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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : angst nicht geliebt zu werden



kristini
15.10.2008, 14:20
hallo liebe leser

ich habe mich nach langem überlegen dazu entschlossen hier zu schreiben. ich denke es tut gut, die angst und den frust nicht nur im kopf vor sich herzuschieben, sondern zu versuchen "es" in worte zu fassen.
anlass ist meine derzeitige beziehung. eigentlich eine schöne beziehung und ein toller mann.

mein freund und ich haben gestern telefoniert. er telefoniert allgemein nicht so gerne, ist aber nie genervt oder ruft mich deswegen seltener an.

er war z.b. gestern einfach müde, hatte nicht soo lust viel zu erzählen. (eignetlich normal hatte auch nen langen tag hinter sich)
ABER ich hab das gefühl: er will nicht so gerne u lange mit mir heute telefonieren..also heisst das, dass ich ihm nicht mehr so wichtig bin..die folge davon ist, er liebt mich nicht wirklich und vielleicht verlässt er mich sogar.

wenn er sagt ich liebe dich o ich vermisse dich (haben eine fernbeziehung) ist alles in ordnung für mich, sagt er es mal länger nicht beginnt in meinem kopf wieder alles zu rattern..liebt er mich nicht mehr weil er es nicht mehr sagt, vermisst er mich denn gar nicht (was heisst er kommt ohne mich gut klar und stellt vielleicht fest dass er mich gar nicht mehr braucht) usw.
(es ist hart das so ehrlich niederzuschreiben, denn diese gedanken sind mir irgendwie peinlich weil ich weiss wie extrem mein denken ist..aber ich kann mich nicht länger selbst anlügen in dem ich alles verschönere)

unterm strich hab ich festgestellt dass ich ständig nach liebesbeweisen durste, süchtig danach bin! ich erwarte immer dass er sich total freut mich zu hören, mich zu sehen..ertrage es kaum wenn von ihm nicht die gleiche freude kommt wie von mir. ich äußere es nicht immer weil mein kopf weiss, wie verrückt dass alles ist..aber innerlich bin ich tatsächlich enttäuscht. und dann gehts wieder los..warum freut er sich nicht so auf mich..liebt er mich denn nicht mehr so sehr?

ich bin sonst eigentich selbstbewusst, finde mich sogar ganz hübsch und habe nicht angst er verliebt sich einfach so in eine andere. ich weiss nicht genau vor was ich angst habe..vielleicht angst davor verlassen zu werden weil ich so anstrengend bin, oder NIE glücklich werden zu können weil ich so bin wie ich bin.

ich will nicht mehr ständig diese gedanken haben, will nicht ständig angst haben die warschl unbegründet ist. ich kann mich immer weniger selbst leiden, ich finde mich selbst so anstrengend und empfindlich. und es wird immer schlimmer. ich bin so ausgelaugt, weil mich jede kleinigkeit so mitnimmt dass ich bauchweh und schwindelanfälle bekomme.

ich wurde schon oft sehr enttäuscht. von meinem vater der abgehauen ist und eine sehr kranke mutter wo ich ständig angst hatte, sie überlebt den nächsten tag nicht.

ich weiss wirklich nicht mehr weiter mit mir...ich würde mich nur freuen hier mit ein paar menschen zu schreiben, die mich verstehen oder mir ganz ehrlich die meinung sagen. es tut jetzt schon gut ein paar dinge rausgelassen zu haben.

Inaktiver User
15.10.2008, 14:27
Vielleicht bist du einfach auch ein sehr intensiv empfindener Mensch, das ist ja auch eine Qualität?

Ich hab auch immer ein Problem damit, dass andere nicht genauso begeistert sind wie ich, oder überhaupt nicht so starke Gefühle haben oder zu haben scheinen. Manchmal können sie es vielleicht einfach bloß nicht zeigen.

Da muss man einfach lernen, nicht alles mit seinem Maß zu messen, ist schwierig, aber machbar!! :blumengabe:

kristini
15.10.2008, 14:44
danke für deine antwort. :blumengabe:

ja das gefühl habe ich auch. ich denke oft, andere können nicht ganz so stark empfinden wie ich .ob es so ist, weiss ich nicht. aber ich fühle mich deshalb oft schlecht, weil ich mich, jetzt im falle einer beziehung, nicht soo geliebt fühle oder denke ich liebe ihn mehr wie er mich. das jeder mensch dies anders zeigt, weiss ich. aber ich kann nicht damit umgehen oder ich erkenn es einfach nicht :knatsch:

es ist schrecklich. ich denke ich habe ein riesen problem..ich kann es nicht glauben dass ich "einfach so" geliebt werde. deshalb durste ich nach den ´liebesbeweisen.

es hat sich schon in früheren beziehungen gezeigt..wird aber immer schlimmer. WARUM nimmt die beziehung oder die liebe zu einem menschen mein ganzes leben ein oder warum lass ich das zu? lässt mich nicht mehr klar denken.
ich habe viele freunde, bin sogar sehr erfolgreich im beruf...ich kann mich über nichts erfreuen wenn nicht alles 100% mit meinem freund läuft. ich will dagegen etwas tun, will nicht so abhängig sein, will niht mehr diese ständigen ängste haben. aber ich finde nicht zu mir selbst...es ist so als ob ich von außen auf mich schaue und mich ärgere über das was ich denke, sage oder tue, und keinen einfluß darauf nehmen kann :wie?:

rabeana
15.10.2008, 15:28
kristini! Fühl dich gedrückt! Mir geht es haargenauso wie dir!!

Ich bin auch sehr empfindlich, leicht gekränkt, brauche 100.000 Liebesbeweise und glaube sie dann doch nur wenige Minuten lang und einen einzigen tendenziell negativen Windhauch in eine falsche Richtung, blase ich selbst zu einem Feuersturm auf, lege meinem Partner Gefühle zurecht, die er höchstwahrscheinlich denkt, "meiner Meinung nach". Alles sehr traurig.

Genau wie du, stehe ich teilweise selber fassungslos neben mir und begreife gar nicht, was ich da mache und warum ich das mache.

Mein Therapeut hat das ganze "abhängige Persönlichkeitsstörung" genannt, was ich bis jetzt kaum glauben kann, denn ich ganz allein hab eine Firma gegründet, bin in allen Dingen komplett unabhängig, habe eigene Freunde, eigene Hobbys und meine ganz eigene starke Kreativität, kann schnell Handeln und Denken, bin entscheidungsfreudig und unabhängig in meinen Urteilen.

Aber in Liebesdingen bin ich echt banane. Da scheint es voll zu stimmen, was man so über abhängige Persönlichkeitsstörungen liest. Sehr komisch. Ich denke, es lässt sich mit einer schwierigen Kindheit erklären, aber nicht entschuldigen. Bei mir ist der Vater auch nonexistent, Mutter lieblos ... aber so ging es doch vielen, und trotzdem sind sie heute als Erwachsene, ruhige und gelassene, vertrauende Partner. Warum wir jetzt ausgerechnet so schräg drauf sind, ist mir schleierhaft!

Was man dagegen tun kann? Sich selbst beobachten und gucken, ob das was man da aktuell tut, überhaupt viel mit Liebe, Vertrauen und Integrität zu tun hat. Sich in Frage stellen ohne sich bekloppt zu machen. Seinen inneren Frieden finden. Lernen, sich selbst zu lieben und zu akzeptieren! Ein harter Weg!

Inaktiver User
15.10.2008, 15:45
Ich denke, es lässt sich mit einer schwierigen Kindheit erklären, aber nicht entschuldigen. Bei mir ist der Vater auch nonexistent, Mutter lieblos ... aber so ging es doch vielen, und trotzdem sind sie heute als Erwachsene, ruhige und gelassene, vertrauende Partner.

Also die Leute die ich kenne, die keinen Zweifel an ihrer eigenen "Liebenswürdigkeit" kennen (was sie übrigens nicht automatisch sympathischer macht...) haben dieses Grundvertrauen schon von ihren Eltern mitbekommen.

Ich denke, wenn du als Kind aufgewachsen bist mit dem Gefühl, nicht um deiner selbst willen und ganz selbstverständlich geliebt zu werden, kannst du diese Gelassenheit nur unendlich schwer erlangen.

Für mich war in einer tiefen Krise wichtig, endlich zu erkennen, dass im Endeffekt nur ich für mich sorgen kann. Und das auch muss, das ist meine Aufgabe. Und seither tu ich das auch. Dazu hab ich aber auch 40 Jahre gebraucht.

rabeana
15.10.2008, 16:21
Für mich war in einer tiefen Krise wichtig, endlich zu erkennen, dass im Endeffekt nur ich für mich sorgen kann. Und das auch muss, das ist meine Aufgabe. Und seither tu ich das auch. Dazu hab ich aber auch 40 Jahre gebraucht.



Aber ist diese Haltung "ich kann niemanden außer mir selbst trauen" nicht auch sehr fatalistisch? Ist das dann Liebe, wenn man in einer Beziehung lebt und sich ständig sagen muss "ich allein kann nur für mich sorgen" um die Angst vor der eigenen Angst nicht geliebt zu werden zu überstehen?

kristini
15.10.2008, 17:32
ich denke schon, dass man in erster linie selbst dafür sorgen muss dass es einem gut geht. natürlich hängt das wohlbefinden auch von den zwischenmenschlichen beziehungen ab. wenn ich streit mit meinem freund habe, gehts mir nicht gut. aber man darf nicht andere ausschließlich dafür verantwortlich machen, wie es einem geht. es wäre ja dann so als ob es nichts schönes gäbe in meinem leben außer meinen freund (und die beziehung mit ihm)
das ist ja nicht so! aber trotzdem nimmt mir jeder kleine streit sämtliche kraft.
ich denke ich habe meinen freund schon seit längerem die last aufgetragen, mich ständig glücklich machen zu "müssen" was ja nicht leicht ist ..da ich ständige aufmerksamkeit und liebesbeweise brauche. :knatsch:

wenn er mich drückt und sagt dass er mich liebt, dann tut es unendlich gut. ich weiss nicht was in mir soo ausgehungert ist..aber es ist wie ein fass ohne boden, das soviel zuneigung bekommen kann wie es will..es bleibt dauerhaft immer leer.

ich seh oft nur schwarz oder weiss.. "er liebt mich (weil er es sagt, oder es mir gerade gezeigt hat..) oder er liebt mich nicht (weil er keine zeit hat, mich vergessen hat..) dazwischen seh ich nicht viel..dass ich ihm wichtig bin, auch wenn er es vorzieht heute mal was mit freunden statt mit mir zu machen kann ich oft nur schwer verstehen

ich habe angst immer nach ein, zwei jahren zu scheitern..nie über das verliebtsein hinauszukommen, weil ich sobald etwas alltag eintritt, nicht mehr klar komm. es ist zum heulen.
vielleicht hält es nie einer mit mir dauerhaft aus, weil ich am anfang so selbstsicher und unbeschwert bin (ich spiele das nicht, es ist anfangs wirklich so)..und dann erkennt er wie schwach ich bin, wie abhängig ich von seiner liebe bin und wie überaus empfindlich.

was kann man nur tun?

Inaktiver User
15.10.2008, 19:02
Aber ist diese Haltung "ich kann niemanden außer mir selbst trauen" nicht auch sehr fatalistisch? Ist das dann Liebe, wenn man in einer Beziehung lebt und sich ständig sagen muss "ich allein kann nur für mich sorgen" um die Angst vor der eigenen Angst nicht geliebt zu werden zu überstehen?

Ups, das ist aber ganz was anderes, niemanden trauen? War das nur ein Tipfehler oder ist das so bei dir angekommen??

Natürlich können auch andere für mich sorgen, aber in erster Linie muss ich das selbst machen.

In dem ich z.B. überhaupt mal kommuniziere, was ich brauche und erwarte, weil ja niemand in mich reinschauen kann. Oder indem ich überhaupt lerne zuzulassen und anzunehmen, dass jemand anderes für mich (mit) sorgt.

Erwarte ich ausschließlich von anderen, dass sie für mich sorgen, werd ich nie autark und bleibe abhängig. Das heißt dann, dass auch ich anderen wenig geben kann, da ich permanent aufpassen muss, dass ich meins kriege.

Für mich selber sorgen heißt auch, nicht ständig unrealistische Erwartungen zu haben, unabhängiger von der Zuwendung durch eine Person werden und sie damit auch nicht mehr zu überfordern, dass sie ja quasi für mein Glück zuständig ist. Das ist für den anderen ja eine große Last, wenn ich das erwarte. Tut er es freiwillig, um es mir zu schenken, kann ich es anders annehmen als wenn ich davon abhängig bin.

Inaktiver User
15.10.2008, 19:05
Was man tun kann?

Sich weitere Kraftquellen suchen, eigenständige Freundschaften pflegen, die einem was geben, seine Interessen verfolgen, einfach mehr für sich tun.

Ist ein Prozess, aber wirkt! Auch wenn dir anfänglich vielleicht nicht viel einfällt, was du genauso gern machst wie mit deinem Freund zusammen zu sein.

kristini
15.10.2008, 19:49
...nicht ständig unrealistische Erwartungen zu haben, unabhängiger von der Zuwendung durch eine Person werden und sie damit auch nicht mehr zu überfordern, dass sie ja quasi für mein Glück zuständig ist...

ich finde dass trifft es ziemlich gut! genauso sehe ich es auch, nur kann ich es nicht umsetzen. ich mach nämlich genau das...habe übermäßig hohe erwartungen, mach ihn nicht ausschließlich aber doch sehr stark für mein befinden verantwortlich. damit setze ich ihn unter druck und nimm ihm die möglichkeit von sich aus zu agieren.
z.b. wenn ich ihm jeden tag sage wie sehr ich ihn vermisse oder liebe, hat er ja keine chance es mal von sich aus zu sagen. ich ärgere mich dass es nicht von ihm kommt sondern immer von mir..aber ehrlich gesagt, geb ich ihm ja nicht mal die möglichkeit. ich denke unter druck tut niemand etwas gerne..und wenn etwas von einem erwartet wird, ist es nicht das gleiche wie es aus freien stücken zu tun. ich habe aber trotzdem soo oft das gefühl, ihm nicht wichtig genug zu sein.

ich lebe auch zu sehr in der vergangenheit..ich sehne mich nach der anfangszeit zurück. lese oft alte e-mails in denen er immer so liebevoll und ausfühlich geschrieben hat. er ist immer noch liebevoll...aber es ist einfach etwas mehr alltag eingekehrt.
er meint, er findet es schön so...am anfang ist es verliebtsein..ein kribbeln, jetzt haben sich seine gefühle gefestigt und er braucht nicht diese ständigen liebesbeweise, er fühlt sich wohl und weiss was er mir bedeutet.
aber ich kann so nicht fühlen. ich brauche liebesbeweise, dieses kribbeln..damit ich mich in dieser beziehung lebendig fühle. ich spüre diese tiefe bindung nicht einfach so, weil es meine angst ihn einfach so zu verlieren nicht zulässt.


ich werde mir jetzt in ruhe überlegen was mir richtig spass macht. ich habe kaum hobby´s..manchmal denke ich mir macht nichts spass, oder nicht genügend spass um mich wirklich ablenken zu können. aber ich werde es versuchen. wenn ich stress habe sind auch meine verlustängste weniger stark ausgeprägt..ich denke es ist sinnvoll mich mehr zu beschäftigen in meiner freizeit.

rabeana
16.10.2008, 10:53
Liebe Kristin!
Glaub mir, ich ganz genau was du fühlst. Jede deiner Zeilen kann ich komplett unterschreiben ... bis auf die mit den eigenen Hobbys. Also, ich habe sehr viele eigene Hobbys, eigene Freunde und wenn mein Partner, wie jetzt grad aktuell, mal 3 Wochen dienstlich weg ist, geht es mir trotzdem super prima. Ich kann mich sehr gut allein zu Hause hinsetzen und mich entspannen, den Abend genießen, ein gutes Buch lesen, ab und an mal Freunde einladen oder treffen. Ich bin komplett autark.

Kristin, du hast ja auch im Anfangspost geschrieben, dass du eigene Freunde hast und beruflich selbständig bist und so weiter.

Bei mir ist die Hauptkrux (und vielleicht auch bei dir???), dass ich nicht länger als 24 Stunden glaube, wirklich geliebt zu werden. Mein Partner schenkt mir Rosen, oder schreibt mir Liebesbriefe und spätestens nach 2 Tagen guck ich das alles an und denke mir so unnötigen Kram wie "Ich glaube aber, er liebt mich in Wirklichkeit gar nicht." Krame gedanklich Beweise hervor, und schwelge gedanklich in Situationen die mir untermauern, dass er sich tatsählich mal so benommen hat, als ob er mich überhaupt nicht lieben würde. Anstatt mich ganz bewusst hinzusetzen und einfach intensiv an die vielen, vielen glücklichen und schönen Stunden zu denken.

Ich bin selbst teilweise schon ganz erschöpft vom vielen darüber Nachdenken, wann er mich wie verletzt haben könnte.

Warum nutze ich nicht freiwillig die Zeit, mich intensiv hinzusetzen und innerlich all die gemeinsamen schönen Momente Revue passieren zu lassen?

Als ob mein Gehirn ganz automatisch auf "Such stets die negativen Aspekte eurer Beziehung" programmiert wurde von einem irrsinnigen Programmierer, der mir einfach nix gutes will. Und das erschreckende dabei ist noch: dieser komplett idiotische und irrsinnige Programmierer bin ich selbst!

Liebe einewiekeine!
Du hast ja recht! Ich hatte deine Anmerkung zu extrem negativ ausgelegt. Natürlich ist total wichtig, wenn man stets weiß, ich allein kann mich glücklich machen und wenn es mal hart auf hart kommt, dann weiß ich, dass ich mich auf mich selbst verlassen kann.

Ich hatte das ganze für mich sehr übersteigert gesehen. Denn ich geh gedanklich oft von dem Szenario aus: wenn ich emotional in ein tiefes Loch falle und es mir mal total dreckig gehen sollte, weiß ich, dass ich mich da ganz alleine heraus holen MUSS.

Und dann frag ich mich: wozu hat man denn einen Partner? Ist es nicht auch schön zu wissen, dass mein Partner mir immer zur Seite stehen würde, wenn es mir mal in irgendeiner Weise dreckig geht? Ich bin doch für meinen Partner auch immer da und würde alles dran setzen, ihn aus jeder Patsche zu helfen. Aber ich merke, dass ich das ganze zu schwarz/weiß sehe!

Jedenfalls finde ich es toll, dass Kristin diese Diskussion hier anregt, denn ich bemerke, dass es das Kernbroblem für vieles im Leben ist: wir sind ein Fass ohne Boden, bei allem, was mit Liebe zu tun hat. Egal wieviel Liebesbeweise man uns gibt, wir glauben sie dann doch irgendwann nicht mehr. Sehr traurig.

