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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Kinderwunsch: Ein Kind oder keins?



BRIGITTE Community-Team
05.09.2008, 11:11
Liebe Userinnen,

Kinder sind laut, kosten Geld und zerstören die Karriere? Es gibt wahnsinnig viele Gründe, die gegen Nachwuchs sprechen. Das weiß auch Bestseller-Autorin Ildiko von Kürthy. Trotzdem plädiert sie im Dossier der neuen BRIGITTE (http://www.brigitte.de/liebe/beziehung/kinderwunsch/index.html) an alle Leserinnen: Kriegt Kinder!

Haben Sie sich gegen Nachwuchs entschieden - und fürchten, es irgendwann zu bereuen? Oder haben Sie anders herum Angst, dass Ihr Kinderwunsch falsch sein könnte? Vielleicht finden Sie auch alle Argumente gegen Kinder lächerlich, weil sie einfach das Beste in Ihrem Leben sind?

Wie wünschen Ihnen einen angeregten Austausch!

Ihr BRIGITTE.de-Team

LorenzM
05.09.2008, 11:22
Zum MENSCHSEIN gehören Kinder.:blumengabe:

Wer "Karriere und Urlaub" vorzieht - bitteschön - fleißig Steuern zahlen und aussterben. Und im Alter zwischen kleinen H4-Alis das Leben feiern.

Ich finde die Frage schon pervers. :knatsch:

Ariela
05.09.2008, 13:38
also lorenz, willst du DIE debatte wieder aufmachen? zum leben des einen gehören eigene kinder, zum leben des anderen eben nicht. wie kann man denn bitte voraussetzen, dass für ALLE menschen das gleiche auch das richtige ist? und dass jenen, die keine kinder haben, materielle werte wichtiger sind? vielleicht sind ihnen ganz andere dinge wichtig? woher nimmst du denn deine "erkenntnisse"??:knatsch:

LorenzM
05.09.2008, 13:39
Welche Lebewesen verzichten freiwillig auf Nachkommen?

BRIGITTE Community-Team
05.09.2008, 13:42
Hallo LorenzM,

bitte bleiben Sie sachlich. Es geht um individuelle Entscheidungen und den Austausch darüber. Dahingehend empfinden wir die gestellten Fragen nicht als pervers.

Viele Grüße
das BRIGITTE.de-Team

Inaktiver User
05.09.2008, 14:09
Für mich war es vor ca. 15 Jahren eine schwierige Entscheidung.

Ich war im Innendienst bei einer großen deutschen Versicherung und hatte gerade die Zusage in der Tasche, dass ich für den zweiten Bildungsweg, ein Studium "Versicherungsfachwirtin" zugelassen bin.

Kurz danach stellte ich fest, dass ich schwanger bin und muß gestehen, dass ich wirklich ins Grübeln kam, ob ich das Kind behalten soll oder nicht.

Nach endlosen Diskussionen und schlaflosen Nächten habe ich mich für das Kind entschieden - und nie bereut.:liebe:

Ich habe -wie ich damals fand - spießigerweise geheiratet und mittlerweile 5 Kinder.

Was ist schon ein Studium zur Versicherungsfachwirtin dagegen ?:freches grinsen:

Aber ich verstehe auch Frauen sehr gut, die sich anders entscheiden und keine Kinder möchten, weil sie einen Job haben, der ihnen Spaß macht und befürchten, Kind und Job nicht unter einen Hut zu bekommen.

Ariela
05.09.2008, 14:14
Welche Lebewesen verzichten freiwillig auf Nachkommen?

lorenz, menschen sind keine tiere. wir sind mit einer reflektionskraft ausgestattet, die es uns erlaubt, zu entscheiden, wie wir unser leben führen wollen. das weißt du sicher.

die welt leidet zur zeit davon abgesehen nicht an "menschenmangel", sondern an überbevölkerung. die gefahr, dass "wir aussterben", war noch nie so gering wie heute. und auch das ist dir sicher bekannt.

zudem ist das ein scheinargument. möchte jemand, dass menschen aus solchen gründen kinder in die welt setzen? die armen kinder, man sollte sie doch kriegen, weil man sich ein tägliches leben mit ihnen wünscht.

es gibt menschen, die sich ein tägliches leben mit kindern wünschen und andere, die sich das nicht wünschen. deshalb sind sie nicht "egoistischer" als eltern. sie "hassen" auch keine kinder oder sind stock-materialistisch - oder was dir sonst noch für abgegriffene klischees einfallen mögen. das ist hier an anderer stelle doch x-mal diskutiert worden, oder?

in allen anderen lebensbereichen sind wir der meinung, dass jeder entscheiden muss, was für ihn gut ist. in allen anderen lebensbereichen sagen wir: was für den einen passt, muss für den anderen nicht passen. und ausgerechnet bei einem thema, das nun wirklich das leben von grund auf betrifft und verändert, soll EINE variante für ALLE stimmen?

kayla
05.09.2008, 17:29
Zum MENSCHSEIN gehören Kinder.:blumengabe:

Und Leute ohne Kinder, also auch ungewollt Kinderlose, sind dann keine Menschen? Hast du auch mal eigene Überlegungen zum Thema beizutragen, oder nur platte Sprüche?
Zu meinem "Menschsein" gehören definitiv keine eigenen Kinder, allerdings auch keine Karriere (ich bin lediglich genz normal berufstätig) und keine Fernreisen (ich mach lieber Urlaub auf Balkonien oder in der kleinen Tiroler Pension meiner Großtante).
aber das übersteigt deinen Horizont jetzt vermutlich...:freches grinsen:

Inaktiver User
06.09.2008, 10:26
Zu meinem "Menschsein" gehören definitiv keine eigenen Kinder, allerdings auch keine Karriere (ich bin lediglich genz normal berufstätig) und keine Fernreisen

Geht mir genauso. Und ich werde immer etwas säuerlich, wenn mal wieder das beliebte Klischee bedient wird, dass Frauen nur deshalb auf Kinder verzichten, weil sie stattdessen lieber Karriere machen und um die Welt reisen.

Ich habe einfach deshalb keine Kinder bekommen, weil ich nie das geringste Bedürfnis danach hatte. Ich musste da nichts abwägen oder eine bewusste Entscheidung treffen. Und außer der Tatsache, dass ich nie einen Kinderwunsch verspürt habe, gab es da weder eine lukrative berufliche Karriere noch den Hang zu einem Luxusleben, der mich von Kindern abgehalten hat.

Auch wenn es viele einfach nicht verstehen können (oder wollen?): Genauso, wie ein Kinderwunsch in aller Regel eine rein emotionale Bauchentscheidung ist, ist es ein Nicht-Kinderwunsch auch.

Gruß, Spellbound

Anastasia1960
06.09.2008, 11:31
Ich habe auch nie einen sehr großen Kinderwunsch verspürt. Ich bin nie schwanger geworden obwohl ich nicht verhütet habe. Ich weiß nicht ob ich darüber glücklich oder unglücklich sein soll.
Wenn ich jetzt junge Leute so im Alter von 20 Jahren sehe, denke ich daran, dass ich auch so ein Kind in dem Alter haben könnte.
Ich bin nicht unglücklich darüber dass ich keine Kinder habe. Ich habe alle Freiheiten, muss keine Rücksicht nehmen.

Mein Leben ist so ok wie es ist.

LorenzM
06.09.2008, 11:59
Und Leute ohne Kinder, also auch ungewollt Kinderlose, sind dann keine Menschen? Hast du auch mal eigene Überlegungen zum Thema beizutragen, oder nur platte Sprüche?
Zu meinem "Menschsein" gehören definitiv keine eigenen Kinder, allerdings auch keine Karriere (ich bin lediglich genz normal berufstätig) und keine Fernreisen (ich mach lieber Urlaub auf Balkonien oder in der kleinen Tiroler Pension meiner Großtante).
aber das übersteigt deinen Horizont jetzt vermutlich...:freches grinsen:

Hier gehts doch nur um freiwillig kinderlos, oder? Also können unfruchtbare Paare nix dafür, ausser sie haben bis 40 damit gewartet.

Deine Lebensweise schadet ja keinem. :blumengabe:

Und die Natur hatte schon immer in probates Mittel um Fehlentwicklungen entgegen zu steuern. Die Evolution lässt Fehlversuche einfach aussterben. In diesem Fall sogar freiwillig.

beklamo
06.09.2008, 12:07
Jeder wie er mag und wie es für ihn/sie richtig ist :blumengabe: .

Für mich war schon als junges Mädel klar: Ich möchte unbedingt Kinder haben. Und ich bin so unendlich dankbar dafür, dass mir das Leben auch zwei so wunderbare Kinder geschenkt hat. :kuss: :kuss:

Ich erinnere mich noch gut an die Zeit, als ich unbedingt schwanger werden wollte, und es nicht direkt geklappt hat. Ich war damals sehr unglücklich.
Natürlich ist das Leben mit Kindern nicht immer rosarot. Das ist es ja auch in einer Partnerschaft nicht immer. Aber dennoch sind meine Kinder für mich die wichtigsten Menschen. Und das werden sie immer sein. Sie sind wahrhaftig ein Stück von mir. Das beste Stück, wenn ich das mal so sagen darf . Die Liebe zu ihnen ist endlos, unbeschreiblich und so wunderbar bedingungslos :liebe: :liebe:

kayla
06.09.2008, 12:10
Und die Natur hatte schon immer in probates Mittel um Fehlentwicklungen entgegen zu steuern. Die Evolution lässt Fehlversuche einfach aussterben. In diesem Fall sogar freiwillig.
Ich verstehe jetzt gerade nicht ganz, was du damit meinst. Dass freiwillige Kinderlosigkeit bzw. das Fehlen eines Kinderwunsches eine "Fehlentwicklung der Natur" ist (solche Begriffe sollte man übrigens auf Menschen nur sehr vorsichtig anwenden...:ooooh: ) und dass die ungewollt Kinderlosen aufgrund mangelnder Nachkommen aussterben werden? Oder war damit etwas anderes gemeint?

LorenzM
06.09.2008, 12:34
Ich verstehe jetzt gerade nicht ganz, was du damit meinst. Dass freiwillige Kinderlosigkeit bzw. das Fehlen eines Kinderwunsches eine "Fehlentwicklung der Natur" ist (solche Begriffe sollte man übrigens auf Menschen nur sehr vorsichtig anwenden...:ooooh: ) und dass die ungewollt Kinderlosen aufgrund mangelnder Nachkommen aussterben werden? Oder war damit etwas anderes gemeint?

Warum? Gehört der Mensch nicht (mehr) zur Natur?

Ungewollt Kinderlose haben mein vollstes Mitgefühl und sollten sich nicht scheuen med. Hilfe anzunehmen.

Gewollt Kinderlose sind sogar besser als die Natur. Sie machen die nötige Korrektur sogar freiwillig.

cella
06.09.2008, 13:03
@ Lorenz M.: sorry,aber bei deinen Beiträgen kommt mir das
K***** ! Wer gibt dir eigentlich das Recht,über Beweggründe
anderer Menschen so respektlos und unverschämt zu urteilen!?
Cella, 2fache Mutter (hätte gern noch mehr Kinder gehabt!)

kayla
06.09.2008, 13:09
Gewollt Kinderlose sind sogar besser als die Natur. Sie machen die nötige Korrektur sogar freiwillig.
Um eine eindeutige Erklärung drückst du dich noch immer herum, allerdings ist mir nach deinem letzten Satz klar, dass ich dich schon ichtig verstanden habe: Kinderlose als Fehlentwicklung der Natur, die mangels Fortpflanzung aussterben werden. Was du allerdings nicht bedacht hast (du scheinst ohnehin lieber mit Vorurteilen um dich zu schmeißen als eigenständig zu denken :freches grinsen: ) ist, dass immer neue freiwillig Kinderlose nachkommen werden. Ein Kinderwunsch vererbt sich ja schließlich nicht automatisch, und somit wird auch ein gewisser Prozentsatz der heutigen Eltern Kinder haben, die selbst keine Kinder wollen. Ich habe eine sehr kinderbegeisterte Mutter, die außer mir noch zwei weitere Kinder hat und gerne noch mehr gehabt hätte (war allerdings aus verschiedenen Gründen nicht möglich). Weder ich noch meine Geschwister haben einen Kinderwunsch. Somit wird auch meine Familie in gewisser Weise "aussterben" (um mal bei deiner Wortwahl zu bleiben), obwohl am Anfang dieser Familie eine Frau mit definitivem Kinderwunsch stand.
Deine Vision einer zukünftigen Gesellschaft, in der sich die Kinderlosen selbst ausgerottet haben und nur noch Eltern bzw. Menschen mit Kinderwunsch existieren, wird sich also leider nicht erfüllen :heul: :in den arm nehmen: ...
Grüße, kayla

LorenzM
06.09.2008, 13:17
@kayla

Meine Liebe. Du hast zu kurz gedacht. Diese Neigung ist ja nicht individuell zu sehen. Sondern geographisch. Jede der alten Hochkulturen ging genau daran zu Grunde. Die dekadente Urbevölkerung starb langsam aus, und die Zuwanderer übernahmen das Feld.

Ich verurteile doch niemanden. Ich sage nur, das hat Folgen. Kleines Beispiel: Frankfurt 2008: 67 % der Babies sind Zuwanderer.

GB: 4 graue Eichhörnchen haben den Bestand der roten im ganzen Land vollständig ausgelöscht - bis auf winzige Reste.

kayla
06.09.2008, 13:19
Warum? Gehört der Mensch nicht (mehr) zur Natur?

Nachtrag: natürlich gehört der Mensch zur Natur, aber im Zusammenhang mit Menschen von "Fehlentwicklungen der Natur" zu sprechen, finde ich schon sehr respektlos. Wir hatten in diesem Land schon Zeiten, in denen Behinderte, Kranke oder Homosexuelle als "Fehlentwicklung der Natur" angesehen wurden und unter diesem Vorwand umgebracht wurden, und dann sprichst du von "nötigen Korrekturen", die im Zusammenhang mit diesen "Fehlentwicklungen" vorgenommen werden müssten...da wird mir echt ganz anders. Falls jetzt der Vorwurf kommt, ich wolle dich in die rechte Ecke drängen...das will ich bestimmt nicht, aber du solltest deine Worte echt etwas bedachter wählen, denk mal drüber nach...

kayla
06.09.2008, 13:20
@kayla
Meine Liebe.
Ich bin nicht deine "Liebe"! :ooooh:

LorenzM
06.09.2008, 13:21
Ich bin hier nahe am Thema gewollte Kinderlosigkeit. Und sonst nirgends. :freches grinsen:


Ich bin nicht deine "Liebe"!

o.k.

kaimqasem
07.09.2008, 18:12
Liebe Ildikò von Kürthy,

vielen Dank für Ihren gut gemeinten Hinweis an den Rest der deutschen Frauen, Kinder zu kriegen. Ihrem Artikel ist zu entnehmen, dass Sie diese Empfehlung an andere Frauen aussprechen, nachdem Sie selbst erfahren haben, wie es ist - das Leben mit einem - vorerst - Kleinkind - nämlich einfach schön. Schade nur, dass Sie das nicht einfach gerade heraus sagen, sondern dass man bei Ihnen (wie meist) in einer etwas primitiven vulgären Sprache von den normalen Tätigkeiten und Beschäftigungen eines Kindes im Alltag lesen muss. Natürlich haben Sie Recht: wir haben zu wenig Kinder und unsere Regierung reagiert nun endlich darauf.Aber der Grund dafür liegt sicher nicht nur in der Politik unseres Landes. Wenn Frauen und Männer heute mit 34 anfangen zu überlegen, ob sie Kinder bekommen wollen oder nicht, dann zeugt das von einer Reifeverschiebung in ihrer Entwicklung. Die Ursache hierfür liegt meiner Einschätzung nach in der übertriebenen Individualbetreuung und -zuwendung eines Kindes im Westen der Bundesrepublik, die heute eben schon weit vorgeburtlich beginnt. Es wird Kindern zu wenig abverlangt auf dem Weg zur Selbstständigkeit. Das Resultat ist, dass viele 30jährige Kinder eben solche Entscheidung nicht zu treffen in der Lage sind. Es ist sicher nicht schlimm, für das Lebensglück wichtig oder gar verwerflich, keine Kinder zu wollen. Es ist schlicht egoistisch. Wobei die Vokabel egoistisch nicht unbedingt nur negetiv zu sehen ist. Es ist auch nicht ungeheuer mutig, sich gegen Kinder zu entscheiden, nur weil unser Land und "Bestseller-Autoren" gerade eine "Kriegt-Kinder-Campagne" starten. Mit Sicherheit ist es für den Einen oder anderen die bessere Entscheidung, keine Kinder zu bekommen. Trotztdem bin ich mit Ihrem Mütter-Bild, auch dem, was häufig in der "Brigitte"vermittelt wird, nicht einverstanden.
Vielleicht vergessen Frauen die Pille und Männer die Kondome aus der schlichten Verliebtheit heraus? Bekannlich ist dieser ein Zustand, in dem nicht alle Entscheidungen rational gefälllt werden können, und das ist wahrscheinlich auch gut so. Aber die anschließenden sind es dafür umso mehr. Nicht jede Mutter, die sich für den Hausfrauenjob entscheidet, ist ein "Relikt aus der Steinzeit", an der die Entwicklung vorbeigeht. Und nicht jede berufstätige Mutter ist eine Karrierefrau, geschweige denn eine "karrieregeile Pseudomutter". Die eigene Erziehung prägt das Verhalten als Mutter. Natürlich stellen die äußeren gesellschaftlichen Bedingungen wesentliche Einflüsse auf die Lebensgestaltung mit einem Kind dar. Und natürlich ist es absolut gut, was Frau von der Leyen hier in Bewegung gebracht hat, um diese äußeren Bedingungen zu optimieren. Allerdings haben die Medien mit ihren Zitaten, Berichten und Interviews von Experten einschließlich Ihres Artikels ebenfalls einen nicht unerheblichen Einfluß auf junge Menschen. Und in hier wird oft etwas vermittelt, pauschalisiert und verurteilt, was einfach nicht stimmt: Babys kotzen und schreien nicht ständig, es gibt Kinder ohne "Drei-Monats-Koliken" und Pilzinfektionen und Möglichkeiten, Karottenflecken und Urinpfützen auf Teppichen und Badetüchern zu verhindern - man nennt das Lebenskompetenz und es ist erlernbar! Vor allem aber ist eine Kinderkrippe nicht schädlich und wird auch nicht gerade neu erfunden - das ist der Tenor, der immer und überall herauszulesen ist. Von 17 Millionen Ostdeutschen, die seit 1990 zur Bundesrepuplik gehören, haben sicher 90% die ersten drei Lebensjahre in einer Kinderkrippe verbracht.Bisher konnnte ich noch nirgends lesen, dass eine signifikante Zunahme an psychischen und psychiatrischen Behandlungen seit dieser Zeit zu bemerken war.
Wenn von berufstätigen Müttern die Rede ist, wird immer der Begriff "Karriere" benutzt. Haben Sie auch mal die vielen Einzelhandleskauffrauen, Kassiererinnen in den Supermärkten, Bäcker-, Metzger- oder Fischverkäuferinnen gefragt, ob sie sich in Ihrer "Karriere" behindert fühlen durch ihr Kind? Diese Frauen umgehen wahrscheinlich die Krippenplätze, weil sie derzeit einfach noch zu teuer sind. Wir sollten Möglichkeiten für alle schaffen und dabei jede Schicht und Ausbildungstufe berücksichtigen. Und vor allem sollten wir aufhören, Frauen zur Rechenschaft über ihre Lebensgestaltung aufzufordern und Druck auf Frauen und Männer auszuüben. Die Erziehung eines Kindes zu einem selbstständigen mündigen Menschen ist mit Sicherheit die schwerste Aufgabe, die man im Leben erfüllen kann - ob sie die schönste ist, muss jeder allein entscheiden dürfen!

Mit freundlichen Grüßen

Peggy Kaim-Qasem, 41 Jahre, Kinderkrankenschwester, OP-Schwester, Pflege- und Gesundheitswissenschaftlerin und -pädagogin, derzeit tätig als Referendarin an beruflichen Schulen, in 2. Ehe verheiratet, drei Kinder: 16, 15, 7

Biberach, Baden-Württemberg

blaulinnen
09.09.2008, 19:06
Als Mutter zweier Töchter von denen eine zwei Kinder (absolut gewollt) hat, während die andere ihre Nichte und Neffen zwar heiß und innig liebt, für sich selbst jedoch Kinder (wenn überhaupt) in noch sehr sehr weiter Ferne sieht habe ich Verständnis für beide Einstellungen und Lebensentwürfe. Wenn man wie ich die Entwicklung und Eigenarten der eigenen Kinder verfolgen konnte, ist es nur zu logisch die Entscheidungen für bzw. gegen Kinder nachvollziehen zu können. Hüten wir uns doch vor dem erhobenen Zeigefinger "Du wirst schon sehen......".
Jede Entscheidung, allein bzw. mit dem Partner getroffen, soll und muß man akzeptieren. Die Betroffenen müssen schließlich in erster Linie damit leben. Schlimm finde ich "Moralin tropfende" Kommentare in Bezug auf die ach so Karriere geilen Frauen, welche ja alle nur ihr Ego pflegen genauso wie Aussprüche, daß ein Leben nur einen Sinn mit Kindern macht.
Bedenklich finde ich allerdings die Aussage der Psychologin Angela Voß, daß man ohne Kinder mehr Zeit für intensive Beziehungen hat und mehr Möglichkeiten aus seinem Leben etwas zu machen:ooooh: .
Das empfinde ich, seit 33 Jahren fast nur Hausfrau und Mutter, schon fast als Beleidigung. Jeder hat die Möglichkeit Beziehungen zu pflegen, das soll nämlich auch im privaten, häuslichen Bereich mit vielen Freunden und Bekannten gehen. Oder braucht man dazu grundsätzlich die Voraussetzung "raus zu gehen". Möglichkeiten aus meinem Leben etwas zu machen habe und hatte ich in meinem Leben genug, es kommt doch wohl darauf an seine Chancen zu nutzen und sich entsprechend seiner Neigungen weiter zu bilden.
Wer sagt, daß man sich als Hausfrau und Mutter über nichts anderes unterhalten kann als über Kinder und Haushalt.:peinlich:
Hüten wir uns doch vor allzu schnellen Pauschalierungen.

