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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Flugangst - was tut ihr dagegen?



Divino
01.08.2008, 22:14
Besteigt ihr ein Flugzeug trotzdem, mit mulmigem Gefühl? Oder habt ihr euch ganz auf Auto, Bus und Bahn eingestellt? Wie äussert sich die Angst, wenn ein Flug bevorsteht, beim betreten der Maschine oder bereits Wochen vorher? Und habt ihr einen Gedankentrick, der es euch möglich macht, die Angst unter Kontrolle zu bringen?

FrauKatz
02.08.2008, 12:19
hallo divino,

ich habe jahrelang auf das fliegen verzichtet, einfach wegen dieser flugangst. die angst kommt bei mir aber erst, wenn ich im flugzeug sitze, vor allem wenn es in der luft ist, und ich weiß, jetzt kann ich nicht mehr raus.
war dann beim arzt, und habe mir ein medikament (tavor) gegen diese flugangst aufschreiben lassen.
alles andere, was ich zuvor nahm, war wirkungslos gewesen.
ich nehme ein halbe stunde vor dem flug eine halbe tablette, und fliege seitdem angstfrei und entspannt an meinen urlaubsort.
wann immer und wohin ich will.
(natürlich keine hilfe für leute, welche geschäftlich tag für tag fliegen müsssen, denn solche medikamente sollte man nur in ausnahmesituationen nehmen...)

lieben gruß

fraukatz

Tuareg1
02.08.2008, 13:05
Hallo,
ich habe vor 10 Jahren das Seminar besucht für entspanntes Fliegen. Bei mir war die Flugangst so schlimm das ich 2 Wochen vor dem Urlaub immer schlecht schlief, auf dem Flughafen weinte und beim Start ohnmächtig wurde. Ich wollte mich nicht einschränken und nur mit Bus und Auto in den Urlaub fahren. Das Seminar hat mir wirklich geholfen, die Flugangst war nicht gleich weg, aber es wurde immer besser. Vor 2 Jahren sind wir in die USA geflogen und die Angst war weg. Empfehlen kann ich die Entspannungsübungen nach Jacobsen.
Liebe Grüße
Tuareg

Stina2270
02.08.2008, 17:57
Hallo!

Meine Flugangst wurde erst richtig schlimm, als ich mal ne Notlandung hatte. Vorher ging es. Klar war das Ruppeln und durch ein Gewitter fliegen nicht angenehm, aber nach der Notlandung?
Ich wollte nie wieder ein Flugzeug besteigen, da ich alleine bei Fernsehsenundungen über deutsche Flughäfen schon anfing zu weinen. Wir bekamen für die Notlandung und den damit verbundenen Unannehmlichkeiten Reisegutscheine geschenkt. Ich bin dann auch zum Arzt gegangen und habe mir Oxazepan verschreiben lassen. Damit habe ich bereits erfolgreich mehrere Langstreckenflüge überstanden. Ich nehme ebenfalls eine Stunde bis halbe Stunde vorher eine Tablette und dann ist gut.
Aber in der Nacht vorher kann ich nicht schlafen, habe Bauchschmerzen und möchte am liebsten zu Hause bleiben. :zwinker: Aber am Urlaubsort angekommen, bin ich stolz auf mich wie Bolle! :smile:

Divino
02.08.2008, 23:37
Danke für eure Antworten! Ich habe bereits Wochen vorher so ein vages Gefühl, dass etwas nicht stimmt. In meiner Vorstellungskraft kann ich mir einen Absturz bei weitem besser ausmalen als die Ankunft am Urlaubsort. Es ist verrückt. Nur zweimal war etwas bei einem Flug nicht okay, sonst lief immer alles reibungslos. Woher kommt diese Wandlung nur? Es kann doch nicht an den zwei Unwettern liegen, die die Maschine stark durchgeschüttelt haben? Früher hatte ich nichts dergleichen.

Und doch ringe ich mich immer wieder dazu durch, weil ich an Orte möchte, die mit anderen Verkehrsmitteln nur sehr schwer und langwierig zu erreichen wären.

Ist die Maschine in der Luft, legt sich das Gefühl etwas, da ich nichts mehr selbst in der Hand habe. Mir kommen diese grossen Maschinen und die verworrene Technik suspekt vor. Wenn ich Kabel sehe, hoffe ich immer, die Techniker und Flugzeugbauer hatten an dem Tag, als sie diese Maschine herstellten, keinen Stress.

Am liebsten wäre mir eine Gedankenmethode ohne Medikamente. Ich hoffe immer noch, ich kriege das ohne hin.

Inaktiver User
02.08.2008, 23:59
Du kannst es ohne Medikamente schaffen.

