PDA

Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Verhalten von Menschen in Gruppen



campari00
13.07.2008, 18:07
Hallo,

mir fällt bei manchen Menschen oftmals folgendes Verhalten auf.
Befindet man sich soz. zu zweit im Gespräch ist das Gespräch nett und angenehm. Ist man mit der gleichen Person in einer größeren Gruppe oder zum Beispiel Feier zusammen, wird man so behandelt als ob man sich kaum kennt.
Mir ist das z.B. mit einer Arbeitskollegin schon oft passiert. Bin ich mit ihr alleine, gibt sie mir das Gefühl das ich ihr "wichtig" bin und sie an meiner Meinung zu einem Thema interessiert ist etc., aber kaum sind andere dabei wird ein "Pokerface" aufgesetzt und die Kollegin ignoiert mich mehr oder weniger.
Das ist doch nicht normal, oder?
Das ist mir mit manchen Leuten schon passiert. Klar, in einer Gruppe führt man kein inniges Zweiergespräch, aber man muss doch auch nicht so tun als ob man sich kaum kennt, oder.

Campari

meikeline
13.07.2008, 20:39
Hallo,

mir fällt bei manchen Menschen oftmals folgendes Verhalten auf.
Befindet man sich soz. zu zweit im Gespräch ist das Gespräch nett und angenehm. Ist man mit der gleichen Person in einer größeren Gruppe oder zum Beispiel Feier zusammen, wird man so behandelt als ob man sich kaum kennt.
Mir ist das z.B. mit einer Arbeitskollegin schon oft passiert. Bin ich mit ihr alleine, gibt sie mir das Gefühl das ich ihr "wichtig" bin und sie an meiner Meinung zu einem Thema interessiert ist etc., aber kaum sind andere dabei wird ein "Pokerface" aufgesetzt und die Kollegin ignoiert mich mehr oder weniger.
Das ist doch nicht normal, oder?
Das ist mir mit manchen Leuten schon passiert. Klar, in einer Gruppe führt man kein inniges Zweiergespräch, aber man muss doch auch nicht so tun als ob man sich kaum kennt, oder.

Campari
Ist es - objektiv betrachtet - wirklich so, dass sie dich vollkommen ignoriert? Wenn ich mit einer größeren Gruppe unterwegs bin, unterhalte ich mich mal mit mehreren gleichzeitig, mal ne halbe Stunde mit dem und dann wieder mit einem Dritten. Da kann´s halt schon mal vorkommen, dass ich mit einem Teil der Gruppe über den gesamten Abend so gut wie gar nicht spreche, weil es sich einfach nicht ergibt. Das ist aber kein bewusstes Ignorieren meinerseits, sondern einfach eine bestimmte Dynamik innerhalb der Gruppe (die am nächsten Abend dann wieder völlig anders ist).

Wenn es mit deiner Kollegin grundsätzlich so ist, würde ich sie darauf ansprechen.

Malina70
14.07.2008, 10:00
Hallo Campari,

ich kenne das auch. Mit einer Kollegin habe ich mal einen eintägigen Kurs (privat) besucht. Wir kamen getrennt voneinander dahin, und sie hat mich nicht persönlicher begrüßt als alle anderen. Sie hat den ganzen Tag kaum ein Wort mit mir gesprochen, und ich denke, manche Teilnehmer haben nicht mal gemerkt, dass wir uns vorher schon kannten.

Man muss in so einer Gruppe ja nicht permanten zusammenglucken und über Themen sprechen, von denen die anderen nichts verstehen. Aber dieses totale Ignorieren hat mich auch irritiert und geärgert. Ich empfinde das auch irgendwie als illoyal.

Was man dagegen tun kann, außer es ansprechen, weiß ich allerdings auch nicht.

Gruß,

Malina

campari00
14.07.2008, 19:21
Hallo Malina

da bin ich ja "beruhigt" das es dem einen oder anderen auch so geht.
Ich habe das schon mal angesprochen, aber es scheint nicht angekommen zu sein.
Mir ist sowas unangenehm und für mich bei einigen Leuten auch so eine Art Test geworden, so nach dem Motto wie benehmen sie sich wenn mehrere dabei sind.
Mir geht es ja gar nicht um zusammen rumzuklucken, aber den anderen mehr oder weniger zu ignorieren mag ich nicht.

