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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : "notfallknopf" - erfahrungen und empfehlungen?



rofl
14.10.2008, 17:40
ich bin auf der suche nach einem konzept für eine ältere, kranke dame, die alleine lebt und im notfall schnell und ohne telefon hilfe holen können soll.
es gibt doch so notfallknöpfe, die in eine zentrale (drk, malteser, andere?) gehen.

welche anbieter, konzepte dazu kennt ihr und habt ihr mir einem solchen erfahrung?

danke!

Nocturna
14.10.2008, 18:37
Meine Eltern leben in einem betreuten Wohnen-Objekt und sind an ein 24-Stunden-Notrufsystem des Roten Kreuzes angeschlossen. Das funktioniert übrigens auch von jeder Wohnung aus, die einen Telefonanschluss hat.

Das Notrufsystem ist sehr überzeugend. Es gibt ein Grundgerät, ähnlich einem Anrufbeantworter und einem mobilen Sender, den man am Arm oder an einer Halskette tragen kann. Im Notfall drückt Frau oder Mann einfach den Knopf und es meldet sich rund um die Uhr, 365 Tage im Jahr sofort die Zentrale. Die Zentrale hat die Krankengeschichte des Patienten vor sich liegen und versucht nun über das Grundgerät Kontakt zu bekommen, es ist quasi eine Wechselsprecheinrichtung mit guter Qualität, die in einer Wohnung relativ weit reicht.

Wenn der ältere Mensch am Boden liegt und noch reden kann, kann die Zentrale eventuell mit ihm Kontakt aufnehmen. In den überwiegenden Fällen braucht es keinen Notarzt, denn die meisten älteren Menschen können sich nur nach einem Sturz nicht mehr selber aufrichten. Die Zentrale verständigt statt des Notarztes also einen Bereitschaftsdienst vom Roten Kreuz.
Bekommt die Zentrale keinen Kontakt zur Rufperson wird sofort der Notarzt hingeschickt. Das relative kleine mobile Rufgerät ist übrigens wasserdicht und sollte auch beim Duschen getragen werden und der Knopf ist versenkt, dass die Fehlalarme möglichst gering gehalten werden können.

Das Grundgerät will zweimal pro Tag ein Lebenszeichen. Dazu muss der ältere Mensch innerhalb eines definierten Zeitrahmens einen bunten auffälligen Knopf drücken. Das ist die „ich lebe“ Taste. Vergisst man es, kommt erst ein paar Mal ein Rufsignal zur Erinnerung. Meldet sich keiner, ruft die Zentrale an beim Senior an, erfolgt keine Reaktion, Notarzt. Macht der Senior Urlaub oder ist länger außer Haus, kann er einen anderen Knopf drücken, der ihn für bestimmte Zeit von dieser Funktion befreit.
Die Grundgerät macht auch täglich einen Funktionscheck, prüft die Leitung und das Gerät. Erfolgt keine Rückmeldung, wird nachgeforscht.

Ich kann dieses System nur loben. Es funktioniert tadellos. Als meine Eltern eine Telefonstörung im Haus hatten, war es die Notrufzentrale, die das Problem zuerst bemerkte, als der Funktionscheck negativ war. Auch der Rückruf kommt prompt, als meine Eltern einmal den „ich lebe“ Knopf vergessen hatten.

Der Radius des Senders ist auf ein 1-Fam- Haus mit Garten begrenzt, beim Spaziergang um die Häuser oder beim Einkaufen ist er also nicht zu gebrauchen. Kosten kann ich dir leider nicht nennen, da es in den Kosten des Betreuten Wohnens integriert ist. Das Gerät ist Gold wert und für alleinstehende, nicht mehr gesunde Personen unverzichtbar. Ich hoffe, ich konnte etwas helfen.

rofl
16.10.2008, 20:15
Ich hoffe, ich konnte etwas helfen.

das hast du! danke.

Jenufa
17.10.2008, 15:55
Mein Schwiegervater hat ein einfacheres System: Nur einen Notfallknopf, den er wie eine Armbanduhr trägt. Meines Wissens kommt da gleich der Notarzt, auf jeden Fall hat ihm der Knopf schon mal das Leben gerettet, als es ihm schlecht ging und er ihn drückte. Als der Notarzt eintraf, war er schon nicht mehr bei Bewusstsein. Die Zentrale hat aber einen Schlüssel, so dass er trotzdem in die Wohnung kam und hat danach uns informiert, das hat alles funktioniert wie es sollte.
Ich weiß aber leider nicht, wer in diesem Fall der Betreiber ist.