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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Kinderbetreuung im ersten Lebensjahr?



Historia02
16.06.2008, 11:18
Guten Morgen,

ich habe lange überlegt, in welchem Forum ich am besten poste, aber ich dachte, ich packe es hierhin, bestimmt bin ich nicht die einzige mit diesem Problem.

Mein Mann und ich wollen gerne Kinder und da ich jetzt auch einen festen Job habe (und somit sogar Anspruch auf Elterngeld habe), spricht eigentlich nichts mehr dagegen.

Ich weiß aber jetzt schon, dass ich nicht 1 Jahr (oder gar noch länger) zuhause bleiben will, Elterngeld hin oder her.

Im Forum habe ich schon öfter gelesen, dass Frauen direkt nach dem Mutterschutz wieder arbeiten gegangen sind.

Nun habe ich schon ein bisschen gegoogelt, aber so richtig schlau werde ich nicht. Die große Frage, die ich mir stelle, ist: Nach was für "Schlagwörtern" muss ich da Ausschau halten? Gibt es in Dtdl. überhaupt die Möglichkeit, Säuglinge betreuen zu lassen? In Fernsehbeiträgen habe ich schon oft gesehen, dass das in Frankreich gang und gäbe ist.

Wieviel kostet das ungefähr? Die örtliche Kinderkrippe, das habe ich schon herausgefunden, nimmt Kinder ab 1 Jahr auf, das würde ungefähr 400 EUR/Monat kosten.

Aber wie wäre es mit noch kleineren Kindern?

Wie gesagt, bis jetzt ist es noch hypothetisch, ich will auch nicht ausschließen, dass ich nach der Geburt eventuell ganz anders denke. Im Moment möchte ich diese Möglichkeit aber gerne erstmal ergründen, nur leider finde ich nicht wirklich viele Informationen dazu.

Wer kann vielleicht aus eigener Erfahrung berichten? Danke.

sagt
historia

Inaktiver User
16.06.2008, 11:22
Hallo Historia,

natürlich kannst du auch in Deutschland Babies (fremd-) betreuen lassen.

Es gibt Kinderkrippen, die Kinder bereits ab 6 Wochen aufnehmen.

Die Alternative dazu wäre eine Tagesmutter.

Zu beiden Themen erteilen Jugendämter Auskunft u. Adressen.

Tigerente
16.06.2008, 11:39
Historia, bei Krippen musst Du bedenken, dass die evtl. ellenlange Wartelisten haben und Du keinen Platz bekommst, selbst wenn Du das als Betreuungsform favorisieren solltest.

Außer Tagesmutter (da bringst Du Dein Kind hin) gibt es noch die Möglichkeit einer Kinderfrau, die zu Dir ins Haus kommt und Dein Kind dort betreut. Kostet in etwa doppelt soviel wie die Tagesmutter (jedenfalls hier, wo ich wohne), allerdings bist Du dann Arbeitgeber und weisungsbefugt und kannst genau sagen, wie Du alles haben willst.

Wenn Du nicht so lange zu Hause bleiben willst, vielleicht kann Dein Mann auch ein paar Stunden reduzieren?

Ich habe wieder angefangen zu arbeiten, als mein Sohn 5 Monate alt war. Bis er ca. 1 Jahr war, war ich nur 1 Tag pro Woche aushäusig, Rest Home-Office, und mein Mann, der ohnehin nur eine 3/4-Stelle hat, hat diesen Tag übernommen. Dann kam noch für insgesamt 9 Stunden pro Woche eine Kinderfrau dazu, 4 Stunden davon habe ich für aushäusige Arbeit genutzt, Rest Home-Office.
Wir fanden diese Lösung für die ersten 2 Jahre ideal. Vor allen Dingen ist dadurch die Vater-Kind-Bindung wirklich super, und wir sind wirklich gleichberechtigte Eltern, die ohne viel Absprachen auch alleine und immer im Sinne des anderen Elternteils agieren.