Inaktiver User
10.09.2008, 10:43
Wenn Frauen und Männer heute mit 34 anfangen zu überlegen, ob sie Kinder bekommen wollen oder nicht, dann zeugt das von einer Reifeverschiebung in ihrer Entwicklung. Die Ursache hierfür liegt meiner Einschätzung nach in der übertriebenen Individualbetreuung und -zuwendung eines Kindes im Westen der Bundesrepublik, die heute eben schon weit vorgeburtlich beginnt. Es wird Kindern zu wenig abverlangt auf dem Weg zur Selbstständigkeit. Das Resultat ist, dass viele 30jährige Kinder eben solche Entscheidung nicht zu treffen in der Lage sind.

Ich bin zwar nicht Frau v. Kuerthy, aber ich kann Ihnen hierin nur uneingeschraenkt zustimmen. Die mir besonders wichtigen Passagen habe ich hervorgehoben.
Allerdings erkenne ich in der Entscheidung fuer Kinder ein ebenso geruettelt Mass an Egoismus (ob der sich dann nicht in etwas ganz anderes verwandeln muss, ist damit noch gar nicht angesprochen) wie Sie ihn bei den bewusst Kinderlosen veranschlagen.
Kinder zu wollen ist immer auch zum Teil Egoismus- sei es der Egoismus, die eigenen Gene weitergeben, nicht das Ende der Familienlinie sein zu wollen, sei es, etwas "Eigenes" oder etwas Paarverbindendes zu zeugen, bishin zum Trend (?), ein ganz der Frau zugehoeriges "(Weiblichkeits? Identitatets?Projekt" zu kreieren (s. von vorneherein auf den Mann verzichtende, sich mit dem Kind fast wie mit einem Accessoire schmueckende Prominente wie Mimi Driver; ich meine damit nicht die (un)freiwillig Alleinerziehenden, bei denen sich der Vater verabschiedet hat oder aus guten Gruenden verabschiedet wurde)- , aber natuerlich ein Egoismus mit anderen, vorher nicht ueberblickbaren Folgen.

Ganz zustimmen kann ich Ihrem Bauchgrimmen angesichts des schemenhaft gespaltenen und verbreiteten entweder/oder- Mutterbildes (in Medien, Politik, aber leider auch in vielen 'privaten' Koepfen), als auch Ihrem Schlussappell:


Wir sollten Möglichkeiten für alle schaffen und dabei jede Schicht und Ausbildungstufe berücksichtigen. Und vor allem sollten wir aufhören, Frauen zur Rechenschaft über ihre Lebensgestaltung aufzufordern und Druck auf Frauen und Männer auszuüben. Die Erziehung eines Kindes zu einem selbstständigen mündigen Menschen ist mit Sicherheit die schwerste Aufgabe, die man im Leben erfüllen kann - ob sie die schönste ist, muss jeder allein entscheiden dürfen!

:blumengabe: Danke fuer Ihren Beitrag.

Liebe Gruesse,
dampfmaschine

Lalique
10.09.2008, 13:14
Hallo!
Ich finde Frauen, die keine Kinder bekommen, überhaupt nicht mutig, im Gegenteil! Sie wählen einen bequemen Weg und gehen Verantwortung und auch vielen Sorgen aus dem Weg und brauchen sich nur um sich selbst zu kümmern.
Das soll kein Werturteil sein, denn wäre ich heute jung, so weiß ich beim besten Willen nicht, ob ich angesichts der nicht besonders rosigen Zukunftsaussichten und der unbestrittenen Tatsache, dass 50 Prozent aller Ehen (zusammen mit unregistrierten Partnerschaften sind es vielleicht noch viel mehr!) auseinander gehen, Kinder haben wollte oder nicht.
In bezug auf Enkelkinder sage ich z.B. immer: diese kostbaren kleinen Wesen bleiben besser ungeboren.
Junge Eltern dagegen (wenn sich nicht einer sozialen Schicht angehören, die sich überhaupt keine Gedanken macht) sind heute extrem mutig, finde ich!
Sie beweisen Vertrauen in die Zukunft und ins Leben, und das sehe ich sehr positiv!
Aber mal was ganz anderes...
In dem Artikel steht, dass heute 26 Prozent der Jungs ANALPHABETEN sind!
Wo kommt denn DIESE Statistik her?
Das kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen oder stimmt das etwa? Nach allem, was ich googeln konnte, sind es 5 Prozent der Gesamtbevölkerung.
Weiß jemand Näheres?

LG
Lalique

Ariela
10.09.2008, 15:31
Hier gehts doch nur um freiwillig kinderlos, oder? Also können unfruchtbare Paare nix dafür, ausser sie haben bis 40 damit gewartet.

Deine Lebensweise schadet ja keinem. :blumengabe:

Und die Natur hatte schon immer in probates Mittel um Fehlentwicklungen entgegen zu steuern. Die Evolution lässt Fehlversuche einfach aussterben. In diesem Fall sogar freiwillig.

Lorenz, du weißt doch ganz genau, dass der Mensch zur Zeit nicht in der Gefahr steht, "auszusterben". Im Moment sterben x Kinder täglich an Hunger und Armut, Frauen kriegen ein Kind nach dem anderen, weil sie nicht selbst entscheiden können! Geht dein Gesichtskreis nur bis zu den Grenzen der "Ersten Welt", oder was? Oder traust du dich nicht, klar zu sagen, dass es dir beim "Aussterben" nicht um "die Menschen", sondern um die ach so wertvollen "Deutschen" geht???:freches grinsen:

LorenzM
10.09.2008, 15:32
Lorenz, du weißt doch ganz genau, dass der Mensch zur Zeit nicht in der Gefahr steht, "auszusterben". Im Moment sterben x Kinder täglich an Hunger und Armut, Frauen kriegen ein Kind nach dem anderen, weil sie nicht selbst entscheiden können! Geht dein Gesichtskreis nur bis zu den Grenzen der "Ersten Welt", oder was? Oder traust du dich nicht, klar zu sagen, dass es dir beim "Aussterben" nicht um "die Menschen", sondern um die ach so wertvollen "Deutschen" geht???:freches grinsen:

Wenn du ein Handwerker wärest, der brauchbare Lehrlinge sucht, würdest du vielleicht anders denken.

Ariela
10.09.2008, 15:34
Warum? Gehört der Mensch nicht (mehr) zur Natur?

Ungewollt Kinderlose haben mein vollstes Mitgefühl und sollten sich nicht scheuen med. Hilfe anzunehmen.

Gewollt Kinderlose sind sogar besser als die Natur. Sie machen die nötige Korrektur sogar freiwillig.

haha, wer oder was stirbt da aus? die freiwillig kinderlosen? wird es immer geben. meine familie? ja und? uns gab es doch, wir haben existiert! und sind unsere gene toller als die von anderen, dass sie um jeden preis weitergegeben werden müssen? "die deutschen"? und wer ist das? hier geborene? hier geborene, deren eltern woanders geboren wurden? leute mit deutschem pass? amerikaner würden sich die haare raufen!!

Ariela
10.09.2008, 15:37
@kayla

Meine Liebe. Du hast zu kurz gedacht. Diese Neigung ist ja nicht individuell zu sehen. Sondern geographisch. Jede der alten Hochkulturen ging genau daran zu Grunde. Die dekadente Urbevölkerung starb langsam aus, und die Zuwanderer übernahmen das Feld.

Ich verurteile doch niemanden. Ich sage nur, das hat Folgen. Kleines Beispiel: Frankfurt 2008: 67 % der Babies sind Zuwanderer.

GB: 4 graue Eichhörnchen haben den Bestand der roten im ganzen Land vollständig ausgelöscht - bis auf winzige Reste.

also doch, wie vermutet. :gegen die wand: es geht um die tollen "Deutschen".

wen stört es denn bitte, wenn der großteil der auf diesem geografischen gebiet lebt, irgendwann von woanders kommt? ist in den usa doch auch so. deutschland ist im übrigen ein kunstgebilde aus lauter fürstentümern, zwischen denen auch fröhlich hin- und her migriert wurde. das ist doch alles absurd.

stattdessen sollte man sich eben um die kinder kümmern, die JETZT hier leben. was interessiert es uns denn, woher deren vorfahren kommen? wer so schreibt, muss sich den vorwurf des rassismus schon gefallen lassen.

Ariela
10.09.2008, 15:40
Wenn du ein Handwerker wärest, der brauchbare Lehrlinge sucht, würdest du vielleicht anders denken.

ach, ist da den "deutschen" was besseres in die wiege gelegt, qua genpool??? das sind doch wohl soziale probleme!!! dann verbessern wir doch die startchancen derjenigen, die hier leben, egal, ob migrantenkinder oder nicht, ich glaub mein schwein pfeift! in den usa gibt es auch genug soziale probleme, aber bei der definition eines "amerikaners" würde niemand auf die idee kommen zu sagen: "ohne migrationshintergrund"! was wäre das für ein ausgemachter schwachsinn!

Ariela
10.09.2008, 15:46
Hallo!
Ich finde Frauen, die keine Kinder bekommen, überhaupt nicht mutig, im Gegenteil! Sie wählen einen bequemen Weg und gehen Verantwortung und auch vielen Sorgen aus dem Weg und brauchen sich nur um sich selbst zu kümmern.


Gähn!!!! Was ist mit Verantwortung für Partner, Freunde, Eltern, Beruf, politische Ämter, große Ziele? Und glaubst Du ernsthaft, ich habe weniger Probleme als Leute mit Kindern??? Wessen Leben ist bitteschön "bequem"? Wieso ist es nicht möglich, verschiedene Lebensentwürfe als gleichwertig anzuerkennen? Warum muss man immer den jeweilig anders lebenden Leuten negative Attribute zusprechen? Werfe ich Eltern vor, sie wollten zum Beispiel:
- bedingungslose Liebe über Kinder erleben?
- dass ihnen endlich mal jemand gehorcht?
- sich ungestört ins Private zurückziehen und sich um die Probleme der Welt nicht mehr kümmern?
- einfach sein wie die Mehrheit?
- die Sinnfrage bequem erledigen?

DAS WÄRE DOCH AUCH BLANKER UNSINN, ODER?

Ariela
10.09.2008, 15:50
Zitat von kaimqasem
Wenn Frauen und Männer heute mit 34 anfangen zu überlegen, ob sie Kinder bekommen wollen oder nicht, dann zeugt das von einer Reifeverschiebung in ihrer Entwicklung.

nein, es zeugt davon, dass sie sich heute selbst entscheiden können. dafür ist vielleicht mehr "reife" erforderlich als bei einer frau 1956, denn da "war es einfach so" und man brauchte nur den weg gehen, der eh vorgezeichnet war.

mondbaer
10.09.2008, 16:40
Diese Frage haben sich mein Mann und ich vor drei Jahren auch gestellt. Eigentlich war klar, daß wir keine Kinder wollten. Wir sind beide selbstständig, haben/hatten unseren festen Platz im Leben. Fremde Kinder gingen uns prinzipiell auf die Nerven. Und doch war da irgendwie auf einmal das Gefühl, daß was fehlt. Wir haben Glück gehabt und sind 2006 Eltern geworden. Keiner von uns hätte sich vorher vorstellen können, was da auf einen zukommt. Es ist unheimlich anstrengend, Eltern zu sein - und wunderschön. Es kommt so viel Liebe und Inspiration zurück, daß ich jeden bedauere, der diese Erfahrung nicht machen kann.

Lalique
10.09.2008, 16:55
Du lieber Himmel, Ariela, da habe ich ja mal wieder was angerichtet :smirksmile: !
Fühl dich doch nicht gleich so angegriffen! Ich habe doch selber durch die Blume gesagt, dass ich nicht erpicht bin auf Enkelkinder, und deiner Argumentation nach müsste ich dann ja meinen Söhnen all die Dinge unterstellen, die du meinen Worten unterstellst!
Ich habe den Satz im Artikel aufgegriffen, Frauen ohne Kinder seien "mutig", und den finde ich aus den genannten Gründen falsch, ohne diese damit in irgendeiner Weise schlechtmachen zu wollen!
Aber Fakt ist, dass Frauen, die heute Kinder bekommen - und ich habe explizit Frauen, die sich nullkommanix denken beim Zeugen von Nachwuchs, ausgenommen, denn um die geht es hier nicht - also intelligente Frauen, die offenen Auges heute Kinder bekommen, als mutig bezeichnet, und das sind sie ohne Frage.
Sie bürden sich und ihren Kindern eine mehr als ungewisse Zukunft auf.
C'est tout!
Verstehst du es jetzt besser? Ich habe doch nicht das Engagement Kinderloser für dies und das in Frage gestellt!

LG
Lalique

p.s. und sag lieber nicht "gähn" im gleichen Atemzug mit einer wütenden mail, das passt nicht zusammen... :smirksmile:

Lalique
10.09.2008, 17:04
nein, es zeugt davon, dass sie sich heute selbst entscheiden können. dafür ist vielleicht mehr "reife" erforderlich als bei einer frau 1956, denn da "war es einfach so" und man brauchte nur den weg gehen, der eh vorgezeichnet war.
Genau DAS meine ich.
Ich bekam 1964 ein ungeplantes Kind, in Zeiten ohne Pille, kriminalisierter Abtreibung und gesellschaftlicher Ächtung als ledige Mutter - was tat ich? Ich fügte mich dem Zeitgeist und heiratete mit 19 einen Mann, der überhaupt nicht zu mir passte.
Das war keine Entscheidung "für" ein Kind.
Dass ich mit Stolz auf meinen Sohn gucke und dann auch noch ein zweites Wunschkind bekam, WEIL mir das Muttersein gefiel, spielt dabei keine Rolle!
Ich selber wurde 1944 geboren, meine Schwester zwei Jahre später, wer glaubt wohl, dass es in diesen Zeiten in Deutschland Wunschkinder gab?
Es ist gut und richtig, sich die Entscheidung für ein Kind sehr, sehr gut zu überlegen.

LG
Lalique

p.s. weiß denn niemand etwas über den Prozentsatz der jugendlichen Analphabeten? Das würde mich viel eher interessieren als diese Diskussion, die doch eh schon lange in den Briforen tobt!

tjorgemon
11.09.2008, 09:58
Es gibt Frauen wie mich, die durch solche Artikel sehr verletzt werden. Die kinderlosen Frauen in meinem Umfeld, wie auch ich selbst, haben nicht freiwillig auf Kinder verzichtet und ein Aufruf einfach mal so eben schwanger zu werden ist einfach lächerlich.
Ich bin in einem anspruchsvollem Beruf tätig, werde überdurschnittlich bezahlt und könnte sogar in diesem Beruf wunderbar Teilzeit arbeiten. Da mein Beruf mich an bestimmte Plätze bindet wohne ich 140 km entfernt von Eltern und Geschwistern wie auch meinem Partner. Dieser ist beruflich dort gebunden, ein Wechsel nicht möglich. Er hat bereits eine inzwischen erwachsene Tochter für die immer noch Unterhalt gezahlt wird ( Ende nicht in Sicht ). Auch die Exfrau hat viele Jahre Unterhalt erhalten. Ich bin jetzt 43 Jahre alt, habe immer Kinder gewollt ( Habe selbst drei Geschwister, davon eines schwer behindert )
Unterbreche ich meine berufliche Tätigkeit für mehr als ein Jahr, verliere ich meinen Job für immer. Von einem Gehalt können wir
nicht leben. Und meine Uhr ist jetzt nun mal so gut wie abgelaufen.
Nun lebe ich hier einsam und alleine vor mich hin, fahre jeden Tag eine gute Stunde mit dem Zug zur Arbeit und abends wieder zurück und sehe meine Familie alle zwei Wochen für zwei Tage.
Ich bin mit diesem Schicksal kinderlos zu sein nicht alleine und wir Betroffenen empfinden z.B. unseren Zusatzbeitrag in die Pfegeversicherung als Strafabgabe. Wir werden im Alter keine Angehörigen haben, die uns mit kleinen Hilfestellungen unterstützen können. Seit Einführung dieser Zusatzabgabe ( Die Höhe ist nicht das Problem ) habe ich meine Ausgaben für Geschenke etc. z.B. für Neugeborene drastisch reduziert.
Ich brauche mein Geld im Alter selbst, denn wir kinderlosen Frauen werden zum neuen Feindbild in Deutschland und sind völlig auf uns selbst gestellt.

cella
11.09.2008, 12:32
Verhütung gab es 1964 auch schon,ich glaube sogar die Pille,aber nur für verh. Frauen (ich weiss das von einer "emanzipierten" Tante),aber klar,damals waren die sog."Muss-Ehen" was für ein Horrorwort! noch sehr häufig.Sogar als ich noch Kind war (Jahrg.
1965),gab es bei uns auf dem Lande,immer mal wieder Pärchen,die "heiraten mussten".Nicht immer endeten diese Verbindungen übrigens unglücklich.Für viele der jungen Frauen war es auch eine Flucht,aus einem langweiligen,schlecht bezahlten
Job,das Hausfrauenleben war durchaus erwünscht.
Meinen Sohn bekam ich auch ungeplant,in der Pillenpause,mein Mann gerade mit dem Studium fertig,ich voll berufstätig.Klar wollten wir Kinder, nur etwas später:zwinker: es war dann aber trotz kleiner Wohnung und anfangs wenig Geld völlig ok und schön.
Meine Tochter kam dann schon als "Wunschkind",ein grosses Privileg,finde ich.
Heute wird viel zuviel geplant und das wenn möglich bis ins Detail,
kenne eine Kollegin,die sogar den Geburtsmonat planen wollte,das klappte natürlich nicht.Warum muss alles immer "perfekt"sein,bis ein Kind kommen "darf" !?Manchmal wollen sie dann gar nicht mehr so recht...! Mit ewigem bedenken und abwägen kommt frau da nicht weiter,ich verstehe auch nicht,das sich Mittdreissiger/innen noch "zu jung" für Kinder empfinden,da hat sich erheblich was verschoben in der Warhrnehmung.
Ich finde nicht, das es heute mutiger ist,Kinder in die Welt zu setzen,die globalen Probleme werden einem nur bewusster,durch höhere Bildung,Medienverbreitung ectr.War es kein Risiko,in Kriegen (die ja früher sehr häufig waren),Zeiten grosser Seuchen,Hungersnöten usw Kinder in die Welt zu setzen!?Klar,es gab da kaum Alternativen,aber heute wird vieles dramatisiert,
noch nie ging es der Mehrheit so gut,ökonomisch,in der Gesundheitsvorsorge,von den staatlichen Hilfen mal ganz zu Schweigen.Diese ganze Denke ist auch "schichtspezifisch" ,
die sogenannte "Unterschicht" macht sich da weniger Kopf,was so natürlich auch nicht gut ist,aber die die es sich am meisten "leisten" könnten,bekommen die wenigsten Kinder.Das ist auch ok,aber Gejammer im Nachhinein ist da fehl am Platz.Man kann sein Leben nicht wie das Mobiliar "designen",Unwägbarkeiten und auch Schicksalsschläge kommen,ob man plant oder nicht.
Respekt habe auch auch vor Leuten die ganz klar sagen,aus welchen Gründen auch immer :"Kinder,für mich kein Thema",jeder kennt sich am besten und oft genug sind es gute Gründe,die man nicht klein reden kann.Aber dieses ewige Rumgeeiere"eigentlich will ich ja,aber vielleicht jetzt noch nicht,bischen später oder doch erst in 5 Jahren",ist inkonsequent und albern.
LG,Cella

SupaWetta
11.09.2008, 12:35
herrje; wie ich sehe, verteilt lorenz ja in allen diesbezüglichen strängen seine "weisheiten".

ich sag mal so: wenn lauter lorenz-artige das ergebnis vom kinderkriegen sind - ich verzichte freiwillig gerne :freches grinsen:


lgS

Ariela
11.09.2008, 14:13
Du lieber Himmel, Ariela, da habe ich ja mal wieder was angerichtet :smirksmile: !
Fühl dich doch nicht gleich so angegriffen! Ich habe doch selber durch die Blume gesagt, dass ich nicht erpicht bin auf Enkelkinder, und deiner Argumentation nach müsste ich dann ja meinen Söhnen all die Dinge unterstellen, die du meinen Worten unterstellst!
Ich habe den Satz im Artikel aufgegriffen, Frauen ohne Kinder seien "mutig", und den finde ich aus den genannten Gründen falsch, ohne diese damit in irgendeiner Weise schlechtmachen zu wollen!
Aber Fakt ist, dass Frauen, die heute Kinder bekommen - und ich habe explizit Frauen, die sich nullkommanix denken beim Zeugen von Nachwuchs, ausgenommen, denn um die geht es hier nicht - also intelligente Frauen, die offenen Auges heute Kinder bekommen, als mutig bezeichnet, und das sind sie ohne Frage.
Sie bürden sich und ihren Kindern eine mehr als ungewisse Zukunft auf.
C'est tout!
Verstehst du es jetzt besser? Ich habe doch nicht das Engagement Kinderloser für dies und das in Frage gestellt!

LG
Lalique

p.s. und sag lieber nicht "gähn" im gleichen Atemzug mit einer wütenden mail, das passt nicht zusammen... :smirksmile:


dann war "sie [kinderlose frauen] gehen verantwortung (...) aus dem weg" wohl missverständlich formuliert; auf diesen satz hatte ich es "abgesehen" - und "gähn" stand für: "wie abgegriffen". wenn du das gar nicht meintest, schreib es doch nicht....