Die sind ohnehin bei Angst nur eine Krücke. Besiegen kannst Du die Angst, indem Du durch sie hindurch gehst - das wäre der VT Ansatz, der Dich z.B. über flooding massiv dem angstauslösenden Reiz aussetzt. Der Körper kann nicht über Stunden Panik schieben, er kann diesen Ausnahmezustand nicht dauerhaft aufrecht erhalten, das ist rein biologisch nicht möglich. Entsprechend gilt es letztlich, die Situation durchzustehen und zu erleben: Mir passiert ja gar nichts.

Eine weitere sehr gute Methode wäre die Hypnotherapie. Variationen davon - Selbsthypnose, geführte Trancen, Imaginationen - kann man zusätzlich zuhause nutzen und in Eigenregie erlernen. Bei Interesse kann ich Dir gern nähere Informationen zukommen lassen.

Für Wenigfliegende ist natürlich Tavor, oder auch Tafil die einfachere Methode, aber sie hält die Angst nicht davon ab, ggf. auf weitere Lebensbereiche überzugreifen. Dies kann durchaus passieren, wenn man beispielsweise über Vermeidungsstrategien der Angst ausweicht, statt sich ihr zu stellen.

Grüssle
Seawasp

crocus53
03.08.2008, 00:14
Aus "Erste Hilfe durch Homöopathie"

Flugangst mit Unruhe und Panik: Aconitum C 200, 5 Globuli vor Flugantritt



Borax C 30: 5 Globuli , besonders wirksam, wenn der Flug unruhig ist und Übelkeit und Panik bei Absackern auslöst. Eine Gabe eine Stunde vor Abflug


hab ich gerade wieder ausgegraben.

Habe ich gerade wieder meiner Tochter empfohlen, die gestern aus der Türkei zurückgekehrt ist. Hat ihr wunderbar geholfen.

Divino
03.08.2008, 00:15
@ seawasp

Ich dachte, indem ich dennoch in ein Flugzeug steige, gehe ich damit bereits durch die Angst "hindurch"? Ich weiss ja nichtmal, woher der Reiz nun kommt. Wie gesagt, taucht es Wochen vorher auf, nicht ständig, aber immer wieder. Und ohne Anlass, also einfach so - auch ohne dass ich Meldungen höre wie z.B. dieser Australienflug der Boeing 747 letztens.

Danke für deinen Beitrag, aber ich stehe mit dem "sich stellen" etwas auf dem Schlauch, weil ich wie gesagt das Gefühl habe, ich habe mich dem bereits dadurch gestellt, dass ich diese Maschine besteige. Kannst du mir sagen, wie ein Ausweichen d.M. nach aussieht?

P.S.: Ich dachte, ich hätte von dir gelesen, dass du Medikamente bei Angst befürwortest? In einem Strang von loea. Vielleicht war das im Zusammenhang anders gemeint?

Inaktiver User
03.08.2008, 00:16
Seawasp, Deine Ansätze interessieren mich sehr. Leider neige ich in so grotesken Situationen wie S-Bahn oder Zug sogar im Auto zu Panikattacken. Ich muss mich dem Reiz zwangsläufig jeden Tag aussetzen, will ich nicht sieben Kilometer zu Fuß zur Arbeit gehen und erfahre jeden Tag aufs Neue, dass mir nichts passiert und trotzdem bin ich vor den Panikattacken nicht sicher.

Mir ist klar, dass es daran liegt, dass ich ein fahrendes Objekt nicht verlassen kann, wann und wenn ICH das will.

Komischerweise ist es im Flugzeug nicht so stark ausgeprägt, ich vermute, weil ich hier keinerlei Option habe, auszusteigen :smirksmile:

Divino
03.08.2008, 00:21
@ crocus

Danke, eines der beiden werde ich mir holen! Lese dazu nochmal Einzelheiten nach, welches besser passt.

Divino
03.08.2008, 00:26
@ seawasp

Nachdem diese Angst begonnen hat, habe ich rund 15 mal ein Flugzeug bestiegen. Jedes mal sah ich: es passiert mir nichts.

Und doch verschwindet es nicht. Ich sage mir, es war Glück. Niemand weiss, was dieses mal kommt. Ob es wieder alles gutgeht? Diese gewaltige Kraft hat doch im Falle eines Falles überhaupt keiner unter Kontrolle.

