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  1. User Info Menu

    AW: Warum seid Ihr (noch) nicht verheiratet?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Je nach Lebenserfahrung ist das definitiv KEIN vorgeschobener Grund.
    Das heisst, es ist ein guter Grund, wenn man unverheiratet bleibt, weil der Mann im Falle einer Vergewaltigung härter bestraft werden könnte? Das würde ja beinhalten, dass man es dem Partner zutraut - fällt er damit nicht von vornherein schon als Partner raus?

  2. Inaktiver User

    AW: Warum seid Ihr (noch) nicht verheiratet?

    @ Divino,

    genau das ging mir auch durch den Kopf.


    Zitat Zitat von LizzyBorden Beitrag anzeigen
    [In dem Punkt muss ich Dich korrieren - es ist auch heute noch sehr wohl relevant, ob ein Ehepaar auch eine sexuelle Beziehung miteinander hat (Stichwort: Überprüfung von sogenannten Scheinehen)

    Warum eigentlich?
    warum es überhaupt die Überprüfung von Scheinehen gibt, ist aber nachvollziehbar, oder?

    auch wenn das sicher auch zu "absurden Auswüchsen" führen kann (meine Freundin, die mit einem Ausländer verheiratet ist) hatte so einen Besuch), finde ich das vom Grundsatz her richtig.


    Auch heute noch sind Eheleute gegenseitig zur ehelichen Gemeinschaft verpflichtet - und das umfasst Gemeinschaft von Tisch und Bett. Und umgekehrt ist die eheliche Gemeinschaft etwas, was die Ehe zu einem durchaus nicht unwesentlichen Teil ausmacht.
    Und dass bei Verdacht auf Scheinehe geschaut wird, ob die eheliche Gemeinschaft gelebt wird oder nicht - das ist doch nur logisch.

    Aber wenn es keine Scheinehe ist, dann ist das nicht relevant - denn die Pflicht zu Sex wird nicht "vollstreckt", scheiden lassen kann man sich sowieso und die Schuldfrage spielt keine Rolle mehr.


    Gruß, Leonie

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    AW: Warum seid Ihr (noch) nicht verheiratet?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Ich hab das glaub ich noch niemanden so gefragt, aber meine Erklärung wäre, dass ich einen Unterschied sehe zwischen Paaren, die bewußt nicht heiraten und jenen, wo das Thema irgendwie vermieden und nicht angesprochen wird.

    Wenn sich zwei entscheiden, nicht zu heiraten, ist das für mich ok. Wenn das aber angeblich nie ein Thema war: dann frag ich mich schon, wie die kommunizieren. Ich meine, für ein Paar ist das immer ein Thema, zu dem man dann eine Haltung hat, von mir aus auch die, das nicht zu brauchen. Aber darüber gar nicht zu sprechen finde ich merkwürdig, dann weiß man doch gar nicht, wie der andere bei einem doch nicht ganz unwichtigen Thema denkt? Da würde ich glaube ich auch gern mal unterstellen, dass das aus Angst vor Konflikten oder Trennung oder Entscheidungsfindung verdrängt wird, und da sähe ich keine stabile Basis für die Beziehung. Anders als wenn sich da zwei einig sind, nicht heiraten zu wollen.
    das sehe ich wie du. in dem moment, wo es so eine mächtige, massenhaft praktizierte sache wie die ehe gibt, muss ich mich als paar irgendwann irgendwie dazu verhalten, auch wenn das blöd ist. sonst entstehen untereinander doch auch leicht missverständnisse (a wartet auf den antrag, b will grundsätzlich nicht heiraten)
    mein partner und ich haben immer viel über unsere vorstellungen gesprochen - auch, was ehe und familie angeht - und es ist eben auch eine art des zusammenwachsens, sich da eine gemeinsame haltung zugelegt zu haben, die wir nach außen vertreten. auch das kann einen.
    "That life exists/
    And identity/
    That the powerful play goes on/
    And you may contribute a verse."
    Walt Whitman

    “Eine Gesellschaft, die ihre Freiheit zugunsten ihrer Sicherheit opfert, hat beides nicht verdient.”
    Benjamin Franklin

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    AW: Warum seid Ihr (noch) nicht verheiratet?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Es ist zwar offtopic - aber genau das kann ich nicht nachvollziehen. Nicht zu heiraten aus gesellschaftlichem Protest - damit misst man der Gesellschaft sehr viel mehr Bedeutung bei, als sie verdient hat! Und signalisiert damit unbewusst und ungewollt, dass man sie eben doch ernst nimmt

    wer würde die gesellschaft nicht ernst nehmen, wir leben doch darin!? mich interessiert sie brennend, ihre konventionen, ihre spielregeln, ihre veränderungen....

    und ja, ein stück protest, ein hinterfragen dieser historisch gewachsenen institution, die lange einfach nur knallharte ökonomische notwendigkeiten widerspiegelte, ist schon dabei, wenn man sagt: dieses konstrukt (denn das ist es ja, wie das meiste, was menschen sich ausdenken) passt nicht zu meinem leben und unserer liebe.
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    AW: Warum seid Ihr (noch) nicht verheiratet?

