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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Warum steht der Mais noch auf dem Feld?



Fussl
08.10.2008, 10:14
Hallo zusammen,

ich wohne direkt am Feld und schaue täglich über die Lande :freches grinsen: und frage mich, warum der Mais denn in diesem Jahr so spät (jedenfalls kommt es mir so vor) noch nicht reingeholt ist???

Unser Bauer holt alle paar Wochen mal ein paar Maisbahnen rein, der Rest bleibt draussen und sieht - jedenfalls für mich als Laie - völlig vertrocknet aus.

Warum macht er das?

Für mich war der Sommer immer dann zuende, wenn der Mais reingeholt wird. Kommt es mir so vor oder ist das alles in diesem Jahr recht spät? Sieht das in anderen Regionen der Republik anders aus (bin hier aus dem Süden)?

Fragen über Fragen :ooooh: ....

LG
Fussl

Blondine
08.10.2008, 10:51
späte Sorte ??? manche kann man bis November stehen lassen ...

der Bauer erntet und verfüttert frisch nur evtl nach Bedarf und seine Viecher fressen halt nicht mehr ???

Bauer faul, krank oder überarbeitet ???

sein Silo ist noch voll ... die Silage muß man ja auch irgendwo unterbringen ..

Schädlinge sind drin ... Krankheite ... Fäule ... schlechte Qualität .. der Mais läßt sich nicht gut verwenden oder verkaufen .. soll nicht auch noch kosten???



oder auch:

Wildacker ... evtl. soll der Mais die Wildsauen locken ...
die holen sich den Mais auch gerne noch im Winter ...



Gruß, B.

canislupa
08.10.2008, 10:57
Bei uns (Rheinebene) wird der Mais oft erst in November geerntet.

heartbroken
08.10.2008, 10:58
Kennst du den Bauern? Dann frag ihn doch mal (ernst gemeint). Diejenigen, die ich kenne, sind immer superglücklich, wenn sich jemand für ihr Fach interessiert :freches grinsen:


Auf die Mais-Frage habe ich leider auch keine Antwort. :blumengabe:

Fussl
08.10.2008, 13:08
Kennst du den Bauern? Dann frag ihn doch mal (ernst gemeint). Diejenigen, die ich kenne, sind immer superglücklich, wenn sich jemand für ihr Fach interessiert

Nee, ich kenne ihn nicht. Aber der wird mich kennenlernen :freches grinsen:.

Auf die Idee, ihn zu fragen, bin ich noch gar nicht gekommen *kopfschüttel*. Werd ich nachholen, denn die Frage interessiert mich doch schon sehr....

heartbroken
08.10.2008, 14:24
Sagst du dann hier Bescheid? Mich würd's auch interessieren. :blumengabe:

Fussl
08.10.2008, 15:02
alles kar :zwinker: :lachen: :smile:

Inaktiver User
08.10.2008, 16:39
Eine mögliche Erklärung hätte ich:

Der Mais wird oft absichtlich stehen gelassen, um dem Wild im Winter Nahrung zu bieten.

Zumindest hier in Ö. Betrifft meist einzelne Streifen am Rand. Vielleicht will man gezielt den Wildbestand fördern?

Das macht allerdings nur dann Sinn, wenn der Mais über den Winter stehen bleibt, jetzt gibts ja noch für alle Wildtiere genug zu fressen.

Inaktiver User
08.10.2008, 16:42
Nee, ich kenne ihn nicht. Aber der wird mich kennenlernen :freches grinsen:.

Auf die Idee, ihn zu fragen, bin ich noch gar nicht gekommen *kopfschüttel*. Werd ich nachholen, denn die Frage interessiert mich doch schon sehr....
...wieso, ist doch der direkte Weg, deine Frage zum Nachbarsfeld erst einmal bei bricom einzustellen. Nach Paris kommt man auch über Rom. Wenns dann immer noch nicht den Kick hat, mit einem Zwischenstop in Polen...

Margali62
08.10.2008, 16:50
Hier (südl. Ruhrgebiet) fangen sie jetzt an. Ich weiß aber, dass im Hunsrück z.B. immer viiiiel später gemäht wird. Dort mähen Lohnmäher und irgendwie kriegen die das nicht so auf die Reihe.

Margali62
08.10.2008, 16:52
späte Sorte ??? manche kann man bis November stehen lassen ...

der Bauer erntet und verfüttert frisch nur evtl nach Bedarf und seine Viecher fressen halt nicht mehr ???