Wäre klasse, wenn man einen Hebel umlegen könnte und man wäre nicht mehr so!

kristini
16.10.2008, 15:01
liebe rabeana, danke für deine lieben anworten.

ja ich kenne das nur allzu gut. das wochenende kann noch zu schön mit ihm gewesen sein, paar tage später zweifel ich wieder an seiner liebe. das gefühl der "sicherheit" hält nicht lange.
warum ist das so? warum fühl ich mich nur geliebt wenn er es mir unmittelbar zeigt?
jede kleine stimmungsschwankung von ihm fasse ich gleich als "er mag mich nicht mehr...er wird sicher bald schluss machen" auf.
wie soll das nur weitergehen frag ich mich oft. es kostet einfach so viel kraft sich immer so viel sorgen zu machen.


vielleicht kann ich mir es nicht vorstellen dass er mich einfach so liebt weil ich ICH bin. ich glaub (ganz genau hab ich das selbst noch nicht herausgefunden über mich) ich denke immer, ich muss jetzt besonders toll sein oder besonders hübsch aussehen oder mit ihm etwas schönes erlebt haben...damit er mich liebt.und wenn es stress gibt oder streit, dann reicht es ihm und er macht schluss.
es ist nicht so, dass ich mich nicht liebenswert finde, prinzipiell find ich mich ganz gut :-) ich bin nur selber sehr sehr streng mit mir und bin nicht immer so wie ich es sein will..mein handeln und mein "denken wie ich sein sollte" sind unterschiedlich. ich will immer stark sein und selbständig, bin aber eher schwach und süchtig nach liebe und aufmerksamkeit. vielleicht muss ich lernen, mich so anzunehmen wie ich bin, auch wenn ich so gar nicht sein will? ich weiss nicht ob du verstehst was ich meine, ich kann mich grad nicht so gut ausdrücken.
liebe grüsse

rabeana
16.10.2008, 15:34
Liebe Kristini!
Ich weiß ganz genau, was du ausdrücken möchtest, denn genau das ist es, was ich auch erklären wollte. Alles, alles, alles geht mir genauso.

Dies hier kann ich unterschreiben:


ja ich kenne das nur allzu gut. das wochenende kann noch zu schön mit ihm gewesen sein, paar tage später zweifel ich wieder an seiner liebe. das gefühl der "sicherheit" hält nicht lange.
warum ist das so?


Dies hier kann ich auch unterschreiben:


warum fühl ich mich nur geliebt wenn er es mir unmittelbar zeigt?


Dies hier kann ich auch unterschreiben:


jede kleine stimmungsschwankung von ihm fasse ich gleich als "er mag mich nicht mehr...er wird sicher bald schluss machen" auf.
wie soll das nur weitergehen frag ich mich oft. es kostet einfach so viel kraft sich immer so viel sorgen zu machen.


Dies hier kann ich besonders unterschreiben:


vielleicht kann ich mir es nicht vorstellen dass er mich einfach so liebt weil ich ICH bin. ich glaub (ganz genau hab ich das selbst noch nicht herausgefunden über mich) ich denke immer, ich muss jetzt besonders toll sein oder besonders hübsch aussehen oder mit ihm etwas schönes erlebt haben...damit er mich liebt.und wenn es stress gibt oder streit, dann reicht es ihm und er macht schluss.


Und diese Zeilen könnten eigentlich von mir sein:


es ist nicht so, dass ich mich nicht liebenswert finde, prinzipiell find ich mich ganz gut :-) ich bin nur selber sehr sehr streng mit mir und bin nicht immer so wie ich es sein will..mein handeln und mein "denken wie ich sein sollte" sind unterschiedlich. ich will immer stark sein und selbständig, bin aber eher schwach und süchtig nach liebe und aufmerksamkeit. vielleicht muss ich lernen, mich so anzunehmen wie ich bin, auch wenn ich so gar nicht sein will? ich weiss nicht ob du verstehst was ich meine, ich kann mich grad nicht so gut ausdrücken.
liebe grüsse

Einerseits bin ich sehr streng mit mir, andererseits seh ich mich aber auch oft unrealisitsch edelmütig.

Ich teile die Welt, mich, meinen Partner und alles gerne in eine Schwarz/Weiß-Sortierung und damit mach ich mir extrem das Leben schwer.

Denn das Leben ist nicht schwarz oder weiß, oder gut oder schlecht ... es gibt so viele Schattierungen! Und ich glaube unser Problem besteht auch darin, dass wir die Schattierungen nicht mehr wahr nehmen oder nie wahr genommen haben.

Wenn ein Tag ultimativ toll lief mit genialen Erlebnissen und viel Lachen, DANN sind wir uns sicher, dass wir geliebt werden.

Ist ein Tag aber mal normal, mit ner leichten Depri-Stimmung beim Partner, vielleicht ist er muffelig, müde, wegen irgendeinem Popanz mal schlecht drauf ... dann machen wir eins: wir beziehen ALLES auf uns! Und wir denken "Jetzt ist alles vorbei"! Anstatt ganz bewusst an so einem Tag die Grauschattierungen wahr zu nehmen, wollen wir immer ganz, ganz eindeutige Signalfarben. Schrecklich! Und sehr anstrengend für alle Beteiligten!

Es wirkt ja schon fast kindisch anzunehmen, nur weil der Partner mal nen schlechten Tag hat, nicht anruft oder auch mal seine Launen hat, zu meinen, dass er uns nicht mehr liebt. Natürlich liebt er uns noch!! Aber scheinbar haben wir nie was anderes gelernt im Leben. Unsere Grundjustierung scheint zu sein: etwas läuft schief im Leben. Ergo: wir sind Schuld. Ergo: uns schiebt man ab.

Sehr traurig. Denn so hat man es mit mir als Kind wirklich gemacht. Aber schon lange nicht als Erwachsene. Ich bin 40 Jahre alt und habe noch die Ängste, die ich als Kind hatte! Sehr traurig! Da konnten meine Lebenpartner sich teilweise auf den Kopf stellen und trotzdem habe ich ihnen nie geglaubt, dass sie mich geliebt haben. Und durch dieses Nicht-Vertrauen habe ich letztendlich die Partnerschaft selber zerstört. Um dann hinterher triumphierend zu sagen "Siehste! Keiner liebt mich!"

Ts!

kristini
16.10.2008, 16:19
liebe rabeana
du sprichst mir aus der seele. ich sehe auch nur schwarz oder weiss! nichts dazwischen. eigentlich weiss ich, dass mein freund auch mal schlechte tage hat und die darf er auch haben. doch in mir kommen ängste auf, es könnte mit mir zu tun haben

ich hatte gestern mit meinem freund telefoniert. und er war komisch..hat nich viel gesagt und wirkte abwesend. es war schon die letzten tage so. ich wollte ihn nicht schon wieder nerven (mit meiner nörgelei) also hab ich nichts gesagt, aber meine stimmung sank bis zum erfrieren. irgendwie hatte ich es nicht mehr ausgehalten u hab mal wieder rumgemeckert warum er so komisch sei. und siehe da: er hatte montag mist gebaut in der arbeit und ist sauer auf sich selbst. er meinte es hätte doch nichts mit mir zu tun, wie ich überhaupt darauf käme es könnte mit mir zu tun haben?? (ja wie komm ich nur auf sowas :-))

das problem ist, mein freund kann zwar gefühle zeigen..aber wenn es ihm schlecht geht oder ihn etwas belastet macht er es mit sich selber aus. spricht nicht gerne darüber. ich habe ihn gebeten mir in zukunft einfach kurz zu sagen wenn er fix u fertig ist und nicht so lange telefonieren mag (kommt ja nicht so oft vor) und einfach offen ist und mir sagt wenn er ausgelaugt ist.
denn wenn ich den grund kenne (und mir muss man sowas wirklich auf dem silbertablett servieren) hab ich kein problem damit, weil ich weiss (und das nur wenn er es audrücklich erwähnt) dass es NICHT mit mir zu tun hat.
bloß kommt er von selbst nicht auf die idee, ich würde denken es läge an mir. weil er ja nicht so denkt und sich meiner zuneigung sicher fühlt.
ich habe ein großes problem meinem freund von meinen ängsten zu erzählen..ich fühle mich dann noch mehr verwundbar. habe angst er findet mich dann nicht mehr so interessant. blöde gedanken!

ich bilde mir ein, mein partner liebt mich nur wenn ich "toll" bin also gut drauf, lustig, ein tolles erlebniss mit ihm hatten. der partner liebt nur meine schokoladenseite...meine nervige, mürrische oder auch mal schlecht gelaunte seite liebt er nicht. und wenn ich nicht immer "gut genug" bin, dann hab ich angst ihn zu verlieren. schlimm ist auch, dass ich zwar richtig wütend sein kann und ihm ganz ehrlich meine meinung sage wenn mir was nicht passt..ich denke mir im ersten moment: wenn es ihm jetzt so nicht passt, pecht gehabt. aber hinterher zweifel ich wieder an allem..war es richtig so was ich gemacht, gesagt habe? ohhh nein könnte ich vielleicht etwas falsch gemacht haben?
ich habe tierische angst etwas falsch zu machen. ich will irgendwie nahezu "perfekt" sein (wie traurig eigentlich). also was ich als perfekt ansehe..und natürlich bin ich das nicht. dann bin ich zusätzlich noch selbst auf mich sauer.

ehrlich gesagt habe ich das so noch nie gesehen..diesen zwang perfekt zu sein. und das meine ich nicht äußerlich..ich will einen perfekten charakter haben. weil ich glaube nur dann geliebt werden zu können.
liebe rabeana, es tut mir so gut hier mit dir zu schreiben. vielen dank dafür!!!!

hattest du diese verlustängste schon immer bzw. wann hast du sie als solche erkannt? ich habe so die hoffnung es irgendwann einmal etwas abstellen zu können und das leben mehr zu genießen. was du geschrieben hast wg er selbstzerstörung der partnerschaft ist auch das, wovor ich angst habe. den partner zu verlieren weil man ständig an seinen gefühlen zweifelt o alles auf die goldwaage legt. manchmal hab ich so gedanken, dass er mich ja früher o später eh verlässt weil ers nicht mit mir aushalten kann dauerhaft. das würde dann wieder bestätigen das keiner mich liebt! wie du schon gesagt hast. das ist soo traurig, wenn man bedenkt dass man eine viell wirklich wunderbare beziehung zerstört, weil man angst hat ihn zu verlieren.
ganz schön verrückt!

rabeana
16.10.2008, 16:54
Liebe Kristini!
Also, wenn ich es genau bedenke, war ich wohl schon immer so. Es ist vorher nur nie so negativ aufgefallen. Je nachdem wie mein jeweiliger Partner meine Verlustängste auffing, abblockte oder aufzeigte, wurden meine eigenen Ängste sichtbar. Aktuell fallen meine eigenen Verlustängste sehr auf, weil ich nun auch mit einem Partner zusammen bin, der sehr, sehr ungern über Gefühle redet, egal welcher Natur sie sind und egal wessen Gefühle. Und schon gar nicht freiwillig. Und wenn er merkt, dass ich ein "Ich liebe dich" hören möchte, hält er mir lieber eine Standpauke, dass ich das doch längst wissen müsse. Wir sind auf dem besten Weg der Eskalation, tagtäglich. Ich frag mich längst, wo das wohl alles noch endet! ;-)

Ich und Verlustängste abbauen? Keine Ahnung wie DAS gehen soll! Mein Therapeut hat heute zu mir auf diese Frage geantwortet, dass da ein langer Weg ist ... na ja ... vor langen Wegen hatte ich nie Angst! Wenn ich dann mal 60 oder 70 bin - vielleicht bin ich mir dann meiner selbst und der Liebe meines Partners sicher??? Besser spät als nie!!

Inaktiver User
16.10.2008, 17:00
Ich erkenn mich sehr in euren Beiträgen wieder.

Und ich kann nur sagen, ich hab die Kurve nochmal gekriegt - obwohl ich immer noch nicht ganz frei bin davon und nie sein werde. Ist aber auch was Gutes, wenn man nicht alles für selbstverständlich nimmt und intensiver empfindet. Aber es ist ein langer Weg, und ich hab auch 40 Jahre gebraucht, das zu sehen!!

dragon41
16.10.2008, 17:31
Hallo erstmal an alle hier!

Ich bin neu und zum ersten Mal hier. Beim Internetsurfen bin ich auf diese Seite gestossen, hab mich registriert un diese Beiträge gefunden.

Ich weiss eigentlich gar nicht wie mir ist. In diesen ganzen Beiträgen habe ich mich gefunden und ich bin fürs erste total überrascht, was hier für ein netter Ton herrscht unter Leuten die man offensichtlich nicht persönlich kennt.

Ich habe so ziemlich das gleiche Problem. Ich habe seit 7 Monaten eine neue Partnerschaft, die mich bereichert und die mich glücklich macht. Ich habe aber auch immer wieder Tage, die für mich gelinde ausgedrückt grauenhaft sind und in richtige Panik ausartet.
Seit meiner Kindheit leide ich enorm an Verlustängsten. Diese versuche ich durch starkes Verhalt weitgehend zu vertuschen, in erster Linie in einer Partnerschaft. Bei meinem Freund und mir ist es so, dass er merkt, dass ich etwas anders bin. Vielleicht bin ich jetzt zu vermessen, aber ich glaube, dass er nicht annimmt dass es Verlustängste sind. Ich hatte eine schwere Kindheit und je älter ich werde, desto mehr mannifestieren sich diese Probleme. Ich habe etliches dafür getan mit mir ins Reine zu kommen, sämtliche Hilfen und Literatur in Anspruch genommen, mich darin geübt mich wirklich anzunehmen, mich kennenzulernen und zu sehen WAS das eigentlich ist. Ich habe diese Verlustängste bis ins kleinste aufgearbeitet, das schlimme aber daran ist, dass ich offensichtlich dem Irrtum erlege, dass diese nach der Aufarbeitung flöten gehen. Und das ist defintiv nicht der Fall.

Meine Ängste sind genauso wie sie hier oft beschrieben werden, ich habe einen sehr guten Tag, mein Freund ist einfach super, ich fühle mich wohl, es passt alles und ist wunderschön, ich fühle mich anerkannt, geliebt, ich bin zufrieden und sauglücklich. :-)
KAUM kommt nur annähernd ein schlechter Tag, schlechte Laune von meinem Freund, keine Anerkennung, kein Ich liebe Dich und all die Sachen was man gerne hört, liegt meine Welt faktisch in Schutt und Asche. Ich werde depremiert, bin dann sehr verschlossen, fast schon zurückweisend und ich bin das deswegen - das habe ich auch herausgefunden - weil ich doch tatsächlich glaube, dass ich durch dieses Verhalten keine Verletzung mehr erleide. Ist paradox, aber ich kann heute ehrlich sagen, was diese Beweggründe sind. Ich heische um Anerkennung, um Liebe, um Zärtlichkeit, all diese Dinge gibt mir mein Freund auf seine Weise jeden Tag und wenn es einmal nicht so ist, dann bekomme ich Panik in Reinkultur. Das allerschlimmste für mich ist, dass ich diese Panik nicht abstellen kann, ich kann machen was ich will, spreche ich mit ihm *ansatzweise* darüber, habe ich sofort das Gefühl etwas preisgegeben zu haben, was er ausnützen könnte. Spreche ich nicht darüber, bin ich zurückgezogen, traurig und depremiert.
Spreche ich mit einer Freundin darüber, hilft mir ihr liebevoll gemeinter Satz: Du hast einfach einen schlechten Tag* auch wenig, also ich komme aus diesem Dilemma nicht wirklich raus.

Ich weiss ganz genau an was es liegt, ich weiss auch, dass solche Momente immer wieder kommen, da könnte ich Bücher lesen so viel ich will und positiv denken, ganz egal, ich glaube eher dass ich noch nicht versucht habe, mich wirklich anzunehmen, dass ich eben solche Phasen habe. Dies wäre leichter, obwohl wenn ich ehrlich bin und ich glaube das ist verständlich, es wäre umso viel leichter, solche Phasen nur ganz selten oder überhaupt nicht zu haben :-=

Wenn ich an meine Vorbeziehungen denke, kann ich sagen, dass sich diese Gefühle der Verlust sich ganz stark nach der Scheidung meiner Ehe vor vier Jahren (Alkoholiker) eingestellt haben. In dieser Zeit war ich sehr mit mir beschäftigt, mit meiner Kindheit und mit meinem ganzen Leben. Seit dieser Zeit hatte ich dann zwei destruktive Beziehungen mit Männer, bei denen ich gehofft habe und nahezu alles ertragen. Seit einiger Zeit eben habe ich eine wunderbare Beziehung mit einem wunderbaren Mann, mit dem ich zusammenwohne und lebe. Ich habe geglaubt, all meine Verlustängste werden mit diesem Mann verschwinden, ich gab und gebe mir jeden Tag Mühe, er natürlich auch, aber sie sind wieder da und sie kommen wieder.

Was will ich hier überhaupt?
Vielleicht einfach nur Frauen, die mir sagen, versteh ich, o Gott es geht vielen so, ich bin nicht allein. Deswegen hat mich das so sehr fasziniert, dass hier geschrieben wird, WIE ICH DENKE. Das allein ist irgendwie ein Auftrieb für mich. Aber im eigentlichen Sinne hätte ich gerne jemanden, der mir einfach einen Ratschlag gibt, wie ich besser damit umgehen kann oder wie ich dies lerne.

Vielen Dank an eigentlich wildfremde Leute :-) aber ich fühl mich nicht schlecht dabei, dragon 41

Inaktiver User
16.10.2008, 20:22
Hallo kristini.
Es stimmt, es ist besser sich Alles was einen beschäftigt, von der Seele zu schreiben. Das hilft ungemein. Kann mich sehr gut in dich hineinversetzen. So ein wenig kenne ich das von mir. Er macht beim Sex nicht den Anfang, ich bin dann enttäuscht oder er versucht zu witzeln und ich kriege es in den falschen Hals oder irgendetwas anderes ist. Dein Freund war einfach müde und hatte deswegen nicht so viel Lust zu reden aber das liegt ja nicht an dir. Das kenne ich auch von meinem Partner. Er ist müde vom langen Arbeitstag und geht deswegen nicht auf mich ein oder fragt wie es mir geht und das nehme ich ihm immer sehr schnell persönlich. Kann mich dann auch nicht wirklich einschätzen, ob ich nun genervt sein darf oder nicht, denn es gibt dann Momente wo ich denke:"Ich muss ihm doch wichtig sein, er muss doch fragen." Aber halt, jeder Mensch ist anders und was ich vielleicht für selbstverständlich nehme, ist für ihn anders. Und nur weil er nicht lange reden will, heißt es nicht, dass du ihm nicht wichtig bist oder er dich nicht mehr wirklich liebt. Er war einfach kaputt von der Arbeit. Das musst du versuchen dir immer vor Augen zu halten. Man muss manchmal selbst hart an sich arbeiten.

