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    verwirrt Die Endlosbaustelle

    Hallo und Guten Abend!

    Ich (37) lebe seit ca. anderthalb Jahren mit meinem Freund (44) in einer Fernbeziehung. Distanz ca. 150 Kilometer.

    Als ich ihn kennenlernte erzählte er mir gleich, das er mit seiner Familie (sprich: Mutter, Schwester, Vater) ein Haus bauen würde. Für sich, die Schwester und den Neffen. Zwei abgeschlossene Wohnungen.
    Das Projekt war schon in die Wege geleitet bevor er mich kennengelernt hat.

    Ich habe ihm, weil ich bei ihm sein und ihn natürlich auch unterstützen wollte, tatkräftig über ein Jahr lang mitgeschuftet. Schutt geschleppt, beim Umzug geholfen, beim Einrichten....

    Doch das Ende der Baustelle ist nicht absehbar.
    Der Garten, die Terrasse, ein Teil des Innenausbaus etc. stehen noch aus.
    Ich aber bin erschöpft. Erschöpft von einer Baustelle, die nicht die meinige ist, erschöpft davon die WEs dort zu verbringen, wo eigentlich immer Arbeit wartet.
    Erschöpft davon, immer diejenige zu sein, die fährt. Immer diese Baustelle, immer Arbeit....
    Mein Freund tut mir leid. Er hat sich da auf eine Sache eingelassen, deren Arbeitsumfang er total unterschätzt hat. Er gibt sich Mühe, arbeitet nach Feierabend, um schneller fertig zu werden....
    Ich liebe ihn sehr, er ist soviel von dem was ich mir als Partner gewünscht habe.

    Deshalb hadere ich ziemlich mit mir:

    Vom Kopf her weiss ich, das die Baustelle fertig werden muss. Das unsere Fernbeziehung mit einer ziemlichen Belastungsprobe begann und diese nun leider gar nicht so endlich scheint wie gedacht.
    Ich wünsche mir allerdings mehr Zeit mit ihm, mehr Nähe, mehr Zuwendung.
    Und komme mir dabei kindisch vor.

    Sollte ich als erwachsener Mensch nicht Verständniss dafür haben, das dieses Projekt beendet werden muss?
    Er arbeitet und arbeitet.....aber das "Wir" bleibt ganz schön auf der Strecke.

    Wenn ich meinem Frust formuliere, sagt er:
    "Was soll ich denn machen? Ich muss das doch fertig bringen...."

    Darauf kann ich nichts entgegnen.

    Das Gefühl bleibt.
    Ich habe nach einem Jahr erklärt, das ich der Baustelle fernbleibe bis sie fertig ist. Daraufhin haben wir uns wochenlang nicht gesehen, nur gemailt und telefoniert.
    Meine Sehnsucht war dann so gross.....das nun doch wieder hin fahre.

    Ich bin mir nicht sicher, ob ich erwarten darf, das er nun einen Kompromiss zwischen Arbeit und Beziehung findet.

    Was meint ihr?

    Liebe Grüsse, Rijana

  2. Inaktiver User

    AW: Die Endlosbaustelle

    Zitat Zitat von Rijana Beitrag anzeigen
    Ich bin mir nicht sicher, ob ich erwarten darf, das er nun einen Kompromiss zwischen Arbeit und Beziehung findet.
    wenn man so ein Projekt "Haus" anfängt - und andere Menschen betroffen sind und ja auch richtig viel Geld drinhängt - dann geht das nur, wenn das ganz ganz oben auf der Liste steht.
    Und er kann die ja jetzt nicht hängenlassen.

    Da wird es nur kleine zusätzliche Oasen für Euch geben können.

    Wobei Garten und Terasse ja vielleicht nicht so ganz eilig sind - da kann man schon eher mal etwas strecken als wenn noch die Miete neben den Zinsen läuft.

    Unabhängig davon kannst Du natürlich jederzeit sagen, dass Du diese Beziehung nicht willst.

    Alles Gute,

    Gruß, Leonie

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    AW: Die Endlosbaustelle

    Du hast Recht, Leonie.

    Und die Beziehung aufgeben als "Lösung"? Nein, auf keinen Fall.
    Das hat mein Freund nicht verdient und ich bin auch kein Mensch, der seine Lieben hängen lässt.