Lalique
11.09.2008, 17:17
dann war "sie [kinderlose frauen] gehen verantwortung (...) aus dem weg" wohl missverständlich formuliert; auf diesen satz hatte ich es "abgesehen" - und "gähn" stand für: "wie abgegriffen". wenn du das gar nicht meintest, schreib es doch nicht....
Nun ja, ich finde meinen Text eben nicht abgegriffen und du hättest deine Kritik nicht so allgemein halten sollen, wenn dich hauptsächlich die Vokabel "Verantwortung" stört!
Aber ich gebe zu, auch ich hätte es anders formulieren müssen, es entstand ein schiefes Bild, denn ich meine natürlich nicht allgemein Verantwortung dem Leben gegenüber, sondern die zusätzliche Verantwortung für die eigenen Kinder, die größer ist als jede andere.
@Tjorgemon
Ich denke, niemand kann im Ernst von dir erwarten, dass du in deiner Situation Kinder bekommst. Der Artikel hätte da wirklich differenzieren müssen!
Es kann sehr viel dagegen sprechen, ein Kind zu haben, nicht jede Frau ist eine bekannte Schriftstellerin, die zu Hause arbeitet und natürlich alles auf die Reihe kriegt!
Man braucht auch gar nicht mal nur Akademikerinnen oder sogenannte Karrierefrauen heranzuzerren, es gibt Berufe, die sind so gut wie nicht kompatibel mit Kindern. Alle im Verkauf, alle im Schichtdienst zum Beispiel, und das sind sehr viele.
Meist geht das dann nur, wenn die Großeltern vollen Einsatz bringen (können und wollen), aber auch das ist heute nicht mehr so wie früher. Unsere Gesellschaft hat sich enorm gewandelt seit meiner Jugend, dem muss man doch Rechnung tragen!
@Cella
Komischerweise hört man überall das Argument, dass Frauen immer Kinder bekamen, auch in den schrecklichsten Situationen.
Dabei ist verlässliche Verhütung eine Erfindung der Neuzeit, legale Schwangerschaftsunterbrechungen auch. Es ist Fakt, dass die Frauen erst seit etwa 40 Jahren die freie Entscheidung haben.
Nicht mal Kondome bekam ein unverheirateter Mann ohne Beziehungen. Die konnte man(n) damals nicht an jeder Ecke aus dem Automaten ziehen.
Meine Mutter ist durchgedreht, als sie mitten im Bombenkrieg mit mir schwanger wurde und zwei Jahre später in einem Hungerwinter nochmal mit meiner Schwester.
Ich lag mit meiner Schwester 1947 tagelang im Bett, weil wir nichts zum Heizen hatten bei Temperaturen unter 20 Grad, wir wären sonst erfroren! Die Füße SIND mir erfroren, ich hatte aufgeplatzte Frostbeulen überall, weil wir nur dünne Schuhchen hatten und irgendwann ja mal raus mussten.
Ich weiß noch, wie ich da saß und heulte, als die Füße auftauten und ach, noch viel mehr! Ich könnte stundenlang über diese Zeit schreiben, in der ich ja nicht mal das ganze Elend bewusst erlebte, weil ich noch so klein war.
Und da glaubt jemand im Ernst, dass eine Frau bei Verstand in DER Zeit Wunschkinder bekommen hat?
Es gab ab Anfang der 60-er Jahre eine gute Zeit, in der hatte ich das Glück, meine Kinder großziehen zu können, aber das ist alles Geschichte.
Die Zeiten sind ungleich härter geworden, das bilde ich mir nicht nur ein.
Ich war und bin gerne Mutter, aber ich hatte es alles in allem sehr leicht.
Hut ab vor jeder Frau, die sich für Kinder entscheidet, es ist mutig und vertrauensvoll dem Leben gegenüber, aber ich verstehe auch jede , die sich dem nicht gewachsen fühlt.
Für viele ist es doch schwer genug, sich heute selber zu ernähren, viele junge Menschen können es sich nicht mal leisten, zu Hause auszuziehen, und da sollen sie auch noch Kinder bekommen?

LG
Lalique

priscilla69
12.09.2008, 13:41
Meine Meinung ist, dass es für viele selbstverständlich ist, Kinder zu kriegen bzw. zu wollen bzw. das als "Normalfall" angesehen wird. Deswegen muss man sich als gewollt Kinderlose auch meist rechtfertigen, warum man keins haben will...
Ich habe nie das Bedürfnis nach Kindern verspürt, schon als Kind wollte ich nie "Vater, Mutter, Kind" spielen, wollte keine Puppen, sondern habe nur Stofftiere gehabt. Vielleicht steckt das also einfach in einem drin. Ich mußte mich nie bewußt "dagegen" entscheiden, sondern es war mir schon immer klar, dass ich mich nicht fortpflanzen will. Ich kann nicht viel mit Kindern anfangen, finde das eine oder andere schon mal süß oder nett (wie ich auch kleine Tiere süß finde - Kindchenschema eben), kann mir aber nicht vorstellen, mein Leben mit einem Kind zu verbringen.

maresa1111
12.09.2008, 22:10
Menschen!
Nicht alle, gluecklicherweise!
Aber manche, weil es nicht zu ihnen persoenlich passt!

Inaktiver User
12.09.2008, 22:23
Es gibt Frauen wie mich, die durch solche Artikel sehr verletzt werden. Die kinderlosen Frauen in meinem Umfeld, wie auch ich selbst, haben nicht freiwillig auf Kinder verzichtet und ein Aufruf einfach mal so eben schwanger zu werden ist einfach lächerlich.
Ich bin in einem anspruchsvollem Beruf tätig, werde überdurschnittlich bezahlt und könnte sogar in diesem Beruf wunderbar Teilzeit arbeiten. Da mein Beruf mich an bestimmte Plätze bindet wohne ich 140 km entfernt von Eltern und Geschwistern wie auch meinem Partner. Dieser ist beruflich dort gebunden, ein Wechsel nicht möglich. Er hat bereits eine inzwischen erwachsene Tochter für die immer noch Unterhalt gezahlt wird ( Ende nicht in Sicht ). Auch die Exfrau hat viele Jahre Unterhalt erhalten. Ich bin jetzt 43 Jahre alt, habe immer Kinder gewollt ( Habe selbst drei Geschwister, davon eines schwer behindert )
Unterbreche ich meine berufliche Tätigkeit für mehr als ein Jahr, verliere ich meinen Job für immer. Von einem Gehalt können wir
nicht leben. Und meine Uhr ist jetzt nun mal so gut wie abgelaufen.
Nun lebe ich hier einsam und alleine vor mich hin, fahre jeden Tag eine gute Stunde mit dem Zug zur Arbeit und abends wieder zurück und sehe meine Familie alle zwei Wochen für zwei Tage.
Ich bin mit diesem Schicksal kinderlos zu sein nicht alleine und wir Betroffenen empfinden z.B. unseren Zusatzbeitrag in die Pfegeversicherung als Strafabgabe. Wir werden im Alter keine Angehörigen haben, die uns mit kleinen Hilfestellungen unterstützen können. Seit Einführung dieser Zusatzabgabe ( Die Höhe ist nicht das Problem ) habe ich meine Ausgaben für Geschenke etc. z.B. für Neugeborene drastisch reduziert.
Ich brauche mein Geld im Alter selbst, denn wir kinderlosen Frauen werden zum neuen Feindbild in Deutschland und sind völlig auf uns selbst gestellt.

Ich finde, du klingst sehr verbitter, was ich aber nur teilweise nachvollziehen kann.

Ist dir klar, dass auch andere nicht alles im Leben haben? Du hast einen Partner, keiner will seinen Job aufgeben, und das geht in deinem speziellen Fall nicht mit einem Kind zusammen?? Für mich ist das nur eine Frage der persönlichen Prioriäten.

Irgendwie versteh ich deine Sitaution auch nicht, du verdienst gut, ihr könnt aber davon nicht leben?? Wieso denn nicht? Meinst du denn, andere Leute haben nur Kinder, weil beide das Supereinkommen haben? Wenn ihr beide wirklich Kinder hättet haben wollen, hättet ihr eben wie die Mehrheit der anderen Eltern auch auf was anderes verzichten müssen. Das nicht tun zu wollen ist deine Entscheidung gewesen.

Und die Leier von der Strafsteuer für Kinderlose nervt mich ehrlich gesagt sehr. Es geht nicht darum, jemand zu bestrafen, sondern diejenigen zu entlasten, die aufgrund ihrer Situation, nämlich Kinder zu haben, weniger leistungsfähig sind. Das finde ich nur gerecht. Alles andere würde nämlich bedeuten, dass Kinderlose finanziell noch besser gestellt sind als jetzt schon. Ihr habt die Möglichkeit, beide Vollzeit zu arbeiten und tut das auch, DAS wird besteuert, und nicht eure Kinderlosigkeit.

Inaktiver User
13.09.2008, 11:17
Ganz klar KEIN KIND!

Der Geruch, den viele Menschen an Babys als "Duft" empfinden hebt mir den Mageninhalt. Bei mir greift auch offensichtlich das Kindchenschema nicht, denn bis heute (und das wird auch ganz sicher so bleiben) gab es kein Baby/Kleinkind das ich als "süss" empfand vom Beschützerinstinkt ganz zu schweigen. So lange ich mich damit nicht abgeben muss ignoriere ich die Inhalte sämtlicher Kinderwagen.

Jaja ich weiß, ich bin schwerst gestört, aber damit lebe ich schon immer und bin zufrieden :kuss:. Durch mein klares Verhalten hatte ich z.B. auch nie das Problem das man mir fremde Plagen aufdrücken wollten. :yeah:

cella
13.09.2008, 19:22
Hallo Stella,Plagen,du meinst wahrscheinlich "Blagen"?!Übrigens,so eines warst du auch mal:freches grinsen: (Freud'scher Versprecher?)
Ich teile deine Kinder-Antipathie gar nicht,aber es gehört Mut dazu,sich so zu "outen",auf jeden Fall ist deine Entscheidung die richtige,auch im Sinne der etwaigen Kinder,
LG,Cella

sehfrau
13.09.2008, 19:53
Hallo,
der Artikel in der Brigitte hat mich schon geärgert. Was ist denn mit den Frauen, die einfach keinen Partner finden, der bereit ist, Vater zu sein?
Für mich wäre eine Entscheidung für ein Kind leider das Ergebnis eines One Night Stands oder einer Affäre, und Alleinerziehung wäre die Folge. Nicht sehr erstrebenswert. Ich kann nicht sagen, dass es mir an Möglichkeiten, schwanger zu werden, dauerhaft mangelt. Aber die Kandidaten sind entweder gebunden oder haben schon Kinder und wollen keine weiteren. Also leider keine potentiellen Väter, kein bindungswilliger Mann. Und ein echter Partner ist schon Voraussetzung, auch wenn es natürlich keine Garantie für die Dauer von Beziehungen gibt. Der „Stern" betitelte das Thema in diesem Jahr treffend: "City ohne Sex - Warum so viele Frauen nicht den richtigen Mann finden". Da gehöre ich dazu, und ich bin nicht die einzige.
Leider muss ich den schwarzen Peter an all jene Männer – von ihnen gibt es einige – geben, die Dinge sagen wie „ich will nur meinen Spass, nicht mehr“. Es hat auch in meinem 38-jährigem Leben nie eine Situtation gegeben, in der ich mich zusammen mit einem Partner für oder gegen ein Kind entscheiden mußte.

Lalique
15.09.2008, 08:10
Hallo Sehfrau,
ich höre das, was du sagst, von vielen Frauen um die 40 und kann dich gut verstehen. Die reproduktiven Jahre sind begrenzt, und schnell ist es zu spät.
Für ein Kind braucht frau Platz, Zeit, Geld und vor allem den richtigen Mann, wobei der das Wichtigste überhaupt ist, wenn das eine oder andere sonst fehlt, kriegt man das gemeinsam schon hin, wenn die Beziehung stimmt.
Sag dir einfach: das Leben hat für mich entschieden und wer weiß, wofür es gut ist.
Es gibt so viele Unwägbarkeiten, und wir kennen die Zukunft nicht.
Damit will ich aber keineswegs Mütter mit heranwachsenden Kindern ärgern oder ihre Entscheidung in Frage stellen, ich habe ja selber Kinder geboren.
Das Leben ist eine komplexe Geschichte und es gibt kein richtig oder falsch.

Have a nice brandnew week,
Lalique

Inaktiver User
15.09.2008, 10:05
Wenn Frauen und Männer heute mit 34 anfangen zu überlegen, ob sie Kinder bekommen wollen oder nicht, dann zeugt das von einer Reifeverschiebung in ihrer Entwicklung. Die Ursache hierfür liegt meiner Einschätzung nach in der übertriebenen Individualbetreuung und -zuwendung eines Kindes im Westen der Bundesrepublik, die heute eben schon weit vorgeburtlich beginnt. Es wird Kindern zu wenig abverlangt auf dem Weg zur Selbstständigkeit.

Den Gedanken finde ich interessant - denn bisher habe ich es immer umgekehrt gesehen:
weil es nur noch "das eine" Kind gibt ... oder vielleicht auch nicht ... jedenfalls lange darüber nachgedacht wird, wird dieses Kind (ebenfalls schon vorgeburtlich) zum "Prinzchen".

Auf das sich dann alles fokussiert, denn "ich habe ja bewusst so entschieden - dann kann ich uns doch jetzt nicht einfach irgendwie durchwurschteln!"

T.

LorenzM
15.09.2008, 10:44
also intelligente Frauen, die offenen Auges heute Kinder bekommen, als mutig bezeichnet, und das sind sie ohne Frage.
Sie bürden sich und ihren Kindern eine mehr als ungewisse Zukunft auf.
C'est tout!


LG
Lalique
:

War die Zukunft nicht schon immer ungewiss?

Waren die Menschen vor uns da nicht wirklich mutiger?

Für mich war die Überlegung so: Die Kinder die jetzt und hier zu mir kommen werden, haben sich das auch ausgesucht.

Ich meine das auch so. Und fühlte mich vor allem dafür zuständig, sie zu freigeistigen, klugen und selbstverantwortlichen Menschen zu erziehen - ohne was an ihnen zu beschädigen.

LorenzM
15.09.2008, 10:51
... Wir werden im Alter keine Angehörigen haben, die uns mit kleinen Hilfestellungen unterstützen können. Seit Einführung dieser Zusatzabgabe ( Die Höhe ist nicht das Problem ) habe ich meine Ausgaben für Geschenke etc. z.B. für Neugeborene drastisch reduziert.
Ich brauche mein Geld im Alter selbst, denn wir kinderlosen Frauen werden zum neuen Feindbild in Deutschland und sind völlig auf uns selbst gestellt.


Aus deinen Worte lese ich alles was ich mit "willst du so enden" meinte.

Für diesen Mann, für eure 2 Einkommen, für eure 2 Renten hast du auf ein Kind verzichtet - das tut weh - aber man kann sich ja alles zurecht legen, und die Verantwortung dafür abstreifen.

Hoffentlich war es das wert - und er hat nicht nebenher schon eine Jüngere mit der er dann doch noch Nachwuchs bekommt.

Da wärst du nicht die Erste, die sich so ausnutzen lies.

LorenzM
15.09.2008, 10:55
Meine Meinung ist, dass es für viele selbstverständlich ist, Kinder zu kriegen bzw. zu wollen bzw. das als "Normalfall" angesehen wird. Deswegen muss man sich als gewollt Kinderlose auch meist rechtfertigen, warum man keins haben will...
Ich habe nie das Bedürfnis nach Kindern verspürt, schon als Kind wollte ich nie "Vater, Mutter, Kind" spielen, wollte keine Puppen, sondern habe nur Stofftiere gehabt. Vielleicht steckt das also einfach in einem drin. Ich mußte mich nie bewußt "dagegen" entscheiden, sondern es war mir schon immer klar, dass ich mich nicht fortpflanzen will. Ich kann nicht viel mit Kindern anfangen, finde das eine oder andere schon mal süß oder nett (wie ich auch kleine Tiere süß finde - Kindchenschema eben), kann mir aber nicht vorstellen, mein Leben mit einem Kind zu verbringen.

In deinem Fall finde ich es auch richtig und logisch, wenn du keine bekommst. Das wäre ja für beide Seiten nicht schön. Und ich finde auch, das ist Grund genug. Also ist keine Rechtfertigung nötig.:blumengabe:

Schlimm finde ich Frauen, die einfach unklar die 40 überschreiten und dann mit aller Gewalt doch noch ...

Inaktiver User
15.09.2008, 12:28
Foul, Lorenz - Du gehst zu weit.

Ich habe hier nichts zu bewerten - aber in dieser Reihe möchte ich nicht stehen. Red' alleine weiter.

T.

LorenzM
15.09.2008, 12:42
Foul, Lorenz - Du gehst zu weit.

Ich habe hier nichts zu bewerten - aber in dieser Reihe möchte ich nicht stehen. Red' alleine weiter.

T.

Also hast du auch schon in diese Richtung gedacht.

BRIGITTE Community-Team
15.09.2008, 13:37
LorenzM, es steht Ihnen frei, sich zu dem Thema sachlich zu äußern. Beurteilungen von Meinungen anderer Userinnen wünschen wir an dieser Stelle nicht. Bitte verzichten Sie darauf.

Viele Grüße
das BRIGITTE.de-Team

LorenzM
15.09.2008, 14:01
In Ordnung. Aber das sollte doch keine Beurteilung sein.

Sumpfhuhn75
15.09.2008, 19:56
Wenn Frauen und Männer heute mit 34 anfangen zu überlegen, ob sie Kinder bekommen wollen oder nicht, dann zeugt das von einer Reifeverschiebung in ihrer Entwicklung. Die Ursache hierfür liegt meiner Einschätzung nach in der übertriebenen Individualbetreuung und -zuwendung eines Kindes im Westen der Bundesrepublik, die heute eben schon weit vorgeburtlich beginnt.

Es wird Kindern zu wenig abverlangt auf dem Weg zur Selbstständigkeit. Das Resultat ist, dass viele 30jährige Kinder eben solche Entscheidung nicht zu treffen in der Lage sind.


Hm...glaube ich so nicht.

Ich persönlich war bis Ende 20 einfach mit meiner Ausbildung beschäftigt (Studium + berufstätig zur Finanzierung etc.).

Heutzutage wird jede 2. Ehe gechieden oder so - da wollte ich als Frau eine fundierte Ausbildung haben, falls ich mal mit 2 oder 3 Kindern alleine dastehe...

Ausbildung wird immer teurer und zeitintensiver - die meisten meiner Studieumkollegen/innen wurden nicht vor Ende 20 fertig.

Ist sicher nicht der einzige Grund, aber doch wichtig.

Sumpfhuhn

Lalique
16.09.2008, 08:36
War die Zukunft nicht schon immer ungewiss?

Waren die Menschen vor uns da nicht wirklich mutiger?


Lorenz, zum hunderttausendstenmal: die Zukunft war immer ungewiss, aber die Menschen waren nie mutig!
Der Nachwuchs stellte sich ein, ob er erwünscht war oder nicht. Erst seit einigen Jahrzehnten gibt es erstens verlässliche Verhütung und zweitens den Notausgang des Abbruchs.
Erst mit diesen Voraussetzungen können Menschen PLANEN und selber bestimmten, ob sie Kinder bekommen oder nicht.
Mal sehen, wie oft dieses Argument, dass Menschen schließlich zu allen Zeiten Kinder bekamen, noch kommt...
Als ob das ein Argument FÜR Kinder wäre! Denk mal an das erbärmliche Leben vieler Menschen.
Es ist ein Segen, dass Frauen jetzt die freie Entscheidungsmöglichkeit haben!

LG
Lalique

Sonderzeicen
17.09.2008, 21:40
Mal sehen, wie oft dieses Argument, dass Menschen schließlich zu allen Zeiten Kinder bekamen, noch kommt...

yepp. wie heisst es doch immer so schoen: platz ist auch in der kleinsten huette....

Lalique
18.09.2008, 14:53
yepp. wie heisst es doch immer so schoen: platz ist auch in der kleinsten huette....
Ja klar :smirksmile: !
Das erinnert mich an einen Mormonen, der drei Frauen hatte und arbeitslos war.
Er lebt mit allen dreien und 17 Kindern im Keller seines Bruders und die Kinder wurden am Abend zum Schlafen gelegt in zwei Reihen eins neben das andere.
Der Mann war 37 Jahre alt, die Frauen alle jünger und alle drei waren schon wieder schwanger!
Na denne! Die Menschheit darf schließlich nicht aussterben...

LG
Lalique

Trompete
18.09.2008, 20:27
Als Mutter zweier Töchter von denen eine zwei Kinder (absolut gewollt) hat, während die andere ihre Nichte und Neffen zwar heiß und innig liebt, für sich selbst jedoch Kinder (wenn überhaupt) in noch sehr sehr weiter Ferne sieht habe ich Verständnis für beide Einstellungen und Lebensentwürfe. Wenn man wie ich die Entwicklung und Eigenarten der eigenen Kinder verfolgen konnte, ist es nur zu logisch die Entscheidungen für bzw. gegen Kinder nachvollziehen zu können. Hüten wir uns doch vor dem erhobenen Zeigefinger "Du wirst schon sehen......".
Jede Entscheidung, allein bzw. mit dem Partner getroffen, soll und muß man akzeptieren. Die Betroffenen müssen schließlich in erster Linie damit leben. Schlimm finde ich "Moralin tropfende" Kommentare in Bezug auf die ach so Karriere geilen Frauen, welche ja alle nur ihr Ego pflegen genauso wie Aussprüche, daß ein Leben nur einen Sinn mit Kindern macht.
Bedenklich finde ich allerdings die Aussage der Psychologin Angela Voß, daß man ohne Kinder mehr Zeit für intensive Beziehungen hat und mehr Möglichkeiten aus seinem Leben etwas zu machen:ooooh: .
Das empfinde ich, seit 33 Jahren fast nur Hausfrau und Mutter, schon fast als Beleidigung. Jeder hat die Möglichkeit Beziehungen zu pflegen, das soll nämlich auch im privaten, häuslichen Bereich mit vielen Freunden und Bekannten gehen. Oder braucht man dazu grundsätzlich die Voraussetzung "raus zu gehen". Möglichkeiten aus meinem Leben etwas zu machen habe und hatte ich in meinem Leben genug, es kommt doch wohl darauf an seine Chancen zu nutzen und sich entsprechend seiner Neigungen weiter zu bilden.
Wer sagt, daß man sich als Hausfrau und Mutter über nichts anderes unterhalten kann als über Kinder und Haushalt.:peinlich:
Hüten wir uns doch vor allzu schnellen Pauschalierungen.