Mikka
03.08.2008, 02:42
Hallo Divino,

bevor du Medikamente kauftst, kauf dir lieber das Buch "Warum sie oben bleiben". Das hat ein ehemaliger Pilot oder Techniker geschrieben, und er erklärt die technischen und physikalischen Hintergründe des Fliegens ganz genau.
Es gibt auch so eine Statistik, dass man jeden Tag fliegen muß, und das Ganze 200.000 Jahre lang, bis man statistisch gesehen durch den Luftverkehr zu Tode kommt.
(Und in diese Statistik fallen auch viele schlecht gewartete Flugzeuge aus den Entwicklungsländern, die den Schnitt nach unten ziehen).
Also, wenn du dir Sorgen machen willst denk lieber an Autounfälle, Krankheiten etc, also Sachen die wirklich vorkommen, und vergiss die vielen schlechten Hollywoodfilme:aetsch:

Inaktiver User
03.08.2008, 10:13
@ seawasp

Ich dachte, indem ich dennoch in ein Flugzeug steige, gehe ich damit bereits durch die Angst "hindurch"? Ich weiss ja nichtmal, woher der Reiz nun kommt. Wie gesagt, taucht es Wochen vorher auf, nicht ständig, aber immer wieder. Und ohne Anlass, also einfach so - auch ohne dass ich Meldungen höre wie z.B. dieser Australienflug der Boeing 747 letztens.

Danke für deinen Beitrag, aber ich stehe mit dem "sich stellen" etwas auf dem Schlauch, weil ich wie gesagt das Gefühl habe, ich habe mich dem bereits dadurch gestellt, dass ich diese Maschine besteige. Kannst du mir sagen, wie ein Ausweichen d.M. nach aussieht?

P.S.: Ich dachte, ich hätte von dir gelesen, dass du Medikamente bei Angst befürwortest? In einem Strang von loea. Vielleicht war das im Zusammenhang anders gemeint?

Zum Thema Medikamente:

Es ist immer vom Einzelfall abhängig, ob diese sinnvoll sind oder nicht, und es ist wichtig, dass sorgfältig differenziert wird, und Patienten und Ärzte intensiv miteinander sprechen.

Ich bin der Meinung, dass Medikamente dann eingesetzt werden sollten, wenn dies notwendig und hilfreich erscheint. Der Schluss, den Du daraus ziehst, nämlich dass ich Medikamente bei Angst grundsätzlich befürworte, ist Deine (Fehl)Interpretation.

Ein Mensch, der aus beruflichen Gründen häufig fliegt, muss vielleicht, um seine Flugangst dauerhaft überwinden zu können, für eine Zeit lang und wenn die Gesamtsituation dazu passt ein Antidepressivum einnehmen, während er therapeutisch begleitet wird. Dies kann notwendig sein, damit er beispielsweise seine Arbeit nicht verliert.

Ein Mensch mit einer generalisierten Angststörung in der Ausprägung, wie sie offenbar bei loea vorliegt, kommt mit hoher Wahrscheinlichkeit ohne ein Antidepressivum nicht aus seinen Angstkreisläufen hinaus.

Entscheidend sind die Ausprägung der Symptome, die Gesamtsituation, und selbstverständlich der Wunsch des Patienten. Da gibt es nichts generalisierend zu befürworten oder abzulehnen.

"Sich stellen" bedeutet: Die Situation voll konfrontieren, ohne dabei auf die Strategien zurück zu greifen, die entwickelt wurden, um sich selbst zu beruhigen. Diese Strategien sorgen faktisch nicht zu einer Beruhigung, sie senken den Level der Angst nur leicht ab, und dieser erhöhte Level kann dann für lange Zeit hoch bleiben. Es reichen dann minimale trigger, um ihn wieder ganz nach oben zu pushen. Reagiert jemand dann wieder mit Beruhigung/Vermeidung, kann die Angst sich immer weiter manifestieren, und auf weitere Lebensbereiche übergreifen.

Durchlebt man aber die Panik ohne Vermeidungsstrategien (Ablenkung, Beruhigung, Talismane, Traubenzucker, Rescue-Tropfen, Musik, Lesen, Fenster öffnen, Fernsehen, Freundin anrufen, Partner um Hilfe bitten, um ein paar Beispiele für häufig angewandte Vermeidungsstrategien aufzuzählen), erreicht sie einen Peak, und kann dann wirklich abflauen. Dieser Peak ist für die Betroffenen extrem angstbesetzt, viele glauben, an ihrer Panik sterben zu müssen, entwickeln Visionen von etwas ganz Schrecklichem, und vermeiden daher, diesen Peak zu erreichen.

Dort setzt flooding beispielsweise an. Es nimmt dem Ängstlichen alle Vermeidungsstrategien und lässt ihn besagten Peak erreichen.

Vielleicht schaust Du einmal, wie Deine ganz persönlichen Vermeidungsstrategien/Beschwichtigungen ausschauen?