Campari

januaria
20.07.2008, 18:58
Ich kenne jemanden, der, ist er allein unterwegs, einen überschwänglich mit Winken und Hallo begrüßt.

Ist er in Begleitung von - wie er meint - irgendwelchen "Wichtigkeiten", kennt er andere Leute fast nicht. Wenn überhaupt, lässt ersich in dem Moment zu einem knappen Nicken herab?!?:grmpf:

Ich nicke meinerseits auch nur noch knapp, wenn mir dieser Mensch irgendwo begegnet - egal, ob noch jemand bei ihm ist oder nicht bzw. wer da gerade bei ihm ist.:smirksmile:

Muss er gucken, wer sich besser eignet, in Gegenwart gewisser Leute sein Ego zu polieren.:aetsch:

Rundung
20.07.2008, 19:34
Ich interpretiere und spinne ein wenig und gebe meine persönliche Meinung zu o.g. Äußerungen ab:

- Campari, bist du verliebt in die Kollegin?

- Wird hier nicht Höflichkeit mit Interesse an der Person verwechselt? Ich verhalte mich auch so: wenn ich mit einem Kollegen allein unterwegs bin -mit diesem im Grunde jedoch wenig Gemeinsamkeiten habe-, so "schenke" ich ihm meine Aufmerksamkeit aus Höflichkeit...und ich merke immer mehr, er ist wirklich nicht auf meiner Wellenlänge. Folglich ist er in einer größeren Gruppe nicht mein erster Ansprechpartner. Das hat nichts mit Arroganz zu tun...entweder man mag sich gegenseitig oder eben nicht. Dann ist das Interesse eben einseitig. Der Andere ist wohlmöglich an mir mehr interessiert, als ich an ihm. Schade für mein Gegenüber...wahrscheinlich nimmt er es persönlich, obwohl ich es nicht böse meine.

- auch eine Möglichkeit: der Gruppen-Ignorierer ist ein wirkliches A....loch. Dann wäre es für mich kein Verlust, wenn er mich in der Gruppe links liegen lässt.

- noch eine Variante: der "Ignorierer" möchte den anderen nicht zeigen, dass er Interesse an dir hat...aus welchen Gründen auch immer :smile:

Malina70
21.07.2008, 09:15
Hallo zusammen,

also ich würde in dieses Verhalten nicht gleich ein tiefergehendes Interesse / Desinteresse interpretieren.

Ich denke, es geht dabei doch vor allem um ein zwischenmenschliches Problem: Wie verhalte ich mich gegenüber Bekannten oder Freunden in größeren Gruppen?

Natürlich ist es legitim in einer Gruppe auch mal mit anderen Leuten zu sprechen. Im Gegenteil, ich empfinde es störend, wenn zwei Menschen, die sich schon kennen pausenlos aufeinanderglucken. Ich war mal bei einem Seminar, zu dem ich mit einer flüchtigen Bekanten zusammen hingefahren bin. Für mich war klar, dass ich dort nicht nur mit ihr zusammensein werde. Ich habe mich also bei Gruppenarbeiten und auch bei den Mahlzeiten bewusst mal anderen Leuten angeschlossen, aber trotzdem versucht, auch einen angemessenen Teil der Zeit mit der besagten Frau zu verbringen. Ich weiß nicht, ob sie den Eindruck hatte, ich lasse sie links liegen.

Es ist halt auch eine Gratwanderung, sich da richtig zu verhalten. Ich finde es schlimm, wenn einer keinen Schritt ohne den anderen machen kann. Auch bei (Ehe-)Paaren fällt mir das manchmal auf: da gibt es welche, für die die Welt untergeht, wenn sie einmal bei Tisch nicht nebeneinander sitzen können. Auf der anderen Seite finde ich es auch unangenehm, wenn man, kaum sind andere Leute dabei, die eigene Begleitung keines Blickes mehr würdigt.

Leute, die mich in Gegenwart anderer komplett ignorieren oder meine Gesellschaft regelrecht meiden, sind für mich dauerhaft kein Umgang.

