Jetzt ist später
Liebe Farinelli,
Ja, das mit dem Verantwortung übernehmen ist so eine Sache. Ich scheue mich davor. Ich will u.a. kein Kind, weil ich die moralische, psychische Verantwortung mir nicht zutraue. Ich will keine ETW, weil ich die finanzielle Verantwortung fürchte. Ich habe Angst, ein Pferd zu kaufen, weil ich auch da noch locker 10 Jahre Verantwortung habe. Usw usf. Ich bin da wirklich ein Drückeberger. Aber wie könnte ich das ändern? Ich frage mich sehr oft, wie andere Leute sich einfach zu etwas entschließen können, sich einfach durchringen und gucken, was passiert. Hast du da den ultimativen Rat oder so?
Wenn ich bei ihm mitlaufe, und er ist "gut drauf" ist es einfach für mich. Ich bin echt ein Herdentier.Bei anderen Beziehungen war es aber nicht immer so, da hatte ich auch mal das Kommando (da war ich im Gegenteil zu sehr von mir überzeugt, aber er hat es mitgemacht). Und da habe ich mich auch getrennt. Also prinzipiell kann ich schon. Bei meinem jetzigen Partner bin ich vom Wesen her ganz anders, viel gehemmter.
Liebe wastun,
kennst du mich?Kann wieder alles nur abnicken
"Ist er auch anderen gegenüber so oder nur bei dir?"
Gute Frage. Da er weder zu seiner Family guten Kontakt noch regelmäßige Treffen mit Freunden hat, kann ich das gar nicht so beurteilen. Wenn wir gemeinsame Bekannte treffen, ist er im Prinzip nett und interessiert, aber schon irgendwie manchmal auch von oben herab, sehr resolut und direkt. Bei seiner Mutter kann er auch ganz schön barsch sein, dennoch würde er alles für sie tun.
Er ist auch in manchen Foren (Technikforen etc.), da gerät er auch oft mit anderen aneinander, was mir z.B. in meiner Forenlaufbahn noch nie passiert ist.
Andererseits beschreiben ihn z.B. seine Friseurin, bei der ich auch einmal war oder auch meine Mädels als sehr ruhig. Er kann auch einen ganzen Abend am Tisch sitzen und außer "Mahlzeit" nichts sagen.
"Trotzdem verstehe ich nicht, wie er glauben kann, du hast keine Freunde und Hobbys, wenn er objektiv weiß, dass das nicht stimmt. Dann kann es ja eigentlich nicht so sein - sondern eher, dass er deine Freunde und Hobbys abwertet, nicht für voll nimmt. Als ob es eben z. B. gar keine richtigen Freunde wären. Das fände ich dann aber ziemlich unverschämt, dich und deine Sachen abzuwerten. Ich meine, vielleicht ist er ja wirklich neidisch, vielleicht gönnt er dir deine Freunde und deinen Spaß nicht und versucht deshalb, das kleinzureden - das wäre dann aber wirklich kindisch und auch nicht das, was man von seinem Freund erwarten würde. Er sollte sich doch lieber freuen, dass du hier deinen Spaß hast."
Das ist es ja, manchmal zweifle ich echt an seinem Verstand, obwohl ich weiß, dass der eigentlich messerscharf ist.
Kleines Beispiel zum Thema Freundschaften: Er hat vor zwei, drei Jahren einen Typen kennengelernt und sich halbwegs mit ihm angefreundet. Ich mochte den nicht, er ist überhaupt nicht mein Fall. Für meinen Freund gab es eine Weile kein anderes Thema mehr als A. Er hat mit ihm Treffen ausgemacht, zu viert, also mit uns Mädels. Immer wieder, ohne es vorher mit mir abzustimmen. Wenn ich dazu was gesagt habe, hieß es nur, musst ja nicht mit. Er war echt richtig im Wahn. Auch wenn er andererseits gesagt hat, der A. sei einfach ein netter Kerl, aber so eng seien sie ja nicht. (Es war auch keine wirklich enge Freundschaft, sie haben sich halt immer mal gemailt oder telefoniert, aber nie viel mehr als "Na, wie, alles klar".)
Ich habe mich mit der Zeit immer besser mit der Freundin von A. verstanden. Mittlerweile ist es so, dass wir Mädels besseren Kontakt haben als die Jungs. Vorher kam von meinem Freund immer, ich solle doch was mit ihr machen, er warf mir vor, "unfähig" zu sein, wenn er mitbekam, dass sie sich mit einem anderen Mädel traf, ohne mich zu fragen, ob ich auch mitwolle. (???). Jetzt ist es so, dass er auf A. gar nicht mehr so gut zu sprechen ist, dessen Mails erst mal nicht beantwortet usw. Neulich kam dann auch die Frage, warum sie mich nach einem Vierertreffen gefragt hat und nicht A. ihn. Das meinte ich mit krampfig. Er will unbedingt und wehe, ich will ihm dazwischen und wehe, ich habe selbst was. Kein Wort davon, dass ich jetzt offenbar "fähig" bin zu einer Freundschaft mit ihr.
" Also wie jemand, der sich an seine Freunde erinnert, wenn es ihm schlecht geht - und in guten Zeiten einfach keinen Bock hat, Zeit mit ihnen zu verbringen oder etwas für sie zu tun, weil das ja seine Freiheit einschränken könnte. Kommt das ungefähr hin?"
Ja. Also er ist keiner, der die "Freunde" anruft, wenn es ihm schlecht geht. So was hasst er wie die Pest und tut es auch wirklich nicht. Ich denke, er lässt es einfach an Tiefgang fehlen. Er ist zu sehr damti beschäftigt, cool und locker zu sein, redet dann halt nur über irgendwelche Discos oder so, aber die Gespräche gehen nicht weiter, nicht tiefer. Und ich denke, die anderen mögen ihn zwar, finden ihn nett, aber das war's dann halt auch. Ihm reicht es in der Regel ja auch, solche Gespräche zu führen. Zehn Minuten Smalltalk, gut, fertig. Das ist aber halt keine Freundschaft. Wenn ich ihm versuche zu vermitteln, wie ich das einschätze, wird er auch sauer, daher habe ich das mittlerweile aufgegeben. Letztlich ist es sein Problem.
