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ritzysparkle
17.10.2008, 08:29
Hat jemand Erfahrung mit plötzlich auftretenden Panikattacken?
Was kann man dagegen tun?

brighid
17.10.2008, 08:32
therapie. sonst hilft nichts. klar kannst du im akutfall tabletten reinpfeifen. aber auf dauer hilft nur therapie.

ritzysparkle
17.10.2008, 09:12
therapie. sonst hilft nichts. klar kannst du im akutfall tabletten reinpfeifen. aber auf dauer hilft nur therapie.

Ich frage, weil eine Freundin von mir seit etwa einem halben Jahr solche Attacken hat und glaubt, dass es organische Ursachen hat.
Sie wurde aber von verschiedenen Ärzten durchgecheckt. Es gibt keine organische Ursache.
Gegen Therapie wehrt sie sich, weil sie denkt, dass sie doch gar keinen Stress hat bzw. ich habe den Verdacht, dass sie Angst hat, dass etwas an die Oberfläche kommt, was sie nicht hören will.
Was ich durchaus verstehen kann.

Sie bekommt urplötzlich und "grundlos" das Gefühl keine Luft zu bekommen, wird aufgeregt und schwindelig, hat Angst zu ersticken und hat das Gefühl Herzschmerzen zu haben.

brighid
17.10.2008, 09:54
willkommen im club.

bei mir ist organisch nichts nachweisbar und die erstickungsanfälle sind posttraumatische stressreaktionen.
( bei mir jedenfalls) da kommen durch die therapie ganz alte kamellen hoch.

aber ich, selbst im gesundheitsgewerbe beruflich unterwegs, habe es als therapie-notwendig erst eingesehen als es mir dreckig genug ging.

es tut mir leid, dann kannst du deiner freundin nicht helfen, wenn sie noch nicht selbst soweit ist, einzusehen, dass sie hilfe braucht.

dann ist, grob gesagt, der leidensdruck noch nicht hoch genug.

was du als freundin tun kannst, dich umschauen wegen einer therapie und dich informieren. denn die wartezeiten, wenn frau dann doch endlich die füsse aus dem quark bekommt- die sind teilweise sehr lang (ein jahr ist keine seltenheit)

anderer ansatz (überlege es dir halt mal)
versuchen ein erstgespräch bei einer therapeutin zu bekommen und damit sie selbst sieht, ob nicht vielleicht es doch eher über diese schiene zu lösen ist.

ritzysparkle
17.10.2008, 11:26
Danke, du hast mir sehr geholfen. Es ist schlimm ihr zuzusehen, wenn so eine Attacke kommt.
Ich werde mal sehen wie ich da helfen kann.
Ich verstehe, dass es Überwindung kostet, ich verstehe auch ihre Angst, aber inzwischen hat sie Angst, dass sie auch völlig wegkippt.

brighid
17.10.2008, 14:53
was du als freundin tun kannst:

gucken wo bei euch die nächste therapeutin ist, evtl über das örtliche frauenbüro nach therapeutinnen fragen, beratungsstellen-adressen einsammeln, dich dort informieren wie die regularien dann sind. adressen von selbsthilfegruppen einsammeln.

gute besserung.


mein tiefster punkt war: ich dachte ich verrecke hier. 2 tage lang mit herzrasen und allem. das alter habe ich. ich war der ansicht: ich habe einen infarkt. das war so garnicht schön.

ritzysparkle
17.10.2008, 14:58
das sagte sie auch. Dass sie das Gefühl habe, nun ist es aus.

brighid
17.10.2008, 15:08
es gibt hilfe. aber sie muss sich dazu aufraffen.

vielleicht eine argumentationshilfe für dich.
ihr zu sagen: du leidest, es geht dir echt scheisse. die ärzte haben organisch nichts gefunden. dann probiere es wenigstens mit psycho, denn schlechter als jetzt geht ja wohl kaum noch.

:blumengabe: ich drück dir die daumen.

hannabanana
21.10.2008, 10:46
Ich denke auch, dass sie um eine Therapie nicht herumkommt.

Versuche ihr zu verdeutlichen: Wenn Sie Ohrenschmerzen, Magenschmerzen, Rückenschmerzen,etc. hat, die sie enorm einschränken, geht sie ja auch zum jeweilgen Facharzt...nun tut ihr eben die Seele weh und es ist überhaupt nicht schlimm deswegen einen Therapeuten in Anspruch zu nehmen...

