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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Weglaufen...



Patrizia26
16.08.2008, 10:10
Hallo zusammen,

nach etwas laengerer Zeit melde auch ich mich mal wieder. Vor etwas mehr als drei Monaten habe ich meinen Muenchhausen hinausgeworfen. Trotz aller schlimmen Dinge war es mehr Vernunftentscheidung, denn Gefuehle waren und sind noch da. Trotzdem hab ich es durchgezogen, einfach, um mir nicht noch mehr weh tun zu lassen. Ich selbst habe in der Beziehung auch viel Mist gemacht, kurzum es war die richtige Entscheidung zu gehen.

Wir haben seid der Trennung ueberhaupt keinen Kontakt gehabt und ich merkte, wie es mir immer besser ging. Nun, ich bin auch in vollem Tempo weggelaufen, war erst vier Wochen im Urlaub und bin jetzt sogar fuer einige Monate in eine andere Stadt gezogen, um einfach mal Ruhe zu finden nach der schlimmen Zeit. Es ging auch stetig bergauf, das heisst ich konnte mehr und mehr so tun, als ginge mich diese Geschichte nichts mehr an. Bis er sich nun gemeldet hat bei mir. Als ich seine Nachricht gelesen hab ist meine komplette hart erarbeitete Fassade zunaechst mal zusammengekracht und ich hab wieder alles gespuert, den ganzen Schmerz, die Trauer, die Wut, einfach alles...

Ich halte mich gut, mache weiter mit dem Aufbau meines Lebens, aber ich merke eben doch, dass ich soooo weit, wie ich dachte, noch gar nicht bin. Ich brauche noch viel mehr Zeit um darueber hinwegzukommen. Da nuetzt alles weglaufen nicht. Die Vergangenheit kommt doch zurueck... Und wirklich vergangen ist es erst, wenn es nicht mehr weh tut. Und das wird noch dauern... Bin ein wenig geschockt, dass ich doch noch so sehr beeinflussbar bin und immer noch darunter leide.

Patrizia

fiorina
16.08.2008, 19:01
:wangenkuss:

da hast du deine trauer eine zeit verdrängt. aber ich glaube, die kommt einfach irgendwann durch und will erlebt und bewältigt werden. du bist auf dem richtigen weg :blumengabe:
bei mir hat es fast 2 jahre gedauert, bis ich nicht mehr jeden tag an ihn gedacht habe. hört sich gruselig an und war es wohl auch.
ich hatte mir auch so einen münchhausen geschossen, der mir nach der trennung die von mir ausging noch recht lange das leben schwer gemacht hat.

irgendwann bist du da durch, kopf hoch :smile:

fio.

Inaktiver User
16.08.2008, 19:28
Yepp, das sehe ich genauso.........

Es holt einen irgendwann von hinten wieder ein.

Aber:

Es kommt der Tag, an dem ist er so egal wie ein Sack Reis in China und es tut nicht mehr weh.....

Kopf hoch !

mellie
16.08.2008, 20:18
Zwei Jahre hat mein Münchhausen, nach der Trennung noch mit mir Katz und Maus gespielt, als er merkte, wie ich leide und wie sehr ich ihn noch liebe, hat er angefangen ein ganz gemeines Spiel mit mir zu spielen. Anrufen, einfach mal so vorbeikommen, von schönen alten Zeiten schwärmen, bis ich fast wieder soweit war mich nochmal auf einen Neuanfang einzulassen, dann hat er sich wieder rar gemacht, war nicht erreichbar, hatte keine Zeit, versetzte seinen Sohn, mit dem er verabredet war.
So ging das über viele Monate.
Als ich davon genug hatte, entschloss er sich plötzlich doch noch für einen "Neuanfang".
Ich wollte mir aber vorher noch Klarheit über einige Dinge verschaffen und kontaktiert zwei Frauen um sie um ein paar Auskünfte zu bitten.
Was ich da über meinen "Nochehemann" erfuhr machte für mich einen 2. Versuch mit ihm völlig unmöglich. Er hätte wieder mit lauter Lügen und Betrug angefangen und ich bin froh dass ich ihn daraufhin endgültig zum Teufel gejagt habe.

sime
16.08.2008, 20:31
Halöle

Naja, etwas mehr Zeit darfst Du Dir doch ruhig geben:blumengabe:

Ich habe mal gelesen, dass Trauerarbeit wie eine Zwiebel ist. Es kommen immer wieder neue Schichten zum Vorschein, die die Emotionen hoch holen und einem in die Trauer stürzen.

Ablenkung ist bestimmt eine Möglicheit. Ich bin allerdings dafür, die Gefühle auszusitzen und bewusst wahrzunehmen. Ich verbringe viel Zeit alleine, in der ich einfach in mich hineinhorche und die Gefühle hochkommen lasse. Erhoffen tue ich mir so, dass ich schneller damit durch bin! Wichtig erscheint mir zudem, alle Emotionen zuzulassen: Wut, Trauer, Angst und Bedauern.

