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    Kann das gehen?

    Liebe Leser,
    ich poste hier aus einer Situation heraus, die deutlich aus dem normalen Rahmen fällt, was es mir auch schon deswegen nicht so ohne Weiteres leicht macht, sie einfach in den Raum zu stellen.
    Ich lebe in einer Beziehung mit einem großen Altersunterschied, was konkret heißt, ich gehe straff auf die Mitte Vierzig zu, mein Freund wird in 2 Jahren neunzig Jahre alt.

    Sowas gibt es schon, ich weiß....Siehe Johannes Heesters und seine viel jüngere Frau. Aber ich bin heimlich begleitet von Skrupeln, die ich nicht einordnen kann, weil ich weiß, wir sind beide mit der Situation sehr glücklich. Trotzdem nagt Angst an mir. Sie überfällt mich z.Bsp. dann, wenn wir in unserem Bekanntenkreis zusammen auftreten, was selten vorkommt, schon allein deswegen, weil wir nie zusammen dort eintreffen. Man ignoriert unsere zärtliche Begrüßung und nimmt sie dennoch aufmerksam zur Kenntnis. Ich vermute, niemand glaubt uns. Und wir übertreiben es auch nicht, haben uns auch nicht offiziell als Paar geoutet. Da wir ohnehin miteinander zu tun haben, lässt sich sogar vor Freunden bis jetzt die Situation kaschieren. Oft frage ich mich, wie er das auf Dauer halten möchte. Diesbezüglich mache ich mir mehr Gedanken über seine Gedanken als über mich selbst. Denn im Stillen mache ich mir meine Haltung einmal klar und damit gut.

    Oder ich denke, in Wirklichkeit kann das garnicht gehen. Wir leben nur eine kurze Illusion. Was in Anbetracht der Tatsache, daß er in spätestens 10 Jahren Pflegefall sein könnte, naheliegend ist. Ich möchte es gern anders sehen. Denn ich habe mich mit dem Gedanken an die fernere Zukunft längst auseinandergesetzt und meine Haltung dazu ist klar.

    Was ist eure Meinung? Was haltet Ihr von einer solchen Beziehung? Ich möchte gern, daß wir eine Zukunft haben, doch glaube ich an diese nur recht verschwommen. Ich war noch nie in einer derartigen Situation.

    Viele Grüße an alle, die lesen.
    Nichira

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    AW: Kann das gehen?

    Hallo Nichira,

    wow...da hast Du allerdings recht...das ist eine Situation die es so - nicht ganz so oft gibt.

    Zu Schaffen ist es allemal, wenn beide wissen worauf sie sich einlassen und auch mit den Konseqeunzen leben wollen und können.

    Da der Altersunterschied schon enorm ist und Dein Freund mit 90 Jahren schon ein Alter erreicht hat, dass leider nicht jeder geschafft hat oder schaffen wird....ist hier natürlich der zeitliche Aspekt nicht aus den Augen zu verlieren. Ich schätze darüber hast Du Dir schon eine Menge gedanken gemacht, oder?

    Ich wüsste nicht ob ich das könnte, oder überhaupt wollen würde, aber wie heisst es so schön: "Wo die Liebe hinfällt".

    Mich würde interessieren was Eure Beziehung ausmacht?
    Warum Du Dich dieser Sitution aussetzt, da die Probleme (Trauer, Schmerz; unerfühlte körperliche Liebe; verlustängste usw.) ja gewissermaßen vorprogrammiert sind.

    Dies kann zwar in jeder anderen Beziehung auch passieren, aber bei Dir ist es irgendwo (durch sein hohes Alter) so greifbar.

    Ich wünsche euch beiden auf jeden Fall noch eine Menge glückliche Zeit miteinander.

    LG Röschen11

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    AW: Kann das gehen?

    Bitte erzähl doch ein bisschen mehr von Eurer Beziehung (wie lange? wie kam sie zustande? was liebst Du an Deinem Partner besonders?) - irgendwie habe ich den Eindruck, dein Beitrag könnte ein Fake sein.

  4. gesperrt

    User Info Menu

    AW: Kann das gehen?

