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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Dossier: Arm und reich in einer Familie



BRIGITTE Community-Team
22.08.2008, 11:30
Liebe Userinnen,

beim Geld hört bekanntlich die Freundschaft auf. Und wann die Familienliebe? Kann Geld der Liebe in die Quere kommen? In der neuen BRIGITTE (Heft 19, ab 27. August am Kiosk) lesen Sie die Geschichte zweier Geschwister (http://www.brigitte.de/frau/familie/geld-geschwister/index.html): Er blieb Trennung beim wohlhabenden Vater. Seine kleine Schwester kann sich fast nichts leisten.

Kennen Sie Geldgeschichten, über die Familien zerbrochen sind? Finden Sie, dass alle in einer Familie auch finanziell füreinander einstehen müssen? Oder sollte man Geld und Familienliebe genau so auseinanderhalten wie Geld und Freundschaft?

Wir wünschen Ihnen eine angeregte Diskussion!

Ihr BRIGITTE.de-Team

Fender
22.08.2008, 12:16
Kennen Sie Geldgeschichten, über die Familien zerbrochen sind?

Mehr als genug.
Stationen bei gerichten reichen da eigentlich aus. Am Schlimmsten ist es bei Erbschaften, bei denen es um "etwas mehr" Geld (oder Immobilien etc.) geht, für die Erben eigentlich nichts weiter getan haben, als darauf zu warten, dass der Erblasser "endlich" stirbt.
Was habe ich schon Putzfrauen sich kloppen sehen, weil ein geerbtes Mietshaus nicht genug war für zwei Geschwister... Traurig, sowas.


Finden Sie, dass alle in einer Familie auch finanziell füreinander einstehen müssen?

Auf keinen Fall.
Da sich meine Schwägerin gerne in finanzielle Abenteuer begibt, und Dinge kauft, die sie sich objektiv nicht leisten kann, warum sollte meine Frau ihrer Schwester dafür noch Geld geben, das sie zusätzlich verjubeln kann?

Fruchtzwerg
22.08.2008, 13:02
Finden Sie, dass alle in einer Familie auch finanziell füreinander einstehen müssen?

Auf jeden Fall! :freches grinsen:

Erstens ist der Geldverlust bei Streitigkeiten viel, viel größer. Der Staat und die Justiz kassieren da mächtig ab.
Zweitens ist die Familie ein soziales Netz, das auch hilft , wenn das staatliche Netz nicht mehr fängt. Und letzteres wird löchriger und ab 2015 werden da aufgrund der Demographie viele durchplumsen.
Wenn ein Freund auf meine Kosten Gewinn macht, dann kann er sich auf Immer verdrücken. Bei anonymen sozialen Netzen wie dem Sozialstaat ist das Alltag. Beim Familienmitglied ist das nicht mehr so einfach.

brighid
22.08.2008, 13:10
Liebe Userinnen,
Finden Sie, dass alle in einer Familie auch finanziell füreinander einstehen müssen? Oder sollte man Geld und Familienliebe genau so auseinanderhalten wie Geld und Freundschaft?



für mich stellt sich die frage: in welchem umfang für einander eintreten?
nur weil ich mit demjenigen verwandt bin---------
er/sie mich evtl jahrelang auf schlicht deutsch: mit dem hinterteil nicht angeguckt hat oder ähnliches- dann für denjenigen einstehen nur weil ich das "pech" habe mit ihm/ ihr verwandt zu sein?

verwandtschaft stellt für mich keinen automatischen rechtsanspurch, auch moralisch nicht, für finanzielle versorgung und unterstützung.

Inaktiver User
26.08.2008, 13:43
Also ich denke wie brighid. Das Wort Familie bedeutet eine ganze Menge. Aber man hat sich die Familie nicht ausgesucht. Insofern kann es gut sein, dass man "sich nicht riechen kann". Und dann funktioniert das auch nicht mit der Familie als soziales Netz, das sich untereinander hilft, wie Fruchtzwerg meint.