    Zitat Zitat von LizzyBorden Beitrag anzeigen
    Ich finde es schon ernsthaft besorgniserregend, daß eine Vergewaltigung in der ehelichen Gemeinschaft anders bestraft wird als jede andere Vergewaltigung.
    Da signalisiere ich sehr bewusst meinen persönlichen Protest.

    Mein Protest ist auch sehr bewusst im Hinblick auf die homosexuellen Lebenspartnerschaften, die gesellschaftlich nicht geachtet werden..
    vergewaltigung in der ehe ist erst seit rot-grün aus dieser ungeregelten zone rausgenommen worden. die dazugehörige bundestagsdebatte gehört zum bittersten, was ich im leben gelesen habe.

    ich kann den gedanken des protests an der stelle gut nachvollziehen. das hat nichts damit zu tun, dass ich meinem partner das je "zutrauen" würde, wie hier eine userin schrieb. das wäre ja absurd.

    nein: eine institution, eine gesellschaftliche praxis ist schlicht für mich nicht zu trennen von ihrer geschichte, ihren ursprünglichen implikationen. und die waren eben bis 1998: gib deine sexuelle selbstbestimmung beim standesbeamten ab, dir wird jetzt nicht mehr derselbe schutz zugebilligt wie einer ledigen frau; vorm gesetz bist du faktisch nicht mehr gleich.

    hier kamen ja so beispiele, dass man das anders bewerten solle (beispiel gewalt gegen polizisten). dazu ist zu sagen: richterlich wird sowieso im rahmen des geltenden rechts immer individuell bewertet, egal, um was es gerade geht - das ist nicht der punkt. der punkt ist das rechtsgut der selbstbestimmung als solches, dass jetzt eben endlich seit gerade mal zehn jahren, auch den verheirateten frauen vollumfänglich ohne die auf den ehemann bezogene faktische ausnahme zugebilligt wird. mir ist die kiste nicht nur, aber auch aus diesem grund, schlicht immer unsympatisch und fremd geblieben - und ich gehöre zu den menschen die ihren partner neben sich steinalt werden sehen wollen.

    die diskriminierung der homosexuellen, diese unsägliche privilegierung heterosexueller partnerschaften, die tatsache, dass steuerzahler die ehe auch dann subventionieren sollen, wenn keine kinder da sind, die schlechterstellung alleinerziehender und lediger elternpaare: das alles sind merkmale eines clubs zu dem ich nicht dazugehören möchte.
    das ist für mich keine privatsache und ich will, dass sich das gesamtgesellschaftlich ändert - daher unterstütze ich es nicht.

    und das kann im übrigen auch wirkung zeigen. die ganzen privilegien kommen nämlich daher, dass das grundgesetz beim besonderen schutz nicht einfach "kinder" schreibt, wie es langsam mal zeitgemäß wäre, sondern "ehe und familie". nun ist der gesetzgeber bei der gg-auslegung gehalten, die zeitumstände der entstehung zu berücksichtigen und gesellschaftlichen veränderungen rechnung zu tragen. das mag ein juristisches argument sein, aber wenn diese veränderungen augenfällig sind (immer weniger leute heiraten), dann muss eben auch der besondere schutz gestrichen und nur noch auf kinder bezogen werden.

    und das ist präzise der punkt, wo es nicht bloß "privatsache" ist, es zu lassen. so kann man zumindest mal hoffen.
    Geändert von Ariela (27.12.2008 um 19:22 Uhr)
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  6. Inaktiver User

    AW: Warum seid Ihr (noch) nicht verheiratet?

    Zitat Zitat von Divino Beitrag anzeigen
    Das heisst, es ist ein guter Grund, wenn man unverheiratet bleibt, weil der Mann im Falle einer Vergewaltigung härter bestraft werden könnte? Das würde ja beinhalten, dass man es dem Partner zutraut - fällt er damit nicht von vornherein schon als Partner raus?
    Ich denke, es geht dabei nicht darum, dass man dem Partner eine Vergewaltigung zutraut, sondern darum, ein Zeichen zu setzen.

    Das wird allerdings kaum etwas bewirken, da man ja kein Schild um den Hals trägt, auf dem steht: Wir sind nicht verheiratet, weil wir damit gegen die aktuelle Rechtssprechung (oder für die Gleichstellung von homosexuellen Paaren) Standpunkt beziehen wollen.

    Da fände ich es sehr viel sinnvoller, sich aktiv für diese Belange einzusetzen und - so man es will - trotzdem (oder eben gerade erst recht) zu heiraten.

