Liebe BriCom!
Ich habe ein Problem mit dem Verhalten meines Mannes, das mich – vielleicht mit zunehmendem Alter und Beziehungsdauer - immer mehr auf die Palme bringt. Und ich brauche einfach einmal euren Rat.
Mein Mann hat die Angewohnheit bestimmte Dinge (die z.T. abgesprochen sind) über meinen Kopf hinweg zu entscheiden oder umzuentscheiden. Entweder indem er mich nicht informiert und mich vor vollendete Tatsachen stellt oder indem er Absprachen, die wir miteinander getroffen haben, für sich dann wieder anders entscheidet – und zwar ohne Information an mich.
Das sind zum Teil (wie ich finde) relevante Dinge. Zum Teil aber auch Kleinigkeiten, die mich aber ganz genauso aufregen, weil sie so symptomatisch sind und bei ihm nur zu grenzenlosem Unverständnis führen, was mir den Kamm noch mehr schwellen lässt.
Gerade erhielt ich z.B. eine eMail mit der Mitteilung, dass er in der kommenden Woche für 2 Tage eine Geschäftsreise macht, um anschließend direkt einen einwöchigen „Arbeitsurlaub“ dranzuhängen.
Ich kann - falls Interesse besteht - noch eine ganze Reihe anderer Beispiele aufzählen.
Versteht mich nicht falsch: ich habe nichts dagegen, wenn er wegfährt (das hat er schon immer hin- und wieder getan – zum Skifahren mit Freunden etc.). Ich werde nur sauer, wenn ich einfach nur darüber informiert werde. Ich finde in einer Partnerschaft kann man dann auch ruhig sagen: „Ist es dir recht, wenn ich ….. ?“ Immerhin bin ich dann hier, versorge Kinder und Tiere und habe einen Vollzeitjob. Ich übernehme ja dann automatisch auch seine Aufgaben, die in der Familie anfallen.
Gerade heute morgen habe ich versucht GANZ, GANZ ruhig über dieses Verhalten zu sprechen, das mich extrem stört. Er ist ja schließlich kein Single, der kommen und gehen kann wie er will.
Und ja – das ist so seitdem wir uns kennen.
Ich weiß: Menschen kann man nicht ändern. Aber ich finde dieses Verhalten ziemlich respektlos. Und es stört mich immer mehr.
Was meint ihr? Wie kann ich damit besser umgehen? Oder wie kann ich ihm klarmachen, dass mich dieses Verhalten verletzt? Er hält mich nämlich für völlig überzogen.
Danke fürs Lesen![]()
Antworten
Ergebnis 1 bis 10 von 56
-
09.06.2010, 18:15
Über den Kopf hinweg entscheiden - respektloses Verhalten?
-
09.06.2010, 18:23Inaktiver User
-
09.06.2010, 18:29Inaktiver User
AW: Über den Kopf hinweg entscheiden - respektloses Verhalten?
Wie sieht es denn mit Anschaffungen oder Familienurlaubsplanung aus? Entscheidet Ihr gemeinsam oder ach Dein Mann alleine? Planst Du hin und wieder freie Tage, die Du ohne Familie verbringst, so dass er sich um alles kümmern muss?
-
09.06.2010, 18:38
AW: Über den Kopf hinweg entscheiden - respektloses Verhalten?
Also, wir kennen uns 12 Jahre, davon 10 verheiratet. Und es ist keineswegs so, dass es nie ein Problem war.
Ich fand sein "ich entscheide für mich" schon immer problematisch - zum einen, weil es mich in eine sehr passive Rolle drängt. Zum anderen jedoch weil ich es in letzter Zeit (ich gebe zu, die Beziehung läuft nicht sonderlich glatt momentan) zunehmend als respektlos empfinde.
Wir hatten in der vergangenen Woche eine Pipifax-Situation gleicher Art. Für Außenstehende ein peanuts (für ihn auch), aber für mich ein Grund ziemlich verschnupft zu sein:
Wir sind 2 Tage alleine weggefahren - Kinder hatten wir für eine Nacht untergebracht. Es war sehr, sehr schön, sehr entspannt.
Am 2. Tag haben wir uns entschlossen zunächst eine umfangreiche Stadtbesichtigung zu machen und am Mittag schön in einem Weinlokal einzukehren um zu essen.
