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    Fernbeziehung - alles aufgeben, um zusammen leben zu können?

    Hallo,
    vielleicht kann mir ja hier jemand weiterhelfen oder kennt zumindest meine Gefühle und Gedanken. Ich führe schon seit über 5 Jahren eine Fernbeziehung. Mein Freund lebt im Ausland und hat aus beruflichen Gründen keinerlei Möglichkeit, jemals in meiner Stadt einen Job zu finden und hier leben zu können. Er hat nicht einmal die Möglichkeit, überhaupt in Deutschland einen (angemessenen) Job zu finden. D.h. er könnte hier nie in dem Beruf arbeiten, den er gelernt hat und für den er studiert hat. Ich dagegen hätte wohl durchaus Möglichkeiten, in meinem Beruf auch in seinem Land zu arbeiten. Allerdings wären meine Möglichkeiten hier natürlich viel viel besser. Im Grunde stehen mir hier in Deutschland sämtliche Türen offen und ich habe dafür sehr hart gearbeitet. Im Ausland hätte ich wohl Chancen, aber könnte den Job, den ich hier ausüben würde, nicht machen. Würde nie die Sicherheit haben, nie so viel Geld verdienen. Dazu kommt, dass ich hier sehr glücklich bin mit meinem Beruf. Es ist aber nicht nur das Berufliche. Ich bin ein Familienmensch und würde meine Eltern furchtbar vermissen. Auch alle meine Freunde sind hier. Und der Gedanke, alles das aufgeben zu müssen und hier nie leben zu können, weil es für ihn beruflich einfach nicht klappt, macht mich fertig. Ich weiß nicht, was ich machen soll. Wenn ich wüsste, wir könnten später hierher zurückkommen, dann wäre es etwas anderes. Aber ich weiß, wenn ich mit ihm zusammen sein will, heißt das, dass ich meine Stadt, meine Gegend und aller Voraussicht nach auch mein Land verlassen muss. Und allenfalls mit 65, wenn wir in Rente sind, zurückkommen und hier leben könnte, aber das ist für jemanden in den 20ern auch keine Perspektive.
    Mein Freund liebt mich über alles und würde alles tun, um bei mir zu sein, aber er kann nicht. Und ich würde nie wollen, dass er seinen Job hinschmeißt, um dann hier als Verkäufer o.ä. zu arbeiten. Damit würde er auch nicht glücklich. Und ich, ich könnte wohl, aber ich weiß nicht, ob ich das wirklich will. Ob es das wert ist. Ich lebe so gerne hier, ich verbringe gern Zeit mit meiner Familie, meinen Freunden, ich mag mein Leben hier so wie es ist. Meine Eltern hatten auch immer wieder gesundheitliche Probleme, ich wäre später gern in der Nähe, falls sie mich brauchen.
    Und wenn ich bei ihm bin, ist auch alles toll und ich denke oft, ich würde gern bei ihm bleiben und leben. Aber kaum bin ich zurück, fällt es mir so irrsinnig schwer und ich will hier nicht weg. Ich weiß, ich muss eine Entscheidung treffen, aber ich weiß nicht, welche. Ihn aufgeben oder mein Leben? Mnachmal wünsche ich mir, ich hätte ihn nie kennengelernt, dann wäre mein Leben heute nicht so kompliziert. Vielleicht sehe ich auch alles zu kompliziert, es könnte ja auch bei ihm toll sein mit einem Job, der mir Spaß macht und ich könnte meine Familie und Freunde sicher einmal im Monat besuchen. Aber wenn ich hier bin und denke, ich muss hier weg, dann schnürt es mir richtig die Kehle zu.
    Versteht mich hier vielleicht jemand? Oder war in einer ähnlichen Situation? Würdet ihr alles aufgeben für eine Beziehung?

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    AW: Fernbeziehung - alles aufgeben, um zusammen leben zu können?

    Hallo Elena

    Ja ich kann Dich verstehen, absolut.

    Ich denke aber auch Du bist noch nicht an dem Punkt wo Du eine Entscheidung fällen kannst und willst.

    Ich war wie Du mit 17 in derselben Situation. Nur wusste ich dass mir zumindest finanziell keine Nachteile entstehen. Ich bin damals mit knapp 18 dann 800 km von daheim weggezogen, absolut auf mich alleine gestellt und mein Freund kam dann leider nicht zweimal in der Woche zu Besuch wie vorher abgemacht . Sprich ist war absolut alleine und hab mich alleine durchgebissen.

    Bereut habe ich es nie, auch nicht als er sich nach 8 Jahren von mir getrennt hat, ich bin nie wieder zurückgegangen und würde das auch nicht wollen. Zuhause ist man da wo das Herz ist, sagt man so schön . Nunja bei mir trifft es zu.

    Ich denke Du solltest nicht nur für Deinen Freund und Deine Beziehung alles aufgeben, wenn Du eigentlich dazu nicht bereit bist. Wenn dann musst Du es tun, weil DU es willst.

