Nchdem ich jetzt schon ein paar Monate nur so mitlese, bin ich jetzt mal ganz mutig und versuche mich selber an einem Beitrag, ich hoffe, das ist so richtig.
Also, mein Problem ist folgendes:
mein Mann und ich sind seit 28 Jahren zusammen, wir haben mehrere gemeinsame Kinder zwischen 27 und 18 Jahren. Nur das jüngste Kind ist noch zuhause, aber auch da ist abzusehen, dass es bald geht.
Für mich bedeutet das: endlich wieder Zeit für mich, keine Rücksichtnahme mehr auf Termine, Essenswünsche, Fernsehprogramme. Und für meinen Mann? Endlich Ruhe!
Womit wir beim Thema Sofa sind. In einer Diskussion zu diesem Thema beschrieb das eine Fachfrau als das Sofa-Problem: die Kinder sind groß, die Mütter verlassen nach vielen Jahren stillen, vorlesen, trösten und zuhören das Sofa, um nochmal durchzustarten, die Väter schielen nach dem Sofa, auf dem sie nun endlich für den Rest ihres Lebens Platz zu nehmen gedenken, um, so sieht es jedenfalls bei uns aus, nie mehr aufzustehen.
Wir sind, relativ gesehen, noch recht jung, noch keine 50, es gibt also keine körperlichen Gründe, sich quasi zum Sterben hinzulegen, so kommt es mir jedenfalls vor.
Ich komme einfach nicht damit klar, dass mein Mann so antriebslos ist bzw. wird. Die Wochenenden verbringt er vor dem PC mit Spielen oder auf dem Sofa vor dem Fernseher. Die Mahlzeiten verlaufen stumm, wenn ich ihn anspreche, krieg ich zwar eine auch freundliche Antwort, manchmal, ganz manchmal, entspinnt sich auch ein Gespräch, aber grundsätzlich geht von ihm keinerlei Initiative aus, zu nix. Er arbeitet sehr viel, ist beruflich sehr eingespannt, ständig unterwegs, im Kundengespräch, dementsprechend sagt er, am Wochenende will er nur noch seine Ruhe haben. Das verstehe ich ja auch. Aber ich, ebenfalls in einem publikumsintensiven Beruf tätig, will trotzdem reden, kommunizieren, etwas unternehmen, weil ich es wichtig finde für unsere Beziehung.
Ich möchte nicht falsch verstanden werden, ich liebe meinen Mann, er ist der beste Vater und Ehemann, den man sich wünschen kann, immer für mich und die Kinder da, trinkt nicht, treibt sich nicht rum, keine Weibergeschichten. Aber manchmal denke ich, das macht er alles nur, weil alles andere mit zuviel Aufwand verbunden wäre.
Wir haben damals recht schnell nach dem Kennenlernen geheiratet, dann eben viele Kinder bekommen, sind auch schon Großeltern, immer waren die Kinder unser Gesprächsstoff, ja, irgendwie auch unser Lebensinhalt. Aber ich dachte auch immer, wenn die Kinder mal aus dem Haus sind, dann sind wir wieder dran, dann ist wieder Zeit für uns. Nur sieht es so aus, dass er Zeit für sich hat und ich natürlich auch für mich, aber er hat keinerlei Interesse an Zeit für UNS.
Bin ich die Einzige mit diesen Problemen? Wie lösen das andere? Liegt die einzig mögliche Lösung darin, nur noch getrennte Wege zu gehen? Ich habe eine Menge Hobbies und Freunde, die ich zurückstelle an den Wochenenden, gerne zurückstelle, weil ER mir wichtiger ist, aber es fällt mir schwer zu akzeptieren, dass ich, wenn ich ein ausgefülltes Leben führen möchte, dieses alleine bzw. nicht mit meinem Mann führen kann. Es sei denn, ich finde es auf Dauer ebefalls ausfüllend, auf dem Sofa zu sitzen. Und nein, ich muss nicht ständig ausgehen oder Action haben, aber so gar nix? Nur sitzen und die gute Luft atmen? Manchmal sitz ich am Samstag morgen da und denke, ich bring ihn um. Jetzt kommt Pfingsten, alle Leute rundum haben Besuch, wir natürlich nicht, er pflegt natürlich auch keinerlei Freundschaften, hat offensichtlich auch keinerlei Bedürfnis danach, ("Ich bin ständig unter Leuten, da will ich nicht noch in meiner Freizeit anderen zuhören müssen!") wir fahren nicht mal weg, er ist froh, wenn er mal nicht im Hotel übernachten muss. Und ja, ich verstehe das alles, aber wo bleiben wir??? Wie kann ich ihm klarmachen, dass ich Gespräche, gemeinsame Unternehmungen, Anregungen brauche, dass ich noch lebendig bin und mich auch so fühlen will? MIT IHM!!!