Wie langt habt ihr denn schon diese Fernbeziehung? Auch das kenne ich. Sagt er mal nicht "Wie geht es dir?" oder "Ich liebe dich" rattert es wieder in meinem Kopf. Oder geht er mal nicht näher auf mich ein und schenkt mir nicht genug Anerkennung oder Aufmerksamkeit, denke ich ans Schlussmachen. Zumindest war das die Anfangszeit bei mir so. Das war echt schlimm aber er hat sich darin versucht, mir dabei zu helfen, auch wenn er erstmal mit der Situation klarkommen muss und in einigen Sachen kann ein Partner einem nicht alleine helfen, da man diesem Problem, nicht gewachsen ist. In solchen Fällen, sollte man sich doch Hilfe von Außen holen. Und ich finde es super von dir, dass du nichts verschönerst und dir braucht auch nichts peinlich zu sein. Kann dich sehr, sehr gut verstehen und klar es klingt hart aber du bist ehrlich und das rechne ich dir hoch an.

Das mit den Liebesbeweisen kenne ich auch. Man will einfach viel Aufmerksamkeit und Anerkennung und Beweise für die Liebe. Man will sich einfach in dem Moment sicher und geborgen fühlen und vorallem die Liebe spüren, sowie fühlen. Hast du denn deinem Partner gesagt, dass du sehr gefühlsbetont bist und viel Aufmerksamkeit brauchst? Einfach dafür brauchst, um zu spüren, dass er dich liebt? Man sagte mir, dass ich zwischen den Zeilen lesen sollte und ein Mensch auch durch andere Gesten und Taten, die Liebe zeigen kann. Aber damit kann auch nicht jeder um und auch nicht immer. Jeder Mensch möchte vielleicht gerne hören, dass er sich schick angezogen hat oder ein Kleid ihm besonders gut steht aber dann muss man auch den passenden Deckel finden, der einem das geben kann und vorallem damit umkann. Das ist nicht leicht. Was ich auch oft gedacht habe war, dass man wenn man den Partner fragt, wie es einem geht, es genauso zurückkommen muss. Sei es ein "Wie geht es dir?" oder so wie man sich freut oder zum Beispiel, wenn man den Partner in den Arm nimmt und ihn streichelt, dass man das genauso zurück erwartet. Für mich ist so etwas verständlich, dass wenn ich gestreichelt werde, ich es auch tue, anstatt nur zu geniessen. Kann dich da auch sehr gut verstehen. Aber auch da muss man sehen, passt das Alles wirklich zusammen oder will ich meinen Partner in irgendein Muster haben, dass für mich gut ist aber nicht für den Partner selbst? Immer abwägen.

Jeder Mensch ist wie er ist, ich bin ich und du bist du. Das du selbstbewusst bist, ist doch toll und das du dich hübsch findest auch, warum sollte er sich dann eine Andere schnappen? Probleme sind da, um sie gemeinsam zu beseitigen. Das dich die Sachen so mitnehmen und du Bauchweh bekommst oder gar Schwindel-Anfälle, kenne ich. Bei mir geht es aber (durch meine Vergangenheit), in Migräne über oder auch nur in migräneartige Kopfschmerzen. Je nachdem aber man muss selbst (und das solltest du tun) die Initiative ergreifen und einen Psychologen aufsuchen, der dir helfen kann, dass zu überwinden. Ich selbst stehe dir auch per privater Nachricht zur Verfügung, dann können wir uns austauschen. Wenn du das denn möchtest.

Es tut mir leid, dass dein Vater abgehauen ist, mir ergeht es nicht anders. Mein Vater ist vor sechs Jahren gleich zweimal fremdgegangen und seitdem keinen Kontakt mehr. Vieles was man in Beziehungen bringt, kommt auch oft durch Ex-Freunde oder durch die Kindheit und man muss das aufarbeiten. Nur manchmal schafft man es nicht alleine. Ich wünsche dir alles Liebe und Gute. Du schaffst das, glaube an dich. :blumengabe: :wangenkuss:


Nun zu dir dragon.
Hallo dragon41.
Nicht vertuschen, lasse dir helfen. Entweder durch deinen Partner oder durch einen Psychologen. Redest du denn mit deinem Partner über deine Verlustängste? Dein Partner nimmt also nicht an, dass das Verlustängste sind? Was meint er denn, was es ist? Verlüstängste gekoppelt mit Depressionen? Dafür würde ich jetzt stimmen. Denn danach hört es sich ja ein wenig an. Hast du denn schonmal mit einem Psychologen diese Probleme in Angriff genommen? Oder hast du jahrelang damit gelebt und versucht damit klarzukommen? Du hast ja geschrieben, dass du dich belesen hast aber wie es aussieht, hat das nicht wirklich geholfen. Denn du bist ja schon wieder mit dem Grübeln beschäftigt.


Meine Ängste sind genauso wie sie hier oft beschrieben werden, ich habe einen sehr guten Tag, mein Freund ist einfach super, ich fühle mich wohl, es passt alles und ist wunderschön, ich fühle mich anerkannt, geliebt, ich bin zufrieden und sauglücklich. :-)
KAUM kommt nur annähernd ein schlechter Tag, schlechte Laune von meinem Freund, keine Anerkennung, kein Ich liebe Dich und all die Sachen was man gerne hört, liegt meine Welt faktisch in Schutt und Asche.
Dazu habe ich ja im letzten Beitrag etwas geschrieben. Aber genauso erlebe ich es auch in manchen Momenten. Aber wie gesagt, dass muss nichts heißen. Das du dich in so welchen Momenten verschließt und deinen Partner vielleicht etwas zurückweist, kann ich verstehen, denn es verletzt dich, obwohl es ja gar nicht böse gemeint war.

Das allerschlimmste für mich ist, dass ich diese Panik nicht abstellen kann, ich kann machen was ich will, spreche ich mit ihm *ansatzweise* darüber, habe ich sofort das Gefühl etwas preisgegeben zu haben, was er ausnützen könnte. Spreche ich nicht darüber, bin ich zurückgezogen, traurig und depremiert.
Bei mir ist das aber genauso. Nicht mehr so schlimm aber es ist noch existent. Rede ich nicht darüber, ziehe ich mich zurück, fühle mich unverstanden und nicht geliebt. Ich sehne mich in dem Moment, nach Verständnis, Anerkennung und aufmunternde Worte aber in dem Moment bin ich ja falsch und nicht mein Partner, denn man selbst versetzt sich in diesen Zustand. Und ist es dann so wie man will, geht es einem super und ist überglücklich. Es ist einfach eine schwankende Stimmung. Du hast ja auch geschrieben, er gibt es dir auf seine Art und Weise zurück und das ist richtig. Wie ich schon schrieb, was für einen selbstverständlich ist, ist für den Partner aber nicht selbstverständlich. Manchmal muss einfach ein Kompromiss gefunden werden oder man arbeitet an sich.

kristini
16.10.2008, 23:26
hi ihr lieben
schön dass sich immer mehr dazu gesellen ;) soviele beiträge, und in jedem finde ich mich wieder. tut gut wenn man weiss, man ist nicht allein und man wird hier wirklich verstanden und auch ernst genommen. :blumengabe:

@hey merry:


Wie langt habt ihr denn schon diese Fernbeziehung? Auch das kenne ich. Sagt er mal nicht "Wie geht es dir?" oder "Ich liebe dich" rattert es wieder in meinem Kopf. Oder geht er mal nicht näher auf mich ein und schenkt mir nicht genug Anerkennung oder Aufmerksamkeit, denke ich ans Schlussmachen

wir hatten seit anfang an eine fernbeziehung. sehen uns aber regelmäßig am wochenende..ich glaube ich könnte es sonst kaum durchstehen.
JA so ist es. eigentlich sollte es etwas besonderes sein, wenn er mir sagt dass er mich liebt! aber ich fordere es (zumindest insgeheim) jeden tag. und vergisst er einmal nach mir zu fragen, wies mir geht ...dann fühl ich mich total unwichtig und werde traurig wie ich ihm nur so gleichgültig sein kann. ich habe auch schon öfters ans schlussmachen gedacht..nicht weil es so schlecht läuft oder ich ihn nicht liebe..sondern weil ich "flüchten" will wenn es mir besondres schlecht geht. ich denke manchmal das schlimme gefühl, die angst wäre dann weg. und weil die angst manchmal so gross ist, nehme ich es in kauf ihn zu verlieren (wovor ich ja eigentlich angst habe)!! naja es waren bis jetzt nur gedanken, ich war noch nie wirklich dazu bereit. zum glück!!! aber es ist alles sehr kompliziert..ich bin kompliziert.

du beschreibst die situation so schön, besser kann man es nicht ausdrücken..und danke für deine lieben worte!


@ dragon41


spreche ich mit ihm *ansatzweise* darüber, habe ich sofort das Gefühl etwas preisgegeben zu haben, was er ausnützen könnte. Spreche ich nicht darüber, bin ich zurückgezogen, traurig und depremiert.

das geht mir auch so. ich will vor ihm stark sein, was ich ja gar nicht bin. ich habe angst, er könnte mich wg dieser angst die cih habe nicht mehr wollen...ich wäre ja dann nicht mehr "perfekt", nicht mehr die frau die ich selber sein will. und wenn ich mich selbst so nicht mag, dann kann er es auch nicht (denke ich)
ein grosser mist ist das..sorry, ich muss mal schimpfen weil ich gerne einen knopf drücken würde, der alle schlechten gedanken verschwinden lässt.


@rabeana


Und wenn er merkt, dass ich ein "Ich liebe dich" hören möchte, hält er mir lieber eine Standpauke, dass ich das doch längst wissen müsse. Wir sind auf dem besten Weg der Eskalation, tagtäglich.

auch das kenne ich gut. mein partner wundert sich jedesmal wenn ich mir nicht sicher bin ob er mich liebt und es durch die blume einfordere...vielleicht kränkt es ihn auch, weil ich ihm das gefühl gebe er zeigt es mir nicht richtig. er hat mich schon oft gefragt, ob ich das denn nicht merken würde. tja..was soll ich da sagen. hm..eigentlich schon..ABER...ja dieses aber eben.

es tut mir sehr leid für dich, wenn ihr deswegen so viel stress habt miteinander. wie lange seit ihr schon zusammen? (oder hab ich das überlesen..) ich finde es grad schlimm zu bemerken wie mein freund auf mich reagiert..also anfangs war er immer total lieb und es hat ihn voll mitgenommen wenn ich so gezweifelt habe..mittlerweile ist er nicht direkt genervt, aber ich glaube er nimmt mich da nicht mehr so ganz ernst.

ich bin wie ein kleines kind, dass seine mutter frägt ob es sie lieb hat. ich benehme mich wirklich wie eine dreijährige manchmal. und das hasse ich so sehr an mir. aber es ist wie ein zwang, ich kann irgendwie nicht anders sein was das betrifft.

ich würde soo gerne noch viel mehr schreiben, muss aber leider ins bett. :knatsch:
gute nacht an alle ;-)
lg

dragon41
17.10.2008, 09:41
@ kristini
danke für deine antwort.
ich glaube es liegt daran, dass ich auch Situationen kontrollieren möchte. Ich möchte die Kontrolle anscheinend darüber haben, dass wenn er das und das sagt, mir im eigentlich nix passieren kann und ich beruhigt bin und mich liebenswert und anerkannt fühle. Ist ein Schwachsinn und ärgert mich total.
Andererseits glaube ich - wenn er nicht so reagiert wie ich möchte - die Kontrolle darüber zu verlieren und es treten enorme Verlustängste auf, was zu deutsch heisse ich denke mir: Was ist los, was wird er machen, denkt er schlecht, will er Schluss machen ... Es ist fast nicht zu glauben, dass ich das hier schreibe, aber ich lese, dass es eben vielen so geht.
Diese Gedanken und Gefühle die ich habe machen mich wütend, aber ich bin eher oder vielmehr depremiert als so richtig zornig.
Also zu echten Streits kommt es nie, wo ich so richtig böse bin oder er. Hat es bis jetzt auch noch nie gegeben, weil ich mich eher zurückziehe, als zu streiten. Ich habe in meiner Kindheit totale Ausraster in diese Richtung hin gehabt und auch in meiner Ehe. Das hat natürlich vieles auch kaputt gemacht. Und jetzt möchte ich solche ganz argen Sachen wirklich vermeiden, aber irgendwie kommt mir vor dass sich die -für mich angeblich schlechte Agression in Depression umwandelt und depressiv zu sein ist für mich fast noch schlimmer, als richtig zornig und verärgert zu sein. Es kommt auch nicht von irgendwo, dass es Partner gegeben hat, die mir alle gesagt haben *ich bringe den Mund nicht auf, wenn mir was nicht passt*! :-)

Es ist sauschwer das alles zu erklären, Dein perfekt sein kann ich super gut nachvollziehen, denke auch, dass ich das ebenso will, dass dies aber mein Partner überhaupt nicht will.
Aber ich glaube ich muss, ich muss, ich muss, ansonsten würde alles den Bach runter gehen. Dann habe ich aber auch Tage wo eine komplette Leichtigkeit eintritt, wo ich zufrieden und glücklich bin und kaum an Probleme denke. Nur die schlechten Tage kommen immer wieder - wies Amen im Gebet - an denen ich ohne Anerkennung, ohne liebe Worte und ohne Kontrolle fertig bin und Panik verspüre hoch drei.

pasta
17.10.2008, 10:05
hallo,

ich habe jetzt nicht alle beiträge gelesen, aber ich kenne solche gefühle und situationen auch.

ich glaube, dass allerwichtigste ist, sich selbst in solch schwierigen momenten zu unterstützen.
sich positive unterstützende botschaften zu geben.
z.B. nach einem verunsichernden gespräch am telefon sich vorstellen, dass man selbt ein wichtiger mensch ist. sich auf die schönen momente besinnen, die man erlebt hat und sich sagen, dass diese momente wichtig sind und für beide eine mindestens genauso grosse bedeutung wie vielleicht schwierige situationen.
sich an die momente erinnern, wo man sich sicher und gut fühlte zusammen und dass man deswegen dem anderen vertrauen kann.
und dass alle menschen unperfekt sind und sich gegenseitig hin und wieder enttäuschen. alle müssen damit umgehen. warum sollte einer von uns ausgerechnet der oder die einzige sein, die perfekt ist??

dass muss man immer ganz bewusst machen.
aufschreiben hilft manchmal auch.

ganz schwer. ich weiss. schaff es auch nicht immer, bei menschen, bei denen ich verlustangst habe.
allse gute.

Monsterpueppi
17.10.2008, 10:59
Hallo kristinin und alle anderen hier,

habe nicht alles nachgelesen, aber ich bin erstaunt, wie vielen es so geht. Ich dachte immer, ICH wäre nicht NORMAL, weil ich so bin wie ich bin. Mal total glücklich und happy und vor allem verliebt und zufrieden und es könnte gar nicht besser sein. Wenn dann allerdings ein paar Tage kommen wo er mir nicht sagt, dass er mich liebt, sondern "nur" ich hab dich lieb, wenn er weniger Zeit hat, weil so viel Arbeit, wenn er nicht mit zu Freunden kommt, dann falle ich in ein tiefes dunkles Loch.


ich bin sonst eigentich selbstbewusst und habe nicht angst er verliebt sich einfach so in eine andere. ich weiss nicht genau vor was ich angst habe..vielleicht angst davor verlassen zu werden weil ich so anstrengend bin, oder NIE glücklich werden zu können weil ich so bin wie ich bin.

Ich finde mich dann auch selber immer total anstrengend und frage mich, wie kann ein Mensch MICH lieben, wo es so anstrengend mit mir ist?

Gerade wenn wir mal Streit haben ist es ganz schlimm. Dann haue ich auch Sätze raus wie "am besten wir beenden das Ganze, macht ja eh keinen Sinn mit uns". Obwohl ich das überhaupt gar nicht so will.

Und den Weg aus diesem Loch zu finden, ist sooooooo schwer. Bei mir zieht sich meine Unsicherheit dann über Tage hin. Zeitweise kann ich mich entspannen und denke, jetzt ist es geschafft, du bist wieder oben im Sonnenlicht. Aber dann kommt nur ein harmloser Satz, der mich wieder fallen lässt.

Dabei habe ich dazu abolut keinen Grund. Er liebt mich. Er zeigt es mir jeden Tag und er sagt mir auch jeden Tag, dass er mich lieb hat. Und ich merke es auch an so vielen anderen Dingen. Sachen die er nur mir zu Liebe macht. Wir haben Heiratpläne und ich weiß, er meint es auch so.

Ich weiß, dass mein Leben und gerade meine Beziehung viel viel einfach und entspannter verlaufen, wenn ich mich dem einfach hingeben und es annehme. Es gibt keinen Grund Angst zu haben. Und selbst wenn es so wäre, könnte man dies doch sowieso nicht ändern. Dinge die passieren sollen, passieren. Auch ohne Angst und Zweifel.

kristini ich danke dir für diesen Strang, denn ich dachte bisher wirkich, ich bin die einzige Frau auf dieser Welt die sich so bescheuert benimmt. :blumengabe:

Liebe Grüsse
Monsterpüppi :knicks:

Monsterpueppi
17.10.2008, 11:01
sich auf die schönen momente besinnen, die man erlebt hat

Ja, das hilft in der Tat wirklich. Leider ist dann dieses kleine Hoch auch manchmal nur von kurzer Dauer.

Aber je öfter man es versucht, desto leichter gelingt es einem vielleicht auch.

Ich geb die Hoffnung jedenfalls nicht auf.

kristini
17.10.2008, 11:17
hallo ihr lieben

pasta


ich glaube, dass allerwichtigste ist, sich selbst in solch schwierigen momenten zu unterstützen.
sich positive unterstützende botschaften zu geben.


ja da hast du sicher sehr recht. es ist nur soo schwer umzusetzen. ich brause innerlich dann total auf und komm kaum mehr runter. ich sehe dann nur noch schwarz. ich wünschte ich könnte in solchen situationen realistischer sein und nicht so von meiner angst besessen. ich hoffe ich bekomme es irgendwann besser in den griff.. Hattest du auch starke verlustängste und es ist jetzt (situationsbedingt) besser geworden?


monsterpüppi

ooh das kenne ich. hab auch schon oft zu meinem freund gesagt, "Ach es hat doch keinen sinn mehr. wir sind zu verschieden. ich kann nicht mehr" usw. hab nie gesagt dass ich schluss machen will, aber es angedeutet. ich mach das nur aus einem grund, weil ich verzweifelt bin und hoffe er erzählt mir das gegenteil. "natürlich passen wir super zusammen, ich lieb dich doch will mit dir glücklich sein" usw.
wie mies von mir ihm solche sachen zu sagen, nur damit er mir bestätigung gibt. dann hab ich gehört wie wichtig ihm die sache ist und es geht mir gleich viel besser.
eines tages wird er nicht mehr drauf eingehen, weil er mich nciht mehr für ernst nehmen kann wenn ich es immer sage. ich hoffe soweit kommt es nicht ;(((

liebe grüsse

Monsterpueppi
17.10.2008, 11:30
eines tages wird er nicht mehr drauf eingehen, weil er mich nciht mehr für ernst nehmen kann wenn ich es immer sage.

