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    Passiv-aggressiver Mann

    Bin mir nicht sicher, ob ich hier im richtigen Forum bin. Es ist für mich ein "Alltagsthema", deshalb bin ich hier gelandet. Falls das ein Moderator anders sieht, bitte verschieben.

    Mit meinem Mann bin ich seit längerer Zeit verheiratet. Kurz nach der Heirat fingen die Probleme an, die ich aber bis vor einem halben Jahr als mehr oder weniger "normale" Eheprobleme abgetan habe. Gab mir selber auch an vielem die Schuld. Hätte mich auch fast für verrückt erklärt, da sich nie etwas änderte, egal was ich tat oder nicht tat. Absolut null Reaktion. Immer nur leere Versprechungen. Mein Selbstwertgefühl ist im Minusbereich.

    Vor etwa einem halben Jahr bin ich über das Phänomen PA gestolpert und seitdem gehen die Uhren anders für mich. Informierte mich im Internet und las das Buch von S. Wetzlar, in dem ich mich zu 100% wiederfand. Endlich hatte das Kind einen Namen.

    Meine Frage: Hat es jemand geschafft, mit einem solchen Mann einigermassen glücklich zu werden? Gibt es Therapien, Strategien oder ähnl.? Mein Mann hat das Buch (angeblich) auch gelesen, wir haben darüber gesprochen und er gibt dem Autor in vielen Recht. Aber: Er glaubt immer noch, dass er sein passiv-aggresives Verhalten steuern kann, dass es keine Persönlichkeitsstörung ist, die sein ganzes Denken und Verhalten bestimmt, sondern eine nach Belieben an- und ausknipsbare Eigenschaft. Ich fühle mich dabei ein bisschen an einen Alkoholiker erinnert, der im fortgeschrittenen Stadium immer noch glaubt, dass er selber entscheiden kann, ob er die Flasche Schnaps aufmacht oder nicht. Dass er die Flasche im Griff hat, und nicht umgekehrt.

    Mir bedeutet meine Beziehung sehr viel und bis vor einem halben Jahr war ich der Ansicht, dass ich einen Teil der Misere direkt oder indirekt mitverschuldet habe. Aber für eine Persönlichkeitsstörung bin ich nicht verantwortlich, weil die Ursachen lang lang zurückliegen. Bevor ich mich trenne, möchte ich nichts unversucht lassen. Nur - was ich die letzten Jahre mitgemacht habe, möchte ich nicht in die Zukunft projizieren. Fast meine gesamte Kraft wird dadurch aufgefressen, dass ich die Schäden, die er angerichtet hat, wieder einigermassen in Ordnung bringen muss bei mir. Für meine eigenen Projekte habe ich kaum mehr Kraft bzw. er zieht sie durch negative Bemerkungen ins Lächerliche.

    Es geht mir jetzt darum auszuloten, welche Möglichkeiten/Chancen ich habe und mich mit Fachleuten/selber betroffenen auszutauschen. Gibt es Selbsthilfegruppen oder ähnl.?

    Bevor jemand auf falsche Gedanken kommt: Ich bin nicht am Recherchieren für eine Publikation/Film oder dergl. , sondern leider eine 24-Stunden-Betroffene auf der Suche nach der besten Lösung. Auch wenn sie weh tut.

    Danke
    Jo

  2. Inaktiver User

    AW: Passiv-aggressiver Mann

    Hallo Johannisbaere,

    wie sehen denn Deine Probleme mit Deinem Mann im Detail aus?


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    AW: Passiv-aggressiver Mann

    Liebe Johanisbaere (Lieblingsfrucht von mir),

    ich hatte keine Ehe mit einem Mann wie Du beschreibst, aber eine Beziehung, die ca. 1 Jahr lang hielt. Du hast das Jahre mit gemacht, ich bewundere Deine Geduld!

    Ich kann Dir nur sagen, was bei uns eine typische Dynamik war: je mehr ich und zwar EGAL in was für einer Weise versuchte, etwas zu machen, zu bewegen, um so mehr geschah das Gegenteil-gar nix. Alles ohne Streit , ohne ein lautes Wort. Nur immer: "ich versteh, Du hast recht, ich werde das ändern, denn so geht das gar nicht." Sprachs und machte genau das Gegenteil. Wo er mich verletzen konnte (was er Niiie wollte) hat er er es auch getan, ohne mit der Wimper zu zucken, nur danach tat er sich selbst furchtbar leid. Es hielt deshalb ein Jahr, da ich ihn sehr lange davor schon kannte und es einfach lange nicht glauben konnte, was da passiert. Ich habe diesen Mann so sehr geschätzt.

