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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Verlustängste in der Partnerschaft



Inaktiver User
16.10.2008, 19:43
Hallo liebe Bri-Com.
Habe mal ein wenig über das Thema Verlustängste nachgedacht und möchte nun mal Meinungen von euch hören. Verlustängste in einer Partnerschaft können durch frühere Beziehungen enstanden sein oder vielleicht auch mit der eigenen Kindheit zutun haben. Habt ihr selbst Erfahrungen mit Verlustängsten gemacht in eurer jetzigen Partnerschaft oder in früheren? Wenn ja, was habt ihr dagegen gemacht, dass sie irgendwann weg war? Wie ist euer (Ex-)Partner mit euch umgegangen, als ihr es ihm erzählt habt oder habt ihr es eurem (Ex-)Partner nicht erzählt? Wenn nein, warum habt ihr es ihm nicht erzählt? Wie lange hat bei euch die Verlustangst angehalten, bis sie dann gänzlich weg war.

Freue mich auf eure Meinungen. :blumengabe:

ritzysparkle
17.10.2008, 08:28
Ich hatte in meiner letzten Beziehung sehr starke Verlustängste. Mein Partner war der erste seit Jahren, an den ich mich so binden konnte und wollte, dass ich ihm vertrauen wollte. Das war vorher nicht der Fall gewesen, entsprechend stark habe ich mich an ihn gehängt.
Er hat das ganze Problem aus diversen Gründen nicht verstanden, er konnte und wollte auf meine Ängste nicht eingehen und hat sie als Humbug abgetan bzw. diese Ängste streckenweise noch verstärkt.

Inzwischen weiss ich, dass man versuchen muss die Stärke in sich selbst zu finden, bzw. aus sich heraus stark zu sein.
Das ist natürlich nicht einfach, erfordert viel Arbeit, aber letztendlich ist das die einzige Möglichkeit. Man muss sich klar machen, dass man auch mit einem Partner furchtbar allein gelassen sein kann.
Man muss erkenenn, dass die Verlustängste ganz allein bei einem selbst liegen und man selbst dagegen angehen muss.
Das klingt schrecklich theoretisch aber so ist es (leider).

Inaktiver User
17.10.2008, 12:05
Danke für deine Meinung, ritzysparkle. Da kann ich dir nur recht geben, man muss selbst dafür sorgen, dass diese Verlustängste ein Ende nehmen. :smirksmile:

Divino
20.10.2008, 21:39
Ich hatte damals unbegründete Verlustangst über einen Zeitraum von etwa einem dreiviertel bis einem Jahr. Erzählt hatte ich es ihm in allen Einzelheiten, mit jedem noch so kleinen Detail meiner Gedanken. Er hat häufig mit Verständnis und gutem Zuhören reagiert, manchmal mit Gereiztheit, (wenn ich ihn mit meinen Gedanken überstrapaziert hatte), und manchmal mit Verletztheit seinerseits. Jedoch hatte er mir beständig und fortlaufend erklärt, dass diese Angst unbegründet ist.

Woher die Angst kam, ist mir noch heute nicht klar. Ich wurde zwar mal verlassen, doch kamen diese Männer nach kurzer Zeit zu mir zurück, so dass sie damit ihr Verlassen sozusagen wieder "aufhebten". Ich wurde also noch nie schlussendlich verlassen.

Ich hatte den Vorteil der Druckfreiheit, das heisst, ich musste mich nicht unter Zwang setzen, diese Angst sofort beseitigen zu müssen.

Irgendwann ist mir -ohne direkte Hilfe seinerseits- in den Sinn gekommen, dass mir der Verlust entweder passieren wird, oder nicht passieren wird - egal wieviele Sorgen ich mir im Vorwege machte. In diesem Moment war sie völlig verschwunden und hat mich nie wieder aufgesucht.