Grüssle
Seawasp

Divino
03.08.2008, 10:41
seawasp,

das Erstaunliche ist: Ich beschwichtige mich nicht, ich beruhige mich nicht, habe keine Talismänner und sonst alles nicht, was du aufzählst. Das, was ich tue, ist Wochen vorher ein paarmal zur Flughafenaussichtsterasse fahren und mir ansehen, was dort vor sich geht. Dass die Flugzeuge ganz normal abheben und wie ich schön sehen kann, offenbar gewartet werden, bevor sie erneut starten. Ich rufe keine Freundin an, und ich bitte meinen Partner nicht um Hilfe. Er tut auch akut nichts für mich, nimmt einfach beim Start meine Hand und sagt mir, dass er bei mir ist. Ich bedanke mich und bleibe in mir, ohne näher darauf einzugehen. Damit wendet er sich dann dem Ausblick zu, lässt nur meine Hand nicht los.

Diesen peak kann ich nicht erreichen. Ich habe es versucht, in dem ich mir Aufnahmen von Abstürzen angeschaut habe, ich komme da nicht hin. In dem Moment, wenn ich in die Maschine steige, hake ich "ab" und sage mir, alles was jetzt kommt, habe ich nicht in der Hand. Wenn sie in der Luft ist, geht es wieder. Weil ich nichts mehr tun könnte, mein Leben sozusagen in die Verantwortung der Piloten, Techniker und Vorstandsmitglieder gegeben habe, die hoffentlich keine Sparmassnahmen in der Sicherheit eingeleitet haben.

Ich denke, dadurch, dass ich diesen peak nicht erreiche, kann man vielleicht sagen, es ist keine ausgesprochen starke Angst. Vielleicht nur ein sehr ungutes Gefühl? Auf jeden Fall wäre schön, es los zu sein. Ich bin viel mit dem Kopf dabei, aber leider taucht auch da ein gewisses Misstrauen gegenüber den Technikern auf, die vielleicht mal Stress zu Hause gehabt haben könnten und vielleicht mal 10 Minuten nicht genau darauf achten, was sie tun.

Sorry, Fehlinterpretation wohl daher, dass ich nicht wusste, dass du "Medikamente sind bei Angst nur eine Krücke" direkt auf mich bezogen hast. Ich dachte, das meintest du eher global, da es für mich so klang (Sender/Empfänger Problem). Und wie siehst du es mit homöopathischen Hilfen? Wäre das d.M. nach auch eine Vermeidungsstrategie? Für mich klang das jetzt ganz hilfreich..

Flooding werde ich mal googlen. Danke!

Divino
03.08.2008, 10:42
Mikka,

danke für den Tipp! Ich werde mir das Buch holen und sehen, was es hilft. Lieben Dank!!!

Inaktiver User
03.08.2008, 12:14
Divino,

eine homöopathische Therapie ist immer ganzheitlich ausgerichtet. Es gibt nicht DAS Medikament für JENE Störung. Wenn Du zu einem guten Homöopathen gehst, und Deine Angst schilderst, wird er viele Dinge von Dir wissen wollen, die mit dieser Angst nichts zu tun haben, weil er das für Dich JETZT richtige, spezifische Mittel finden möchte. Das kann ein völlig anderes sein, als jene, die in diversen Büchern als häufig bei Angst hilfreich Erwähnung finden.

Natürlich kann Dir die Homöopathie u.U. helfen. Allerdings ist auch das ein Prozess, der mit einer sorgfältigen Anamnese verbunden ist, und eine gewisse Zeit braucht. Mit einer Mittelgabe aufs Geratewohl ist es imho nicht getan.

Das, was Du als Herangehensweise an die Angst beschreibst, kann letztlich durchaus eine Vermeidungstaktik sein. Du versuchst, Deine Angst zu rationalisieren, und erreichst damit genau das, was jede Vermeidungsstrategie produziert: Ein konstant erhöhtes Erregungsniveau, aber kein Peak, der das Ganze abflauen lassen würde.

Vielleicht wäre es sinnvoll, einen Angstbewältigungskurs zu besuchen. Es gibt viele Herangehensweisen an die Angst, und nicht jede ist für jeden Menschen richtig.

Grüssle
Seawasp

LorenzM
03.08.2008, 12:23
Konfrontationstherapie hilft immer. Fliegen ist sicher. Du bist in einem früheren Leben bei einem Sturz umgekommen. Mach eine Rückführung.

LorenzM
03.08.2008, 12:25
Mikka,

danke für den Tipp! Ich werde mir das Buch holen und sehen, was es hilft. Lieben Dank!!!