Ich denke, dass ganz oft noch eine Hemmschwelle oder Vorurteile bezüglich der "Psychocouch" bestehen...
Und vielleicht wirklich die Angst, dass etwas "herauskommt", aber nur so kann sie sich langfristig von den Panikattacken befreien...

Wichtig ist, denke ich, dass sie schnell reagiert, bevor die Angst vor der Angst immer größer wird und sie sich davon in ihrem Alltag extrem einschränken lässst.

Das Gefühl zu Ersticken ist sehr belastend...während ich hier am PC sitze, habe ich auch das Gefühl ich bekomme keine Luft, kann nicht durchatmen und obwohl ich weiß, dass ich nicht tatsächlich ersticke, überfällt einen die Angst immer wieder.:knatsch:

Es ist schwer auch für dich als Außenstehende zu begreifen, was da passiert...

Setze dich nicht unter Druck, dass du es "verstehen" musst...das ist schier unmöglich, wenn du noch nie eine Panikattacke hattest...du hilfst ihr am meisten, wenn du sie ernst nimmst und sie bei einer Therapeutensuche unterstützt..es gibt übrigens auch tolle Literatur, die verdeutlicht, was während einer Panikattacke im Körper passiert.

Alles Liebe :blumengabe:

ritzysparkle
21.10.2008, 14:03
Sie will einen Termin bei einem Neurologen machen und wenn der sagt, dass Therapie notwendig ist, dann will sie es machen.

brighid
21.10.2008, 14:04
ok, schon mal einen schritt weiter.

Inaktiver User
21.10.2008, 22:13
Oh, das kommt mir auch alles so bekannt vor. In wievielen Notaufnahmen ich mich "zum Affen" gemacht habe, die haben sogar ein CT gemacht....wie peinlich....ich bin organisch nur völlig gesund gewesen.

Ich kann eine sehr gute Klinik in NRW empfehlen, da war ich vier Monate (ich hatte aber auch zuletzt ca. 20 Attacken pro Tag und konnte nicht mehr arbeiten) und bin danach wieder zufrieden ins Leben gegangen. Ich habe viele tolle und starke Menschen dort kennengelernt. Es war auf deutsch, auch wenn das blöd klingen mag eine richtig geile Zeit!

Womöglich ist es aber auch nicht komplett heilbar. Ich habe heute auch ab und an noch Attacken, aber ich habe gelernt mit ihnen umzugehen, sie jagen mir keine Angst mehr ein. Auch das lernt man in der Therapie.

Mach Deiner Freundin Mut, dass sie eine Therapie macht. Es ist nicht schlimm, im Gegenteil es ist etwas wunderbares. Ich möchte die Erfahrung nicht mehr missen.

Am Anfang habe ich auch Medikamente bekommen, allerdings nur, wenn ich fast vor Panik ausgerastet bin, dann haben sie mir Lorazepam gegeben. Ein gutes Medikament, was man aber nicht zu oft und zu lange nehmen darf, da es abhängig macht. Ich hatte null Nebenwirkungen, anfangs hatte ich Angst vor dem Zeug, da ich wußte, dass es abhängig machen kann. Aber so schlimm ist es nicht, von zwei dreimal nehmen wird man nicht abhängig, das kann ich bestätigen. Was ich aber auch bestätigen kann, ist, dass Lorazepam eine überaus begrüßenswerte Wirkung hat, so dass ich mir gut vorstellen kann warum Menschen davon abhängig werden. Man bleibt völlig klar im Kopf, man wird auch nicht müde, man hat lediglich vor NICHTS mehr Angst. Das empfand ich als sehr angenehm, war wie Uralub.:freches grinsen:

Therapiebegleitend habe ich Citalopram bekommen (Antidepressivum), hatte auch zunächst keine Nebenwirkungen, erst nach anderthalb Jahren (ich habe es nachher im Rahmen einer ambulanten Weiterbetreuung noch weiter genommen) habe ich es ausgeschlichen, da ich immer müder und schlapper wurde. nach dem Ausschleichen war alles wieder ok.

ritzysparkle
22.10.2008, 07:44
Sie war beim Arzt. Der glaubt nicht, dass es etwas psychisches ist, sie wäre von ihrer Persönlichkeit her nicht der Typ dafür.:wie?:
Er meint, es käme vom Herzen (interessante Sichtweise, wenn man weiss, dass sie schon x Mal ein Langzeit EKG gemacht hat, dass sie schon x Mal wegen dem Herzen untersucht wurde und nie was gefunden wurde). Es wäre auch kein Stress, weil sie die Attacken nur in Ruhe hat.
Ich hab da die eine oder andere Anmerkung gemacht, weil sie so erleichtert war, "dass sie nicht zum Psychodoc muss", aber das wollte sie gar nicht hören. Ich wär ja schliesslich kein Arzt, ich könne das ja nicht wissen.:niedergeschmettert:

brighid
22.10.2008, 07:50
ok, bei mir kommen die attacken nur in der ruhephase.