Leider rächt es sich jetzt, dass wir keine Tagesmutter im 2. Jahr genommen haben. Ich muss jetzt mehr arbeiten, aber wir bekommen keinen Krippenplatz (evtl. ab Dezember/Januar). Und das, obwohl wir unseren Sohn im Dezember 2006 überall angemeldet haben. Wir finden, es würde unserem Sohn sehr gut tun, unter andere Kinder zu kommen, vor allen Dingen, da die Kinder, mit denen er sonst spielt, Krippen- bzw. Kita-Platz haben und nicht zur Verfügung stehen. Wir möchten aber jetzt nicht nochmal die Bezugsperson wechseln, da er unsere Kinderfrau echt liebt, das würden wir nur machen, wenn er in die Kita käme. Insofern haben wir jetzt eine wilde Durchwurstel-Lösung mit etwas mehr Kinderfrau, Papa und 2 Vormittagen elternfreier Spielkreis. Damit ist das Kind insgesamt 16 Stunden pro Woche fremdbetreut, zu einem Preis, der über das 1,5-fache des eines Ganztagskrippenplatzes wäre.

Ja, was ich damit sagen will: Planung ist generell etwas schwierig, am Ende kommt es oft anders, als man denkt, aber irgendwie finden sich dann doch Lösungen.

Inaktiver User
16.06.2008, 12:18
wir haben unseren sohn seit frühester zeit auch bei der tagesmutter. gleichzeitig arbeiten wir beide etwas reduzierter und flexibler...das zusammen klappt gut. leonard ist ein freundliches und gelassenes männlein und "wächst" mit 6 anderen kindern auf. umgekehrt ist die zeit mit uns aber auch extrem eng: er wird sehr viel getragen, gestillt und schläft mit uns im bett. so kommen wir alle zusammen gut mit den trennungen aus. :wangenkuss:

die tagesmutterbörse deines jugendamtes hat adressen und tipps für dich. :blumengabe:

Historia02
16.06.2008, 12:31
Erstmal vielen Dank für Eure Antworten.

Was mir jetzt noch nicht ganz klar ist: An das Jugendamt wendet man sich also auch, wenn man, ich sag's jetzt mal so, "ganz normal" ist, also weder alleinerziehend noch minderjährig noch sonst irgendwas?

Und für eine Kinderkrippe brauche ich immer eine "Bewilligung des Jugendamtes", also, da kriegt man keinen Platz als Privatzahler? Weil das von der Stadt bezuschusst wird, richtig?

Entschuldigt bitte die dämlichen Fragen, ich blicke nicht ganz durch.

Edit: Ich habe jetzt noch ein bisschen gegoogelt. Heißt das, ich kann immer zum Jugendamt gehen und sagen, hey, ich habe hier ein Baby und möchte arbeiten gehen, bitte vermittelt mich an eine Tagespflege und/oder zahlt mir einen Zuschuss für eine, die ich mir privat suche (und die bestimmte Kriterien erfüllt).

Wenn ich aber Geld wie Heu hätte (mal so theoretisch) könnte ich mir suchen, wen ich möchte. Die Tagespflegemutter muss nur staatlich anerkannt sein, wenn ich einen Zuschuss will, oder?

Tigerente
16.06.2008, 12:48
Die Tagespflegemutter muss staatlich anerkannt sein, damit sie im eigenen Haushalt Kinder betreuen darf. Sonst darf sie das nicht.

Stellst Du jemanden für Deinen eigenen Haushalt ein, ist die Qualifikation egal.
Bei uns ist es so, dass die einzige Qualifikation unserer Kinderfrau war, dass sie 2 erwachsene Söhne hat, uns sehr zuverlässig schien (was sich auch bestätigt hat) Und mit unserem Sohn total auf einer Wellenlänge liegt. Da ihr der Job Spaß macht, holt sie gerade die Qualifikation als Tagesmutter nach.

Walnuss
16.06.2008, 12:53
Hallo Historia,
du bekommst Adressen vom Jugendamt. Für eine Krippe brauchst du keine Bewilligung, Alleinerziehende werden bevorzugt, aber das muß nicht sein. Es kommt auch auf die Zusammensetzung der Gruppe an. Du kannst auch bei dem Träger der Krippen, also z.B. der Stadt, oder der Caritas oder so fragen, wo neue Krippen entstehen. Dort sind deine Chancen oft besser.
LG walnuss

Columbine
16.06.2008, 19:06
Historia, es kann sicher nicht schaden, sich bei einer (mehreren) Krippen anzumelden (ich hab z.B. keinen Platz bekommen), aber ich persönlich finde eine Krippe unter 1 Jahr (und auch dann noch) echt den Hammer. Ich hab mir einige angeschaut, die Kleinen waren meiner Meinung nach völlig überfordert, und wurden nur "ruhig gestellt." Für mich wäre eine Krippe echt nur im Notfall eine Option.