Wenn ich mich mit jemandem gut verstehe - und das können durchaus auch enge Freunde sein - dann bin ich gerne bereit, auf jede erdenkliche Art und Weise zu helfen. Da hört bei mir auch bei Geld nicht die Freundschaft auf. :wangenkuss:

Aber wenn z.B. jemand aus der Familie, der mich jahrelang verletzt hat, in Geldnöten ist, dann würde ich - glaube ich zumindest - meine "soziale Ader" vergessen. Ich sehe nicht ein, warum ich dann großmütig sein soll, nur weil er ein Teil meiner Familie ist. Ich persönlích lebe nach dem Motto: So wie ich anderen gegenüber bin, so sind sie meistens auch zu mir. Wenn ich mich also jemandem gegenüber fair und
freundschaftlich verhalte, werde ich es in den meisten Fällen auch zurück bekommen. Wenn ich anders bin, kann ich eben nichts "Gutes" von den Anderen erwarten.
:schild genau:

Inaktiver User
27.08.2008, 07:40
Dass man sich nicht riechen kann, interessiert den Staat in vielen Fällen aber auch nicht! Wenn die Eltern meines Mannes, mit denen er aus guten Gründen keinen Kontakt mehr hat, eines Tages zum Sozialfall werden, bei wem steht das Amt dann wohl auf der Matte? In der heutigen Zeit ist das ganz schnell passiert.....

Im hier geschilderten Brigitte Fall bin ich auf den Artikel sehr gespannt! Lebt der reiche Vater noch? Dann wäre das Amt ganz schnell da!( Sofern es der Tochter so schlecht geht, dass sie finanzielle Hilfe beanspruchen muss) Lebt er nicht mehr, hätte sie beim Erbe einen Anspruch auf den Pflichtteil gehabt!

Mal sehen, was das für einen Bericht gibt


Grüße Manuela

Inaktiver User
27.08.2008, 08:26
Solche Geldgeschichten habe ich selber erlebt.

1. Story:
Die Halbschwester meiner Mutter lebt in der ehemaligen DDR. Als die Mutter meiner Mutter starb, das war so 1980, bekam meine Mutter vom Nachlaßgericht eine Kopie des Testamentes ihrer Mutter zugeschickt, mit der Aufforderung, zu bestätigen, dass es die Handschrift ihrer Mutter war. Der spontane Satz meiner Mutter war: "Das ist nicht die Schrift von ihr, das ist die Schrift von meiner Schwester." Sie schrieb dies an das Nachlaßgericht. Das Erbe wurde dann rechtsmäßig zwischen den beiden aufgeteilt. Meine Tante hatte das Testament gefälscht. Als ich sie nach dem Mauerfall besuchte, meinte sie eines Tages den Satz von sich geben zu müssen: "Ja, wenn man jung ist man noch dumm." Als sie das Testmaent fälschte war sie 40 Jahre alt. Wieder zu Hause, ließ mich dieser Satz nicht los und ich überlegte, warum sie so etwas sagt, die Geschichte fiel mir wieder ein. Ich hatte den Vorfall längst vergessen. Sie hatte während meiner Besuche mal etwas von sich erzählt: Sie hatten damals kein Geld, weil ihr Mann während ihrer Nachtschicht fremdgegangen ist und sie nun für ein Kind bezahlen mussten. Sie versucht so an die paar Kröten zu kommen. Es ging um ca. 1.500,-- DM. Sie ist heute 75 Jahre alt. Der Kontakt ist eingeschlafen. Bin nicht traurig drum, wenn sie sich für ihre tolle Tat irgendwann mal entschuldigt hätte, hätte ich wahrscheinlich Interesse gehabt, die Verbindung aufrecht zu erhalten, aber so interessiert es mich ehrlich gesagt nicht mehr.