meistens aus dem schlaf heraus. die grundlagen sind auch posttraumatische stressbelastungen.

also dinge, die mein kleinhirn irgendwann mal abgespeichert hat, dann sind da geräusche oder irgendein fitzelchen erinnerung und dann löst es die attacke aus.

meiner ansicht nach hat sich der neurologe selbst disqualifiziert:
sie sei nicht der typ dazu. das ist gequirrlte hühnerkacke.

es gibt KEINEN typ für psychische belastungsstörungen.

brighid
22.10.2008, 07:52
ich bin auch kein arzt. aber ich habe diese attacken. mit erstickungsanfällen und co. herzrasen, schweissausbrüchen, sternumkrämpfen- noch was gefällig????????????????

alle anderen ärzte vorher raten ihr zur psychologie und einer sagt nein?????????????????????????????????????

brighid
22.10.2008, 07:53
sorry, wenn ich da etwas heftig reagiere.

mir ist schwindlig vom kopfschütteln.

so lange sie sich nicht mit einer psychologin unterhalten hat- wäre für mich die sache nicht vom tisch.

ritzysparkle
22.10.2008, 08:01
ok, bei mir kommen die attacken nur in der ruhephase.

meistens aus dem schlaf heraus. die grundlagen sind auch posttraumatische stressbelastungen.

also dinge, die mein kleinhirn irgendwann mal abgespeichert hat, dann sind da geräusche oder irgendein fitzelchen erinnerung und dann löst es die attacke aus.

meiner ansicht nach hat sich der neurologe selbst disqualifiziert:
sie sei nicht der typ dazu. das ist gequirrlte hühnerkacke.

es gibt KEINEN typ für psychische belastungsstörungen.

Also das war ein Internist, kein Neurologe. Zu dem Neurologen geht sie jetzt vermutlich gar nicht mehr, weil sie dem Internisten schon seit Jahren vertraut.
Der Internist sagte weiter, dass es vermutlich von ihren Herzrhythmusstörungen komme (die sie tatsächlich hat), dass ihr Unterbewusstsein auf diese Störungen reagieren würde und ihr Angst machen würde, weswegen man die Rhythmusstörungen medikamentös behandeln müsse.

Ich fand die Aussage "sie sei nicht der Typ der psychosomatische Probleme" bekommt auch sehr weit aus dem Fenster gelehnt.
Weiter habe er gesagt, dass "die Leute bei solchen Panikattacken immer gleich sagen würde, es wäre was psychisches" ohne alles andere abzuchecken.

ritzysparkle
22.10.2008, 08:03
ich bin auch kein arzt. aber ich habe diese attacken. mit erstickungsanfällen und co. herzrasen, schweissausbrüchen, sternumkrämpfen- noch was gefällig????????????????

alle anderen ärzte vorher raten ihr zur psychologie und einer sagt nein?????????????????????????????????????

So ungefähr. Aber weil ihr seine Diagnose so gut in den Kram passt (so nach dem Motto Gott sei Dank ich bin keine Psychokrücke) nimmt sie die auch an.
Sie war sehr erleichtert darüber, dass er ihr sagte, dass sie nicht der Typ für "sowas" wäre, weil so schätzt sie sich ja selbst ein.
Dass sie in den letzten Jahren schon andere Erkrankungen hatte, die eindeutig auf Stress zurückzuführen waren, klammert sie dabei aus.

(Baaaah, jetzt reg ich mich auch wieder auf...)

brighid
22.10.2008, 08:14
liebe ritzy,

ich würde gerne mal aus meinem nähkästchen plaudern, wenn es dich interessiert.

ich bin 48, im krankenhaus tätig, jahrelanges beziehungsdrama, dauerbelastung auch mit nachtschicht, schichtwechsel, volle stelle, kinder und co. koffeinjunkie und übergewichtig.

ich bin vor 2 jahren aus der beziehung geflüchtet. anders kann ich es nicht nennen. die attacken fingen ein gutes jahr nach meiner flucht, als sich schon alles beruhigt hatte, an. ich- ziemlich schulmedizinisch geprägt: also gut: wechseljahre, koffein- über viele jahre, nachtschicht- über viele jahre, zuviel gewicht-------- auch schon über längere zeit.