Gruß,

Malina

Rundung
21.07.2008, 20:38
Mal ehrlich: ich denke, hier wird ein Problem hochstilisiert, das keines ist. Entweder man mag sich oder eben nicht. Ganz einfach. Wenn einer mit mir nicht reden will...dann eben nicht. Was soll's! Der Mensch neigt, wie immer, zum Überbewerten einer Situation und nimmt es gleich persönlich. Als Beleidigung. Oder ähnliches. Man nimmt sich zu wichtig! Ihr seid einer unter 6 Millarden Menschen, verdammt noch mal! Und wenn es euch stört, dass der "andere" euch angeblich ignoriert oder ungerecht behandelt, dann sprecht ihn darauf an! Das Problem ist dann keines mehr...werdet ihr sehen.

campari00
23.07.2008, 18:29
@Rundung,
also "verliebt" in die Kollegin bin ich nicht (bin glücklich veheiratet:smirksmile: )
Wie schon einige schrieben, nervt mich eher diese Illoyalität.
Ich will mich jetzt nicht festbeißen an der Situation, aber mit besagter Kollegin habe ich hon einiges privat unternommen bzw. viel ausgetauscht. Deswegen fand ich dieses Benehmen wenn andere dabei sind so befremdlich...

Campari

Rundung
23.07.2008, 20:18
...aber mit besagter Kollegin habe ich schon einiges privat unternommen bzw. viel ausgetauscht. Deswegen fand ich dieses Benehmen wenn andere dabei sind so befremdlich...

Hast du sie einmal darauf angesprochen? Willst du das überhaupt?

januaria
30.07.2008, 10:42
Komplette bzw. nahezu komplette Ignoranz von Leuten, mit denen man bekannt ist schon unhöflich - vor allem, wenn es sich um eine Situation (Umgebung, Menschen) handelt, die dem einen vertraut ist, dem anderen nicht.

Es ist aber andererseits unter erwachsenen Menschen auch etwas viel verlangt und damit ebenfalls unhöflich, zu erwarten, dass sich andere pausenlos um einen kümmern.

Irgendwann sollte doch jeder (Erwachsene) in der Lage sein, sich für eine viertelstündige Kaffeepause Gesprächspartner zu suchen oder sie notfalls allein zu verbringen?!?:smile: :smirksmile:

campari00
30.07.2008, 18:44
Ich meinte auch keine Kurzpausen, sondern wenn man mit einer bekannten Person, mit der man auch viel privates austauscht, auf Seminaren oder Einladungen bei andern Leuten so tut als ob sie einen kaum kennt.

Campari

Rundung
30.07.2008, 20:12
Ich meinte auch keine Kurzpausen, sondern wenn man mit einer bekannten Person, mit der man auch viel privates austauscht, auf Seminaren oder Einladungen bei andern Leuten so tut als ob sie einen kaum kennt.

DAS ist schon so verstanden worden, campari. Warum liegt dir soviel an dieser Person? Wie "privat" habt ihr euch ausgetauscht? Seid ihr Freunde?
Wenn nein: abhaken, oberflächlicher Mensch.
Wenn ja: einfach fragen. Meint sie vielleicht gar nicht böse, ihr ist es nicht bewusst.
Wenn ja und nein: auch einfach fragen und erklären, dass es dich befremdet. Antwort abwarten und dann
1. einen Tritt in den Hintern geben oder
2. Freunde werden.

(aus "Kleiner Psychologieleitfaden für Unsichere", 1. Auflage, 2000 v.Chr.):smile:

Inaktiver User
06.08.2008, 13:41
da bin ich ja "beruhigt" das es dem einen oder anderen auch so geht.
Ich habe das schon mal angesprochen, aber es scheint nicht angekommen zu sein.
Mir ist sowas unangenehm und für mich bei einigen Leuten auch so eine Art Test geworden, so nach dem Motto wie benehmen sie sich wenn mehrere dabei sind.

ja, mir ist das auch schon öfter passiert.

Ich tippe auf Unsicherheit der betreffenden Person. Sie müsste sich bemerkbar machen, Dich begrüßen, vorstellen, ein paar belanglose oder verbindende Worte finden. Das verlangt einen gewissen gesellschaftlichen Schliff. Du hast keine Ahnung wie schwer das manchem fällt. Und tatsächlich gucken auch die andern in der Runde manchmal saublöd wenn da einer durch irgendwelche Bemerkungen auffällt und reagieren insgeheim nach dem Motto 'woher kennt der die denn?'.