2. Story:
Meine Schwester wollte mich mit dem gerbten Haus unserer Eltern übers Ohr hauen. Sie war der Meinung, dass ich leer ausgehen, die laufenden Kosten für das Haus bezahlen sollte und sie das Haus einsackt. Sie hat es nicht geschafft, die gesetzliche Erbfolge ist nun einmal rechtens. Der Streit ging dann über Anwälte. Seit dem haben wir keinen Kontakt mehr, obwohl wir nur ca. 2 km auseinanderwohnen.

und eine 3. Story habe ich auch noch:
Exfreund hatte von seinen Eltern das Haus gekauft. Er war geschieden, zwei kleine Kinder und musste für Ex-Frau und Kinder Unterhalt bezahlen. Wir zogen zusammen, ich beteilgte mich an den Nebenkosten und Lebensunterhalt, wie das halt so üblich ist. Leider hat das dem Herrn nicht gereicht und ich sollte mich an seinen Schulden, die er für das Haus noch hatte beteiligen, ohne einen Ausgleich dafür zu bekommen. Selbst seine Mutter und seine Brüder haben ihn nicht überzeugen können, dass er auf dem falschen Dampfer war. 1/2 Jahr habe ich dort gewohnt. Die Umzugskartons waren noch warm. Ich habe schnell eine neue Wohnung gefunden, ohne dass er meinen Auszugstermin wusste, eines Tages stand Auto da, Freunde waren da, Möbel gepackt, Schlüssel hingelegt und weg war ich. Später habe ich dann erfahren, dass er eingesehen hat, dass er etwas falsch gemacht hat.

Mein Resümee aus den Geschichten: Wenn es ums Geld geht, um das Erbe geht, da kann der Mensch zum Schwein werden. Und man kann glauben ihn noch so gut zu kennen, es kommt manchmal anders als man denkt.

Inaktiver User
27.08.2008, 08:44
...es ist ein altes und doch immer wieder so aktuelles Thema. Jeder muss für sich selbst entscheiden, wie wichtig ihm Familie oder/und Geld sind.

Eine klare Trennung und Offenheit ist vermutlich besonders in eigener Familie schwieriger als mit Außenstehenden. Es fließt eben Blut und nicht Wasser durch die Adern und damit verbunden entstehen Selbstverständlichkeiten ihrer Ansprüche in eigener Familie.

Nach meinem Empfinden liegt die Ursache der meisten familiären Geldkriege wegen Erbschaften darin.

Im Job käme selten jemand auf die Idee, wo vertraglich Leistung und Bezahlung geregelt sind, sich etwas zuzuschreiben, für das er gar nicht getan hat.

Ob jemand wirklich ehrliche Verbindungen zu Familienmitgliedern empfindet, kann am besten erkannt werden, wenn kein Geld zum Streiten vorhanden ist.
Für mich sind reiche Leute eh nur arme Leute mit viel Geld, die mit ihrem Geld Probleme haben, die sie ohne dies nicht hätten...

Inaktiver User
27.08.2008, 11:22
Wenn ich mich mit jemandem gut verstehe - und das können durchaus auch enge Freunde sein - dann bin ich gerne bereit, auf jede erdenkliche Art und Weise zu helfen. Da hört bei mir auch bei Geld nicht die Freundschaft auf.
wie wohltuhend zu lesen!:blumengabe: ich teile deine einstellung.

Brunhilde44
07.09.2008, 18:46
Kennen Sie Geldgeschichten, über die Familien zerbrochen sind? Finden Sie, dass alle in einer Familie auch finanziell füreinander einstehen müssen? Oder sollte man Geld und Familienliebe genau so auseinanderhalten wie Geld und Freundschaft?
[/QUOTE]

Ja,klar, weit über 40 Jahre hatte meine inzwischen verstorbene Mum keinen Kontakt mehr zu ihrer Schwester,die auch vor kurzem verstarb,beinah 90 Jahre alt.
Warum? Die Ausgleichszahlung von 7000DM ist nicht erfolgt,und durch einen komischen Zufall fand ich das Testament von 1958 und diverse andere Informationen.