Ich denke, heute würde sie mir nur noch passieren, wenn mein jetziger Partner eine unheilbare Krankheit bekommen würde.

yasmine80
06.11.2008, 12:12
Hallo,
ich denke über dieses Thema auch oft nach und rede "notgedrungen" auch mit meinem Partner drüber. Ich bekomme halt immer totale Angstattaken, wenn er sich mal ein paar Minuten zu spät meldet. (wenn er zB nach der Arbeit noch mit nem Freund losghet und etwas später nach Hause kommt als ich erwarte). Ich bekomme dann richtig Schweißausbrüche, zittrige Hände, Heulkrämpfe... manchmal bis hin zum Erbrechen weil ich solche Angst habe, dass was passiert sein könnte.
Ich habe schon öfter drüber anchgedacht eine Therapie zu machen - aber irgendwie nehme ich das nicht in Angriff. Ich denke den Grund für meien Reaktion zu kennen: mein Papa ist gestorben, als ich zehn Jahre alt war. Da war er einfach von einer Minute auf die andere weg und das habe ich nie richtig verarbeitet. Erst verdrängt, als ich erwachsen war auch mal drüber geredet, aber nie richtig verarbeitet. Jetzt habe ich eben Ansgt, dass mein Partner auch einfach so verschwinden könnte. ...ich hoffe, dass das nicht noch schlimmer wird wenn ich mal Kinder habe!


Hallo liebe Bri-Com.
Habe mal ein wenig über das Thema Verlustängste nachgedacht und möchte nun mal Meinungen von euch hören. Verlustängste in einer Partnerschaft können durch frühere Beziehungen enstanden sein oder vielleicht auch mit der eigenen Kindheit zutun haben. Habt ihr selbst Erfahrungen mit Verlustängsten gemacht in eurer jetzigen Partnerschaft oder in früheren? Wenn ja, was habt ihr dagegen gemacht, dass sie irgendwann weg war? Wie ist euer (Ex-)Partner mit euch umgegangen, als ihr es ihm erzählt habt oder habt ihr es eurem (Ex-)Partner nicht erzählt? Wenn nein, warum habt ihr es ihm nicht erzählt? Wie lange hat bei euch die Verlustangst angehalten, bis sie dann gänzlich weg war.

Freue mich auf eure Meinungen. :blumengabe:

nachtschwester
06.11.2008, 13:55
Ich kenne die Syptome bei Verlustängsten auch und kann nur jedem Mut machen zu einer Therapie: das einzige. was hilft, ist darüber sprechen - oder darüber schreiben, aber dazu wird man ohnehin bei Therapien ermuntert. Wichtig ist, was zu tun, sonst bleibt man in sich selbst gefangen- und das ist entsetzlich, I know..

Inaktiver User
09.11.2008, 21:20
Hallo zusammen,
ich kann nur sagen, dass ich riesen große Angst habe, jemanden zu verlieren, kann mir mein Leben nicht ohne ihn vorstellen.... wie bekommt man das in den Griff? ich weiss es auch nicht, vielleicht hilft wirklich nur ein Therapeut???!!! :knatsch:
Wenn jemand ein Mittel weiss, immer her damit...

Alles Gute wirklich für jeden, dem es so geht. :blumengabe:

Balancewoman

Divino
09.11.2008, 21:36
balancewoman,

- ist die Angst begründet oder unbegründet?
- seit wann ist sie da?
- trägt der jemand seinen Teil dazu bei, oder liegt das ganz in dir?
- Hast du Angst vor dem Verlust durch Tod, durch Krankheit, durch Verlassenwerden?

Oben habe ich einen Tipp geschrieben, aber ich kann mir vorstellen, dass es vielen so unwahrscheinlich vorkommt, dass sie es lieber verdrängen und nach Fakten suchen, die helfen könnten.

Inaktiver User
09.11.2008, 21:57
balancewoman,

- ist die Angst begründet oder unbegründet?
- seit wann ist sie da?
- trägt der jemand seinen Teil dazu bei, oder liegt das ganz in dir?
- Hast du Angst vor dem Verlust durch Tod, durch Krankheit, durch Verlassenwerden?