Tagesmütter haben eine besseren Betreuungsschlüssel, obwohl es auch unter einem Jahr meiner Meinung nach für die Babies schwierig ist, aber im Einzelfall sicherlich möglich.

Einzelbetreuung (Kinderfrau, Babysitterin) finde ich ganz klar für Babies optimal, und wenn du z.B. jemanden für 16-20 Stunden nimmst, schon noch bezahlbar. Wenn du mehr Stunden brauchst, wie wäre denn dein Mann einsetzbar?

Überleg dir doch auch noch diverse Optionen, damit du dann nicht zwischen "Nur-Mama" und "40 Stunden Krippe" entscheiden musst. Könntest du ein Jahr oder so etwas freiberuflicher oder von zu Hause aus arbeiten, kann dein Mann reduzieren? Meistens sind solche Lösungen für alle am besten, ich kenne da jetzt einige Paare, die das ganz gut gelöst haben. Das sollte heutzutage doch alles gehen!

Viel Glück, Columbine

Inaktiver User
16.06.2008, 20:47
aber ich persönlich finde eine Krippe unter 1 Jahr (und auch dann noch) echt den Hammer. Ich hab mir einige angeschaut, die Kleinen waren meiner Meinung nach völlig überfordert, und wurden nur "ruhig gestellt." Für mich wäre eine Krippe echt nur im Notfall eine Option.


aus eigener erfahrung weiss ich, dass viele krippen tatsächlich absolut überfordert sind.
unser sohn ist schon 2, er hatte keinerlei probleme mit der eingewöhnung usw., aber ich persönlich bin sooo unglücklich mit der krippe (obwohl ich damals meine beiden großen auch dort hatte, aber da gab es noch eine andere erzieherinnen-"aufteilung").

die kleinen, selbst mit zwei, sind meiner meinung nach wirklich total überfordert, so wie die damen selbst auch.
die damen setzen sie auf die toilette und lassen sie dort sitzen, vergessen sie dort auch schon mal, wenn sie rausgehen :ooooh: (ich weiss allein von zwei mal, wo es vorgekommen ist); sie müssen den gesamten tagesablauf mitmachen, egal, ob sie vielleicht noch mehr schlaf benötigen; müssen eigentlich schon alles können. hilfe, geschweige denn zuneigung, erfahren sie wohl kaum. so mein gefühl. und das halte ich persönlich für sehr wichtig, gerade für so kleine würmchen!
sicher gibt es auch gute einrichtungen, aber bei dem schlüssel, den sie haben, ist eine gute betreuung meiner meinung nach einfach nicht möglich!

einzelbetreuung halte ich auch für die beste möglichkeit für ein kind/baby (unter einem jahr).

viel glück und bitte bitte auf jeden fall alles genau überdenken, die einrichtungen genau ansehen!
obwohl sie dabei oft wahrscheinlich auch was vorspielen...???
uns wurde auch so viel versprochen...

Columbine
16.06.2008, 21:02
viel glück und bitte bitte auf jeden fall alles genau überdenken, die einrichtungen genau ansehen!
obwohl sie dabei oft wahrscheinlich auch was vorspielen...???
uns wurde auch so viel versprochen...

Ja, schön war auch eine private Krippe, auf der gross "Montessori" drauf stand. Auf meine Frage, wie denn die grässlichen Fisher Price Plastikteile zum Konzept von Montessori passen, meinte die Dame pikiert: na deshalb steht ja auch "Montessori-orientiert" :ooooh:

Toll bei Tagesmüttern (für unter einjährige vielleicht nicht so wichtig) "Was bekommen die Kinder denn so zu essen?" "Das, was sie zu Hause auch bekommen." :wie?: Na, was stellte sich auf hartnäckiges Nachfragen heraus: billige, oft frittierte "Hausmannskost" und viel viel Saft :ooooh: :ooooh: Puh.

Jetzt zieh ich aber Leine mit meinen Anekdoten....
C.

