Liebe Wogehoereichhin,
ich hab jetzt gerade noch deine neuen Postings und die Beiträge der anderen gelesen. Für mich hört es sich so an, dass dein Freund ein sehr freiheitsliebender Mensch ist, der gern allen unnötigen Bindungen ausweicht. Also - Freunde braucht er eigentlich nicht (sagt er), manchmal aber dann doch - und dann wirft er dir auch noch vor, du hättest keine und auch keine Hobbys, wobei ja das Gegenteil der Fall ist. Vielleicht möchte er auch gern Freunde haben, hat aber keine Lust auf die Freundschaftspflege, die eben auch dazugehört? Vielleicht ist er insgeheim neidisch auf dich und hätte auch gern Freunde und Hobbys wie du, will aber dann wieder nicht die entsprechende Verantwortung übernehmen und sich engagieren?
Es hört sich für mich auch so an, dass ihr eine gute und schöne Beziehung führt, solange alles in Ordnung ist - aber sobald er irgendwo etwas auftauchen sieht, das nach Druck oder Verpflichtung oder Sich-entscheiden-Müssen aussieht, kneift er. Kann das sein?
Das mit der Freiheitsliebe und der Unabhängigkeit ist ja im Grunde nicht schlecht. Es fragt sich eben nur, ob du dafür geschaffen bist, ob du eine solche Beziehung führen kannst, und das hört sich für mich eher nicht so an. Er möchte unabhängig sein, frei, unspießig - du bist aber an einem Punkt, an dem du gern ein bisschen Stabilität hättest - dieses Gefühl, angekommen zu sein, an einem Ort zu sein, an dem du bleiben möchtest - das finde ich auch durchaus normal. Seine Einstellung ist natürlich genauso legitim, aber vielleicht kommt ihr an diesem Punkt, so schön und gut alles andere auch ist, nicht zusammen. Weil ihr einfach unterschiedliche Vorstellungen vom Leben habt und euch an unterschiedlichen Punkten befindet. Er ist 20 Jahre älter, hat also schon 20 Jahre mehr gelebt als du - vielleicht hat er gerade das Gefühl, etwas zu verpassen, wenn er jetzt stehenbleibt. Du möchtest aber vielleicht gern ein bisschen dort bleiben, wo du jetzt bist, weil dir das Leben so gefällt - und er ist auf der Suche nach etwas Neuem. Vielleicht siehst du es in 20 Jahren so wie er, aber das hilft dir jetzt auch nicht weiter
Du sprichst an, dass du generell auch gern etwas in deinem Leben ändern möchtest und der Umzug mit ihm vielleicht eine Chance für dich ist, mal was Neues anzufangen, dein Leben umzukrempeln, etwas zu wagen. Vielleicht solltest du aber diese beiden Dinge auseinanderhalten. Du kannst natürlich mit ihm gehen und das als Chance für dich selbst sehen, dein Leben zu ändern - aber es hört sich für mich nicht so an, als ob du dich mit diesem Gedanken wohlfühlst.
Es ist ja auch eine ganz materielle Frage - würdest du dort Arbeit finden, wohin er ziehen will? Bist du bereit, deine jetzige sichere Stelle aufzugeben und zu riskieren, dass du woanders keine Stelle findest oder eine schlechtere? Was machst du, wenn es mit dem einen Umzug nicht getan ist und er in ein paar Jahren wieder umziehen möchte?
Ich glaube, du bist in einem Zwiespalt - einerseits möchtest du Stabilität, Ankommen, Nest bauen(auch ohne Kinder), andererseits möchtest du Veränderung, Neues, das soll noch nicht alles gewesen sein. Aber vielleicht solltest du versuchen, etwas in anderen Bereichen zu ändern - irgendwas Banales, eine Sprache lernen oder eine neue Sportart oder ein Instrument, oder eine bestimmte Reise machen oder so - aber nicht gleich so einen großen Schritt machen wie diesen Umzug. Denn für mich hört es sich eher so an, dass du diesen Umzug seinetwegen mitmachen würdest, im Grunde ist es aber nicht dein Wunsch. Und ich finde, du solltest dich da nicht so abhängig machen, wenn von ihm aus etwas durchklingt wie "ich mach das auf jeden Fall und du kannst ja mal sehen". Ich hab den Eindruck, dass er wie selbstverständlich davon ausgeht, dass du mitkommst. Was wäre aber, wenn du Bedingungen stellen würdest? Wenn du sagen würdest "ich komme nur mit, wenn wir mindestens x Jahre an diesem neuen Ort bleiben/ich im Voraus eine Stelle finde (also nicht in die Arbeitslosigkeit gehe)" oder so? Dann müsste er nämlich wieder Kompromisse machen, seine Freiheit einschränken lassen, und ob er das will?