Oben habe ich einen Tipp geschrieben, aber ich kann mir vorstellen, dass es vielen so unwahrscheinlich vorkommt, dass sie es lieber verdrängen und nach Fakten suchen, die helfen könnten.

Angst verlassen zu werden obwohl wir nie offiziell unsere Beziehung geführt haben, habe das auch in meinem Strang geschrieben... sie ist extrem seit 2 Monaten da diese Angst und ja er trägt durch NICHTHANDELN dazu bei...... aber ich muss abwarten :-(
Gute nacht euch allen :blumengabe:

andreasss
10.11.2008, 13:50
hallo merry.

verlustangst... nun ja. ich galube, die ist uns angeboren, sie ist gesund, sie ist wichtig. wir haben nuir angst vor verlust in bezug auf eine sache/person, die uns sehr sehr wichtig ist. man muss sich dieser angst nicht schämen - glaub ich.

anders sieht es aus mit der tatsache, wie heftig wir unseren partner damit sozusagen attackieren. ich glaube schon, dass das sehr belastend sein kann - auch für eine gute partnerschaft.

ich erlebe ähnliches, in wellen. es treibt mir manchmal schweissperlen auf die stirn. und ich versuche, damit allein fertig zu werden. allerdings wird das von meiner partnerin manchmal auch falsch gedeutet, wenn ich dann gedanklich abwesend oder schweigsam bin. nein - ich rede mit ihr nur sehr sehr selten über dieses thema. weil ich erkannt habe, dass es - in meinem falle jedenfalls - eher angst vor einer lüge oder einer erkenntnis ist.

es ist eben nicht immer VERLUSTANGST, sondern eher die angst vor wahrheiten, realitäten, die wir verdrängen, nicht sehen wollen. und da hat dann ein gespräch mit dem partner bestimmt keinen sinn. wenn wir z.b. vermuten, das unser partner uns betrügt - dann könnten wir meinen, es wäre verlustangst, was sich in uns breitmacht. in wirklichkeit ist es aber die angst vor den tatsachen, vor der realität....

andreasss

Acajou68
18.11.2008, 20:22
An die Mit-Leidenden,
wie seht ihr das: sind Verlustangst und Beziehungsangst nicht zwei Seiten der selben Medaille?

Ich hatte früher auch immer Panik, wenn mein Partner sich verspätet hatte oder allein unterwegs war. Habe nicht schlafen können, geheult, gezittert, etc. (Habe auch meinen Vater verloren, Unfall, als ich 5 war)
Dann habe ich daran gearbeitet, zwischendrin ging die Beziehung kaputt - und es schien dann im Gegenzug, als sei es mir egal!!!

Aktuell ist es so, dass ich evtl einen neuen Mann habe und auch noch sehr lieben Kontakt zum Ex, mir bloß im Moment überhaupt nicht vorstellen kann, mich gefühlsmäßig so weit auf einen oder den anderen einzulassen, dass ich nachts wieder heulend auf dem Wohnzimmerteppich sitze!

Deshalb gehe ich erstmal zu niemandem eine Beziehung ein.
Vordergründig finde ich das taktisch ganz clever - merke aber andererseits, dass da "irgendwas fehlt" - und fühle mich ziemlich gestört.
Mein Leben von einer Angst diktieren zu lassen - sei sie vor Verlust oder gefühlsmäßigem sich-einlassen - lehne ich ab. Normalerweise gehe ich mit Ängsten (Höhen, Fliegen, fremde Menschen) offensiv um und suche die angsteinflößende Situation gezielt auf. Das klappt normalerweise gut.

Aber ich kann ja nicht heiraten, um meine Beziehungs- und Verlustangst zu therapieren... oder?*scherz*

Meinungen? Tipps für spezielle Foren?

rabeana
21.11.2008, 15:10
Aber ich kann ja nicht heiraten, um meine Beziehungs- und Verlustangst zu therapieren... oder?*scherz*

Meinungen? Tipps für spezielle Foren?