Bauer faul, krank oder überarbeitet ???

sein Silo ist noch voll ... die Silage muß man ja auch irgendwo unterbringen ..

Schädlinge sind drin ... Krankheite ... Fäule ... schlechte Qualität .. der Mais läßt sich nicht gut verwenden oder verkaufen .. soll nicht auch noch kosten???



oder auch:

Wildacker ... evtl. soll der Mais die Wildsauen locken ...
die holen sich den Mais auch gerne noch im Winter ...



Gruß, B.


Glaube ich jetzt mal gar nicht. Der Jäger ( = Pächter) muß dem Bauern diesen Wildschaden mit teuren Euronen bezahlen!

Inaktiver User
08.10.2008, 16:57
Glaube ich jetzt mal gar nicht. Der Jäger ( = Pächter) muß dem Bauern diesen Wildschaden mit teuren Euronen bezahlen!


Ist aber so.

Bauern sind oft auch Jäger oder Pachtgeber.

Nadine2
08.10.2008, 17:05
Im Prinzip kann man den Maisanbau in 2 Kategorien einteilen:

In den "Grünmais" der komplett, also mitsamt der unreifen Körner verfüttert oder zu Silage (geschredderte Mischung) verarbeitet wird.

Die "klassische" Maisernte, also nur der Körner, bedingt ein Austrocknen der Halme (vergleichbar mit Weizen). Die Körner haben dann fast keine Restfeuchte mehr und können nach der Ernte direkt zu Endprodukten (Gries, Popkorn, Mehl etc.) verarbeitet werden und sind SEHR lange haltbar.

Margali62
08.10.2008, 17:10
Ist aber so.

Bauern sind oft auch Jäger oder Pachtgeber.


Jagden i. Deutschland sind meistens genossenschaftliche Reviere. Eigenjagden müssen 75 ha groß sein.
Der Pächter zahlt den Wildschaden, nicht der Verpächter.
Zumindest im Westen sind die meisten Jagdreviere an "Fremde" verpachtet - für viel Geld.

Inaktiver User
08.10.2008, 17:20
Möglich, daß es bei "Euch" anders ist.

Viele meiner engsten Freunde sind Jäger, ich kenn auch viele Bauern, als Reiterin ist es gut, mit beiden Parteien in guten Kontakt zu bleiben.

Insofern ist das zumindest bei "uns" gängige Praxis.

Die Jagden hier sind entweder privat verpachtet (Bauern), oder es sind die Bundesforste Pachtgeber (ehemalige "Herrschaftswälder"), oder die Reste der habsburgerischen Familie (also deren Privatvermögen, das nicht vom Staat eingezogen wurde, d. h. sie haben damals auf die Thronfolge verzichtet und durften bleiben) - letzteres war so z. B. dort, wo meine Eltern ein Ferienhaus hatten.

Da mich das alles interessiert und ich auch immer wieder liebäugle, den Jagdschein zu machen (nicht um zu schießen, oder eine Waffe zu führen, das kann und darf ich so auch, Tiere würd ich eh nicht schießen wollen). Mich interessiert das Wissen und die Geschichte, und daß ich dürfte, wenn ich wollte. Da bin ich ein bissi kompliziert.

Margali62
08.10.2008, 17:30
Jetzt bin ich aber neugierig! Wieso darfst Du schiessen und eine Waffe tragen ohne Jagdschein ?!

Mach mal den Jagdschein. Kann ich nur empfehlen!

Inaktiver User
08.10.2008, 17:43
Jetzt bin ich aber neugierig! Wieso darfst Du schiessen und eine Waffe tragen ohne Jagdschein ?!

Mach mal den Jagdschein. Kann ich nur empfehlen!


Gibt ja noch den guten alten Waffenpaß und die Besitzkarte. Ich schieße sehr gerne gelegentlich in der Bahn, einfach um meine Gedanken zu ordnen und werd mir in der nächsten Zeit auch eine neue Pistole besorgen, weil sie im Handling besser ist als der Revolver, den mir mein Vater vererbt hat. Österreich hat da ja eine sehr gute Fabrik mit glänzender Technik, die weltweit bekannt ist, ähnlich wie Sig Sauer oder Heckler & Koch.

Ich werd den Schein sicher irgendwann machen, momentan bin ich froh, meine Arbeitszeit von 60 Wochenstunden auf knapp unter 50 reduziert zu haben und wieder 5 x pro Woche reiten zu können, es ist eine Zeitfrage.