So wie du es beschreibst, wenn ihr beide daheim seid und vor euch hinwurschtelt, klingt es eigentlich ganz normal und okay. Eigentlich ist es bei uns nicht so viel anders, aber es gibt eben nicht so die kurzen Gespräche zwischendrin, sondern er versackt dann völlig.
"Du bist einverstanden und möchtest mitkommen - ok. Du willst nicht - auch ok. Es klingt für mich überhaupt nicht nach einem gemeinsamen Projekt, sondern nach seinem ganz persönlichen"
Zum Glück war es in der Vergangenheit meist so, dass der Satz "Es wird nichts so heißt gegessen wie gekocht" auf ihn ganz gut zutrifft. Daher bin ich noch halbwegs optimistisch, dass er mich nicht vergisst, wenn er den Umzugswagen holt. Aber momentan bin ich einfach verwirrt und kann es nicht klar einschätzen.
Nein, der Umzug ist "einfach so", nicht jobbedingt. Einen festen Ort haben wir noch nicht, nur die Region, einfach weil sie uns sehr gut gefällt und zu uns passt. Zeitdruck besteht also überhaupt nicht. Frühling passt natürlich immer ganz gut zum Umziehen. Sein Stichtag ist der April, dagegen spricht ja auch nichts, den peile ich ja auch an. Aber bei ihm ist es so, dass da eben seine "Alle-zwei-Jahre-Umzug-Frist" abläuft...
"Was ist denn bei ihm krampfig - das Wegwollen, das Suchen, das Streben nach Veränderung? Das verbissene Suchen nach Neuem, das Kämpfen um seine Freiheit? Oder was?"
Ja, das alles :-)
Kann das Midlifecrisis sein? Das Suchen nach dem Leben wie damals? Als er noch mit seinen Kumpels durch die Gegend gezogen ist, die ganze Nacht unterwegs war usw.?
"Musste er das schon mal, in irgendeiner Hinsicht? Oder hast du dich bisher immer an ihn angepasst und zu allem ja und amen gesagt, was von ihm kam? Also nach Rücksicht seinerseits hört sich das alles für mich überhaupt nicht an."
Nein, eigentlich nicht. Also es gab nie was "großes", bei dem er bei mir hätte mitziehen müssen. Was kleinere Sachen angeht, sind wir uns ja meist einig, so dass sich keiner großartig anpassen muss.
Es ist halt nur, wenn er merkt, dass ich unbedingt etwas will, dann ist er echt wie blockiert und KANN einfach nicht ja sagen. Ich glaube sogar, dass ihm das selbst manchmal leid tut. Aber dieses f*ck*ng Druckthema macht echt vieles schwierig oder kaputt. Ist das normal, dass sich Jemand unter Druck gesetzt fühlt, wenn der andere fragt, ob er mit zum Weihnachtsmarkt kommt? Vielleicht verlange ich ja wirklich zu viel und merke es nicht, das würde mir leid tun.
"was wird eingekauft, wer übernimmt welche Arbeit im Haushalt oder so)"
Och du, da bin ich ganz frei, wann ich was mache
"Das heißt aber doch, es muss immer alles nach seiner Nase gehen und auf Wünsche anderer nimmt er keine Rücksicht, nicht mal auf deine, nicht mal bei sowas Läppischem wie "gehen wir auf den Weihnachtsmarkt oder nicht"?"
Es kommen auch mal Sachen von ihm, die er mir zuliebe macht und in meinem Sinne vorschlägt, z.B. mal bei einem Reitturnier zugucken oder so. Er macht auch Dinge mit, die von mir kommen, in letzter Zeit sogar recht oft, da habe ich mich schon gewundert. Es kommt irgendwie ganz genau auf die Art an, wie ich das vorschlage, aber so ganz hab ich's noch nicht raus. Was gemeinsame Unternehmungen angeht, haben wir keine großen Probleme, weil wir da in etwa die gleichen Vorlieben haben.
Er würde auch alles unterstützen, was ich machen will, würde mir nie etwas verbieten.
"Das ist dann so ähnlich wie bei den Freunden, die du ja auch nicht hast. Was soll denn das eigentlich - kann man es ihm nicht recht machen, lässt er seinen Frust an dir aus, muss er generell an allem herumnörgeln, was von dir kommt (oder eben nicht)? Weiß er nicht, was er will? Geht es ihm darum, dich zu kritisieren? Das hört sich für mich jetzt total lieblos an, vielleicht (hoffentlich!) täuscht der Eindruck aber auch, weil du hier ja nur die problematischen Aspekte ansprichst."
Genau, manchmal kapiere ich einfach nicht, wie er zu seinen Aussagen kommt. Wenn ich ihn auf einen Widerspruch in seinen Aussagen hinweise, kommt dann noch eine absurdere Antwort, da könnt ich echt zum Hirschen werden.
Er ist aber nicht der Nörglertyp. Also er sitzt nicht jeden Tag da, zieht ne Flunsch und beschwert sich über alles und jeden. So zum Glück auch nicht. Es sind immer so drei Tage alle vier, fünf Wochen. Fast, als hätte er seine Tage.
Er will mich sicherlich nicht ärgern und hat auch keinen großen Spaß daran zu kritisieren. Ich glaube, es ist einfach "nur" das fehlende Können, sich auf einen anderen wirklich einzulassen. Oder?
Um beim Weihnachtsmarkt zu bleiben, kann sich das von "Keine Lust" hochschaukeln über "willst du mir jetzt sagen, was ich zu tun habe?" bis "Das kannst DU dir schon mal gar nicht leisten. Guck dich doch mal an, wer bist du denn, dass du denkst, mir was sagen zu können? Krieg erst mal deine Probleme in den Griff! Nee nee, ich lass mir nichts sagen und mich verbiegen, das mache ich nicht." usw. Verstehst du, dass es mir schwer fällt, Wünsche zu äußern? Er kommt dann in so einen Strudel, spielt immer wieder die gleichen Sätze ab wie ein Gebet und scheint mein anfängliches "ist okay" gar nicht gehört zu haben. Mir kommt es vor, als müsse er sich dann selbst immer wieder daran erinnern, bloß "er selbst" zu bleiben.