Zur Beerdigung meiner Tante,die ich einmal besuchte vor knapp 2 Jahren,war ich eingeladen.Längeres Gespräch bis in die Abendstunden nach dem "Trauerkaffeetrinken"mit div.Verwandten mit einer der Cousinen und deren Sohn.
Der Kontakt soll ein wenig mehr gepflegt werden,Vorschlag der anderen Cousine,ob das zustande kommt,abwarten.

Es ist schwierig zu versuchen,einen auf "family"zu machen,wenn man sich zig Jahre kaum gesehen hatte und einen Freunde näher stehen als Verwandte...
Gegen einmal im Jahr treffen oder so -das wäre wohl ganz ok,denke ich...
Mal sehen,wie
das anläuft,wenn mal die erste Trauerzeit und die vielen Erledigungen getätigt sind,jetzt kurz nach dem Tod der Tante....

mapenzi
09.09.2008, 17:11
Auch ich habe in dieser Beziehung einiges erlebt.l
Meine Schwester hat reich geheiratet. Ich lebe ganz passabel, habe einen guten Beruf der mich ernährt und eine Eigentumswohnung. Außerdem habe ich das Glück, einen Partner zu haben, der gerne reist und mir das finanziell ermöglicht.
Aber nun folgendes:
Als unsere Mutter starb, hinterließ sie 13.000 Euro Bargeld. Normalerweise hätte mir davon die Hälfte zugestanden. Nach Abzug der Beerdigungskosten natürlich weniger. Meine Schwester hat sich dann auch um alles gekümmert, da ich weit weg in einer großen Stadt wohne und durch meine Berufstätigkeit auch gar nicht dazu in der Lage gewesen wäre.
Als ich sie ein paar Monate später auf das Erbe ansprach, war sie ganz entgeistert, sie habe doch alles für die Beerdigung ausgegeben. 13.000 Euro wohlgemerkt.
Um es kurz zu machen, am Ende habe ich nach langem Hin und Her und vielen Diskussionen 1000 Euro erhalten.
Um zu verdeutlichen, in welchen Dimensionen meine Schwester lebt und denkt muß ich vielleicht sagen, daß sie gerade ihren Garten hat verschönern lassen, ich glaube für 60.000 Euro es kann auch mehr sein. Deshalb sind 13.000 Euro für sie für eine Beerdigung eine Bagatelle. Für mich allerdings nicht und das ist das Ärgerliche, daß es auch mein Geld war, das sie ungefragt ausgegeben hat. Übringens war meine Mutter eine Frau die ganz bescheiden gelebt hat.
Noch ein anderes Beispiel:
Ich verdiene zwar nicht schlecht, aber Designerklamotten kann ich mir nicht leisten. Damit kann ich aber auch gut leben. Nun wurde ich 50 und wollte meinen Geburtstag zu Hause auch bei unserer Mutter feiern. Meine Schwester fragte was ich mir wünsche und spontan rutschte mir "eine Louis Vuitton-Tasche" heraus. Nun ist es so, daß ich diese Taschen liebe seit ich denken kann, aber leider bisher nur Imitationen besitze. Irgendwann wollte ich mir eine echte kaufen. 600 € hätte die gekostet, die mir gefallen hätte.
Meine Schwester verzog gleich das Gesicht. Die sind aber teuer (sie hat den ganzen Schrank voll). Ich glaube nicht das wir so viel Geld zusammenbekommen. Natürlich habe ich darauf verzichtet.
Ich gönne meiner Schwester ihren Reichtum, ich bin nicht neidisch. Mir geht es ja auch gut. Was mich aber ärgert, ist diese Oberflächlichkeit und der Stellenwert, den ich einnehme, weil ich ja nichts habe.
Ich bin nicht so wichtig (weil ja kein Geld), da ist ja nichts zu holen, deshalb muß man sich auch keine große Mühe geben. Auch von dieser Warte aus kann man das sehen.
Deshalb - Familienbande? das ich nicht lache. Bei uns zählt nur der schöne Mammon, Menschlichkeit, Nächstenliebe, Herzenswärme und Güte - Fehlanzeige. Deshalb bin ich auch ganz froh, daß ich ganz weit weg wohne.