Meiner nimmt das nie für ernst. Er sagt dann immer "du willst doch gar nicht mit mir Schluß machen" und lacht. :freches grinsen:

Für ihn sind Streits auch nicht so schlimm wie für mich. Für ihn gehören sie zu einer Beziehung dazu. O-Ton "Es muss doch auch schlechte Tage geben, damit man sich auf die schönen freuen kann". Und natürlich gehört Streit dazu. Und es ist auch nicht immer so, dass ich sofort denke, jetzt würde ich ihn verlieren. Aber oft.

Bevor wir zusammengekommen sind, habe ich ihm schon gesagt, dass ich bei einem Streit immer sofort denke das war`s jetzt. Vielleicht nimmt er mich deswegen nicht für voll in solchen Situationen. Dafür sollte ich dankbar sein.

Inaktiver User
17.10.2008, 12:03
@kristini Eine Fernbeziehung ist nie leicht. Ich selbst hatte über zwei Jahre eine, bis ich dann mit meinem damaligen Verlobten zusammengezogen bin. Die Beziehung scheiterte aber dieses Jahr. Es ist etwas besonderes, wenn man gesagt bekommt, dass man geliebt wird aber irgendwie wartet man da richtig drauf. Weißt du wie ich meine. So nach dem Motto:"Sage mir jetzt sofort, dass du mich liebst." Dir geht es, wenn ich das so lese, regelrecht wie es mir oft ergangen ist und manchmal ergeht es mir noch so aber ich versuche mich da wirklich zu ändern und ihm von diesem Problem zu erzählen, dass ich habe. Genau, wenn er mal einen Tag nicht fragt, wie es einem geht, dann wird man traurig, zieht sich zurück und fühlt sich nicht wichtig. Dann fragt man sich, wieso frage ich eigentlich immer nach? Ist das zu viel verlangt? Genau, in dem Moment will man flüchten, um sich mit seiner Angst nicht auseinanderzusetzen. Ist er weg, ist auch die Angst weg. Eigentlich ist so ein Gedankengang irgendwie "dumm", man will jemanden nicht verlieren aber diese Angst ist so groß, dass man es widerrum beenden würde, obwohl man ihn nicht verlieren will und diesen Menschen ja liebt. Ja, Angst kann ganz schön viel anrichten bzw. mit einem machen. Bei mir waren es mit dem Schlussmachen auch Gedanken, die ich ihm mitgeteilt habe und er war natürlich perplex und meinte:"Du bist doch so glücklich sagst du zu mir und jetzt das. Deine Stimmung ist wie ein hoch und ein tief." Da hatte er Recht aber dafür konnte ich nichts. Und dankeschön, dass ich die Situation so schön beschrieben habe, dass freut mich. Konnte mich halt sehr gut in dich hineinversetzen. Und wegen den lieben Worten, immer wieder gerne. Gestern lag ich mit meinem Partner im Bett und ich meinte dann, dass ich ab und an eine echte Nervensäge sei und er meinte dann:"Sag' sowas nicht zu meiner Freundin." Ich:"Was denn dann?" Er:"Sag' ihr, dass sie ein Goldschatz ist." Ja, da kamen die Freudentränen zum allerersten Mal.

@Monsterpüppi
Ich finde mich dann auch selber immer total anstrengend und frage mich, wie kann ein Mensch MICH lieben, wo es so anstrengend mit mir ist?
Da gibt es nur ein Wort für: Nämlich er liebt dich. Stelle dir doch mal die Frage, was würdest du tun, wenn dein Partner so wäre? Ich meine wenn mein Partner so wäre wie ich, würde ich ihn unterstützen und mit ihm über diese ganzen Dinge reden. Woher sie kommen usw. Klar stellt man sich die Frage, wieso liebt er gerade mich? Dazu sage ich nur: Schaut in den Spiegel, dass ist der Grund. Nämlich - DU.

Bei mir zieht sich meine Unsicherheit dann über Tage hin. Zeitweise kann ich mich entspannen und denke, jetzt ist es geschafft, du bist wieder oben im Sonnenlicht. Aber dann kommt nur ein harmloser Satz, der mich wieder fallen lässt.
Ja, über Tage zieht es sich hin, dann kann man sich zeitweise entspannen, dann ist alles wieder super und dann vielleicht nach 1-2 Tagen, kommt etwas was uns nicht in den Kram passt und >BOOM< ist man wieder in diesem Loch. Wo man oftmals nur sehr schwer rauskommt.

Monsterpueppi
17.10.2008, 12:22
Stelle dir doch mal die Frage, was würdest du tun, wenn dein Partner so wäre? Ich meine wenn mein Partner so wäre wie ich, würde ich ihn unterstützen und mit ihm über diese ganzen Dinge reden. Woher sie kommen usw.

Hallo Merry,

ja das würde ich tun. Die Frage ist nur, wie lange? Denn nicht mein Partner ist dafür zuständig, dass es mir gut geht, sondern ich ganz alleine. Ich kann ihm nicht die Aufgabe zuschieben, zu machen, dass es mir besser geht, denn diese Verlustangt ist ganz alleine meine Baustelle.

Natürlich es es schön einen Partner zu haben, der einem gerade in solchen Moment dann sagt, alles ist gut und man soll sich keine Sorgen machen. Aber ich denke, auf Dauer wäre es nicht fair, weil es das Problem an sich wohl nicht löst. Da muss man irgendwie selber dran arbeiten.

Mir ging es übrigens jetzt einige Monate ziemlich gut. Ich hatte totales Vertrauen, war glücklich, total verknallt, mir wegen alles und jedem sicher. Das war eine schöne Zeit, weil ich so entspannt war. Mir keine Sorgen oder Gedanken (nur im kleinen Maß) gemacht habe. Und ich stand mir dabei selber nicht so im Weg. Seit ein paar Tagen ist es wieder etwas wackelig um mich.

Zum Glück haben wir dieses WOE viel um die Ohren. Da bleibt nicht so viel Zeit für Gedankenkrämerei. :lachen:

Inaktiver User
17.10.2008, 12:52
Hallo Monsterpüppi,
dein Partner ist dazu da, dich glücklich zu machen und er will sicherlich auch, dass es dir gut geht aber an erster Stelle musst du sehen, dass es dir wieder gut geht und du aus dieser Situation rauskommst. Das ist sehr wichtig und dein Partner kann dich da sicherlich unterstützen. Sicherlich musst du die Verlustangst selbst in Angriff nehmen aber dein Partner kann deine stützende Hand sein und dir gut zu reden, denn das braucht man, wenn man Erfolge erzielen will. Wieso ist es denn seit ein paar Tagen wacklig um dich? Was habt ihr denn dieses Wochenende schönes vor, wenn man fragen darf?

Monsterpueppi
17.10.2008, 13:21
dein Partner ist dazu da, dich glücklich zu machen

Also das mit der Unterstützung sehe ich auch so. Wäre schön, wenn man einen Partner hat, der auch dann für einen da ist. Glücklich machen muss ich mich in erster Linie aber selber. Denn nur dann strahle ich Glück und Zufriedenheit aus und kann diese auch ausleben. Auch in der Beziehung.

Ach, wir hatten letzte Woche einen Streit und nun fehlt mir wieder das Zeichen, dass trotzdem alles ok ist. Obwohl er sich verhält wie immer. Denke ich. Nach meinem Empfinden meldet er sich seitdem natürlich seltener und sagt mir auch seltener was nettes. Was völliger Blödsinn ist. Kann auch nur selber den Kopf über mich schütteln. Aber ich bin hier ja unter Gleichgesinnten, also wißt ihr was ich meine. :freches grinsen:

Seine Eltern kommen von Sa bis So und somit ist viel Leben in der Bude. Heute beginnt schon die Vorbereitung für`s Essen und die Wohnung vorbereiten.

So, ich wünsche euch allen ein schönes Wochenende und haltet euch wacker. :blumengabe:

Inaktiver User
17.10.2008, 13:29
Das ist richtig. So meinte ich das auch. Es ist einfach so, dass dein Partner dich in so welchen unterstützen sollte und dich mit Worten aufmuntern soll. Das hilft einem ungemein. Ist man mit sich selbst zufrieden und glücklich und geht es einem gut, strahlt man das auch nach außen hin aus, auch in einer Beziehung. Klar ist der Partner nicht für unser Glücklichsein verantwortlich, obwohl ich sagen muss ein Partner macht uns auch mit seinen Taten und Gesten zusätzlich glücklich. Verstehst du wie ich das meine? Nach dem Streit, fällt nicht mehr so viel nettes oder gar nichts mehr? Worum ging es in dem Streit und hast du dich danach nochmal mit deinem Partner hingesetzt, um zu reden, dass dir ein OK fehlt? Ja, ich weiß was du meinst. Kenne ich auch. Man verträgt sich irgendwie und irgendwie ist das noch nicht zufriedenstellend. Ui, dass freut mich, dann wünsche ich dir mal viel Spaß am Wochenende. Macht euch schöne Tage und denke nicht nach. Ich muss auch sagen, mein Partner sagte zu mir, er kann es sich vorstellen mich irgendwann zu heiraten und mit mir Kinder zu kriegen. Einmal sagte er voll süss:"Was wäre, wenn ich dich fragen würde, ob du mich heiraten willst." Ich:"Vielleicht würde ich ja sagen." Und durch die ganzen Erfahrungen die man gemacht hat, wird man einfach vorsichtiger. Mein Partner und ich (4 Monate zusammen) leben zusammen mit seiner Mutter. Musste hier notgedrungen einziehen und es läuft super. Er hat mir in dieser Situation einfach super geholfen...Oh man, ich rede auch viel jetzt. :freches grinsen:

Danke, wünsche dir auch ein schönes Wochenende. :wangenkuss:

fifi1234
20.10.2008, 01:19
Ich komme immer wieder zum Ergebnis, daß das eines der Probleme ist, die sich die Frauen selbst zuzuschreiben haben.

Viele warten und warten und rollen Interessenten ein statt sich zu entscheiden, nur weil sie sich noch einen Ausweg offen halten wollen falls sie morgen einen besseren Partner finden. Bloß - die bisherigen warten nicht lange.

Selbst wenn sie dann einen haben, bleiben sie dann oft nur halb verbindlich, weiter den Radar kreisen lassend.

Selbst der hartgesottenste Partner nimmt dann - spätenstens nach dem 3. solchen Fall - Frauen mit solchen Anzeichen nicht mehr ernst.

Und ich tippe, genau solche Frauen werden dann am meisten Opfer ihrer eigenen Unverbindlichkeit. Denn wie immer, benutzen die Frauen auch hier als erste und am intensivsten die 'Bauernschläue', obwohl sie in einer nachteiligen Situation sind.


Gerade momentan, nach langem mal wieder ein stabiles Verhältnis suchend, mache ich die Endselektion an der zwei Pretendentinnen und meine Ex teilnehmen. Die vormalig nächste dabei hat sich aus dem Rennen geworfen, da sie bei mir zunehmend mehr ein Gefühl der Unsicherheit ihrer Verläßlichkeit verursacht hat da sie in vielem unverbindlich war.

Monsterpueppi
20.10.2008, 08:34
Ich komme immer wieder zum Ergebnis, daß das eines der Probleme ist, die sich die Frauen selbst zuzuschreiben haben.

Da gebe ich dir natürlich völlig recht. Wir stehen und damit eigentlich nur selbst im Weg.


Viele warten und warten und rollen Interessenten ein statt sich zu entscheiden, nur weil sie sich noch einen Ausweg offen halten wollen falls sie morgen einen besseren Partner finden.

Und hier verstehe ich nicht ganz, wo du das diesem Strang entnommen hast? Keine von den hier "Betroffenden" schreibt, dass sie nur mit ihrem Partner zusammen ist, bis sie was besseres gefunden hat. Das entnehme ich auch nirgendwo zwischen den Zeilen. Hierbei geht es um was ganz anderes. Um Verlustängste. Und zwar die Angst, verlassen zu werden und nicht die Angst, jemanden zu verlassen. Irgendwie verstehe ich da im Zusammenhang deinen zweiten Absatz nicht so ganz.


Gerade momentan, nach langem mal wieder ein stabiles Verhältnis suchend, mache ich die Endselektion an der zwei Pretendentinnen und meine Ex teilnehmen. Die vormalig nächste dabei hat sich aus dem Rennen geworfen, da sie bei mir zunehmend mehr ein Gefühl der Unsicherheit ihrer Verläßlichkeit verursacht hat da sie in vielem unverbindlich war.

:wie?: Und diesen Absatz verstehe ich gar nicht. *grübel* Was hat denn Verlustangst, bzw sie Angst nicht geliebt zu werden, mit Verläßlichkeit zu tun? :wie?:

Inaktiver User
22.10.2008, 23:32
Also ich muss auch sagen, dass Frauen manchmal einfach zuviel nachdenken aber das liegt wohl in ihrer Natur. :smirksmile: Kann mich aber Monsterpueppi nur anschliessen. Ich kann auch nirgendwo rauslesen, dass es hier um "den Besseren finden" geht. Und den letzten Absatz verstehe ich auch überhaupt nicht. Bitte um Aufklärung. :smile:

rabeana
23.10.2008, 12:07
na, da hat sich einer im Strang vertan!

Hier geht's darum, dass es Frauen gibt, die einfach nicht glauben, wollen oder können, dass sie dauerhaft geliebt werden. Da passt der obige Beitrag einfach sowas von gar nicht ...

Es ist schade, wenn eine angeregte Diskussion versandet, ich denke, viele Frauen konnten sich ganz gut mit diesem Eingangs-Beitrag identifizieren und nun ist er arg verwässert.

Vielleicht wurde aber auch sowieso schon alles gesagt, was man zu dem Thema sagen kann.

Wir Betroffenen glauben einfach nicht dauerhaft, dass wir wirklich geliebt werden. Vielleicht sollte man sich damit einfach abfinden. Punkt?

Und vielleicht ist dies auch der einzig realistische Zugang zum Projekt Partnerschaft? Liebe ist etwas, dass sich jeden Tag aufs Neue umentscheiden kann. Wir haben niemanden auf dieser Welt dauerhaft gepachtet. Sicherheit ist eine Illusion. Ich musste damit schon mein Leben lang klar kommen.

Vielleicht ergeht es mir da besser, als so manchem anderen Liebenden, der von heut auf morgen verlassen wird und nie etwas davon geahnt hat, dass sich sein/e Liebste/r längst innerlich entfernt hat?

Wir haben immerhin die feinen Antennen, die spüren, wenn was im Busch ist. Allerdings erzeugt das stete Nichtvertrauen in die Liebe natürlich auch oftmals das nahe Ende einer Beziehung. Von daher ... alles nicht ganz einfach!

Suziv
24.10.2008, 10:55
Hallo,
auch ich reihe mich mal hier ein - in die Reihe der von Verlustängsten Geplagten. Vieles hier im Strang könnte auch von mir geschrieben worden sein.
Nach einer gescheiterten Ehe und einer unglücklichen Affaire bin ich endlich angekommen. Durch eine Bekanntschaftsanzeige, welche meinem jetzigen Mann damals vor 3 Jahren zum Geburtstag geschenkt wurde, da er immer auf der Suche war nach der Frau fürs Leben. Er hatte einige Beziehungen, aber die Richtige war nie dabei. Damals wagte ich es, obwohl noch nicht geschieden, und antwortete auf die Annonce. Sie sprach mich sofort an, war witzig formuliert und die Eigenschaften passten so gut. Wir telefonierten, trafen uns und wussten - das ist es!
Im letzten Jahr haben wir geheiratet und ich habe mich nie so gut gefühlt mit einem Mann. Ihm geht es genauso mit mir, jeden Tag sagt er mir, daß er mich liebt.

Und trotzdem ist sie da - die Angst ihn zu verlieren.
Sei es durch ein Unglück oder sonstwas. Er arbeitet mit vielen weiblichen Kollegen zusammen, die teilweise jung und attraktiv sind. Ok, er hat sich für mich entschieden. Aber ich werde diese Angst nicht los. Obwohl ich mit beiden Beinen im Leben stehe, einen guten Job habe, eine gutgeratene Tochter, viele liebe Freunde, Familie.

Mein Mann hatte immer jüngere Frauen, ich bin 3 Jahre älter. Er bestätigte mir, dass ich den jüngeren Frauen die er bisher hatte, einiges voraus habe und trotzdem keineswegs älter wirke, weder optisch noch sonstirgendwie.

Ich habe auch schon mit ihm darüber gesprochen, er kann meine Angst gar nicht verstehen - es ist doch alles gut. Oft verkneife ich mir das Thema anzuschneiden, will ihn nicht nerven damit.

Vielleicht hört es ja irgendwann auf, dieses beklemmende Gefühl..ich gebe die Hoffnung nicht auf..

Viele liebe Grüsse an alle hier,

suziv

Wenn er mal nicht so gut drauf ist, denke ich immer es liegt an mir.

rabeana
24.10.2008, 13:31
hm ... vielleicht ist das die Krux? Wir hoffen darauf "gesund" zu werden. Wir sind diejenigen die falsch sind, die sich ändern müssen. Wir haben die Hoffnung, dass alles anders und besser wird und wir irgendwann sowas wie Urvertrauen besitzen.

Goethe sagte schon "Hoffnung ist die zweite Seele der Unglücklichen." - vielleicht sollten wir einfach alle Hoffnung aufgeben und uns akzeptieren wie wir sind? Ok - Urvertrauen hamm wa nich - aber woher nehmen, wenn nicht stehlen? Das wächst ja leider nicht auf den Bäumen. Gibt es nicht einen Weg, mit diesem "Mangel" zu leben? Wieso bezeichnen wir es überhaupt als Mangel? Hat es auch seine positiven Seiten?

Ich merke, dass ich jeden Tag alles daran setze, tausend Gründe zu finden, warum mich mein Partner im Grunde doch nicht liebt. Und irgendwann aufs korrekte versehentlich daher geredete Stichtwort hin, explodiere ich und schmeiße ihm Sachen an den Kopf um im Grunde nur eines zu tun: ihn zu verjagen und letzten Endes alleine dazustehen.