"Mutig sein ist immer gut Fragt sich nur, mutiger wozu - um mit ihm zu gehen, um ihn nicht zu verlieren, trotz des Risikos und des Verlusts, den das für dich bedeutet (neue Arbeit, neue Wohnung, neue Umgebung, Trennung von lieben Menschen...)? Oder mutig, um dir mal darüber klar zu werden, was du eigentlich willst, welche Rolle du in eurer Beziehung spielst, was er eigentlich in dir sieht? Um auch mal zu sagen: "nein, das will ich nicht" oder "ich möchte aber, dass..." oder "für mich ist wichtig, dass..."?"
Alles. Jetzt habe ich schon wieder fast nur über ihn geschrieben, dabei wollte ich doch eigentlich mit eurer Hilfe rausfinden, was ICH will.
Ich würde ihn gerne fragen, was wäre, wenn ich doch nicht umsiedeln wollte. Nicht, weil ich nicht will, sondern um herauszufinden, was ihm am wichtigsten ist. Aber ich habe Schiss vor seiner Antwort und es kommt mir falsch vor, solche theoretischen Sachen in den Raum zu werfen.
Oh weia, ich müsste auch lernen, mich mal kürzer zu fassen.
Danke jedenfalls für eure Hilfe!
Antworten
Ergebnis 21 bis 30 von 74
Thema: Wo gehöre ich hin?
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07.12.2010, 11:30
AW: Wo gehöre ich hin?
Geändert von Wogehoereichhin (07.12.2010 um 11:39 Uhr)
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07.12.2010, 20:10
AW: Wo gehöre ich hin?
Liebe Wogehoereichhin,
Warum ist das so? Tritt er so dominant auf - buttert er dich unter? Oder hast du bei ihm mehr Angst, ihn zu verlieren als bei früheren Partnern? Ist bei ihm tatsächlich das Risiko da, dass du ihn verlierst, wenn du nicht "kuschst"?
ne, aber freue mich, dass dir mein Input ein bisschen hilft 
Zur Frage "Ist er auch anderen gegenüber so oder nur bei dir?"
hast du geschrieben: "Wenn wir gemeinsame Bekannte treffen, ist er im Prinzip nett und interessiert, aber schon irgendwie manchmal auch von oben herab, sehr resolut und direkt. Bei seiner Mutter kann er auch ganz schön barsch sein, dennoch würde er alles für sie tun.
Er ist auch in manchen Foren (Technikforen etc.), da gerät er auch oft mit anderen aneinander, was mir z.B. in meiner Forenlaufbahn noch nie passiert ist."
Das finde ich ein bisschen schwer zu beurteilen, so aus der Entfernung. Einerseits würde ich sagen, ich würde mich bedanken, wenn mich jemand, der mein Freund sein möchte, so von oben herab behandelt. Andererseits kann es natürlich auch sein, dass man weiß, derjenige ist halt ein bisschen grob und direkt, aber wenn man ihn besser kennt, weiß man, dass er das nicht so meint, und kann es dann auch an sich abgleiten lassen. Wobei sich wiederum die Frage stellt, warum ich mir sowas ständig geben soll. Kommt natürlich auf die Häufigkeit und Intensität an, aber ich weiß nicht, ob ich Lust hätte, mit jemandem eine enge freundschaftliche Beziehung zu pflegen, bei dem ich dauernd denken muss "reg dich nicht auf, der meint es nicht so". Jeder ist mal schlecht drauf, aber auf Dauer ist man ja nicht der Schuhabputzer anderer Leute, die ihre schlechte Laune nicht im Griff haben. In einer Beziehung hätte ich da erst recht keinen Bock drauf. Da müsste dem schon ganz viel Positives gegenüberstehen, damit man sowas als Macke des anderen wegstecken kann. Ist aber trotzdem noch die Frage: ist er manchmal (punktuell, weil ihn was genervt hat und er ungeduldig ist, vielleicht auch jähzornig) unbeherrscht, überkritisch, schlecht drauf und zickt dann rum und dann is aber auch wieder gut? Oder ist er generell so, weil er meint, er ist sowieso der Tollste und alle anderen haben keine Ahnung?
Vielleicht hatte er grad keinen Bock auf Nörgeln?
Also wie gesagt - welches Ausmaß das hat, kann ich von hier aus schlecht beurteilen, dazu müsste ich noch mehr Beispiele kennen.
Du hast das Beispiel mit diesem A. angebracht, mit dem er sich angefreundet hat. Warum hat er sich denn so auf den eingeschossen, hatten die irgendwie ein gemeinsames Interesse, wo dein Freund noch was von ihm lernen konnte, oder wieso war der so toll? Ist aber auch wieder ein Beispiel für: deine Meinung zählt nicht, sondern nur seine, er macht über deinen Kopf hinweg Treffen aus und wenn du dann wagst, dazu was zu sagen, heißt es "musst ja nicht mit" - aber dann wärst du natürlich schuld gewesen, dass er beim Treffen keinen Spaß hatte oder wie? Ich meine - wenn es sein Freund ist, dann soll er mit ihm so viel Zeit verbringen wie er will, kann dir ja (mehr oder weniger) egal sein. Wenn er aber davon ausgeht, dass das ein Vierertreffen wird - dann ist es ja wohl nicht zu viel verlangt, dass er dich vorher mal fragt, ob du überhaupt Zeit und Lust oder womöglich schon was anderes vorhast. Sonst ist es nämlich wieder keine gemeinsame Unternehmung, sondern etwas, was er will und du hast mitzukommen oder kannst es lassen und dir dann schon mal ein schlechtes Gewissen einreden lassen. Also partnerschaftlich sieht für mich anders aus.
Ach, also war sein neuer Freund doch gar nicht so toll? Liegt aber wieder nicht an ihm, oder? Vielleicht hat der A. auch mal was gesagt/getan, was ihm nicht gefallen hat, und jetzt hat er bei ihm versch... oder wie?
Und wieso sollst du "unfähig" sein, wenn andere Leute dich nicht in ihre Verabredungen einbeziehen? Also das ist sowas von absurd, genauso wie das mit dem "du hast keine Freunde/Hobbys", da würd's mir echt die Sprache verschlagen. Muss man sich sowas von seinem Freund bieten lassen?
Letztlich hast du eine Freundschaft bewahren können, die nur durch seine entstanden ist, und seine ist inzwischen in die Brüche gegangen. Sollte uns das nicht zu denken geben?