Ein sehr schoener Beitrag! Stimme dem vollends zu!

Trompete
18.09.2008, 20:36
Schlimm finde ich Frauen, die einfach unklar die 40 überschreiten und dann mit aller Gewalt doch noch ...

So pauschal kann man das doch nicht sagen- das wird in Zeitschriften gerne so dargestellt, ich denke, die Realitaet sieht oft anders aus. Vielleicht probieren es diese Frauen auch schon seit Jahren und es klappt dann endlich mit Anfang 40, das kann man von aussen nie sagen.

Trompete
18.09.2008, 20:52
die Zukunft war immer ungewiss, aber die Menschen waren nie mutig!
Der Nachwuchs stellte sich ein, ob er erwünscht war oder nicht. Erst seit einigen Jahrzehnten gibt es erstens verlässliche Verhütung und zweitens den Notausgang des Abbruchs.
Erst mit diesen Voraussetzungen können Menschen PLANEN und selber bestimmten, ob sie Kinder bekommen oder nicht.
Als ob das ein Argument FÜR Kinder wäre! Denk mal an das erbärmliche Leben vieler Menschen.
Es ist ein Segen, dass Frauen jetzt die freie Entscheidungsmöglichkeit haben!

LG
Lalique

Ich stimme dem durchaus zu, denke aber, dass es auch viel mit dem-na, sagen wir, Grundvertrauen eines Menschen ins Leben zu tun hat, ob er sich fuer oder gegen Kinder entscheidet.
So sehe ich zum Beispiel, dass Freunde, die eine negative Einstellung zum Leben haben, sich meist gegen Kinder entscheiden- oft auch mit dem Argument, dass diese Welt ja langsam den Bach runtergeht.

Sonderzeicen
18.09.2008, 21:13
Ich stimme dem durchaus zu, denke aber, dass es auch viel mit dem-na, sagen wir, Grundvertrauen eines Menschen ins Leben zu tun hat, ob er sich fuer oder gegen Kinder entscheidet.
So sehe ich zum Beispiel, dass Freunde, die eine negative Einstellung zum Leben haben, sich meist gegen Kinder entscheiden- oft auch mit dem Argument, dass diese Welt ja langsam den Bach runtergeht.

ich finde solche begruendungen immer seltsam.

was soll das sein - Grundvertrauen eines Menschen ins Leben?

wahrscheinlich wissen die leute selber nicht, warum sie kinder wollen oder womoeglich schon welche in die welt gesetzt haben, und da kommen ihnen dann so abstruse begruendungsversuche in den sinn.

warum sagt eigentlich keiner, ich will kinder, weil ich kinder mag? :ooooh:

dies und eine stabile soziale/finanzielle absicherung - mehr ist nicht noetig.

Trompete
18.09.2008, 21:41
ich finde solche begruendungen immer seltsam.

was soll das sein - Grundvertrauen eines Menschen ins Leben?

wahrscheinlich wissen die leute selber nicht, warum sie kinder wollen oder womoeglich schon welche in die welt gesetzt haben, und da kommen ihnen dann so abstruse begruendungsversuche in den sinn.

warum sagt eigentlich keiner, ich will kinder, weil ich kinder mag? :ooooh:

dies und eine stabile soziale/finanzielle absicherung - mehr ist nicht noetig.

Ok, ich werde mal deutlicher: Es gibt Leute, die keine Kinder wollen, weil -so sagen sie, diese Welt ja eh bald zugrunde geht. Aehnlich wie das Argument damals in den 80ern eben, Waldsterben etc. Ich sehe in meiner Umgebung, dass die Leute, die dieses Argument benutzen, eine sehr negative Einstellung zum Leben haben. "Beziehungen halten ja eh nicht" etc. Damit schieben sie dieses Thema von sich weg, weil sich damit beschaeftigen natuerlich auch hiesse, die eigenen Probleme zu beackern.

Sonderzeicen
18.09.2008, 22:56
Ok, ich werde mal deutlicher: Es gibt Leute, die keine Kinder wollen, weil -so sagen sie, diese Welt ja eh bald zugrunde geht. Aehnlich wie das Argument damals in den 80ern eben, Waldsterben etc. Ich sehe in meiner Umgebung, dass die Leute, die dieses Argument benutzen, eine sehr negative Einstellung zum Leben haben. "Beziehungen halten ja eh nicht" etc. Damit schieben sie dieses Thema von sich weg, weil sich damit beschaeftigen natuerlich auch hiesse, die eigenen Probleme zu beackern.

ich glaube eher, sie schuetzen dieses argument vor, weil sie gar keine lust auf kinder haben, dies aber nicht zugeben wollen.

oder glaubst du, eine frau, die einen kinderwunsch hat, wird sich vom "waldsterben", vom klimawandel oder von den scheidungsraten davon abhalten lassen?

so ergibt sich die scheinbar negative oder besser: pessimistische weltsicht aus der notwendigkeit, sich fuer seine kinderlosigkeit rechtfertigen zu muessen.

Sonderzeicen
18.09.2008, 23:03
Hallo!
Ich finde Frauen, die keine Kinder bekommen, überhaupt nicht mutig, im Gegenteil! Sie wählen einen bequemen Weg und gehen Verantwortung und auch vielen Sorgen aus dem Weg und brauchen sich nur um sich selbst zu kümmern.

hier muss ich aber nun doch mal nachhaken:

diese aussage impliziert ja, dass alle gewollt kinderlosen frauen zu hause sitzen und nichts tun.

und dass nur muetter einen steinigen weg waehlen, sowie verantwortung und sorgen auf sich nehmen.

die mutterschaft ist fuer viele frauen immer noch ein bequemer und gesellschaftlich akzeptierter weg, aus einem ungluecklichen berufsleben auszusteigen.

Lalique
19.09.2008, 08:12
diese aussage impliziert ja, dass alle gewollt kinderlosen frauen zu hause sitzen und nichts tun.
Ach woher, kinderlose Frauen sind berufstätig! Weiter unten erkläre ich, wie ich das gemeint habe!


und dass nur muetter einen steinigen weg waehlen, sowie verantwortung und sorgen auf sich nehmen.
Mütter wollen und müssen heute auch berufstätig sein. Im Arbeitsleben wird selten auf ihre persönliche Situation Rücksicht genommen, d.h. diese erschwert ihnen sogar ihre Chancen in der Berufswelt. Sie werden auf mehreren Ebenen vom Leben ungleich mehr gefordert als Frauen ohne Kinder, weil diese enorm viel Sorge, Zuwendung, Zeit, Geld, Planung etc. brauchen.
Vor allem die notwendige Zeit für Kinder fehlt bei Berufstätigen. Kinder sind eine Lebensaufgabe. Sie laufen nicht einfach so nebenher wie ein Hobby!
Mütter sind jahrelang in eine Art Hamsterrad gespannt und auch die Sorge um die Kinder hört im Grunde niemals auf, bei aller Liebe zu ihnen oder gerade deshalb.
Das sehen Kinderlose oft voraus und wollen sich das ersparen. So meinte ich das.


die mutterschaft ist fuer viele frauen immer noch ein bequemer und gesellschaftlich akzeptierter weg, aus einem ungluecklichen berufsleben auszusteigen.
Von diesen Frauen spreche ich nicht.
Ich denke an gut ausgebildete Frauen mit einem beruflichen Lebensplan für sich selber, den sie zusammen mit dem Muttersein verwirklichen wollen.
DAS ist mein Ansatz, nicht Unterschichtenfrauen, die froh sind, von der berühmten Aldi Kasse wegzukommen und denen deshalb ein Leben mit Kind in rosigen Farbenn vorschwebt.
Ich bin doch viel älter als die meisten hier, und ich sehe, dass Frauen heute insgesamt mehr und anders gefordert sind als in meiner Jugend.
Das ist gut so, es macht das Leben interessanter und unabhängiger, gleichzeitig ist es aber viel schwieriger geworden, einen Kinderwunsch auszuleben, wenn nicht sehr viel Geld im Rücken ist, ein Mann, der die Fürsorge teilt, am besten noch fitte, einsatzfähige, begeisterte Großeltern.
Deshalb sage ich, dass Frauen, die heute bewusst Kinder bekommen, sehr mutig sind. Sie haben oft "trotz allem" Kinder.
Vor allem, wenn der Kinderwunsch sehr groß ist.
Problematisch wird es erst, wenn eine Frau nicht genau weiß, was sie eigentlich will.
Hat sie keinen Kinderwunsch, ist es auch klar, aber wenn sie hin und herschwankt, kommt einerseits alles hoch, was dagegen sprechen könnte und dann wieder alles, was dafür spricht.
Diese Entscheidung wurde den Frauen früher abgenommen.
Hatten sie Sex, so bekamen sie fast hundertprozentig im Laufe der Zeit auch Kinder. Heute ist das anders.
Nicht umsonst hat der Volksmund den Spruch von der "Qual der Wahl" geprägt...

LG
Lalique

cella
19.09.2008, 13:32
Die Zuordnung "Aldi-Kasse" = Unterschicht,finde ich fahrlässig!
Ich kenne auch Leute,Männer wie Frauen,die in solchen Jobs durchaus zufrieden sind,eben wegen Kundenkontkat ectr.,
zumal soche Firmen auch ausbilden.Ein guter Freund von uns hat so angefangen,mit einer Ausbildung im Einzelhandel,musste Regale einräumen und kassieren,heute sitzt er da im mittleren Management."Unterschicht" kann man heutzutage nicht nur über den ausgeübten Job erkennen,sondern eher in der Einstellung zum
Leben,die geht quer durch die Bevölkerung.

Inaktiver User
19.09.2008, 13:39
ich denke es geht beides....bloss sollte man schon einen gewissen Plan haben. Leider treffe ich immer viel Frauen die sehr jung Mutter geworden sind und dann den Wiedereinstieg verpasst haben, aus welchen Gründen auch immer.
Aber gerade heute kann beides gehen. Kein AG stempelt einen mehr ab wenn man sich schwanger meldet da es nicht bei vielen gleich bedeutet bin jetzt erstmal mindestens drei Jahre weg aus dem Berufsleben.
Sobald die Regierung deie Kinder und Jugendbildung sowie deren Betreuung endlich in den Focus nimmt ist es auch für Akademikermütter ohne Mutter im Hintergrund die alles auffängt möglich. (Ich probier es jetzt gerade aus allerdings mit Mutter und bin guter dinge, vor ein paar Jahren habe ich auch noch anders gedacht):engel:

Sonderzeicen
19.09.2008, 14:26
ich denke auch, die aldi-kassiererin ist alles andere als "unterschicht". immerhin muss sie ein hohes arbeitstempo an den tag legen, und das bei oft ununterbrochen langen schlangen. das erfordert disziplin und belastbarkeit, beides dinge, die fuer die "unterschicht" sehr untypisch sind.

Lalique
19.09.2008, 16:28
Gut, ich nehme die Aldi-Kassiererin zurück, wenn sie denn so einen tollen Job hat und kann es auch anders formulieren:
Frauen, die in Berufen arbeiten, die ihnen keine Freude machen und Frauen, die glauben, mit einem Kind seien alle Probleme gelöst, sind für mich in diesem Kontext nicht gemeint.
Wo diese Frauen überwiegend angesiedelt sind, weiß schließlich jeder, um böse Worte zu vermeiden...
Und ich werde keiner Frau ihren Kinderwunsch ausreden, Kinder können das Leben enorm bereichern, aber ich kann auch Frauen gut verstehen, die keine möchten aus den Gründen, die ich ja nun ausgiebigst genannt habe.
Ich sage hier nur, was ich denke, wie andere auch.

Have a nice weekend,
Lalique

Lalique
19.09.2008, 16:28
doppelt

Lalique
19.09.2008, 16:29
dreifach!

Lalique
19.09.2008, 16:29
vierfach !!!

Lalique
19.09.2008, 16:29
Tut mir Leid, mein Computer hat gesponnen!

Brigitta50
20.09.2008, 16:53
Ich bin Jahrgang 1950, war Einzelkind und wurde sehr streng erzogen. Ich war nicht gerne Kind. Wenn meine Mutter sagte "Du tust was ich sage, wenn Du selbst mal Kinder hast, kannst Du machen was Du willst!" dann wusste ich schon damals ganz genau, dass ich keine Kinder haben wollte (schon als ich noch nichteinmal "aufgeklärt" war). In dieser Zeit war Kinder zu haben nicht so glorifiziert wie heute, Kinder wurden nebenbei mit aufgezogen, meine Mutter war auch berufstätig. Ich musste früh im Haushalt mithelfen, das war völlig normal.

Meine Einstellung zu Kindern hat sich nie geändert. Da der Mensch die Neigung hat, das zu tun, was er früher gelernt hat, ist es wahrscheinlich auch besser, dass ich keine Kinder bekommen habe. Ich habe auch einen Mann geheiratet, der selber auch keine Kinder wollte, obwohl er mehrere Geschwister hat. Es ist nicht sinnvoll, Menschen zum Kinderkriegen bewegen zu wollen, die fühlen, dass sie dazu nicht geeignet sind.

Sonderzeicen
20.09.2008, 17:44
bis in die spaeten 60er jahre waren die meisten kinder eh "verkehrsunfaelle" und man arrangierte sich mit der elternschaft eher, als dass man sie als lebenserfuellung auffasste.

Inaktiver User
21.09.2008, 08:17
bis in die spaeten 60er jahre waren die meisten kinder eh "verkehrsunfaelle" und man arrangierte sich mit der elternschaft eher, als dass man sie als lebenserfuellung auffasste.

Das stimmt. Meine Mutter hat meinen Brüdern und mir auch oft genug gesagt, dass wir gar nicht geplant waren. :knatsch:

Naja, mir hilft es heute als Negativbeispiel. Ich hoffe das Meiste bei meinen Kindern besser zu machen.

kiki36
21.09.2008, 11:21
Bei mir war es so, dass ich in meiner Lehrzeit und auch noch die ersten Jahre danach (während der Rest-Studienzeit meines Mannes) nicht schwanger werden wollte, was auch nicht passierte. Ich hatte fast schon gedacht, mein Leben sei zu Ende, falls das passieren sollte.

Nach Studienende meines Mannes zogen wir um, ich musste mich in einer neuen Firma einarbeiten, und so nahmen wir das Thema Schwangerschaft immer noch nicht in Angriff, zumal ich, seit ich 14 bin, die Pille aus gesundheitlichen Gründen nehmen muss.

Ende 2005 bekam ich eine depressive Verstimmung, dachte, meine Kinderlosigkeit sei ein Grund dafür, setzte (natürlich mit Wissen meines Mannes) die Pille ab, wurde aber nicht schwanger. Wir sind sogar zur Frauenklinik, die herausfand, dass beide meiner Eierstöcke verklebt seien, einer sogar komplett, und dass also die erste Maßnahme in einer OP, um die Eierstöcke durchgängig zu machen, bestünde. Und schon wollte ich nicht mehr. Ich wollte entweder ohne irgendwelche OPs oder gar nicht. Letztendlich fingen die Probleme, weswegen ich die Pille nehmen muss, wieder an, und so nahm ich halt wieder die Pille.

Mittlerweile haben wir einen weiteren Umzug hinter uns, ich bin in einer guten Firma untergekommen, und ich habe keine Bedürfnisse, mich in ärztliche/frauenklinische Behandlung zu begeben, um schwanger zu werden. So groß ist mein Wunsch nun auch wieder nicht, zumal für mich ein Kind zu haben mit Vor- und Nachteilen verbunden ist. Würde ich von heute auf morgen trotz Pille schwanger werden, ich würde das Kind auf jeden Fall bekommen. Für mich persönlich ist schwanger werden irgendwie mit Schicksal verbunden, hört sich für einige vielleicht komisch an, ist aber so.

Inaktiver User
21.09.2008, 11:31
warum sagt eigentlich keiner, ich will kinder, weil ich kinder mag? :ooooh:

dies und eine stabile soziale/finanzielle absicherung - mehr ist nicht noetig.

ich... ich wollte einfach so... und stabil war ich nicht abgesichert, aber es war ein "Startgeld"... und danach habe ich eben aufgebaut...

Früher fand ich Kinder schrecklich... kannte aber fast keine und meine Familie war auch sehr streng und anstrengend. Aber extrem loyal, eine wunderbare Eigenschaft!

Hab mich von der Strenge usw. befreit (nicht jedoch von der Loyalität) und festgestellt, dass ich Kinder toll finde... nicht alle, aber einige. Und meines sowieso.

Irgendwie war das die "Eroberung" einer Welt, die mir zuvor einfach fremd war...emotional und natürlich auch körperlich... (ich wäre gerne öfter schwanger, cooles Gefühl... und früher hatte ich so eine Höllenangst, wenn ich eine Schwangere sah... schon wg. Geburt... uha)

Nun ja... ich erobere gerne mir unbekannte Welten :smirksmile:

Mein Kind scheint es mir zu danken, wir haben viel Spaß miteinander und können uns auch gepflegt anzoffen :freches grinsen:

Brigitta50
21.09.2008, 14:56
Zu glauben "das Kind holt einen aus der Depression heraus" oder z.B. "das Kind soll unsere Ehe retten" halte ich für sehr gefährlich. Ich kenne mehr als eine Ehe, die zerbrach nachdem ein Kind da war. Das Kind ist nicht für einen selbst, um einen selber glücklich zu machen. Jemand hat mal gesagt "Kinder sind Gäste, die nach dem Weg fragen."

Sonderzeicen
21.09.2008, 15:25
ja, ein hund oder eine katze moegen ja fuer einen (tierliebenden) menschen noch eine therapeutische wirkung haben, aber ein kind fordert einen doch. soll man sich das antun, wenn man nervlich schon angeknackst ist?

im uebrigen ist es ja oft schon so, dass selbst gutgehende ehen durch kinder belastet werden. bei einer ohnehin schon wackligen beziehung duerfte das kind wohl in vielen faellen erst recht zum ende fuehren.

Inaktiver User
21.09.2008, 15:39
Klar, Kinder sind weder Kitt noch Schmierfett noch Lückenbüßer.

Es reicht vollkommen, wenn sie einfach da sind.

Ist doch nett.

Schussel
21.09.2008, 15:45
Ich kenne kaum etwas, was für eine Ehe belastender ist, als ein schreiendes Kind, durchwachte Nächte, ständige Übermüdung und wenig Zeit für sich und den Partner. Kurz: die ersten Jahre mit einem Kind.:freches grinsen:

Aber ich liebe meine beiden Kinder und meinen Mann trotzdem.:liebe:

Inaktiver User
22.09.2008, 19:27
Ich kenne kaum etwas, was für eine Ehe belastender ist, als ein schreiendes Kind, durchwachte Nächte, ständige Übermüdung und wenig Zeit für sich und den Partner. Kurz: die ersten Jahre mit einem Kind.:freches grinsen:

Das erlebe ich bei Freunden auch immer wieder. Ein kleines Kind stresst ungemein und stellt die Beziehung der Eltern teilweise auf extreme Proben. Von liebevollem Miteinander ist da phasenweise vielfach nichts mehr zu spüren. Die stets glückliche, harmonische Familie mit ewig strahlendem Baby ist doch ein Mythos.

Ich habe im Kollegenkreis auch immer wieder junge Väter erlebt, die von der Situation sowas von heillos überfordert waren und sich - nach dem einen oder anderen Bier wurde das dann auch offen thematisiert- nichts sehnlicher zurückwünschten als ihr altes Leben ohne Kind. Und den Müttern wird es sicherlich oft genauso gegangen sein,

Glücklicherweise waren das alles nur Phasen, bei den meisten hat sich die Situation dann irgendwann auch wieder entzerrt und man hat sich an die veränderte Familienkonstellation gewöhnt und ist damit glücklich geworden. Das setzt aber m.M. nach eine wirklich gefestigte Beziehung voraus, in der beide Partner bereit sind, auch mal eine Zeit lang die Erwartungen an den anderen kräftig herunterzuschrauben und eigene Bedürfnisse in den Hintergrund zu stellen.

Wenn das nicht gegeben ist, sollte man sich das mit dem Kinderkriegen wirklich nochmal scharf überlegen. Und ein Kind als Eheretter in die Welt zu setzen, halte ich für absolut fatal.

Gruß, Spellbound

netty-205
22.09.2008, 19:35
Das erlebe ich bei Freunden auch immer wieder. Ein kleines Kind stresst ungemein und stellt die Beziehung der Eltern teilweise auf extreme Proben. Von liebevollem Miteinander ist da phasenweise vielfach nichts mehr zu spüren. Die stets glückliche, harmonische Familie mit ewig strahlendem Baby ist doch ein Mythos.

Ich habe im Kollegenkreis auch immer wieder junge Väter erlebt, die von der Situation sowas von heillos überfordert waren und sich - nach dem einen oder anderen Bier wurde das dann auch offen thematisiert- nichts sehnlicher zurückwünschten als ihr altes Leben ohne Kind. Und den Müttern wird es sicherlich oft genauso gegangen sein,

Glücklicherweise waren das alles nur Phasen, bei den meisten hat sich die Situation dann irgendwann auch wieder entzerrt und man hat sich an die veränderte Familienkonstellation gewöhnt und ist damit glücklich geworden. Das setzt aber m.M. nach eine wirklich gefestigte Beziehung voraus, in der beide Partner bereit sind, auch mal eine Zeit lang die Erwartungen an den anderen kräftig herunterzuschrauben und eigene Bedürfnisse in den Hintergrund zu stellen.

Wenn das nicht gegeben ist, sollte man sich das mit dem Kinderkriegen wirklich nochmal scharf überlegen. Und ein Kind als Eheretter in die Welt zu setzen, halte ich für absolut fatal.

Gruß, Spellbound


Da kann ich mich nur anschließen.

