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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Reale Ängste sind nicht therapierbar.



Aminata
28.04.2008, 19:15
Das sollte man den Betreffenden auch nicht antun wollen. Wer Angst hat im Alter alleine zu sein, weil er es ist, der braucht keinen Therapeuten sondern Menschen um sich herum. Viele alte aber auch junge Menschen leiden heute unter Einsamkeit.

Der Mann der seine Familie verliert, die Frau die ihre Familie verliert und damit auch oft den sozialen Statuts, diese Menschen brauchen keine Therapie sondern handfeste Hilfen. Macht man es sich heute nicht einfach zu einfach mit dem ewigen Ruf nach Therapie?

Die Phopie oder Angst über z. B. über eine Brücke zu gehen, die Angst vor der Spinne, die Angst vor Dingen dieser Art die kann und sollte man therapieren. Die Angst wenn man einsam, allein und arm irgendwo sitzt, die ist nicht therapierbar. Die bekommt man nur dann weg wenn man aktive Hilfe gibt. D. h. die Nöte dieser Menschen ernst zu nehmen, für sie da zu sein und ihnen Perspektiven zu geben. Ein Mensch der arbeitslos wurde der braucht keinen Therapeuten sondern eine Arbeit. Ein junger Mensch der Flatrate säuft, weil er keine Ausbildungsmöglichkeit erhält. Der braucht eine Perspektive in Form von Beschäftigung und das man für ihn da ist. Das alles sollte man nicht immer nur in Therapeutenhände geben wollen, oder?

Was ich damit meine ist: Es gibt Ängste die sind menschlich und die dürfen auch das sein. Viele dieser Ängste würden verschwinden wenn andere sie Ernst nehmen würden und ihre hilfreiche Hand ausstrecken. Dazu sind heute nicht mehr viele in der Lage, sie wollen es einfach gelöst wissen, über Krankenschein und Therapie. Ich nenne das soziale Kälte.

bienie
29.04.2008, 13:40
Liebe Aminata -

es liegt viel Verbitterung in Deinen Worten, nach Deinen Erfahrungen ist das auch sehr gut nachvollziehbar.

Therapie ist sinnvoll - aber sie ist kein Allheilmittel. Therapie soll Anleitung und Hilfe geben zur Selbsthilfe - um z. B. nach einem herben Schicksalsschlag Kraft sammeln zu können.
Ich denke, so mancher Therapeut erfährt in seinen Stunden Dinge, die ein "normaler Mensch", wie Du und ich vermutlich gar nicht verkraften können.

Ich gebe Dir recht, dass die allgemeine soziale Kälte zunimmt. Wenn Du durch die Straßen Deiner Stadt gehst - siehst Du den Menschen an, welche Hilfe sie brauchen? Therapeuten sind eine Anlaufstelle für Menschen, die Hilfe brauchen, weil sie vielleicht ihre Angehörigen und Freunde schlichtweg überfordern.

Natürlich: Wer arbeitslos ist benötigt eine Arbeit, aber wenn er so resigniert und depressiv wird, das er nicht mehr arbeiten kann - was dann? Warum muss man "saufen", wenn man so schnell keine Ausbildungstelle findet? Eine Betäubung der Realität? Zur Flasche greift man dann selbst, die wird nicht hingehalten..

Stichwort: "Einsamkeit" - warum ist ein Mensch einsam geworden? Krankheit? Angst vor Menschen allgemein?

Man kann nicht immer andere für sein Schicksal verantwortlich machen, ein wenig muss auch selbst daran gearbeitet werden. Dazu gehört: Sich notfalls Hilfe holen. Gewisse Ängste sind menschlich, aber wenn sie zu stark werden - wie viele Menschen sind dann gegenüber dem Betroffenen wirklich hilflos? Das liegt nicht daran, dass sie nicht helfen wollen - aber am "wie"...

Gruß Bienie :blumengabe:

Aminata
29.04.2008, 17:01
Liebe Biene, danke für deine AW:blumengabe:. Frage mal den Therapeuten der die Abgründe sah und sieht wie er sich später selber behandeln lassen kann? Da ist das Problem, ich sah, sehe und erlebte zu viel, half zuviel und habe ja auch in diesem Bereich eine gute Grund- und Ausbildung.

Diesbezüglich hatte ich gerade einen Gesprächskreis, auch mit Fachleuten. Sie sind nicht weniger verzweifelt als ich. Verbittert sind wir alle nicht. Wir erkennen nur zunehmend das, dass Sozialgefüge und die Mitmenschlichkeit auf der Strecke bleiben. Weil jeder meint er müsste und könnte sich selber retten. Das ist ein Trugschluss, und kein Therapeut kann retten was Aussenwirkungen kaputt machen. Viele in unserem Land scheinen auch noch an der Traumatisierung der Vergangenheit zu leiden. Diese gaben sie weiter an ihre Nachkommen. Das zu verstehen ist ein schwieriges Kapitel. Doch noch einmal: Verbittert bin ich nicht, aber masslos entäuscht und oft auch hilflos. Denn Hilfe, die viele Menschen brauchen gibt es definitiv erst in einer guten Form der Solidarität, die ist eigentlich ganz einfach, scheinen aber die Wenigsten zu wollen oder es wahrhaben zu wollen/können?