    Ich bin leider ein gebranntes Kind und habe schon einmal sehr viel in eine Beziehung investiert (13 Jahre Ehe) und bin dann bitterst enttäuscht worden.

    Ich habe Angst, das ich wieder mehr gebe als bekomme....

    Aber ich weiss natürlich auch, daß es keine Garantien gibt.

    Die Ratschläge von Freundinnen gehen von "Steh ihm bei, er ist doch ein lieber toller Mann" bis "DAS brauchst du doch nicht schon wieder. Du bist immer nur am Kämpfen."

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    AW: Die Endlosbaustelle

    Zitat Zitat von Rijana Beitrag anzeigen
    Ich bin leider ein gebranntes Kind und habe schon einmal sehr viel in eine Beziehung investiert (13 Jahre Ehe) und bin dann bitterst enttäuscht worden.

    Ich habe Angst, das ich wieder mehr gebe als bekomme....
    Ich finde die Befürchtung schon berechtigt.
    Und auch die Frage:
    Was ist, wenn endlich "Alltag" einkehrt und dieser Dich dann aber auch nicht glücklich macht, weil die viele Arbeit Einiges überdeckt hat, was ja eigentlich vielleicht gar nicht so gut passt zwischen Euch...

    In meiner Ehe ging es mir so ähnlich. Da habe ich eigentlich auch nur auf bessere, ruhigere Zeiten gewartet. (Mein Ex hat sich selbstständig gemacht).
    Aber die kamen nie. Nach 18 Jahren Ehe fand mein Ex-Mann dann, dass wir gar nicht so gut zusammen gepasst haben und er mit einer anderen doch seine Traumbeziehung leben könnte...

    Deshalb würde ich, bei allem Verständnis und bei aller Liebe, an Deiner Stelle klare Grenzen setzen und auch mein eigenes Leben nicht vernachlässigen.

    Das könnte so aussehen, dass Du nur noch jedes zweite WE zu ihm fährst und daheim etwas Schönes machst, etwa ein neues Hobby anfängst oder eine Fortbildung, die Dich interessiert und weiterbringt. Geh auch ruhig mit Freunden aus.

    Er sollte Dir m.E. auch entgegenkommen und etwa alle 6 Wochen auch mal zu Dir kommen oder mit Dir wegfahren, also "qualitiy time" verbringen, wie es so schön heißt.

    Es ist einfach zu gefährlich für Dich und Dein Leben, wenn Du Dich zu sehr auf ihn focussierst, Dich runterziehen lässt und womöglich wegen seines Projekts noch Dein eigenes Leben vernachlässigst.
    Dabei seid Ihr noch nicht einmal verheiratet - und selbst das ist ja noch keine Gewähr, dass der Einsatz einmal gedankt wird, wie man gesehen hat.

    Also pass auf Dich auf!

    Raratonga

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    AW: Die Endlosbaustelle

    Zitat Zitat von Rijana Beitrag anzeigen
    Hallo und Guten Abend!

    Ich (37) lebe seit ca. anderthalb Jahren mit meinem Freund (44) in einer Fernbeziehung. Distanz ca. 150 Kilometer.

    Als ich ihn kennenlernte erzählte er mir gleich, das er mit seiner Familie (sprich: Mutter, Schwester, Vater) ein Haus bauen würde. Für sich, die Schwester und den Neffen. Zwei abgeschlossene Wohnungen.
    Das Projekt war schon in die Wege geleitet bevor er mich kennengelernt hat.
    Habt Ihr denn schon mal darüber gesprochen, ob Du in dieses Haus mal miteinziehen wirst? Willst und kannst Du das überhaupt?

    Ich meine, wenn er jetzt so viel Zeit und Energie da reinsteckt, dann wird er ja vermutlich auch da wohnen bleiben. Und dann wäre für mich nur vorstellbar, dass Du da mit einziehst und das Haus somit ein Stück weit auch Dein Projekt wird, oder Ihr dauerhaft eine Fernbeziehung führt.

    Ansonsten stimm ich Raratonga zu: nimm Dir auch Zeit für Dich und verlang ruhig, dass Dein Freund sich in gewissem Umfang auch mal Zeit für Euch nimmt, und wenn es nur alle paar Wochen mal ist.