Historia02
16.06.2008, 21:21
Hallo,

danke für Eure Antworten. Wie gesagt, noch sind wir ja nur am Planen. Wobei ich eher das Gefühl habe, dass vor allem ich plane, mein Mann denkt, wir werden das schon wuppen.

Ich möchte gerne Kinder, grause mich aber absolut vor der Kleinkinderzeit. Wir haben gelegentlich auf den Sohn von Bekannten aufgepasst und besonders das Windelwechseln fand ich ganz grässlich. Es sagen ja immer alle, das wäre anders, wenn es erstmal "die eigenen" sind. Na ja, ich will es nicht so recht glauben.

Also, betreuungstechnisch sähe es gar nicht so schlecht aus:

a) Mein Mann hat eventuell die Möglichkeit, einen Home-Office-Arbeitsplatz für 1 oder 2 Tage zu erhalten - ganz unabhängig von der Kinderfrage hat sich das gerade so ergeben. Wir hatten schon vorher oft darüber geredet, dass er einen Tag/Woche zuhause bleiben könnte, entweder Home-Office oder Stundenreduktion auf 4-Tage-Woche, wenn ihm der Home-Office-Platz nun in den Schoß fallen würde, wäre das natürlich prima.

b) Mein Chef hat mir auch schon Unterstützung zugesagt, er ist total kinderlieb, und ich glaube ihm sogar, dass seinen Worten auch Taten folgen werden. Andererseits bin ich gerade nach meinem Zweitstudium fest eingestiegen und weiß, wie dringend man auf meine volle Arbeitskraft gewartet hat. Gut, das lässt sich sicher alles regeln, aber ich kann und will da nicht für 1 Jahr oder länger aussteigen. (Andererseits ist die Arbeit auch nicht so wichtig, dass ich dafür auf Kinder verzichten würde, die Welt würde sich weiterdrehen, auch wenn ich ein Jahr fehlen würde ...)

c) Mein Chef zahlt einigen Arbeitskollegen einen Zuschuss zur Kinderbetreuung, er kann das wohl irgendwie von der Steuer absetzen. Ich bin sicher, das würde er bei mir auch tun,.

d) Mein Schwiegervater ist schon einige Zeit in Altersteilzeit und scharrt mit den Hufen, endlich ein Enkelkind zu bekommen. Ich würde ihm das Kind allerdings höchstens stundenweise anvertrauen, für Ganztagsbetreuung ist er doch zu stoffelig. Außerdem ernährt sich meine Schwiegermutter sehr ungesund und ich will nicht, dass sie mein Kind mit Süßigkeiten füttert.

e) Meine eigenen Eltern wohnen leider 500km entfernt, würden bei Notfällen aber auch sofort einspringen und herkommen.

Ja, wenn ich das alles so betrachte, sieht es gar nicht schlecht aus. Trotzdem habe ich Schiss.

Obwohl mein Mann ein echter Schatz ist, weiß ich doch, dass ich, wenn es hart auf hart kommt, diejenige bin, die zurückstecken muss. Ich kann ja schlecht mein Kind einfach aufs Sofa legen und zur Arbeit gehen.

Ich habe auch Schiss, dass ich nicht 1 Jahr in der Firma fehlen kann. Und wenn ich wieder Teilzeit mache, wie bisher, dann bin ich gleich wieder aus den interessanten Projekten raus, da darf man nur "mitspielen", wenn man jeden Tag verfügbar ist. Blöd.

Home-Office würde theoretisch gehen, einige meiner Kollegen haben sogar von daheim Zugriff auf die Firmenrechner, das müsste man dann vielleicht mal ausprobieren. Die Frage ist natürlich, ob man mit einem Baby im Arm wirklich arbeiten kann oder ob man nicht sowieso eine Betreuung braucht, egal ob man in die Firma fährt oder daheim arbeitet.