Versuch mal, dich unabhängig von ihm zu sehen. Wie fühlst du dich mit diesem Umzug? Damit, vieles zurücklassen zu müssen, aber auch neue Chancen zu bekommen? Und wie stellst du dir das praktisch vor (Wohnung, Arbeit...)
Liebe Grüße,
wastun![]()
Antworten
Ergebnis 11 bis 20 von 74
Thema: Wo gehöre ich hin?
-
06.12.2010, 17:25
AW: Wo gehöre ich hin?
-
06.12.2010, 17:54
AW: Wo gehöre ich hin?
ich verschiebe den thread mal ins unterforum "beziehung im alltag", da passt er thematisch besser.
-
06.12.2010, 18:05Inaktiver User
AW: Wo gehöre ich hin?
Hallo,
ich denke- man muss das alles mal auseinandernehmen!
Da gibt es IHN.....und wenn Du von dieser Freiheitsliebe sprichst, die so vehement vertreten wird.....dann wirkt das schon nciht wirklch authentisch!
Jemand, der freiheitsliebend ist- wird gegen Druck doch gar nicht kämpfen oder sich aufregen-- sondern wird einen widerstandsfreien Weg wählen......was keinen Stress bringt!
Es klingt für mich eher nach jemandem, der sich selber noch nciht gefunden hat...und nur ein Lebensmodell entworfen, bei dem er in der meissten Zeit sehr gut mit sich klarkommt!
Das Ungelebte- nicht- angesehene......kommt aber immer wieder mal hoch und endet dann im "weiterreisen".....obwohl doch jetzt schon klar ist, daß das Ziel nicht dort liegen wird!
Du dagegen wirkst hier ziemlich stabil- gerade......selbst, wenn Du Dich als emotionaler beschreibst!
Irgendwie WEIL Du stark bist- kannst Du mit diesem Menschen so gut umgehen......oder was sich vielleicht was ungerade anhört- kann man Dir abnehmen, daß Du über manche Schieflage hinwegsehen kannst!
Ich glaube Dir, daß Du mit diesem Menschen soweit glücklich bist - aber ich vermute, daß er Dir nur bestimmte Teile gibt......den Rest gibst DU DIR SELBER!!
Ob Du nun umziehen sollst?
Ich würde es notfalls doch einfach mal drauf ankommen lassen, wenn es mit Deinem Job nicht sofort klappt- wie Dein Freund sich dann verhält!
Ob er vermisst- sich nach Dir sehnt? Ob er Deine Nähe dann braucht- sucht.......und wie Du Dich dann damit fühlst!
Ihr scheint miteinander gut auszukommen- selbst mit unterschiedlichen Lebensvorstellungen.
Das kann alles gut gehen......sofern Du nicht hergehst und zuviel von Dir selber verbiegst.
Vielleicht wäre eine Zeit der Distanz mal sehr hilfreich für Euch beide!?
Vielleicht würde er auch den Hafen bei DIr erkennen.....den er wohl für Dich darstellt!
kenzia
-
06.12.2010, 18:49
AW: Wo gehöre ich hin?
Wo gehöre ich hin - eigentlich sagt die Frage schon sehr viel aus: Gehörst Du zu ihm? Oder Gehörst Du ihm?
Er will sich in keiner Weise bevormunden lassen, auch gar nicht einschränken - und knallt Dir aber seine "Entscheidung" vor den Latz und erwartet von Dir, dass Du nach dem Motto "friss oder stirb" reagierst.
Muss eigentlich nicht vielmehr die Frage gestellt werden, ob ihr einen gemeinsamen Weg habt?
Oder ob Du ihn eben nur eine Zeit lang begleitet hast - auf seinem Weg, den er ohne Rücksicht geht.Geändert von Franca81 (06.12.2010 um 18:53 Uhr)
Ich hab meine Ernährung umgestellt.