Ich hoffe, ich konnte mich verständlich ausdrücken. Ich weiß, in mancher Augen sind das Luxusprobleme, schließlich ist er noch da, versackt nicht ständig und bringt gutes Geld nach Hause, das ist auch schön und ich bin sehr dankbar dafür, aber ich will einfach noch mehr!
Erwarte ich zuviel? Ich wäre euch sehr dankbar, wenn ihr mir mit Tipps zur Seite stehen könntet, ich bin echt verzweifelt!
Vielen Dank sagt die
Sabbeltrine
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Ergebnis 1 bis 10 von 54
Thema: Die Sache mit dem Sofa
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19.05.2010, 11:52
Die Sache mit dem Sofa
Es gibt kein Verbot für alte Frauen, in Bäume zu steigen.
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19.05.2010, 11:59
AW: Die Sache mit dem Sofa
Wo Ihr bald keine Verantwortung mehr für im Haus lebende Kinder habt, könnte Dein Mann da nicht beruflich etwas zurücktreten? Es hört sich so an, also ob ihm der Stress im Job zu viel wäre? Wenn er da reduzieren könnte, wäre mehr Energie für Eure Beziehung übrig?
Was sagt er eigentlich zu "Deinem" Problem? Hat er Lösungsvorschläge? Oder denkt er, alles wäre soo schön, wenn nur die Gattin nicht so nerven würde?“You can tell how smart people are by what they laugh at.”
― Tina Fey
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19.05.2010, 12:02
AW: Die Sache mit dem Sofa
Hallo sabbeltrine,
Du hast sehr lesbar beschrieben wo Du die (kommenden) Probleme siehst. Mein Vorschlag: Druck das Geschriebene aus und lass es Deinen Mann lesen. Wenn dann nichts kommt, kannst Du immer noch weiter sehen.
M.E. liegt seine (und meine) Antriebslosigkeit in der Gewöhnlichkeit des Alltags. Biete ihm getrennte Schlafzimmer, getrennte Wohnungen an, zwinge ihn aus der Gewohnheit raus.
Spiele ein Spiel. Verabrede Dich um Mitternacht zu Sonntag in einer Bar mit ihm. Von Samstag 16 Uhr an darf keiner von Euch nach Hause. Zieht getrennt von dannen. Er wird merken, dass er keine Freunde und keine Hobbies hat und mglw. den Ruck bekommen, der ihm bisher fehlt.
ninapenda
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19.05.2010, 12:06
AW: Die Sache mit dem Sofa
Danke, Joker, ffür deine schnelle Antwort.
Also, ich glaube, beruflich kürzer treten würde er gerne, versucht er auch ständig, das sehe ich auch, aber er ist angestellt, da kann er sich nur entscheiden zwischen ganz oder gar nicht, so sieht das im Moment aus. Und eine Alternative auf dem Arbeitsmarkt findet sich vermutlich eher nicht, in DEM Alter. Ist ja leider so.
Ich fürchte, es ist wohl so ähnlich, jedenfalls ziehe ich ihn genau damit ständig auf: es könnte so schön sein, wenn nur die Alte nicht immer Ansprüche stellen würde. Es fehlt ihm einfach an Energie und wie ich unterstelle, an Interesse. Läuft doch alles gut, wir wohnen in unserem Traumhaus, die Kinder sind gut geraten und haben gute Jobs, die Enkel sind süß und weit weg, also keine Ansprüche, wir müssen nicht hungern, die Hemden sind gebügelt. Was ist denn jetzt noch?????
An einem Gespräch ist er nicht groß interessiert, es nervt halt. Was ich als *ist mir nicht wichtig genug* interpretiere.Es gibt kein Verbot für alte Frauen, in Bäume zu steigen.
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19.05.2010, 12:17Inaktiver User
AW: Die Sache mit dem Sofa
also ich kann deinen mann ein stück weit verstehen. das klingt sehr stressig. er sucht nunmal den gegenpol zu seinem job, um ruhe zu haben.
ich würde dir raten mehr alleine zu machen. ich habe übrigens nie verstanden warum man immer mit dem partner verreisen, ausflüge, essen gehen usw gemeinsam machen muss. geh mit deinen freundinnen auf ein wellness wochenende, mach ausflüge, geh shoppen und genieße dein leben. vielleicht zeigt dein mann ja dann auch interesse an deinem erlebten und es kommt wieder gesprächsstoff auf.
wenn du am WE deinem mann zu liebe auf erlebnisse verzichtest, wird sich der frust nur noch weiter verstärken und ihr kommt in so eine nörgel-spirale.
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19.05.2010, 12:22Inaktiver User
AW: Die Sache mit dem Sofa
hallo sabbeltrine (hat dein Nick etwas mit der Selbstwahrnehmung zu tun? - ich finde ihn seltsam)
ich finde auch, du hast sehr schön und klar beschrieben, was dein Problem ist.
Nur habe ich den Eindruck, es ist wirklich dein Problem. Dein Mann ist anscheinend zufrieden damit, wie er sein Leben führt. (Außer mit dem Job, da hatte ich auch das Gefühl, er könnte möglicherweise überfordert sein.)
