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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : spontangeschenk und der umgang damit



Lizzie64
29.07.2008, 22:51
hi!

ich hätt' gern mal eure meinung zu etwas, das mir heute passiert ist:

ich hab einer lieben kollegin aus dem nebenbüro, mit der ich auch locker freundschaftlich verbunden bin, von einer reise nach aachen eine kleine aufmerksamkeit aus einem belgischen supermarkt mit. einen brotaufstrich, den sie sehr liebt und den es hier im tiefen niedersachsen nicht gibt. hab' ich schon mal gemacht, und sie hat sich sehr gefreut.

heute hab ich ihr das becherchen spielerisch überreicht, und sie hat sich auch wieder gefreut. ich finde solche mitbringsel einfach schön, und wenn ich weiß, dass jemand sich freut, freue ich mich ganz nebenbei natürlich auch, UND ich find' solche geschenke noch viel schöner als "geplante".

naja, jedenfalls kam sie eine weile später mit 2 euro an und wollte das unbedingt bezahlen. ich kam mir blöd vor und hab' ihr in einem liebevollen ton gesagt, dass das wirklich überflüssig ist. sie beharrte. ich kam mir noch blöder vor und in einer zwickmühle. weil mir da auch irgendwie die lockerheit abhanden kam, hab ich ihr einen euro zurückgegeben (2 wären eh zuviel gewesen) und einen behalten, weil ich wusste, sie würde keine ruhe geben.

JETZT fühle ich mich richtig blöd, und denke mir: was sollte das denn? will sie nichts von mir geschenkt bekommen? sie weiß, dass ich weiß, dass sie dieses zeug wirklich SO gern mag. das war ein kleines, unkompliziertes geschenklein.

ich empfinde mich selbst jetzt als irgendwie aufdringlich und kann das nicht einordnen. wir haben wirklich ein herzliches verhältnis, und sie hilft mir so oft, indem sie mir sehr, sehr liebevoll zuhört, wenn's mir mal schlecht geht. schon dafür bedanke ich mich gern bei ihr.

und ich mag nicht glauben, dass das ein einkommens-problem in dem sinne ist, dass sie das als gönnerhaft empfindet. sie arbeitet was anderes und auch nicht vollzeit und bekommt deutlich weniger als ich, aber DAS kann's doch auch nicht sein!

ideas, anyone?

ich fühl mich ein wenig gekränkt.

Inaktiver User
29.07.2008, 23:23
Ah verzwickt, aber sie hat sich wahrscheinlich auch blöde gefühlt. Oder hast Du es ganz deutlich gesagt, so wie: "Hey ich war in Aachen und ich hab dir dein Lieblings....blablabla...mitgebracht, wollte ich dir gerne als kleine Aufmerksamkeit schenken."

???

Ich hab mir zu solchen Fällen mal was einfallen lassen, was meist gut wirkt , verstanden wird und die Situation auflockert:

Ich ging einkaufen und jemand bat mich, da ich eh ginge, ob ich ihm nicht eben ein Pfund Butter mitbringen könne, die hätte er vergessen gehabt. (war eh für nen Kuchen gedacht, von dem ich am nächsten Tag ein STückchen abbekomme, von daher ne einfachere Situation)
Ich brachte sie ihm mit, er fragte: "Wat kriegste?"
Ich: "Kannste gar nicht bezahlen!"

:zwinker:
Der Spruch hat mir dann auch aus so mancher Stuation rausgeholfen, wo ich mir keine 50 cent für ne Packung Milch oder Joghurt geben lassen wollte.

Lizzie64
29.07.2008, 23:31
nein, so hab ich ihr das natürlich nicht gesagt! ich hab das hinter meinem rücken versteckt, sie gefragt " rechts oder links?", also ein spielchen draus gemacht, und ihr das dann gegeben :smile:: "kuck mal, hab ich dir mitgebracht." erklären muss ich das doch nicht groß, weil ich ja weiß, dass sie das mag! ok, also hab' ich ihr das doch irgendwie so rübergebracht, uns das ist doch in ordnung, oder?

ich hatte sie beim letzten mal auch gefragt, ob ich ihr das quasi bei jedem besuch ungefragt mitbringen kann, und sie hat ja gesagt.

deine antwort ist prima, aber ich hab' jetzt die befürchtung, dass DAS auch schräg ankommen würde.