Ne, das ist bestenfalls eine gute Bekanntschaft. Warum um Himmels willen muss er denn immer einen auf cool und locker machen? Will er andere nicht an sich rankommen lassen? Ich laber auch nicht gern meine Freunde zu, wenn's mir nicht gut geht, sondern mache das mit mir selbst oder meinem Freund aus (oder hier im Forum
), aber so... Ok, wenn ihm das reicht, bitteschön, seine Sache. Dann darf er sich aber hinterher nicht beschweren, dass er keine Freunde hat (und du doch). Entweder bist du ein cooler Hund, der keinen anderen Menschen braucht, oder eben nicht 
War klar. Deine Meinung darfst du nur äußern, wenn sie in Zustimmung besteht, jede Kritik ist zu unterlassen.
Natürlich ist es sein Problem, aber du leidest darunter bzw. er zieht dich da mit rein. Also ist es auch deins, leider.
Ja gut, aber - du möchtest doch, dass es eine gemeinsame Unternehmung wird. Was du hier beschreibst, ist doch wieder: er denkt sich was aus, er macht, was er will, und wenn du Glück hast, ist er so gnädig und nimmt dich mit? Also das kann's doch wohl nicht sein. Will er denn wirklich, dass du mitkommst? Oder ist es eher ein "komm doch mit, wenn du willst" (sprich: mir isses egal). Du schreibst ja, der Umzug ist nicht jobbedingt. Würde er trotzdem umziehen, auch wenn du nicht mitkommst? Würde er dich ohne Not zurücklassen, nur weil er seinen Zwei-Jahres-Rappel kriegt? Und wenn das der wahre Grund ist, dann weißt du ja, wie es in Zukunft weitergehen würde - er will alle zwei Jahre umziehen. Willst du das? Kannst du dir das leisten (jobmäßig)? Hast du Bock, alle zwei Jahre wieder von vorn anzufangen? Was da alles mit dranhängt, neue Wohnung suchen, evtl. renovieren, Sachen packen, umziehen, neu einrichten, neuen Bekanntenkreis aufbauen, sich einleben... was das alles kostet an Zeit und Geld und Nerven! Und das alle zwei Jahre - weil er will und du musst?
Würde ich mal stark vermuten. Aber alle zwei Jahre? Und ohne Rücksicht auf Verluste?
Vielleicht hat es sich nur bisher nicht ergeben. Was wäre denn, wenn?
Also das mit dem Weihnachtsmarkt finde ich überhaupt nicht normal, dass man sich da unter Druck gesetzt fühlen kann. Und wenn du sagst, er KANN einfach nicht ja sagen - weil es immer nach seinem Willen gehen muss? Weil er nicht das tun kann, was du möchtest, selbst wenn er das auch möchte? Weil die Idee immer von ihm ausgehen muss?
Ich weiß nicht, ob du zu viel verlangst. Ich denke, ihr seid vielleicht einfach zu unterschiedlich. Du hast ja gesagt, du bist eher ein "Herdentier", du unternimmst also gern was in Gemeinschaft und bist mit anderen zusammen - er hingegen ist eher der unabhängige Freigeist, dem seine Individualität über alles geht. Beziehung heißt aber auch Kompromissfähigkeit und da scheint es bei ihm doch erheblich zu hapern. Du machst doch auch Zugeständnisse an ihn bei Verabredungen usw. und sogar beim Umzug, obwohl du, wie du gesagt hast, mehr verlierst als eher (und das ist wirklich nicht wenig, was du da aufgezählt hast). Kann er das nicht auch mal tun? Kann er nicht mal über seinen Schatten springen und etwas dir zuliebe tun, auch wenn er eigentlich keinen Bock hat? Wenn du ihm sowieso dauernd bei allem seinen Willen lässt, kann er da nicht wenigstens mal mit dir auf den Weihnachtsmarkt gehen? Das kann doch wirklich nicht zu viel verlangt sein und wenn er sich da schon unter Druck gesetzt fühlt...
Ah ja
und er ist noch viel freier, gell?
Ok, das relativiert ein bisschen das mit dem Weihnachtsmarkt. Aber ich find's trotzdem komisch und versteh nicht, was das mit Druck zu tun hat und warum er da so einen Terz machen muss.
Das wär ja auch noch schöner!
Da könnte man jetzt natürlich vermuten, dass er einfach irgendwelchen Sch... labert, um dir wehzutun oder seinen Frust abzulassen. Aber zugeben würd er das natürlich nicht.
Naja. Kann natürlich so sein, manche Leute sind eben einfühlsam wie ein Holzhammer. Vielleicht ist es auch eher das fehlende Wollen.
Vor allem, wenn ich dann das hier lese:


Also da bleibt mir echt die Spucke weg. Was ist das denn für'n Umgangston? In einer Beziehung? Von meinem Freund sollte ich mir sagen lassen, DU kannst dir das nicht leisten und guck dich mal an und wer bist du denn? Also das wüsste ich aber wirklich! So einen Ton würde ich mir aber ganz energisch verbitten und sowas würde mein Freund einmal zu mir sagen und nie wieder (dem käme sowas zum Glück gar nicht in den Sinn). Also für mich ist das unterste Schublade und vor solchen Ausrastern hätte ich Angst. Bzw. vor dem Mann, der wegen so einem Sch... so ausrastet. Was ist denn dann der nächste Schritt, dass er mir eine reinhaut?
Also wenn er keinen Bock hat auf Weihnachtsmarkt, dann soll er halt zu Hause bleiben und du gehst ohne ihn. Aber sich dann so anschnauzen zu lassen - wer will ihm denn was sagen, wer will ihn denn verbiegen, verdammt, nur weil man ihn fragt, ob er auf einen Weihnachtsmarkt gehen will? Wieso fühlt er sich denn da angegriffen und wird so aggressiv und rastet total aus?
Ja, versteh ich
Und "er selbst" bleiben heißt, er tut in jeder Sekunde absolut nur das, was sein freier und uneingeschränkter Wille ist und niemand hat ihm auch nur einen Vorschlag zu machen oder ihn um was zu bitten? Also ich würd mich bedanken, ehrlich...