Liebe Acajou!
Du musst ja nicht gleich heiraten - eine ganz normale Beziehung erleben - DAS wäre schon mal was!

Aber ich glaube in deinem Fall würde ich erst einmal alleine bleiben und mich mit der Angst auseinander setzen. Was macht sie mit dir? Was fehlt die augenblicklich, während du alleine bist? Versuche Wege zu finden, um das Alleinsein zu genießen und so ganz alleine wie du bist, dich als vollwertigen Menschen zu erleben. Ich glaube, wenn man das Alleinsein so richtig in vollen Zügen genießen kann und weiß, dass man sich wunderbar alleine glücklich machen kann, sich alleine unterhalten kann, sich ganz alleine finanziell absichern kann - erst dann ist man auch ein vollwertiger Partner. Dann ist der potentielle Partner eine wunderbare Ergänzung und nicht Lebensmittelpunkt und nicht Überlebensmittelpunkt ... vielleicht lässt dann auch die Panik vor dem Verlassenwerden nach?

Bei mir ist es leider trotzdem so, dass ich Verlustängste habe, obwohl ich weiß, dass ich alleine prima gut zurecht käme ... es ist wohl eher das Gefühl zu lieben und die Angst davor nicht zurück geliebt zu werden. Diese Angst werde ich scheinbar nie los ... aber mal abwarten! ;-)

Acajou68
23.11.2008, 09:29
@ rabeana

Danke für Deine Hinweise, aber wir haben etwas gemeinsam : Ich komme allein bereits sehr gut zurecht, suche manchmal sogar die "Einsamkeit", unternehme Manches allein, brauche das auch, versuche, für meinen Lebensunterhalt alleinaufzukommen (...naja, Vollzeit berufstätig - aber von Arbeitslosigkeit bedroht), habe allein eine schöne Wohnung, in der ich mich wohl fühle.
Dass man erst dann ein vollwertiger Partner ist, wenn man auch allein vollständig ist, unterschreibe ich glatt.
So weit die Theorie...
Gestern Nacht beim Ausgehen erzählte mir mein Ex, dass er sich "jetzt doch" auf eine Beziehung mit seiner besten Freundin und Nachbarin einlassen möchte. Die beiden sind dann zusammen nach Hause. Und ich habe die Nacht kaum geschlafen: Akuter Liebeskummer. Kälte. Angst.
Mein "Neuer" kam mit zu mir, aber ich habe ihn heulend auf die Couch geschickt. Er ist dann morgens um sechs nach Hause. Haben grade telefoniert, er sei für mich da, sagt er.
Trotzdem sitzte ich tief im Panik-Loch.
Mit einem Therapeuten arbeite ich gerade daran, die Verlustangst und Traumatisierung in den Griff zu bekommen, öffne mich, lasse mehr Gefühle zu.
Und der Ex, der seit zwei Jahren jammert, dass er mich zurück will, macht exakt in dem Moment eine Kehrtwende, in dem ich langsam das Tor einen Spalt weit öffne. Lehrbuchreif, oder?
(Frau ist nur so lange interessant, wie sie unerreichbar scheint?)
"Lieben und nicht zurückgeliebt werden". Genau das.

Luise79
10.06.2015, 18:01
Ich leide enorm unter Verlustängsten, habe gerade selbst einen Thread eröffnet, weil ich durch diese Ängste mal wieder meinen Partner von mir getrieben habe und er nun seit zwei Tagen jeglichen Kontakt versucht zu vermeiden. Wir leben zusammen als Patchwork Familie und eigentlich ist mir gerade nur nach heulen.

Ich weiß nicht weiter! Ich kann auch nicht sagen, woher die unbegründete Angst her rührt, nur das ich sie loswerden will, dass ich Angst habe, den Menschen zu vertreiben, den ich über alles liebe!