Tinchen1
09.09.2008, 17:40
In meiner Tätigkeit als Rechtsanwaltsgehilfin habe ich einige solcher Streitigkeiten erlebt. Manchmal ging es nur um ein Sparbuch in Höhe von 3000 €, zuguterletzt haben sich die Anwälte das Sparbuch geteilt.....
In der Familie meines Vaters hat die eigene Tochter auf das Pflichtteil des Vaters gegen ihre Mutter geklagt, obwohl die Mutter ihr 2 Jahre zuvor die Küche bezahlt hat....Ich finde das sowas von schlimm. Gäbe es kein Geld, es wäre vieles einfacher.
Zu der Frage, ob man für einen anderen innerhalb der Familie einstehen soll, gibt es für mich ein klares Nein, denn Familie ist nicht gleich Familie. Zum Beispiel würde ich immer für meine Eltern oder meine Kinder einstehen, für meine Schwester zum Beispiel nicht. Man muss da klare Grenzen ziehen, wie innig diese Familienbande sind.

januaria
13.10.2008, 23:18
Eigentlich sollten Geldangelegenheiten innerhalb der Familie ebenso vertraglich geregelt werden wie im Geschäftsleben - ggf. auch notariell untermauert sein. Das ist im Grunde genommen der sicherste Weg Streitigkeiten vorzubeugen.

Es hat nur nicht unbedingt jeder in der Famile Verständnis dafür - und das Ansinnen, einen Vertrag aufzusetzen bzw. aufsetzen zu lassen und diesen auch noch von einem Notar beglaubigen zu lassen, wird als innerhalb der Familie völlig unangebrachtes Misstrauen angesehen. Den Krach, den man vermeiden wollte, hat man dann schon im Vorfeld geschaffen ... :knatsch:

elli07
16.10.2008, 15:01
Auch ich habe in dieser Beziehung einiges erlebt.l
Meine Schwester hat reich geheiratet. Ich lebe ganz passabel, habe einen guten Beruf der mich ernährt und eine Eigentumswohnung. Außerdem habe ich das Glück, einen Partner zu haben, der gerne reist und mir das finanziell ermöglicht.
Aber nun folgendes:
Als unsere Mutter starb, hinterließ sie 13.000 Euro Bargeld. Normalerweise hätte mir davon die Hälfte zugestanden. Nach Abzug der Beerdigungskosten natürlich weniger. Meine Schwester hat sich dann auch um alles gekümmert, da ich weit weg in einer großen Stadt wohne und durch meine Berufstätigkeit auch gar nicht dazu in der Lage gewesen wäre.
Als ich sie ein paar Monate später auf das Erbe ansprach, war sie ganz entgeistert, sie habe doch alles für die Beerdigung ausgegeben. 13.000 Euro wohlgemerkt.
Um es kurz zu machen, am Ende habe ich nach langem Hin und Her und vielen Diskussionen 1000 Euro erhalten.
Um zu verdeutlichen, in welchen Dimensionen meine Schwester lebt und denkt muß ich vielleicht sagen, daß sie gerade ihren Garten hat verschönern lassen, ich glaube für 60.000 Euro es kann auch mehr sein. Deshalb sind 13.000 Euro für sie für eine Beerdigung eine Bagatelle. Für mich allerdings nicht und das ist das Ärgerliche, daß es auch mein Geld war, das sie ungefragt ausgegeben hat. Übringens war meine Mutter eine Frau die ganz bescheiden gelebt hat.
Noch ein anderes Beispiel:
Ich verdiene zwar nicht schlecht, aber Designerklamotten kann ich mir nicht leisten. Damit kann ich aber auch gut leben. Nun wurde ich 50 und wollte meinen Geburtstag zu Hause auch bei unserer Mutter feiern. Meine Schwester fragte was ich mir wünsche und spontan rutschte mir "eine Louis Vuitton-Tasche" heraus. Nun ist es so, daß ich diese Taschen liebe seit ich denken kann, aber leider bisher nur Imitationen besitze. Irgendwann wollte ich mir eine echte kaufen. 600 € hätte die gekostet, die mir gefallen hätte.
Meine Schwester verzog gleich das Gesicht. Die sind aber teuer (sie hat den ganzen Schrank voll). Ich glaube nicht das wir so viel Geld zusammenbekommen. Natürlich habe ich darauf verzichtet.
Ich gönne meiner Schwester ihren Reichtum, ich bin nicht neidisch. Mir geht es ja auch gut. Was mich aber ärgert, ist diese Oberflächlichkeit und der Stellenwert, den ich einnehme, weil ich ja nichts habe.
Ich bin nicht so wichtig (weil ja kein Geld), da ist ja nichts zu holen, deshalb muß man sich auch keine große Mühe geben. Auch von dieser Warte aus kann man das sehen.
Deshalb - Familienbande? das ich nicht lache. Bei uns zählt nur der schöne Mammon, Menschlichkeit, Nächstenliebe, Herzenswärme und Güte - Fehlanzeige. Deshalb bin ich auch ganz froh, daß ich ganz weit weg wohne.