Und wenn sie nicht oben bleiben ist es auch kein Problem. Ein schneller Tod. :freches grinsen: Alle anderen Sachen, die du sicher machst sind viel gefährlicher und schmerzvoller, wenns daneben geht.

Inaktiver User
03.08.2008, 12:43
Seawasp, Deine Ansätze interessieren mich sehr. Leider neige ich in so grotesken Situationen wie S-Bahn oder Zug sogar im Auto zu Panikattacken. Ich muss mich dem Reiz zwangsläufig jeden Tag aussetzen, will ich nicht sieben Kilometer zu Fuß zur Arbeit gehen und erfahre jeden Tag aufs Neue, dass mir nichts passiert und trotzdem bin ich vor den Panikattacken nicht sicher.

Liebe Torenia,

wow - da leistest Du wirklich ganz Beträchtliches, indem Du Dich den belastenden Situationen immer wieder aussetzt. Ich kann mir gut vorstellen, wie ermüdend das oft sein muss :blumengabe:.

Die Angst folgt nicht unseren rationalen Begründungen und Erklärungen, sie geht ganz eigene Wege. Häufig gibt es gar keine "vernünftige" Erklärung dafür, warum eine Situation Angst auslöst. Das Unbewusste hat hier seine Hand im Spiel und kann Situationen an Angstempfindungen koppeln, die eigentlich gar nicht angstauslösend sind. Vielleicht war nur ein Geruch, eine Farbe, ein Geräusch in der Situation eine Art "Ankerpunkt" für die Angst, die eine ganz andere Quelle hat.

Hinzu kommt: Auch scheinbar "dumme" Ängste können Funktionen haben für unser Leben.


Mir ist klar, dass es daran liegt, dass ich ein fahrendes Objekt nicht verlassen kann, wann und wenn ICH das will.

Komischerweise ist es im Flugzeug nicht so stark ausgeprägt, ich vermute, weil ich hier keinerlei Option habe, auszusteigen :smirksmile:

Kontrolle, respektive Kontrollverlust spielen häufig eine grosse Rolle im Angstkontext. Ausgeliefert sein, nicht selbst bestimmen können, abhängig sein, Ohn_macht - das passt hervorragend zur Angst, die uns gnadenlos vor Augen führt, was passiert, wenn sie mal wieder einen Ausnahmezustand im Körper produziert.

Allgemeingültige, todsichere Rezepte gibt es meiner Erfahrung nach nicht. Jeder kann nur schauen, dass er SEINEN Weg im Umgang mit der Angst entdeckt und geht. Derzeit wird dabei meist auf die Techniken der VT gesetzt, aber man muss ehrlicherweise einräumen, dass die nicht in jedem Fall und für jeden Menschen greift.

Torenia, was interessiert Dich genau? Meintest Du die Hypnotherapie?

Grüssle
Seawasp

Tuareg1
03.08.2008, 14:12
Hallo,

mir hat es sehr geholfen als uns ein Flugkapitän der Lufthansa während es Seminares erklärt hat wie ein Flugzeug funktioniert. Jedesmal wenn ich vorher ein Flugzeug betrat war ich sicher das es abstürzt, warum auch immer.

Entspannungsübungen nach Jacobsen gibt es auch auf CD, wäre auch ein Versuch wert.

Viele Grüße Tuareg

corvus
03.08.2008, 14:14
Nicht fliegen.

Divino
03.08.2008, 20:12
@ seawasp

Deinen Ansatzpunkt, dass Angst auch eine andere Quelle haben kann, und durch einen Geruch oder einen anderen Eindruck ausgelöst werden kann, finde ich überlegenswert. Vielleicht sitzt bei mir und anderen der Knackpunkt tatsächlich dort, wo man ihn gar nicht vermutet. Ich würde mir zwar denken, mir würde das in dem Moment der Verknüpfung auch im Bewusstsein auffallen, aber vielleicht ist dem doch nicht so. Das Unterbewusstsein macht ja doch den weit grösseren Teil aus. Eine Anamnese beim HP habe ich hinter mir. So richtig hilfreich fand ich die Vorgehensweise von ihr nicht. Mir ist bewusst, dass man Geduld mitbringen muss, aber nach einigen Monaten erwarte ich eigentlich schon etwas deutlich sichtbares, immerhin zahle ich privat dafür.

In welcher Hinsicht kann meine Vorgehensweise eine Vermeidungstaktik sein? Ich sehe den Zusammenhang nicht. Vermeidungsaktionen sähen für mich anders aus.