Die Chips stehen jetzt links von der Tastatur.
-
06.12.2010, 19:05
AW: Wo gehöre ich hin?
Hallo Lizzie,
eigentlich habe ich mich extra für "Persönlichkeit" entschieden, weil es mir nicht in erster Linie um die Beziehung, sondern eben die Frage, wie entwickele ich mich weiter geht. Aber letztlich ist es Wurscht. :-)
Liebe Kenzia,
Danke, dass du so viel geschrieben hast. Wenn er deinen Beitrag lesen würde, würde er wahrscheinlich lauthals lachen. Ich bin aber froh, dass deine Einschätzung ist, dass ich stabiler bin. Ich bin zwar sicher nicht einfach, und eben auch emotional, aber ich finde eigentlich auch, dass ich ganz gut im Leben stehe und klar komme.
"den Rest gibst DU DIR SELBER!!"
Ich dachte eigentlich nie, dass ich das kann oder tue. Aber vielleicht ja doch? Deine Antwort stärkt mich gerade sehr. Ich kann nämlich eigentlich gar nicht so gut mit ihm umgehen, wenn er "so" ist und zweifle dann vor allem an mir selbst. Vielleicht hilft es mir beim nächsten Mal, mich an deinen Beitrag zu erinnern!
"Ich würde es notfalls doch einfach mal drauf ankommen lassen, wenn es mit Deinem Job nicht sofort klappt- wie Dein Freund sich dann verhält!"
Ich glaube schon, dass er Wort hält und mich nicht einfach stehen lässt. Aber ob das dann ohne Ärger sein würde, ist die nächste Frage. Ich denke ja noch, dass sich die Frage letztlich nicht stellen wird, weil ich doch hoffentlich einen Job bekomme. Aber wer weiß, gell.
Ich komme mir oft so vor, als balanciere ich auf einem Seil, von dem ich mir sage, er wird es vermutlich halten. Aber mir fehlt die konkrete Ansage "Natürlich halte ich es fest." Vielleicht hat er selbst Angst, wieder verlassen zu werden und will deshalb nie zu viel geben. Ich würde ihn da gerne besser verstehen, aber ich kann es nicht so richtig.
Liebe wastun,
ich würde dich jetzt am liebsten umarmen, weil du so treffend geschrieben hast und ich mich gerade so verstanden fühle.
Dein erster Absatz - trifft genau zu, finde ich. Weißt du, wenn ich wenigstens davon ausgehen könnte, er sagt so was mal im Ärger oder so, kein Problem, jeder labert mal Schrott. Aber ich glaube, bei ihm ist es so, dass er immer davon überzeugt ist, alles richtig zu sehen. Und er scheint wirklich zu glauben, dass ich keine Freunde und Hobbies habe, obwohl er ja weiß, dass ich z.B. reiten gehe.
Wobei, mir fällt gerade ein. Einmal habe ich - wirklich zufällig - gesehen, dass er in einem Forum einen Beitrag geschrieben hat zur Frage, warum sich "Freunde" nie bei ihm melden und er immer auf alle zugehen muss. Ich habe ihm nicht gesagt, dass ich den Beitrag gesehen habe und er hat es mir auch nicht erzählt. Aber in dem Beitrag habe ich schon auch viel Traurigkeit rausgelesen. (Aber auch gemerkt, dass er einiges beschönigt hat oder immer noch von damals schreibt, als er 20 war). Als dann (auch wirklich gute) Antworten kamen, hat er diese erst ernst beantwortet, aber nach und nach immer mehr abgeblockt und wieder geschrieben, dass es doch nicht an ihm liegen könne. Ich glaube wirklich, er ist nicht so richtig "sozialisiert". Klingt total bescheuert, aber er war zwar immer viel unterwegs, aber nie in einem festen Freundeskreis. Wäre er ein Hund, würde ich sagen, ihm fehlte der rechtzeitige intensive Kontakt zu Artgenossen.
(hoffentlich versteht das jetzt keiner falsch..).
Auch deinem zweiten Absatz kann ich nur zustimmen. Ich brauche gewiss auch Zeit für mich. Aber ich könnte meinen Partner nie so schroff zurückweisen, wie er es manchmal mit mir tut, so viel Freiheitsdrang habe ich wirklich nicht.
