Hallo,
vielleicht haben einige hier ja Erfahrung mit der folgenden Situation:
Ich selbst habe eine Ausbildung gemacht, etwas in dem Beruf gearbeitet (Zahnarzthelferin) und dann habe ich mich entschlossen, doch noch ein Zahnmedizinstudium zu absolvieren. Das hat viel Kraft (und Geld) gekostet und mein Freund hat mich die ganze Zeit über auch moralisch unterstützt (im Gegensatz zu meiner Familie, die meinte, dass ich das Studium sowieso nicht schaffen werde und ich deshalb folgerichtig mich auch selbst um die Finanzierung des Studiums zu kümmern hätte.)
In einem Jahr werde ich mit dem Studium fertig sein und meine Studiumsschulden in Angriff nehmen können. Soweit, so schön.
Was mich in der letzten Zeit etwas grübeln lässt, ist die Tatsache, dass mein Freund seit einigen Jahren von Hartz IV leben muss und für sich auch keine wirklichen Alternativen sieht. Er meint, dass er Zeit für sich braucht, um herauszufinden, was er will und was nicht. Er würde gerne eine Ausbildung machen, die aber sehr teuer ist und die wir uns nicht leisten können (mein Ausbildungskredit und sein Hartz IV am Ende des Monats = 0 €). Er würde auch gern als Schriftsteller arbeiten, glaubt aber nicht, dass er für den aktuellen Markt/ Bedarf/ Leserwünsche schreiben könnte.
Hmmmm....
Ich will ihn nicht bedrängen, da ich weiß, dass er ein sehr sensibler Mensch ist. Aber ich bekomme das Gefühl, dass ich für unsere finanzielle Zukunft allein verantwortlich sein werde. Und da er alsbald gern ein Kind haben will (er ist Mitte 40, ich Anfang 30), habe ich ihm vorgeschlagen, nach Skandinavien auszuwandern, da es dort gute und familienfreundliche Beschäftigung für Zahnärzte gibt und er sich dort dann dem Schreiben o.ä. widmen könnte und unsere (zukünftigen) Kinder dort eine bessere Zukunft hätten. Er will sich aber nicht von seiner Muttersprache "Deutsch" trennen und sieht in Skandinavien für sich als Künstler noch weniger Chancen als hier in Deutschland.
Ich liebe ihn wirklich und kenne keinen Menschen, der mich je so vorurteilsfrei angenommen hat. Trennung steht nicht zur Diskussion, aber ich denke: Veränderung muss sein!
Für Ideen, Erfahrungen etc. wäre ich dankbar.
Antworten
Ergebnis 1 bis 10 von 276
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21.10.2010, 12:09
Wie kann ich meinem Mann helfen und zum Arbeiten motivieren?
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21.10.2010, 12:30
AW: Wie kann ich meinem Mann helfen und zum Arbeiten motivieren?
Hallo Loewenzahn,
wie schön, dass Dein Partner (ist es Dein Mann oder Dein Freund?) Dich so unterstützt hat!
Was hat er denn gelernt?
Schriftstellerei ist ein sehr schöner Beruf, hat er darin schon Erfahrungen gesammelt?
Wenn Du später mal finanziell für die Familie sorgen möchtest, why not, was sagt er dazu?
LG
CaterinaWenn Du bei Nacht den Himmel anschaust,
wird es sein, als lachten alle Sterne,
weil ich auf einem von ihnen wohne,
weil ich auf einem von ihnen lache.
Du allein wirst Sterne haben,die lachen
können.

Antoine de Saint-Exupéry aus Der kleine Prinz
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21.10.2010, 12:30
AW: Wie kann ich meinem Mann helfen und zum Arbeiten motivieren?
Dein Freund lebt seit Jahren auf Harz IV und braucht noch Zeit um herauszufinden, was er tun möchte? Schriftsteller kann er sich vorstellen, aber irgendwann mal einen Versuch unternommen hat er nicht? Warum nicht? Außer Zeit braucht er ja wohl nur eine Idee und etwas zum Schreiben, oder?
Ich will deinem Freund ja nicht zu nahe treten, aber das klingt als hätte er ein Problem mit Arbeit. Letztlich ist es egal, ob ihm das nächste Jobangebot zur Nase steht oder nicht, er soll es annehmen, damit er eine feste Struktur in seinen Alltag hereinkommt.
Hmpf, vorteilsfrei angenommen. Mir wäre das ja zu wenig für eine Partnerschaft, wieso sollte er überhaupt Vorurteile haben? Aber wenn du meinst, dass es ein besonderes Feature ist, na dann. Ich könnte jetzt auch bösartig sagen, dass er sich keine großartigen Ansprüche an seine Partnerin leisten kann, in der Position, in der er seit Jahren verharrt.
Eine positive Veränderung wäre in meinen Augen ein Job. Gibt es etwas, das du für ihn tun kannst? Kannst du ihn aufs Amt begleiten, Weiterbildungen einleiten, Zeitungen sichten und mit ihm Bewerbungen schreiben?
Ich glaube dir ja, dass du ihn sehr liebst. Aber irgendwann wird auch deine Toleranz in Sachen Perspektivenlosigkeit zu schwinden anfangen und spätestens dann wird sich dein Blick auf diese Partnerschaft verändern."Es ist oft produktiver, einen Tag lang über sein Geld nachzudenken, als einen Monat für Geld zu arbeiten.”