Gruß Ani

Goldilein
22.09.2008, 23:12
Auf jeden Fall ist es schwierig, Kinder zu erziehen. Sie wollen Antworten, und dass Du für sie da bist, egal wie es Dir geht. Natürlich, je älter sie werden, um so verständnisvoller werden sie auch, aber nur, wenn man sie dazu erzieht. Es gibt so einen wunderbaren Satz: Wenn man Kinder wie Idioten behandelt, braucht man sich nicht wundern, wenn sie sich irgendwann wie Idioten aufführen. Nun, ich finde, dieser Spruch hat soviel Wahrheit in sich. Wie viele erzählen ihrem Kind irgendwas, damit sie ihre Ruhe haben? Wie viele lassen ihrem Kind alle möglichen Freiheiten, weil sie keinen Bock haben, sich mit dem Kind und den Konsequenzen auseinander zu setzen, wenn sie Grenzen setzen?? Ein Kind nimmt so viel in Anspruch. Meine Erfahrung: alles lohnt sich. Die Zeit, die man sich nimmt, alles zu erklären, auch schon einem Baby. Unser Sohn ist wunderbar, und er ist es, weil mein Mann und ich uns einig sind. Weil wir uns auch "Auszeiten" nehmen. Denn das ist das wichtigste, dass man ein Paar bleibt, und an sich denkt.

LaDiva
23.09.2008, 20:51
Bei mir war ein Kinderwunsch auch immer nur sehr beschränkt vorhanden. Vieles von dem, was ich bei Freunden erlebe, hat die letzten "Reste" weiter schrumpfen lassen. An der anstrengenden ersten Zeit, die ihr auch beschreibt, habe ich viele Beziehungen scheitern sehen. Auch Beziehungen, die ich für sehr gefestigt gehalten habe. Meist blieb der Großteil der der Arbeit und Sorge an den Frauen hängen- die letzendlich dann auch alleinerziehend wurden. In allen Fällen hatten die Frauen den Job aufgegeben. Bei vielen Paaren habe ich es miterlebt, dass den Frauen von ihren Gatten sehr deutlich gemacht wurde, dass sie nichts zum Lebensunterhalt beitragen. Jegliche Chance beruflich interessante Bahnen einzuschlagen, hatte sich für die Mütter auch erledigt, da sich später höchstens in Teilzeit wieder eingestiegen sind.
Tatsächlich haben mir auch Freundinnen gesagt, dass sie am liebsten die Zeit zurückdrehen würden.
Oft habe ich mir die Frage gestellt, warum Frauen das mit sich machen lassen.

Songbird
24.09.2008, 10:29
Oft habe ich mir die Frage gestellt, warum Frauen das mit sich machen lassen.

Vielleicht, weil sie sich mit Idioten eingelassen haben ? Sorry, aber wenn ich daheim bleibe, um ein Kind aufzuziehen und mein Gatte wirft mir an den Kopf, ich würde nichts zum Lebensunterhalt beitragen, dann würde ich mich schon fragen, wen ich mir da eigentlich als Partner ausgesucht habe.

Ansonsten hast Du natürlich recht, berufliches Zurückstecken ist in der Regel nach wie vor Frauensache.
Und recht hast Du auch mit der Feststellung, dass ein Kind eine Beziehung sehr belasten kann. Das war bei uns auch nicht anders, allerdings kamen immer wieder so viele Glücksmomente und Gefühle der Zusammengehörigkeit dazu, dass die Schattenseiten ins Hintertreffen geraten sind. Zum Glück, ich weiss, dass es nicht immer so ist.

Inaktiver User
26.09.2008, 06:57
Jegliche Chance beruflich interessante Bahnen einzuschlagen, hatte sich für die Mütter auch erledigt, da sich später höchstens in Teilzeit wieder eingestiegen sind.
Tatsächlich haben mir auch Freundinnen gesagt, dass sie am liebsten die Zeit zurückdrehen würden.
Oft habe ich mir die Frage gestellt, warum Frauen das mit sich machen lassen.

Diese Frage ich mir auch - denn ich beobachte exakt diese Entwicklungen.

Auf der anderen Seite weiß ich auch von ausreichend Gegenbeispielen zu berichten. Meine Kollegin beispielsweise hat so ziemlich den gleichen Job wie ich (ihr Team ist sogar noch deutlich grösser) und trotzdem zwei Kinder, da ist eben der Mann zu Hause geblieben. Keine Ahnung, wie sie es schafft, aber ich ziehe den Hut - mich macht der Job alleine schon fix un alle.

Schussel
26.09.2008, 15:23
Meine Kollegin beispielsweise hat so ziemlich den gleichen Job wie ich (ihr Team ist sogar noch deutlich grösser) und trotzdem zwei Kinder, da ist eben der Mann zu Hause geblieben. Keine Ahnung, wie sie es schafft, aber ich ziehe den Hut - mich macht der Job alleine schon fix un alle.

Ich ziehe den Hut vor ihr, weil sie es schafft, daß der Mann zu Hause geblieben ist.:freches grinsen:

Inaktiver User
26.09.2008, 15:40
Ich ziehe den Hut vor ihr, weil sie es schafft, daß der Mann zu Hause geblieben ist.:freches grinsen:
Tja - Augen auf bei der Partnerwahl.

Was ist daran "zu schaffen"?

Bei meiner Assistentin ist das auch so.
Ebenso wie bei 3-4 meiner Freundinen, wo man sich den Erziehungsauftrag zumindest mal gleichberechtigt teilt.

Wo ist also das Problem?

Schussel
26.09.2008, 15:47
Tja - Augen auf bei der Partnerwahl.

Was ist daran "zu schaffen"?

Bei meiner Assistentin ist das auch so.
Ebenso wie bei 3-4 meiner Freundinen, wo man sich den Erziehungsauftrag zumindest mal gleichberechtigt teilt.

Wo ist also das Problem?

War nicht ganz ernst gemeint.:zwinker: Ich finde es nur nicht so schwierig einen Vollzeitjob mit Kindern zu meistern, wenn der Partner sich um die Kinder kümmert. Deswegen meine Äußerung.

Gleichberechtigte Kinderbetreuung finde ich auch sehr erstrebenswert, nur in der Realität leider nicht immer so einfach durchführbar. :knatsch: Ich habe das Glück, daß ich in Teilzeit genau das selbe wie in Vollzeit mache, nur ist mein Team etwas kleiner geworden.

Inaktiver User
26.09.2008, 16:40
Gleichberechtigte Kinderbetreuung finde ich auch sehr erstrebenswert, nur in der Realität leider nicht immer so einfach durchführbar.
Warum eigentlich nicht - nur wenn auch Männer die Elternezit in Anspruch nehmen, werden wir Frauen (mit und ohne Kinder) breuflich irgendwann gleichberechtigt werden.

Eine Freundin von mir teilt mit dem Mann folgendermassen (beide beamte):
Sie arbeitet Mo/Di/Fr
er arbeitet Mi/Do/Fr


Es geht Vieles, wenn man gemeinsam will.

Schussel
27.09.2008, 15:15
Warum eigentlich nicht - nur wenn auch Männer die Elternezit in Anspruch nehmen, werden wir Frauen (mit und ohne Kinder) breuflich irgendwann gleichberechtigt werden.

Eine Freundin von mir teilt mit dem Mann folgendermassen (beide beamte):
Sie arbeitet Mo/Di/Fr
er arbeitet Mi/Do/Fr


Es geht Vieles, wenn man gemeinsam will.

Ich stimme Dir vollkommen zu, es geht vieles, wenn man gemeinsam will und ein paar Rahmenbedingungen vorliegen wie z.B. kurze Wege zur Arbeit, tolerante Arbeitgeber, beide in gleich gefestigten Postionen... Beamte haben diesbezüglich die vermeintlich besten Möglichkeiten. Nur dieses Beamtenmodell geht nicht / bzw. sehr schlecht bei Beamten in Führungsebenen. Da mußt Du täglich anwesend sein, da Du für Deine Mitarbeiter ja erreichbar sein mußt. Wenn noch lange Fahrtwege hinzukommen, wird aus einer Teilzeittätigkeit dann schnell ein ganzer Tag, also nichts mit gleichberechtigter Erziehung.

Mich stört es nicht, daß ich weniger arbeite als mein Mann, mich stört aber die Tatsache, daß ich gefragt werde, wie ich das mit den Kindern mache, mein Mann jedoch nicht. Und wenn mein Mann wegen meinen Dienstreisen Urlaub nimmt, wird er von meinen Kollegen als Held dargestellt und von seinen als Waschlappen. Das nervt mich.

Latona
29.09.2008, 10:01
Ich habe nur ein Leben. Warum sollte ich mir vorschreiben lassen, einen Großteil damit zu verbringen, Kinder zu kriegen und aufzuziehen, wenn das meinen Bedürfnissen überhaupt nicht entspricht?

Diese Aufrufe zur Gebärpflicht und diese Verdammung der Frau, die die Mutterschaft verweigert, als egoistisch, haben mit dem Recht auf Selbstbestimmung von Frauen über ihr Leben nichts mehr zu tun. Das ist im Grunde eine kollektivistisch-völkische Argumentation: Frauen haben auf eigene Lebensentwürfe, in die Kinder nicht passen, gefälligst zum Wohle der Allgemeinheit zu verzichten. Ich bin doch etwas entsetzt, dass hier solche Gedanken ernsthaft diskutiert werden.

Mich wird auch kein moralischer Druck dazu bringen, Kinder in die Welt zu setzen. Überdies dürfte es dafür eh schon zu spät sein.:freches grinsen:

Sicher kann man es Frauen leichter machen, als es heute in der Bundesrepublik ist, Kinder in ihr Leben zu integrieren. Aber mit den grundsätzlichen Mutterschaftsverweigerinnen wird sich die Nation abfinden müssen, ob die ihr nun passen oder nicht.

Inaktiver User
29.09.2008, 10:07
Es ist dein vollkommenes Recht Latona diese art von Meinung zu haben. Würde mir auch nichts aufbrummen lassen schon garnicht was die Gesellschaft erwartet.

Ich bin derzeit schwanger und weiß schon jetzt dass ich nicht der Typ Mutter werde den gerade das sehr katholische Baden-Württemberg in dem ich lebe verlangt. niemalsnie*energischkopfschüttel* Die werden sich umgucken. Ich eck gerne an.:freches grinsen:

Inaktiver User
29.09.2008, 10:22
Sicher kann man es Frauen leichter machen, als es heute in der Bundesrepublik ist, Kinder in ihr Leben zu integrieren. Aber mit den grundsätzlichen Mutterschaftsverweigerinnen wird sich die Nation abfinden müssen, ob die ihr nun passen oder nicht.

Das sehe ich auch so. Und auch mit der Tatsache, dass diese Frauen nicht etwa "anormal" oder "keine richtigen Frauen" sind, sondern sich schlicht und einfach für einen Lebensentwurf entscheiden, der für sie der richtige ist. Und damit genau das tun, was kaum jemand einem Mann je vorwerfen würde.


Gruß, Spellbound

nixmama
29.09.2008, 15:10
Ach Leute...

warum nicht einfach mehr Toleranz auf beiden Seiten?

Die Weisheiten haben weder die Leute mit Kindern, noch die ohne Kinder gegessen.

Ich bin kinderlos, werde niemals Kinder haben und es geht mir sehr gut dabei. Wer meint, ich sei egoistisch - bitte sehr, wir haben das Recht auf freie Meinungsbildung (genauso wie das Recht, sein Leben nach seinen eigenen Bedürfnissen zu gestalten).

Wenn jemand Kinder bekommt und es geht ihm (bzw. ihr) gut dabei, ist es doch in Ordnung.

m. E. kein Grund, gegenseitig aufeinander einzuhacken.

Inaktiver User
29.09.2008, 18:30
Hallo :smile:

also ich bin 27 und bin mir momentan sehr sicher das ich keine Kinder möchte. Meine Eltern haben sich scheiden lassen als ich noch nicht mal zwei war .... Stress in der Beziehung, Stress im Job ....und dann war da noch ich.Dann hat mein Vater sich noch den persönlichen Luxus gekönnt ein zweites mal zu heiraten... Frau Nr. 2 hat ebenfalls 2 Kinder mitgebracht.:knatsch: Vater sehr naiv veranlagt nach dem Motto das wird schon automatisch zusammen wachsen. Ich bin bei meiner Mutter aufgewachsen und wurde an den Wochenenden zwangs integriert in Vater Family No2. Jetzt mit 27 hab ich so dermaßen die Nase voll von der ganzen Patchworkfamily das ich sogar fast krank wurde. Als meine Stiefmutter gewittert hat das ich gegen sie sein könnte, hat sie mich aus der Familie geworfen....und Schuld bin ich sowieso an allem. Mein Vater hält zu seiner Frau...:wie?:
Der Spruch Blut ist dicker als Wasser scheint nicht immer zu stimmen. Früher wollte ich immer irgentwann Kinder haben, mittlerweile möchte ich einfach nur einen guten Job haben, mit meine Freund ( möchte ebenfalls keine Kids) eine gute Beziehung führen.

Ich möchte einfach vermeiden das meinem Kind eventuell das gleiche passiert wie es mir passiert ist.... !
Trotzdem mag ich Kinder und könnte mir vorstellen mal eine Pflegschaft zu übernehmen oder ähnliches.
Allgemein finde ich die Wertung ob Kind / ja /nein besser ist oder nicht sehr destruktiv. Jeder hat nur ein Leben und keine Gesellschaft/ kein Mann kann einen dazu zwingen sich fortzupflanzen.

Eine Medaille hat wie man so schön sagt immer zwei Seiten , weder ein Leben ohne Kinder noch eines mit gibt einem die Garantie das immer nur die Sonne scheint :zwinker:

LaDiva
29.09.2008, 21:03
Ein "Aufeinandereingehacke" kann ich hier gar nicht erkennen!?
Sicherlich entscheidet jede Frau für sich. Pro Kinder- gut. Ohne Kinder ist heute natürlich auch nichts ungewöhnliches mehr- ausgenommen vielleicht frau lebt in bayrischer Kleinstadt...
Ich wollte meinem Unverständnis darüber Ausdruck verleihen, dass viele Frauen,wenn sie sich für Kinder entscheiden, oft -aus meiner externen Sicht- unreflektiert für die klassische Rollenverteilung entscheiden. Beispiel:
-meist wird bei Heirat der Name des Mannes übernommen
- selbstverständlich nimmt die Frau Elternzeit
- selbstverständlich arbeitet sie hinterher Teilzeit.
Ich habe oft den Eindruck, die Frauen schlagen dieses Arrangement vor und der Mann sagt natürlich nicht nein. Zum Teil habe ich den Verdacht, Männer wären zur Teilung bereit, wenn frau es denn auch fordern würde.
Ist die Auseinandersetzung zu anstrengend? Sind die Frauen im Prinzip ganz froh, mal "pausieren" zu können? Ist die Konkurrenz und der Leistungsdruck im Job zu stressig? Geben Frauen (und Männer) der Erwartungshaltung von Familie etc. nach? ich weiß es nicht.
Einzig eine Kollegin von mir lebt ihr Familienleben anders: sie stieg nach dem Mutterschutz wieder ein, das Kind wird in der Kita betreut und beide arbeiten 100%. Ist es ihre "DDR-Sozialisation"?

Inaktiver User
29.09.2008, 21:15
Einzig eine Kollegin von mir lebt ihr Familienleben anders: sie stieg nach dem Mutterschutz wieder ein, das Kind wird in der Kita betreut und beide arbeiten 100%. Ist es ihre "DDR-Sozialisation"?
Sehr wahrscheinlich nicht - wenn man sie sehen will, findet man auch die Frauen, die sich abseits des Klieschees positionieren.

Ich habe sehr viel Freude daran, diese Frauen zu auf beruflicher Ebene durch uneingeschränkte Solidarität in ihre Entscheidungen zu unterstützen - die müssen nämlich viel Schelte/Vorurteile aushalten.

Inaktiver User
30.09.2008, 11:36
Sehr wahrscheinlich nicht - wenn man sie sehen will, findet man auch die Frauen, die sich abseits des Klieschees positionieren.



Und für mich ist es eins der schlimmsten Klischees, dass es alle Leute glücklich macht, alles dem Job unterzurordnen und als zwei Vollzeitberufstätige Kinder großzuziehen, was im Klartext bedeutet, sowas wie Muße gar nicht mehr zu kennen und komplett nach Terminplan zu leben.

Ich war früher nach einem 8-10 Stunden Tag allein davon schon oft kaputt, und dann sollen noch Kinder und Haushalt warten? Und Partner und Interessen und Freundeskreis?? Wann soll denn das stattfinden??? Nur Job wär mir einfach zu wenig Leben.

Viele Frauen sind so schlau, das vorher zu wissen, und legen eben Wert auf eine Work-Life-Balance. Optimal finde ich persönlich, wenn beide Elternteile ihre Arbeitszeit reduzieren, wenn das nicht geht, dann zumindest einer von beiden.

Da würd ich dann auch lieber auf teuren Urlaub und Zweitwagen verzichten. Wer sich das vorher überlegt, kann dann hinterher auf burn-out und downshifting verzichten... :zwinker:

Inaktiver User
30.09.2008, 11:41
Ich war früher nach einem 8-10 Stunden Tag allein davon schon oft kaputt, und dann sollen noch Kinder und Haushalt warten? Und Partner und Interessen und Freundeskreis?? Wann soll denn das stattfinden??? Nur Job wär mir einfach zu wenig Leben.

Das ist auch ein Klischee und ich kann nicht verstehen wie man ohne einen fordernden und anspruchsvollen Job leben mag.


Du bist ja lustig - wetterst gegen die Klischees und denkst eben in diesen.

Nur Akten lochen wäre mir zu fad.


Da würd ich dann auch lieber auf teuren Urlaub und Zweitwagen verzichten. Wer sich das vorher überlegt, kann dann hinterher auf burn-out und downshifting verzichten...

Den Job kann man immerhin downshiften - Kinder nicht.
Kann man auch vorher überlegen.

Mir ist das Risiko eines Burn-outs aufgrund eines (immer kündbaren) Jobs lieber als das Risikos eines Burn-outs weil ich mich zwischen Kinderbetreuung und Gelderwerb aufreibe.



Viele Frauen sind so schlau, das vorher zu wissen, und legen eben Wert auf eine Work-Life-Balance.
Und inwiefern ist das "schlau" sein bez. der w.-L.-B. an Kindern gebunden. Ich kann ganz ohne Kinder auch noch den Sportverein, Musikunterricht sowie Freunde und Kultur in meinen Alltag neben dem Beruf integrieren.

Was hat die Work-Life-Balance damit zu tun, ob ich Kinder habe?
Meiner Ansicht nach wird es mit Kindern noch deutlich schwieriger Zeit für sich selbst zu haben - mit oder ohne Job (der ist nämlich zeitlich limitiert).

Inaktiver User
30.09.2008, 11:46
Das ist auch ein Klischee und ich kann nicht verstehen wie man ohne einen fordernden und anspruchsvollen Job leben mag.

Nur Akten lochen wäre mir zu fad.

Warum gleich so??? :knatsch:

Man kann ja auch einen interessanten Job haben und dennoch noch Zeit für was anderes haben wollen. Mich interessiert so vieles im Leben, das kann ich nicht alles im Job abdecken, leider.



Den Job kann man immerhin downshiften - Kinder nicht.
Kann man auch vorher überlegen.

Eben. Und Job dowhshiften ist für mich teilzeit. Und nicht mit Arbeitsweg 50-60 Wochenstunden und abends noch kurz dem Kind über den Kopf gestreichelt... :blumengabe:

Inaktiver User
30.09.2008, 11:52
Man kann ja auch einen interessanten Job haben und dennoch noch Zeit für was anderes haben wollen.
Kann man das?
Mir fällt kein einziger Job ein, bei dem ich 50% arbeite, davon gut leben kann und die volle Verantwortung habe und Zeit für das Kind habe und ausreichend Zeit für mich selbst.

Wird daran liegen, daß ich auch noch einen Partner habe (sehr zeitfordernd, der Gute) sowie 8-9 Stunden schlafe.
..........und finanziell zu hohe Ansprüche.

Inaktiver User
30.09.2008, 11:57
Ich war früher nach einem 8-10 Stunden Tag allein davon schon oft kaputt, und dann sollen noch Kinder und Haushalt warten? Und Partner und Interessen und Freundeskreis?? Wann soll denn das stattfinden??? Nur Job wär mir einfach zu wenig Leben.

Kann ich gut nachvollziehen. Ich habe nun wahrlich keine dicke Karriere gemacht und übe auch keinen hochanstrengenden, megaverantwortungsvollen Job aus, der es erfordert, von 8- mindestens 20 Uhr im Büro zu sitzen. Trotzdem bin ich nach Feierabend oft erschöpft und ausgepowert und brauche dann meine Regenerationszeit. Allein die Vorstellung, mich dann auch noch um Kinder und Haushalt kümmern zu müssen, ist für mich ein echter Horror.

Ich kenne Frauen, die soviel Power haben, dass sie das beides schaffen - die von Dir angesprochene Muße, die Zeit für sich selbst, die bleibt allerdings auf der Strecke. Da ist alles minutiös durchgeplant, vom morgendlichen Aufstehen bis zum ins Bett gehen. Frei verfügbare Zeit und spontane Unternehmungen, etwas das ich als absolutes Muss für mein Wohlbefinden und meine körperliche und seelische Ausgeglichenheit brauche, stehen allerdings nicht auf der Agenda

Meins wäre das nicht. Ich hätte diese Energie schlichtweg nicht, würde irgendwann nur noch unleidlich und könnte keiner der beiden Herausforderung mehr wirklich gerecht werden.

Ganz auf den Beruf zu verzichten, oder mich mit einem langweiligen Routinejob zu begnügen wäre es allerdings auch nicht. In meinem Beruf ist Teilzeitarbeit z.B. so gut wie unmöglich und wer länger als ein Jahr raus ist, hat bereits den Anschluss verloren und gilt als schwer vermittelbar.