    Zitat Zitat von Nichira Beitrag anzeigen
    Oder ich denke, in Wirklichkeit kann das garnicht gehen. Wir leben nur eine kurze Illusion. Was in Anbetracht der Tatsache, daß er in spätestens 10 Jahren Pflegefall sein könnte, naheliegend ist. Ich möchte es gern anders sehen. Denn ich habe mich mit dem Gedanken an die fernere Zukunft längst auseinandergesetzt und meine Haltung dazu ist klar.

    Was ist eure Meinung? Was haltet Ihr von einer solchen Beziehung? Ich möchte gern, daß wir eine Zukunft haben, doch glaube ich an diese nur recht verschwommen. Ich war noch nie in einer derartigen Situation.

    Viele Grüße an alle, die lesen.
    Nichira
    In Anbetracht der Tatsache, dass IHR BEIDE Euch wohl fühlt und Euch die Beziehung gut tut, bin ich pragmatisch.

    In Anbetracht des doch hohen Alters Deines Partners und unter Berücksichtigung der Tatsache, dass die Wahrscheinlichkeit nicht sehr groß ist, dass ihr aus diesem Grund noch 10 Jahre zusammen erleben werdet, frage ich mich wie lange Du Dir den Luxus des Zauderns und Zögerns leisten möchtest. Geniesst die Zeit die Ihr zusammen habt. Sie wird - wenn sie schön ist - sowieso als zu kurz empfunden werden.

    Ob das gut geht oder nicht könnt nur Ihr selbst in Erfahrung bringen.

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    AW: Kann das gehen?

    Zitat Zitat von emma-woodhouse Beitrag anzeigen
    Bitte erzähl doch ein bisschen mehr von Eurer Beziehung (wie lange? wie kam sie zustande? was liebst Du an Deinem Partner besonders?) - irgendwie habe ich den Eindruck, dein Beitrag könnte ein Fake sein.
    Nein, er ist kein Fake. Aber ich verstehe, dass Du das vermutest.

    Warum ich noch nicht konkreter geworden bin? Ich weiß nicht, wo ich beginnen soll. Es gibt zuvieles zu sagen dazu. Deswegen habe ich ersteinmal versucht, die Problematik zu benennen.

    Um die Frage gleich vorwegzunehmen, wir leben nicht zusammen. Ich habe meine eigene Wohnung, doch sehen wir uns ziemlich regelmäßig.

    Kennen tue ich ihn seit Langem. Er arbeitet in der Öffentlichkeit und dadurch lernte ich ihn kennen. Auch sofort lieben. Er hat eine ungewöhnliche Austrahlung, deren Wirkung ich mich nicht entziehen konnte. Später sind wir dann über unser beider Umfeld einander nähergekommen. Wir teilen sehr ähnliche Interessen.

    Mein Expartner hat mich u.a. seinetwegen verlassen. Er sah unsere Bekanntschaft mit argwöhnischen Blicken. Ich muß gestehen, dass er dabei mißtrauischer war als ich. Ich habe erst angefangen, diesbezüglich den Blick auf mich selbst zu lenken, als mein Partner bereits frustriert und enttäuscht das Handtuch geworfen hat. Zwei Wochen später schon weinte ich ihm keine Träne mehr nach, da er mich nachträglich übel mit gemeinen Telefonaten auf meine Handybox terrorisiert hat. Es hat mir das Verarbeiten seines Verlusts deutlich erleichtert

    Ich möchte damit verständlich machen, daß es nicht die Situation war, die aus einer Freundschaft eine Beziehung machte. Mein Freund ist immernoch sehr attraktiv in einer Weise, die als ungewöhnlich in unseren Breitengraden empfunden wird. Nur ist er kein Europäer und auch kein "Weißer". Ich kann von mir behaupten, daß ich es vergleichsweise wohl auch wirklich bin, was - glaube ich - aber nicht das Kriterium ausmacht, daß unsere Beziehung zu einer solchen macht. Eher erschwert es sie insoweit. Ich werde im Schnitt wesentlich jünger geschätzt. Es macht es unter unseren Freunden nicht einfach, denn ich befürchte insgeheim, dass niemand unsere Beziehung für das hält, was sie ist und das man sie zerstört.

    Ich habe Angst und fühle mich nicht selten, als ob ich heimlich geklaute Diamanten bei mir horten würde. Kann jemand das verstehen?

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    AW: Kann das gehen?

    Danke, Nichira, ich wollte Dir nichts unterstellen.