Vera80
16.06.2008, 22:39
Hallo Historia,
zu deinem letzten Punkt würde ich ganz klar sagen: ja, man braucht auf jeden Fall eine Betreuung, auch wenn man von zu Hause aus arbeiten kann. Aber wenn du zu Hause bist, kannst du z.B. problemlos Stillpausen machen, das ist ja vom Büro aus meist nicht so möglich (es sei denn man wohnt wirklich nur 5 min entfernt).
Was Tagesmütter betrifft hab ich noch eine kleine Ergänzung zu den bereits genannten Punkten: eine Tagespflegeerlaubnis ist nur notwendig, wenn die Betreuungszeit über 15 h/Woche liegt. Wir haben nämlich jemanden für einen Tag pro Woche gesucht und haben schließlich eine "unqualifizierte" Mutter gefunden, die einen Sohn im gleichen Alter hat. Vorteil (aus unserer Sicht): er ist das einzige Tageskind dort, d.h. der Betreuungsschlüssel ist sehr gut.

Liebe Grüße
Vera

Inaktiver User
17.06.2008, 08:23
. Die Frage ist natürlich, ob man mit einem Baby im Arm wirklich arbeiten kann oder ob man nicht sowieso eine Betreuung braucht, egal ob man in die Firma fährt oder daheim arbeitet.

Mit dem Aspekt Arbeiten zuhause wäre ich nur verhalten optimistisch. Kann funktionieren, aber auch nicht. Wenn du Glück hast und ein Baby hast, das viel schläft, wenn du dich selbst fit fühlst und diszipliniert bist, dich regelmäßig an den Schreibtisch zu setzen, anstatt zuhause aufzuräumen oder dich von anstrengenden Schrei-Nächten auszuruhen - spricht nichts dagegen. Darauf wetten würde ich nicht. Mit einem quirligen Kleinkind kannst du das ohnehin vergessen.

Mir persönlich hat es auch gut getan, einfach mal wieder das Haus zu verlassen und das Kind in guten Händen zu wissen.

Zu Kinderkrippen fällt mir noch ein: Wenn du dir mal welche anschaust, wirst du merken, dass dort ein unheimlicher Lärmpegel herrscht. Der Aufenthalt dort ist für die Kinder unheimlich anstrengend und ich würde das Kind keinesfalls den ganzen Tag dort betreuen lassen. Mein Sohn war von 9 Uhr bis 13 Uhr 30 in der Kindekrippe, wobei die letzten beiden Stunden Schlafenszeit waren. Das war genug.

Tigerente
17.06.2008, 09:37
Der Vorteil von Home-Office gepaart mit Kinderfrau im eigenen Hause ist, dass Deine Fahrzeiten entfallen. Die 5 Stunden Dienstags, die die Kinderfrau kommt und ich im Home-Office arbeite, kann ich bis auf ca. 10 Minuten Übergabegespräch nutzen. Mein Sohn hatte recht schnell akzeptiert, dass ich bei geschlossener Bürotür nicht ansprechbar bin und die Kinderfrau zuständig ist.

Und wie schon jemand sagte: man kann auch mal zwischendurch stillen.

Und ich habe über einige Wochen, als mein Sohn noch zweimal am Tag 1,5 Stunden schlief zur Überbrückung, bis wir die Kinderfrau hatten, eben dann gearbeitet. Das kannst Du nur begrenzt machen, weil es an die Substanz geht, wenn die Schlafpausen für Dich keine Pausen sind, aber für begrenzte Zeiträume (auch wenn mal Kinderfrau oder Kind krank ist oder so) geht es.

Historia02
17.06.2008, 19:15
Ich gucke gerade meine Mails durch und sehe, dass der wiwo-Newsletter das Thema auch auf der Agenda hat.

Viellleicht interessiert es ja die eine oder andere:
http://www.wiwo.de/karriere/fehlende-kinderbetreuung-als-karrierekiller-fuer-frauen-296328/


Ich habe übrigens heute nochmal mit meinem Arbeitskollegen zufällig das Thema gestreift, er meinte, den Zuschuss zur Kinderbetreuung kriege ich vom Chef problemlos. Sein Sohn geht in die Krippe hier vor Ort, sie ist sehr begehrt. Allerdings gäbe es keine Zuschüsse vom Staat, wie es in Hamburg der Fall sei. Aber auf jeden Fall sei ich mit meinen Überlegungen nicht alleine, seine Frau sei wieder in den Beruf eingestiegen, als sein Sohn 9 Monate war.

