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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Hoehenangst



Carolly
06.10.2008, 11:07
Mist!

Ich war nie besonders schwindelfrei. Trotzdem bin ich als Kind gerne vom 10m Brett (Anlauf und runter, nicht erst lange gucken!) gesprungen.

Allerdings wird meine Hoehenangst schlimmer je aelter ich werde.

Den Grund davon kann ich warscheinlich darin suchen dass ich unglaublich ungeschickt bin. Ich knicke regelmaessig um, laufe gegen Moebel oder kleine Unebenmaessigkeiten im Weg. Dazu habe ich eine sehr lebhafte Fantasie und kann mir ausmalen was alles passieren koennte sollte ich in grosser Hoehe etwas ungeschicktes tun. Keine gute Kombination.

Vorgestern habe ich mit Mittrainees ein Kontainerterminal besucht. Erst durften wir oben auf ein Fahrzeug klettern welches oben das Steuerhaus hat und der Container befindet sich dadrunter (http://www.kalmarind.com/source.php?id=1022851). Allerdings nicht ueber die Leiter sondern ueber einen Laufsteg in der Hoehe dieses Fahrzeug. Ich habe es zwar mit einiger Ueberzeugung die 20m bis zum Fahrzeug geschafft aber konnte nicht ueber einen Spalt von gerade mal 30cm zwischen Laufsteg und Steuerhaus steigen :heul:

Danach durften wir auf einen Hafenkran (http://www.aarhushavn.dk/images/havneomraader/container_01.jpg) steigen. Manche Leute sind bis zu 90m hoch gestiegen. Ich kam nicht mal die Treppe (wieder Gitterrost :knatsch:) bis zur ersten Platform hoch.

Auch Tuerme oder Kirchen besichtigen wird schwieriger und schwieriger weil ich mir vorstelle was passiert wenn ich auf einer engen Wendeltreppe stolpern sollte.

Das nervt einfach weil ich das Gefuehl habe mit entgeht so viel. In 7 Monaten werde ich eine Oelplatform besichtigen und wenn es mir dort gefaellt auch einige Monate offshore arbeiten. Auch dort muss ich irgendwie vom Helikopterlandeplatz in den Wohnblock dadrunter kommen, mit Gepaeck:wie?:

Mensch, wie lerne ich mich an Hoehen zu gewoehnen und mir selber zu vertrauen?

Carolly

Nocturna
06.10.2008, 12:24
Mensch, wie lerne ich mich an Hoehen zu gewoehnen und mir selber zu vertrauen?
Carolly
Konfrontation. Ich empfehle einen Hochseilklettergarten.

Es gibt nichts Besseres als um sich seiner Angst zu stellen und das alles wunderbar gesichert an einem Seil. Du kannst mit kleineren Höhen anfangen und dich weiter nach oben vorarbeiten, wenn du Vertrauen gefasst hast. Die Betreiber solcher Klettergärten sind Höhenangstkunden gewöhnt, hab keine Angst, dass du dich blamierst. Ziel ist nicht primär höhenangstfrei zu werden, sondern seine Ängste kontrollieren zu können und ich bin mir sicher du schaffst das.

Ich bin auch kein Freund solcher Höhen. Bei meinem letzten Urlaub an der Küste habe ich ganz schön geschwächelt, als es darum ging oben aus dem Leuchtturm auf den Laufsteg herauszutreten. Ich habe es hingekriegt ans Geländer nahe der Tür zu treten, die Umrundung habe ich nicht geschafft. Es ist aber wichtig um diese kleinen Erfolge zu kämpfen, denn ich bin auch Skifahrerin und Sesselliftfahren gehört nun mal dazu. Also reiße ich mich zusammen und bei kleineren Panikanfällen dränge ich einfach dem neben mir Sitzenden ein Gespräch zur Ablenkung auf. :smirksmile:

Carolly
06.10.2008, 13:49
Konfrontation. Ich empfehle einen Hochseilklettergarten.

Es gibt nichts Besseres als um sich seiner Angst zu stellen und das alles wunderbar gesichert an einem Seil. Du kannst mit kleineren Höhen anfangen und dich weiter nach oben vorarbeiten, wenn du Vertrauen gefasst hast. Die Betreiber solcher Klettergärten sind Höhenangstkunden gewöhnt, hab keine Angst, dass du dich blamierst. Ziel ist nicht primär höhenangstfrei zu werden, sondern seine Ängste kontrollieren zu können und ich bin mir sicher du schaffst das.