Insofern bin ich sehr froh, dass ich aufgrund meines nicht vorhandenen Kinderwunsches nie vor dieser Frage stand. Denn eines weiß ich: Ich hätte mich extrem schwer damit getan eine Entscheidung zu treffen, die allen Ansprüchen gerecht geworden wäre. Das ist wirklich nichts, worum ich Mütter beneide. Denn in aller Regel sind es doch immer noch die Frauen, die neben ihrem Job die Hauptverantwortung für Haushalt und kinder tragen. Fälle von wirklich gerechter Aufteilung kenne ich kaum.

Gruß, Spellbound

Inaktiver User
30.09.2008, 12:18
Kann man das?
Mir fällt kein einziger Job ein, bei dem ich 50% arbeite, davon gut leben kann und die volle Verantwortung habe und Zeit für das Kind habe und ausreichend Zeit für mich selbst.

Wird daran liegen, daß ich auch noch einen Partner habe (sehr zeitfordernd, der Gute) sowie 8-9 Stunden schlafe.
..........und finanziell zu hohe Ansprüche.

Ich verdien mit 17,5 Wochenstunden so viel wie andere ganztags, und das reicht mir. Natürlich hätt ich doppelt so viel Geld, wenn ich ganztags arbeiten würde, aber das ist es mir nicht wert.

Ich brauch weder superteure Reisen noch Frustkäufe, weil ich das ganze Jahr so lebe, wie ich will.

Ich red ja auch nicht von Leuten, die zusammen kaum die Miete verdienen und sich totschuften müssen, um sich ihre Kinder überhaupt leisten zu können. Das gibt es leider mehr als genug.

Aber ich meine eben, wenn jemand auf Geld verzichtet, um mehr Zeit zu haben, ist das nicht per se dumm oder klischeehaft, sondern vielleicht eine sehr bewußte Entscheidung für mehr Lebensqualität und Genuß.

Inaktiver User
30.09.2008, 12:23
Ich kenne Frauen, die soviel Power haben, dass sie das beides schaffen - die von Dir angesprochene Muße, die Zeit für sich selbst, die bleibt allerdings auf der Strecke. Da ist alles minutiös durchgeplant, vom morgendlichen Aufstehen bis zum ins Bett gehen. Frei verfügbare Zeit und spontane Unternehmungen, etwas das ich als absolutes Muss für mein Wohlbefinden und meine körperliche und seelische Ausgeglichenheit brauche, stehen allerdings nicht auf der Agenda



Eben, so kenn ich das auch.

Und die die nicht so viel Energie haben, aber das gleiche Programm - Kinder und Vollzeitjob - die schleppen sich durch ihr Leben und kennen sowas wie Kino nur noch vom Hörensagen, weil dauermüde.

Was ist also so schlimm daran, dass viele Frauen so ein Leben im Hamsterrad nicht wollen??? Ich kenn kaum mehr eine Frau, die ganz und für immer Hausfrau ist, aber andere Wege zu suchen und zumindest ein paar Jahre lang den Focus nicht auf den Job zu legen find ich so dumm nicht.

Inaktiver User
30.09.2008, 13:10
Aber ich meine eben, wenn jemand auf Geld verzichtet, um mehr Zeit zu haben, ist das nicht per se dumm oder klischeehaft, sondern vielleicht eine sehr bewußte Entscheidung für mehr Lebensqualität und Genuß.

Da stimme ich Dir fast uneingeschränkt zu - aber die Zeit sinnvoll zu nutzen ist eine ganz individuelle Sache.

Das kann ein Kind sein, muss es aber nicht.


Un des gibt Menschen, die sehr gerne sehr viel arbeiten und trotzdem oder deswegen ein hohes Maß an Lebensqualität haben.
Das hängt auch sehr davon ab, wie meine Arbeit motiviert ist und was ich genau verantworte oder erreiche.


Ich verdien mit 17,5 Wochenstunden so viel wie andere ganztags, und das reicht mir. Natürlich hätt ich doppelt so viel Geld, wenn ich ganztags arbeiten würde, aber das ist es mir nicht wert.

Ich brauch weder superteure Reisen noch Frustkäufe, weil ich das ganze Jahr so lebe, wie ich will.

Ich würde auf 50% mehr verdienen als so manch durchschnittlicher Akademiker in Vollzeit.

Ich "brauche" bestimmte Dinge auch nicht - aber die o.g. Begrifflichkeiten sowie der Zweitwagen (kenne gar niemanden, der einen hat) sind für mich direkt aus der Klischeekiste entnommen.
Es ist nun auch nichts verwerfliches daran, Vollzeit zu arbeiten und damit auch beispielsweise 100% seiner Sozialbeiträge einzuzahlen (mal ganz langfristig gedacht).

Inaktiver User
30.09.2008, 14:39
Du bist ja lustig - wetterst gegen die Klischees und denkst eben in diesen.



Dass man nach einem langen und fordernden Arbeitstag kaputt ist ist für mich kein Klischee, sondern Realität.

Und ich glaube nicht, dass es arg viele Eltern gibt, die nach 10 Stunden Job frohgemut und taufrisch abends noch viel mit ihren Kindern machen, und wenn die im Bett sind dann noch den Haushalt, so nebenbei??

Inaktiver User
30.09.2008, 14:47
Da stimme ich Dir fast uneingeschränkt zu - aber die Zeit sinnvoll zu nutzen ist eine ganz individuelle Sache.

Das kann ein Kind sein, muss es aber nicht.


Nein, natürlich muss das kein Kind sein, das dem Leben Inhalt gibt.

Aber die Frage ist doch gewesen, wie toll das ist, Vollzeit zu arbeiten UND Kinder zu haben, und da kann mir keiner vorrechnen, dass neben Haushalts und Alltagskram noch viel Zeit bleibt für Interessen, Hobbies, Freundeskreis oder einfach mal Seele baumeln lassen ohne Programm.

Wobei mich die Behauptung in dem Artikel schon auch geärgert hat, dass der Kinderwunsch desto geringer wär, je erfüllter das Leben. Das find ich totalen Quatsch. Ich hab Kinder gerade deswegen, weil ich mein Leben toll und interessant und spannend finde, und ich das gerne weitergeben wollte.


Ich würde auf 50% mehr verdienen als so manch durchschnittlicher Akademiker in Vollzeit.

Ich "brauche" bestimmte Dinge auch nicht - aber die o.g. Begrifflichkeiten sowie der Zweitwagen (kenne gar niemanden, der einen hat) sind für mich direkt aus der Klischeekiste entnommen.


Ja aber wofür brauchst du dann soviel Geld?? :wie?:

In meinem Umfeld ist es üblich, zwei (fast) Neuwagen zu fahren und mehrmals im Jahr in Urlaub, davon mindestens 1 Fernreise. Wenn ich mir das erkaufen muss durch 50 Wochenstunden Stress im Großraumbüro - nein danke. Da gibt mir mein mittäglicher Hundespaziergang in 52 Wochen im Jahr einfach mehr. :zwinker:

Schussel
30.09.2008, 15:22
Kann man das?
Mir fällt kein einziger Job ein, bei dem ich 50% arbeite, davon gut leben kann und die volle Verantwortung habe und Zeit für das Kind habe und ausreichend Zeit für mich selbst.



Es kommt ganz darauf an, wieviel Geld für Dich für ein "gutes Leben" erforderlich ist. Wenn Du z.B. aus Deiner Vollzeittätigkeit genügend Geld beisammen hast, um Wohneigentum zu erwerben, kann es mit 50% Job gut ausreichen.
Ich mache mit 50% genau den Job wie früher mit 100% nur hat einen Teil meiner Abteilung ein anderer übernommen (und dazu noch den uninteressanteren:freches grinsen: ).

Inaktiver User
30.09.2008, 15:45
In meinem Umfeld ist es üblich, zwei (fast) Neuwagen zu fahren und mehrmals im Jahr in Urlaub, davon mindestens 1 Fernreise. Wenn ich mir das erkaufen muss durch 50 Wochenstunden Stress im Großraumbüro - nein danke.
Ich kann nur ein Auto fahren, mache allerdings 2 Urlaube im Jahr (davon eine Fernreise) und würde dafür auf nichts anderes verzichten wollen.
[Was soll ich mit dem Hund im heimischen Wald, wenn die Welt so viele verschiedene Länder/Kulturen/Phänomene zu bieten hat? Den hemischen Wald habe ich jeden Tag vor der Haustüre und geniesse ihn fast jedes Wochenende]

Das ist alles eine Frage der persönlichen Prioritäten.

Mich setzt allerdings auch niemand in ein Grossraumbüro und ich arbeite nicht deutlich mehr als 40h/Woche (obwohl AT).
Das ist eine Frage des Selbstmanagements.



Wobei mich die Behauptung in dem Artikel schon auch geärgert hat, dass der Kinderwunsch desto geringer wär, je erfüllter das Leben. Das find ich totalen Quatsch. Ich hab Kinder gerade deswegen, weil ich mein Leben toll und interessant und spannend finde, und ich das gerne weitergeben wollte.

Ich stimme der These durchaus zu - ein Teil der Frauen um mich herum bekommt Kinder, weil´s beruflich nicht weitergeht oder "man" es macht oder weil der Kerl sonst gehen könnte oder weil die Selbstbestätigung fehlt und man auch gerne mal was zu bestimmen hätte.


Ich gebe mich auch weiter - an grössere Kinder anderer Leute.

Sonderzeicen
30.09.2008, 16:03
Wobei mich die Behauptung in dem Artikel schon auch geärgert hat, dass der Kinderwunsch desto geringer wär, je erfüllter das Leben. Das find ich totalen Quatsch. Ich hab Kinder gerade deswegen, weil ich mein Leben toll und interessant und spannend finde, und ich das gerne weitergeben wollte.

auf so eine einfache formel kann man es sicher nicht bringen. es gibt menschen, die lieben kinder und wuenschen sich eine familie - ganz unabhaengig von der erfuelltheit des bisherigen lebens. bei anderen wiederum kann das kind eine lueckenfunktion uebernehmen, wenn die erfuelltheit im leben nicht da ist, wenn es beruflich mau aussieht und sich auch sonst im leben der frau nicht mehr viel tut. oder wenn alle freundinnen nach und nach zu muettern werden und frau nicht mehr abseits stehen will.

Inaktiver User
30.09.2008, 16:39
auf so eine einfache formel kann man es sicher nicht bringen. es gibt menschen, die lieben kinder und wuenschen sich eine familie - ganz unabhaengig von der erfuelltheit des bisherigen lebens. bei anderen wiederum kann das kind eine lueckenfunktion uebernehmen, wenn die erfuelltheit im leben nicht da ist, wenn es beruflich mau aussieht und sich auch sonst im leben der frau nicht mehr viel tut. oder wenn alle freundinnen nach und nach zu muettern werden und frau nicht mehr abseits stehen will.
:schild genau: Du hast es nur viel netter formuliert als ich.

Inaktiver User
30.09.2008, 17:24
Ich stimme der These durchaus zu - ein Teil der Frauen um mich herum bekommt Kinder, weil´s beruflich nicht weitergeht oder "man" es macht oder weil der Kerl sonst gehen könnte oder weil die Selbstbestätigung fehlt und man auch gerne mal was zu bestimmen hätte.


Und was ist so schlimm daran, sein Glück nicht nur im Job zu suchen???

Was soll denn diese Verunglimpfung? Sind denn alle kinderlosen Vollzeitberufsttätigen so schlau, die ihr Heil nur im Job suchen?? Und natürlich alle dort selbstbestimmt vielseitige Aufgaben erfüllen, sich dadurch persönlich verwirklichen und ausleben können, sich ausprobieren und an ihre Grenzen kommen, und dazu noch emotionale Zuwendung kriegen???????

Sonderzeicen
30.09.2008, 17:51
schlimm ist daran gar nichts. ich koennte mir allerdings vorstellen, dass manche muetter sich das nur sehr ungern eingestehen wuerden.

Inaktiver User
30.09.2008, 18:18
schlimm ist daran gar nichts. ich koennte mir allerdings vorstellen, dass manche muetter sich das nur sehr ungern eingestehen wuerden.

Genau wie viele joborientierte Menschen anscheinend nicht nachvollziehen können, dass ein Leben außerhalb eines Büros das schönere sein kann für viele Frauen.

Ich finde das eine ziemliche Unterstellung, dass Frauen heute Kinder kriegen, weil sie im Job nichts gebacken kriegen. So what? Vielleicht pfeifen sie einfach darauf und machen sich ein schönes Leben.

Neidisch???? :Sonne:

Inaktiver User
30.09.2008, 18:34
Ich finde das eine ziemliche Unterstellung, dass Frauen heute Kinder kriegen, weil sie im Job nichts gebacken kriegen. So what? Vielleicht pfeifen sie einfach darauf und machen sich ein schönes Leben.
Neidisch????

Auf was konkret könnte man da wohl neidisch sein, wenn man keine Kinder möchte?



Ich empfinde es in der heutigen Zeit als verantwortungslos, sich nicht um die eigene berufliche Perspektive zu kümmern - auch und gerade mit Kind(ern).
[Der Gesetzgeber sieht es in den neuen Unterhaltsregeln ähnlich und verpflichtet die Frauen, sich aus dem alten Rollenmuster zu bewegen.]

Diese Unterstellung meinerseits resultiert aus dem unübersehbaren zeitlichen Zusammenhang zwischen "Schwangerschaft" (bevorzugt aufgrund des Versagens des Verhütungsmittels) sowie beruflichen Schwierigkeiten.


Meinetwegen können Frauen (Menschen) das alles so handhaben wie sie möchten. Aber dann darf man auch später im Alter keine Unterstützung aus dem Sozialsystem erwarten.
Wenn ich nichts eingezahlt habe, kommt auch nichts raus - so einfach ist die Rechnung.



Sind denn alle kinderlosen Vollzeitberufsttätigen so schlau, die ihr Heil nur im Job suchen?? Und natürlich alle dort selbstbestimmt vielseitige Aufgaben erfüllen, sich dadurch persönlich verwirklichen und ausleben können, sich ausprobieren und an ihre Grenzen kommen, und dazu noch emotionale Zuwendung kriegen???????
Gibt´s auch noch irgendetwas dazwischen für Dich?

Sonderzeicen
30.09.2008, 18:42
Ich finde das eine ziemliche Unterstellung, dass Frauen heute Kinder kriegen, weil sie im Job nichts gebacken kriegen.

manche frauen, liebe einewiekeine, manche frauen.
auch wenn man sich darueber nicht so schoen ereifern kann.

Inaktiver User
30.09.2008, 18:49
Auf was konkret könnte man da wohl neidisch sein, wenn man keine Kinder möchte?

Gute Frage :smirksmile: Denn neidisch ist man doch in aller Regel lediglich auf Dinge, die man selbst gern hätte. Und wenn es um eigene Kinder geht, dann trifft die Neidunterstellung auf Frauen ohne Kinderwunsch wohl kaum zu.

Dennoch bin ich niemand, der sein Glück ausschließlich im Beruf sucht. Der ist mit wichtig, ohne Frage. Und er wäre es auch, wenn ich Kinder hätte. Aber er ist nicht mein einziger/wichtigster Lebensinhalt. Ich widme ihm täglich 8 Stunden, die mir meist Spaß machen - und das war es dann auch schon.

Könnte ich ihn halbtags ausüben, ohne mit allzu hohen finanziellen Einbußen leben zu müssen, würde ich das liebend gern tun. Es gibt so viele andere Dinge, mit denen ich gern meine Zeit verbringe -da würden mir 2,5 Tage Erwerbsarbeit die Woche völlig reichen.

Ich muss immer grinsen, wenn mal wieder das wunderbare Klischee gepflegt wird, dass Frauen ohne Kinderwunsch ihr Lebensglück grundsätzlich in einer großen Karriere finden, während die "Muttis" diesbezüglich alle Ambitionen an der Kreissaaltür abgeben und fortan als entspannte Vollbluthausfrau- und -mutter mit viel Tagesfreizeit glücklich werden. Sooviel mehr freie Zeit als eine Vollzeitbeschäftigte haben die nämlich auch nicht zur Verfügung bei all den Verpflichtungen und der Arbeit, die Kinder und Haushalt so mit sich bringen.

Gruß, Spellbound

Inaktiver User
30.09.2008, 19:15
Diese Unterstellung meinerseits resultiert aus dem unübersehbaren zeitlichen Zusammenhang zwischen "Schwangerschaft" (bevorzugt aufgrund des Versagens des Verhütungsmittels) sowie beruflichen Schwierigkeiten.

Das find ich einfach nur bösartig.



Gibt´s auch noch irgendetwas dazwischen für Dich?

Ja, es nämlich zu machen wie die meisten Frauen, die ich kenne. Die sich durchaus jahrelang im Job bewiesen haben, dann eine Weile für Kinder kürzertreten, das finanziell auch kalkulieren, und später die Berufstätigkeit wieder weiterführen. Wer gut verdient, kann ja durchaus Geld privat anlegen oder in eine Immobilie investieren und hat dann wahrscheinlich noch eine bessere Rendite als permanent in die RV einzuzahlen.

Das stürzt niemand in den Ruin. Wie gesagt, Frauen die für Kinder dauerhaft aus dem Erwebsleben ausgestiegen sind kenn ich kaum.

Inaktiver User
30.09.2008, 19:18
Auf was konkret könnte man da wohl neidisch sein, wenn man keine Kinder möchte?



Vielleicht nicht auf die Kinder an sich, das unterstell ich niemand. Aber da du so drauhaust, wenn jemand einen anderen Lebensentwurf hat als du, find ich den Verdacht naheliegend.

Offensichtlich hast du ein Problem damit, wenn sich jemand nicht nur über den Job definiert, andere Inhalte hat, vielseitiger leben will und nicht so geldorientiert ist.

Deshalb ist man weder automatisch ein Jobversager noch ein künftiger Sozialfall.

Inaktiver User
30.09.2008, 19:28
Hab hier gerade mal kurz "reingeguckt". Fände es einfach nur gut, wenn solche Diskussionen möglichst bald "überflüssig" werden würden, einfach weil die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen so sind, dass möglichst jeder der Kinder haben möchte, sie ohne Not bekommen kann und jeder der keine bekommen möchte, das Kinderkriegen ohne (Rechtfertigungs-)Not lassen kann.

Am meisten stört mich dabei, dass es am Ende eigentlich immer nur noch darum geht, welches die "besseren" (weil schlauer/moderner/emanzipierter/reflexiver/emotionaler/altru- oder egoistischer und und und) Frauen sind. Die mit oder die ohne Kinderwunsch. Kann dieser Debatte einfach nichts abgewinnen.

Kenne zwar in meinem Umfeld keine Frau ohne Kinderwunsch, aber wenn ich eine Freundin hätte, die zu dem Thema "nein danke" sagt, würde ich vermutlich nicht versuchen sie zu missionieren und sie zu ihrer Entscheidung einfach beglückwünschen. Umgekehrt finde ich es als Frau mit "dringendem" Kinderwunsch fürchterlich, wenn man ohne besonderen Anlass aufgefordert wird, seinen Kinderwunsch zu begründen oder zu hinterfragen oder sich am Besten noch gleich einen anderen "Sinn" im Leben zu suchen.

Trotzdem noch viel Spass hier beim weiterdiskutieren...;-)

Sonderzeicen
30.09.2008, 19:36
dieses sich-rechtfertigen-muessen ist etwas furchtbares, und leider auch etwas sehr deutsches. die leute haben manchmal gewisse probleme damit, dass eine entscheidung nicht auf logisch nachvollziehbaren begruendungen beruht. und vor allem muss man immer zeigen, dass die eigenen entscheidungen statthaft sind, dass man sich sozialvertraeglich verhaelt und dass man die gemeinschaft nicht belastet.

Inaktiver User
01.10.2008, 07:03
Das find ich einfach nur bösartig.
Die Feststellung des zeitlichen Zusammenhangs findest Du bösartig - damit kann ich gut leben.
Es ist faktisch so.

Meine Cousine hat es mir ganz offen gestanden. Sie kam (nach 10 Jahren) im Unternehmen nicht mit dem neuen Chaf klar und hat daraufhin beschlossen, schwanger zu werden.
Sie hatte diebischen Spaß eines Tages in sein Büro zu gehen, um ihm im übertragenen Sinn die Zunge heraus zu strecken.
[Zugegeben, der neue Chef hat nur den Zeitpunkt, aber nicht die Grundentscheidung bestimmt.]




Im beruflichen Umfeld meines Partners waren es zwei Kolleginnen, die keinen Bock auf die Umstrukturierung hatten.

Im meinem letzten und derzeitigen Unternehmen existiert für diesen Umstand schon eine Begrifflichkeit:
"Die Kollegin drückt den Not-aus-Knopf."


Gut, daß ich nicht alleine bösartig bin.

Inaktiver User
01.10.2008, 07:27
Offensichtlich hast du ein Problem damit, wenn sich jemand nicht nur über den Job definiert, andere Inhalte hat, vielseitiger leben will und nicht so geldorientiert ist.

Offensichtlich urteilst Du oberflächlich und vorschnell über Menschen, die Du nicht kennst und kannst eine andere Meinung als die Deine schwerlich akzeptieren.

Vielleicht nicht auf die Kinder an sich, das unterstell ich niemand. Aber da du so drauhaust, wenn jemand einen anderen Lebensentwurf hat als du, find ich den Verdacht naheliegend.

Dann verdächtige Dich doch mal selbst des Draufhauens.
Das finde ich viel naheliegender.

Deshalb ist man weder automatisch ein Jobversager noch ein künftiger Sozialfall.
Habe ich nirdendwo geschrieben - aber Deine persönliche Assoziation und Verteidigungshaltung lässt tief blicken.

Inaktiver User
01.10.2008, 08:55
Im meinem letzten und derzeitigen Unternehmen existiert für diesen Umstand schon eine Begrifflichkeit:
"Die Kollegin drückt den Not-aus-Knopf."

Ja, den Begriff kenne ich in ähnlicher Art auch. Und es ist einfach eine Tatsache, dass viele Frauen dann ein Kind kriegen, wenn es entweder mit der geplanten Karriere nicht so recht klappen will oder der Job keinen Spaß mehr macht. Ich kenne mehrere Frauen, die das genauso praktiziert haben auch im privaten Umfeld ganz offen kommunizieren.