Aber ich sitz schonmal mit einem Freund, der auch gleich hier eine Pacht hat an, beobachte Sauen mit Nachwuchs, genieße mäusejagende Füchse und freu mich einfach über das, was ich sehe. Und nebenbei trainiere ich die Jagdsprache, aber da bin ich noch nicht flüssig.

Daß das "Ansprechen" eines Wildes etwas anders ist, als ich das anfangs sprachlich deutete, und derlei Hoppalas, geht im Freundeskreis halt auch in Witzeleien unter.

Da in unserem Reitstall, dessen Besitzer auch Jäger ist, seine Jagdkameraden, die teils wieder Reiter sind, ein und aus gehen, bin ich da involviert, ist einfach Freundeskreis. Und wenn man sich interessiert und nachfragt, kriegt man viel Wissenswertes mit.

:smile:

Findus00
08.10.2008, 17:54
Hallo,
der Mais, der so lange noch stehen bleibt, wird recht häufig auch als "Energiemais" benützt. Das heißt, es bildet sich im Verhältnis mehr Stärke (Wasser /Feuchte wird weniger), die dann die Energie für entsprechende Bioanlagen (z.B. Biogasanlage) liefert.
LG, Findus

Inaktiver User
08.10.2008, 17:58
Hallo,
der Mais, der so lange noch stehen bleibt, wird recht häufig auch als "Energiemais" benützt. Das heißt, es bildet sich im Verhältnis mehr Stärke (Wasser /Feuchte wird weniger), die dann die Energie für entsprechende Bioanlagen (z.B. Biogasanlage) liefert.
LG, Findus


Ahhhh, auch das ist eine sehr gute Erklärung, neben Nadines.

Danke!

Blondine
09.10.2008, 00:33
Glaube ich jetzt mal gar nicht. Der Jäger ( = Pächter) muß dem Bauern diesen Wildschaden mit teuren Euronen bezahlen!


es kann aber durchaus gut kommen, wenn man den Wildschaden dorthin dirigiert, wo man die Sauen dann auch trifft ... und ja, zahlen muß man den Schaden so oder so... wenn man denn Sauen hat !!!

Hier sind auc einige Bauern Jäger ... manceh auch mit Eigenjagd, manche Jagdgenossenschaften achten auch drauf, daß nicht fremd verpachtet wird ... bzw. der Jger vom Ort mitgehen darf ... was ja oft recht praktisch füe alle Beteiligten ist !!!

Aber, schon ein Denkansatz, wenn man damit dann wenigstens auch zur Sau kommt.

Ich würde das wenn möglich schon so halten ... der Mais, in dem die schon gewütet haben, bleibt besonders lange stehen ... und gerade in Streifen ... mal sehen, wofür das gut ist.

ich meine, ich kam nur drauf, weil die TE schrieb, der Bauer mäht Streifen ...
also, keine Ahnung ... aber könnte ja, evtl ein freies Schußfeld sein ... praktischerweise !!!



oder aber auch nicht ....


und der Bauer sucht Frau und mäht seither konfus, filmreif mit U-Wert.

... und es klappt auch schon, die erste Userin hat schon angebissen, kommt auf ihn zu und spricht ihn an !!!

Gruß, B.

Inaktiver User
09.10.2008, 07:27
Gibt ja noch den guten alten Waffenpaß und die Besitzkarte. Ich schieße sehr gerne gelegentlich in der Bahn, einfach um meine Gedanken zu ordnen und werd mir in der nächsten Zeit auch eine neue Pistole besorgen, weil sie im Handling besser ist als der Revolver, den mir mein Vater vererbt hat. Österreich hat da ja eine sehr gute Fabrik mit glänzender Technik, die weltweit bekannt ist, ähnlich wie Sig Sauer oder Heckler & Koch.

Ich werd den Schein sicher irgendwann machen, momentan bin ich froh, meine Arbeitszeit von 60 Wochenstunden auf knapp unter 50 reduziert zu haben und wieder 5 x pro Woche reiten zu können, es ist eine Zeitfrage.

Aber ich sitz schonmal mit einem Freund, der auch gleich hier eine Pacht hat an, beobachte Sauen mit Nachwuchs, genieße mäusejagende Füchse und freu mich einfach über das, was ich sehe. Und nebenbei trainiere ich die Jagdsprache, aber da bin ich noch nicht flüssig.