@ lorenzM

Vielen Dank, vielleicht sollte ich mir diesen Spruch mal an den Kühlschrank heften? Ich habe es mal damit probiert, mir zu sagen, wenn ich Angst habe, dass die Maschine abstürzt, dann dürfte ich nirgends mehr entlanglaufen, denn die Flugzeuge 10.000 Meter über meinem Kopf könnten genauso abstürzen. Beruhigt hat es schon, aber beim einsteigen ist es dann doch wieder da.

@ Tuareg1

Was geht in dir vor, wenn du in der Bahn sitzt und so eine Attacke dich überfällt? Was sind das für Reaktionen, die sich bemerkbar machen?

@ corvus

Witzig, als ich sah, der letzte Beitrag ist von dir, wusste ich schon vor dem öffnen was drinsteht. Und das heisst jetzt, du fliegst nicht mehr?

corvus
03.08.2008, 20:36
Erstens habe ich keine Flugangst.
Zweitens fliege ich nicht mehr.

Divino
03.08.2008, 21:57
[persönliche auseinandersetzung - gehört nicht ins forum]

corvus
03.08.2008, 22:23
Sehr sogar.

Divino
03.08.2008, 22:56
Gähn.

Lizzie64
04.08.2008, 00:02
wer meint, persönliche auseinandersetzungen führen zu müssen, tut das bitte nicht hier im forum, sondern per pn. danke.

corvus
04.08.2008, 00:16
Divino hat mich zu Recht darauf hingewiesen, daß ich hier nur geblödelt habe.
Aber weder Ihr Einwurf noch meine Antwort waren in irgendeiner Weise anstößig oder gaben Grund zur Löschung.

Lizzie, langsam übertreibst Du und nutzt die Dir von Brigitte gegebenen Möglichkeiten schamlos aus.

Entweder bist Du absolut ungeeignet dieses Amt auszuüben oder Du versuchst Dein persönliches Mütchen zu kühlen.

Du erweist Dir, den Usern und Deinen Mitmoderatoren einen Bärendienst.

Ich werde diesen meinen eigenen Artikel dem Brigitte-Team melden.

Denn hier wird nicht einer Moderatorenpflicht nachgekommen, sondern das gesamte Team diskreditiert.

Lizzie64
04.08.2008, 00:19
... und auch die meinungen zur moderation gehören in den privaten austausch!

corvus
04.08.2008, 00:25
Ich kann mir auch vorstellen warum. Der private Austausch ist der Öffentlichkeit entzogen.

Hast Du Angst vor einer öffentlichen Auseinandersetzung über Deine Motivation?

Lizzie64
04.08.2008, 00:26
nein, ich weise lediglich auf den inhalt der nutzungsbedingungen hin.

gute nacht!

und wenn wir dann BITTE wieder zum thema flugangst zurückkehren könnten!

chili75
02.09.2008, 23:41
Was ich dann hiermit tue, öhem.

Divino, ich erkenne mich ziemlich gut wieder in Deinen Postings. Nachdem ich 1,5 Jahre lang eine Flug-Entfernungsbeziehung geführt habe, hätte ich erwartet, dass es besser wird, ist es aber nicht. Zumal ich da ja auch meistens allein geflogen bin und somit niemand zum Händchen halten oder sonst wie beruhigen dabei war. Immer noch klafft bei mir eine Riesenlücke zwischen statistischer und gefühlter Absturzwahrscheinlichkeit.
Bei mir ist übrigens wirklich der Start das Allerallerschlimmste, sobald der Service beginnt, fühle ich mich wieder etwas besser. Und der Absturz der Maschine in Madrid bedeutet natürlich Alptraumhochkonjunktur zur Zeit.

Gerade eben habe ich für Anfang Oktober Flüge nach Neapel gebucht, und habe akut das Gefühl, alles wirklich Wichtige besser noch in den September packen zu müssen...

Jedenfalls, Deine Postings sind ja jetzt schon einen Monat her, gibt es neue Erkenntnisse bei Dir? Ich tendiere gerade tatsächlich zu den Medikamenten, kann man die einfach so bekommen? Rezeptpflichtig sind sie schon, oder? Globuli haben letztes Mal leider gar nicht geholfen.

:blumengabe:
chili

Divino
03.09.2008, 00:20
Ja, ich hatte ein paar Tage nach dem Absturz der Spanair einen Flug hinter mich zu bringen. Tage vorher bin ich mit Albträumen aufgewacht. Bei mir ist auch der Start das Allerschlimmste dabei. Dieses mal hat es der Pilot allerdings geschafft, ein so positives Gefühl unter den Passagieren zu verbreiten, dass ich den Start schon etwas besser hinter mich gebracht habe (zumindest ohne das Gefühl das gleich meine Nerven zusammenklappen, allerdings trotzdem noch höchst angespannt), aber als wir dann oben waren, wusste ich durch die positive Art seiner häufigen Ansprachen, dass nichts passieren wird. Es wirkte ehrlich und herzlich, und überhaupt nicht darauf ausgerichtet, den Passagieren die Bedenken durch das Unglück kurz zuvor zu nehmen, obwohl es vielleicht doch deshalb so gehandhabt wurde.

