Hallo Ihr Lieben,
mich plagt seit einiger Zeit ein großes Problem, bei dem ich einfach teilweise nicht mehr weiter weiß. Vielleicht könnt Ihr mir neue Gedankenanregungen geben, vielleicht gibt es auch andere, denen es ähnlich geht. Für das alles wäre ich sehr dankbar.
Mein Freund und ich sind seit anderthalb Jahren ein Paar. Wir sind damals trotz widriger Umstände zusammengekommen und haben beide große Schritte füreinander getan, um das Zusammensein zu ermöglichen. Nichtsdestotrotz gab es häufig Streit,was ich aber generell nicht so schlimm finde. In einer alten Beziehung gab es bei mir nie Streit bis zum großen Knall, dieses Modell halte ich also auch für überholt. Wie dem auch sei, wir sind beide über 30 und habe uns beide gemeinsam freudigst dafür entschieden, ein Kind zu bekommen. Mein Freund liebt Kinder über alles, was mir übrigens auch sehr an ihm gefällt. Ab Juni sollte es mit dem richtigen Üben losgehen, und seit Mai werde ich immer wieder von solch schrecklichen Zweifeln heimgesucht. Auf einmal bin ich mir nicht mehr sicher, ob er das ist für mich. Manchmal bin ich auf der Suche nach meiner Liebe für ihn, dabei freue ich mich immer so, ihn zu sehen. Wenn wir dann zusammen sind fehlt es mir aber ab und an, das warme Gefühl für ihn. Wir verhüten nicht mehr und wünschen uns im Grunde ständig, dass es klappt. Auf der anderen Seite holt mich die Panik ein, dass ich einem Kind evt. nicht das Umfeld bieten kann, das es bekommen sollte, nämlich eine intakte Familie. Und ich weiß auch nicht, weshalb mir diese Zweifel so extrem zu schaffen machen; anstatt dass ich einfach mal nicht darüber nachdenke, scheint es in meinem Kopf permanent zu routieren.
Mein Freund weiß darüber bescheid, weil ich es nicht aushalte, ihm von diesen doch immer wiederkehrenden starken Zweifeln nicht zu berichten. Es zerreißt mir dann das Herz zu sehen, wie weh ich ihm damit tue.
Ich möchte Euch direkt sagen, dass ich dies unter einem Zweit-Nick schreibe.
Über Eure Anregungen würde ich mich sehr freuen!
Herbstgedanken
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Ergebnis 1 bis 10 von 70
Thema: Zweifel
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16.11.2010, 10:30
Zweifel
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16.11.2010, 10:54
AW: Zweifel
Drei spontane Gedanken dazu-
erstens: ich glaub das ist klassischerweise die Phase, wo die rosarote Brille endgültig dem realen Alltagsleben weicht,
und die Gefühle eben nicht mehr so überschwänglich sind,
was man zwar als Gefühlsrückgang bewerten könnte,
ich bezeichne es aber eher als "Wandel", von Verliebtheit in Liebe- hoffentlich.
Wenn nach der Verliebtheit allerdings nichts kommt, ist ungünstig :-/
zweitens- ich halte Zweifel, wenn es jetzt derart ernst wird, und man an einer Schwelle steht bis zu einem gewissen Grade für normal, ja gar sinnvoll. Man muss sich nicht dafür schämen zu zweifeln.
drittens- warum fängst du nicht- vorübergehend- wieder an zu verhüten,
bis du und dein Gefühlsleben wieder etwas stabiler bist???---
In der Wut verliert der Mensch seine Intelligenz.
Dalai Lama
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16.11.2010, 11:05
AW: Zweifel
Liebe Herbstgedanken!
Bei lesen deines Posts lief es mir heiß und kalt den Rücken hinunter, ehrlich gesagt.
Ich habe das Gefühl das mit der Beziehung etwas im argen ist worüber noch nicht gesprochen wurde. Du bist dir offensichtlich nicht mehr im klaren über deine Gefühle für ihn, suchst die Liebe und das wärmende Gefühl..... sehr ungünstige Vorraussetzungen dafür ein Kind in die Welt zu setzen!!
Und glaube mir, ich weiß wovon ich rede, ich bin so ein Kind!
Ich an Deiner Stelle würde mir mal Gedanken machen was da mit dir WIRKLICH los ist. Geh in dich und sortiere erstmal deine Gefühle und stell dir fragen, schreib alles auf.....
Angst vor der Verantwortung? Torschlußpanik?
Warum sind die Gefühle für ihn nicht mehr so da?Und ich mein 1,5 Jahre sind jetzt nicht die Welt und wenn du da schon nach der Liebe für ihn suchst, hm, ich weiß nicht......
Bitte überleg Dir das nochmal mit dem Baby, im Interesse des ungeborenen kindes!!!!!
Mich würde auch interessieren ab wann deine Zweifel angefangen haben, gab es einen Auslöser??
MFG
Bastet76
Liebe ist wie ein leeres Buch.