für mich war klar: völlig logische medizinische ursachen.
nur: kardiologe: nix, internist: nix, lungenfacharzt: nix, gyn: nix auffälliges.

und dann einen 2-tages-zusammenbruch mit absoluter todesangst.

und ein aha-erlebnis, eine gewalt-situation im krankenhaus, ich nur bestehende.
der notarzt, der nach gelöster krise noch da stand, guckt mich an und fragt: und wann gehst du zur therapie???????????
ich muss ausgesehen haben wie ein schluck wasser in der kurve.

seitdem gehe ich. und es geht mir gut. klar kommen da alte kamellen hoch, aber jetzt verdränge ich sie nicht mehr, sondern verarbeite sie und vorallem ich habe hilfe dabei. ich muss das nicht alleine durchstehen.

das schlimmste für mich war vorher: die ärzte finden nichts, die nächste station ist die geschlossene abteilung in der psychatrie.

brighid
22.10.2008, 08:17
Der Internist sagte weiter, dass es vermutlich von ihren Herzrhythmusstörungen komme (die sie tatsächlich hat), dass ihr Unterbewusstsein auf diese Störungen reagieren würde und ihr Angst machen würde, weswegen man die Rhythmusstörungen medikamentös behandeln müsse.



damit bindet er sie an sich, als dauerpatientin. das ist sicheres geld.
wenn es eine "echte" rhythmusstörung wäre, hätte der kardiologe es finden müssen.

ich habe auch rhytmusstörungen aber der auslöser sind flash-backs.
nichts körperliches.

Inaktiver User
22.10.2008, 08:43
damit bindet er sie an sich, als dauerpatientin. das ist sicheres geld.
wenn es eine "echte" rhythmusstörung wäre, hätte der kardiologe es finden müssen.

ich habe auch rhytmusstörungen aber der auslöser sind flash-backs.
nichts körperliches.


So ist es. Ich habe auch ganz selten mal Rhythmusstörungen, sind aber vöiig ungefährlich, aber auch bei mir kommen diese nur in Paniksituationen auf, ghene nach 10 Sekunden wieder weg.

Organisch ist alle ok, da bin ich mir hier auch bei der betroffenen Freundin sicher. Der Arzt von ihr hat 'ne Meise. Ich vermute auch dahinter ein schönes Zubrot durch Petientenbindung. Schlecht, wenn man immer nur einem Arzt vertraut. Mehrere Meinungen sind oft wichtig, gerade in der Medizin.

Mein Auslöser doch an die psychische Komponente meiner Attacken zu gehen war ein Zusammebruch in mitten einer Fussgängerzone einer Großstadt. Peinlicher geht's nicht mehr. Ich bekam Panik, bekam (angeblich) keine Luft mehr, in meinem Körper kribbelte alle, ich schmiss mich auf die Erde und schrie, dass ich jetzt sterben müsse (ich war ja auch völlig überzeugt davon.
Passanten halfen mir, riefen einen Krankenwagen. Der fuhr mich in eine Klinik, wo nach viel Tata noch ein EEG (das fünfte, glaub ich) gemacht wurde, da sie an Epilepsie dachten.
Dann sprach einer der Ärzte ganz ruhig mit mir, gab mir ein Beruhigungsmittel, damit ich wieder etwas rationaler denken konnte. Der hatte mich überzeugt meinen Mann anzurufen und dann in eine gute Klinik für Psychosomatik zu fahren, er habe schon mit denen telefoniert, sie könnten mich sofort aufnehmen und mir helfen.
Ich bin ihm heute noch dankbar dafür. Ich sagte zu und alles kam wieder in die Reihe.
Wie gesagt, ich habe auch heute nich Attacken, aber sehr selten und ich weiß, dass ich sie einfach ignorieren, aussitzen muß, denn jede Angst geht auch irgendwann wieder weg. Und es gibt noch den Trick Logik dagegenzuhalten. Ich sage mir dann immer: "Hey, wie oft hast du genau diese Panik schon gehabt? Wie oft meintest du schon keine Luft mehr zu bekommen? Und? Wie oft bist du schon gestorben? Kein mal"
Danach ist sie immer wieder weg.

Was habe ich geflucht. SOlch eine generalisierte Angststörung ist zum Mäuse melken. Ich habe mir quasi gewünscht, dass ich Angst vor Spinnen oder vorm Fliegen gehabt hätte, weil es dort etwas greifbares gibt womit man therapieren kann. Dann hätte man sich halt mit Spinnen beschäftigt oder wär in ein Flugzeug gestiegen innerhalb der Therapie. Bei Panik vor dem Tod wird das wohl schwierig!