Das kommt dann als Nächstes, erst mal müssen wir die Situation klären
Frage: ist es eine theoretische Sache? Ich habe eher das Gefühl, dass du im Innersten daran zweifelst, ob du das wirklich willst. Kann es sein, dass du denkst, du musst das jetzt einfach machen - gerade, weil du sonst immer so ein Hasenfuß bist und jetzt einfach mal was wagen willst? Willst du dir selbst was beweisen? und falls ja, ist das der richtige Weg? Oder redest du dir vielleicht nur ein, dass du das willst, weil du ihn sonst verlierst? Also ich würde davon ausgehen, dass er auch ohne dich wegziehen wird, wenn er das möchte. Du siehst ja, wie er schon bei Kleinkram reagiert, sobald etwas nicht nach seiner Nase geht. Da wird er sich doch von dir nicht seine Umzugspläne kaputtmachen lassen.
Wie ist das Thema eigentlich aufgekommen - hat er irgendwann gesagt, dass er umziehen will, und du hast gesagt, du kommst mit? Oder hat er dich gefragt, was du sagen würdest, wenn?
Ich kann verstehen, dass du deine Beziehung nicht aufs Spiel setzen möchtest, zumal du im Umzug ja auch Positives für dich entdeckt hast. Ich weiß nur nicht, wie es überhaupt mit eurer Beziehung aussieht, abgesehen von allem anderen. Du kommst da irgendwie immer viel zu kurz, hab ich den Eindruck. Du zählst irgendwie überhaupt nicht, du bist nur Publikum für seinen Auftritt und sollst brav nach seiner Pfeife tanzen und bloß keine andere Meinung oder gar Kritik äußern. Hört sich jedenfalls so an, aus diesen Ausschnitten. Willst du das auf Dauer?
Tja, wem sagst du das...

Alles Gute für dich,
wastun
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08.12.2010, 15:21
AW: Wo gehöre ich hin?
Mit Versatzstücken meinte ich die Dinge, die Du von Dir erzählst. Nicht wirklich viel, finde ich. Aber z.T. sehr aufschlussreich.
Z.B. antwortest Du auf die Frage, ob Du ihn auf einen Thron setzst, mit: Nein, das wollen wir Beide nicht - aber er verhält sich konträr.
Soll heißen? Es geht um das, was Du tust, nicht er. Um Deinen Anteil. Wenn er sich selber auf den Thron setzt - bitte schön. Das heißt noch lange nicht, dass Du ihn deshalb hofieren musst. Aber Du lässt Dich von ihm klein reden. Und nickst das auch noch ab.
Ich lese wenig Selbstbewusstsein aus den Schilderungen über Deinen Freund. Da geht ein übersteigertes Ego und Egozentrik oft mit einher. Auch, dass man den Anderen unten hält, um sich über ihn stärker zu fühlen, ist da ganz klassisch.
Und was Dich betrifft: Du rechtfertigst alles, was er sagt oder tut - sei es noch so dumm, beleidigend oder entwertend für Dich.
Ich denke schon, dass Du weißt, was Du möchtest und was nicht. Aber Du traust Deinen Gefühlen nicht, suchst nach logischen Erklärungen oder Ausreden, um Dir sein unmögliches Verhalten schönzureden.
Mir scheint es, als suchtest Du hier nach den ultimativen Tipps, um besser mit ihm umgehen und Deinen Traum leben zu können. Und das meine ich gar nicht böse oder gehässig. Verlustängste treiben zuweil seltsame Blüten...
Kümmer Dich besser um Dich. Du gehörst zu Dir. Und sonst erstmal nirgendwo hin.Niemand ist unter einem schlechten Stern geboren.
Aber es gibt Menschen, die den Himmel nicht richtig deuten können.
Dalai Lama
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08.12.2010, 15:26
AW: Wo gehöre ich hin?
Hi :-)
ich habe schon sehr große Angst, ihn zu verlieren. Wobei da jetzt an sich keine aktuelle Gefahr besteht. Verlassen würde er mich nicht, wenn ich nicht kusche, sondern wenn wir uns sehr viel streiten würden. Da aber Streit auch mal entsteht, wenn ich nicht das sage, was er gerade hören möchte, bleibt natürlich ein Risiko. Es ist aber nicht so, dass er schon auf gepackten Koffern sitzt. Mir macht angst, dass vieles gleich so extrem ernst wird. Ich sage schon immer mal was dummes, wie wahrscheinlich jeder. Aber es geht dann bei uns / ihm nicht, einfach zu sagen, "äh, war grad blöd" und zu lachen, sondern ich werde dann sofort darauf festgenagelt. Ich überlege mir bei ihm schon sehr oft vorher, wie ich etwas sage, dann mache ich sonst nicht (und verscherze es mir dennoch nicht mit anderen Leuten).
"aber ich weiß nicht, ob ich Lust hätte, mit jemandem eine enge freundschaftliche Beziehung zu pflegen, bei dem ich dauernd denken muss "reg dich nicht auf, der meint es nicht so". "
Meistens meint er es ja auch so. Wobei er gerade kürzlich in zwei verschiedenen (sehr guten) Gesprächen gesagt hat, manchmal sage er etwas sehr aggressiv, was ihm auch leid tue, oder so ähnlich. Das hat mich schon mal insofern beruhigt, als ich seitdem weiß, dass er es doch zu merken scheint (ob immer oder manchmal). Davor dachte ich wirklich immer, er merkt es gar nicht. Ich glaube, wenn er so austeilt, ist er wirklich selbst auch gerade sehr verletzt, das kann ich in letzter Zeit auch besser erkennen, früher habe ich noch viel extremer alles sofort auf mich bezogen.
Momentan hat er ja auch gerade wieder diese Phase, wo er entweder gar nichts sagt oder nur mault. Montag Morgen war das ganz schlimm. Abends meinte er dann "Ich wollte dir noch sagen, dass ich heute morgen so schlechte Laune hatte, weil ich so einen bösen Traum hatte". Das fand ich ja schon wieder süß :-) Mein Fehler ist halt wirklich, alles gleich mal auf mich zu beziehen. Andererseits tut er idR auch nicht viel, um klarzustellen, dass er einfach nur mies drauf ist, bzw. erst sehr im Nachhinein (das kann bei bestimmten Situationen auch mal ein halbes Jahr später sein, dass er sich erklärt. Aber besser als gar nicht.)
Was ich nur gar nicht abhaben kann ist dieses Talkshow-Niveau à la "Guck dich mal an", das passt auch so gar nicht zu ihm.