Wohlgemerkt sind das alles Frauen, die sowieso immer Kinder haben wollten. Keine hat nur ausschließlich deshalb ein Kind bekommen, weil es im Job nicht mehr lief- also quasi als Alibi- oder Ersatzlösung.

Insofern dann doch eine nachvollziehbare Sache: Wenn ich gerne Kinder möchte, der Job aber gerade super läuft und Spaß macht, dann fällt die Entscheidung sicher wesentlich schwerer, den geeigneten Zeitunkt zu finden. Läuft es gerade mal nicht so, ist das für viele auch eine Art Wink des Schicksals ind Sachen Familienplanung.

Eine gute Bekannte hat es genauso gemacht und ist nach zweijähriger Elternzeit wieder zurück in ihren Job. Der verhasste Chef war inzwischen weg und sie hatte quasi zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen.

Gruß, Spellbound

Inaktiver User
01.10.2008, 09:18
Diese Unterstellung meinerseits resultiert aus dem unübersehbaren zeitlichen Zusammenhang zwischen "Schwangerschaft" (bevorzugt aufgrund des Versagens des Verhütungsmittels) sowie beruflichen Schwierigkeiten.

Das sind dann die Jobversager.


Meinetwegen können Frauen (Menschen) das alles so handhaben wie sie möchten. Aber dann darf man auch später im Alter keine Unterstützung aus dem Sozialsystem erwarten.
Wenn ich nichts eingezahlt habe, kommt auch nichts raus - so einfach ist die Rechnung.

Und das die Sozialfälle.

Oder wie hast du das gemeint????


Gibt´s auch noch irgendetwas dazwischen für Dich?[/QUOTE]

Inaktiver User
01.10.2008, 09:26
Wohlgemerkt sind das alles Frauen, die sowieso immer Kinder haben wollten. Keine hat nur ausschließlich deshalb ein Kind bekommen, weil es im Job nicht mehr lief- also quasi als Alibi- oder Ersatzlösung.

Insofern dann doch eine nachvollziehbare Sache: Wenn ich gerne Kinder möchte, der Job aber gerade super läuft und Spaß macht, dann fällt die Entscheidung sicher wesentlich schwerer, den geeigneten Zeitunkt zu finden. Läuft es gerade mal nicht so, ist das für viele auch eine Art Wink des Schicksals ind Sachen Familienplanung.



So klingt das ganz anders.

Was mach ich denn, wenn ich beruflich grad nicht weiterkomme? Ich schau, ob ich mich nicht verbessern kann, in dem ich mir ne neue Stelle such, oder?

Wenn ich aber weiß, dass ich in absehbarer Zeit eh Kinder will, macht das ja nicht viel Sinn. Wer will schon irgendwo neu anfangen und kurz drauf schwanger werden?? DAS fänd ich nun ziemlich ungut.

Und wenn ich sowieso Kinder will und deshalb eine gewisse Zeit aussteigen oder Arbeitszeit reduzieren, dann macht es für mich auch keinen Sinn, in einer verfahrenen Situation noch übermäßig viel Energie daran zu verschwenden. Ich find das pragmatisch und vernünftig.

Inaktiver User
01.10.2008, 09:53
Eine gute Bekannte hat es genauso gemacht und ist nach zweijähriger Elternzeit wieder zurück in ihren Job. Der verhasste Chef war inzwischen weg und sie hatte quasi zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen.

Das ist dann auch clever.

In vielen mir bekannten Fällen lassen sich Frauen anschliessend aber langfristig beruflich hängen und sich von ihren Männern in die wirtschaftlich schlechtere Position drängen.

Da will ich in 30 Jahren aber auch kein Klagen darüber hören, daß die Rente so mickrig ist weil man diese Entscheidung getroffen hat. In der heutigen Zeit kann man eben nicht mehr davon ausgehen, daß der Vater der Kinder mich noch langfristig mitsponsert.

Das war dann nämlich nicht die Entscheidung für das Kind, sondern gegen die Vollzeit-Tätigkeit und dagegen, mit dem Partner auf Augenhöhe Rechte und Pflichten auszuverhandeln.
Leider wird das häufig von den entsprechenden Damen vergessen und das Kind wird vorgeschoben.

Inaktiver User
01.10.2008, 09:56
Das sind dann die Jobversager.

Frauen, die unmittelbar nach dem Hochschulabschluss schwanger werden und sich auch nach der Kleinkindphase nicht beruflich zu integrieren versuchen sind für mich Job- und Sozialversager.

Inaktiver User
01.10.2008, 09:57
Das ist dann auch clever.

In vielen mir bekannten Fällen lassen sich Frauen anschliessend aber langfristig beruflich hängen und sich von ihren Männern in die wirtschaftlich schlechtere Position drängen.

Da will ich in 30 Jahren aber auch kein Klagen darüber hören, daß die Rente so mickrig ist weil man diese Entscheidung getroffen hat. In der heutigen Zeit kann man eben nicht mehr davon ausgehen, daß der Vater der Kinder mich noch langfristig mitsponsert.

Das war dann nämlich nicht die Entscheidung für das Kind, sondern gegen die Vollzeit-Tätigkeit und dagegen, mit dem Partner auf Augenhöhe Rechte und Pflichten auszuverhandeln.
Leider wird das häufig von den entsprechenden Damen vergessen und das Kind wird vorgeschoben.

Na das ist dann einfach nur dusslig, würd ich sagen.

Ich kann auch schlecht nachvollziehen, wie man mit einem Kind jahrelang daheimbleiben kann und nichts machen außer Haushalt. Trotzdem glaube ich, dass das eine aussterbende Lebensform ist, die ich in meiner Generation (Jg 63) und jünger nicht mehr kenne.

Wenn ich wirklich komplett aus dem Berufsleben aussteigen würde, z.B. um jahrelang die Schwiegereltern zu pflegen, dann würd ich auch schauen, dass der Gatte mich entsprechend finanziell absichert. Soviel Weitsicht sollt schon sein.

Inaktiver User
01.10.2008, 10:02
Frauen, die unmittelbar nach dem Hochschulabschluss schwanger werden und sich auch nach der Kleinkindphase nicht beruflich zu integrieren versuchen sind für mich Job- und Sozialversager.

Kennst du da viele??? Ich find das ein Luxusproblem und wundere mich, dass solche Damen heute noch einen Mann finden, der das klaglos finanziert. Als Mann wär mir da Angst und bang (als Frau übrigens auch). Finanzielle Eigenständigkeit ist schon was Schönes.

Ich hab z.B. aus genau dem Grund nicht studiert, weil ich da schon wußte, ich will mehrere Kinder UND eine qualifizierte Ausbildung, und einen gewissen Lebensstandard und Berufserfahrung und eine gewisse Karrierestufe erreicht haben, BEVOR ich Kinder kriege. Für mich war das wichtig, mich beruflich so zu orientieren, dass das mit Kindern kompatibel ist.

Inaktiver User
01.10.2008, 10:14
Kennst du da viele??? Ich find das ein Luxusproblem und wundere mich, dass solche Damen heute noch einen Mann finden, der das klaglos finanziert.
Viele nicht, aber durchaus mehr als eine.

Aber ich kenne viele Akademikerinnen, die nach dem Abschluss 2-3 Jahre dem Berufsleben widmeten, um dann quasi vollständig auszusteigen.

Ich kann auch schlecht nachvollziehen, wie man mit einem Kind jahrelang daheimbleiben kann und nichts machen außer Haushalt. Trotzdem glaube ich, dass das eine aussterbende Lebensform ist, die ich in meiner Generation (Jg 63) und jünger nicht mehr kenne.

Bin Jahrgang 73 und es gibt sie noch immer.

Alizee
02.10.2008, 11:59
Wenn das nicht gegeben ist, sollte man sich das mit dem Kinderkriegen wirklich nochmal scharf überlegen. Und ein Kind als Eheretter in die Welt zu setzen, halte ich für absolut fatal.



Spellbound, darf ich hinzufügen:


Und ein Kind als Eheretter in die Welt zu setzen, halte ich für absolut fatal und dumm.

Inaktiver User
03.10.2008, 13:49
Ich bin Mutter und seit kurzem wieder Vollzeit berufstätig, weil sich das als frischgebackene Absolventin und in dem Job, den ich habe, gar nicht anders machen lässt. Geplant ist auch ein zweites Kind, bei dem dann mein Mann in Elternzeit gehen möchte (für ein Jahr) und dann einiges seiner Arbeit ins Home Office verlagern will. Er hat aber eindeutig auch zeitlich gesehen den angenehmeren Job: weniger Wochenstunden, nah an unserem Zuhause dran und bei Überstunden wird darauf geachtet, dass die zeitnah auch wieder abgebaut werden.

Und was den Haushalt betrifft: wir sourcen aus (vulgo: Putzfrau :freches grinsen: ). Auf den Haushalt hab ich auch wenig Lust und auch mein Mann, wenn wir die ganze Woche unterwegs sind. Zeit als Paar finden wir schon noch und bei unseren Hobbies setzen wir eben Prioritäten, was geht und was nicht. Unser Alltag ist allerdings schon extrem durchorganisiert - das muss man mögen.

Aber ich bin so zufrieden mit dem Job, den ich jetzt habe, wie ich es noch mit keinem Job vorher war. Und davon profitiert meiner Meinung nach auch meine Familie.

kape
05.10.2008, 12:50
Hallo in die Runde,

ich war schon lange nicht mehr da und entdeckte den Strang erst jetzt.

Ich habe meine drei Kinder vor knapp 25 bis 29 Jahren bekommen. Lebte dann in der Provinz, hatte zwar schon einen Beruf aber das nachfolgende das Studium war noch nicht beendet.

- Erweiterte Öffnungszeiten? Gab es dort nicht!
- Kernzeitbetreuung? Daran dachte noch kein Mensch!
- Geteilte Elternzeit? Muss vom anderen Stern sein!

Dennoch habe ich Weiterbildungen besucht, bin beruflich vier Jahre nach der Geburt des jüngsten Kindes dann wieder eingestiegen - habe fernstudiert (Danke nach Hagen!) und das alles begleitet durch viele Kommentare von FRAUEN die meinten, ich sollte doch "auch an die Kinder denken, die bräuchten doch eine Mutter zu Hause"! Und für kinderlose Frauen war ich mit meinen Dreien manchmal ein Modell aus dem 19. Jahrhundert.
"Kannst Du keine Pillenbeschreibung lesen?" war eine der netteren Fragen.

Als ich dann viele Jahre später meinen Master gemacht habe, die Kinder waren inzwischen alle aus dem Haus, sagten die gleichen Frauen "naja, du hattest schon immer zu viel Energie und warst gut organisiert"! Sie sagten nicht, dass ihnen dies alles zu anstrengend und zu mühsam war, jammern aber, dass sie selbst keine Rentenansprüche haben.

Und heute bekommen junge Frauen ja sogar drei Jahre pro Kind angerechnet!

Kinder sind kein Grund, um sich nicht um eine berufliche Entwicklung zu kümmern. Weder für Mann noch für Frau!
Allerdings muss frau sich selbst kümmern, genauso wie sich Männer kümmern müssen, wenn sie vorankommen wollen. Auch denen werden die Mühen und Anstrengungen um Karriere zu machen nicht erspart. Und so prickelnd ist es auch nicht, in einen harten, fordernden und womöglich ungeliebten Job jeden Tag seine Energie reinzuhängen, weil die Lieben zu Hause ja leben müssen.

Natürlich ist es schon sehr unterstützend, wenn man entweder einen Partner hat, der selbstverständlich mitzieht oder genug Energie hat um ihn davon zu überzeugen, dass es langfristig auch sein Vorteil ist, wenn man als Familienfrau beruflich nicht abhängt.

Meine Empfehlung aber an alle Frauen ist: Hackt nicht auf denen herum, die sich für einen anderen Lebensentwurf entschieden haben, als es euer eigener ist. Tut nicht so, als hätten "die anderen" eine ansteckende Krankheit!
Wenn wir Frauen nicht lernen und gegenseitig zu helfen, egal wofür sich eine entschieden hat, solange werden die Männer immer lässig an uns vorbeiziehen - und daran sind wir dann oftmals selbst schuld.

Ich denke da an die kinderlose Chefin, die eine Mutter mit Kindern einstellt - oder leider eben nicht! Oder an die Familienfrau, die hin und wieder die berufstätige Mutter unterstützt durch Kinderhüten oder Abholen vom Kiga. Aber auch an die kinderlosen Freundinnen, die sich weiter um die Freundschaft mit der neuen Mutter mühen - auch wenn das Kind quengelig ist oder eben keinen ungestörten Nachmittag mehr ermöglicht.

In diesem Sinne schwesterliche Grüße an alle die sich angesprochen fühlen
kape

Sonderzeicen
05.10.2008, 15:03
es ist schon toll, dass du das alles geschafft hast, aber nicht jede frau ist so belastbar. schon ein grosser fuenfpersonenhaushalt mit allem drum und dran ist eine menge! fuer 5 personen einkaufen, waschen, buegeln, kochen, putzen, kinder fuer schule und kindergarten fertig machen... dann wollen die kinder auch was von ihrer mutter haben, wenn sie aus der schule oder dem kindergarten kommen, hausaufgaben muessen beaufsichtigt werden, manchmal kommen krankheiten oder probleme dazwischen, mit denen man sich auseinandersetzen muss und die zeit und nerven beanspruchen. dann ist auch noch ein ehemann da, der ein bissel was von seiner frau haben will, wenn er aus der arbeit kommt. tja - und dann auch noch nebenbei studieren - wow.

kape
05.10.2008, 17:06
Hallo Sonderzeicen,

ja, Du beschreibst mein Leben wie es damals war schon recht genau. Es war manchmal ganz schön anstrengend. Doch ich wollte mich nicht brüsten, sondern nur darauf hinweisen, dass "Karriere" immer mühsam ist....und dass auch die Männer anstrengende Zeiten in ihrem Job verbringen!
Ich weiß, dass ich oft genauso fertig war, wie mein Mann mit seiner 70 Stunden Woche. Aber das dauerte doch nicht ewig!! Spätestens wenn die Kinder zur Schule gehen ist das Schlimmste doch schon vorbei! Und es lag doch an unserer Erziehung, wie selbständig die Kinder dann altersentsprechend waren! Wie wir sie auch zum Mithelfen angehalten haben...

Aber deswegen sage ich ja, jede Frau/Familie soll für sich die Entscheidung treffen.

Ob Kind - oder nicht.
Ob mehrere Kinder - oder nicht.
Ob parallel berufstätig - oder nicht.

Doch wenn die Entscheidung getroffen ist, muss man(n) /frau auch die daraus entstehenden Konsequenzen tragen - und nicht hämisch, neidvoll oder spöttisch nach den Entscheidungen der anderen schielen.
Stattdessen sollte es Netzwerke geben, in denen alle Frauen mit ihren unterschiedlichen Lebensentwürfen und in ihren unterschiedlichen Lebensphasen ihren Platz einnehmen. Wenn wir das schaffen würden, wäre die Frage: ob überhaupt und dann: wieviele Kinder ?...vielleicht für manche Frau/Familie kein großes Thema mehr.

Zu meinem Bekannten -und Freundeskreis gehören viele kinderlose Frauen. Deren Lebensform war und ist für mich völlig in Ordnung. Ich hätte es allerdings damals auch in Ordnung gefunden, wenn mich die kinderlosen Frauen im Umkehrschluss genauso akzeptiert hätten.

Liebe Grüße
kape

Sonderzeicen
05.10.2008, 19:40
ja, es gibt leute, die ihren eigenen lebensentwurf schon dadurch infrage gestellt sehen, dass andere es anders machen.

nicole-kruemel
06.10.2008, 21:17
Ich bin mittlerweile die einzige in meinem Freundeskreis, die weder verheiratet ist noch Kinder hat. Das ist ein komisches Gefühl, denn unsere Welten driften immer mehr auseinander! Ich sehe das, finde es schade, aber kann es nicht ändern.
Ich bin die einzige in meinem Freundeskreis, die studiert hat (und noch ein elendig langes Studium ausgesucht hat). Während die anderen mit 22/23 fertig waren und weitere 2/3 Jahre später die Kinder kamen, war ich noch nicht mal fertig. Seit einem Jahr hab ich mein 2.Examen in der Tasche, bin 400 km umgezogen, weiß aber nicht, wie es im nächsten Jahr ab Oktober weitergeht. Denn dann läuft mein Vertrag aus- Verlängerung ausgeschlossen. Mein Partner ist in derselben Situation, denn wir haben den gleichen Beruf in gleichem Stadium. Jetzt heißt es umorientieren, wahrscheinlich ins Ausland. Die Weichen stellen wir gerade, aber an Kinder denken wir momentan nicht. Das ist uns einfach noch zu unsicher! Ich habe immer gedacht, ich bekäme früh Kinder, heirate Mitte 20 - aber es ist anders gekommen! Meine Freunde haben einen anderen Weg gewählt - das finde ich völlig ok! Aber es nervt mich langsam, dass meine Freundin, die in von außen betrachtet sicheren finanziellen und persönlichen Verhältnissen mit MAnn und Tochter lebt, bei jedem Treffen fragt: Naaaaa? Unnnndddd? Wann heiratest du endlich? Und was ist mit Kindern?? Sie hat mir sogar mal ins Gesicht gesagt, dass sie ihren Lebensentwurf für den einzig wahren hält! Da war ich erstmal bedient!
Es gibt nicht DEN richtigen bzw falschen Lebensentwurf, finde ich. Jeder sollte sehen, dass er den findet, der zu ihm passt und der ihn glücklich macht! Ich gehe meinen Weg und stehe auch dazu! Auch wenn das bedeuten könnte, dass ich erst mit 35+ Mutter werde - wenns dann noch klappt!

cella
06.10.2008, 21:18
Hallo kape,
Hut ab vor deiner Leistung,im familiären wie beruflichen Bereich!
Du hast das konsequent durchgezogen und so gehe ich davon aus,das du auch einen Partner hast,der das alles mitgetragen hat.Wenn BEIDE 70 Stunden- Wochen haben,kann man es drehen und organisieren wie man will,irgendwas oder irgendwer kommt zu kurz.Es sei denn man hat ein Umfeld,Strukturen und Netzwerke,die dieses ermöglichen.Ich kenne diese Phasen,es war just da wo mein Sohn eingeschult war und wir nach längerem Auslandsaufenthalt zurück kamen.Da baute sich mein Mann eine eigene Praxis auf und ich war quasi Fulltime-"Mithelfendes Familienmitglied";aber ich hatte IMMER das Gefühl ,das meine
Kinder,die Tochter noch ein Kleinkind,einfach zu kurz kamen..
Die Einschulung meines Sohnes empfand ich jedenfalls nicht als Entlastung,eher im Gegenteil.Die ständig wechselnden Zeiten,
Stunden die ausfielen,dann sein anfängliches Verweigern,da er sich in seiner alten,"neuen" Heimat noch nicht wohl fühlte,das alles hat mich extrem belastet.Umso mehr bewundere ich die Frauen,denen das alles lockerer von der Hand geht.
Ich habe aber auch Verständnis für andere Lebensformen,wo einer der Partner zuhause bleibt und das gern,was soll daran verwerflich sein,wenn diejenigen aber auch die Konsequenzen bedenken und sich entsprechend absichern.Jammern über die Rente ist da fehl am Platz.Ich bin ganz ehrlich,die 3 Jahre Elternzeit hätte ich auch gerne gehabt,man kann ja trotzdem Teilzeit arbeiten oder sich weiter bilden.Die mangelnde Toleranz kinderloser Frauen kann ich so nicht nachempfinden.Die die ich
kenne,hätten gern Kinder gehabt,was aus irgendwelchen Gründen nicht ging,oder haben sich bewusst gegen Kinder entschieden.
Alle beklagen sich aber über die zunehmende Diskriminierung der vermeindlich egoistischen "Kinderlosen".Das man bei mehr als 2 Kindern schon schief angeguckt wird,ist eine Frechheit!
LG,Cella:blumengabe:

summer08
06.10.2008, 21:33
Also mein Lebensplan sah immer Kinder vor- im Idealfall: Mann, Haus, 2 Kinder, Hund.
Bis auf die Kinder habe ich alles "erreicht". Manche Dinge hat man eben nicht selbst in der Hand.
Aber wie heißt es so schön: Es gibt nur EINEN richtigen Weg- und das ist DEINER.

Ich hätte gerne Kinder gehabt, aber mein Leben hat auch ohne Kinder einen Sinn. :lachen:

HG
summer

Inaktiver User
07.10.2008, 05:46
Meine Freunde haben einen anderen Weg gewählt - das finde ich völlig ok! Aber es nervt mich langsam, dass meine Freundin, die in von außen betrachtet sicheren finanziellen und persönlichen Verhältnissen mit MAnn und Tochter lebt, bei jedem Treffen fragt: Naaaaa? Unnnndddd? Wann heiratest du endlich? Und was ist mit Kindern?? Sie hat mir sogar mal ins Gesicht gesagt, dass sie ihren Lebensentwurf für den einzig wahren hält! Da war ich erstmal bedient!
So ist das, wenn die Welten auseinanderdriften.

Mein Rat an Dich:
Halte die Freundschaft zu denen, die Deinen Lebensentwurf uneingeschränkt respektieren und kappe den Kontakt zu denen, die mit ihren Fragen nerven.
Welcehn Sinn haben zwischenmenschliche Beziehungen, in denen man sich immer wieder für seinen Kosmos rechtfertigen muss.

Das kann schmerzhaft sein, befreit aber mittelfristig sehr und öffnet neue Türen zu Kontakten mit denen man auf einer Wellenlänge liegt.

Sieh es mal so - es ist einer von vielen Punkten, die Spreu vom Weizen zu trennen.

Inaktiver User
07.10.2008, 14:20
Aber es nervt mich langsam, dass meine Freundin, die in von außen betrachtet sicheren finanziellen und persönlichen Verhältnissen mit MAnn und Tochter lebt, bei jedem Treffen fragt: Naaaaa? Unnnndddd? Wann heiratest du endlich? Und was ist mit Kindern?? Sie hat mir sogar mal ins Gesicht gesagt, dass sie ihren Lebensentwurf für den einzig wahren hält!