    Viele Grüße,

    Malina
    Du hast mein Klagen in Tanzen verwandelt. (Psalm 30)

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    AW: Die Endlosbaustelle

    Ich poche ja immer mal wieder auf gemeinsame, ruhige und entspannte Zeit.
    Das sind die WEs, an denen er zu mir kommt. Er geniesst diese Zeit und will meistens gar nicht mehr nachhause....

    Aber ich sehe ja selbst: Die Arbeit muss getan werden. Und die Finanzierung steht und fällt mit der Eigenleistung. Ausserdem soll es ja endlich mal fertig werden- das will ich ja auch.

    Nein, einziehen möchte ich da nicht. Das Haus ist wunderschön, die Wohnung gross genug. Aber:

    Ich möchte, wenn ich mal mit ihm zusammenziehe, nicht "dazustossen", sondern gemeinsam etwas aussuchen. Das muss nichts Eigenes sein. Ich lebe jetzt zur Miete und bin ganz glücklich mit meiner Wohnung.

    Ausserdem: Die Schwester, zu der er eine sehr enge Beziehung hat, lebt in der Wohnung über ihm in diesem Haus. Mit dem kleinen Sohn.
    Er hat da etwas die Paparolle übernommen, da sie verlassen wurde.
    Seine Schwester hat ihn ziemlich eingespannt in der Ersatzvaterrolle.
    Sie ist eine nette, aber sehr dominante Frau.
    Meine kleine Tochter versteht sich mit ihrem Sohn sehr gut und wenn wir alle zusammen sind, dann ist es sehr schön.
    Aber eben nur als Besuch.

    Bei aller Liebe.....ich schätze seinen Familiensinn und sein Verantwortungsbewusstsein, aber mir ist das zu eng um dort zu leben.
    Ich lebe jetzt eigenständig und frei, da wäre ich diejenige, die einfach dazukommt.

    Beide, er und seine Schwester hatten sich das wohl gewünscht.

    Aber ich halte etwas Distanz zu seiner sowieso schon ziemlich vereinnehmenden Familie für wichtig.

    Und ganz ehrlich, auch wenn das sehr selbstbezogen und altklug klingt: Ich bin mittlerweile der Meinung, das auch ihm etwas mehr Entfernung gut tun würde.
    Aber das muss er selbst herausfinden....

  7. Inaktiver User

    AW: Die Endlosbaustelle

    Ui, das hört sich an, als wäre der Stress mit der Familie schon vorprogrammiert...
    Hast mit ihm schon darüber gesprochen, dass du dir nicht vorstellen kannst, jemals in das Haus mit einzuziehen? Was sagt er dazu? Ich kann mir jetzt nicht vorstellen, dass er nach der ganzen Arbeit bereit ist, da in absehbarer Zeit wieder auszuziehen, oder?

  8. User Info Menu

    AW: Die Endlosbaustelle

    Grossen Stress haben wir schon hinter uns.....

    Gleich zu Beginn der Beziehung und damit auch Baustellenzeit, stellte ich ziemlich entgeistert fest, das die beiden Wohnungen von Bruder und Schwester ziemlich "offen" konzipiert waren und fast fliessend ineinander über gingen.

    Daraufhin habe ich Alarm geschlagen und angekündigt, das ich dort sicher keine WEs dort verbringen würde um eine "menage a trois" zu führen.

    Daraufhin gab es eine Woche richtig Stress. Mein Freund änderte daraufhin die Pläne. Und bot mir sogar an, seine Wohnung bei Fertigstellung zu vermieten, damit wir zusammenziehen können.

    Nach reiflicher Überlegung sagte ich nicht zu.
    Ich brauche noch mehr Zeit, für mich, für meine Tochter.....nach meiner Trennung von meinem Exmann.

    Aber dieses Angebot steht: Er würde die Wohnung vermieten, damit wir irgendwann zusammenziehen können.

    Zumindest ist es das, was er gesagt hat.

    Ich rechne, falls und wenn es dazu kommt, mit ziemlichem Ärger.

    Das Loslösen einer solch symbiotischen Bruder-Schwester- Beziehung ist schwer. Der Neffe sieht in als Papaersatz an, die Schwester braucht meinen Freund aus beruflichen Gründen oft als Babysitter.

    Das ist das Problem:

    Ich habe Angst, das ich jetzt viel gebe, helfe und später die Ansage kommt:
    Ich kann doch nicht. Ich kann mich nicht von meiner Familie lösen......