"Aber vielleicht solltest du versuchen, etwas in anderen Bereichen zu ändern - irgendwas Banales, eine Sprache lernen oder eine neue Sportart oder ein Instrument, oder eine bestimmte Reise machen oder so - aber nicht gleich so einen großen Schritt machen wie diesen Umzug. Denn für mich hört es sich eher so an, dass du diesen Umzug seinetwegen mitmachen würdest, im Grunde ist es aber nicht dein Wunsch. "
Hier muss ich dir dann doch widersprechen. Eine neue Sprache zu lernen würde mir in der Hinsicht glaube ich nicht viel bringen.
Und der Umzug an sich gefällt mir ja, ich will auch in die Gegend und stelle es mir sehr schön vor.
Ich will nur, dass wir mit den gleichen Gedanken und Einstellungen umsiedeln.
Ich will es als gemeinsames Projekt und nicht als sein Ding, bei dem ich halt mitmache. Seit Samstag bin ich mir da eben nicht mehr sicher, ob er es genauso sieht wie ich. Und ich will nicht, dass er da völlig krampfhaft nur noch unterwegs ist, um sich Neuem zuzuwenden. ich werde mir da sicherlich auch wieder meinen Sport und meine Pferde suchen, keine Frage. Aber bei mir ist das irgendwie so logisch, gehört halt dazu, weil ich reiten will und neue Leute kennenlernen will. Ich kann es so schwer beschreiben, bei ihm kommt es mir viel krampfiger vor. Und ich weiß, wie er ist, wenn er so krampfig wird und davor fürchte ich mich.
"Was wäre aber, wenn du Bedingungen stellen würdest?"
Genau, was wäre dann. Ich weiß nicht, ob er in der Lage wäre, wirklich mal auf mich Rücksicht zu nehmen und auch mal meinen "Vorgaben" zu folgen. Wenn es schon ein Riesenterz ist, wenn ich nur vorschlage, auf den Weihnachtsmarkt zu gehen, der 500 Meter von der Haustür weg ist. (Viel zu weit und viel zu überhaupt).
Er ist wirklcih unternehmenslustig, aber nur, wenn es von ihm kommt. Wenn ich was vorschlage, lehnt er oft ab (wobei es in letzter Zeit besser wurde). Wenn ich nichts vorschlage, darf ich mir dann anhören, dass er ja immer alles planen müsse.
Ihr meint also, ich müsste einfach etwas mutiger sein?
-
06.12.2010, 19:16
AW: Wo gehöre ich hin?
Für mich liest sich das so, als wäre Dein Freund auf der Flucht vor sich selbst.
Man erfindet sich nicht neu, nur weil man den Standort wechselt. Eher das Gegenteil ist der Fall - und dann umso tragischer.
Ich empfinde Dich übrigens nicht als "stärker", sondern eher als sehr bemüht, das Richtige zu tun.
Mein Rat: Tu das Richtige für Dich und höre lediglich auf Dein Gefühl. Viele der Versatzstücke, die Du von Dir erzählst, lesen sich nicht so, als würdest Du das tun. Du "weißt" zwar eigentlich sehr genau, was Du möchtest, spiegelst Dich aber in seinen Wünschen und stellst Deine hintenan.
Keine gute Idee, wenn Du mich fragst.
Diese Idee mit dem neuen Projekt in einem fremden Land... ich kenne diese Sehnsüchte und weiß, dass es letztlich nur funktioniert, wenn der Traum, den man träumt, der gleiche ist und man sich 100%ig aufeinander verlassen kann. Das fängt schon bei der grundsätzlichen Planung an.
Will heißen: Wenn er gehen will, ohne dass Du einen sicheren Rückhalt hast, hängt die Nummer schon schief, bevor es überhaupt richtig angefangen hat.
Für ihn mag das ok sein, für Dich ist es das nicht. Und dabei solltest Du bleiben. Mach Dich nicht abhängig von ihm. Und stell Deine Gefühle nicht in Frage. Dein Bauch weiß schon, was Dein Kopf noch irgendwie anders erklären möchte.Niemand ist unter einem schlechten Stern geboren.
Aber es gibt Menschen, die den Himmel nicht richtig deuten können.