Hast Du denn Deiner Freundin mal klipp und klar gesagt, dass sie sich die permanente Fragerei bitte sparen möge, da Dein Lebenskonzept mittelfristig weder Kinder noch Heirat vorsieht?

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass man speziell bei diesem Thema auch mal mit der Faust auf den Tisch hauen muss. Und in diesem Zusammenhang auch klar macht, dass gegenseitiges Tolerieren unterschiedlicher Lebensentwürfe die unerlässliche Basis für eine Frendschaft ist.

Wenn das alles nichts fruchtet, dann kann ich Tristania nur Recht geben - solche "Freundschaften" haben keine Zukunft. Es gibt eben wirklich Punkte im Leben, da trennen sich die Wege.

Gruß, Spellbound

nicole-kruemel
08.10.2008, 11:20
Jep, ihr habt beide Recht. Mit der Faust auf den Tisch gehauen habe ich allerdings schon. Hat aber nix genützt! Danach kam die Frage nach Familiengründung mit einem übertriebenen Zwinkern, obwohl mich das genauso nervt. Oder sie entschuldigt sich direkt danach wieder! Machts alles nicht besser! Wir sind schon seit der Schule befreundet, haben auch schon ne Menge miteinader durchgemacht. Da fällts mir schon schwer, die Freundschaft zu kippen! Aber ich mache mich mal auf die Suche nach neuen Freunden, zumindest dann, wenn ich wenigstens mal für ein paar Jahre irgendwo angekommen bin!

Inaktiver User
08.10.2008, 12:32
Wir sind schon seit der Schule befreundet, haben auch schon ne Menge miteinader durchgemacht. Da fällts mir schon schwer, die Freundschaft zu kippen!

Du musst die Freundschaft ja nicht gleich ganz kippen - manchmal hilft auch etwas Abstand.
Es hat etwas mit Zuneigung und Respekt zu tun, den anderen mit seinen Gefühlen und Ideen so anzunehmen wie er ist.


Glücklicherweise akzeptieren bei meinen Freundinnen gerade die aus der Teenagerzeit den anderen Lebensplan. Vielleicht weil ich in deren Augen gleich nach dem Abi schon schräg drauf war (wegging, studierte, etc.).

kayla
08.10.2008, 14:25
Glücklicherweise akzeptieren bei meinen Freundinnen gerade die aus der Teenagerzeit den anderen Lebensplan. Vielleicht weil ich in deren Augen gleich nach dem Abi schon schräg drauf war (wegging, studierte, etc.).
:ooooh:
Ich dachte, es wäre normal, nach dem Abi wegzugehen und zu studieren. Kam bei denen dann gleich die Familiengründung oder was?

Inaktiver User
08.10.2008, 14:58
:ooooh:
Ich dachte, es wäre normal, nach dem Abi wegzugehen und zu studieren. Kam bei denen dann gleich die Familiengründung oder was?
Nicht ganz, aber die allermeisten Kontakte aus der Jugend haben sich nicht weiter als 20km un den Ort wegbewegt - ebenso wenig mit der Partnersuche.

"Man" hat eben häufig eine Ausbildung gemacht und schon mitte 20 geheiratet oder kam mit Ende 20 zurück und hat geheiratet.

Das waren wirklich stattliche 70% meines ABI-Jahrgangs.


Bei machen Studienkolleginnen war es nicht viel anders - man ging 4-5 Jahre von zu Hause in die "grosse Stadt" (*hust*!), heiratete dann aber umgehend nach Abschluss den langjährigen Freund und ging wieder nach Hause.

mus-musculus
08.10.2008, 15:18
:ooooh:
Ich dachte, es wäre normal, nach dem Abi wegzugehen und zu studieren. Kam bei denen dann gleich die Familiengründung oder was?

Kommt drauf an, wo man aufgewachsen ist. Ich bin in einem Kaff von Dorf aufgewachsen. Nach der Grundschule sind 90% auf die im Nachbarort gelegene Real-/Hauptschule gegangen und haben dann auf dem Bauernhof/im Betrieb ihrer Eltern oder Großeltern mitgearbeitet. Und viele bauen ihr Haus dann auch auf dem Grundstück ihrer Eltern oder Schwiegereltern (die Grundstücke waren früher größer). Wenn man die dann nach Jahren mal wieder trifft und die Frage "und, was machst du so" kommt, dann merkt man schon, daß es zwei ziemlich unterschiedliche Dimensionen sind.

Sonderzeicen
10.10.2008, 01:10
Bei machen Studienkolleginnen war es nicht viel anders - man ging 4-5 Jahre von zu Hause in die "grosse Stadt" (*hust*!), heiratete dann aber umgehend nach Abschluss den langjährigen Freund und ging wieder nach Hause.

ach du schande. hatte wohl damit was zu tun, dass die eltern ein haus hatten und sich damit ein bequeme wohnmoeglichkeit ergab. oder grund und boden, auf dem gebaut werden konnte -?

HansDampf
10.10.2008, 07:42
ach du schande. hatte wohl damit was zu tun, dass die eltern ein haus hatten und sich damit ein bequeme wohnmoeglichkeit ergab. oder grund und boden, auf dem gebaut werden konnte -?
Das muß nicht immer nur materielle Gründe haben. Vielen ist einfach die Eingebundenheit in ein soziales Netz (Familie, Bekannte, Vereine) wichtig. Und mit Großeltern im Rücken sind Kinder und Beruf leichter zu vereinbaren.

Nicht jeder liebt das freie (und manchmal einsame) Großstadtleben.

Problemfrei ist es aber meistens nicht. Die Abhängigkeiten können zermürbend sein.Ich würde es nicht wollen.

Hans

Sonderzeicen
10.10.2008, 13:14
in faellen, wo die eltern selber nur eine mietswohnung haben, schliesst sich die rueckkehr ins eltern"haus" von vornherein aus. da hat man dann auch nichts drum, ein paar kilometer von den eltern weg zu wohnen.

wenn man mehr oder weniger aufeinander "hockt", etwa das haus teilt oder auf dem grundstueck der eltern baut, so spielen in aller regel doch die finanziellen vorteile eine grosse rolle.

Inaktiver User
10.10.2008, 15:15
Nicht jeder liebt das freie (und manchmal einsame) Großstadtleben.
Es gibt auch noch sehr viele Facetten zwischen einer Kleinstadt und einer Großstadt.

.........und wo das Großstadtleben einsam sein kann, ist das Dorfleben voller sozialer und einengender Zwänge.
Ich empfinde meinen heutigen Wohnort (kleine Kreisstadt) als deutlich einsamer und eingeschränkter als den letzten (kleine Großstadt).

HansDampf
10.10.2008, 15:24
Es gibt auch noch sehr viele Facetten zwischen einer Kleinstadt und einer Großstadt.

.........und wo das Großstadtleben einsam sein kann, ist das Dorfleben voller sozialer und einengender Zwänge.
Ich empfinde meinen heutigen Wohnort (kleine Kreisstadt) als deutlich einsamer und eingeschränkter als den letzten (kleine Großstadt).
ich würde es etwas vorsichtiger formulieren:
"....und wo das Großstadtleben einsam sein kann, kann das Dorfleben voller sozialer und einengender Zwänge sein.

Beides muß aber nicht.

Falls man allerdings als Erwachsener in dem Dorf lebt, in dem man aufgewachsen ist und in dem der Rest der buckligen Verwandschaft lebt, ist die Wahrscheinlichkeit für einengende
Zwänge sehr hoch.

Was aber ist schlecht an sozialen Zwängen, wenn sie nicht einengen?

Hans

Inaktiver User
10.10.2008, 16:55
Was aber ist schlecht an sozialen Zwängen, wenn sie nicht einengen?

Wie kann ein Zwang nicht einschränken, das Wort alleine spricht schon Bände.

Es wird nicht umsonst auch zur Beschreibung von Neurosen gebraucht - Stichwort: Waschzwang.

Ich denke, daß so ein soziales Gefüge Menschen dazu bringt, sich zu vermehren obwohl sie es im Grunde ihres Herzens gar nicht aufrichtig wollen.

Das passiert in einer dörflichen Gemeinschaft viel häufiger als wonaders. Mann/Frau kann sich dem Druck nämlich nur sehr viel schwieriger entziehen.

HansDampf
13.10.2008, 09:22
Wie kann ein Zwang nicht einschränken, das Wort alleine spricht schon Bände.

Es wird nicht umsonst auch zur Beschreibung von Neurosen gebraucht - Stichwort: Waschzwang.

Ich denke, daß so ein soziales Gefüge Menschen dazu bringt, sich zu vermehren obwohl sie es im Grunde ihres Herzens gar nicht aufrichtig wollen.

Das passiert in einer dörflichen Gemeinschaft viel häufiger als wonaders. Mann/Frau kann sich dem Druck nämlich nur sehr viel schwieriger entziehen.
Dem gegenüber steht natürlich die Möglichkeit der Einsamkeit in einem Leben ohne soziale Zwänge.

Das kann Menschen dazu bringen sich nicht fortzupflanzen, auch wenn sie es im Grunde ihres Herzens aufrichtig wollen.

Die Welt ist zum Glück nicht schwarz-weiß und gut-böse.

Hans

Inaktiver User
13.10.2008, 13:09
Dem gegenüber steht natürlich die Möglichkeit der Einsamkeit in einem Leben ohne soziale Zwänge.


Die Welt ist zum Glück nicht schwarz-weiß und gut-böse.

Warum beschreibst Du sie dann so?
Du widersprichst Dir in diesem Posting.

Ein Leben ohne soziale Zwänge macht übrigens immer frei (im Sinne von zwanglos) aber nur selten einsam.

HansDampf
13.10.2008, 13:55
Warum beschreibst Du sie dann so?
Du widersprichst Dir in diesem Posting.

Ein Leben ohne soziale Zwänge macht übrigens immer frei (im Sinne von zwanglos) aber nur selten einsam.
Ich meinte damit, daß Leben mit sozialen Zwängen nicht nur Nachteile und eines ohne diese nicht nur nur Vorteile hat. (Vorrausgesetzt es handelt sich nicht um starke und explizite Zwänge).

Ich habe jedenfalls das Gefühl, daß viele Menschen an den "Frösten der Freiheit" leiden.

Aber das ist jetzt OT.

Hans

Inaktiver User
13.10.2008, 14:28
Ich meinte damit, daß Leben mit sozialen Zwängen nicht nur Nachteile und eines ohne diese nicht nur nur Vorteile hat. (Vorrausgesetzt es handelt sich nicht um starke und explizite Zwänge).

Unter sozialen Zwängen leiden meist die Menschen, die nicht der Norm entsprechen oder der Norm entsprechend leben wollen.

Das kann sich an der Kinderfrage manifestieren, oder auch an ganz anderen Dingen.

"Man tut dies und jenes nicht" oder "man tut gerade dies oder jenes" um zu einer Gemeinschaft dazu zu gehören.


Ich persönlich würde in meinem ursprünglichen Kleinstadtumfeld mit meinem Lebensentwurf (der nicht besonders exotisch ist) ziemliche Schwierigkeiten bekommen schon weil mein Partner 12cm kleiner ist als ich, weil ich (noch) nicht heiraten will, weil ich keine Kinder plane.

Vorteile brächte mir die soziale Gemeinschaft in meiner jetzigen Lebensphase überhaupt nicht.

Verständnis, Anerkennung und Respekt für meinen Lebensentwurf hingegen erhalte ich von der Gemeinschaft, die ich mir aktiv innerhalb meines sozialen Umfeldes erarbeitet habe.

Sonderzeicen
15.10.2008, 02:51
ich koennte locker auf viele soziale beziehungen verzichten, aber auf meine privatsphaere nicht. staendig irgendwelche menschen um mich zu haben, waere fuer mich eine qual.

Inaktiver User
15.10.2008, 07:09
ich koennte locker auf viele soziale beziehungen verzichten, aber auf meine privatsphaere nicht. staendig irgendwelche menschen um mich zu haben, waere fuer mich eine qual.
Das geht mir auch so. :blumengabe:

..........und diese spezielle Form der Privatsphare (nicht nur physisch, sondern auch emotional) hat man mit einem Kind nie wieder.
Auf der anderen Seite ist das durchaus ein legitimer Grund, Kinder zu wollen - es sind einfach (auch) Anker für´s Leben.

Inaktiver User
15.10.2008, 14:07
Unter sozialen Zwängen leiden meist die Menschen, die nicht der Norm entsprechen oder der Norm entsprechend leben wollen.


So siehts aus. Und in einem dörflich/kleinststädischen Umfeld, in dem jeder jeden kennt, erleben genau diese Menschen soziale Zwänge oft als eine regelrechte Hölle.

Solange man sich den Normen entsprechend erwartungskonform verhält, so wie "man" das tut, dann gehört man dazu und kann auf Unterstützung und Gemeinschaft hoffen. Weicht man von den Normen ab, lässt einen das die Gemeinschaft deutlich spüren und man ist ruckzuck der stigmatisierte Außenseiter.

Und das fängt schon damit an, dass ein Riesenaufriss davon gemacht wird, wenn man einfach mal keine Lust auf den nerbigen Plausch mit der Nachbarin im Supermarkt hat oder die Frau von nebenan (angebblich) nicht freundlich genug gegrüßt hat. Oder auch dann, wenn man als einzige evangelische Familie in einem tiefkatholischen Kaff lebt.

Für mich wäre so eine Leben genau das, was ich mir unter dem ewigen Fegefeuer vorstelle.

Gruß, Spellbound

Sonderzeicen
15.10.2008, 19:39
ja, man muss schon ein sehr anpassungsfreudiger mensch sein, um das schoen zu finden. solche leute gibt's auch.

Kudu
07.12.2008, 19:58
Ich möchte in jedem Fall Kinder haben. Und WENN, dann möchte ich auch wirklich zwei Kinder haben. Ich finde es toll, dass ich GEschwister habe und ich finde es auch für Kinder toll, dass sie immer jemanden zum Spielen haben.

Leider habe ich noch nicht den richtigen Mann gefunden *lol*..aber das wird bestimmt schon.

Ich glaube auch im Alter ist es schön, wenn man Kinder hat und nicht allein ist.

Ich bin kein Karrieretyp, würde aber auch arbeiten gehen, wenn mein Partner zu Hause bleiben wollte.

Lotte66
14.04.2009, 14:10
Als Kind (geb. 1966) habe ich immer gedacht, ich wuerde mal Kinder haben, wir waren zu viert zu Hause, und Familie war gut fuer mich. Auch als Teenager war mir eigentlich "klar", dass ich Kinder haben wuerde und wollte.
Ich hatte dann einen Partner 6 Jahre lang, der sich aber nicht reif genug fuer Kinder fuehlte (war aber nicht der Grund, warum wir uns letztendlich getrennt haben), ansonsten nur kurze "Affairen".
Mein Vater hat mich mal vor 15 Jahren (oder so) gefragt, ob ich eigentlich Kinder und Familie wolle. Aber nicht "besserwisserisch", sondern ich glaube, er wollte es ehrlich wissen. Meine Mutter hat mich mal gefragt, warum ich eigentlich mit diesem Freund zusammen waere, wenn wir doch keine Kinder und doch nicht heiraten wollten. Vermutlich hielt sie es fuer eine Verschwendung meiner "Bio-Zeit" und hatte Angst, dass es fuer mich mal zu spaet wuerde und ich dann todtraurig waere.
Vor ein paar Jahren habe ich dann geheiratet. Mein Mann hatte schon Kinder aus einer ersten Ehe und wollte eigentlich lieber keine Kinder mehr - haette ich allerdings sehr gerne gewollt und gute Argumente gehabt, haette er mitgezogen.
Nur, ich musste mir erst mal "ein neues Leben aufbauen" : fremdes Land, fremde Sprache, kein Job - kein guter Grund, erst mal ein Baby zu bekommen (obwohl - dann haette ich wahrscheinlich erst mal Zeit gehabt, die Sprache zu lernen :freches grinsen:) - waere mir wie eine "Beschaeftigungstherapie" vorgekommen : dafuer sind Kinder aber nicht gedacht !
Als sich meine berufliche "Laufbahn" (keine Karriere !) zu stabilisieren begann, wurde mein Mann schwer krank - auch nicht gerade ein guenstiger Zeitpunkt fuer Kinder, wir wussten ja nicht, wie die Krankheit weiterverlaufen wuerde. Wurde besser, aber ist wieder zurueck gekommen.
Also habe ich jetzt keine Kinder (bin aber schon Grossmutter :smirksmile:), und werde auch wohl keine mehr haben - schade einerseits, ich habe bestimmt schoene Erfahrungen verpasst ! Andererseits vermutlich besser fuer die Kinder, und auch fuer mich. Da bin ich jetzt gern auch egoistisch : ich weiss nicht, wie weit meine eigene Energie und Geduld eigentlich gehen wuerde, und jetzt sowieso (wo ich keine 30 mehr bin :freches grinsen:), hab' mir von Muettern, die im Alter von 38 zum ersten Mal Mutter geworden sind, sagen lassen, dass die Energie ziemlich schnell nachlaesst und es mit den kleinen Kindern schon echt sehr anstrengend sei. Also geniesse ich das Leben, das ich jetzt habe ! Und erfreue mich an meinen zahlreichen Nichten und Neffen in verschiedensten Altersgruppen. :Sonne:
Klar, spaeter habe ich keine Kinder, die mich im Altersheim besuchen, aber manche haben Kinder, die ihre Eltern dann doch auch nicht besuchen.... :knatsch:

Lakritze
15.04.2009, 09:08
So siehts aus. Und in einem dörflich/kleinststädischen Umfeld, in dem jeder jeden kennt, erleben genau diese Menschen soziale Zwänge oft als eine regelrechte Hölle.

Solange man sich den Normen entsprechend erwartungskonform verhält, so wie "man" das tut, dann gehört man dazu und kann auf Unterstützung und Gemeinschaft hoffen. Weicht man von den Normen ab, lässt einen das die Gemeinschaft deutlich spüren und man ist ruckzuck der stigmatisierte Außenseiter.

Und das fängt schon damit an, dass ein Riesenaufriss davon gemacht wird, wenn man einfach mal keine Lust auf den nerbigen Plausch mit der Nachbarin im Supermarkt hat oder die Frau von nebenan (angebblich) nicht freundlich genug gegrüßt hat. Oder auch dann, wenn man als einzige evangelische Familie in einem tiefkatholischen Kaff lebt.

Für mich wäre so eine Leben genau das, was ich mir unter dem ewigen Fegefeuer vorstelle.

Gruß, Spellbound

Ja,das mit dem Fegefeuer sehe ich auch so.
Ich bin so ähnlich aufgewachsen - in den 1980ern, tiefkatholischer kleiner Ort, zugezogen aus der Stadt, wir sprachen also absolutes Hochdeutsch (dort: wildester Dialekt), meine Mutter war geschieden, beruflich ambitioniert, erfolgreich und finanziell relativ gutgestellt.
Katholisch waren wir, das ist das Einzige, was uns vermutlich zugute gehalten wurde :freches grinsen:
Aber ansonsten ideal für eine Außenseiterposition.
Ich bin ausgesprochen froh, dass ich mittlerweile in der Stadt lebe und keine zehn Pferde könnten mich - außer zu Kurzbesuchen- jemals wieder aus Land zurückbringen.
Zum eigentlichen Thema: nein, ich will keine Kinder. Auch wenn es zu meiner beruflichen Planung passen würde (ich werde auf selbständiger Basis arbeiten und das zu einem Gutteil zu Hause)
Wie oben schon erwähnt wurde, ich brauche meine Privatsphäre. Und wenn ich das Bedürfnis nach Kindern habe, lade ich für einen Nachmittag die Nachbarskinder oder meinen Großcousin ein. Das reicht dann wieder völlig für ein paar Wochen. :freches grinsen:
LG,
Lakritze

kleineHexe11
15.04.2009, 21:01
Es ist absolut okay zu sagen, ich will keine Kinder! Jeder hat das Recht sein Leben so zu gestalten, dass er damit glücklich sein kann! Kein Kind wird glücklich werden, wenn es sich nicht geliebt und geborgen fühlen kann und dazu muss man bereit sein, sein bisheriges Leben komplett umzukrempeln! Ich für meinen Teil würde es sehr vermissen keine Kinder zu haben und ich würde meine Kleine mit nichts auf der Welt eintauschen! Als engagierte Mutter finde ich es aber auch nett, wenn ich mal einen Nachmittag für mich habe, und da sind dann, neben den Großeltern, auch Freundinnen sehr willkommen, die sich gerne mal ein Kind "ausborgen"!

Informatica
12.06.2009, 15:29
Ich frage mich, ob diese Diskussionen pro/contra Kinder irgendwann einmal ein Ende nehmen. Sie sind überflüssig wie ein Kropf .

Ich persönlich bin 38 Jahre und habe noch keine Kinder. Ich hatte nie große Sehnsucht danach. Hätten sich die passenden Umstände ergeben, hätte ich vielleicht welche bekommen - aber sicher nicht von irgend einem Mann, hauptsache ich habe ein Kind.

Genau derartige Diskussionen wie diese haben mich allerdings vor zwei Jahren doch verunsichert. Angeblich bereuen ja alle Frauen mit Mitte 40 ihre Kinderlosigkeit.

Also habe ich Bücher zum Thema gelesen, mit Freundinnen allen Alters gesprochen usw. Wisst Ihr, was das geholfen hat? Nichts. Denn die Entscheidung muss jeder für sich selbst verantworten. Was soll ich also mit den Erfahrungen und Meinungen anderer anfangen?

Ich freue mich über die Kinder meiner Freundinnen, über meine Nichten, und mag fremde Kinder. Ich zahle auch gerne als Single mehr Steuern und engagiere mich sozial für andere Kinder.Aber in mein Leben passen sie einfach nicht.

Also, können wir diese Diskussionen nicht einfach mal lassen und jedem das Leben leben lassen, mit dem er klar kommt?