    Er sagt, das wird nicht so sein.

    Ich weiss nicht, ich habe einmal vertraut und bin so böse enttäuscht worden.....

    Aber ich weiss auch: Garantien gibt es nicht.

    Ist es Wunschdenken von mir, das ich daran glaube, das die Bruder- Schwester- Beziehung auch wieder weniger eng werden könnte?

    Das Haus, die Schwester, den Neffen....für uns verlässt? Nicht im Sinne von im "Stich lassen", aber sein Leben neu ordnet?

  9. User Info Menu

    AW: Die Endlosbaustelle

    Hallo Rijana,

    ich hätte ehrlich gesagt Bedenken, dass er sich aus dem Haus und Umfeld wirklich löst. Er steckt jetzt viel Zeit und Energie in den Bau. Ob er danach wirklich irgendwo zur Miete wohnen will? Wer bezahlt dann das Haus ab? Werden die anderen Bewohner einen fremden Mieter akzeptieren? Ich meine, so wurde ja nicht geplant. Wird er es riskieren, sich notfalls mit seiner gesamten Familie zu überwerfen, um mit Dir zusammen zu sein? Kann man das von ihm verlangen?

    Ich finde, das sind ziemlich viele offene Fragen. Und das Risiko, dass die Antworten nicht zu Deiner Zufriedenheit ausfallen werden, halte ich für recht hoch, egal was er jetzt sagt.

    Ich finde es immer schwierig, wenn Lebenspläne nicht so richtig zueinander passen. Einer muss dann etwas aufgeben, und es besteht die Gefahr, dass dann ein Ungleichgewicht in der Beziehung entsteht (ich habe damals x für Dich geopfert, nun tu auch was für mich). Oft nur unterschwellig, aber in Konfliktsituationen kocht das dann hoch. Ich würde mich nur ungern mit so einer Hypothek belasten wollen.

    Ich glaube, ich würde von ihm verlangen, dass er jetzt schon klar stellt, dass er in das Haus nicht mit einziehen wird. Dann können bestimmte Dinge auch gleich anders geplant werden, und die Familie hat Zeit, sich an den Gedanken zu gewöhnen. Diese Nachricht bis zum Schluss aufzuschieben, halte ich für keine gute Idee. Da hätte ich auch Angst, dass es doch nur Feigheit ist, die letztlich dazu führt, dass er doch mit einzieht.

    Viele Grüße,

    Malina
    Du hast mein Klagen in Tanzen verwandelt. (Psalm 30)

  10. User Info Menu

    AW: Die Endlosbaustelle

    Zitat Zitat von Rijana Beitrag anzeigen

    Aber dieses Angebot steht: Er würde die Wohnung vermieten, damit wir irgendwann zusammenziehen können.
    Zumindest ist es das, was er gesagt hat.
    Ich rechne, falls und wenn es dazu kommt, mit ziemlichem Ärger.


    Ich habe Angst, das ich jetzt viel gebe, helfe und später die Ansage kommt:
    Ich kann doch nicht. Ich kann mich nicht von meiner Familie lösen......
    Hallo Rijana,
    vielleicht hat er ja momentan zugestimmt, die Wohnung zu vermieten, um Dich nicht zu verlieren. Aber ich seh schon den Ärger vor mir, wenn es dann wirklich so weit wäre. Was ja auch irgendwie verständlich ist, denn er hat ja ne Menge Zeit, Geld und Herzblut in diesen Bau gesteckt, und dann für "fremde" Leute, also die Mieter? Und selbst wieder von vorn anfangen?

    Ich an Deiner Stelle hätte genausoviel Angst, mich jetzt total reinzuhängen und später blöd dazustehen, da dann doch die "Familienbande" stärker sind.

    Wobei ich diese ganze Konstellation mit Vater, Mutter, Sohn und Schwester+Kind in einem Haus in Bezug auf eine mögliche Partnerin und "Mitbewohnerin" von vornherein schon als Pulverfass ansehe...

    Tja, also einen richtigen Rat kann ich Dir wohl auch nicht geben....

    Trotzdem liebe Grüße
    Betty
    Wo die Sonne des Intellekts niedrig scheint, werfen auch kleine Geister große Schatten.

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