*seufz*

ich weiß nicht - im rheinland würd das nicht passieren, glaub ich.

Sugarnova
30.07.2008, 02:26
Vielleicht wollte sie dir einfach nix "schuldig" bleiben.

Ich hätte wahrscheinlich gesagt: "Nee, lass ma. Ich hab das gerne gemacht, weil ich weiß, dass du das magst.", wenn sie UNBEDINGT drauf bestanden hätte, hätte ich ihr vorgeschlagen, dass der nächste Kaffee auf sie geht.

Vielleicht war ihr nicht klar, wie teuer das Mitbringsel war? Oder es war ihr unklar, dass es ein Geschenk sein sollte? (Obwohl "Mitbringen" doch eigentlich .. naja.)

Kenne allerdings auch die andere Geschichte. Ich bringe häufig für andere Leute aus fernen Ländern was mit. Teilweise handelt es sich dann schon um größere Gegenstände bzw. Summen. Was sich da manche erlauben - "Bitte NUR auf ebay ersteigern" (ja, nee, is klar), "Wo ist denn die Quittung?!" (Die Summe bzw. der Gegenstand kann bestimmt NICHT steuerlich abgesetzt werden, und die Summe ist die gleiche wie vorher zusammen im Netz recherchiert bzw. abgesprochen), "Gab es das nicht billiger auf ..." (ich recherchiere die Preise schon vorher, möchte aber kein Genöle bei Gebrauchtem riskieren).

Ich würde die Situation vielleicht mal bei einem ruhigen Kaffee ansprechen und erklären, dass du das nur als Mitbringsel gemeint hast und sie sich nicht verpflichtet fühlen muss. Deine Irritation wird sie doch sicherlich bemerkt haben?

Gitte_Haerter
30.07.2008, 07:23
Guten Morgen Lizzie,

das könnte das Missverständnis sein:


ich hatte sie beim letzten mal auch gefragt, ob ich ihr das quasi bei jedem besuch ungefragt mitbringen kann, und sie hat ja gesagt.

Denn das könnte als "Bestellung/Mitbringauftrag" verstanden worden sein beziehungsweise die Kollegin könnte sich genauso unwohl wie Du fühlen, weil sie vielleict denkt, Du hast ihr den Aufstrich jetzt nur mitgebracht, weil sie ihn damals bei Dir "dauerbestellt", also in Auftrag gegeben hat.

Aber das "sie denkt vielleicht" bringt nichts. Ihr versteht Euch doch gut! - Geh einfach hin und sag, dass das jetzt ganz komisch für Dich ist, denn für sie ist es das ganz offensichtlich auch (sonst wäre sie nicht nachträglich mit den 2 Euro gekommen).

Es wäre doch ein Jammer, wenn aus so einer Unsicherheit von beiden Seiten für eine eigentlich so nette Geste und Freude ein blödes Gefühl untereinander entstünde.

Also ran an die Kollegin :-)

Einen schönen Tag
Gitte

Inaktiver User
30.07.2008, 09:25
nein, so hab ich ihr das natürlich nicht gesagt! ich hab das hinter meinem rücken versteckt, sie gefragt " rechts oder links?", also ein spielchen draus gemacht, und ihr das dann gegeben :smile:: "kuck mal, hab ich dir mitgebracht." erklären muss ich das doch nicht groß, weil ich ja weiß, dass sie das mag! ok, also hab' ich ihr das doch irgendwie so rübergebracht, uns das ist doch in ordnung, oder?

ich hatte sie beim letzten mal auch gefragt, ob ich ihr das quasi bei jedem besuch ungefragt mitbringen kann, und sie hat ja gesagt.

deine antwort ist prima, aber ich hab' jetzt die befürchtung, dass DAS auch schräg ankommen würde.

*seufz*

ich weiß nicht - im rheinland würd das nicht passieren, glaub ich.