Ich bin auch kein Freund solcher Höhen. Bei meinem letzten Urlaub an der Küste habe ich ganz schön geschwächelt, als es darum ging oben aus dem Leuchtturm auf den Laufsteg herauszutreten. Ich habe es hingekriegt ans Geländer nahe der Tür zu treten, die Umrundung habe ich nicht geschafft. Es ist aber wichtig um diese kleinen Erfolge zu kämpfen, denn ich bin auch Skifahrerin und Sesselliftfahren gehört nun mal dazu. Also reiße ich mich zusammen und bei kleineren Panikanfällen dränge ich einfach dem neben mir Sitzenden ein Gespräch zur Ablenkung auf. :smirksmile:

Hallo Nocturna,

das ist eine tolle Idee! Das ich da nicht selber drauf gekommen bin. Waehrend diesen 2 Wochen Kurs war auch ein Team-Tag angesagt mit allen moeglichen 'Spielen, u.a. einem Abseilen von knapp 15m Hoehe. Da ich wusste dass mir das schwer fallen wird bin ich ohne gross nachzudenken zuerst gegangen, und das Schwierigste war fuer mich ueber einen Schutzzaun zu klettern weil meine Beine dafuer zu kurz waren und ich ja so ungeschickt bin :zwinker:

Hmm, ueber grosse Steine oder Steilhaenge klettern finde ich nicht so schlimm. Ich glaube dass es vor allem kuenstliche Strukturen sind vor denen ich Angst habe, vor allem wenn diese einen Gitterboden habe durch den ich nach unten schauen kann.

Und zum Thema Konfrontation: ich habe hier fast direkt vor der Haustuer einen Felsvorsprung der 600m tief ins Nichts fuehrt. Ich hoffe dass dieses Jahr das Wetter nochmal gut wird sodass ich dort hinauf wandern kann (von der langsam ansteigenden Rueckseite natuerlich).

Dieser Terminalbesuch war das erste Mal bei dem ich etwas worauf ich mich so gefreut habe nicht mitgemacht habe. Es ist jetzt wirklich Zeit etwas an meiner Hoehenangst zu aendern. :grmpf:

Carolly

Nocturna
06.10.2008, 14:11
Ich glaube dass es vor allem kuenstliche Strukturen sind vor denen ich Angst habe, vor allem wenn diese einen Gitterboden habe durch den ich nach unten schauen kann.

Bei den Gitterböden und auch bei Treppen, durch die man nach unten sehen kann, hat mein Sohn auch schon Muffensausen bekommen. Allerdings hat er das wieder verloren, ganz einfach weil er jetzt in einer Schule ist, wo die Haupttreppe nur aus solchen Konstruktionen besteht. Früher hätte er sich noch krampfhaft am Geländer festgeklammert, heute saust er mit Vollgas alle Stockwerke herunter. Für mich ist das ein ganz klarer Fall, dass man sich Ängsten stellen muss, nur dann bleiben sie beherrschbar.

Spinnen mag ich übrigens auch nicht besonders. Im Bemühen auch hier die Oberhand zu behalten, gebe ich jetzt allen Spinnen in unserem Haus Namen, streng alphabetisch, das macht die Sache etwas persönlicher. Ich bin jetzt bei F, die nächste Spinne wird Fiffy heißen. :smirksmile:

Inaktiver User
06.10.2008, 14:20
Ich habe seit einigen Jahren Höhen- und Flugangst. Abgründe saugen mich förmlich in sich auf. Aber, wie hier auch schon einmal irgendwo in der Bricom so weise geschrieben wurde, handelt es sich meist um verlagerte Ängste, d.h. sie stehen für etwas anderes.
Ich hatte in den letzten Jahren auch das starke Gefühl, mein Leben einfach nicht mehr in den Händen zu halten. Ich habe ewig gebraucht, um das herauszufinden und ich glaube, nur wenn ich die Angst parallel angehe - also öfter fliege und gleichzeitig bewusst handeln - dann wird's besser.
Ehrenpreis