PS: Was ist eigentlich, wenn Du ihr diesen Strang hier mal zeigst?

ritzysparkle
22.10.2008, 08:53
Organisch ist alle ok, da bin ich mir hier auch bei der betroffenen Freundin sicher. Der Arzt von ihr hat 'ne Meise. Ich vermute auch dahinter ein schönes Zubrot durch Petientenbindung. Schlecht, wenn man immer nur einem Arzt vertraut. Mehrere Meinungen sind oft wichtig, gerade in der Medizin.

Privat versichert. Muss ich noch mehr sagen?



PS: Was ist eigentlich, wenn Du ihr diesen Strang hier mal zeigst?

Darüber wäre sie sehr sehr sauer.

ritzysparkle
22.10.2008, 08:57
damit bindet er sie an sich, als dauerpatientin. das ist sicheres geld.
wenn es eine "echte" rhythmusstörung wäre, hätte der kardiologe es finden müssen.

ich habe auch rhytmusstörungen aber der auslöser sind flash-backs.
nichts körperliches.

Ich glaube auch, dass ihre Rhythmusstörungen psychischer Natur sind. Sie hat einen stressigen Job, familiäre Sorgen.
Aber obwohl sie sagt, dass sie nichts dabei finden würde zur Therapie zu gehen und dass das ja nicht heissen würde, dass sie bekloppt ist, habe ich doch den Eindruck, dass sie, da sie sich für sehr stark hält, mit der Diagnose vom Internisten besser klar kommt, als mit der Aussage: ab zur Psychotherapie.
Deswegen ist sie meiner Meinung nach auch erst zum Internisten gegangen.

brighid
22.10.2008, 08:57
privat versichert- das erklärt alles.

da hast du recht. schade für deine freundin.

Inaktiver User
22.10.2008, 09:09
privat versichert- das erklärt alles.

da hast du recht. schade für deine freundin.

Das stimmt, es ist halt nicht immer von Vorteil.

Sie wäre sauer, wenn Du ihr nur helfen willst? Naja.....ok vielleicht in dem Sinne: "Du hast mit anderen über mich gesprochen"....kann ich dann sogar ein wenig nachvollziehen.

Was ist, wenn Du ihr die Symptomatik von Panikattacken von einer Website ausdruckst, wo sie sich selber drin wiedererkennen kann?

ritzysparkle
22.10.2008, 09:28
Sie wäre sauer, wenn Du ihr nur helfen willst? Naja.....ok vielleicht in dem Sinne: "Du hast mit anderen über mich gesprochen"....kann ich dann sogar ein wenig nachvollziehen.

Genau so.



Was ist, wenn Du ihr die Symptomatik von Panikattacken von einer Website ausdruckst, wo sie sich selber drin wiedererkennen kann?

Hab ich schon. Fand sie einleuchtend bis sie beim Internisten war.
Der wär schliesslich Arzt und Internet wär ja kein Arzt.:knatsch:

brighid
22.10.2008, 09:32
ich hoffe ich begehe jetzt keinen faux-pas wegen netikette und co.

schau doch mal unter www.netdoktor.de oder .com.

das sind ärzte!

ritzysparkle
22.10.2008, 09:46
ich hoffe ich begehe jetzt keinen faux-pas wegen netikette und co.

schau doch mal unter www.netdoktor.de oder .com.

das sind ärzte!

Aber nicht DIESER Arzt.
Ich weiss, das hört sich völlig blöd an, aber diese Angst zur Therapie zu müssen scheint sehr gross zu sein, deswegen klammert sie sich jetzt an das was der arzt sagt.

brighid
22.10.2008, 09:52
ich befürchte, da kannst du auch nicht mehr viel dagegen ausrichten.

:blumengabe:

Inaktiver User
22.10.2008, 10:44
Das hört sich jetzt vielleicht böse an, aber es ist nicht böse gemeint:

Dann kann ihr Leidensdruck auch nicht so stark sein, wenn die Angst vor der Therapie größer ist. Dann hilft nur Geduld und warten.:blumengabe:

ritzysparkle
22.10.2008, 10:47
Seh ich genauso...

hannabanana
22.10.2008, 11:17
Dann kann ihr Leidensdruck auch nicht so stark sein, wenn die Angst vor der Therapie größer ist. Dann hilft nur Geduld und warten.:blumengabe:

Dem stimme ich absolut zu!!!

Finde das alles schlichtweg unglaublich!

Wir Betroffenen kennen doch alle solche Symptome, von denen man denkt, das MUSS organisch sein, dass kann nicht "nur" psychisch sein...