(John D. Rockefeller)
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21.10.2010, 12:45
AW: Wie kann ich meinem Mann helfen und zum Arbeiten motivieren?
Ach ja? Er möchte Kinder, möglichst bald. Wovon wollt ihr dann leben? Was gedenkt er dazu beizutragen (außer der Zeugung)? Ein Umzug ist für ihn ausgeschlossen. Warum? Er arbeitet nicht, aber du hättest bessere Berufsperspektiven, die Kinder hätten wahrscheinlich bessere Chancen. Für ihn kommt aber ein Umzug nicht infrage. Das verstehe wer will.
Der Körper ist der Übersetzer der Seele ins Sichtbare.
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21.10.2010, 12:57
AW: Wie kann ich meinem Mann helfen und zum Arbeiten motivieren?
Wie kann ich meinem Mann helfen und zum Arbeiten motivieren?
Indem du DEINE Einstellung überdenkst und ihn ganz einfach fragst, wie er sich die Zukunft vorstellt. Einfach praktisch denken.
Mitte 40, jahrelang schon Harz4 und keine Ahnung was er im Leben machen möchte aber dafür bald ein Kind haben wollen... wie findest DU das?
Wenn er sich hier nicht entscheiden kann (und seine Schriftstellerambitionen auch nicht angeht...), wieso sollte es sich im Ausland was ändern?!? Ist das die Sorte Mann, die du als Vater deiner Kinder haben möchtest? Einen Mann, den du zum arbeiten motivieren musst?!?Ich habe den K(r)ampf mit den deutschen Artikel(n) aufgegeben!
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21.10.2010, 13:15
AW: Wie kann ich meinem Mann helfen und zum Arbeiten motivieren?
Als ich die Überschrift las, wurde ich an einen anderen Strang erinnert. Dort gibt es Probleme im Job, also dachte ich, hhm, jemand der arbeitet und dort Stress hat und deswegen unmotiviert ist.
Aber nein. Hier hat einer keine Ausbildung gemacht, lebt seit Jahren von Hartz IV, von Bemühungen, dies zu ändern ist keine Rede, er würde gerne als Schriftsteller ... denkt aber, dass man seinen Schreibstil sowieso nicht lesen will, dies wiederum hält ihn davon ab, auszuwandern, zumal er sehr an der deutschen Sprache hängt, die einzusetzen in Bewerbungen er sich aber anscheinend scheut, aber Hauptsache, wir setzen jetzt noch Kinder in die Welt.
Nettes Beispiel für so einige andere Stränge hier.
Reizender Zeitgenosse. Was ist das für eine Frau, die einen solchen Schluffen überhaupt als Partner und Vater ihrer Kinder in Erwägung zieht?
Pardon Löwenzahn, ich bin für deutliche Worte. Das ist meine Meinung und ich bin sicher, auf Dauer funktioniert so eine Partnerschaft nicht. Nicht, wenn Arbeit ein Bestandteil Deines Lebens ist.
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21.10.2010, 13:18Inaktiver User
AW: Wie kann ich meinem Mann helfen und zum Arbeiten motivieren?
einen mann der mit mitte vierzig seit jahren hartz 4 lebt- zu motivieren halte ich für so sinnig und erfolgsversprechend wie einer kuh das tanzen beibringen zu wollen.
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21.10.2010, 13:21Inaktiver User
AW: Wie kann ich meinem Mann helfen und zum Arbeiten motivieren?
Puhh Tabetha - ähnliches wollte ich schreiben - dachte aber das wäre zu hart....nun ja, manchmal hilft nur die Keule.
Löwenzahn - ich glaube da hilft nur die Kandarre - also ein entweder oder.
Wie schaffst du das eigentlich - der Mann macht seit Jahren nichts und du schaffst ein Studium?
Dem hätte ich längst die Levitten gelesen und dann die Koffer gepackt...
Er hat dich unterstützt? Viel mehr hatte er ja wohl auch nicht zu tun oder hat er den Haushalt geschmissen, eingekauft, gekocht?
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21.10.2010, 13:26
AW: Wie kann ich meinem Mann helfen und zum Arbeiten motivieren?
Hallo Löwenzahn,
puuuh, schlechte Voraussetzungen für eine gute Beziehung habt Ihr da, finde ich.
Dein Freund hat anscheinend keine Ausbildung gemacht, ist also vollkommen ungelernt und könnte höchstens irgendwo als Hilfsarbeiter zum Niedriglohn arbeiten.
Du hingegen hach Deiner Ausbildung zur Zahnarzthelferin auch noch Zahnmedizin studiert.
Du weißt schon, liebe Löwenzahn, daß die Sozialhilfeleistungen Deines Freundes abrupt eingestellt werden, wenn Du verdienst und er mit Dir zusammenlebt? Denn da mußt Du ihn dann unterhalten.
Reizende Aussichten, finde ich. Bist Du Dir wirklich sicher, daß Du mit einem Mann, der es in 40 Lebensjahren nicht mal geschafft hat, eine Ausbildung zu absolvieren und nun seit Jahren von Staatsleistungen lebt, eine Familie gründen möchtest?
Ich würde das never ever riskieren!
Liebe Grüße
Kyria
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21.10.2010, 13:27


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