    Wie weit ist es denn weg? Heute ist man bei Notfällen ja auch meist recht schnell wieder daheim mit dem Flugzeug usw....

    LG wolki
    Leben ist das was passiert, während man etwas anderes geplant hatte

  3. Moderation

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    AW: Fernbeziehung - alles aufgeben, um zusammen leben zu können?

    Zitat Zitat von elena27 Beitrag anzeigen
    Aber ich weiß, wenn ich mit ihm zusammen sein will, heißt das, dass ich meine Stadt, meine Gegend und aller Voraussicht nach auch mein Land verlassen muss. Und allenfalls mit 65, wenn wir in Rente sind, zurückkommen und hier leben könnte, aber das ist für jemanden in den 20ern auch keine Perspektive.
    Ich kann Dein Dilemma grundsätzlich verstehen. Was ich allerdings nicht nachvollziehen kann, ist die zitierte Aussage.

    Was hindert Dich einige Jahre ins Land Deines Freundes zu ziehen und dann wieder zurückzukommen? Du schriebst doch selbst, dass Du Deinen Beruf auch in seinem Land ausüben kannst. Also kannst Du doch auch wieder zurückkommen und beruflich in Deutschland Fuß fassen, wenn es Dir dort mit der Situation nicht gut geht?
    Islabonita

    Moderation im Freundschaftsforum, Umgangsformen, Familiensache, Mietforum und in Rund um die Bewerbung - ansonsten normale Userin

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    AW: Fernbeziehung - alles aufgeben, um zusammen leben zu können?

    wieviele flugstunden trennen euch denn?

    wie oft seht ihr euch? wechselt ihr, dass er mal bei dir ist und du mal bei ihm?
    LEBE LIEBER UNGEWÖHNLICH

  5. Inaktiver User

    AW: Fernbeziehung - alles aufgeben, um zusammen leben zu können?

    Zitat Zitat von elena27 Beitrag anzeigen
    Versteht mich hier vielleicht jemand? Oder war in einer ähnlichen Situation? Würdet ihr alles aufgeben für eine Beziehung?
    Ich habe eine Schulkameradin, die hat es gemacht.

    Sie hat sich in einen Mann im nördlichen Norwegen verliebt (der bei ihrer Tante zu Besuch war).

    Mit ihrem Beruf konnte sie dort nichts anfangen - sie hat noch eine weitere Ausbildung gemacht, um dort arbeiten zu können - nachdem sie die Sprache gelernt hat.
    Und als sie vor über 20 Jahren dorthin zog, gab es auch noch keine Billigflüge - es war klar, dass sie ihre Eltern höchstens einmal im Jahr würde sehen können.
    Aber sie hat es nicht bereut.


    Ich will das aber nicht als "Vorbild" hinstellen - das muss jeder selbst wissen.
    Liebe alleine genügt nicht für eine dauerhaft glückliche Beziehung und für ein zufriedenes Leben, wenn man dafür zuviel aufgeben muss.

    Und wenn Du so an Deiner Heimat hängst, wie Du es beschreibst und so wenig "anpassungsfähig" bist oder Dich auch auf Neues freust und offen dafür bist - dann kann diese Liebe nicht gelebt werden.
    Das gibt es ja auch aus anderen Gründen - wenn der Kinderwunsch divergiert, wenn einer schon gebunden ist, wenn ...


    Gruß, Leonie

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    AW: Fernbeziehung - alles aufgeben, um zusammen leben zu können?

    Erstmal danke euch allen. Es stimmt schon, ich könnte danach auch wieder zurückkommen. Aber eben nie mit ihm. Was ich sagen wollte, wenn ich mich für ein Leben mit ihm entscheide, bedeutet das, sich gegen ein Leben hier, wie ich es sonst leben würde und gerne leben würde, zu entscheiden, ohne Möglichkeit, während meines/unseres Arbeitslebens zurückzukommen.

    Ich habe einfach das Problem, dass er mir oft, wenn ich hier bin, so weit weg vorkommt. Von meinem Leben hier. Wenn ich bei ihm bin und länger war, habe ich mir schon oft gedacht, dass ich jetzt auch einfach bleiben könnte, d.h. wollen würde, aber das geht eben nicht so einfach mit Job etc., dass man dann spontan dort bleiben könnte. Und wenn ich dann zurückkomme, denke ich oft, ich wäre jetzt so gern bei ihm. Aber je länger ich wieder hier bin, desto weiter rückt er "in die Ferne" und desto schwerer fällt mir allein der Gedanke, hier wegzuziehen.
    Er ist schon auch oft hier bei mir, wir sehen uns etwa alle 3 Wochen, meistens abwechselnd, ich besuche ihn und dann besucht er mich. Ich weiß auch nicht. Ich habe nur eine Sache bemerkt. Zu Beginn unserer Fernbeziehung, so etwa die ersten 2 Jahre, da war ich, wenn er wieder gefahren ist oder ich wieder zurück musste, immer eine Woche lang am Boden zerstört und dann habe ich die Tage gezählt, bis ich ihn wiedersehen konnte. Mit der Zeit hat sich das geändert. Ich bin nicht mehr besonders traurig, wenn wir uns nicht sehen oder trennen müssen. Ich warte nicht mehr verzweifelt auf unser nächstes Wiedersehen. Ich lebe mehr mein Leben und so alle 3 Wochen sehen wir uns eben und das ist dann auch sehr schön, aber wenn diese Wochenenden dann wieder vorbei sind, ist es auch nicht sooo schlimm. Wenn ich dann länger bei ihm bin, dann gewöhne ich mich wieder mehr an ihn und an das Zusammensein und vermisse ihn auch mehr. Aber manchmal denke ich auch, vielleicht führen wir diese Fernbeziehung einfach schon zu lange, und vielleicht habe ich mich schon so daran gewöhnt, dass ich mir ein Zusammenleben gar nicht mehr richtig vorstellen kann..