Trotzdem verpasse ich nie, mir während des Einsteigens kurz die Senkkopfnieten an der Aussenverkleidung anzusehen, während ich mich frage, welcher Flugzeugbauer diese wohl versenkt hat, welche Techniker wohl die komplizierte Verkabelung vorgenommen haben und wie gut ausgebildet und verantwortungsbewusst wohl die Techniker sind, die die Maschinen warten. Hoffentlich hatten sie alle einen guten Tag, und hoffentlich war jeder konzentriert bei der Sache, als er diesen Job erledigt hat.

Diese Angst ist bei mir weitaus stärker ausgeprägt als das menschliche Versagen eines Piloten.

Divino
03.09.2008, 00:28
Bist du mal mit einem Airbus geflogen? Ich vorher nie, es waren immer Boeing. Kurz vor der Landung wurde dieses mal eine Cockpitkamera eingeschaltet, so dass jeder die Landung aus Sicht des Piloten mitverfolgen konnte. Ich sah da unten ein winziges Rechteck, das die Landebahn war. Da unten sollen wir rauf? Wie treffen sie nur dieses winzige Rechteck im richtigen Winkel, in der richtigen Höhe, im richtigen Tempo? Noch dazu ist diese Bahn von oben so derart kurz, dass es scheint, als könne das gar nicht gehen, dort ein Flugzeug draufzusetzen. Landungen haben mich vorher nicht so sehr verspannt, aber da musste ich dann doch wegschauen.

Satellit
03.09.2008, 08:26
Hallo Divino,

auch ich leide am meisten beim Start. Dabei ist es mir allerdings ziemlich egal, ob gerade vorher irgendwo ein Flugzeug abgestürzt ist oder nicht.

Ich bemerke auch, dass Vielfliegen das Problem kaum beeinflusst. Mir hat allerdings etwas anderes ein wenig geholfen: Ich habe mal einer Freundin, die mit einem Piloten verheiratet ist, von dem Problem erzählt. Da hat sie einen Zettel genommen und ein kleines Flugzeug draufgemalt und gesagt "So, guck mal, da bist du" - und dann einen Kreis drumrum gemalt, und gesagt "Und der schützt dich, du bist vollkommen sicher!"
Das klingt so banal, aber sie hat es wirklich geschafft, mich (oder einen Teil tief in mir drin) ein wenig zu überzeugen, denn meine Angst kann ich seitdem recht gut bändigen. Ich stelle mir einen Ring aus Licht vor, der um das Flugzeug gelegt ist und der es hält und schützt.

Letztlich war es aber die enorme Ruhe und Überzeugungskraft meiner Freundin in diesem Moment, ich weiß nicht, ob man dieses Gefühl einfach so in sich selbst erzeugen kann, ohne Suggestion von außen.

Eine andere Methode, die mir zwischendurch hilft, wenn bei einem kleinen Ruckeln die Angst wieder hochkommen will, ist, dass ich mich einen Schritt neben mich stelle und (freundlich) über mich selbst lache. Und mir anschließend ganz schnell den Ring aus Licht wieder ins Gedächtnis rufe.

Naja, aber heutzutage finde ich Fliegen selbst ohne Flugangst eine reine Plage - die Flughäfen werden immer voller und hektischer, und ich fühle mich irgendwie wie bei einem Viehtransport großen Stils. Deshalb haben mein Mann und ich ohnehin immer weniger Lust, Reisen zu machen, die einen Flug involvieren.

Viel Erfolg jedenfalls weiterhin!:smile:

salsera70
03.09.2008, 15:13
Ich habe auch jahrelang unter Flugangst gelitten. Bin aber immer wieder eingestiegen. Jeden Absturz der letzten 10 Jahre kannte ich, vor jedem Flug war ich "überzeugt", daß wir abstürzen, nach jeder Landung dachte ich erleichtert "Überlebt" und manchmal kamen mir die Tränen vor Erleichterung. Ich habe dann ein ganz tolles Buch entdeckt "Fliegen ohne Angst" aus dem Reise-Know-How-Verlag. Das hat mir geholfen. Anfangs hatte ich es noch bei jedem Flug dabei wie meine "Bibel" und habe zur Beruhigung darin geschmökert. Inzwischen habe ich keine schlimme Angst mehr. Nur ein leichtes Unbehagen bei Turbulenzen. Wirklich geniesen kann ich das Fliegen immer noch nicht, aber es macht mir nichts mehr aus. Wenn Du magst, schick mir eine PN. Dann schicke ich Dir das Buch. Ich brauche es zum Glück nicht mehr. Vielleicht hilft es Dir ja auch.