    Was hat mir geholfen? Mein Arsch war mir einfach näher. Ich kam an einem Punkt an dem ich merkte, dass er die Energie nur so aus mir raussaugt und ich war keine Sekunde mehr bereit das zu zu lassen. Mein Leben ist mir dafür zu schade in eine Co-Krankheit ab zu rutschen. Sein Hau ist sein Problem, mit mir war es nicht mehr möglich diesen aus zu leben. Ich hab die Geschichte beendet und zwar sehr sehr strikt. Das war sehr schwer für mich, aber mit Abstand das Beste was ich tun konnte.

    Soweit ich weiß ist eine Therapie nur dann sinnvoll, wenn der Klient die Notwendigkeit sieht. Nur dann wird er überhaupt therapiert und wird sich auch entsprechend öffnen. Wenn er keine Notwendigkeit sieht, geht nix.

    Es scheint, als hättest Du schon sehr sehr viel versucht. Vielleicht solltest Du nun versuchen, Deine Energie und Lebensfreude zurück zu finden. Ohnne auf ihn Rücksicht zu nehmen, denn das tut er bei Dir auch nicht.

    Erstmal dafür alles alles Gute und ganz ganz viel Kraft

  4. Inaktiver User

    AW: Passiv-aggressiver Mann

    Was ich so gar nicht verstehe - NACH der Heirat fingen die Probleme erst an?

    Was war denn davor? So eine Störung - wenn es das überhaupt ist - fängt ja nicht plötzlich an.

    Will dein Mann in Therapie?

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    AW: Passiv-aggressiver Mann

    Hallo Johannisbaere

    Ich habe eine Seite im Netz gefunden,die dir helfen kann,mehr über PM,da ich nicht weiß,ob ich sie reinstellen darf.

    Gruß von mir

    PS: Bin auch mit so einem Mann verheiratet...weiß also,wovon du schreibst.

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    AW: Passiv-aggressiver Mann

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Was ich so gar nicht verstehe - NACH der Heirat fingen die Probleme erst an?
    Ja, das find ich auch merkwürdig.

    Vielleicht wurde sehr schnell geheiratet,
    aber ich kann erfahrungsgemäß sagen, dass sich schwerwiegende Persönlichkeitsstörungen garantiert nicht länger als ein paar Wochen oder maximal Monate verheimlichen lassen.

    Könnte es nicht sein, dass du vorher schon "Zeichen" gesehen hast,
    diese aber aus Liebe bzw. dem Glauben an die Partnerschaft heruntergespielt hast?
    Das würde schon eher Sinn machen... also in diesem Zusammenhang.
    Das sowas keinen Sinn macht ist ja leidlich bekannt
    ---

    In der Wut verliert der Mensch seine Intelligenz.

    Dalai Lama

    __________________

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    AW: Passiv-aggressiver Mann

    [QUOTE=Viscacha;7238768]Ja, das find ich auch merkwürdig.

    Vielleicht wurde sehr schnell geheiratet,
    aber ich kann erfahrungsgemäß sagen, dass sich schwerwiegende Persönlichkeitsstörungen garantiert nicht länger als ein paar Wochen oder maximal Monate verheimlichen lassen.

    Sind sieben Jahre zu schnell?! Die Störung trat deshalb nicht in Erscheinung (oder weniger), weil wir (erst) kurz vor der Heirat am großen Rad gedreht haben, d.h. so ziemlich alle Rahmenbedingungen über den Haufen geworfen haben. Die Kräfteverhältnisse haben sich dadurch geändert, was ich damals auch bewußt in Kauf genommen habe. Vorher hatte ja alles funktioniert, warum sollte ich nicht auf ihn vertrauen? Dieses fehlende Verantwortungsbewußtsein, die Ablehnung von jeglichem Erwachsenwerden, dieses ständige Auflehnen gegen alles sind ja prägende Merkmale der Störung.