  7. User Info Menu

    AW: Fernbeziehung - alles aufgeben, um zusammen leben zu können?

    Hallo elena,

    ich kenne das von Dir beschriebene Gefühl, sich erst wieder an den Partner gewöhnen zu müssen, wenn man sich länger nicht gesehen hat. Und mit der Zeit werden diese Phasen des Nichtsehens Alltag und die des Zusammenseins haben immer Besuchscharakter. Das Leben hängt davon aber nicht (mehr) ab. Man verkraftet die Trennungsphasen besser.

    Ich kenne einige Paare, die in eurer Situation waren, also in der der, dass der Partner den studierten Beruf hier nicht hätte ausüben können. Hinzu kam aber jeweils, dass die Frau ihren studierten Beruf dort auch nicht hätte ausüben dürfen. Diese Beziehungen endeten alle irgendwann. Ein Arzt hat eben auch kein Interesse, hier bestenfalls bei Schlecker an der Kasse zu stehen, oder eine promovierte Medizinerin will nicht arbeitslos im Ausland sitzen.

    Du hast noch nicht geschrieben, wie weit Dein Freund weg lebt.

    Persönlich würde ich nicht wegziehen.

  8. User Info Menu

    AW: Fernbeziehung - alles aufgeben, um zusammen leben zu können?

    >er könnte hier nie in dem Beruf arbeiten, den er gelernt hat und für den er studiert hat.

    hat er so einen exotischen beruf oder ist das eher eine schutzbehauptung?
    LEBE LIEBER UNGEWÖHNLICH

  9. Inaktiver User

    AW: Fernbeziehung - alles aufgeben, um zusammen leben zu können?

    Zitat Zitat von luciernago Beitrag anzeigen
    >er könnte hier nie in dem Beruf arbeiten, den er gelernt hat und für den er studiert hat.

    hat er so einen exotischen beruf oder ist das eher eine schutzbehauptung?
    und....ist es eine schutzbehauptung???
    ausserdem kann ich beitragen: bin mit 24 in ein orientalisches, aber "zivilisiertes" land mit meinem gerade angeheirateten mann gezogen. immer wissend: ich mache das beste draus, egal, was kommt. habe wunderbare erfahrungen gesammelt. wir mussten dann irgendwann nach deutschland zurück und ich habe mich 11 jahre später scheiden lassen.

    die jahre im ausland möchte ich nicht missen. es waren schöne, lehrreiche jahre, die meinen horizont unglaublich geöffnet haben. zurückkehren kann man immer.

    noushin

  10. User Info Menu

    AW: Fernbeziehung - alles aufgeben, um zusammen leben zu können?

    Da mein Mann einen super Job gefunden hatte und wir keine Fernbeziehung führen wollten, bin ich vor fünf Jahren mit den Kindern aus meiner Heimatstadt, einer hessischen Metropole, in eine bayerische Kleinstadt gezogen. Nach zwei Jahren passte ihm der Job nicht mehr, er suchte sich was neues in der "alten Heimat". Also doch Fernbeziehung, bis die Kids mit der Schule fertig sind. Vor gut einem Jahr hat er sich dann in eine ehemalige Klassenkameradin verliebt und eine heimliche Affäre mit ihr begonnen. Inzwischen haben wir uns getrennt, werden unser gemeinsames gemietetes Haus in Bayern im Sommer kündigen und den gemeinsamen Hausstand endgültig auflösen und dann werde auch ich mit den Kinders zurück nach Hessen ziehen.

    Inzwischen habe ich wieder eine Fernbeziehung, auf die ich mich aber nur eingelassen habe, weil ER in der Stadt wohnt, in die ich sowieso ziehen werde. Er ist auch nicht der ausschließliche Grund, warum ich dort hinziehe, sondern weil ich dort Familie, Freunde, eine eigene Wohnung und bessere Berufschancen habe. Ich würde nie wieder wegen eines Mannes in eine Stadt ziehen, die mir völlig fremd ist und wo ich keine Freunde habe. Trotzdem war es eine Erfahrung, die ich nicht missen möchte - das Leben schreibt seltsame Geschichten und man sollte seine Erfahrungen schon selbst machen.

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