*gg* stimmt, ich komme auch aus dem Rheinland, wohne inzwischen im Sauerland und habe nie Probleme mit so was. Wo gibt's denn so komplizierte Menschen?:freches grinsen:

Malina70
30.07.2008, 09:34
Denn das könnte als "Bestellung/Mitbringauftrag" verstanden worden sein beziehungsweise die Kollegin könnte sich genauso unwohl wie Du fühlen, weil sie vielleict denkt, Du hast ihr den Aufstrich jetzt nur mitgebracht, weil sie ihn damals bei Dir "dauerbestellt", also in Auftrag gegeben hat.


In die Richtung würde ich als Beschenkte wohl auch denken. Wenn ich jemanden sage, er könne mir X. ruhig jedesmal mitbringen, hätte ich schon das Gefühl, dafür zahlen zu müssen, aber auf alle Fälle zahlen zu wollen.
Das würde ich auch als Bestellauftrag werten. Und wenn jemand nichts dafür haben wollte, hätte ich auch Hemmungen, vielleicht mal zwei oder drei Exemplare haben zu wollen.

Ich finde, bei sowas entsteht schnell mal ein ungutes Abhängigkeitsverhältnis, bei dem sich am Ende keiner wohlfühlt. Du denkst vielleicht beim nächsten oder übernächsten Mal, wenn Du ihn Aachen bist: hm, eigentlich wollte ich ja nicht in den belgischen Supermarkt, aber wenn A. erfährt, dass ich da war und ihr den Aufstrich nicht mitgebracht habe, ist sie womöglich enttäuscht. Also gehst Du extra ihretwegen hin. Und wenn sie das dann immer als selbstverständliches Gratis-Mitbringsel betrachtet, kommt beim fünften, sechsten, siebten Mal vielleicht doch mal Frust hoch. Andererseits hat sie vielleicht immer ein schlechtes Gewissen, weil sie sich ausmalt, dass Du extra wegen ihr da hingehst, und sie will das dann wenigstens bezahlen.

Ich finde, ein Mitbringsel ist eine einmalige, spontane Sache. Wenn es zu einer Art Dauerauftrag wird, finde ich Bezahlung für beide Seiten besser, unabhängig vom Betrag.

Gruß,

Malina

Inaktiver User
30.07.2008, 12:29
ich weiß nicht - im rheinland würd das nicht passieren, glaub ich.

:smile: Musste gerade sehr lachen ... dieses "gute Freunde, strenge Rechnung" wird im "Norden" meiner Meinung nach oft etwas zu eng gesehen.

Inaktiver User
30.07.2008, 14:31
Hallo Lizzie,

ich kann sehr gut nachvollziehen, wie blöd Du Dich fühlst.

Solche Situationen sind einfach nur peinlich. Ich finde Deine Kollegin hat sich albern verhalten.

Ich regel so etwas für mich, wenn ich unsicher bin, daß ich einmal anbiete zu bezahlen.
"Was bekommst Du dafür?"
Und dann ist es auch gut.

Kann es sein, daß Deine Kollegin noch jung , und somit noch stark von ihrem Elternhaus geprägt, ist?

Ich bin nämlich so blöde erzogen worden (man darf nicht habgierig erscheinen) und habe viele Jahre gebraucht, um mit solchen Situation adäquat umzugehen.

Aber, wie du künftig mit dieser Situation umgehen kannst, weiß ich leider auch nicht.

Gruß

Tabea
30.07.2008, 14:36
das könnte das Missverständnis sein:

Denn das könnte als "Bestellung/Mitbringauftrag" verstanden worden sein beziehungsweise die Kollegin könnte sich genauso unwohl wie Du fühlen, weil sie vielleicht denkt, Du hast ihr den Aufstrich jetzt nur mitgebracht, weil sie ihn damals bei Dir "dauerbestellt", also in Auftrag gegeben hat.
Ich sehe das wie Gitte - sprich es an und dat wird schon wieda! :smirksmile:

Tabea

Antje3
30.07.2008, 18:11
Oh

ich rate - Du hast Ihr Lütticher Sirup mitgebracht? So ein blaues Töpfchen?

Ich LIEBE den auch (hab aber eine einigermaßen zuverlässige Quelle....)

Antje

Inaktiver User
30.07.2008, 21:18
Oh

ich rate - Du hast Ihr Lütticher Sirup mitgebracht? So ein blaues Töpfchen?

Ich LIEBE den auch (hab aber eine einigermaßen zuverlässige Quelle....)

Antje


Ja klar hast Du die...Lizzie!:freches grinsen: Das nächste mal also keine zwei Euronen abgeben.:zwinker:

Inaktiver User
31.07.2008, 08:12
Solche Situationen sind einfach nur peinlich. Ich finde Deine Kollegin hat sich albern verhalten.

Ich regel so etwas für mich, wenn ich unsicher bin, daß ich einmal anbiete zu bezahlen.
"Was bekommst Du dafür?"
Und dann ist es auch gut.

Kann es sein, daß Deine Kollegin noch jung , und somit noch stark von ihrem Elternhaus geprägt, ist?



Sorry, aber was ist das denn für ein Posting? Die Kollegin hat sich albern verhalten??? Jemand hat etwas bekommen, von dem wohl nicht für ihn ersichtlich war, ob es ein Geschenk oder "Bestellauftrag" war, und wollte dies bezahlen. Das finde ich sogar löblich und nicht albern!!!!

Ansonsten schließe ich mich Malinas Beitrag an.

Wenn Lizzie weiterhin diesen Aufstrich schenken möchte, würde ich ein Schleifchen drumbinden, damit es nach Geschenk aussieht und es der Kollegin mit Worten á la "Ein kleines Geschenk des Hauses Lizzie" oder so überreichen.

Allerdings würde ich den Brotaufstrich nicht zu oft schenken (weiß ja nicht, wie häufig der Aufstrich geschenkt wird), damit sich die Kollegin nicht unter Druck gesetzt fühlt.

Edelherb
31.07.2008, 09:32
ich weiß nicht - im rheinland würd das nicht passieren, glaub ich.

Leider auch - aber seltener. Ich hatte dort ein paar Kollegen in meiner Abteilung, die auch so drauf waren und Dinge gerne auf den Cent abrechneten, andererseits hätte sich mit denen niemals ein herzliches Verhalten aufgebaut.

Ich denke auch, dass sie das frühere Gespräch als eine Art Auftrag verstanden hat und daher unbedingt bezahlen wollte. Deswegen ist es in Ordnung, wenn sie es anbietet, aber wenn die Aussage deutlich ist, dass das nicht nötig ist und sie besteht trotzdem drauf, finde ich so ein Verhalten anstrengend. Ich kenne z.B. viele Vla-Liebhaber und da ist es ganz normal, dass, wenn einer in Holland war, die anderen einen mitgebracht bekommen. Es wird auch durchaus darum gebeten, aber abgerechnet wird da nichts.

Wie auch immer, sie ist so, dass sie das sonst schlecht hätte annehmen können, dann lass sie. Und singe ein Ründchen "Dat sin die Lück (http://www.lyrics-world.de/songtext/schlager/l-ck-wie-ich-un-du.html)".

canislupa
31.07.2008, 11:17
Vielleicht denkt Deine Kollegin, Du "willst etwas von ihr", was sie nicht bereit ist, zu geben. Freundschaft, mehr Zeit zusammen als im Betrieb normalerweise stattfindet, eine Gegenleistung.... Viele Menschen können nicht so einfach Geschenke annehmen, diese Erfahrung habe ich auch schon gemacht. Sie wittern dahinter dann immer irgendeine "Verpflichtung", selbst wenn das gar nicht so gemeint ist.
An Deiner Stelle würde ich die Sache nicht weiter erwähnen und nächstes Mal, wenn Du dorthin fährst, vorher fragen, ob Du ihr diesen Brotaustrich besorgen sollte, und wenn ja, wie viele. Dann kann sie Dir selber sagen, ob sie welche braucht, ob sie sie bezahlen will oder ob sie keine Gefälligkeiten von Dir annehmen möchte. Und nimm es nicht persönlich, das geht nicht gegen Dich. Sie zieht damit eben eine Grenze, die zu akzeptieren nicht besonders schwer fallen sollte.