Mapenzi, deinen Beitrag würde ich denn doch etwas differenziert sehen.

Du sagst selbst, deine Schwester hat die Beerdigung deiner Mutter mit deinem Einverständnis organisiert. 10000 Euro sind heuzutage recht schnell fällig für eine Beerdigung, also waren die 11000 Euro wohl zurecht verbraucht worden. Warum sollte deine Schwester das alleine bezahlen ??????? Es war das Geld deiner Mutter für IHRE Beerdigung. Selbstverständlich muss die Schwester deinen Anteil am Rest des Erbes auszahlen, sie wird ja sicher Belege haben für die Auslagen anlässlich der Beerdigung.

Du sagst selbst, DU hast einen Beruf, der dich ernährt, du lebst nicht unter dem Existenzminimum. Deine Schwester hat reich GEHEIRATET. Deine Schwester kann das Geld ihres Mannes für SICH ausgeben, aber mit welcher Begründung sollen dann an DICH teure Geschenke gemacht werden ????? Oder sie soll die Beerdigung EURER Mutter alleine finanzieren ???? Das in Zusammenhang mit ihrer Gartenerneuerung zu bringen, das finde ich -mit Verlaub gesagt- reichlich daneben :knatsch:
Deine Schwester muss sich wohl nicht rechtfertigen, wofür sie ihr Geld oder das Geld ihres Mannes ausgibt.....:ooooh:

Zumal du selbst sagst, einen Partner zu haben, der dir das reisen ermöglich.....

Wenn du deiner Schwester angeblich nicht wichtig bist, könnte das vielleicht auch an dir liegen und deiner überzogenen Erwartungshaltung ????? Warum ist sie oberflächlich? Nur weil sie dir keine teure Handtasche schenken will ????? So kommt es mir zumindest nach deiner Schilderung vor, kann mich natürlich auch täuschen.....Beziehung ist für mich etwas menschliches und hat nichts mit Geld zu tun.

Ich finde für mich, das ich mir nur das leisten will, was ich mir leisten KANN. Jeder ist dafür selbst verantwortlich, auch mein Kind, wenn wir beim Thema "Familie" sind...... Meine Tochter wird eine ordentliche Ausbildung bekommen, aber für alles darüber hinaus ist sie selbst verantwortlich. Was nicht heisst, dass ich sie in Notfällen nicht unterstützen würde.....

Gruss, Elli