"Du hast das Beispiel mit diesem A. angebracht, mit dem er sich angefreundet hat. Warum hat er sich denn so auf den eingeschossen, hatten die irgendwie ein gemeinsames Interesse, wo dein Freund noch was von ihm lernen konnte, oder wieso war der so toll?"
Umgekehrt, mein Schatzi wurde von A. ziemlich angehimmelt :-) (A. ist übrigens auch ungefähr so alt wie ich.)
"also war sein neuer Freund doch gar nicht so toll? Liegt aber wieder nicht an ihm, oder? Vielleicht hat der A. auch mal was gesagt/getan, was ihm nicht gefallen hat, und jetzt hat er bei ihm versch... oder wie? "
A. hat weniger Zeit als zu Beginn der Kumpelschaft, meldet sich weniger und fragt öfter mal, ob er nicht "nutznießen" könnte, (was ich by the way auch nicht soo super finde). Anfangs hat A. meinem Freund öfter mal was geholfen, jetzt fragt er eher mal nach Gegenleistung...
"Sonst ist es nämlich wieder keine gemeinsame Unternehmung, sondern etwas, was er will und du hast mitzukommen oder kannst es lassen und dir dann schon mal ein schlechtes Gewissen einreden lassen. Also partnerschaftlich sieht für mich anders aus. "
Ja, ich glaube auch, dass mir vor allem diese Erfahrung diese Angst beschert, dass er nach dem Umzug ähnlich drauf sein könnte.
"Was du hier beschreibst, ist doch wieder: er denkt sich was aus, er macht, was er will, und wenn du Glück hast, ist er so gnädig und nimmt dich mit? Also das kann's doch wohl nicht sein. Will er denn wirklich, dass du mitkommst?"
Ich bin mir schon sicher, dass er will, dass ich mitkomme. Er würde es auch nicht als gnädig sehen, dass er mich mitnimmt, so wäre es auch falsch zu sehen. Aber er geht vermutlich schlicht davon aus und freut sich darüber. Ich will ihn hier ja auch nicht als absolutes Ekel darstellen, so ist er nicht. Er macht sich nur manchmal vielleicht zu wenig Gedanken (wo ich mir vielleicht zu viele mache).
"er will alle zwei Jahre umziehen. Willst du das? Kannst du dir das leisten (jobmäßig)? Hast du Bock, alle zwei Jahre wieder von vorn anzufangen? Was da alles mit dranhängt, neue Wohnung suchen, evtl. renovieren, Sachen packen, umziehen, neu einrichten, neuen Bekanntenkreis aufbauen, sich einleben... "
Nein, so oft will ich das künftig nicht. Wobei, wer weiß, was sich dann wieder ergibt? Ich finde es auch schön, immer mal was Neues zu haben, so ist es nicht. Aber gerade momentan würde ich auch lieber "schnipps" machen als alles organisieren. Jobmäßig, keine Ahnung, wie mein neuer Job sein wird, ob ich dann bleiben möchte und kann oder eben nicht. Ich würde am liebsten ein paar Jahre dorthin ziehen, dann wieder kommen, wieder in meine jetzige Firma, wieder hier in unserer Ecke wohnen. Ich habe den Job bislang noch nie gewechselt! Bin zwar auch schon umgezogen, aber immer um den Job herum sozusagen.
"Du hast ja gesagt, du bist eher ein "Herdentier", du unternimmst also gern was in Gemeinschaft und bist mit anderen zusammen - er hingegen ist eher der unabhängige Freigeist, dem seine Individualität über alles geht. "
Jein, also es ist bei mir auch nicht so, dass ich ständig im Trubel sein muss. In deinem anderen Thread hast du beschrieben, wie du in dieser Hinsicht bist, und das trifft es bei mir auch ganz gut. Ich treffe mich gerne mit anderen, aber am liebsten nur zu zweit und nach zwei Stunden reicht's mir dann auch wieder. Ich habe schon gerne viele Leute "zur Auswahl", aber ich will die auf keinen Fall alle auf einmal haben :-) Da fehlt es mir an Konzentration und ich finde auch Gespräche besser, wenn man nur zu zweit oder dritt ist. Ich bin auch gerne mal alleine für mich. Der Unterschied ist halt, dass ich jederzeit freundlich reagiere, wenn er mich beim Alleinsein "stört" - sprich, es stört mich nicht.
"Wenn du ihm sowieso dauernd bei allem seinen Willen lässt, kann er da nicht wenigstens mal mit dir auf den Weihnachtsmarkt gehen?"
Er sieht das eben ganz anders. Für ihn will ich ständig was. Aus dieser Sicht heraus kann ich seine Reaktion (aber nicht deren Heftigkeit) ja fast noch verstehen. Aber unter das, was ich ständig will, fallen eben auch so Sachen wie "Gehst du bitte einkaufen?", "Kann ich mich - beim Einschlafen - an dich kuscheln?" usw. Das heißt, alles, was er im Haushalt tut, tut er nicht, weil es gemacht werden muss, sondern es zählt als "er tut was für mich". Ich wäre noch nie zuvor auf die Idee gekommen, meinen Partner zu fragen, ob ich ihn umarmen darf - bei ihm tue ich das. Wenn er es dann tut, fühlt es sich natürlich nur halb so schön an, weil ich wieder bitten musste. In dieser Konsequenz tut er natürlich viel, aber realistisch gesehen, macht er halt den Durchschnitt. War das verständlich?
"Kann es sein, dass du denkst, du musst das jetzt einfach machen - gerade, weil du sonst immer so ein Hasenfuß bist und jetzt einfach mal was wagen willst? Willst du dir selbst was beweisen?"
Ja.
"und falls ja, ist das der richtige Weg? "
Das weiß ich nicht. Aber mal im Ernst, ich kenne so viele Leute, die schon "überall" gewohnt haben, lange im Ausland waren usw. Da werde ich es doch schaffen, mich innerhalb Deutschlands zu bewegen. Das Gegenteil, also ein Leben lang im gleichen Ort, das schreckt mich noch mehr ab.
"Du zählst irgendwie überhaupt nicht, du bist nur Publikum für seinen Auftritt und sollst brav nach seiner Pfeife tanzen und bloß keine andere Meinung oder gar Kritik äußern. Hört sich jedenfalls so an, aus diesen Ausschnitten. Willst du das auf Dauer?"