Walnuss
17.06.2008, 21:16
Ist das echt so ein Problem mit euren Krippen?
Unsere ist weder laut, noch wird jemals ein Kind irgendwo vergessen und kuscheln und schlafen ist jederzeit möglich.
Vielleicht weil es eine kleine Krippe ist? 12 Kinder und 3 Erzieherinnen bzw. Kinderpflegerinnen.
Könnte das sein? Dann schau nach einer kleinen Krippe.
LG walnuss

bellybee
17.06.2008, 23:12
Die Krippen die ich mir angeschaut habe, erschienen mir größtenteils ganz o.k. - bei einer fand ich allerdings, dass die Erzieherinnen relativ unbeteiligt wirkten und die Kinder sich z.T. eher selbst überlassen waren... das kommt aber schon sehr auf den Einzelfall an.

In Bayern ist der Schlüssel i.d.R. zwei Erzieherinnen auf 12 Kinder - das ist natürlich schon eine ganze Menge.

Tagesmütter haben meist zwischen 3 und 5 Kinder in Betreuung, wobei ich den Gedanken, dass in einer Krippe im Ernstfall noch eine zweite Person (und weiteres Personal in anderen Gruppen) anwesend ist, ganz angenehm finde - auch unter dem Aspekt der gegenseitigen "Kontrolle".
Bei einer einzelnen Person muss man nochmal ein ganzes Stück mehr Vertrauen mitbringen, finde ich.


Arbeiten von zuhause aus ohne parallele Betreuung halte ich auch für eher unrealistisch - es sei denn der Job gibt es her, dass man die meiste Zeit nur mit halber Aufmerksamkeit dabei ist (was aber vermutlich bei den wenigsten der Fall sein dürfte).

Selbst wenn man ein Kind haben sollte, das ungewöhnlich viel schläft, ist es schwierig, denn man kann den Arbeitsablauf, Termine und Fristen nur grob planen, da auch feste Schlafenszeiten im ersten Jahr nicht gerade die Regel sind.

Und bei jeder sich bietenden Gelegenheit alles fallen zu lassen um zum Schreibtisch zu hechten (und gleichzeitig nie zu wissen, wie lange man dieses Mal wohl dabei bleiben kann) wäre für mich eher nix...


Historia,
es kann auch gut sein, dass alles ganz andes kommt - und Du am Ende wider Erwarten ganz gerne einige Zeit zuhause verbringst!

Also nicht übertreiben mit der Festlegung und Planung im Vorfeld - auch wenn man natürlich schon darauf achten muss, sich die Möglichkeiten offen zu halten.
Sprich, im Falle einer Schwangerschaft das Kind frühzeitig (!) für einen Krippenplatz vormerken lassen (bis man an die Reihe kommt, kann man noch ganz in Ruhe über evtl. Alternativen nachdenken).
Und die Elternzeit am Besten gleich mit Option auf evtl. Teilzeit-Arbeit (geht bis 30 Stunden/Woche) beantragen.


Eins kann ich Dir aber versprechen:
Windelnwechseln wird zwar nicht zum bevorzugten Hobby - aber es verliert tatsächlich seinen Schrecken :smile: !

milchstern
18.06.2008, 12:00
Ich muss hier auch noch Partei für Krippen ergreifen. Unser Sohn geht in eine Kinderkrippe seit er 5 Monate alt - 4 Tage die Woche. Hier kommen 3 Betreuerinnen auf 11 Kinder, die Gruppe ist altersgemischt, 4 Säuglinge (wobei Säuglinge hier solche sind bis sie 18 Monate alt sind und von der Stadt als 1,5 Kinder angesehen werden - dementsprechend ist auch der Betreuungsschlüssel in der Krippe anzupassen). Die Gruppe geht (bei einigermassen Wetter) jeden Tag nach raus (vor der Tür liegt ein grosser Park), unser Sohn wird zu seinen individuellen Zeiten gefüttert und zum Schlafen gelegt. Wenn ich ihn abhole, ist er meistens bei einer der Betreuerinnen auf dem Arm oder man beschäftigt sich sonst mit ihm.
Natürlich ist der Lautpegel den Kindern entsprechend hoch, aber das ist in einer Grossfamilie sicherlich nicht anders.

Wir hatten auch mit dem Gedanken an eine Tagesmutter gespielt, fanden aber auch die Krippe wegen der immanenten Kontrolle der einzelnen Personen vertrauenswürdiger.