    Ich habe die Erfahrung gemacht, dass sich Bekannte, Freunde und die restliche Umwelt zunächst heftig ereifern und dass zuweilen gelästert wird - aber über alles wächst irgendwann Gras, und wenn diese Personen sehen, dass Eure Beziehung aufrichtig und von Bestand ist, hört das Gerede auf.

    Hast Du denn gute FreundInnen, denen Du Dich anvertrauen kannst, und die Eure Beziehung akzeptieren würden? So könntest Du Deine Partnerschaft vielleicht Schritt für Schritt publik machen? Und ob Ihr "nur" eine Freundschaft oder eine Liaison oder welchen Namen das Kind auch haben wird, kann doch völlig egal sein.

    Ich wünsche Dir viel Gelassenheit!

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    AW: Kann das gehen?

    Zitat Zitat von Roeschen11 Beitrag anzeigen
    Hallo Nichira,

    Mich würde interessieren was Eure Beziehung ausmacht?
    Warum Du Dich dieser Sitution aussetzt, da die Probleme (Trauer, Schmerz; unerfühlte körperliche Liebe; verlustängste usw.) ja gewissermaßen vorprogrammiert sind.

    Dies kann zwar in jeder anderen Beziehung auch passieren, aber bei Dir ist es irgendwo (durch sein hohes Alter) so greifbar.

    Ich wünsche euch beiden auf jeden Fall noch eine Menge glückliche Zeit miteinander.

    LG Röschen11
    Hallo Roeschen,

    vielen Dank für Dein freundliches Post.
    ich habe versucht, Euch allen mit meinem letzten Beitrag zu antworten, was mir bestimmt nicht wirklich gelungen ist.

    Du stellst mir die schwierigste aller Fragen. Weißt Du, ich glaube, unsere Beziehung ist/wird aus dem erwachsen, was sie ausmacht. Das war wohl unausgesprochen schon vorher da. Ich habe auch nicht gleich verstanden, dass das in so eine Situation münden wird, womit ich sagen möchte, dass ich darüber garnicht nachdenken wollte. Ich bin mir nicht sicher, ob er nicht diese Beziehung stärker herbeigesehent hat als ich. Aber definitiv wäre sie sonst nicht zustande gekommen.

    Als Kind hatte ich das deutliche Gefühl, vorher schon einmal gelebt zu haben. Das war bei dem Kind stärker als bei der atheistisch abgeklärten Erwachsenden. Doch hätte ich Dir nicht erklären können, warum ich so sicher war und auch heute wäre das wohl nicht möglich. Genauso schwer kann ich jemand zum aktuellen Zeitpunkt erklären, was unsere Beziehung ausmacht. Ich empfinde sie als das Selbstverständlichste von der Welt und lebe gleichzeitig in diesen schrecklichen Zweifeln und mit dem ständigen Gedanken an eine nicht greifbare Gefahr.

    Ist die Frage beantwortet?

    By
    Nichira

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    AW: Kann das gehen?

    Zitat Zitat von Nichira Beitrag anzeigen
    Liebe Leser,
    Oder ich denke, in Wirklichkeit kann das garnicht gehen. Wir leben nur eine kurze Illusion.
    Dass die vermeintlich große Liebe eine "kurze Illusion" ist, müssen auch gleichaltrige Partner erleben.

    Was in Anbetracht der Tatsache, daß er in spätestens 10 Jahren Pflegefall sein könnte, naheliegend ist.
    Schon viel eher, wenn er schon 88 ist. Andererseits kann jeder 30jährige, der morgends ins Auto steigt, abends ein Pflegefall sein.

    Was ist eure Meinung? Was haltet Ihr von einer solchen Beziehung? Ich möchte gern, daß wir eine Zukunft haben, doch glaube ich an diese nur recht verschwommen. Ich war noch nie in einer derartigen Situation.
    Es ist klar, dass die gemeinsame Zukunft zeitlich eng begrenzt ist. Auch wenn theoretisch alles passieren kann, hat man ein anderes "End"gefühl, wenn man sich mit einem gleichaltrigen Partner zusammentut. Aber stell Dir vor, Du wärst auch schon 80 und hättest ihn im Altenheim liebengelernt.... Carpe diem, würde ich sagen!

    Was halte ich von so einer Beziehung? Ich würde es für mich nicht anstreben, aber wenn ich nun mal auf so einen Menschen träfe, der mir mehr bedeuten würde als jemals ein anderer.... wer weiss.