Es wird stehts so voll wie die Poesie, die Du im Herzen trägst
Nenne dich nicht arm, weil deine Träume nicht in Erfüllung gegangen sind;
wirklich arm ist nur, der nie geträumt hat.
Marie von Ebner-Eschenbach
Und Bastet ist die ägyptische KatzenGÖTTIN, ergo bin ICH weiblich!
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16.11.2010, 11:29
AW: Zweifel
Hallo, Danke für Eure Antworten.
@Viscacha: Deine ersten beiden Punkte teile ich so, auch dass die Zweifel in so einer Umbruchphase normal sind. Da kommen wir zu drittens. Wir hatten im Spätsommer mal ein sehr ernstes Gespräch dazu, wo ich darum gebeten habe, die Familienplanung aufzuschieben. Es wurde direkt innerlich alles besser bei mir und dann ist er auch direkt wieder da, der große Wunsch nach einem Kind mit genau diesem Mann. Dann haben wir es wieder gelassen mit der Verhütung und nun kommen sie wieder, die Gedanken.
@Bastet: Ich bin mir darüber im Klaren, dass da irgendwas in mir im Argen liegt, nur weiß ich leider noch nicht genau, was das ist. Meine letzte beziehung ist in einem ziemlichen Scherbenhaufne geendet, und manchmal befürchte ich, dass das mehr in mir kaputt gemacht hat, als ich ohnehin schon befürchtet habe.
Sind Deine Eltern zusammen, oder wie ist bei Euch die Familiensituation?
Es ist nunmal nicht mehr so, dass wir 22 sind und das Kinderthema mal für ein paar Jahre aufgeschoben wird. Es ist ein reales Thema und für uns beide ein großes, sehr wichtiges. Es ist klar, wenn wir beide zusammen sein wollen, dann als Familie. Wie ich oben geschrieben habe, ist der Versuch, davon erstmal Abstand zu nehmen, direkt gescheitert, aber aus positiven Gründen.
Eine Freundin von mir hat sich auch zweifelbehaftet für ein Kind mit ihrem Freund entschieden und seit der eingetretenen SSW scheinen diese Gedanken verflogen. Das ist ja das Schlimme; wenn ich unterscheiden könnte, ob es die Angst vor der endgültigen Entscheidung für ihn (durch das Kind), oder die mangelnde Grundlage für eine Beziehung ist.
Grüße
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16.11.2010, 11:44Inaktiver User
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16.11.2010, 12:04
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16.11.2010, 12:11Liebe ist wie ein leeres Buch.
Es wird stehts so voll wie die Poesie, die Du im Herzen trägst
Nenne dich nicht arm, weil deine Träume nicht in Erfüllung gegangen sind;
wirklich arm ist nur, der nie geträumt hat.
Marie von Ebner-Eschenbach
Und Bastet ist die ägyptische KatzenGÖTTIN, ergo bin ICH weiblich!
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16.11.2010, 12:13Inaktiver User
AW: Zweifel
der da
beantwortest Du mir noch die anderen Fragen?
und ich schließe mich Viscachas Antwort und gleichzeitig Frage an: Aus Verliebtheit wird Liebe - oder eben nicht.
spürst Du da etwas?
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16.11.2010, 13:03
AW: Zweifel
Zunächst mal zur Liebe: ich freue mich immer sehr, wenn ich ihn sehe; wenn ich nach Hause komme, und er ist schon da. Ich finde ihn wunderschön. Wenn er nicht da ist, vermisse ich ihn (ok, fast immer, manchmal auch nicht). Mich überkommt (auch das nicht immer) Zärtlichkeit, wenn wir gemeinsam mit Freunden unterwegs sind und ich ihn auf einmal wie von aussen betrachte. Oder ich ihn in der S Bahn sitzen sehe, nachdem er eingestiegen ist und ich noch am Bahnsteig stehe. Ich mag seine körperliche Nähe. Ich vertraue ihm völlig. All das sind Faktoren, die für mich Liebe ausmachen.
Aber: da sind auch die Momente, in denen ich mich unwohl fühle, in denen er ich liebevoll anguckt und ich denke, oh Gott, das kann ich nicht zurückgeben.
mangelnde Grundlage: damit meine ich am Ende vielleicht doch mangelnde Liebe. Sollten die Zweifel nicht verschwinden ist auch das ein Mangel an Grundlage. Fehlen würde die Sicherheit, das Vertrauen in mich selbst, dass es gut bleibt.
Zum Unterschied: es fällt mir eben doch schwer, das zu unterscheiden, da ich im Grunde auch davon ausgehe, dass der Wunsch, von einem Partner ein Kind zu bekommen und ihn als Vater der eigenen Kinder zu sehen, für mich auf der einen Seite auch bereits ein Hinweis darauf ist, dass es der richtige Weg ist.Geändert von Edelherb (19.11.2010 um 10:56 Uhr) Grund: Zitat repariert
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16.11.2010, 13:18Inaktiver User
AW: Zweifel
gibt es auch Zweifel über den Kopf?
was sagt der denn?
denn schließlich müssen Kopf und Herz JA sagen - und das ist nicht unabhängig voneinander.


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