Das Alleinsein sehe ich in solchen Situationen dann als Rettung an. Ein Ort, an dem mich nichts mehr verletzen kann. Da ich ja allein bin, kann mich auch niemand ad hoc verlassen, den ich selbst doch so bedingungslos liebe.

Ein sehr trauriger Kreislauf.

Ich glaube es wäre sehr hilfreich ganz, ganz am Anfang anzusetzen. Bei der Angst. Sie einfach akzeptieren und als Teil meines Selbst annehmen. Sie nicht fortwünschen sondern als Qualität akzeptieren. Ziemlich schwer.

Verlustangst ist erst dann schlecht, wenn sie in einer Paarbeziehung destruktive Ausmaße annimmt. Wenn ich meinen Partner fortwährend mit Anschuldigungen und Kritik und Zweifeln überhäufe - dann ist das ziemlich destruktiv.

Ich glaube, uns allen wäre schon sehr geholfen, wenn wir wenigstens letzteres einstellen könnten ... bloß wie, wenn man fortwährend innerlich von den eigenen Ängsten zermürbt wird?

coyoteugly
25.10.2008, 09:11
es ist schrecklich. ich denke ich habe ein riesen problem..ich kann es nicht glauben dass ich "einfach so" geliebt werde. deshalb durste ich nach den ´liebesbeweisen.

Liebst du dich denn selbst "einfach so"?
Wenn du es nicht glauben kannst, dass du einfach so geliebt wirst, dann steht dahinter der Glaubenssatz, dass du nicht gut genug bist, um für das, was du bist, geliebt zu werden. Und wenn du das glaubst, kannst du anderen nicht abnehmen, dass die dich einfach so lieben, weil du es selbst ja nicht glaubst.

Dann müssen die anderen ja verrückt sein, oder sich irren oder irgendwann mal erkennen, dass du tatsächlich nicht einfach so liebenswert bist.

Und dann ist auch klar, dass du fürchtest, verlassen zu werden, denn du bist selbst nicht sicher bei dir und mit dir zusammen.
Würdest du mit dir zusammenbleiben wollen?

coyoteugly
25.10.2008, 09:29
Ich glaube es wäre sehr hilfreich ganz, ganz am Anfang anzusetzen. Bei der Angst.

Ich sehe Angst nicht als Anfang, sondern als Folge einer zugrundeliegenden Überzeugung. Daher wäre dort der Anfang zu sehen und auch anzusetzen.


Ich merke, dass ich jeden Tag alles daran setze, tausend Gründe zu finden, warum mich mein Partner im Grunde doch nicht liebt.

Und dahinter steht die Überzeugung, dass ich nicht liebenswert bin und mich deswegen auch kein anderer lieben kann. Diese Behauptung will dann bewiesen werden, indem eben tausend Beweise dafür gesucht werden, dass das wahr ist.

Der Partner kann dann machen was er will, jede Liebesbekundung wird als konträr zur eigenen Überzeugung empfunden und ich suche dann nach Beweisen, die ihn der Lüge überführen, um mit meiner Grundüberzeugung Recht zu behalten: "Ich bin nicht liebenswert, erzähl doch hier keinen Sch***".

Die 1000 Gründe dafür, warum ich nicht liebenswert bin (mein Partner mich nicht lieben kann), kann ich aufschreiben, und jeden "Grund" dahingehend hinterfragen, ob das eigentlich wahr ist.

Hilfe kann man in diesem Buch finden:
Ich brauche deine Liebe. Stimmt das?

rabeana
26.10.2008, 13:34
Liebe coyoteugly!
Vielen Dank für deinen Beitrag! Du hast mehr als recht! So hab ich das noch nie gesehen! Vielen Dank für die Tipps! :-)

Monsterpueppi
27.10.2008, 20:27
hm ... vielleicht ist das die Krux? Wir hoffen darauf "gesund" zu werden. Wir sind diejenigen die falsch sind, die sich ändern müssen. Wir haben die Hoffnung, dass alles anders und besser wird und wir irgendwann sowas wie Urvertrauen besitzen.

Goethe sagte schon "Hoffnung ist die zweite Seele der Unglücklichen." - vielleicht sollten wir einfach alle Hoffnung aufgeben und uns akzeptieren wie wir sind? Ok - Urvertrauen hamm wa nich - aber woher nehmen, wenn nicht stehlen? Das wächst ja leider nicht auf den Bäumen. Gibt es nicht einen Weg, mit diesem "Mangel" zu leben? Wieso bezeichnen wir es überhaupt als Mangel? Hat es auch seine positiven Seiten?

Ich merke, dass ich jeden Tag alles daran setze, tausend Gründe zu finden, warum mich mein Partner im Grunde doch nicht liebt. Und irgendwann aufs korrekte versehentlich daher geredete Stichtwort hin, explodiere ich und schmeiße ihm Sachen an den Kopf um im Grunde nur eines zu tun: ihn zu verjagen und letzten Endes alleine dazustehen.

Das Alleinsein sehe ich in solchen Situationen dann als Rettung an. Ein Ort, an dem mich nichts mehr verletzen kann. Da ich ja allein bin, kann mich auch niemand ad hoc verlassen, den ich selbst doch so bedingungslos liebe.

Ein sehr trauriger Kreislauf.

Ich glaube es wäre sehr hilfreich ganz, ganz am Anfang anzusetzen. Bei der Angst. Sie einfach akzeptieren und als Teil meines Selbst annehmen. Sie nicht fortwünschen sondern als Qualität akzeptieren. Ziemlich schwer.

Verlustangst ist erst dann schlecht, wenn sie in einer Paarbeziehung destruktive Ausmaße annimmt. Wenn ich meinen Partner fortwährend mit Anschuldigungen und Kritik und Zweifeln überhäufe - dann ist das ziemlich destruktiv.



Das hast du sehr schön und vor allem sehr treffend geschrieben Rabeana. Kann ich nur unterschreiben. :blumengabe:

rabeana
28.10.2008, 09:45
Also ich hab mir jetzt endlich mal meinen eigenen Buchtipp "Ich lieb' dich nicht, wenn Du mich liebst. Nähe und Distanz in Liebesbeziehungen." von Dean C. Delis zu Gemüte geführt und ich fand es absolut schockierend, mein eigenes Verhalten dort Wort für Wort und Schritt für Schritt wieder zu finden!

Ich kann es jeden empfehlen, der genau wie ich, nie glauben kann, dass er geliebt wird, und ständig an sich, der Liebe des Partners und an der Zukunft der Beziehung zweifelt.

Ich habe wirklich kein einziges Buch zu diesem Thema gefunden, was so dezidiert, fundiert und treffend den Mechanismus beschreibt, der einsetzt, wenn einer der Partner "liebesbedürftiger" ist, als der andere.

Unbedingt lesen, wenn man sich von diesem Strang hier auch nur im entferntesten angesprochen fühlt. Für mich war es jetzt das heilsamste Buch, seit Jahren.

Schade, dass ich diese Hilfestellung nicht schon vor 20 Jahren bekommen habe. Das hätte ja einiges in meinem Leben verändert!

coyoteugly
28.10.2008, 09:52
Also ich hab mir jetzt endlich mal meinen eigenen Buchtipp "Ich lieb' dich nicht, wenn Du mich liebst. Nähe und Distanz in Liebesbeziehungen." von Dean C. Delis zu Gemüte geführt und ich fand es absolut schockierend, mein eigenes Verhalten dort Wort für Wort und Schritt für Schritt wieder zu finden!

Ich kann es jeden empfehlen, der genau wie ich, nie glauben kann, dass er geliebt wird, und ständig an sich, der Liebe des Partners und an der Zukunft der Beziehung zweifelt.

Ich habe wirklich kein einziges Buch zu diesem Thema gefunden, was so dezidiert, fundiert und treffend den Mechanismus beschreibt, der einsetzt, wenn einer der Partner "liebesbedürftiger" ist, als der andere.

Unbedingt lesen, wenn man sich von diesem Strang hier auch nur im entferntesten angesprochen fühlt. Für mich war es jetzt das heilsamste Buch, seit Jahren.

Schade, dass ich diese Hilfestellung nicht schon vor 20 Jahren bekommen habe. Das hätte ja einiges in meinem Leben verändert!

Hallo rabeana,

inwiefern hilft es dir, dein eigenes Verhalten dezidiert beschrieben zu finden? Nach meiner Erfahrung fühle ich mich dann zwar weniger allein (wenn's schon Bücher darüber gibt, muss es noch mehr Verrückte wie mich geben :freches grinsen: ), aber ich weiß dann in der Regel immer noch nicht, wie ich es dann anders/besser machen kann.

LG

rabeana
28.10.2008, 10:07
na - in dem Buch steht auch genau beschrieben, wie man da raus kommt. Schritt für Schritt! Außerdem fand ich es bemerkenswert, wie ich mich selbst Schritt für Schritt in diesen Mechanismus hineinmanövriert habe! Und dies zu erkennen, empfand ich als eine grandiose Erleichterung. Endlich hört dieses blöde Pathologisieren auf. Ich bin nicht krank - ne - ich bin einfach nur liebesbedürftig und dadurch hab ich unsere Beziehung von Anfang an in ein ziemliches Ungleichgewicht gebracht! Je mehr Liebe ich eingefordert habe, um so mehr hat sich mein Partner zurück gezogen. Dean C. Delis beschreibt das ganze ziemlich klar und deutlich.

Das Gute ist, dass man dann mit diesen Erkenntnissen nicht allein gelassen wird, sondern sehr gute Hilfsmittel an die Hand bekommt, sich selbst da raus zu ziehen. Und auch der Partner, der scheinbar als der "Überlegene" gilt, bekommt Hilfe an die Hand.

Na, jedenfalls ein klasse Buch. Ich kann es echt nur empfehlen. Und zwar wirklich für beide "Parteien" - sowohl die vermeintlich "Überlegenen" an denen gezerrt und gezuppelt wird und die doch einfach nur wollen, dass ihr Partner an die Liebe glaubt und auch die vermeintlich "Unterlegenen" die beständig Beweise für die Liebe einfordern und es dann doch nie glauben, finden genaue Hilfestellungen um ihrer Beziehung das nötige Gleichgewicht zurück zu geben!

coyoteugly
28.10.2008, 20:27
na - in dem Buch steht auch genau beschrieben, wie man da raus kommt. Schritt für Schritt! Außerdem fand ich es bemerkenswert, wie ich mich selbst Schritt für Schritt in diesen Mechanismus hineinmanövriert habe! Und dies zu erkennen, empfand ich als eine grandiose Erleichterung.

Ja, das kann ich nachvollziehen. Wenn man erkennt, dass man aktiv daran beteiligt ist, kommt man aus der Opferrolle heraus, die ja ganz und gar machtlos ist.


Endlich hört dieses blöde Pathologisieren auf. Ich bin nicht krank - ne -

"Krank sein" ist ja auch eine hoffnungslose Position, eine "Opferschaft", aus der man so einfach nicht rauskommt...


ich bin einfach nur liebesbedürftig

Wer ist das nicht?
Wer ist das nicht?


und dadurch hab ich unsere Beziehung von Anfang an in ein ziemliches Ungleichgewicht gebracht! Je mehr Liebe ich eingefordert habe, um so mehr hat sich mein Partner zurück gezogen.

Ich habe festgestellt, dass ich mein Bedürfnis, geliebt werden zu wollen, damit stillen kann, indem ich selbst liebe. Wenn ich das Gefühl habe, dass sich niemand um mich kümmert, dann löst sich das am ehesten auf, wenn ich mich um jemand anderen kümmere.
Daraus habe ich den Schluss gezogen, dass Lieben und Kümmern in mir selbst gelebt werden muss. Es befriedigt mich nicht, wenn mich jemand liebt und sich um mich kümmern will, von dem ich das nicht will. Es kann nicht von außen kommen.

Ich kann sehr gut den Rückzugspart verstehen, wenn jemand von mir Liebe will, denn dann darf ich sie nicht mehr freiwillig geben, sondern soll etwas erfüllen.


Das Gute ist, dass man dann mit diesen Erkenntnissen nicht allein gelassen wird, sondern sehr gute Hilfsmittel an die Hand bekommt, sich selbst da raus zu ziehen.

Es freut mich, dass du da für dich eine praktische Hilfe gefunden hast. :wangenkuss:


sowohl die vermeintlich "Überlegenen" an denen gezerrt und gezuppelt wird und die doch einfach nur wollen, dass ihr Partner an die Liebe glaubt

Ich fände es schon einen überragenden Liebesbeweis, wenn "der andere" sich darauf einläßt.

LG

Raupe
29.10.2008, 12:10
oh man, ich fühle mich einerseits erleichtert und andererseits ertappt.

mir geht es ganz genauso wie euch und ich dachte schon, es gäb nicht viele, die so "bescheuert" sind, wie ich.

ich habe einen tollen mann, unsere geschichte begann wie im film, er hat mir 20x am tag gesagt, dass ich die tollste frau der welt etc. bin und ich konnte alles! nichts war nicht zu regeln, alles gelang, ich hatte unmengen an energie und bin über mich selbst hinausgewachsen.

heute sind wir 5 jahre verheiratet und haben schon lange unseren normalen alltag erreicht. er hat mir mal gesagt, dass er mich auch noch liebt, wo ich genau so fehler wie andere frauen habe und, dass er mich immer wieder heiraten würde, aber er sagt es mir halt nicht mehr jeden tag.

für mich war das anfangs so, als würde jemand die stromversorgung kappen. der alltag war auf einmal ganz schrecklich für mich. ohne diese ständigen liebesbekundungen bin ich fürchterlich abgestürzt. habe ständig daran gedacht, dass er mich sowieso bald verlässt und nur noch aus mitleid mit mir zusammen ist.

ich bin 40 jahre alt, bin mit mir selber bis auf ein paar kleinigkeiten ganz zufrieden und stehe mit beiden beinen im leben und wenn mein mann mir nicht täglich sagt, wie sehr er nur mich liebt, haut es mich völlig aus der bahn - das ist doch schrecklich.

mittlerweile ertappe ich mich manchmal dabei, dass ich abstumpfe und gleichgültiger (?! mir fällt nicht besseres ein) werde.

als würde ich mich in meinem inneren darauf vorbereiten, dass er mich sowieso irgendwann verlässt.

eigentlich führen wir eine sehr gute ehe, wir haben guten sex, ich liebe ihn sehr und wir haben überhaupt keine sorgen, nur trotzdem bekomme ich nicht aus dem kopf, dass er bestimmt irgendwann froh ist, wenn er mich los ist, weil er schon des öfteren genervt die augen verdreht, wenn ich mal wieder frage: "liebst du mich?" er: "ja!" ich: "bist du sicher?" er: "na klar, mein schatz!" (mit bereits verdrehten augen) ich: "wieviel liebst du mich?" :gegen die wand: :gegen die wand: :gegen die wand: so lange, bis er irgendwann sagt, dass ich ihn nerve. und dann kann ich endlich denken: "siehsste, du nervst ihn. er liebt dich wohl doch nicht so dolle :gegen die wand: :gegen die wand: :gegen die wand:

:gegen die wand: ich kann doch nicht alles mit offenen augen vor die wand fahren lassen!

ok, wir haben oft darüber gesprochen und kommen z. z. damit ganz gut klar, aber ist das eine basis um gemeinsam alt zu werden? (ok, er haut ja sowieso vorher ab... :knatsch: )

liebe grüße von der total durcheinanderen raupe

rabeana
29.10.2008, 14:53
Liebe Raupe!

Es lässt sich ganz einfach beschreiben und es ist wahrscheinlich stellvertretend für viele, viele Beziehungen, in denen es einen Partner gibt, der glaubt "weniger geliebt zu werden" und einen anderen Partner, der echt keine Lust mehr drauf hat, etwas immer und immer wieder zu bestätigen, was der andere doch längst wissen müsse!

Folgender Automatismus läuft ab:

&#183; Zwei Menschen verlieben sich ineinander und überhäufen sich mit Liebensbekundungen ohne Ende.

&#183; Einer der Partner ist evtl. der etwas emotionalere, lautere Typ, der redet, wie ihm das Herz auf der Zunge liegt und sagt gerne "ich liebe dich" und hört gerne "ich liebe dich".

&#183; Der andere Partner ist sich seiner selbst und der Liebe sehr sicher. Er wurde im Leben bereits einmal bedingungslos geliebt und das hat sein Vertrauen in sich selbst sehr gestärkt.

&#183; Er braucht keine Liebesbekundungen um an die Liebe zu glauben.

&#183; Die Balance in einer Beziehung wird meistens nach 3 Monaten aus dem Gleichgewicht gebracht. Ganz normal und ohne Berechnung stellte der selbstsicherer Partner seine Liebesbekundungen, die bis dato jeden Tag eintrudelten, langsam ein. Der emotional bedürftigere Typ registriert das sofort und bekommt Angst. Fängt an zu fragen, ob der Partner ihn noch liebe. Sagt es selbst sehr oft um seine Liebe zu untermauern.

&#183; Natürlich müsste der vermeintlich Unterlegene die Liebe auch SO glauben

&#183; Eine ganz natürliche Reaktion passiert: Der Überlegenere versuchte gesunde Distanz zu halten, weil das Misstrauen des Unterlegenen nervt. Er spürte die Bedürftigkeit, die in einer gesunden Beziehung nichts zu suchen hat.

&#183; Im vermeintlich Unterlegenen fängt nun ein natürlicher Vorgang an: durch das Abstandwahren des Überlegenen, entflammt noch mehr Begehren. Der Körper streut extreme Endorphine aus bei einem drohenden Verlust, und eine Art „Existenzkampf im Kopf“ beginnt. Mehr Leidenschaft wird gespürt. Der Partner wird in rosaroten Farben gesehen.

&#183; Angeblich ist es sogar so, dass, falls es gute Gründe für den Unterlegenen gäbe jetzt die Beziehung zu beenden, wäre er vor lauter Endorphinen im Kopf, gar nicht in der Lage dazu, diese klar zu sehen und zu beurteilen!

&#183; Der vermeintlich Unterlegene fängt an tagtäglich seine Liebe zu bekunden und dieses Verhalten wirft den Überlegenen nun in einen Zweispalt. Er wird abgestoßen und angezogen zugleich. Natürlich ist es toll derartig geliebt zu werden. Einerseits müsste er aus so einer Liebe eigentlich fliehen, sobald er aber genügend triftige Gründe gesammelt hatte um Schluss zu machen, übermannt ihn das schlechte Gewissen (evtl. Mitleid) und er kann gar nicht mehr begreifen warum er diese warmherzige und liebende Person verlassen sollte.

&#183; Die Angst, die den Unterlegenen von nun an im Griff hat, lässt ihn immer mehr klammern.