    Traurig finde ich, dass die Gesellschaft diese Konstellation gerade mal noch so akzeptieren kann, auch dank Jopi. Aber dreh den Spieß um: Eine 88 jährige Frau und ein Mann Anfang 40? Das findet man dann nur lächerlich....
    Wenn man einen Fehler gemacht hat, kommt manchmal etwas ganz Wunderbares dabei heraus.

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    AW: Kann das gehen?

    Ich kann absolut verstehen, daß ein älterer Mensch einen völlig faszinieren kann. Er kann interessant erzählen, hat irre viel erlebt, ist einer, den ich alles fragen kann...und er hat vielleicht so viele Facetten, daß ich täglich neu fasziniert sein kann. So in etwa?

    Wenn dann noch "Schönheit" dazukommt, außen und innen, herrlich!

    Du sagst, Du hast Dir die fernere Zukunft bereits vorgestellt, Dich damit auseinandergesetzt, und denkst, das ist ok für Dich.
    Ich glaube, man kann gar nicht wissen, wie man in extremen Situationen (und das sind Pflege- oder Todesfall ja) reagieren wird, und das ist auch gut so.

    Ich würde die Liebe genießen, aber auch versuchen, meinen Ängsten auf die Spur zu kommen. Wo hapert es, wovor genau habe ich Angst? Nicht greifbar...glaube ich nicht ganz. Euer kleines Versteckspiel sagt etwas aus, über Euch.

    Ihr haltet die Sache noch unter Verschluß, aus Angst, Ihr könntet belächelt werden. So verstehe ich das. Was heißt "niemand glaubt uns", Ihr habt ja gar nichts öffentlich gemacht, was man glauben oder auch nicht glauben könnte?
    Zärtlichen Umgang gibt es auch mit guten Freunden.

    Sprecht Ihr über die Zukunft? Sprecht Ihr darüber, daß Ihr den Freunden noch nichts sagen wollt, oder macht das jeder von Euch mit sich ab?

    LG Karla
    The original Karla
    est. 2006


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    AW: Kann das gehen?

    Hallo,

    erstmal vielen Dank für die vielen Reaktionen, die ich hier so bekomme. (Habe schon viel zu ungeduldig gewartet, aber wenn ich alles so heiß koche, wie durch Eure Fragen angeleiert, ist wohl bald der Braten alle, befürchte ich? Nee, ich meine nicht die Geschichte sondern die Reaktionen auf sie.)

    Emma, Du fragst nach meinen Freundinnen.
    Leider muss ich gestehen, dass ich Freundinnen dieser Art nicht hier sondern in meiner Heimat, etwa 500 km weiter weg, habe. Ich lebe seit Ende 2001 in dieser meiner Wahlheimat und so lange kenne ich ihn nun noch nicht.

    Ich habe auch Probleme mit dieser Art von Legalisierung. Selbst bin ich keine Freundin, die sich gern in ein absolutes Über-alles-Bescheid-Wissen, was die Freundin angeht, begibt. Auch eine gute Freundschaft habe ich nie von meiner Seite aus in dieser Art gepflegt. Meine beste Schulfreundin, die, wie gesagt in meiner Heimat lebt, hat keine Probleme damit, mir ihre Fluchttendenzen bzgl. langjähriger Lebensgefährte, den sie nun doch nach 18 Jahren endlich geheiratet hat, mitzuteilen mit sämtlichem "Warum" und "Wofür" und das jederzeit und sogar in der Öffentlichkeit. Aber ich bin verschlossen, besitzergreifend in dieser Form: Ich teile nicht gern.

    Dazu kommt, daß ich beruflich in einer Männerdomäne arbeite und Kontakte außerhalb derselben hier vor Ort lange spärlich waren. Aus meinem Schildkrötenpanzer begebe ich mich einigermaßen kontinuierlich erst seit ca. eineinhalb Jahren. Schon die Vorhandenheit eines Umfeldes mußte ich mir in dieser Zeit länger erarbeiten.

    Nun hat sich dies aber in schönster Weise nach und nach ergeben und ist heute Gott-sei-Dank eine Selbstverständlichkeit. Engere Freundschaften sind aber erstmal noch Zukunftsmusik. Ich hoffe auch, daß ich sie in unserem beiderseitigen Umfeld finden kann und das ist ja genau das, das ich andererseits fürchte.

    Nichira

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