Ok, dass sie da noch nicht dahinter gekommen ist ist eine Sache...
Aber dieser Arzt...:nudelholz:

...traurig um die vergeudete Zeit, die ins Land zieht, bis sie begreift (oder an einen Arzt gerät, der ihr sagt) dass sie um eine Therapie nicht drumrum kommt...:knatsch:

ritzysparkle
22.10.2008, 12:18
Der Arzt will jetzt erst mal alles abklären. Dh. er macht das x-te Langzeit-EKG. Beim letzten war ja auch nichts gewesen und sie sagte schon, dass sie schon lange nichts mehr von den Rhythmusstörungen gemerkt habe.
Besser wird vermutlich nichts und in 2 Wochen ist sie wieder da, wo sie jetzt auch schon ist.

brighid
22.10.2008, 13:52
der arzt will das nicht abklären. der will das für sich abrechnen.

nicht mehr und nicht weniger.

und ich stimme chickenwings zu: dann ist der leidensdruck noch nicht stark genug. so schlimm wie sich das jetzt liest.

ritzysparkle
22.10.2008, 14:22
Das größte Problem, soweit ich das überblicke ist, dass sie sich nicht eingestehen will, dass auch sie eine Schwäche hat.
Etwas körperliches zu haben ist demnach weniger schlimm, als eine psychische Störung zu haben, zumal man sich da mit Dingen beschäftigen müsste, auf die sie einen sehr festen Deckel gemacht hat.

brighid
22.10.2008, 14:33
das problem das ich sehe ist, die tatsache, dass dieses eingedeckelte etwas sich irgendwann verselbständigen wird und sie dann erst recht massive gesundheitliche probleme bekommt.

unter umständen dann mit langzeitschäden.

ich sehe meine panickattacken als ganz massive hilferuf meiner seele über die körperliche schiene.

dazu fällt mir ein satz ein, den ich in diesem zusammenhang schon mehrfach gehört habe:

sag du es ihr, sagt die seele zum körper, auf mich hört sie schon lange nicht mehr.

du, als freundin kannst da nichts machen. die erkenntnis muss schon aus ihr selbst kommen. so bitter wie das für dich sein mag.

Inaktiver User
22.10.2008, 19:08
Das größte Problem, soweit ich das überblicke ist, dass sie sich nicht eingestehen will, dass auch sie eine Schwäche hat.
Etwas körperliches zu haben ist demnach weniger schlimm, als eine psychische Störung zu haben, zumal man sich da mit Dingen beschäftigen müsste, auf die sie einen sehr festen Deckel gemacht hat.


Der feste Deckel ist aber nicht feste, sonst könnte kein Druck entweichen in From der Attacken.

Eine der Angestellte in der Klinik in der ich war sagte mal zu mir: "Warum sehen sie die Panikattacken eigentlich als Feindin? Versuchen sie es doch mal anders. Sehen sie sie als Freundin, denn sie will ihnen etwas mitteilen, etwas mitteilen, damit sie handeln können, damit es ihnen besser geht."

Sie hatte so verdammt Recht, auch wenn ich das erst nicht wahrhaben wollte.

ritzysparkle
27.10.2008, 11:46
Es gibt Neuigkeiten.
Nach einer neuerlichen Attacke ( 3 Attacken innerhalb von 10 Tagen) hat meine Freundin nochmals den Internisten aufgesucht und der hat sie jetzt an einen Psychotherapeuten überwiesen.

brighid
27.10.2008, 12:05
die daumen bleiben gedrückt und ich rolle mal die grossen fusszehen ein.

alles gute für deine freundin. :blumengabe:

Achi999
29.10.2008, 16:23
hallo!

ich hatte auch panikattacken, sie haben mir 10 jahre lang das leben zu hölle gemacht. therapien haben nichts geholfen. bis ich einen guten neurologen gefunden hat der endlich erkannt hat das ich zwar serotonin erzeuge, das es aber sofort wieder absorbiert wird und somit nicht das tun soll wozu man es produziert. nehme nun cipralex (eine serotonin-wiederaufnahme-hemmer) und fühle mich seitdem wie neugeboren.

Violine
29.10.2008, 16:39
Es gibt Neuigkeiten.
Nach einer neuerlichen Attacke ( 3 Attacken innerhalb von 10 Tagen) hat meine Freundin nochmals den Internisten aufgesucht und der hat sie jetzt an einen Psychotherapeuten überwiesen.


Ich wollte auch was zum Thema schreiben, hat sich aber mit diesem Post erledigt.