Daß das "Ansprechen" eines Wildes etwas anders ist, als ich das anfangs sprachlich deutete, und derlei Hoppalas, geht im Freundeskreis halt auch in Witzeleien unter.

Da in unserem Reitstall, dessen Besitzer auch Jäger ist, seine Jagdkameraden, die teils wieder Reiter sind, ein und aus gehen, bin ich da involviert, ist einfach Freundeskreis. Und wenn man sich interessiert und nachfragt, kriegt man viel Wissenswertes mit.

:smile:
...da bist ja sicher froh, wenn du mal in so einem stressigen Job eine Minute Auszeit hast. Wie schön, dass du dann auf dem Hochsitz wieder in deine Entspannung finden kannst oder auf dem Schießstand wieder deine goldene Mitte findest. Wie viele Menschen, die nicht reiten und jagen und schießen, wissen gar nichts mit ihrer freien Zeit anzufangen. Du bist wirklich zu beneiden..:zwinker:

windhover
09.10.2008, 08:09
Hier (südl. Ruhrgebiet) fangen sie jetzt an. Ich weiß aber, dass im Hunsrück z.B. immer viiiiel später gemäht wird. Dort mähen Lohnmäher und irgendwie kriegen die das nicht so auf die Reihe.

Da muss ich aber jetzt mal die Lohnunternehmer in Schutz nehmen. Aufgrund der klimatischen Verhältnisse (je nachdem wo für Dich Hunsrück ist, den Du kennst) dauert die Reife des Maises länger als an anderen Orten (Höhenlage, regionale Klimaverhältnisse). Das kann drei Dörfer weiter schon wieder ganz anders aussehen. Und die Lohnunternehmer mähen auf Bestellung der Landwirte. Wenn dann in verschiedenen Regionen der Mais auf einmal reif sein sollte, dann muss eben der ein oder andere Landwirt etwas auf seine Ernte warten, da es die Lohnunternehmen nicht gerade in großer Anzahl gibt. Die fahren oft sehr weite Strecken, um zu Ernten, da viele Landwirte sich den Fuhrpark nicht mehr leisten können und wollen, der benötigt wird. Viele betreiben Landwirtschaft nur noch im Nebenerwerb und da rechnen sich viele Maschinen einfach nicht mehr.

Auch hier hilft: Nachfragen beim Landwirt lohnt sich. :blumengabe:

Inaktiver User
09.10.2008, 08:18
...da bist ja sicher froh, wenn du mal in so einem stressigen Job eine Minute Auszeit hast. Wie schön, dass du dann auf dem Hochsitz wieder in deine Entspannung finden kannst oder auf dem Schießstand wieder deine goldene Mitte findest. Wie viele Menschen, die nicht reiten und jagen und schießen, wissen gar nichts mit ihrer freien Zeit anzufangen. Du bist wirklich zu beneiden..:zwinker:


Ja, da hast Du recht. Ich arbeite auch dran, an der Arbeit, an mir, und mit meiner Frei-Zeit.

Ich achte auf meine Mitte, dann hab ich es auch nicht nötig, sarkastische Beiträge zu verfassen. Besser noch, es macht mich unempfindlich für andere sarkastische Beiträge. Aber ich hab auch nichts dagegen, wenn sie nur gegen mich gerichtet sind. Bei anderen Usern ist es vielleicht nicht immer so, die könnten sich gekränkt fühlen.

:Sonne:

@ TE: sorry fürs OT! :blumengabe:

Inaktiver User
09.10.2008, 08:27
Bei uns (Region Kölner Süden) steht der Mais auch noch auf dem Feld. Und dass ist auch gut so, ich brauche nämlich hin und wieder ein paar neue Kolben für meine Herbstdeko.:freches grinsen:

Hamster
09.10.2008, 08:28
Bei uns steht der Mais noch, weil

1. wir noch keinen Lohnunternehmer haben der Zeit hat, wir hängen in der Warteschleife

2. durch den Dauerregen die Felder teilweise nicht befahrbar sind

Inaktiver User
09.10.2008, 08:30
Bei uns steht der Mais noch, weil

1. wir noch keinen Lohnunternehmer haben der Zeit hat, wir hängen in der Warteschleife

2. durch den Dauerregen die Felder teilweise nicht befahrbar sind


Der Dauerregen ist auch hier bei uns ein Problem, wir hatten ihn vor 2 Wochen. Da in meiner Region der Boden lehmig/tonig und dadurch sehr schwer und klebrig ist, befuhren ihn die Bauern auch nicht.