    Archimeda hat es sehr treffend beschrieben: Vordergründig sieht der Partner ein, dass etwas falsch läuft, man vertraut darauf und hinterher ändert sich nichts. Niemals. Der Frust ist vorprogrammiert. Vor allem wenn man dem Partner einen (vermeintlichen) Herzenswunsch erfüllen wollte, dafür auf einiges in Kauf nahm und der einem erst recht die Ohren vollheult, wenn man ihm das ermöglicht. Je mehr Verbesserungsvorschläge man macht, je mehr man sich ins Zeug legt, desto schlimmer wird es. Ein paradoxer Zustand, weil Problemlösung eigentlich das A und O sein sollte in einer Beziehung.

    Es gibt sicher Frauen, die besser informiert sind als ich oder die psychologische Dinge besser einordnen können. Ich habe anfangs vieles auf unsere gänderten Lebensbedingungen geschoben und hatte niemals an eine Persönlichkeitsstörung gedacht. Mir viel zu lange selber die Schuld gegeben. Erst durch Zufall bin ich über den Begriff passiv-aggressiv gestolpert (in einem anderen Zusammenhang) und habe angefangen zu googeln. Da ist es mir wie Schuppen von den Augen gefallen.

    LG
    Jo
    Geändert von Johannisbaere (12.07.2010 um 16:48 Uhr) Grund: Schreibfehler

  8. Inaktiver User

    AW: Passiv-aggressiver Mann

    Zitat Zitat von Johannisbaere Beitrag anzeigen

    Dieses fehlende Verantwortungsbewußtsein, die Ablehnung von jeglichem Erwachsenwerden, dieses ständige Auflehnen gegen alles sind ja prägende Merkmale der Störung.

    Archimeda hat es sehr treffend beschrieben: Vordergründig sieht der Partner ein, dass etwas falsch läuft, man vertraut darauf und hinterher ändert sich nichts. Niemlals. Der Frust ist vorprogrammiert.
    Wie sieht dies genau aus?
    Oder möchtest Du darüber nicht schreiben?

    Im Moment hört sich Dein Bericht so an, als wüßten wir schon worum es geht.

    Ich jedenfalls kann nicht hellsehen. Vielleicht möchtest Du daher etwas genauer auf Eure Probleme eingehen?


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    AW: Passiv-aggressiver Mann

    Zitat Zitat von Johannisbaere Beitrag anzeigen
    Vordergründig sieht der Partner ein, dass etwas falsch läuft, man vertraut darauf und hinterher ändert sich nichts. Niemals.

    Naja, also ehrlich gesagt trifft das auf etwa 99% aller Männer, mit denen ich zusammen war zu
    Es gibt eben so Punkte, da kann man (oder auch frau) nicht recht aus ihrer Haut,
    auch wenn sie weiß dass es den Partner stört...
    Dann nimmt man ihn, oder lässt es bleiben.

    Wenn das aber eine echte Persönlichkeitsstörung ist,
    muss das beschriebene Beispiel schon extrem, also wirklich krankhaft sein.
    Würde auch gern genaueres wissen.

    Und sieben Jahre nichts zu merken, das ist heftig.
    Was meinst du denn mit Kräfteverhältnis?
    Wie war es denn vorher, was genau hat sich an den Umständen geändert?
    ---

    In der Wut verliert der Mensch seine Intelligenz.

    Dalai Lama

    __________________

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    AW: Passiv-aggressiver Mann

    Ehrlich gesagt wollte ich das Forum nicht mit Zustandsbeschreibungen langweilen, die sind besser in Wikipedia & Co beschrieben.

    Mir ist nicht gedient mit Ratschlägen, die in einer "normalen" Beziehung, wo die Partner einigermassen empfänglich sind für vernünftige Argumente, gelten. Bitte nicht böse sein . Wenn jemand das Phänomen PA kennt, weiss er, wovon ich schreibe. Ich habe es ja selber jahrelang mit allem möglichen probiert und wollte sogar selber in Therapie gehen, weil er mir das Gefühl gab, dass ich ein Rad abhabe. Auch weil er mich ständig verunsichert und morgen nicht mehr das gilt, was er heute als Evangelium verkündet.

    Ich suche hier betroffene Frauen und/oder Fachleute und würde mich gerne mit ihnen über ihre Erfahrungen austauschen. Ausloten, ob es für mich überhaupt eine Chance gibt, wenn ich bleibe. Mich würde auch interessieren, wie oft diese Störung vorkommt und was Frauen dagegen unternehmen außer so schnell wie möglich das Weite zu suchen (was sogar Wetzlar in seinem Buch propagiert).

    LG
    Jo

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