Carolly
06.10.2008, 14:22
Spinnen mag ich übrigens auch nicht besonders. Im Bemühen auch hier die Oberhand zu behalten, gebe ich jetzt allen Spinnen in unserem Haus Namen, streng alphabetisch, das macht die Sache etwas persönlicher. Ich bin jetzt bei F, die nächste Spinne wird Fiffy heißen. :smirksmile:

Oh, ich liebe Spinnen, vor allem die ganz grossen weichen. Ich glaube ich kann froh sein nicht in einer Gegend zu wohnen wo giftige Insekten und Spinnen vorkommen. Denn ich muss einfach alles was etwas weich aussieht streicheln :freches grinsen: Ich bin allerdings mal von einer Kreuzspinne gebissen worden. Haette nicht gedacht dass die durch die Haut kommen :wie?:

Nocturna
06.10.2008, 15:00
Oh, ich liebe Spinnen, vor allem die ganz grossen weichen.
Du bist eine Heldin! :ooooh:
Spinnen streicheln, brrr.

Carolly
06.10.2008, 15:36
Du bist eine Heldin! :ooooh:
Spinnen streicheln, brrr.

Aber die tun doch nichts, jedenfalls nicht in Westeuropa :lachen:
Eine grosse Hoehe kann schon unangenehm sein wenn man stolpert, und ich bin etliche Buergersteige runter und in etliche Graeben und Gruben gefallen, und ich war ganz sicher nicht betrunken :knatsch:

Dufti
06.10.2008, 19:12
Hallo,

ich kenn das leider sehr gut. Habe auch den Eindruck, dass mit zunehmenden Alter alles extremer wird.
Ich zwing mich wirklich dagegen anzukommen, aber es geht nicht. Ich fahr auf Berge (z.B. Alpen 3000 m und mehr) aber die Tatsache in einer Seilbahn zu sein, lässt mich immer panisch werden. Wenn ich dann auf Aussichtspunkten ans Geländer soll, ist es, als ob es mir die Füße weg zieht, oder ich denke, gerade bei mir UND NUR BEI MIR, bricht das Geländer weg.
Das ist so heftig, dass ich schon einige Male ein und den selben Traum hatte, auf einem Grat eines Berges entlanglaufen zu müssen und jedesmal rutsch ich ab...

Oder Riesenrad fahren. Das ist das Schlimmste was man mir antun kann. Ich zitter dann wie verrückt und bin jedesmal kurz davor in Tränen auszubrechen.

Ich weiß nicht, was man tun kann. Wie gesagt, ich versuch mich auch aktiv der Angst zu stellen, aber ich bekomm sie nicht in den Griff. Jedoch bin ich dann trotzdem immer stolz, dass ich es versucht habe. Verstehen tun das allerdings die wenigsten aus meinem Umfeld.

LG die Dufti

Inaktiver User
06.10.2008, 19:38
[

Inaktiver User
06.10.2008, 22:22
möglicherweise steckt auch ein körperliches Problem dahinter?
Ich kann z.B., wenn ich nach unten schaue, keine Raumtiefe erkennen (Sehfehler) - das macht mich auf Treppen extrem unsicher. Und heißt, dass ich eben seltener auf Türme steige ;-)

Inaktiver User
06.10.2008, 22:55
Wie kann man das denn auschecken? Ich bin auf Treppen (beim Abwärtsgehen) nämlich auch immer verunsichert.
Ehrenpreis

Nocturna
07.10.2008, 09:00
Wie kann man das denn auschecken?
Hm, wenn es ein optisches Problem ist mit räumlicher Wahrnehmung dann wäre wohl ein Besuch beim Augenarzt empfehlenswert. Wenn es in Richtung Gleichgewichtssinn tendiert, wäre der Ohrenarzt gefragt.

Wenn kein körperliches Syndrom dahinter steckt, dann ist es eventuell möglich, dass man nicht im Gleichgewicht ist. Menschen stehen selten wirklich zentriert, auch wenn sie das glauben.

Ich habe durch Qi Gong, Tai Chi und Pilates eine ziemlich genaue Vorstellung von meinem Körpermittelpunkt, aber bei der Messung auf der Wii (Wi Fit), habe ich den ultimativen Gleichgewichtstest bis jetzt noch nicht bestanden (den Körper exakt auszubalancieren für drei Sekunden).