Ich frage mich gerade, ist er nur so, weil ich es ihm "erlaube"? Wenn ich anders auftreten würde, wäre er dann gar nicht so? Oder noch schlimmer?
Ich zähle schon, er fragt mich auch bei (fast) allem um meine Meinung, nimmt sich Kritik auch zu Herzen und zeigt mir schon oft, dass er an mich denkt und mich miteinbezieht.
Ich verstehe mich da manchmal selbst nicht. Ich wünsche mir manchmal einfach mehr Verbindlichkeit, dabei gibt er mir die im Prinzip auch. Nur reden wir da manchmal wohl aneinander vorbei. Ist echt blöd, aber gerade in Streitgesprächen erfahre ich oft viel mehr, und freue mich dann einerseits drüber, dass er mir im Streit beweist, dass er mich liebt, bin aber gleichzeitig natürlich enttäuscht, dass ich das "im Guten" phasenweise nicht spüre.
Jetzt mal weg von ihm - wie fällt man eine Entscheidung, die Einfluss auf locker zehn Jahre hat? Woher weiß man, dass es richtig ist, wenn man skeptisch ist und wann man einfach übervorsichtig ist?
Beispiel: Das Pferdetier? Ich habe mir mal gedacht, ich würde mir ein Pferd kaufen, wenn ich Betrag x auf dem Konto hätte. Nun ist mir neulich gerade mal aufgefallen, dass ich diesen Betrag eigentlich fast habe. (und der war schon recht hoch angesetzt.) Dennoch wage ich es nicht, weil ich denke, irgendwann sitze ich mit dem Pferd unter der Brücke. Kaufe ich das Pferd nicht, werde ich mein Leben lang weiter grübeln, ob ich nicht doch könnte und wollte. Wie kann man aufhören zu denken und entweder die eine oder die andere Entscheidung durchzuziehen?Geändert von Wogehoereichhin (08.12.2010 um 15:30 Uhr)
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08.12.2010, 15:43
AW: Wo gehöre ich hin?
Hallo Mrsshort,
ich kann dir nicht viel widersprechen...
Trotzdem, wenn ich deinen Text so lese, habe ich den Eindruck, du siehst einen ganz anderen Typen Mensch als ich, wenn du über mich schreibst. Jetzt muss ich nur überlegen, ob du mich falsch einschätzt, weil du mich nicht gut kennst, oder ob ich eine falsche Selbstwahrnehmung habe.
Hast schon Recht, ich schreibe mehr über ihn als über mich. Aber irgendwie hängt das alles so zusammen. Aber ich glaube auch, dass ich zu wenig "ICH" bin.
Zu der Thron-Frage: Ich hätte klarer schreiben sollen: Ich setze ihn, obwohl er es nicht will, auf einen Thron. Ganz ehrlich, er trägt dazu sicher auch bei, aber ich habe mich auch schon mal gefragt, ob ich ihn extra da sitzen lasse, damit ich nicht merke, dass er mehr "Fehler "hat, als ich mit umgehen kann?
Naja, ich versuche schon, (fast) alles auch zu rechtfertigen oder zu relativieren. Wie schon geschrieben, es wäre falsch, ihn als üblen Schurken zu beschreiben. ;-) Ich möchte hier mit euch wirklich NACHDENKEN und nicht einfach über meinen Partner HERZIEHEN. Daher versuche ich auch immer die Gegensicht darzustellen.
" Du traust Deinen Gefühlen nicht, suchst nach logischen Erklärungen oder Ausreden, um Dir sein unmögliches Verhalten schönzureden."
Das stimmt, fürchte ich.
"Mir scheint es, als suchtest Du hier nach den ultimativen Tipps, um besser mit ihm umgehen und Deinen Traum leben zu können. Und das meine ich gar nicht böse oder gehässig. "
So fasse ich es auch nicht auf. Ja, ultimative Tipps kämen mir ganz gelegen...
Was würdest du denn in der konkreten Situation tun? Du willst mit ihm umziehen, willst aber auch sicherstellen, dass er es nur mit dir zusammen macht? Ihn noch mal darauf ansprechen und das konkret fragen? Oder meinst du nicht, dass gerade dadurch das WIR dabei verloren geht, weil ich nachfragen muss? Könnte man es nicht auch als positiv werten, dass er mich selbstverständlich an seiner Seite hat?
Ich kann mich noch erinnern, als wir ganz am Anfang unserer Beziehung das erste Mal auf eine Feier gegangen sind, zu der er eingeladen war. Ich fragte ihn (halb rhethorisch), ob ich mitkommen solle. Er sagte "Natürlich, du bist doch die Frau an meiner Seite". Ich fand diesen Satz wunderschön und er hat mir damals gezeigt, dass er gar nicht überlegt, ob ich denn mitkomme oder nicht. Diesen Satz würde ich gerne auf die jetzige Situation übertragen: Sprich, er fragt nicht wirklich, weil es ihm egal ist, ob ich mitkomme, sondern weil es für ihn klar ist, dass wir so was nur zusammen machen.
"Kümmer dich besser um dich".
Nicht böse sein, solche Sätze sagen mir irgendwie nie viel. Wie könnte das konkret aussehen? Wie meinst du das?
Danke für deine Zeilen!
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08.12.2010, 15:53
AW: Wo gehöre ich hin?
Niemand ist unter einem schlechten Stern geboren.
Aber es gibt Menschen, die den Himmel nicht richtig deuten können.
Dalai Lama
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08.12.2010, 16:07
AW: Wo gehöre ich hin?
Ich lese und ich erkenne vieles wieder. Möglich, dass ich Dir damit nicht gerecht werde. Aber wenn ich Dich nur zum Nachdenken bringe, ist das doch schon was.
Könnte sein, ja. Irgendwie ist das Leben auch leichter, wenn man einen Leithammel hat, der einen mitzieht.Zu der Thron-Frage: Ich hätte klarer schreiben sollen: Ich setze ihn, obwohl er es nicht will, auf einen Thron. Ganz ehrlich, er trägt dazu sicher auch bei, aber ich habe mich auch schon mal gefragt, ob ich ihn extra da sitzen lasse, damit ich nicht merke, dass er mehr "Fehler "hat, als ich mit umgehen kann?