Birgit22
06.09.2008, 22:13
Mir hat das Buch Fliegen ohne Angst leider nicht viel geholfen, bei mir war es das Portal www.treffpunkt-flugangst.de (http://www.treffpunkt-flugangst.de) und das angeschlossene Forum wo dazu führte das ich meine Flugangst mindern konnte. Die Ursachen und Symthome der Flugangst sind einfach zu unterschiedlich, als das es dass Rezept geben würde.
Dem einen mag das Buch oder Bücher helfen dem anderen nur ein Seminar und wieder andere finden die Lösungen im Web.

Annchristine
15.09.2008, 12:04
ich habe auch ein bisschen flugangst und trinke deshalb vor jedem start ein bierchen.

das schlimmste ist die zeit bis zum abheben. danach bin ich relaxt . . es sein denn, man muss sich wieder anschnallen . . . das amcht mich immer ganz kribbelig!

komischerweise habe ich neulich einen zeppelinflug (stocknuechtern) genossen ohne ende.

Zeitnomade
24.09.2008, 22:26
Ich trinke vorm Flug immer was Alkoholisches, entweder zwei Cognac oder Sekt. Dann bin ich ganz entspannt und habe keine Angst mehr. Heutzutage hält sich die Angst aber auch schon in Grenzen, da kann ich sogar schlafen während des Fluges - auch wenn es tüchtig schaukelt. Früher war ich auch halbtot, wenn das Flugzeug mal in ein Luftloch fiel. Habe es auch schon mit Baldrian versucht. Hat auch geholfen.

http://www.brigitte.de/foren/images/brigitte/smilies/neue_smileys_44.gif

Annchristine
25.09.2008, 11:03
>Ich trinke vorm Flug immer was Alkoholisches, entweder zwei
>Cognac oder Sekt. Dann bin ich ganz entspannt und habe keine
>Angst mehr.

so ist es . . .

kannst du dir vorstellen, weiviel bierchen ich auf dem langstreckenflug nach los angeles gekippt habe . . . ? zum glueck war genug bier an bord . . allerdings so labberiges amerikanisches was wenig "droehnt".

malon
25.09.2008, 11:10
Ich bin eigentlich immer gern geflogen.

Mein letzter Flug aber war am 11.September 2001 Los Angeles - Frankfurt.
Das war definitiv mein letzter Flug meines Lebens.

Inaktiver User
28.09.2008, 22:50
Tipp gegen Flugangst: Wenn man jemanden neben sich sitzen hat, der während des gesamten Flugs betet und die Hände rngt - wegsetzen, wenn möglich!!! Ich habe keine Flugangst, aber solche Menschen bringen mich an den Rand des Wahnsinns.

fifi1234
02.10.2008, 00:32
Nicht mehr fliegen. Die Angst ist voll berechtigt. Es stürzen viele Flugzeuge ab.

Ich habe einen Freipaß zum kostenlosen Reisen in ganz Brasilien, auch ein gerichtliches Urteil dazu gegen die TAM. Nachdem aber vor rd. 10 Jahren an einem Tag 2 Flugzeuge der TAM abgestürzt sind und um dieselbe Zeit der Besitzer der Fluglinie per Hubschrauber gegen einen Berg gedonnert und gestorben ist, reise ich nur noch per Bus, auch Strecken oft über 5000 km.

Normalerweise habe ich keine Angst. Einmal aber, beim Flug nach Santiago de Chile, hatte mir vorher jemand gesagt der Anflug sei schwierig und gefährlich, viele Flugzeuge würden da abstürzen. Als das Flugzeug über die Anden geflogen ist, ist es öfters ziemlich niedrig gegangen und Tälern gefolgt. Ich habe dauernd die Nase an die Scheibe gedrückt und unten in den tiefen Schluchten den Flugplatz gesucht ... Mann, ich wär vor Angst fast gestorben. Viele Stunden später dann Ankunft, eigentlich nicht besonders heikel

Von den Orten die anscheinend wirklich ziemlich heikel sind, voll mit Manövern und jedenfalls nachts Angst machend, noch mehr wenn das Flugzeug alt ist, in der ganzen Stadt Stromausfall ist und man nichts sieht (und dann auch noch das Licht im Flugzeug ausgeht/ausgemacht wird, wohl damit die Scheinwerfer heller werden), Anflug/Landung in Ndakaaru.