Inaktiver User
29.04.2008, 17:19
Manchen Leuten stünde schon viel mehr Energie zur Verfügung, wenn sie ihre Vorurteile und ihre chronische Therapiephobie auflösen würden. Dazu muss man noch nicht mal Therapie machen.

Es ist wie mit dem radfahren oder schwimmen: Unvorstellbar bevor man es nicht selbst probiert hat ... und kann ... und merkt, es ist auf der einen Seite ganz leicht und auf der anderen Seite ganz anders, als man sich das je hätte vorstellen können ... und es erweitert auch noch die Möglichkeiten im Leben.

Aber wer nicht will, der hat offensichtlich genug und ist es zufrieden, wie er es mit sich selbst hat.

Aminata
29.04.2008, 18:33
Leda, ich möchte keine persönlichen Grabenkämpfe, ich kenne dich nicht und Du mich auch nicht. Ich habe lediglich meine Ansichten und einen Teil der Situation geschildert.

[...]

Und ich verabschiede mich damit jetzt auch aus diesem Thread, mit der Bitte das vielleicht Du Dir einmal wirkliche Hilfe suchst. Es gibt schon einige gute Verhaltenstherapeuten, was hier jetzt bitte nicht als Angriff gewertet werden sollte. Doch wenn Du ein Prob hast mit Lebensschicksalen und Meinungen anderer, [...] dann ist da eine massive Störung vorhanden. Auch wenn man es nicht gerne hören mag, die Wahrheit tut oft weh.

PS. Und um zum Thema Wahrheit zu kommen. Wenn dieses arme Geschöpf von Frau, aus den letzten schrecklichen Vorkomnissen in Österreich, hier einen ehrlichen Hilferuf hätte ablassen können, ich bin mir fast sicher man hätte ihr auch nicht geglaubt. Darüber bitte ich mal nachzudenken, bevor man ständig meint austeilen zu müssen. Danke.

Inaktiver User
29.04.2008, 20:47
:in den arm nehmen: :wangenkuss: :blumengabe:

Inaktiver User
29.04.2008, 21:19
doppelt

Inaktiver User
29.04.2008, 21:32
:blumengabe:

Prijon
29.04.2008, 21:56
+

Inaktiver User
29.04.2008, 22:07
sorry, im falschen Strang gepostet

Prijon
29.04.2008, 22:15
:liebe: :freches grinsen: :blumengabe:

Inaktiver User
29.04.2008, 22:22
:osterhase: + :schnee_nikolaus: + :liebe: = :ostersmiley:

Tabea
29.04.2008, 22:26
:erleuchtung:

Inaktiver User
29.04.2008, 22:29
:allesok:

Tabea
29.04.2008, 22:31
:schlaf gut:

Inaktiver User
29.04.2008, 22:32
:engel: @Leda :smirksmile:

meikeline
29.04.2008, 23:07
:blumengabe: :wangenkuss: :liebe: :kuss:

bienie
29.04.2008, 23:17
.. aber masslos entäuscht und oft auch hilflos. Denn Hilfe, die viele Menschen brauchen gibt es definitiv erst in einer guten Form der Solidarität, die ist eigentlich ganz einfach, scheinen aber die Wenigsten zu wollen oder es wahrhaben zu wollen/können?

Ich denke, dass ich ein bisschen verstehe, was Du meinst - abgeschoben werden, Hilfe von "fremden" annehmen? Und das auf Rezept?

Schwierig - denn das gesamte Sozialgefüge hat sich schon verändert in den letzten Jahren. Wobei man nicht generell sagen darf: Es gibt keine Menschlichkeit oder menschliche Hilfe mehr. Sie steckt vielmehr im Verborgenen, ist unspektakulär vermute ich. Solidarität - leider wird auch gerne darunter die falsche Hilfe verstanden. Ich denke, dass in sehr schwierigen Situationen die Kombination wichtig ist. Oftmals schämt man sich auch, zu seinen Problemen zu stehen, überhaupt Hilfe anzunehmen, darüber zu sprechen.

Lieber Gruß von Bienie:blumengabe:

Inaktiver User
30.04.2008, 00:45
:ooooh: :erleuchtung: :liebe: :freches grinsen: :blumengabe: :engel:

Lizzie64
01.05.2008, 01:26
da die themenstellerin gesperrt wurde und der sinngehalt der letzten postings gegen null tendiert, schließe ich den thread hiermit.