Ich sehe das Hauptproblem hier:
Wenn ihr euch 28 Jahre lang nicht um Eure Beziehung, um Zeit für Euch gekümmert habt - wo soll das plötzlich her kommen? Möglicherweise ist deinem Mann sein Bedürfnis nach Zweisamkeit mit dir einfach abhanden gekommen...Aber ich dachte auch immer, wenn die Kinder mal aus dem Haus sind, dann sind wir wieder dran, dann ist wieder Zeit für uns.
Vielleicht wäre es gut, erst einmal zu akzeptieren, dass er anders fühlt als du - und das Klischee vom auf dem Sofa versauernden Mann los lässt. Kümmere du dich um deine Bedürfnisse, gehe deinen Interessen nach, buch einen Urlaub für dich allein etc. -Vielleicht kannst du auch mehr arbeiten, damit er weniger arbeiten muss und aus seiner Versorgerrolle rauskommt. Es ist dann seine Sache, ob und wie er sich von deiner persönlichen Entwicklung inspirieren lässt.
Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass dein Mann erstmal tief durchatmen und seine Ruhe haben will, jetzt, wo er weniger Verantwortung hat. Dein Aktionismus setzt ihn möglicherweise unter Druck. Der Wunsch nach gemeinsamer Aktivität mit dir muss aus ihm selbst kommen.
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19.05.2010, 12:22
AW: Die Sache mit dem Sofa
Ich denke, das interpretierst Du schon richtig.
Hast Du schon mal zuende gedacht, was es für Dich heißt, wenn er sich weiterhin nicht um eine Lösung für Euch beide bemüht? D.h. was würdest Du für Konsequenzen ziehen? Würdest Du Dich trennen? Oder würdest Du schon bei ihm bleiben und dann halt alleine Dein Ding durchziehen, während er zu Hause sein Ding durchzieht (also auf dem Sofa sitzt)?
Wenn Du Dir darüber im Klaren bist, welche Konsequenzen sein Verhalten haben wird, kannst Du ihm das mitteilen. Dann kann er entscheiden, was ihm wichtiger ist - sein Sofa oder die Vermeidung der Konsequenzen.
Auf Spielchen oder so würde ich mich nicht einlassen, das fände ich kindisch.
Allerdings würde ich eventuell alle Dienstleistungen für Ihn einstellen, z.B. ihn seine Hemden selber bügeln lassen etc. Das geht natürlich nur, wenn Deine Dienstleistungen an ihn deutlich mehr sind als seine Dienstleistungen an Dich, aber es hat sich jetzt für mich so angehört, als ob Du zu Hause den Laden schmeißt, während er eher wenig im Haushalt tut. Er sollte schon sehen, dass er zu Hause nur seine Ruhe hat, so lange Du ihm die Arbeit abnimmst.“You can tell how smart people are by what they laugh at.”
― Tina Fey
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19.05.2010, 12:25
AW: Die Sache mit dem Sofa
Danke ninapenda!
Die Idee, mir eines der Kinderzimmer als eigenes Zimmer einzurichten, ist mir auch schon gekommen. Die Fragte ist bloß, würde er das merken? Momentan sieht es so aus, dass er allabendlich am PC versackt, dort bis morgens um 5 oder 6 daddelt und dann erst ins Bett fällt, dann steh ich schon fast wieder auf. Er schläft dann bis Mittag, wenn ich nicht vorher nerve und ihn wecke, weil ich mich so ärgere, zupft im Garten ein wenig am Unkraut, um zu zeigen, dass er sich einbringt und sitzt spätestens 2 Stunden später wieder am PC, wo sich das Spiel wiederholt. Am Sonntag mittag packt er dann seine Sachen und fährt wieder zu einem Kunden oder Termin. Bis zum nächsten Wochenende.
Die Idee, ihn zu einem *Spiel* zu animieren, finde ich gut. Bin zwar nicht sicher, ob er sich darauf einlässt, er hat ja keine Not, aber einen Versuch ist es allemal wert.Es gibt kein Verbot für alte Frauen, in Bäume zu steigen.
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19.05.2010, 12:27Inaktiver User
AW: Die Sache mit dem Sofa
Was macht er genau am PC?
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19.05.2010, 12:38
AW: Die Sache mit dem Sofa
Hallo Sabbeltrine,
könnt ihr nicht einen PC-freien-Tag in der Woche einrichten. Mal ehrlich, wenn er genug Energie dafür hat, aber nicht für Unternehmungen mit dir, dann finde ich das sehr traurig.
Bestelle ihn doch mal zu einem Date mit einem Motto. Dann trefft ihr euch in dem Lokal und habt einen schönen Abend.
Ja eine Beziehung dauerhaft am Leben zu halten, ist schon eine Aufgabe.
LGMeine große Maus und mein kleiner Mann. Die wertvollsten Geschenke!


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