Mein Mann ist ein Geschichts-, Kirchen- und Ruinen-Freak. Als wir also ein Lokal suchten um zu essen wollte er noch einmal "ganz, ganz kurz" einen alten Wehrturm besichtigen. Das dauerte dann jedoch schlappe 2 Stunden - für das Essen war es dann zu spät.
Als ich ihn dann fragte, wieso er nun diese Kurzbesichtigung in einen Marathon rund um die Stadt hat ausarten lassen (wobei ich immer noch der Überzeugung war, wir suchen ein Lokal) kam heraus, dass er doch lieber Ruinen beklettert anstatt Essen zu gehen. Das hatte er mal eben so schnell für sich entschieden.
Das kann man doch sagen? Oder nach dem Essen Ruinen besteigen?
Nö - er hatte für sich entschieden, auf das Essen (das mir wiederum wichtig war) zu verzichten. Sagt es aber nicht.
Ich könnte 100e Beispiele gleicher Art aufzählen.
-
09.06.2010, 18:41Inaktiver User
-
09.06.2010, 18:43Inaktiver User
AW: Über den Kopf hinweg entscheiden - respektloses Verhalten?
nach dem wie du schreibst- will er für sich sein.
dann hast du, nach meiner erfahrung, zwei möglickeiten:
a) du "zeterst" weiter und bist unglücklich
b) du entwickelst dein eigenleben- um bei dem beispiel mit der turmbesichtigung zu bleiben: er ist innerhalb von 4o minuten nicht zurück- du gehst essen.
du übernimmst die verantwortung für dich selbst und handelst.
ihn wirst du nicht dazu bringen, dass er sein handeln überdenkt- du hast zu lange zu allem ja und amen gesagt.
schaue dir ein bisschen gesunden egosimus bei ihm ab und kümmere dich um dich selbst.
zwei mögliche ergebnisse:
a) er merksts und verändert sein verhalten
b) er wills nicht verändern aber dann hast du wenigstens "deinen parte" für dich.
-
09.06.2010, 18:45
AW: Über den Kopf hinweg entscheiden - respektloses Verhalten?
Also, Anschaffungen entscheiden wir gemeinsam (es sei denn, es handelt sich um Kleinigkeiten). Und Familienurlaub auch. Komisch, jetzt wo du fragst fällt mir auf, es geht nur - oder fast ausschließlich - um Dinge, die nur uns 2 betreffen.
Und ich war solange wir uns kennen einmal mit einer Freundin in Rom. Da war ich schwanger und der Große bei der Oma. Aber er hat sich schon um Familienthemen gekümmert, wenn ich z.B. auf einer Geschäftsreise bin.
Er kümmert sich um sehr viele Familienthemen - mittlerweile. Da hat sich auch viel geändert im Laufe der Jahre. Das finde ich auch sehr gut. Und das sage ich auch, obwohl ich manchmal den Eindruck habe, er hätte gerne den Nobelpreis dafür.
-
09.06.2010, 18:47
AW: Über den Kopf hinweg entscheiden - respektloses Verhalten?
-
09.06.2010, 18:47Inaktiver User
-
09.06.2010, 18:54
AW: Über den Kopf hinweg entscheiden - respektloses Verhalten?
Siehste - den Eindruck habe ich nämlich auch. Das habe ich ihm auch gesagt. Wobei er derjenige war, der die Reise sowohl vorgeschlagen als auch komplett organisiert hat.
Es kam mir so ein Bisschen vor wie: ich möchte mir Ruinen anschauen und brauche ein Bisschen Gesellschaft - aber bitteschön: nicht zu viel!
Es blieb ja nicht bei dem Turm - es gab dann noch eine Kirche, eine Stadtmauer und gefühlte 25 Türme mehr (mit und ohne Fallbrücke).dann hast du, nach meiner erfahrung, zwei möglickeiten:
a) du "zeterst" weiter und bist unglücklich
b) du entwickelst dein eigenleben- um bei dem beispiel mit der turmbesichtigung zu bleiben: er ist innerhalb von 4o minuten nicht zurück- du gehst essen.
Aber klar - du hast recht. Ich hätte ja einfach sagen können: Es reicht, ich habe Blasen an den Füßen (ich hatte Sandälchen an und war auf eine Besichtigungstour so anstrengend wie eine Alpenüberquerung nicht vorbereitet), mein Magen knurrt, ich muss auf´s Klo. Schluss jetzt.


Zitieren