&#183; Die Suche nach gesunder Distanz des Überlegenen und die Forderungen nach größerer Nähe des Unterlegenen, die erzeugen unwissentlich nur noch mehr Leidenschaft. Ein seelischer Kampf entstand, weil ständig das Gleichgewicht überkippt.

&#183; Irgendwann kommt dann vielleicht noch Eifersucht und der Wunsch dazu den Partner ganz für sich alleine haben zu wollen.

&#183; Immer wieder eskalierten die Streitigkeiten. Der Unterlegene wirft dem Überlegenen Kälte und Distanziertheit vor und wirft ihm vor, dass seine Arbeit / Freunde / Hobbys / etc... für ihn wichtiger sind und trifft damit fast ins Schwarze: man darf dies nur nicht so negativ beschreiben. Denn alles was der Überlegene tut, ist, sich in eine gesunde Distanz zu retten! Ganz klar, dass ihm seine Arbeit / Freunde / Hobbys / etc... unter Umständen mehr Freude und Entspannung bieten, die ihm beim unterlegenen Partner nicht mehr zu Teil werden. Zu Hause, das ist gleichbedeutend mit einem klammernden Partner, der nur eines will: ununterbrochen Liebesbekundungen hören und diese dann letzten Endes doch nicht glauben.

&#183; Traurig besonders dabei ist, dass der Unterlegene ständig am Überlegenen zerrte, ihn mit Forderungen noch mehr einkesselt.

&#183; Dass der Unterlegene in einem Kreislauf gefangen ist, den er selbst initiiert habe, ist ihm gar nicht klar. Er selbst kommt sich warmherzig und normal vor und der Überlegene kommt ihm kalt und distanziert vor. Die Realität sieht aber so aus: der Unterlegene ist bedürftig, klammernd, ohne Selbstbewusstsein, der Überlegene versucht nur sich selbst zu retten und höchstwahrscheinlich schwindet mit jedem Streit ein wenig seiner Liebe. Was den Unterlegenen nur noch in tiefere Ängste wirft, weil dieser genau dies spürt.

&#183; Der Unterlegene kann rein medizinisch betrachtet, in diesem Zustand nicht mehr klar denken: er will fliehen, malt den Partner und die Beziehung nur noch in schwarzen Farben aus und hat Angst vor dem Verlust gleichzeitig!

&#183; Typischerweise sieht der Unterlegene in bestimmten Phasen nichts Positives mehr am überlegeneren Partner ... meint abzustumpfen. Will fliehen oder sogar Schluss machen. Obwohl er genau dies NICHT will.

&#183; Sobald einer der Partner andeutet, dass es so nicht mehr weiter geht, oder es evtl. sogar zu einem Bruch kommt, erstrahlt der überlegenere Partner in den Augen des Unterlegenen in ganz neuen positiven Licht.

&#183; Der Überlegene schwankt wahrscheinlich zwischen Erschöpfung, Wunsch nach Ruhe, dem Wunsch danach, dass ihm endlich geglaubt wird und dem Wunsch nach einer Lösung, wie die aussieht, weiß er selbst wahrscheinlich gar nicht mehr.

&#183; Klar ist, dass da zwei Menschen sind, die einfach nur ihr Leben genießen könnten. Die extreme Bedürftigkeit des einen steht dem bisher einzig im Weg.

&#183; Der Unterlegene muss anfangen an das Leben und die Liebe zu glauben.

&#183; Vorwürfe und Schuldzuweisungen müssen aufhören, egal an, an den Partner oder an sich selbst! Beide Partner müssen viel Geduld mit dem anderen und sich selbst haben, um da raus zu kommen!

Raupe
30.10.2008, 08:46
liebe rabeana,

ich bin gerade etwas sprachlos! du hast genau das beschrieben, was es ist.

ich wusste gar nicht, dass ich so sehr in einem schema lebe. dass dieses thema von anderen menschen so genau überdacht, analysiert, durchschaut ist.

wo fange ich an? ich will so nicht weitermachen, ich möchte mit meinem mann zusammen alt werden!

liebe grüße
raupe

rabeana
30.10.2008, 12:12
Liebe Raupe!
(Entschuldige die Listenform, hab kaum Zeit zum Schreiben!!)
Tu dir selber gut!
- schaffe Freiräume für dich
- schare Freunde um dich, mit denen du redest / lachst / Sorgen austauschst / ehrlich bist / Meinungen einholst
- hol dir Selbstbestätigung durch deine Arbeit. Arbeite dort gut und so, dass es dir Spaß macht, du stolz auf dich sein kannst
- erdrück deinen Partner nicht durch Forderungen und Fragen
- bezieh nicht alles auf dich
- wenn sich dein Partner mal zurück zieht, dann deswegen, weil er mal Zeit für sich braucht, nicht, um dich beiseite zu stoßen
- frage dich, ob du dich selbst liebst. Falls nein: warum? Was könntest du tun, damit du dich selbst akzeptierst?
- höre auf damit, auf Liebesbekundungen zu lauern!
- kleide Wünsche nicht in Vorwürfe
- Begegne deinen Mann nicht permanent mit Misstrauen. Das verletzt
- fang an, dir selbst zu glauben, dass du liebenswert bist
- sei selbständig. Mach dir klar, dass du, wenn es hart auf hart kommt, auch perfekt für dich alleine sorgen könntest. Was kann im allerschlimmsten Fall passieren, wenn die schlimmste deiner Vermutungen eintreten würde, nämlich die, dass er dir eines Tages sagen würde "Schatz, ich hab genug. Ich lieb dich nicht mehr" ?
- Wenn das passieren würde, würdest du es zumindest überleben! Erst kämen 6 Wochen Trauer. Dann eine Regenerationsphase und dann irgendwann hättest du sogar wieder Lust auf eine neue Beziehung.
- Aber dein Mann liebt dich. Ihr zwei lebt ein schönes Leben miteinander und das gilt es jetzt zu genießen!

Damit man den schwierigen Teil eines Klavierstücks perfekt beherscht muss man ihn 1700 mal durchgespielt haben, damit er super perfekt sitzt. 1700 Mal um seine Nervenbahnen genau die richtigen Wege gehen zu lassen. Jetzt überleg mal, wieviel Tage im Jahr du damit verbringst, dich selbst klein zu machen oder an der Liebe deines Mannes zu zweifeln, oder Gründe gegen ihn und die Partnerschaft zu finden. Hält sich das im entferntesten die Waage mit den Tagen an denen du gut über dich oder ihn denkst?

Harter Weg. Wir müssen jetzt mal mit diesen 1700 Malen anfangen! Heute ist der erste von 1700 Tagen, an denen du dir selbst verdammt liebenswert vorkommst. Ok? :-)

Raupe
31.10.2008, 09:29
liebe rabeana,

ich kann gar nicht glauben, dass du mir das alles geantwortet hast. du hast ja sooooo recht! woher kennst du mich?
hast du beruflich mit solchen themen zu tun?

vielen vielen vielen dank, ich muss sehr an deine worte denken, habe gestern im bett noch lange überlegt. ich habe deine antwort gestern noch gelesen und fühlte mich total verstanden, war aber nicht in der lage, dir zu antworten, weil ich so verblüfft (?!) war und zudem auch ein problem damit habe, einfach annehmen zu können, wenn MIR jemand so viel so nett schreibt. (ich denke, das ist auch ein großer punkt meines themas)

sei mir nicht bös, wenn ich nicht so toll antworten kann, wie du es tust. ich bin echt nicht auf den mund gefallen, aber es fällt mir sehr schwer zu diesem thema zu schreiben bzw. es zu durchbrechen.

gestern nachmittag habe ich angefangen. also sind es jetzt noch 1699,5 harte tage.

rabeana, ich bin zutiefst beeindruckt von dir und dir sehr dankbar!

liebe grüße
raupe

rabeana
31.10.2008, 09:57
Liebe Raupe!
Hab keine Angst, wenn in den nächsten 1699,5 Tagen mal der ein oder andere Tag dazu kommt, an dem du dir blöd und unliebenswert vorkommst und an dem du wieder nur noch die Brocken hinschmeißen möchtest! Das ist doch alles soooo normal! Wir sind keine Roboter, die immer 100 %ig toll funktionieren. Wir sind Menschen mit Fehlern und Macken.

Ich glaube, man muss einfach wieder lernen die Liebe und sich selbst zu genießen.

Es ist wie beim Essen. Es gibt die zwei Sorten von Essern: die einen, die jeden Bissen abwägen und im Geiste schon die Kalorien zählen, dann doch zu viel oder zu wenig essen, aus Lust oder Frust, und sich nachher totale Gedanken machen, dass sie nun zu viel gegessen haben oder das falsche oder oder oder. Der Spaß am Essen ist komplett weg. Essen ist nicht mehr Genuss, sondern Bestrafung oder Belohnung. Sehr traurig.

Dann gibt es die Esser, die einfach genießen so lange sie hungrig sind. Dann ist gut und sie sind zufrieden und denken kein bißchen mehr über den Essvorgang nach, sondern gehen hin und leben gemütlich vor sich hin.

Ich glaube, Menschen, die ohne Liebesbekundungen nicht mehr leben können, müssen genau wie Essgestörte zu einem neuen gesunden Verhalten finden. Der Vergleich mag zwar an der ein oder anderen Stelle hinken, aber ich glaube in etwa kommt es hin.

So Leute wie wir, die müssen lernen, sich selbst zu akzeptieren. Sich selbst nicht jeden Fehler aufs Butterbrot zu schmieren und demnach auch nicht den Mitmenschen. Wohlwollend mit sich selbst, dem Partner und dem Leben umzugehen - das ist jetzt die große Herausforderung!

Finde da einfach deinen Weg. Ich versuch auch grad meinen zu finden! Schwierig! Aber wir schaffen das.

Raupe
31.10.2008, 10:42
Finde da einfach deinen Weg. Ich versuch auch grad meinen zu finden! Schwierig! Aber wir schaffen das.

Ja, genau! Wir schaffen das!!! :blumengabe: :Sonne: :wangenkuss: :kuss:

Mondschaf
31.10.2008, 10:57
Hallo :blumengabe:

Ich muss sagen, dass ich sehr beeindruckt bin über Deine beiden Postings, rabeana :smile: Ich nämlich auch so eine Kandidatin. Verlustangst und auch noch betrogen worden in der letzten Beziehung. Das hat mir richtig ein Trauma verpasst. Da arbeite ich noch dran. Dennoch bin ich heftig unsicher ob der Liebe meines Freundes. Obwohl ich schon eine Stufe weiter bin als in der, dass ich klammere. Habe da auch sehr viel Stolz in mir. Jedoch treiben mich solche Gedanken oft um. Es ist dann so, dass ich aber das Angstmonster erkenne. Ich merke, wenn es mich packt und wieder so komische Gedanken aufsteigen. Es betrübt mich dennoch und es kann sein, dass es auf mein Verhalten gegenüber meines Freundes abfärbt. Der ist wiederum sehr sensibel und merkt jede meiner Stimmungen.

Danke für Deine wirklich weisen Worte :Sonne:

rabeana
31.10.2008, 11:09
... na ja ... nur meine Worte sind weise - und die habe ich mir aus den besten Postings, von weisen Freunden und aus genialen Büchern zusammen gestellt!! Das was ich fühle steht auf einem ganz anderen Blatt!! Aber langsam kommen diese beiden Dinge ins Lot!! Mein Fühlen passt sich so langsam meinen weisen Worten an ... ein irres Gefühl!!! ;-)

Inaktiver User
31.10.2008, 16:23
Ich glaub' ich kann mir eine Scheibe von Euch abschneiden:

Habe seit vielen Jahren eine Beziehung zu einer Frau, die immer wieder ins Stocken gerät, weil sie sich nicht in mich verliebt und ich auf der anderen Seite keine "Kumpel-Beziehung" zu ihr möchte.
Daraus entwickelt sich eine Abhängigkeit ihrerseits, weil ich mir sicher bin, dass sie mich als Freund will und fühle mich in dieser Rolle überlegen.
Das merkt sie. Sie weiss auch, dass ich mehr will und ist deshalb in Bezug auf mein "Werben" völlig cool.
So geht das mit Unterbrechungen schon ziemlich lange. Meint ihr, dass Eure Punkte (die ziemlich gut formuliert sind - danke!) auch uns in dieser Art Beziehung helfen kann?
Werde mir das Buch jedenfalls kaufen.


PS: bin für 'ne Weile weg und weiss nicht, ob es da easy Internetzugänge gibt.

rabeana
31.10.2008, 22:21
Lieber Drgouda!
Ja, leider keine Ahnung. Alles was ich beschrieben habe ich mein verkorkster Mechanismus, den ich in jeder meiner Langzeitbeziehungen wieder erkannt habe. Wie man ein selbstsicherer Mensch wird, der sich selber liebenswert findet und der sich im gesunden Maß unabhängig von der verbalen Bestätigung vom Partner macht, wie man lernt zu vertrauen, nachdem das Vertrauen schon mal missbraucht wurde: ich glaube, das muss jeder für sich selbst heraus finden. Notfalls hilft nur ein Therapeut (wie bei mir)!

Frenchie
01.11.2008, 20:09
Lieber Rabeana

Vielen Dank für den Vergleich mit dem Essen.

Ich war lange Zeit essgestört, habe Tag und Nacht über "Was habe ich gegessen?, "Was werde ich essen?", "War das richtig, war das falsch?" nachgehirnt.

Es schien mir damals unvorstellbar, dass ich eines Tages einfach nur essen und geniessen, Essen gar vergessen kann und keine Sekunde über mein Gewicht nachdenke. Ich leben inzwischen seit Jahren so, Essen ist kein Thema mehr. Ich esse nach Lust und Laune und zu jeder Tages- und Nachtzeit.

Es hat gedauert, aber es hat funktioniert...
Komischerweise bin ich aber nie auf die Idee gekommen, mir selbst zu sagen: Schau, da hast Du es geschafft, warum nicht auch bei anderen Dingen. Ich habe auch Verlustängste, neige zum Klammern, etc...aber jetzt weiss ich, dass ich es schaffe, dass ich mich "umprogrammieren" kann - wenn ich mir Zeit gebe und Geduld habe.

Danke!

:blumengabe:

Frenchie

SadLisa
02.11.2008, 13:15
Hallo an Euch,
muß mich auch mal mit einschalten, die Gefühle, über die Ihr sprecht, habe ich auch. Massiv im Moment. Das war nicht immer so, in meiner Ehe war alles easy, ich habe meinem Mann vertraut, war kaum eifersüchtig, alles locker. Und es hat geklappt. 8 Jahre lang - dann traf ich einen Mann, der mich massiv anbaggerte, der wollte mich mit Haut und Haaren. Nicht mißverstehen, wir hatten keine Beziehung, aber er höhlte meine Ehe und meine Standhaftigkeit nach und nach aus. Über ein Jahr lang, dann war ich soweit. Ich wollte meinen Mann verlassen. Und genau an diesem Tag ( welche Ironie ) lernte er eine andere Frau kennen, verliebte sich Hals über Kopf und zog mir quasi alles unter den Füßen weg. Schock total und ich stand da. Von meinem Mann habe ich mich ein dreiviertel Jahr später wirklich getrennt, ich konnte ihn nicht mehr ertragen. Dann habe ich keinen Mann mehr an mich herangelassen, war voller Wut und Depressionen, ich weine heute noch manchmal über die schrecklichen Gefühle von damals. Ich habe das alles bis heute nicht verkraftet. Ich war in Therapie, nahm Anti-Depressivum usw. So lernte mich mein heutiger LG kennen, er kämpfte auch lange um mich, baute mich wieder auf, ich konnte mich endlich wieder öffnen. Nun passiert mir aber das gleiche wie Euch. Es ist nun 5 Jahre her und ich denke immer, wenn er mich mal einen Tag mal nicht in den Arm nimmt oder mir sagt, dass er mich liebt, dann bricht eine Welt zusammen und ich bin todunglücklich. Ich hasse mich selbst dafür, kann aber nichts dagegen tun. Ich tue auch solche Sachen wie Ihr, wenn er zu lange bei seinen Kumpels im Garten ist denke ich gleich, ich bin ihm unwichtig geworden. Ich will das "alte" Gefühl von unserer Anfangszeit wieder. Nun stellte es sich vor 2 Wochen heraus, dass er Kontakt zu einer anderen Frau hatte ( ich hab nix mitbekommen), nun ist natürlich alles zu spät. Ganz tiefes Erdloch. Er sagt, da war nichts und wird auch nichts sein, er liebt nur mich usw. Ich glaube ihm das nicht. Schrecklich. Denke immer, jetzt schreibt er ihr sms, emails etc. Mein Vertrauen ist hin und ich brauch immer mehr Liebesbeweise. Wenn die nicht kommen bin ich unglücklich und ziehe mich in mich zurück. Ich will wieder so unbeschwert wie früher sein, aber wie komme ich da hin?

rabeana
02.11.2008, 14:10
Liebe SadLisa!

Genau mit diesen Problemen schlag ich mich ja hier sichtbar im Forum seit geraumer Zeit herum ... man wünscht sich die alte Leichtigkeit zurück. Ich wünsche mir aktuell ein Urvertrauen herbei, das ich wahrscheinlich nie besessen habe!

Was kann man da raten? Es gibt leider nicht DEN Lösungsweg! Finde deinen Weg! Setze den Hebel da an, wo es dir wichtig erscheint ... finde die Gründe heraus, die dich ständig zweifeln lassen und versuche dir einen eigenen Weg zu erarbeiten! Mut, Geduld, Wohlwollen (dir selbst und deinen Mitmenschen gegenüber), Selbstreflektion und noch so vieles mehr spielen da mit rein ....

Also mir persönlich hat ja Frenchies Beitrag total Mut gemacht. Man hat doch schon so viel geschafft im Leben. Warum sollte man es nicht auch schaffen zu einem ganz neuen Selbstwertgefühl zu gelangen?

Mondschaf
02.11.2008, 21:44
So Leute wie wir, die müssen lernen, sich selbst zu akzeptieren. Sich selbst nicht jeden Fehler aufs Butterbrot zu schmieren und demnach auch nicht den Mitmenschen. Wohlwollend mit sich selbst, dem Partner und dem Leben umzugehen - das ist jetzt die große Herausforderung!


Komischerweise bin ich aber nie auf die Idee gekommen, mir selbst zu sagen: Schau, da hast Du es geschafft, warum nicht auch bei anderen Dingen. Ich habe auch Verlustängste, neige zum Klammern, etc...aber jetzt weiss ich, dass ich es schaffe, dass ich mich "umprogrammieren" kann - wenn ich mir Zeit gebe und Geduld habe.