Dalai Lama
-
06.12.2010, 20:30Inaktiver User
AW: Wo gehöre ich hin?
Hallo,
nun- ich würde Dich schon als "stärker" beschreiben- selbst wenn Du sehr versuchst ihm gerecht zu werden!
Das ist schon sehr viel, was Du da tust- für ihn.....was Du mit Dir machen lässt....- und doch....hast Du was in Deinen Zeilen, was auf mich so wirkt, daß Du Dich nicht ganz aufgibst!
Es gibt Menschen, die können sich selber sehr verbiegen ohne zu zerbrechen.....- gleich einem Bambus- und ich würde sagen- so wirken Deine Zeilen auf mich!
Noch dazu...bist Du sehr reflektiert- was das alles noch sehr unterstreicht.
Er ist 20 Jahre älter- und damit hat er vielleicht für Dich so eine unausgesprochene Autorität für Dich.....- wodurch er bei Dir auch mehr fordern kann..??
Wenn Du sagst, daß er über meine Worte laut lachen würde.....unterstreicht es leider meine Worte wiederum total
Wie Du ihn beschreibst- hat er eine grosse Überheblichkeit....was unterm Strich nichts anderes ist als die Angst hinzusehen!
Und Du sagst ja selber-- daß er manches anders wahrnimmt als Du es siehst!
Steht er bei Dir auf einem Podest??
DU sagst ihr redet viel....redet ihr auch über Euch?
Wie es Euch geht- wie Ihr Euch fühlt?
Ob Du mutiger sein solltest??
Ja....das ist wohl gut formuliert!!
Es hört sich so an, als ob Du Dir selber weniger vertraust....dafür lieber ihm Entscheidungen überlässt...
Angst vor Ärger.....warum??.....Angst vor Verlust??....was ist für Dich das Allerwichtigste in dieser Beziehung??
kenzia
-
06.12.2010, 21:06
AW: Wo gehöre ich hin?
Doch..ihr tickt unterschiedlich. Du willst langsam sesshaft werden.. er nicht. Oder du ueberlegst ob sesshaft werden nicht eine Illusion ist..und er ueberlegt ob nicht sesshaft leben eine Illusion ist. Aber noch seid ihr nicht im Gleichklang. Vielleicht schafft ihr es. Dann aber nur wenn ihr euch beide unterschiedlich voneinander auf diese Richtung gekommen seid. Vielleicht schafft ihr es nicht. Aber auch das sollte eure Entscheidung sein, unabhaengig voneinander.Überwiegend ticken wir eigentlich gar nicht so unterschiedlich
Ein Miteinander gibt es nur wenn auch du weisst wohin du gehen willst.
Das bedeutet nicht Egoismus...das Durchsetzen der eigenen Wuensche auf Kosten anderer. Es sei denn das ist das im Leben was du bereit bist als " Kollateralschaden" hinzunehmen.
Aber so schaetze ich dich nicht ein. Du moechtest mit ihm weiterleben.. also kommt es auf die Liste deiner Bedurfnisse. Der Anfang der Liste ist einfach... da ist jeder Mensch wohl ziemlich aehnlich. Es kommt auf den zweiten Schritt drauf an. Das Ordnen. Und fuer diesen Akr bist du ganz alleine verantwortlich.Und genau dafuer wirst du dir fuer den Rest deines Lebens Verantwortung uebernehmen muessen. Kannst du diese Verantwortung nicht uebernehmen..fragst dich: Was waere wenn.. haette ich...wirst du ziemlich ungluecklich werden.
Dein weiterer Gedankenkatalog sollte daher wirklich voll und ganz bei dir bleiben.Nur so kannst du Verantwortung fuer dich und euch uebernehmen.
-
06.12.2010, 21:40
AW: Wo gehöre ich hin?
Liebe Wogehoereichhin,
Danke, das freut mich!


Vielleicht fühlt er sich dir wirklich überlegen, weil er einfach älter ist, so wie das hier schon jemand gesagt hat? Ist er auch anderen gegenüber so oder nur bei dir?
