Verletzung).DAS ALLES in DEINEM HERZEN aufzubewahren und sonst nichts....
Denn, genauso, wie man sich etwas schön reden kann, kann man sich auch etwas schlecht reden....
Und:
Spürst Du, wie Du im Grunde Euch alle "funktionalisierst"?
Du funktionalisierst Deinen Ehemann, oder hast ihn funktionalisiert, weil Du unbedingt Kinder wolltest. Du bist den Kuhhandel eingegangen: "Ich bin für Dich da (obwohl ich Dich nicht liebe, aber das brauchst Du ja nicht zu wissen) und dafür schwängerst Du mich."
Du hast M2 funktionalisiert, weil Du ihn als Retter in der Not idealisiert hast.
Und Du funktionalisierst Dich schlussendlich selbst, weil Du Dich - die Emotionen ausschaltend - Dich selbst in der Beziehung zu Deinem Ehemann als "Ehefrau" und wie sich eine solche nach allgemeiner Moral zu verhalten hat, definierst. Also, Du nimmst Dich bezüglich Deines Ehemanns in erster Linie in der Funktion der "Ehegattin" wahr. Und nicht als die Person, die Du bist. In dieser "Ver_Sachlichung" der Menschen, die ihr alle seid, liegt aber auch ein großes Bedürfnis, es in genau diesem Zustand zu belassen, denn, würdest Du endlich hinter die Funktionen schauen, dann müsstest Du Deine Emotionen wahrnehmen und das wäre, so m.M. mit sehr viel Schmerz verbunden.
So gesehen könnten sich auch, wenigstens teilweise, Deine immensen Schuldgefühle erklären, denn, da Du dennoch ein hohes Maß an Empfindsamkeit besitzt, spürst Du durchaus, dass Du Dich auf einer gewissen Ebene Deinem Mann gegenüber nicht fair verhältst. Nur ist diese Ebene ganz woanders zu suchen (und zu finden), als da, wo Du sie bisher vermutet hast: Nicht Deine Affaire ist der eigentliche Grund zur Scham (um diesen Begriff nochmals aufzunehmen), sondern Deine Unehrlichkeit bezügl. Deines Kinderwunschs und dass Du diesen ÜBER den Willen, mit Deinem Mann eine Beziehung zu führen, gestellt hattest. Das ist eine uralte Schuld, die wie ein ostinaner Unterton immer präsent ist.
Liebe Katerina,
ich weiß nicht, was ich Dir wünschen soll. Soll ich Dir noch viel Kraft zum Durchhalten wünschen, damit Du den jetzigen Zustand noch lange aufrechterhalten kannst, oder Schwäche, dass endlich etwas aufbricht und Du zu deinem Kern kommst?
Denn auch hier ist mir nun klar geworden: Du hast Recht, wenn Du sagst, dass Du ein Nähe-/Distanzproblem hast, denn, Du hast Dir einen (Ehe-)Mann gewählt, an den Du im Grunde emotional nicht wirklich rankommst (er kommt wahrscheinlich ebenfalls an sich und seine Emotionen auch nicht ran, wie auch emotional nicht an seine Tochter und er benutzt seine viele Arbeit auch dazu, sich mit "alldem" nicht wirklich auseinandersetzen zu müssen). Und somit kommst Du aber auch an Dich selbst nicht ran, bzw., falls Du alles so weiter"spielst" und Dich nicht wirklich zeigst. Die Affaire hat da ein paar Risse in die Wand gebrochen, aber Du bist gerade dabei, diese Risse wieder zuzugipsen.
Aber ich denke auch, dass alles seine Zeit hat!
Geändert von bruennette_2 (10.12.2011 um 13:56 Uhr)
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10.12.2011, 13:27
AW: Affaere beendet... aber...?
P.S.:
Das hier....
...gilt natürlich auch für M2. Und zwar in komplementärer Weise zu M1:
Du lebst zwar mit Deinem Ehemann zusammen, kommst ihm aber emotional nicht nahe. Und Du bist M2 emotional sehr nahe gekommen, kannst aber nicht mit ihm zusammen leben.
Nun kannst Du natürlich antworten, dass Du von Deiner Seite dazu bereit gewesen wärst, hätte M2 nur gewollt. Aber ich denke, dass auch hier schon die alleinige Tatsache, dass Du Dich bewusst auf einen verheirateten Mann eingelassen hattest (wie M2 sich auf Dich als verheiratete Frau), ein Hinweis auf Deine Scheu vor tatsächlich eingeforderter und vor allem real lebbarer Nähe ist. Und vielleicht erging es M2 ebenso....
Also nicht nur Du, sondern auch Deine beiden Männer haben ein Nähe-/Distanzproblem. und zwar auf ungefähr gleicher Ebene, bzw. Stärke....... eigentlich logisch, sonst hättet ihr euch ja erst gar nicht aufeinander eingelassen.



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