Hallo Zusammen :blumengabe:

Ich muss hier nochmal einhaken, weil ich gern ein praxistaugliches Rezept hätte für die Umprogrammierung. Wenn ich merke bin grad wieder anhänglich und fange an, ihn mit Forderungen einzukesseln (welches Verhalten ich total an mir hasse, bin ja sonst so tough), will ich mich ablenken. Wie macht man das dann konkret? Soll man sich ein Mantra sagen? Mir geht es so, dass ich mich kurzzeitig mit Arbeit oder Lesen ablenken kann, aber die Gedanken schwallen dann doch wieder hoch. Wie kann ich sie bannen?! Bitte, verratet mir, wie ihr das alltäglich hinkriegt :smile:

Ich lebe in einer Fernbeziehung, da geht's ja noch. Wäre er aber dauerhaft hier, würde er ja alles haarklein mitkriegen, oder doch nicht? Setz ich mich damit selber wieder unter Druck und mache mich selbst schlecht?

Danke für diesen wirklich gut reflektierenden Thread :blumengabe:

Joshuatree
03.11.2008, 00:19
Hallo ihr Lieben
ich klinke mich auch mal ein, weil ich mich heute hier so durchlese und diesen Strang interessant finde!
Ich kenne das auch sehr sehr gut.
Die Angst nicht geliebt zu werden!
Also 2 Komponenten sind das:
1. Man nimmt sich viel zu wenig wichtig! (alle anderen Frauen sind schöner hübscher begehrenswerter etc etc.)
2. Man nimmt sich viel ZU ernst! (nur ich alleine habe es so schwer! Mein Mann müsste sich einfach mehr um mich kümmern. Wäre meine Kindheit nur besser gewesen, alles wäre einfacher. Es ist so schwer!)

Wie ihr seht, da kursieren oft 2 Stimmen in einer Frau, die eine viel zu unterwürfig, zu wenig fordernd, zu unsicher, die andere viel ZU fordernd, vermessen etc.

Ich glaube das macht es so kompliziert!

Ich glaube es gibt keinen einfachen Weg heraus. Wenn man schon über sich selbst bescheid weiss, dann hilft mir z. B.Kunst. Ohne sie könne ich nicht leben.
Ich mache Musik, darüber kann ich alles ausdrücken. Ich muss keine Rechenschaft ablegen.
Ich bin wie ich bin, mein Schmerz verwandelt sich in Schönheit, Sehnsucht.
Auch das heilt nicht, aber es macht Sinn, verbindet...
Bewegt euch, schließt euch zusammen mit all denen, die vielleicht noch viel viel mehr leiden.
Neulich war ich in einem Salsa-Cafe. Allen war klar, hier ist die Musik das, was uns verbindet. Wir haben vielleicht kein Geld, kein Glück in der Liebe, vielleicht noch nicht mal eine Aufenthaltsgenehmigung...wir sind unglücklich, enttäuscht, total alleine....aber hier singen alle mit (es haben ein paar Musiker gespielt und alle haben mitgesungen) und man fühlt sich einfach angenommen!

Wo finden wir uns zusammen und singen, tanzen? DA fühle ich mich immer geliebt!
In anderen Kulturen ist sowas ganz normal, ein Katalysator.
Ich kann das sehr empfehlen.
Alleine über das grübeln und denken wird es nicht gehen!:liebe:

rabeana
03.11.2008, 09:22
Liebe Mondschaf!
Du willst das Kochrezept um aus der Grübelschleife zu kommen?
Ich denke Joshuatree hat es bereits perfekt auf den Punkt gebracht und richtig gute Ansätze dargelegt. Du musst deinen eigenen Weg finden! Aber ich kann dich total verstehen, dass du so fragst, denn mir erging es genauso wie dir. Ich hab mich jeden Tag in Gedankenspiralen verfranst, die geistig und körperlich immer anstrengernder wurden. Ich war teilweise echt am Ende und wollte einfach ALLES hinschmeißen!

Also ich kann jetzt nur von mir sprechen. Die Dinge, die mir persönlich geholfen haben:
(bitte entschuldigt die blöde Listenform, hab kaum Zeit zum Schreiben)
- Gespräche mit meinem Therapeuten
- Gespräche mit meiner besten und sehr objektiven Freundin, die mir wöchentlich den Kopf für das wesentliche gerade gerückt hat. Ich bin zu ihr gegangen und hab ihr jeden (!!!) meiner komischen, zersetzenden Gedanken unterbreitet und sie hat ziemlich gut das Für und Wieder dargelegt
- regelmäßiger Sport, der auspowert. Mindestens eine halbe Stunde lang schwitzen
- ein Tagebuch in dem ich mir alles von der Seele schrieb
- mindesens einmal pro Woche eine Verabredung zum Billard / Bowling / Kartenspiel / Kino etc.
- in die Arbeit stürzen und dort die Dinge als erstes erledigen, die man total gerne macht. Merken, wieviel man dort leistet!
- Hobby pflegen (zeichnen, kreativ sein, etc)
- räumlicher Abstand zum Partner, um mich auf mich selbst zu konzentrieren und zu merken, dass ich allein "vollständig" bin und selbständig.

Inaktiver User
03.11.2008, 10:35
Hallo,

ich würde mich hier gerne einreihen.
Ich habe nicht alle Beiträge gelesen, aber in allem was ich gelesen habe, finde ich mich wieder. Es tut gut, zu merken, man ist nicht alleine mit diesem Problem.

Seit gut drei Monaten bin ich, nach längerem Singledasein, mit einem wunderbaren Mann zusammen. Er liebt mich und ich liebe ihn.
Am Anfang war alles wundervoll und leicht, es gab sehr, sehr viele Zärtlichkeiten, wir waren auf Wolke sieben, alles nur rosarot.

Jetzt schleichen sich plötzlich andere Gefühle bei mir ein.
Wir hatten jetzt eine Woche Urlaube, den wir gemeinsam verbracht haben. Auf einmal merke ich, wie ich ihn beobachte, aufpasse wie oft er mir etwas Liebes sagt, wie er mich umarmt, ist es lange genug oder eher oberflächlich, alles Handeln seinerseits wird registriert und analysiert. Furchtbar, ich kann das Zusammensein nicht mehr richtig genießen, vor lauter Aufpassen.

Ich komme mir vor wie ein Faß ohne Boden, egal wieviel er hineinfüllt, es ist nie GENUG.

Letztendlich war ich gestern fast ein wenig froh, als wieder weggefahren ist (wir haben eine Fernbeziehnung) damit ich wieder klar durchatmen kann, ohne eigenen Druck.
Aber das kann es doch nicht sein!?!?!?

Ich will das nicht, ich weiß um seine Gefühle und möchte mich sicher fühlen, ohne ständige Beweise.

Vielleicht gibt es für diese Problematik Bücher?

Danke für´s Lesen,

Wasserfall

Frenchie
03.11.2008, 10:42
Liebe Wasserfall, wenn Dich das Problem so quält, wäre es vielleicht doch gut den ganzen Strang zu lesen, meinst Du nicht?

Erstens sind bereits viele Buchtipps dabei und wenn nicht hier wo dann erfährst Du mehr darüber wie es Anderen geht und was Dir helfen könnte?

Liebe Grüsse
Frenchie

rabeana
03.11.2008, 10:47
Liebe Wasserfall, wenn Dich das Problem so quält, wäre es vielleicht doch gut den ganzen Strang zu lesen, meinst Du nicht?

finde ich auch!! :-)

Liebe Wasserfall!
Unsere ersten Jahren haben ich und mein Partner auch in einer Fernbeziehung gelebt. Es erging mir genauso wie dir!

Hier in diesem Strang und unter http://www.brigitte.de/foren/showthread.html?t=99159 werden ja einige Bücher vorgestellt. Vielleicht ist ja was für dich dabei?

Nach 5 Jahren Beziehung empfinde ich persönlich eine Fernbeziehung als große Chance zum Durchatmen. Mein Partner und ich leben aktuell im Grunde wieder in einer Fernbeziehung und ich merke, dass sich gerade durch den räumlichen Abstand vieles entspannt und sich jeder auf sich aber auch auf die Qualitäten des Anderes besinnt. Hätte man mir dies vor 5 oder 4 Jahren erzählt - geglaubt hätte ich es natürlich nicht. Aber mir zumindest geht es aktuell grad echt so ...

Inaktiver User
03.11.2008, 10:57
Danke für die Buchtipps!!!

Einige davon stehen schon in meinem Bücherschrank....

Was ich auch häufig an mir feststelle, wenn ER mir nicht genügend das Gefühl der Liebe gibt, (was ja meistens der Fall ist) spinne ich "Rachegedanken". Ich will mich ihm entziehen, am Telefon unerreichbar sein, damit er merkt, wie sehr er mich vermisst und liebt....absolut krank, damit würde ich mir doch genauso wehtun....

@Rabeana: Wie oft seht Ihr Euch derzeit?
Und: Kannst Du mit Deinem Partner darüber reden?

fragt Wasserfall

rabeana
03.11.2008, 11:13
@Rabeana: Wie oft seht Ihr Euch derzeit?
Und: Kannst Du mit Deinem Partner darüber reden?


Wir sehen uns 3 wochen lang nicht und dann wieder 2 wochen am Stück!!

Wir können über alles redern! Sind des Redens aber mittlerweile müde ... ;-)
Ich hab gemerkt, dass uns zu vieles Reden über Probleme nicht gut tut. Irgendwann muss man einfach mal Stop rufen!

Inaktiver User
03.11.2008, 11:32
Danke liebe Rabeana!

Kannst Du mir noch einen Tipp geben, wenn ich wieder das Bedürfnis spüre, Liebesbekundungen seinerseits zum x-ten Mal einzufordern, dieses einfach zu unterdrücken?
Wenn ich mir vorstelle einen Mann an meiner Seite zu haben, der so wäre wie ich, ich wäre mehr als genervt...Harte Erkenntnis.

Liebe Grüße von Wasserfall, die sich heute Nachmittag noch ein Buch zum Thema zulegen wird....

Inaktiver User
03.11.2008, 11:40
Hallo Wasserfall,
statt zu unterdrücken (was bei Gefühlen schwierig ist, da diese sich meist doch den WEg suchen, bei mir zumindestens :smirksmile: ):vielleicht hiflt dir auch das Buch /der Ansatz "Aussöhnung mit dem Inneren Kind". Es gibt dazu auch einen Strang hier in der Bricom mit gleichem Titel.
Dann kannst Du Dir selbst die Liebe geben -klingt in der Theorie einfach, ist in der Praxis eine Methode, die immer wieder "mit sich" geübt werden müsste.
Alles Gute:blumengabe:

rabeana
03.11.2008, 11:43
... hm ... vielleicht einfach die Dinge, die du von ihm forderst, dir selber geben? Beispiel: du wartest auf ein "ich liebe dich" und er sagt es nicht.

Du sagst dir selber ganz bewusst: "Mensch. Der heutige Tag war prima. Ganz klar lieben wir uns beide gegenseitig, wegen folgender Gründe ... x y z ... ." (Kleine interne Liste aller positiven Dinge anlegen) ?

Vielleicht haben andere ja noch schönere, konkrete Vorschläge für den "Ernstfall"? :-)

Frenchie
03.11.2008, 11:47
Ich glaube ein wichtiger Teil ist auch Verantwortung für sich selbst zu übernehmen. Nicht der Partner füllt die Leere, der Partner ist nicht veranwortlich, dass wir uns gut oder geliebt fühlen, er ist nicht verantwortlich, dass wir uns nicht einsam fühlen, etc. - denn damit macht man sich völlig abhängig von ihm und daher auch die grosse Verlustangst.

Wenn man selbst die Verantwortung für sein Wohlbefinden übernimmt ist schon mal viel geschafft. Wir sind verantwortlich, dass es uns gut geht und niemand anders...

Ich fand es interessant, dass eine Bekannte mal von ihrem Therapeuten nach Hause geschickt wurde mit der Ansage:

"Lernen Sie erstmal die Verantwortung für sich und ihr Handeln zu übernehmen, denn wenn sie das nicht tun, werden sie immer jemand finden, der Schuld daran ist, dass es Ihnen nicht gut geht....und im Zweifelsfall bin das ich (also der Therapeut). Und dann macht alle Hilfe keinen Sinn."

Frenchie

Inaktiver User
03.11.2008, 11:51
Ja, das finde ich gut! Für Vorschläge aller Art bin ich sehr dankbar.

Eine Frage habe ich noch an Alle:
Habt Ihr das Gefühl euren Parnter mehr zu lieben als er euch?
Oder braucht ihr nur mehr Liebesbezeugungen als euer Partner?

rabeana
03.11.2008, 12:00
Sehr guter Einwand von Frenchie!
Ich bin so ein Fan von konkreten Schritten. Wie könnte man dieses "Verantwortung fürs eigene Wohlbefinden" ganz konkret in den Alltag einbauen?

Situation: du hoffst auf eine Liebesbekundung
Dies könntest du tun: deine aktuelle Situation hinterfragen:

- warum möchte ich jetzt aktuell ein "ich liebe dich" hören?
- wie geht es mir gerade genau? Wie fühle ich mich?
- was erhoffe ich mir durch die Liebesbekundung?
- kann ich selbst irgend etwas tun um mir selbst diesen erhofften Dienst zu erweisen?
- was möchte ich von ihm hören? Könnte ich es mir selber sagen?
- Was genau würde ich jetzt am liebsten hören? Schreib es mal auf!
- Biete dir selbst einen Wunschsatz an.
- Formulier ihn für dich selbst konkret und spüre die Wirkung, die er auf dich hat.
usw ...

rabeana
03.11.2008, 12:04
Eine Frage habe ich noch an Alle:
Habt Ihr das Gefühl euren Parnter mehr zu lieben als er euch?
Oder braucht ihr nur mehr Liebesbezeugungen als euer Partner?
Also bei mir ist es haargenauso wie hier in diesem Beitrag beschrieben: http://www.brigitte.de/foren/showpost.html?p=4957261&postcount=46
Doch Vorsicht! Das kann bei dir und bei anderen ganz ganz anders sein ... alles nicht so bierernst nehmen!


Ein sehr schönes Interview, passend zu unserem Thema, mit einem Paartherapeuten gibt es hier: http://www.gewaltfrei-frankfurt.de/multimindInterview.pdf

Raupe
04.11.2008, 08:16
Ich stelle immer fest, dass ich solche Liebesbekundungen immer dann besonders brauche, wenn's im Job nicht so toll lief oder, wenn wir beide viel Stress und somit wenig Zeit füreinander haben.

Ich brauche irgendwie ständig eine Selbstbestätigung. Wenn mein Mann abends nach Hause kommt und total kaputt vom Job nicht mehr groß reden sondern nur noch fernsehglotzen möchte, denke ich sofort "Toll, der liebt Dich gar nicht mehr! Der nimmt Dich nur zum kochen...!" Wenn er dann nach einer stressigen Zeit so alle drei/vier Monate mal auf die Idee kommt, einen "Männerabend" zu unternehmen, ist der Ofen ganz aus. (Jetzt hat er mal Zeit und die genießt er dann ohne mich...)

Ich habe mittlerweile gelernt, meine Gefühle ganz gut zu verstehen und dem entsprechend dann in den Griff zu bekommen. Das war nicht immer so. Auch wir sind mittlerweile des vielen redens müde. Wir können zwar auch über alles sprechen, aber irgendwann ist das Thema einfach nur noch nervig und es muss gehandelt, statt gelabert werden :zwinker:

Zwischendurch habe ich echt negative Gefühle für meinen Mann entwickelt. Nach dem Motto, wenn der mich nicht so liebt, wie früher, dann eben nicht. Dann wird er schon sehen, was er davon hat. Der weiß mich gar nicht zu schätzen und nimmt mich als selbstverständlich hin, der a**** (so weit war's in mir)

Er hat dann irgendwann mal zu mir gesagt: "Nicht alles, was nicht für Dich ist, ist automatisch gegen Dich!" - das hat mir sehr zu denken gegeben. Ich glaube, dass unser Verhalten auch zwischendurch sehr egoistisch sein kann.

Mein Glück ist, dass meine beste Freundin einen Lebensgefährten hat, der wohl das gleiche Problem hat. D. h. ich kann mir von ihr die andere Seite erklären lassen und sie kann ihn durch mein erzählen besser verstehen.

Aufgefallen ist mir auf jeden Fall, dass ich, wenn ich mir selber gefalle, Sport mache und zufrieden bin, das Gefühl weniger auftritt. Ich nehme es meistens nur, um meine eigene Unzufriedenheit mit mir selber zu kompensieren. Also, ich find mich doof und hab drei bis vier Kilo zu viel und das nervt mich dann und wenn er mir sagt, dass ich die tollste Frau der Welt bin, kann ich mir dann sagen, Du bist trotz der 3 - 4 Kilo toll oder oder oder.

Ganz schön schwierig.

Könnt Ihr auch so schlecht Komplimente und Nettigkeiten von anderen annehmen?

Inaktiver User
04.11.2008, 10:08
Liebe Raupe,

in Deinem Beitrag finde ich mich wieder.

Wenn mir jemand ein Kompliment macht, wiegele ich häufig ab, nach dem Motto: Na so toll ist das nun auch wieder nicht. Also immer eher bescheiden.
Wenn ich das Kompliment annehme, geht eine bewußte, innere Entscheidung voraus, was sich ungewöhnlich anfühlt, aber mir im Nachhinein besser tut.

Liebe Raupe, Du bist ja nun schon länger mit Deinem Partner zusammen, wie war das am Anfang mit der Bestätigung, brauchtest Du diese mehr oder weniger?
Und wenn Du schreibst, Du hast Deine Gefühle mittlerweile im Griff, was machst Du dann konkret?
Z.B. wenn Du das Gefühl hast ihn zum x-ten Mal zu fragen, ob er Dich liebt?

fragt Wasserfall

rabeana
04.11.2008, 10:26
Er hat dann irgendwann mal zu mir gesagt: "Nicht alles, was nicht für Dich ist, ist automatisch gegen Dich!" - das hat mir sehr zu denken gegeben.

Ich glaube, dass ist etwas was wir wirklich, wirklich lernen sollten! Also ich zumindest hatte bis vor kurzem die Tendenz ALLES gegen mich auszulegen. Egal ob mir jemand nun einfach nur kein Feedback auf eine erledigte Aufgabe, einen netten gemeinsamen Abend, oder sonst irgendwas gab - ich war gleich down und hatte Angst, dass ich irgend etwas falsch gemacht haben könnte.

Dieses "sich-selbst-ständig-durchscannen" nach möglichen Fehltritten, dass musste ich mir einfach irgendwann verbieten. Herrgott - ich bin ein Mensch, keine Maschine. Selbst wenn ich mal das Falsche sage, schreibe oder mache - sowas passiert jedem Menschen mal. Wir sind nicht unfehlbar.