Warum in Teufels Namen ist eine Therapie immer noch so tabubehaftet? Menschen, die die Psychologie vehement ablehnen, haben es meistens am nötigsten.

Ich hasse Verdrängungskünstler!

petuela
29.10.2008, 16:58
Es gibt Neuigkeiten.
Nach einer neuerlichen Attacke ( 3 Attacken innerhalb von 10 Tagen) hat meine Freundin nochmals den Internisten aufgesucht und der hat sie jetzt an einen Psychotherapeuten überwiesen.
hey,
der einzig richtige Weg ist eine Therapie mit Medikamenten unterstützt. Ich war 3 Jahre regelmässig bei einem Psychiater (der kann auch ein Rezept ausstellen). Ich habe es am Anfang mehr als eine Verhaltenstherapie empfunden. Erst später kamen alte Geschichten hoch, die ich mit Hilfe des Arztes begreifen und verstehen lernte. Das war im Jahre 2000. 3 Jahre Therapie und ich nehme noch heute meine Medikamente. Laut Psychiater ist das notwendig, um meinen "Motor" rund laufen zu lassen.
Alles Gute für deine Freundin. Du kannst ihr eine grosse Hilfe sein, wenn du ihr aufmerksam zuhörst, aber nicht mit "guten" Ratschlägen zuschüttest, wenn sie dann endlich eine Therapie macht.

ritzysparkle
17.11.2008, 15:13
Update.
Sie hat bis jetzt noch nicht "geschafft" einen Termin zu machen.
Da sie jetzt seit 14 Tagen keine weitere Attacke mehr hatte, ist das Thema wohl auch erledigt.:knatsch:

brighid
17.11.2008, 15:17
dann ist auch kein wirklicher leidensdruck von deiner freundin vorhanden.

sorry. ich weiss, das klingt hart. aber es ist so.

aber als freundin finde ich DICH nur klasse. das wollte ich doch mal gesagt haben. :blumengabe:

ritzysparkle
17.11.2008, 15:19
Dankeschön für die lieben Worte.:blumengabe:

Den Leidensdruck seh ich zur Zeit auch nicht. Sie ist halt so: jetzt gehts ja wieder, brauch ich nicht zum Beklopptenarzt.

brighid
17.11.2008, 15:36
so lange sie sich nicht von der wortwahl bekloppten verabschiedet- so lange wird sie wohl mehr probleme mit sich selbst haben.

sag du es ihr, sagt die seele zum körper, auf mich hört sie schon lange nicht mehr. :blumengabe:

Violine
17.11.2008, 17:32
so lange sie sich nicht von der wortwahl bekloppten verabschiedet- so lange wird sie wohl mehr probleme mit sich selbst haben.



Sie hat Probleme mit sich selber. Mit wem denn sonst?

Wenn sie ihre Angst nicht therapieren läßt, sucht sich die Seele (Psyche) ein anderes Ventil.

ritzysparkle
18.11.2008, 10:24
Jetzt muss ich mal was fragen aus ganz eigenem Anlass.
Am Wochenende hab ich etwas erlebt, was ich als "leichte" Panik deuten würde.
Ich hatte plötzlich wahnsinnige Angst, bekam Herzklopfen, das Gefühl der Verzweiflung kam hoch und schnürte mir den Hals zu.
Meine Nackenmuskulatur verkrampfte sich, ich bekam wahnsinnige Kopfschmerzen und ich hatte ein so starkes Gefühl der Ausweglosigkeit, dass alles noch viel viel schlimmer wurde.
Ich habe dann zu der Flasche mit dem Diazepam gegriffen, dass ich zuhause als absolute Notfallmedizin habe (der Arzt hat mir das mal verschrieben, als ich eine Phase mit starken Migräneattacken hatte und er meinte, wenn es so schlimm wird, weil ich zu spät die Migränemittel genommen habe, soll ich dann ein paar von diesen Tropfen nehmen).
Ich habe nur 3 Tropfen genommen, aber kurz darauf entspannte sich die Muskulatur wieder, die Beklemmung und die Angst waren besser. Abends hab ich nochmal was genommen, dann hab ich aufgehört weil ich sehr großen Respekt vor diesem Mittel habe.
Eine Freundin sagte nun, ich soll da ja die Finger davon lassen, wegen der großen Gefahr in eine Sucht hineinzugeraten und davor habe ich auch Angst. Sie meinte ich soll mir etwas verschreiben lassen, was mich ruhiger macht, ohne diese Suchtwirkung zu entwickeln und was ich über einen längeren Zeitraum nehmen kann.
Kann mir jemand da zu irgendwas raten? Bitte kein Johanniskraut-das hat bei mir übrigens genau die umgekehrte Wirkung...
Wie ist das mit Fluoxetin ?