Es gehört einfach Souveränität dazu in einer Gruppe das Wort zu ergreifen. Hat halt nicht jeder. Deswegen nimm's nicht schwer.

Pirlipat

trambahn100
07.08.2008, 13:28
ich kenne das auch. Mit einer Kollegin habe ich mal einen eintägigen Kurs (privat) besucht. Wir kamen getrennt voneinander dahin, und sie hat mich nicht persönlicher begrüßt als alle anderen. Sie hat den ganzen Tag kaum ein Wort mit mir gesprochen, und ich denke, manche Teilnehmer haben nicht mal gemerkt, dass wir uns vorher schon kannten.


beruflich sind manche Leute sehr vorsichtig und versuchen, möglichst unangreifbar zu sein:

Es könnte irgendwann die Situation eintreffen, dass diese Leute im Laufe ihrer Karriere auf das Wohlwollen von XY angewiesen sind und diese Person XY hat was gegen VQ und mit dieser Person VQ war man leider mal in der Öffentlichkeit beim angeregten Plausch gesehen worden.

Inaktiver User
07.08.2008, 13:49
ich kenne das auch. Mit einer Kollegin habe ich mal einen eintägigen Kurs (privat) besucht. Wir kamen getrennt voneinander dahin, und sie hat mich nicht persönlicher begrüßt als alle anderen. Sie hat den ganzen Tag kaum ein Wort mit mir gesprochen, und ich denke, manche Teilnehmer haben nicht mal gemerkt, dass wir uns vorher schon kannten.


beruflich sind manche Leute sehr vorsichtig und versuchen, möglichst unangreifbar zu sein:

Es könnte irgendwann die Situation eintreffen, dass diese Leute im Laufe ihrer Karriere auf das Wohlwollen von XY angewiesen sind und diese Person XY hat was gegen VQ und mit dieser Person VQ war man leider mal in der Öffentlichkeit beim angeregten Plausch gesehen worden.



"sehr vorsichtig" nennst Du das?

Ich nenne das kleingeistig, spießig, karrieregeil, kurz und gut: zum kotzen.

Lukulla
07.08.2008, 15:24
Wie bist Du denn drauf? Keine Beiträge hier rechtfertigen Deine Ausdrucksweise. :wie?:

Inaktiver User
08.08.2008, 07:21
Wie bist Du denn drauf? Keine Beiräge hier rechtfertigen Deine Ausdrucksweise. :wie?:


Sei nicht so empfindlich, ich bin lediglich deutlich, aber offenbar gelten hier im Umgangsforum besonders enge Grenzen.

Wahre Souveränität zeigt sich, dass man Leute nicht verleugnet.

Um noch einmal auf Deine lächerliche Ermahnung zu sprechen zu kommen, (ich weiß als Forumsteilnehmer hat man demütig zu schlucken und ich antworte dann auch nicht mehr und verschwinde auch):

Im Forum sind deutliche Worte und Beurteilungen erlaubt. Weder waren die Worte unter der Gürtellinie noch habe ich eine Person angegriffen, sondern lediglich eine Verhaltensweise (zu der sich hier aber keiner bekannt hat) verurteilt.

Pirlipat

trambahn100
08.08.2008, 14:34
"sehr vorsichtig" nennst Du das?

Ich nenne das kleingeistig, spießig, karrieregeil, kurz und gut: zum kotzen.


nun, ich nenne das sehr vorsichtig, weil ich niemanden beleidigen will.
andererseits ist in meinen Augen unbestreitbar, dass dieses Verhalten leider des öfteren zu beobachten ist.
manche Leute sind z.B. deshalb so vorsichtig, weil sie Angst um ihren Arbeitsplatz haben, wenn der Chef merkt, dass sie mit den "falschen" Mitarbeitern befreundet sind.

So ist das nunmal.

januaria
10.08.2008, 13:03
Also, wenn ich in den "Genuss" käme, die "Freundin" von jemandem zu sein, der mich in seinem beruflichen Umfeld lieber verleugnet, ginge ich auf Distanz und würde mich nach anderen Freunden umsehen.