Und mein Angst ist in fast allen Fällen unbegründet. Und selbst wenn die Angst vor eigenen Fehler nicht unbegründet ist und man mal das komplett Falsche gesagt, getan oder geschrieben haben sollte - wirkliche Freunde messen einem nicht an den Fehlern! Gute Freunde haben Verständnis und legen deine Handlungen wohlwollend aus. Das ist etwas, was ich lernen musste.

Ich selbst hatte früher die Tendenz meinem Partner mit stetem Misstrauen zu begegnen und jedes Wort auf die Goldwaage zu legen und irgendwie habe ich es geschafft, alles als Affront gegen mich auszulegen. Eben auch, wenn er etwas nicht sagte, wie "ich liebe dich". Ganz übel und sehr traurig!

Wahrscheinlich tat ich das, weil ich mich selbst so kritisch beäugte. Und es war wahrscheinlich Teil meiner Depression, die jetzt grad dabei ist abzuklingen. Das zusätzlich fühlt sich sehr befreiend an.

Für den Anfang hilft es wohl, sich gedanklich "Stop" zuzurufen und sich abzulenken. Später merkt man dann, dass man mal wieder anfing sich in unnötigen Gedankenspiralen zu verfransen.

Übrigens kann ich persönlich ja mit Komplimenten und Nettigkeiten sehr gut umgehen. Mit nix kann man mir meinen Tag mehr versüßen als mit einem Lob. Das ist ja dann die Krux: wenn es mal ausbleibt, war ich früher down. Ich hab immer auf Lob von außen gewartet und nie einfach mal mich selbst gelobt und dufte gefunden! Das hab ich jetzt einfach mal angefangen: ich lob mich selber!

Und wenn ich merke, ich bin für den ein oder anderen Menschen auch mal unbequem und scheinbar "fehlerhaft", dann lerne ich damit ebenso zu leben. Denn davon, dass man mal aneckt oder tatsächliche Fehltritte begangen haben sollte, geht die Welt echt nicht unter! Dieser Meinung war ich tatsächlich früher.

Das alles muss für "normale" Menschen echt verquer klingen! Wahrscheinlich wundern sich hier alle anderen User über meine merkwürdigen Beiträge. Aber - nun gut - nicht umsonst, steht dieser Strang unter "Ängste, Panik, Phobien" ... ;-)

Raupe
04.11.2008, 11:49
Also zu den Komplimenten bzw. dem positiven Feedback generell muss ich unterscheiden. Mich hält es auch einige Zeit oben, wenn ich positive Resonanz erhalte - ich brauche das sogar ganz dringend. Allein der Moment des Annehmens fällt mir sauschwer, aber wehe es bleibt aus - das ist mir dann auch nicht recht... :ooooh: :knatsch: (wenn ich das so lese, komme ich mir völlig beknackt vor)

Wasserfall, am Anfang unserer Beziehung war das so, dass mein Mann mir wirklich zigmal am Tag persönlich oder per SMS gesagt hat, dass ich die tollste, beste, schönste, meistgeliebte und überhaupt absolute Überfrau der ganzen Welt bin. :Sonne: :Sonne: :Sonne: Ich habe das aufgesaugt wie ein Schwamm, zumal er eigentlich nicht der Typ ist, von dem ich das vermutet hätte. (Wären diese Äusserungen von einem Mann, der in meinen Augen ein Klammeraffe und Weichei ist, gekommen, ich wäre ganz schnell weggelaufen).

Nach ca. 1 1/2 Jahren war das Ganze dann soweit "veralltagt", dass mein Innerstes langsam anfing Entzug zu spüren und Rabatz zu machen. Mein Mann argumentierte dann mit "Es kann nicht jeden Tag Sonntag sein!" und hat mich mal mit diesem Spielzeug aus Kindertagen verglichen, wo man einen kleinen weißen Ball in so einem kleinen Gitterkörbchen nach oben pusten muss und sobald man aufhört zu pusten, stürzt der Ball ab. Er meinte damals, ich kann doch nicht den ganzen Tag pusten, damit Du nicht abstürzt. Das mußt Du selber irgendwie schaffen...

Noch ein Jahr später war es zwischendurch ganz schlimm, er ist regelrecht sauer geworden, wenn ich versucht habe auf hinterhältige Art an Liebesbekundungen seinerseits zu kommen. Soll heißen, ich habe ihm z. B. SMS mit "Ich liebe Dich" geschickt und er hat mir auf den Kopf zugesagt, dass ich das nicht tue, weil mir gerade danach ist und ich das gerade fühle, sondern damit er mir antwortet: "Ich Dich doller!". Und mit dieser Vermutung hatte er ganz klar Recht. Wenn er dann nicht, wie von mir erwartet, geantwortet hat, war für mich der Tag im Eimer. Ich hatte große Verlustängste und schlechte Laune. Es war fürchterlich.

Mittlerweile überdenke ich dieses Schema, wenn es auftaucht. Frage mich ganz bewusst, warum ich das jetzt tue. Ob ich seinetwegen liebe Worte sage oder, weil ich welche hören möchte.

Manchmal frage ich ihn, ob er mich liebt und sage gleich "das muss jetzt sein" hinterher. Er grinst dann und antwort ganz lieb. Mach ich dann weiter, verzieht er das Gesicht und sagt nix mehr, ich muß dann auch lachen und sag ihm, dass er ja Recht hat...

Ich denke/hoffe, dass wir aus dem Allergröbsten raus sind. Das soll aber nicht heißen, dass es morgen nicht wieder anders sein kann, wenn mich eine unvorhergesehene Sache aus dem Gleichgewicht bringen würde.

Wenn er mich wegen irgendetwas anranzt, nehme ich das immer sehr persönlich und wenn wir mal richtig streiten, denke ich immer, dass er sich jetzt bestimmt scheiden lassen will. Aber dann sage ich mir selber STOP! Wenn er Dich deswegen verlassen würde, willst Du ihn sowieso nicht mehr haben! - und dann komm ich langsam wieder runter.

Ich zwinge mich also - mittlerweile immer weniger - etwas zu unterlassen und vorher darüber nachzudenken und merke, dass das mit der Zeit immer leichter fällt.

Sorry, wenn ich so viel geschrieben habe - ich hoffe, das war jetzt nicht so ganz doll wirr.

:wangenkuss:

rabeana
04.11.2008, 12:03
Liebe Raupe!
Also ich fand das weder zu viel noch zu wirr! Für mich macht das alles totalen Sinn!

Dein Mann scheint echt klasse zu sein! Und er hat einen tollen Vergleich gebracht:


Mein Mann argumentierte dann mit "Es kann nicht jeden Tag Sonntag sein!" und hat mich mal mit diesem Spielzeug aus Kindertagen verglichen, wo man einen kleinen weißen Ball in so einem kleinen Gitterkörbchen nach oben pusten muss und sobald man aufhört zu pusten, stürzt der Ball ab. Er meinte damals, ich kann doch nicht den ganzen Tag pusten, damit Du nicht abstürzt. Das mußt Du selber irgendwie schaffen...

.... ziemlich treffende Beschreibung ... das Pusten müssen in der Tat, wir selbst nun mal machen! :Sonne:

Inaktiver User
04.11.2008, 12:05
Danke liebe Raupe,

Du kannst gar nicht zuviel schreiben, ich sauge jedes Wort auf.... ;-)

Wir stehen ja noch am Anfang der Beziehung und ich hoffe, wenn ich mich gleich anfangs aktiv mit diesem Problem auseinandersetze, nicht in solche Verlustängste zu kommen.

Wenn wir kleinere Auseinandersetzungen haben, bin ich auch gleich in großer Angst, er könnte jetzt die Beziehung beenden, dann muss ich sehr aufpassen, dass ich nicht alles unter den Teppich kehre, um eine Scheinharmonie aufrecht zu erhalten.

Als Kind konnte ich mich der Liebe meiner Eltern nie wirklich sicher sein, sie haben Bedingungen dran geknüpft. Später musste ich noch ein paar schwerwiegende Trennungen verkraften. Vielleicht bin ich was Verluste angeht, traumatisiert und bin deshalb so klammerig.
Nun gut, das ist die Erklärung, aber wie geht die Umsetzung ist jetzt mein Thema und da bin ich dankbar für alle Erfahrungen außerhalb...
Ich habe mir jetzt das Buch bestellt, "ich liebe Dich nicht, wenn Du mich liebst".

Ich schaffe das - wir schaffen das.

rabeana
04.11.2008, 12:17
Liebe Wasserfall!
Ich kann deine Ängste sehr gut verstehen! Ich hatte früher auch nach jedem Streit Angst, dass mein Partner nun endgültig abhaut ... ich selbst komme mir mittlerweile etwas doof vor, dass mit blöden Kindheitserfahrungen zu begründen, aber es ist wohl so: in meiner Kindheit war es einfach so. Sobald ich unbequem wurde, wurde ich in der Tat für Jahre abgeschoben und war ich mal zu Hause, konnte ich beobachten, wie auch jeder Lebenspartner flott ausgetauscht wurde, der meiner Mutter zu unbequem wurde. Das sitzt wohl tief und man hat da ein ganz blödes Rollenmuster vorgelebt bekommen. So blöd das klingt, aus dem Mund einer 40-jährigen: Ich habe permanent Angst, dass alle Menschen, die mich umgeben so wie meine Mutter sind, die immer sofort weglief oder Leuten die Freundschaft aufkündigte, wenn diese unbequem wurden, oder sich nicht so verhielten, wie sie es gefordert hat.

Schade, dass ich diese Programmierung erst so spät erkenne. Denn ich hab mich in meinem erwachsenen Leben eigentlich mit sehr integeren, ehrlichen Leuten umgeben, die auch am Ball bleiben, wenn ein harter Wind weht im gemeinsamen Leben! Ich könnte mich locker entspannen ... tu / tat es aber scheinbar nie wirklich ...

Inaktiver User
04.11.2008, 12:28
Rabeana :wangenkuss: ,

ich kann Dich sehr gut verstehen!!!
Ich mag auch nicht mehr länger in der Kindheit wühlen, aber zum Verständnis für sich selbst, ist es manchmal einfach nötig...

Vielleicht schade, dass Du die Programmierung spät erkennst, aber gut, dass jetzt und nicht erst in zehn Jahren.

Was ich merke, dass ich aus der Distanz (es sind 200 km zwischen uns) viel gelassener sein kann, das verwundert mich umso mehr...:wie?:

Raupe: Die Verhaltensweise, ein "Ich liebe Dich" kundzutun, nur um wieder eins zu ernten kenne ich auch sehr gut....Aber machen das nicht alle Menschen ab und an....????

Raupe
04.11.2008, 13:19
Wasserfall, es kann gut sein, dass "normale" Menschen das vielleicht auch hin und wieder mal tun, aber wenn man so drauf ist, wie wir es sind, sollte man es lassen. Wenn ein Nichtraucher auf einer Party mal eine qualmt, hat er am nächsten Morgen einen dicken Kopf und denkt "nie wieder!", wenn ein Ex-Raucher auf der Party auch eine raucht, kann es sein, dass er wieder anfängt, oder? Also ich versuche, das komplette Muster zu druchbrechen und gar nicht erst anzufangen mit: das tun andere doch auch...

Ich komme mir auch immer wie ein Psychopath vor, wenn ich anfange in der Kindheit zu wühlen, aber Tatsache ist, dass meine Eltern nie Zeit für mich hatte, sich nicht groß für mich interessiert haben und sämtliche Zuwendungen an irgendwelche Bedingungen geknüpft waren.

Als ich 11 war, haben sie sich dann getrennt und ihren geistigen Schutt bei mir abgeladen. Das versuchen sie heute noch zwischendurch, aber darauf reagiere ich sehr gereizt - was auch nicht immer richtig ist - weil mich aufregt, dass sie alles verdreht haben. Schließlich bin ich das Kind und hätte vielleicht mal ihre Hilfe gebraucht und nicht umgekehrt.

Meinen Eltern bin ich immer nur "aufgefallen", wenn ich ihre an mich gestellten Aufgaben erledigen sollte oder wenn ich aus der Reihe gefallen bin. Ich glaube, deshalb war ich in der Pubertät so ziemlich das, was andere Eltern "schlechter Umgang" genannt hätten.

Heute mit 40 versuche ich halt ganz massiv, dieses Verhalten abzustellen.

Wenn mein Mann sich nicht ausreichend um mich kümmert, bin ich entweder totunglücklich oder breche einen Streit vom Zaun.

Beides ist völlig klar zu erkennen. Die Absicht ist, Aufmerksamkeit zu erlangen und nach oben gepustet zu werden.

Also, die Theorie haben wir alle voll drauf :blumengabe: , die Praxis ist do schon etwas schwieriger :smile:

Manchmal habe ich übrigens im stillen Kämmerlein auch darüber nachgedacht, ob ich meinen Mann noch liebe, wenn ich mit mir fertig bin und das Problem gelöst haben sollte. Vielleicht hab ich mich ja nur in das ständige nach oben pusten verliebt... ?!

...aber das ist ein Thema, das ich lieber nicht weiter durchleuchte. Wenn es so sein sollte, werde ich es dann merken.

Inaktiver User
04.11.2008, 13:32
Liebe Raupe,

wann hast Du das Gefühl, dass Dein Mann sich ausreichend um Dich kümmert? Was muss er dafür tun und wie lange hält dann das Gefühl bei Dir an?

fragt Wasserfall :blumengabe:

Raupe
04.11.2008, 13:56
Gute Frage :ooooh:

Nun ja, das ist gar nicht so einfach zu beantworten.

Ich habe das Gefühl, wenn er sich geduldig meine Probleme im Job anhört, obwohl er selber einen harten Tag hatte. Oder wenn wir uns bei einem Kaffee generell unterhalten, obwohl er von morgens 5:45 bis um 16:00 Uhr unterwegs war und um 17:00 uhr wieder los muss, weil er bis 21:00 Uhr nebenbei noch ein paar Reitstunden gibt. Oder wenn er mir in seiner wenigen Freizeit geduldig Unterricht gibt, statt nach Hause zu fahren und sich auf die Couch zu legen. Oder wenn er im Auto seine Hand auf mein Knie legt und mir kurz zuzwinkert. Oder wenn er zum Einschlafen Löffelchen liegen will oder oder oder.

Es sind einfach unterschiedliche Situationen. Manchmal ist es auch nur ein "im-vorbeigehen-über-die-wange-streicheln", das mich eine ganze Zeit oben hält.

Die Zeit, die es anhält richtet sich nach meinem persönlichen Befinden. Je besser ich mich finde um so weniger mache ich mir überhaupt Gedanken darüber, wie diese Situation gerade zu bewerten ist. Es ist dann manchmal ganz normal, ich genieße kurz den Augenblick und seziere ihn dann nicht anschließend. Wenns mir also richtig gut geht und ich kurz mal selbst mit mir zufrieden bin, lebe ich wahrscheinlich für diese Zeit, wie ein normaler Mensch und nehme nette Dinge einfach nur an ohne darüber nachzudenken und ohne Bewertung.

Gut dass wir alles aufschreiben. Beim schreiben kommen manchmal ganz gute Erkentnisse. Also, ich glaube nicht, dass man sagen kann, wie lange das Gefühl "danach" anhält, weil man normalerweise keine Bekundungen für seine eigene Liebe braucht und, weil man normalerweise auch nicht anderleuts Bekundungen misst, sondern nur genießt für den Moment in dem sie da sind.

Oder? :wie?:

Das war aber jetzt bestimmt wirr :freches grinsen:

rabeana
04.11.2008, 15:13
Also, ich glaube nicht, dass man sagen kann, wie lange das Gefühl "danach" anhält, weil man normalerweise keine Bekundungen für seine eigene Liebe braucht und, weil man normalerweise auch nicht anderleuts Bekundungen misst, sondern nur genießt für den Moment in dem sie da sind.

Ja - dieses "Bemessen" ist ganz schlecht, weil es im Grunde immer ein Vergleichen, Hoffen und Abwägen beinhaltet ...

Wir sind wie Leute die am Hungertuch nagen und sich nie sicher sein können, ob morgen wieder Essen auf den Tisch kommt. Ich habe gehört, dass Leute, die in frühester Kindheit unter Existenzängsten leiden mussten, diese Existenzangst nie wieder ablegen, selbst wenn sie später mal sehr viel Geld verdienen.

Tja ... und wir müssen jetzt mal dieses Angst ablegen, dass morgen schlagartig all die Menschen um uns herum weg sein könnten, die wir lieben und schätzen! Nichts anderes bringt uns dazu so merkwürdig zu sein!

Mondschaf
16.11.2008, 17:23
Liebe Mondschaf!
Du willst das Kochrezept um aus der Grübelschleife zu kommen?
Ich denke Joshuatree hat es bereits perfekt auf den Punkt gebracht und richtig gute Ansätze dargelegt. Du musst deinen eigenen Weg finden! Aber ich kann dich total verstehen, dass du so fragst, denn mir erging es genauso wie dir. Ich hab mich jeden Tag in Gedankenspiralen verfranst, die geistig und körperlich immer anstrengernder wurden. Ich war teilweise echt am Ende und wollte einfach ALLES hinschmeißen!

Liebe Rabeana,

danke für Deine Zeilen und sorry, dass ich erst jetzt antworte :blumengabe:

Ich hatte letztens mal wieder so eine Phase. Weißt Du, ich habe meine Ängste aber nicht verdrängt, sondern sie zugelassen. Das hab ich vorher nicht gemacht. Wenn diese Gedanken kommen, dann spiele ich sie durch bis aufs letzte. Das klingt wie Selbstgeißelung. Ich habe sie angesehen und angehört. Habe sehr gelitten, aber ich hoffe, dass ich in der Verarbeitung ein Stück weiter gekommen bin. Jedenfalls hab ich ein Gefühl der Befreiung hinterher gemacht und das Ganze kam mir nicht so "geflickt" vor, sondern durchdrungen und heilend.

Wenn ich viel zu tun habe, dann kommen sie meistens auch nicht. Aber ablenken, wenn sie da sind, das funktioniert nicht bei mir. Meistens ist das wie ein auf Eis legen.

Ich fand Frenchies Ansatz mit dem Essen auch sehr interessant. Ständig kommen mir neue Gedanken dazu, wie ich das auf meine ebenfalls vorhandenen Essstörungen ummünzen kann. Wobei ich diese Macke beim Essen einfach liebevoll akzeptiert habe. Es ist nunmal so bei mir. Ich versuch nichts mehr zu ändern.
Ebenso versuch ich mit den Gedankenspiralen zu verfahren. Sie sind da, und wenn ich sie zulasse, dann sieht mein inneres Kind irgendwann, dass diese "Gefahr" nicht mehr real ist, sondern nur aus der Angst resultiert.

Vielleicht ist das ein Ansatz?

Liebe Grüße an euch alle und seid umarmt,
Mondschaf