brighid
18.11.2008, 10:30
baldrian.

wenn du mal googles oder in der apotheke fragst:

sedonium. das ist baldrian hochdosiert.

denn baldrian-tinktur hat bis zu 38 vol proz. alkohol.

sedonium habe ich zu meinen besten zeiten im 5o-er pack reingeworfen. da kannst du auch noch auto fahren.

die andere sache ist: weisst du wann und in welchem kontext die panik kam?

panik ist eine überdosierung des körpers an adrenalin. ein botenstoff der dir eigentlich ermöglicht in einer gefahrensituation sehr lange und sehr weit sehr schnell rennen zu können.

was mir hilft: spazieren gehen, jegliche tätigkeit um das adrenalin abzubauen. und wenn es kampf-bügeln ist.
frische luft und betätigung.

:blumengabe:

ritzysparkle
18.11.2008, 10:45
die andere sache ist: weisst du wann und in welchem kontext die panik kam?

panik ist eine überdosierung des körpers an adrenalin. ein botenstoff der dir eigentlich ermöglicht in einer gefahrensituation sehr lange und sehr weit sehr schnell rennen zu können.

was mir hilft: spazieren gehen, jegliche tätigkeit um das adrenalin abzubauen. und wenn es kampf-bügeln ist.
frische luft und betätigung.

:blumengabe:

ja. Ich weiss warum die Panik kam - das hatte ich das letzte Mal als sich mein damaliger Freund von mir trennte und ich das gefühl hatte ins bodenlose zu fallen und dieses Mal wars ein ähnlicher Anlass. Ich bin dann aber wie gelähmt und kann gar nicht laufen, selbst wenn ich wollte.

brighid
18.11.2008, 10:56
das ist ja der teufelskreis.
der körper kippt adrenalin aus. du bist wie gelähmt, das ist wie beim autofahren, die handbremse zu, und dein körper gibt gas.

heul heul heul--------- das system heult auf.

(so hat es mir meine therapeutin recht anschaulich erklärt)

brighid
18.11.2008, 10:59
das üble bei der sache ist: du hast auf die adrenalin-ausschüttung selbst wenig bis keinen einfluss.

du kannst nur dafür sorgen, dass du es auch wieder aus deinem system abbaust. und dir klar machst- das sind mechanismen, die da in dir drinnen ablaufen.

du kannst gegensteuern, aber du kannst adrenalin nicht bewusst unterdrücken. das hat die natur so eingerichtet.

ritzysparkle
18.11.2008, 12:39
Ok, und abgesehen vom Baldrian, was wäre eine angezeigte Medikation um einfach "runter zu kommen vom Adrenalinkick"?

Mein Problem ist nämlich, dass auf solche Situationen mit akuter Angst wochenlanger Stress mit rasenden Kopfschmerzen folgt. Diesesmal dank der Diazepameinnahme kam es soweit nicht. Aber mich mit Diazepam vollzudröhnen will ich halt auch nicht.

brighid
18.11.2008, 12:57
alles andere gehört in die hände vom arzt.

ritzysparkle
18.11.2008, 13:00
Das ist völlig klar. Meine Frage war nur, ob es denn etwas gibt, was eher zu empfehlen ist als was anderes. Meine Erfahrungen mit diesen Mitteln sind gleich null.

brighid
18.11.2008, 13:01
ne sorry, alles was über baldrian rausgeht- da bin ich beim medizinmann. einfach wegen abhängigkeiten- das ist mir zu gewagt.
da sehe ich im beruf zuviel elend.

brighid
18.11.2008, 13:02
und bei den verschreibungspflichtigen sachen- das eine hilft bei pat. a, aber nicht bei pat. b,

das andere hat bei pat. c die und die nebenwirkungen- das kann nur der arzt abschätzen und einordnen.

Violine
18.11.2008, 17:21
Das ist völlig klar. Meine Frage war nur, ob es denn etwas gibt, was eher zu empfehlen ist als was anderes. Meine Erfahrungen mit diesen Mitteln sind gleich null.

ich habe eine Zeit lang Rescue-Tropfen genommen. Vor stressgeladenen Situationen wie Gerichtsverhandlungen und so.
Vor Prüfungen würde ich es auch wieder nehmen.

Inaktiver User
19.11.2008, 12:10
Auf Dauer hilft nur Therapie! Siehe Deine Freundin.:zwinker: