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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Angst und Panik - 30 und am Ende



Inaktiver User
14.07.2008, 10:58
Hallo,
ich möchte hier schreiben, weil ich derzeit in einer kompletten Sackgasse stecke. Ich bin 30 Jahre alt, habe eine Tochter und führe eine Beziehung, seit ca. 10 Jahren zu einem etwas älteren Mann, er ist geschieden, hat 2 erwachsene Töchter.
Ich kämpfe mit Angst und Panikattacken schon seit meinem frühesten Erwachsensein, also schon seit Teenager. Meine Angst geht vor allem in die Richtung, dass ich krank sein könnte. Ich habe dann die Symptome wirklich, fühle mich ernsthaft krank oder zumindst so, dass mir jetzt im Augenblick der Panik etwas schreckliches passieren könnte. Ich bin sehr viel allein, was dies noch verstärkt, wohne etwas abgelegen, und kann nicht mal eben zu einer Freundin gehen oder den Eltern, da ich dafür das Auto benutzen muss, und dazu nicht in der Lage bin. Auto fahren habe ich früher immer sehr gern gemacht, jetzt ist es nur mehr ein Qual. Ich glaube ich habe derzeit Depressionen, ich kann nicht mehr lachen, fühle mich nur mehr matt, mir fällt es schwer etwas anzupacken. Ich bin einfach nur mehr fertig. Für meinen Partner kann ich nicht die Frau sein die er sich wünscht. Er ist erfolgreich, sieht gut aus, sportlich. Ich bin dagegen ängstlich, kann mich nicht mehr aufraffen, nicht mehr so hübsch wie vorher, von erfolgreich kann keine Rede sein. Ich weiß, er bräuchte eine andere Frau als mich. Ich befinde mich in der Ausbildung, also Zusatzausbildung, habe daher auch keine Geld um große Sprünge zu machen. Ich mache den Haushalt, wobei er mit dem was ich mache auch nicht unbedingt zufrieden ist, und es immer etwas zu verbessern gibt, das sagt er auch. Ich gehe nicht mehr aus, denn wenn ich wohin gehe, fängt es wieder an mir schlecht zu gehen. Ich treibe keinen Sport, weil auch da wieder die körperlichen Symptome anfangen. Ich habe keine Freude mehr am Leben. Mein LG lebt sein Leben mehr oder minder für sich, er ist sehr aktiv, beruflich top und hat schon Kinder und Heirat alles hinter sich. Mich möchte er nicht heiraten (würd ich auch nicht tun eigentlich) und auch das belastet mich. Seine Ex-Frau ist sehr präsent obwohl die Kinder schon groß sind. Sie möchte anscheinend wieder wichtig sein im Leben meines LG. Ich weiß, dass ich das akzeptieren und tolerieren sollte, aber ich habe auch hier meine Probleme und Unzulänglichkeiten. Ich bin nicht die perfekte Stiefmutter und ich mache viele Fehler.
Ich weiß nicht, wie ich aus all diesen Dingen herausfinden soll. Mein Leben ist in einer Sackgasse. Ich versäume alles, aufgrund meiner Angst, meiner Anhänglichkeit an meinen LG, ich werde Dinge wie Heirat, beruflichen Erfolg, Familie niemals erleben dürfen. Ich war schon in einer Therapie, stecke jedoch immer in derselben Sackgasse. Ich möchte sogerne leben, einmal glücklich sein. Aber es geht nicht.
soraya

frolleinfamos
14.07.2008, 12:14
Liebe Soraya,

zunächst einmal möchte ich Dir sagen (und das meine ich ganz ernst, auch wenn Du es momentan nicht so sehen kannst): Nichts ist verloren und Du kannst wieder die Frau werden, die Du sein möchtest. Wie Du selbst richtig erkannt hast, steckst Du in einer Sackgasse und bist nicht mehr in der Lage, Dein Leben und Dich objektiv zu beurteilen. Es ist schon ein großer Schritt dies einzusehen! Nun musst Du den nächsten tun: Gehe zu einem Therapeuten. Auch der Besuch bei Deinem Hausarzt ist eine gute Idee. Lege die Karten auf den Tisch, so schwer es auch zu sein scheint. Du wirst Dich wundern, wie verbreitet Angststörungen und Depressionen sind. Vielleicht reicht es auch, eine medikamentöse Therapie zu machen, aber das muss ein Arzt entscheiden. Akzeptiere, dass eine Depression und Angststörung ebenso eine Krankheit ist wie körperliche Beschwerden und lasse Dir helfen. Du wirst sehen, dass es Dir schon bald besser geht, ganz bestimmt.

Ich wünsche Dir ganz viel Mut und Kraft, schreibe mal wie es Dir geht!


:in den arm nehmen:

Frolleinfamos

Russland
14.07.2008, 16:33
Hallo Soraya,

ich kann Deine Situation sehr gut nachempfinden. Mir ging
es in Deinem Alter genauso, ausgelöst bei mir durch schlechte
Lebensumstände. Ich war alleinstehend, mit Kind, wie Du!

Je eher Du einen Arzt aufsuchst und alles sagst, desto eher
kann Dir geholfen werden.

Ich kann Dir nur sagen, ich habe damit viel zu lange gewartet
und das hat meinen Lebensweg beeinflußt, nicht zum Besten.

Heute bin ich frei von Depressionen, aber ich habe meine Chancen
im Leben nicht richtig nutzen können, mir von anderen Dinge
gefallen lassen, die nicht OK waren.

Ich hoffe, Dein Freund steht voll hinter Dir.
Dir und Deiner Tochter wünsche ich alles Gute!!!

Viel Glück
Russland

Inaktiver User
15.07.2008, 10:17
Liebe Soraya, bist Du noch da?

Wenn ich das jetzt lese, möchte ich Dir am liebsten eine stationäre Behandlung und "raus aus dem allen" raten.
Ob das medizinisch richtig ist, weiß ich nicht - aber wenn Du meine Freundin wärst, bekäme ich allmählich Lust, "einen Wald mit bloßen Händen zu roden"!

Ja, es klingt sehr deprimiert, und ja, "normalerweise" würde man eine den Alltag begleitende, stützende, ambulante Behandlung wünschen (bitte: nur "als Mensch" - ich bin nicht vom Fach).
Aber ich habe schon so viele threads von Dir gelesen - und ambulante Behandlung blieb doch irgendwo "stecken" und vor allem jagt Dir Dein Alltag immer wieder dieses Gefühl, nicht zu genügen, ein.

Mir hat mal einer -ein weiser Mensch- gesagt, "es ist egal, ob die Glasscheibe zu dünn ist oder der Stein zu schwer, wenn sie kaputtgeht".
Ich habe das Gefühl, Deine Scheibe ist so dünn, dass schon ein bißchen "Sand des Alltags" an ihr immer wieder so schmirgelt, dass eine ambulante Stützung sie nicht zwischenzeitlich aufbauen kann.

Also wäre mein Wunsch für Dich, dass Du zum Hausarzt gehst und Dich "herausnehmen lässt".

Verzeih(t), dass ich so persönlich werde, aber das macht mir gerade richtig Angst!

Alles Gute, Soraya. T.

frolleinfamos
15.07.2008, 12:11
Liebe Soraya,

wie geht es Dir? Bist Du okay? Ich glaube, ich bin nicht die Einzige, die besorgt ist, weil Du nicht antwortest.

Hoffe, alles ist in Ordnung

Frolleinfamos

Inaktiver User
15.07.2008, 20:14
Hallo an alle, ja, mehr oder weniger gehts mir gut. Hatte ne böse Wunde am Fuß, diese hat sich entzündet, muss jetzt Antibiotika schlucken. Geht also eher bescheiden.
War heute früh beim Hausarzt, der hat mir ein neues Medikament verschrieben. Mit dem werde ich es versuchen + Gesprächstherapie erstmal. Leider geht die Therapeuten jetzt in Urlaub und ich stehe wieder mal ohne da. Muss mich jetzt auf meine Gesundheit konzentrieren, mein LG fand das mit der Wunde am Fuß, nicht so schlimm und fand es eher eine Lapalie. Doch nicht so ohne. Ich hätte mich ausruhen sollen, stattdessen hatten wir groß Besuch und ich habe am Wochenende fast nur gearbeitet. Jetzt habe ich die Rechnung. Morgen gehts mit Impfungen dran und ich weiß nicht, wie es mir danach gehen wird.
Das blöde ist auch noch, ich bin den ganzen Tag fast alleine. Habe Urlaub, was ja schön ist, aber ich eben den ganzen Tag alleine zu hause bin und es mir nicht gut geht. Wenn es mir schlecht geht, bin ich quasi allein in unserer Riesenwohnung. Wir wohnen im 2-Parteien-Haus und die Nachbarn sind auch auf Urlaub. Ich hoffe es wird nicht so schlimm. soraya

fimmel4711
15.07.2008, 20:39
Soraya,
ich habe ebenfalls eine schimme Zeit hinter mir.
Herzjagen, Herzschmerzen, Herzrhythmusstörungen, Schwindel, Kopfschmerzen, Luftnot, Ohnmachtsanfälle also das volle Programm.

Ich habe es überwunden.
Ich habe mich von allen getrennt, nicht räumlich, sondern innerlich. Ich habe es geschafft, nur noch für mich dazusein, nur noch an mich zu denken und nun geht es mir besser.

Warum kämpfst du so verzweifelt darum, auch mal verheiratet zu sein?
Und warum gibst du dich mit einem Mann zufrieden, der dir klar vor den Kopf sagt, dass er dich niemals heiraten wird?
Jage ihn zum Teufel, derartige Erniedrigungen ziehen dich runter. Du fühlst dich wertlos.

Deine Enttäuschung, dass er die Entzündung nicht ernst genommen hat, zeigt mir, dass du Anerkennung von ihm willst. Du willst von ihm respektiert und geachtet werden.
Warum soll er dich aber respektieren und achten, hast du dich das mal gefragt? Du nimmst doch alles - was er tut - hin, bist froh, dass du ihn hast, warum - also - soll er sich anstrengen?

Soraya, du musst dir selber endlich etwas wert werden, damit deine Mitmenschen erkennen, dass du ein achtenswerter Mensch bist.
Sonst wird es nie besser.
Solange du dich kleinmachst, vor anderen "auf dem Boden kriechst" - wirst du depremiert durchhängen. Denn wer möchte schon der Fußabtreter anderer sein.

Nur - Soraya - wenn du dich freiwillig anderen vor die Füße legst, musst du dich nicht wundern, wenn sie ihre Füße an dir abtreten.

Das sind nur meine Gedanken, muss nicht stimmen.

Loop1976
19.07.2008, 20:46
für alle die soraya suchen:
http://www.brigitte.de/foren/showthread.html?p=4426184#post4426184

Inaktiver User
19.07.2008, 21:34
Hallo Loop, ich hab hier schon geantwortet.
Werde mich wohl doch jetzt zurückziehen und mich rein auf die Therapie konzentrieren und meine Unsicherheiten mit meiner Therapeutin besprechen. Ich hoffe alles zusammen wirkt wirklich nun, ich danke euch allen für eure Hilfe, Tipps und Ratschläge, auch wenn ich immer wieder auf das selbe Thema zurückkomme.
Ich möchte es abschließen und dann tauchen eben immer wieder Fragen auf, die mich unsicher werden lassen. Es tut mir leid, dass immer wieder dasselbe auftaucht.

Ich danke allen für die Antworten, für die Hilfe, es tut mir leid, dass immer wieder dasselbe bei mir auftaucht.
Ich hoffe ich schaffe es durch die Therapie.

Danke, soraya

fimmel4711
20.07.2008, 16:19
Soraya,
du kommst immer wieder auf das Thema zurück, weil du nicht damit fertig wirst.
Du hast noch nicht abgeschlossen, deswegen redest oder schreibst du darüber.

Du musst sehen, dass du abschließen kannst. Egal wie du das erreichst.

Ich z.B. habe keinen Therapeuten gebraucht. Ich habe es mit Meinungsaustausch in verschiedenen Foren geschafft und mit Gesprächen mit vertrauen Menschen.

Ich hoffe, du findest auch einen Weg, deine Probleme zu lösen.