Inaktiver User
07.10.2008, 09:55
Danke, ich dachte, es gäbe vielleicht auch einfachere Hinweise. Ich renne ja auch immer gegen alle möglichen Ecken, wenn ich meine Brille aufhabe und die Entfernung nicht ordentlich abschätzen kann.
Ehrenpreis

Carolly
07.10.2008, 20:41
möglicherweise steckt auch ein körperliches Problem dahinter?
Ich kann z.B., wenn ich nach unten schaue, keine Raumtiefe erkennen (Sehfehler) - das macht mich auf Treppen extrem unsicher. Und heißt, dass ich eben seltener auf Türme steige ;-)
Huch, an die Moeglichkeit habe ich noch nie gedacht. Aber jetzt wo du das schreibst... manchmal, wenn ich auf eine runterfuehrende Treppe zugehe habe ich das Gefuehl ich wuerde horizontal weiterlaufen. Die erste Stufe nehme ich erst nicht in 3d wahr und erschrecke mich dann wenn ich nur noch einen Schritt vom 'Abgrund' entfernt bin. Allerdings kommt das nur bei bestimmten Mustern im Boden vor.

Ich denke dass ich einfach ungeschickt bin und schaffe z.B. kaum ein Dinner ohne dass mir etwas von der Gabel faellt, irgendwas aus der Hand oder *erroet* ich nachts im Dunkeln aus dem Bett.

Inaktiver User
08.10.2008, 17:49
sorry, jetzt hab ich nicht mehr reingeschaut!

Ja, Ehrenpreis - das hat der Augenarzt (allerdings erst auf meinen Hinweis, dass ich ein Problem damit habe) festgestellt. Bei mir ist es durch Brille auch niht korrigierbar.

Carolly, so wie du's beschreibst, ist es für mich auch: ich "erkenne" die Treppe nicht als solche (wohl aber einen steilen Abhang oder ein Treppenpodest, ab ca. 50cm tiefer ist es für mich sicht-klar).

Inaktiver User
08.10.2008, 18:41
:blumengabe: Ich glaub, ich muss der Ärztin mal auf die Füße treten - sie hat mir neulich schon beinahe einen ausgeprägten Astigmatismus verschwiegen.
Ehrenpreis

Carolly
08.10.2008, 19:33
Hallo,

ich kenn das leider sehr gut. Habe auch den Eindruck, dass mit zunehmenden Alter alles extremer wird.
Ich zwing mich wirklich dagegen anzukommen, aber es geht nicht. Ich fahr auf Berge (z.B. Alpen 3000 m und mehr) aber die Tatsache in einer Seilbahn zu sein, lässt mich immer panisch werden. Wenn ich dann auf Aussichtspunkten ans Geländer soll, ist es, als ob es mir die Füße weg zieht, oder ich denke, gerade bei mir UND NUR BEI MIR, bricht das Geländer weg.
Das ist so heftig, dass ich schon einige Male ein und den selben Traum hatte, auf einem Grat eines Berges entlanglaufen zu müssen und jedesmal rutsch ich ab...

Oder Riesenrad fahren. Das ist das Schlimmste was man mir antun kann. Ich zitter dann wie verrückt und bin jedesmal kurz davor in Tränen auszubrechen.

Ich weiß nicht, was man tun kann. Wie gesagt, ich versuch mich auch aktiv der Angst zu stellen, aber ich bekomm sie nicht in den Griff. Jedoch bin ich dann trotzdem immer stolz, dass ich es versucht habe. Verstehen tun das allerdings die wenigsten aus meinem Umfeld.

LG die Dufti

Das kommt mir ziemlich bekannt vor auch wenn es bei mir nciht ganz so schlimm ist. Oder ich bin trotz meiner ueberschaeumenden Fantasie doch zu rationell. Ich kann mich dann einfach nicht mehr bewegen.