Trotzdem verstehe ich nicht, wie er glauben kann, du hast keine Freunde und Hobbys, wenn er objektiv weiß, dass das nicht stimmt. Dann kann es ja eigentlich nicht so sein - sondern eher, dass er deine Freunde und Hobbys abwertet, nicht für voll nimmt. Als ob es eben z. B. gar keine richtigen Freunde wären. Das fände ich dann aber ziemlich unverschämt, dich und deine Sachen abzuwerten. Ich meine, vielleicht ist er ja wirklich neidisch, vielleicht gönnt er dir deine Freunde und deinen Spaß nicht und versucht deshalb, das kleinzureden - das wäre dann aber wirklich kindisch und auch nicht das, was man von seinem Freund erwarten würde. Er sollte sich doch lieber freuen, dass du hier deinen Spaß hast.
Was du über seinen Beitrag in diesem Forum geschrieben hast - das klingt für mich so, dass er zwar einerseits im Grunde gern Freunde hätte, aber andererseits nicht bereit ist, das dafür Nötige zu tun. Hält er sich wirklich für so toll, dass immer alle auf ihn zugehen müssen statt umgekehrt? Sind in der Vergangenheit mal Freundschaften durch sein Verhalten zu Bruch gegangen? Wenn er schreibt, es könnte nicht an ihm liegen - gut, sicher gibt es das, dass Menschen sich einfach unterschiedlich entwickeln und Freundschaften kaputtgehen. Natürlich kann es sein, dass sich ein Freund von dir abwendet und du damit gar nichts zu tun hast. Aber wenn dir das immer wieder passiert - dann hast du entweder verdammt großes Pech oder die Freundschaften waren gar nicht so doll, wie du gedacht hattest - oder es liegt eben doch an dir. Und wenn ich an das denke, was du über ihn schreibst - seine Freiheit geht ihm über alles, er mag keine Zwänge, wahrscheinlich auch nicht gern Kompromisse - vielleicht würde er gern zu denen gehören, die sich im Grunde selbst genug sind und keine anderen Menschen brauchen (wogegen ja eigentlich nichts zu sagen ist), merkt aber hin und wieder, dass er doch nicht stark genug dafür ist und sich Freunde wünscht. Also wie jemand, der sich an seine Freunde erinnert, wenn es ihm schlecht geht - und in guten Zeiten einfach keinen Bock hat, Zeit mit ihnen zu verbringen oder etwas für sie zu tun, weil das ja seine Freiheit einschränken könnte. Hin und wieder ist er dann ein bisschen traurig, weil er keine Freunde hat (und versucht das dadurch zu kompensieren, dass er behauptet, du hättest ja auch keine)), aber eben nicht stark oder oft genug, um sich wirklich Freunde zu suchen oder alte Freundschaften weiter zu pflegen. Kommt das ungefähr hin?
Warum auch? Ich finde, das eine hat mit dem anderen nichts zu tun. Ich bin selbst in einer Beziehung und mein Freund und ich können beide sehr gut allein sein, uns allein beschäftigen - es kommt oft vor, dass wir beide zu Hause sind, aber jeder in seinem Zimmer. Ich bin selbstständig und arbeite von zu Hause aus und er macht halt etwas für sich und ab und zu auch fürs Büro. Unsere Türen stehen dann offen, wir erzählen uns zwischendurch was oder gehen uns "besuchen", aber sonst werkelt jeder vor sich hin. Warum auch nicht, man muss ja nicht ständig aufeinanderkleben. Aber was du schreibst von wegen "schroff zurückweisen", das ist doch überhaupt nicht nötig. Es könnte ja z. B. sein, dass dein Freund sagt - ich möchte jetzt mal eine Stunde allein sein. Oder ich gehe mal eben allein spazieren. Spricht ja nichts dagegen, jeder braucht Zeit für sich (der eine mehr, der andere weniger) und du machst ja auch was allein, ohne ihn (das Reiten z. B. oder - nehme ich an - dich mit deinen Freunden treffen). Aber warum muss man da schroff werden und den anderen zurückweisen? Das klingt dann für mich eher so, als ob er im Grunde lieber ganz allein sein will, als ob es ihm im Grunde auf die Nerven geht, dass da jemand anders ist. Und das kann's doch wohl nicht sein?!
Ok, das mit der Sprache war auch nur ein Beispiel, falls du sagst: ich würde gern was Neues anfangen oder was in meinem Leben verändern
Gut! Dann wäre der Umzug ja doch eine Chance für dich, etwas Größeres in deinem Leben zu verändern!