Aus Erfahrung weiss ich, dass es irgenwann wieder gut ist. Aber da ich im Moment selber drin stecke, zweifle ich natürlich auch daran:knatsch:

Ich wünsche Dir alles Gute auf Deinem Weg!

Inaktiver User
16.08.2008, 20:55
liebe patrizia,
es scheint schwieriger, verletzende beziehungen zu verarbeiten (wie in deinem fall) als "gute".
ich kann deinen frust und deine verzweiflung verstehen, aber du forderst schon ein bissel arg viel von dir.

ich habe nach einer ähnlichen beziehung vier jahre gebraucht, bis meine wunden verheilt waren. zwischendurch hatte ich mich schon abgefunden damit, immer diesen schmerz hochkommen zu spüren und mein leben lang liebenskummer wegen dem mann zu haben. dabei hatte ich schon eine neue, äußerst harmonische und erfüllende partnerschaft!

man kann auch nichts forcieren, man muss meiner erfahrung nach echt warten, bis es vorbeigeht. zwischendurch denkt man wochen nicht daran, dann heult man, als wäre es gestern gewesen.

nur mut! du schaffst das! und du wirst aus der zeit gestärkt und reifer hervorgehen,

glaubt und wünscht dir
s.:blumengabe:

ps: ich vermute, es fällt dann so schwer, wenn man "im hintergrund" noch mehr gefühle dieser art (also unwertsein, trauer, verlassenangst etc.), etwa aus der kindheit verarbeitet. "bewusst" spürt man nur den beziehungsschmerz, aber in den tiefen schwingen frühere verletzungen mit, die gleichzeitig heilen.

Inaktiver User
16.08.2008, 21:51
Hallo,
ich reihe mich hier auch mal mit ein :smile: ....

auch mir geht es so, dass ich aus meiner destruktiven beendeten Beziehung auch so viele schlechte Emotionen mitnehme, wie aus keiner Beziehung davor.
Ich habe mich auch nach 13 Jahren vom Münchi befreit und frage mich auch, warum ich einfach immer noch oft an diesen Mann denke.....
es hat auch nichts mit jammern oder alten Zeiten hinterhertrauern zu tun. Ich möchte mit diesem Menschen nie wieder etwas zu tun haben.

Ich ertappe mich oftmals dabei, dass ich mich in den Schlaf schimpfe oder mir auch tagsüber so viele schlechte Emotionen hochkommen und ich wieder stinksauer werde.

Ich hätte auch gerne einen Knopf, den man ausstellen kann. Schlechte Gedanken einfach abstellen kann.

Man kommt sich ja manchmal schon ein wenig "bekloppt" vor, wenn man nach 15 Montagen Trennung nicht einfach mal wieder zu Ruhe kommen kann. Ewig spukt diese Geschichte im Kopf umher......ich denke auch, dass ich noch einige Monate brauche, um wieder entspannter zurückzublicken.

LG
Daddel

twiga4
16.08.2008, 22:11
Halöle

Naja, etwas mehr Zeit darfst Du Dir doch ruhig geben:blumengabe:

Ich habe mal gelesen, dass Trauerarbeit wie eine Zwiebel ist. Es kommen immer wieder neue Schichten zum Vorschein, die die Emotionen hoch holen und einem in die Trauer stürzen.

Ablenkung ist bestimmt eine Möglicheit. Ich bin allerdings dafür, die Gefühle auszusitzen und bewusst wahrzunehmen. Ich verbringe viel Zeit alleine, in der ich einfach in mich hineinhorche und die Gefühle hochkommen lasse. Erhoffen tue ich mir so, dass ich schneller damit durch bin! Wichtig erscheint mir zudem, alle Emotionen zuzulassen: Wut, Trauer, Angst und Bedauern.

Aus Erfahrung weiss ich, dass es irgenwann wieder gut ist. Aber da ich im Moment selber drin stecke, zweifle ich natürlich auch daran:knatsch:

Ich wünsche Dir alles Gute auf Deinem Weg!


Das ist ganz wichtig, richtig, gut so - schau auf dich und horch in dich hinein - schau in Ruhe deine Gefuehle, den Schmerz an - er beginnt tatsaechlich, sich aufzuloesen, wenn man nicht vor ihm davonlaeuft. Lass den Schmerz zu, und er ist nur noch halb so schlimm - und irgendwann ueberhaupt nicht mehr. Bewerte den Schmerz anders - nicht als etwas negatives, dass es schnell zu ueberwinden gilt, sondern als eine wichtige Erfahrung, die dich groesser, klueger, staerker, weiter macht! Auf einmal ist alles nicht mehr so leidvoll - auf einmal ist da Kraft und Unabhaengigkeit!