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    AW: Warum seid Ihr (noch) nicht verheiratet?

    die diskriminierung der homosexuellen, diese unsägliche privilegierung heterosexueller partnerschaften, die tatsache, dass steuerzahler die ehe auch dann subventionieren sollen, wenn keine kinder da sind, die schlechterstellung alleinerziehender und lediger elternpaare: das alles sind merkmale eines clubs zu dem ich nicht dazugehören möchte.
    das ist für mich keine privatsache und ich will, dass sich das gesamtgesellschaftlich ändert - daher unterstütze ich es nicht.
    *yupp* So sehe ich das auch (ebenso wie mein Partner).......

    und das kann im übrigen auch wirkung zeigen. die ganzen privilegien kommen nämlich daher, dass das grundgesetz beim besonderen schutz nicht einfach "kinder" schreibt, wie es langsam mal zeitgemäß wäre, sondern "ehe und familie". nun ist der gesetzgeber bei der gg-auslegung gehalten, die zeitumstände der entstehung zu berücksichtigen und gesellschaftlichen veränderungen rechnung zu tragen. das mag ein juristisches argument sein, aber wenn diese veränderungen augenfällig sind (immer weniger leute heiraten), dann muss eben auch der besondere schutz gestrichen und nur noch auf kinder bezogen werden.
    Solange das GG nicht geändert wird, muss an anderen Stellen geflickwerkt werden. Darunter leiden dann die Kinder, deren Eltern sich erdreisten vom althergebrachten Modell Abstand zu nehmen (müssen) oder aber es nicht nutzen können, weil sie beispielsweise homosexuell sind.


    Aber solange die Glaubensgemeinschaften in diesem Land (ganz gleich welche) auch noch indirekt mitmischen, wird sich das leider nicht ändern - bleibt nur der Protest mit den eigenen Füssen.

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    AW: Warum seid Ihr (noch) nicht verheiratet?

    Da fände ich es sehr viel sinnvoller, sich aktiv für diese Belange einzusetzen und - so man es will - trotzdem (oder eben gerade erst recht) zu heiraten.
    Und was habe ich mit der "eben gerade erst recht"-Aktion bewegt?


    Ich finde es blöd, daß Wale geschlachtet werden, deshalb esse ich Walfleisch?
    (..damit sie nich ohne Sinn gestorben sind?)

    Der Vergewaltigungsaspekt ist doch auch nur ein kleiner Punkt in einer ganzen Liste an Kritikpunkten eines "Vetrages", dessen Regularien Frauen benachteiligt haben und immer noch benachteiligen und der einfach in der derzeitigen Form den gelebten Verhältnissen unserer Gesellschaft längst nicht mehr gerecht wird.

  9. Inaktiver User

    AW: Warum seid Ihr (noch) nicht verheiratet?

    Zitat Zitat von Ariela Beitrag anzeigen
    und ja, ein stück protest, ein hinterfragen dieser historisch gewachsenen institution, die lange einfach nur knallharte ökonomische notwendigkeiten widerspiegelte, ist schon dabei, wenn man sagt: dieses konstrukt (denn das ist es ja, wie das meiste, was menschen sich ausdenken) passt nicht zu meinem leben und unserer liebe.
    Genau diese Überlegung habe ich ja in meinen Eingangspost angestellt.

    Es passt eben nicht für jeden und deshalb habe ich die Frage "Warum seid Ihr noch nicht verheiratet" hinterfragt.

    Somit schließt sich der Kreis wieder.

    Zu Deinem ersten Punkt: Ich nehme die Gesellschaft auch ernst, aber, wie ich schon in meinem vorherigen Beitrag schrieb, ein stiller Protest wird kaum etwas bewirken.

    Nur weil meine Wenigkeit nicht heiratet, um damit ein Zeichen gegen die Nicht-Akzeptanz der Homosexuellen-Ehen (oder andere Mißstände) zu setzen, wird sich nichts ändern.

    Ich muss mich schon aktiv einbringen, mich einsetzen, wenn mir so viel daran liegt, dass unsere Gesellschaft sich bewegt.

  10. Inaktiver User

    AW: Warum seid Ihr (noch) nicht verheiratet?

    Zitat Zitat von LizzyBorden Beitrag anzeigen
    Und was habe ich mit der "eben gerade erst recht"-Aktion bewegt?


    Ich finde es blöd, daß Wale geschlachtet werden, deshalb esse ich Walfleisch?
    (..damit sie nich ohne Sinn gestorben sind?)
    Der Vergleich hinkt ein klein wenig.

    Abgesehen davon, bewegst Du damit, dass Du kein Walfleisch isst, genauso wenig etwas, wie damit, nicht zu heiraten. Etwas nicht zu tun, bewegt nie etwas.

    Wobei ich natürlich nicht weiß, ob Du Dich auch aktiv einsetzt, also
    z. B. politisch aktiv und engagiert bist.

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