Aber:
Und das sehe ich so nicht, aus dem, was du geschrieben hast. In deinem ersten Posting schreibst du: "Am Samstag kam die Ansage, er ist auf jeden Fall im April dort, so nach dem Motto, ich kann dann sehen, wie es bei mir klappt." und ich finde, das ist ziemlich eindeutig. Es ist sein Plan, sein Projekt, er wird es machen, für sich selbst, weil er es so will. Du bist einverstanden und möchtest mitkommen - ok. Du willst nicht - auch ok. Es klingt für mich überhaupt nicht nach einem gemeinsamen Projekt, sondern nach seinem ganz persönlichen, bei dem du entweder mitmachen kannst oder es bleiben lässt. Es hört sich nicht so an, als würde es für ihn einen Unterschied machen. Oder besteht irgendein Zeitdruck? Ist der Umzug für ihn eigentlich beruflich motiviert, sprich: tritt er dort eine neue Stelle an? Oder will er einfach weg? Warum ist die Entscheidung auf diesen Ort gefallen?
Das heißt, du würdest versuchen, dich dort einzurichten und für das zu sorgen, was dir wichtig ist, du würdest dich dort irgendwann genauso heimisch fühlen wie jetzt - aber er wäre wieder/immer noch auf der Suche? Was ist denn bei ihm krampfig - das Wegwollen, das Suchen, das Streben nach Veränderung? Das verbissene Suchen nach Neuem, das Kämpfen um seine Freiheit? Oder was?
Musste er das schon mal, in irgendeiner Hinsicht? Oder hast du dich bisher immer an ihn angepasst und zu allem ja und amen gesagt, was von ihm kam? Also nach Rücksicht seinerseits hört sich das alles für mich überhaupt nicht an.
Warum ist es ein Riesenterz? Weil er keinen Bock auf Weihnachtsmarkt hat? Generell oder nur jetzt? Oder gerade in dem Moment, als du das vorgeschlagen hast? Oder weil es dein Vorschlag war? Wird irgendwann mal was gemacht, was du vorschlägst? Wie sieht's denn mit alltäglichen Entscheidungen aus (was wird eingekauft, wer übernimmt welche Arbeit im Haushalt oder so)? Gibt er da immer den Ton an und du hast zu folgen?
Klar, alles andere würde ja seine Freiheit einschränken
SCNR
Das heißt aber doch, es muss immer alles nach seiner Nase gehen und auf Wünsche anderer nimmt er keine Rücksicht, nicht mal auf deine, nicht mal bei sowas Läppischem wie "gehen wir auf den Weihnachtsmarkt oder nicht"? Was ist denn dann bei größeren Wünschen, was ist bei dem, was wirklich wichtig ist? Was ist denn dann bei der Frage, wie du zu seinem Umzugsprojekt stehst? Wird überhaupt berücksichtigt, was du denkst? Wo bleibst du denn bei der ganzen Sache?
Das ist dann so ähnlich wie bei den Freunden, die du ja auch nicht hast. Was soll denn das eigentlich - kann man es ihm nicht recht machen, lässt er seinen Frust an dir aus, muss er generell an allem herumnörgeln, was von dir kommt (oder eben nicht)? Weiß er nicht, was er will? Geht es ihm darum, dich zu kritisieren? Das hört sich für mich jetzt total lieblos an, vielleicht (hoffentlich!) täuscht der Eindruck aber auch, weil du hier ja nur die problematischen Aspekte ansprichst.
Mutig sein ist immer gut
Fragt sich nur, mutiger wozu - um mit ihm zu gehen, um ihn nicht zu verlieren, trotz des Risikos und des Verlusts, den das für dich bedeutet (neue Arbeit, neue Wohnung, neue Umgebung, Trennung von lieben Menschen...)? Oder mutig, um dir mal darüber klar zu werden, was du eigentlich willst, welche Rolle du in eurer Beziehung spielst, was er eigentlich in dir sieht? Um auch mal zu sagen: "nein, das will ich nicht" oder "ich möchte aber, dass..." oder "für mich ist wichtig, dass..."?