Es gibt aber auch durchaus Leute, die dieses Verhalten auch im Privaten praktizieren. In Gegenwart gewisser Personen kennen sie nicht mehr unbedingt jeden, den sie eigentlich kennt, oder sie wollen von bestimmten Leuten unbedingt mit wiederum bestimmten Leuten gesehen werden - die eigene Wichtigkeit soll also dadurch demonstriert werden, wen sie da Wichtiges kennen ... :knatsch: :grmpf:

Inaktiver User
12.08.2008, 08:51
Also ich persönlich, werte es schon so, dass wenn man sich unter Freunden innerhalb einer Gruppe, welcher Art auch immer, ignoriert, es daran liegt, dass dieser Freund sich einfach nicht so sehr interessiert für einen, aus welchem Grund auch immer. Entweder weil er die Person nicht so gerne mag, wie andersherum oder weil ihm in gewissen Kreisen, die Zugehörigkeit zu dieser Person peinlich ist - so was gibt es und nicht zu oft.

So ganz neutral würde ich das Verhalten nicht sehen, es steckt auf alle Fälle etwas dahinter. Normal (was ist das schon genau) wäre m. E. , sich u. a. auch mit dem Freund auf der Party oder dem Seminar zu unterhalten und zwar so, dass eigentlich jedem klar ist, dass man sich kennt.

Polarstern
18.08.2008, 13:57
Also ich persönlich, werte es schon so, dass wenn man sich unter Freunden innerhalb einer Gruppe, welcher Art auch immer, ignoriert, es daran liegt, dass dieser Freund sich einfach nicht so sehr interessiert für einen, aus welchem Grund auch immer. Entweder weil er die Person nicht so gerne mag, wie andersherum oder weil ihm in gewissen Kreisen, die Zugehörigkeit zu dieser Person peinlich ist - so was gibt es und nicht zu oft.

So ganz neutral würde ich das Verhalten nicht sehen, es steckt auf alle Fälle etwas dahinter. Normal (was ist das schon genau) wäre m. E. , sich u. a. auch mit dem Freund auf der Party oder dem Seminar zu unterhalten und zwar so, dass eigentlich jedem klar ist, dass man sich kennt.
Für Freunde gilt das sicher. Aber das erste Posting sagt ja, daß es sich um eine Arbeitskollegin handelt. Und da sehe ich die Sache anders.
Mir ist es zB schon einmal passiert, daß ich gleichzeitig mit einer Kollegin auf einer großen Konferenz war. Sie kannte dort fast niemanden, obwohl sie das Fach studiert hatte und etliche Menschen ihrer alten Uni da waren. Ich habe dort viele Freunde aus gemeinsamen Studienzeiten und frühere Kollegen getroffen, die ich lange nicht gesehen habe. Nun schien die Kollegin, mit der ich sonst nicht übermäßig viel Kontakt habe, plötzlich zu erwarten, ich möge sie jedem vorstellen und sie überall mitnehmen .
Und das habe ich nicht gemacht. Ich habe sie mehrfach vorgestellt, wenn es sich ergeben hat, aber durchaus auch versucht, mich allein mit meinen Freunden zu treffen. Einige sehe ich nur alle zwei Jahre, warum soll ich plötzlich die kostbare Zeit mit ihnen teilen?

Natürlich sind Workshops und Konferenzen Kontaktbörsen, aber warum soll ich eine Frau, die sonst nie Interesse daran hat, mit mir etwas zu unternehmen, plötzlich überall einführen? Ich kenne sie nicht gut genug, um ihre wissenschaftliche Arbeit zu beurteilen. Wenn ich sie in Kontakt mit jemandem bringe und sie stellt sich dusselig an, fällt das auf mich zurück.

Ich bin in solchen Situationen freundlich und auch in gewissem Maße bereit, Verbindungen herzustellen. Aber ich fühle mich ausgenutzt, wenn mich jemand als Kontaktbörse nutzt. Das heißt nicht, daß ich nicht freundlich grüße, aber ich nehme die betreffende Kollegin dann nicht mit zu jedem Treffen, nur weil wir jetzt in derselben Firma arbeiten.

LG
Polarstern

campari00
22.08.2008, 18:55
Wollte mich nochmal zu meinem Ausgangsposting melden.
Mit besagter Kollegin habe ich ja gar keinen Kontakt mehr, da ich mittlerweile woanders arbeite.

Aber trotzdem scheint es mir bei vielen Menschen diese Eigenart zu geben, im Einzelgespräch nett, aufmerksam und in der Gruppe unnahbar und distanziert.

Finde ich merkwürdig.

Campari