Ich wohne im 8sten Stock und anfangs fuehlte ich mich total unwohl auf dem Balkon obwohl ich eine traumhafte Aussicht habe. Teilweise weil eine der Glassbarrieren durch Maschenzaun ausgetauscht war. Zum Glueck ist das jetzt repariert und eine neue Glassscheibe angebracht. Aber ich kann immer noch durch die Holzbalken schauen. Ich habe mal in einem Gebaeude gejobbt wo man von einem Glassboden vom 5ten bis zum Erdgeschoss schauen konnte. Ich habe mich jeden Tag gezwungen dadrauf zu stehen aber geholfen hat es nicht. *grummel*

Ja, ich gebe zu dass manche Vorbilder oben schon extrem waren aber es nervt mich dass ich die einzige von 55 Leuten war die sich nicht auf den Kran traute (und ich hatte mich so drauf gefreut!). Die Offshore-Besuche gehoeren einfach zu meinem Job und auch darauf freue ich mich total. Und natuerlich will ich mich nicht vor den 'rauhen Kerlen' :zwinker: blamieren. Also irgendwie muss ich ziemlich schnell von meiner Hoehenangst weg.

Inaktiver User
09.10.2008, 09:56
Und natuerlich will ich mich nicht vor den 'rauhen Kerlen' :zwinker: blamieren.

10cm-Heels anziehen und sagen, dass es damit leider nicht geht :freches grinsen:

ne, im Ernst: setz dich nicht unter Druck - es ist ja nciht lebenswichtig. Und lass vielleicht abklären, ob's eine Sehschwäche sein könnte.

Skipperin
11.10.2008, 15:59
Grade gstern hab ich gemerkt meine Höhenangst ist weg!!!!
Ich hatte immer so Probleme, mit Schweißausbrüchen, nassen Händen, Schwindel....na alles halt...und nu mit 53 Jahren weg.ich musste gestern ne baustellen - treppe hoch ins 3. OG, Durchsichtige Metallstufen, gewackelt wie ein Kuhschwanz (die Treppe) und keinerlei Symtome....juhuuuu.

Lakritze
11.10.2008, 22:15
möglicherweise steckt auch ein körperliches Problem dahinter?
Ich kann z.B., wenn ich nach unten schaue, keine Raumtiefe erkennen (Sehfehler) - das macht mich auf Treppen extrem unsicher. Und heißt, dass ich eben seltener auf Türme steige ;-)
Danke für die Erklärung.
Nach Deiner Beschreibung habe ich denselben Sehfehler und auch ich fühle mich sehr unsicher, wenn es um Höhen geht (fängt schon an, wenn ich auf einem Sessel stehe :knatsch:)
Allerdings ist meine Höhenangst sehr selektiv - in einen Klettergarten kriegt man mich gar nicht, ebensowenig auf einen Aussichtsturm, in einen Sessellift oder in eine Seilbahn. Während ich problemlos auf Felswände egal welcher Höhe klettern und mich von dort abseilen kann oder auch gern mit verschiedenen Achterbahnen fahre.
LG,
Lakritze

demelza
19.04.2009, 02:12
@#2 - den tip mit dem hochseilklettergarten finde ich richtig gut - ich glaube, den werde auch ich demnächst ausprobieren. so eine höhenangst und die damit verbundenen schweißausbrüche finde ich nämlich ziemlich lästig; ich weiß auch gar nicht, welches erlebnis bei mir zu einer schleichenden höhenangst geführt hat.

war es eine zu steile, teilweise vereiste skipiste für mich als anfängerin? war es der blick aus dem flugzeug?

ich bekam panik, als mein mann sich an einen verschneiten grat in der schweiz wagte und ich mir auszumalen begann, was passieren würde, wenn ich da oben das gleichgewicht verlieren würde.

im herbst wollen wir wieder in die schweiz, und da kann ich so eine phobie ja nun gar nicht brauchen.

FranziStothe
20.04.2009, 23:30
Konfrontation. Ich empfehle einen Hochseilklettergarten.

Ist das wirklich sinnvoll? Raten Psychologen davon nicht immer ab wenn nicht unter kontrollierten Bedingungen stattfindet?

Nocturna
24.04.2009, 16:52
Ist das wirklich sinnvoll? Raten Psychologen davon nicht immer ab wenn nicht unter kontrollierten Bedingungen stattfindet?
Bei einem TÜV-geprüften Hochseilgarten sollten diese Umstände aber zutreffen. Man ist selbstverständlich gesichert und Aufsichtspersonal ist auch vorhanden.