Sorry, wenn mein Post jetzt vielleicht ein bisschen flapsig oder zu hart rüberkommt - wir sehen ja hier nur Ausschnitte aus eurer Beziehung und eurer Persönlichkeit und können nur auf dieser Grundlage uns eine Meinung bilden. Ich will dich nicht kritisieren oder gar angreifen, sondern einfach mal aus der Entfernung ein paar Fragen aufwerfen, über die du nachdenken könntest, und die dir vielleicht helfen, klarer zu sehen
Alles Gute für dich!
wastun
-
07.12.2010, 10:07
AW: Wo gehöre ich hin?
Guten Morgen,
ich finde es toll, wie viel ihr schreibt und wie einfühlsam ihr seid! Vielen Dank dafür!
Liebe Franca,
sorry, wir hatten gestern gleichzeitig geschrieben, da hatte ich deinen Beitrag erst nicht gesehen.
Ganz schön harte Worte. Ich hoffe einfach mal, dass es nicht ganz so schlimm ist... Ich will ihn auch nicht in einem falschen Licht erscheinen lasse. Was ich hier beschreibe, sind seine schlechten Seiten. Er hat natürlich auch völlig konträre Seiten, bei denen er mir das Gefühl gibt, das Kostbarste auf der Welt zu sein. Ich kann also eigentlich nie schreiben "Er ist...", weil es dann immer irgendwie gelogen ist, egal, ob im Positiven oder Negativen. Das macht es mir etwas schwierig. Wenn ich deine Worte lese, denke ich wieder, nein, so ist er nicht. Aber ich habe den Beitrag ja auch nicht ohne Grund geschrieben. hm.
"Gehörst Du zu ihm? Oder Gehörst Du ihm?"
Ihm gehören tue ich sicherlich nicht, das würden wir beide verneinen.
Liebe Mrs Short,
"Ich empfinde Dich übrigens nicht als "stärker", sondern eher als sehr bemüht, das Richtige zu tun. "
Schade, alle Illusionen wieder weg
Ich empfinde mich in der Tat auch als sehr bemüht (und das ist schon anstrengend). Vielleicht habe ich ja aber zumindest die Fähigkeit in mir, stärker zu sein.
"Viele der Versatzstücke, die Du von Dir erzählst, lesen sich nicht so, als würdest Du das tun. Du "weißt" zwar eigentlich sehr genau, was Du möchtest, spiegelst Dich aber in seinen Wünschen und stellst Deine hintenan."
Was sind denn Versatzstücke?
Sehr genau weiß ich eigentlich nicht, was ich möchte. Das ist ja auch ein Problem. Wie soll ich ihm gegenüber klar und mutig auftreten, wenn ich gar nicht genau weiß, wo ich selbst hin will.
Übrigens soll es nicht ins Ausland gehen, sondern wir bleiben auf jeden Fall in good old Germany.
Liebe Kenzia,
"Es gibt Menschen, die können sich selber sehr verbiegen ohne zu zerbrechen.....- gleich einem Bambus- und ich würde sagen- so wirken Deine Zeilen auf mich!"
Interessanter Vergleich! Er kann mich schon sehr unter Druck setzen (obwohl er selbst ja keinen mag..), und dann leide ich auch wirklich sehr, viel mehr, als wohl normal und vor allem gut wäre. Ich stresse mich dann sehr stark selbst. Dennoch kann ich aber dann wieder gut zu mir finden, wenn ich im Job bin oder halt beim Pferd oder so. Bei meinen Kolleginnen kriege ich gleich wieder bessere Laune und beim Pferd vergesse ich tatsächlich alles andere. Ich bin froh, diesen Ausgleich zu haben.
"Steht er bei Dir auf einem Podest??
DU sagst ihr redet viel....redet ihr auch über Euch?
Frage 1: Ja, irgendwie schon. (Er will das, wie er sagt, aber auf keinen Fall, im Gegenteil, er beschwert sich manchmal auch, dass ich ihn so sehe. Verhalten tut er sich dann halt wieder konträr zu dieser Aussage.)
Frage 2: Ja, wir reden auch sehr viel über uns und wissen schon, wie der andere ist. Leider bringt uns das dennoch nicht so richtig dazu, den anderen wirklich zu akzeptieren in seiner Art.
Ja, Verlustangst habe ich. Und das wichtigste ist mir wohl Sicherheit und Loyalität.
So, Rest kommt später...
LG


Zitieren