Ich sehe ihn auch nicht als üblen Schurken, sondern lediglich als ziemlich egozentrischen Menschen, der eine mehr als formbare Partnerin hat, die so langsam ins Nachdenken kommt.Naja, ich versuche schon, (fast) alles auch zu rechtfertigen oder zu relativieren. Wie schon geschrieben, es wäre falsch, ihn als üblen Schurken zu beschreiben. ;-) Ich möchte hier mit euch wirklich NACHDENKEN und nicht einfach über meinen Partner HERZIEHEN. Daher versuche ich auch immer die Gegensicht darzustellen.
Konkret nachfragen, ja. Und zwar von meinen Gefühlen ausgehend.Was würdest du denn in der konkreten Situation tun? Du willst mit ihm umziehen, willst aber auch sicherstellen, dass er es nur mit dir zusammen macht? Ihn noch mal darauf ansprechen und das konkret fragen? Oder meinst du nicht, dass gerade dadurch das WIR dabei verloren geht, weil ich nachfragen muss? Könnte man es nicht auch als positiv werten, dass er mich selbstverständlich an seiner Seite hat?
Warum soll das "Wir" dabei verloren gehen? Es entsteht erst, wenn man (auch) konträr diskutiert und die Fragen stellt, die es zu stellen gilt.
Natürlich kann man es auch positiv werten, dass er Dich als selbstverständlich versteht. Man kann aber auch mutmaßen, dass es bei der Selbstverständlichkeit nicht um Dich als Person geht und dass ihn Deine Gefühle kaum interessieren.
Ähm, ja. Für damals mag das noch gepasst haben. Dieses Mal geht es aber um eine existenzielle Frage. Und nicht um eine Party. Er kann nicht davon ausgehen, dass Du einfach das tust, was er auch tut. Macht er das, zeugt das lediglich davon, dass er sich kaum Gedanken um Dein Wohlbefinden macht, sondern lediglich an seins denkt.Ich fragte ihn (halb rhethorisch), ob ich mitkommen solle. Er sagte "Natürlich, du bist doch die Frau an meiner Seite". Ich fand diesen Satz wunderschön und er hat mir damals gezeigt, dass er gar nicht überlegt, ob ich denn mitkomme oder nicht. Diesen Satz würde ich gerne auf die jetzige Situation übertragen: Sprich, er fragt nicht wirklich, weil es ihm egal ist, ob ich mitkomme, sondern weil es für ihn klar ist, dass wir so was nur zusammen machen.
Ich meine damit, dass Du aufhören solltest, Dich ausschließlich um ihn zu kümmern und zu drehen. Hör auf Deine Gefühle. Sie sagen Dir die Wahrheit."Kümmer dich besser um dich".
Nicht böse sein, solche Sätze sagen mir irgendwie nie viel. Wie könnte das konkret aussehen? Wie meinst du das?Niemand ist unter einem schlechten Stern geboren.
Aber es gibt Menschen, die den Himmel nicht richtig deuten können.
Dalai Lama
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08.12.2010, 16:07
AW: Wo gehöre ich hin?
Ja, wir haben uns überschnitten.
Das ich mich in Frage stelle, ist mir bewusst. Andererseits käme es mir auch "unerwachsen" vor, das nicht zu tun. Mache ich es zu extrem? Wo wäre die vernünftige Grenze?
Diese Tendenz habe ich aber generell, nicht nur bei ihm. Nur im Job bin ich absolut sicher, immer genau zu wissen, was zu tun ist. Meine selbstbewusste Seite sitzt also mehr im Büro als zuhause auf der Couch.
edit:
Jetzt haben wir uns gerade noch mal überschnitten, lach.
Ja, ich drehe mich wirklich zu viel um ihn, das kann ich schlecht verbergen, gell? Aber soll ich euch was sagen? Die erste Zeit, nachdem das mit dem Umzug aufkam, war ich so damit beschäftigt, nach Stellen und Wohnungen usw. zu gucken, dass ich tatsächlich mal ein paar Wochen nicht über uns nachgedacht habe! :-) Und mir ist das auch aufgefallen und ich habe gemerkt, wie entspannt ich in der Zeit war.
"Konkret nachfragen, ja. Und zwar von meinen Gefühlen ausgehend.
Warum soll das "Wir" dabei verloren gehen? Es entsteht erst, wenn man (auch) konträr diskutiert und die Fragen stellt, die es zu stellen gilt."
Dein Wort in Gottes Ohr ;-) Ich werde ihn noch mal darauf ansprechen, versuche aber, damit noch ein paar Tage zu warten, bis er erstens wieder bessere Laune hat und zweitens ich konkreter weiß, was ich eigentlich aussagen will.Geändert von Wogehoereichhin (08.12.2010 um 16:16 Uhr)
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08.12.2010, 16:16
AW: Wo gehöre ich hin?
Ich kenne das, liebe Wgih. Ich bin ein Meisterin in der Selbstzerfleischung, und ich habe es mehrfach bis zur Selbstaufgabe für einen Mann getan, nur damit es irgendwie passt.
Und ja, ich finde es zu extrem. Du stellst Dich auch dann in Frage, wenn Du ein klares Gefühl hast bzw. Du lässt es Dir von ihm ausreden. Nicht gut. Gar nicht gut.
Die vernünftige Grenze bist Du mit Deinen Gefühlen. Du grenzst Dich ab, indem Du zu Dir stehst. Das ist nicht einfach und man muss aushalten können, dass man dann auch mal nicht so doll gemocht wird. Aber es ist der einzige Weg für ein selbstbestimmtes Leben.Niemand ist unter einem schlechten Stern geboren.
Aber es gibt Menschen, die den Himmel nicht richtig deuten können.
Dalai Lama
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08.12.2010, 18:54
AW: Wo gehöre ich hin?
Möglich, dass sich die Sache mit dem "Wir" dann auch erledigt hat. Nicht vergessen...

Es ist wichtig, dass Du bei Dir bleibst und weißt, was Du willst (und was nicht).
So, wie ich ihn einschätze, wird er entweder blocken oder versuchen, Dich zu verunsichern. (Sorry dafür. Ich lasse mich gerne vom Gegenteil überzeugen.) Umso wichtiger dann, dass Du nicht gleich wieder umfällst, wenn er pustet.Niemand ist unter einem schlechten Stern geboren.
Aber es gibt Menschen, die den Himmel nicht richtig deuten können.
Dalai Lama


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