Man muss auch nicht gleich ganz oben wie Tarzan mit der Liane herumschwingen. Je nach Ausprägung der Höhenangst reicht die erste Ebene vielleicht schon völlig aus.

Carolly
21.07.2009, 15:03
Mal ein Update. Einen Hochseilgarten habe ich hier nicht gefunden. Trotzdem habe ich mich nicht von hohen Dingen ferngehalten und kann jetzt meine Hoehenprobleme besser typisieren. Es ist egal ob ich am Rand eines 5 oder 800 Meter hohen Felsen stehe. Das macht mir nichts aus.

Aber kuenstliche Bauten sind ein Problem. Neulich bin ich auf einen alten wunderschoenen Leuchtturm mit Eisentreppen und Holztreden geklettert. Hoch war kein Problem auch wenn die Treppen sehr steil waren, runter schon. Und nach draussen traute ich mich auch nicht obwohl die Ballustrade hoch genug war. Letztes Wochenende bin ich ueber eine Fussgaengerhaengebruecke gegangen die ordentlich schaukelte. Hin ging noch gerade so, auch dem Weg zurueck wurde mir schwindelig, zurueck auf festem Boden ging es mir sofort wieder gut. *grummel* trotzdem habe ich mir noch die Zeit genommen die Wasserfaelle unter mit anzuschauen. Mir war auch total klar dass das Gelaender zu hoch war um drueber zu fallen und dass die Bruecke recht neu, also noch stabil war. Tja, logisch denken hilft wohl nicht wirklich.

Dass ich nicht richtig 3D sehen kann duerfte sich wohl bestaetigt haben. Ich war zwar nicht beim Arzt aber mir viel oft genug auf dass ich z.B. eine Treppenstufe nicht als tiefer liegend wahrnehme.

In knapp 2 Monaten darf ich zum ersten mal Offshore arbeiten. Ich hoffe wirklich dass ich die Treppe von der Heliplatform runter gehen kann. Ob ich meinen Chef vorwarnen soll dass ich eventuell wieder zurueckfliegen muss?

Inaktiver User
21.07.2009, 19:12
Ich kenn' das bei modernen Treppen - die am Rand offen stehen, und wo unter den Stufen "Luft" ist, man also durchgucken kann. Hab'immer Angst, unten durchzurutschen. Flugangst sowieso. Fahrstühle früher auch.
Ehrensenf

Lizzie64
25.07.2009, 12:54
hallo ehrensenf, das mit der angst vor den luft-zwischen-den-stufen-treppen ist schnell erklärt (wenn die rationale erklärungen eine hilfe sind): dieses zurückschrecken vor solchen stufen hat mit der koordination von reflexen zu tun, die in der ganz frühen kindheit angelegt werden (will heißen, das lässt sich im erwachsenenalter kaum beeinflussen). in den ersten lebensmonaten sorgen komplexe abläufe dafür, dass reflexe "eingerichtet" werden, so auch solche, die dafür sorgen, dass wir dinge, die sich in unterschiedlicher entfernung von uns befinden, jeweils scharf sehen können. so wie beim scharfstellen eines kamera-objektivs.

so eine art der perspektivischen staffelung hast du ja bei der optik, die du beschreibst. für das gehirn und das gleichgewichtsorgan im ohr ist das höchstleistung, und wenn diese koordination nicht ganz glatt abläuft, meldet das gehirn das unwohlsein, das du beschreibst. das ist übrigens sehr verbreitet.

ich habe das jetzt sehr vereinfacht dargestellt, ich hoffe, mitlesende mediziner rotieren jetzt nicht :-)

Inaktiver User
25.07.2009, 13:04
:erleuchtung:
Ich bin also normal?
Wie enttäuschend.

:kuss:Danke für die Erklärung!
Ehrensenf
(die sich fragt, warum Leute dann solche Treppen bauen)

Carolly
05.08.2009, 17:37
Huch, 2 Monate war wohl schecht geschaetzt. Ich werde in einer Woche offshore arbeiten. Auf den Hubschrauberflug freue ich mich. Aber von Helipad bis zur Unterkunft, und ueber eine Durchguckbrucke zwischen zwei Platformen laufen klingt auch nicht so gut. :knatsch:

Aber den richtigen Schock habe ich schon hinter mir. 'Meine' Platform hatte zeitlich keine Hubschrauberlandemoeglichkeit und alle Leute wurden mit einem Kran auf dem Rand eines 'Korbes' stehend von einem Boot aus hochgezogen. Ohne Sicherheitsleinen und mit dem eigenen Gepaeck noch in der Hand :ooooh: In Europa darf man das nicht mehr weil zu gefaehrlich. Zum Glueck konnen Helis jetzt doch wieder landen. Puuuh!

demelza
19.09.2009, 09:08
Hallo ihr Lieben,

ich wollte mich wieder aus meinem Schweizurlaub zurück melden und sagen, dass ich es mir schlimmer vorgestellt habe, als es eigentlich war von wegen, ich schau mir die Berge lieber von unten an als von oben...

Am meisten, glaube ich, hatte ich Angst vor Geröll auf rutschigem Untergrund in Kombination mit extremen Steigungen bzw. Steilhängen. Diese Kombi hatten wir zu keinem Zeitpunkt, gottseidank. Ich musste mich nur aufraffen, über eine Hängebrücke zu gehen, mit einer Standseilbahn zu fahren und eine Höhendifferenz von 1100 Metern zu überwinden.

Ein wenig mulmig war mir schon, aber mit der Methode, nicht über den Rand in den Abgrund hinunter zu schauen, sondern gezielt nach vorne, kam ich besser zurecht als ich dachte.

Das "Highlight" war das Hinunterschauen von einer Brücke, unter der es fast 200 Meter in die Tiefe geht. Was blieb, war ein leichtes Schwindelgefühl, aber wir hatten ja festen Boden unter den Füßen; aber nichtsdestotrotz kam ich zu der Überzeugung, dass ich so eine Reise gerne wiederholen möchte.

(PS´: und alles ohne vorherigen Besuch in einem Klettergarten)

Carolly
19.09.2009, 19:01
Ganz toll, Demelza! Das ging dann auch gut. Ich war inzwischen auch auf einer Bohrinsel die nur aus schmalen Bruecken mit Durchschaumetallgitterboden bestanden, ueber die ich mehrmals taeglich laufen musste. Die meisten davon waren zwar nur 12m hoch, aber toll ist anders. Naja, nach ein paar Tagen hatte ich mich halbwegs dran gewoehnt, aber trotzdem war es im Dunkeln noch am Einfachsten. Auf den Bohrturm bin ich allerdings nicht geklettert ;) Meine naechste Bohrinsel wird wohl aus verschiedenen Installationen bestehen die mit Bruecken verbunden sind. Das wird noch spannend da die Unterkuenfte auf einer anderen Installation sind als mein Arbeitsplatz O_O

demelza
20.09.2009, 12:08
hallo carolly, vielen Dank -

ich drücke dir ganz fest die daumen. du kannst es noch beser gebrauchen als ich (bei mir ging es ja quasi "nur" um den urlaub, also reine freizeitaktivität, während es bei dir um den beruf geht.)

:blumengabe:

Carolly
21.09.2009, 10:21
hallo carolly, vielen Dank -

ich drücke dir ganz fest die daumen. du kannst es noch beser gebrauchen als ich (bei mir ging es ja quasi "nur" um den urlaub, also reine freizeitaktivität, während es bei dir um den beruf geht.)

:blumengabe:

Hallo Demelza :blumengabe:

Hast du nur Hoehenangst bei Steilhaengen oder auch bei Gebaeuden? Ich finde es lustig, um nicht zu sagen nervig dass ich nur Probleme bei Bauwerken habe. Eine Erklaerung dafuer habe ich allerdings nicht, ausser dass ich Steine viel zu interessant finde um da Bang vor zu sein :zwinker:

:blumengabe:
Carolly

demelza
21.09.2009, 18:07
komischerweise hab ich das nur bei steilhängen, bei gebäuden fühle ich mich merkwürdigerweise sicher. vielleicht fühle ich mich in/auf gebäuden sicherer, weil ich da weiss, dass ich sicheren boden unter den füßen habe bzw. ein geländer oder eine glasscheibe um mich herum.