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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Dossier-Talk: Haben Sie heute schon ans Essen gedacht?



BRIGITTE Community-Team
18.04.2008, 08:51
Liebe Userinnen, liebe User,

"Mein einziger Gedanke ist Essen - der ganz alltäglich Wahnsinn figurbewusster Frauen (http://www.brigitte.de/diaet/gesund_essen/dossier-essstoerung/index.html)" - mit diesem Thema beschäftigt sich das Dossier der aktuellen BRIGITTE (Heft 10, ab 23. April am Kiosk).

Beim Thema Essstörungen denken wir an magersüchtige Mädchen oder kolossal dicke Männer. Aber wir? Essgestört? Nur weil wir Obsttage einlegen, oft das Abendessen weglassen und ständig unsere Kalorienbilanz kontrollieren? Und doch beschleicht uns manchmal der Verdacht: Richtig gut ist das alles nicht…

Kennen Sie das? Hier können Sie Ihre Erfahrungen austauschen.

Ihr BRIGITTE.de-Team

Inaktiver User
23.04.2008, 17:41
Wo fange ich jetzt am Besten an?

Ich (23) war seit meiner Pubertät nicht mehr schlank. Ich glaube das letzte mal, die Zeit in der ich unter 60kg lag ist bestimmt schon über 10 Jahre her. Dass in meiner Familie alle etwas bzw. etwas mehr übergewichtig sind zählt wohl nicht als Ausrede. Nun ja gewisse Dinge werden wohl anerzogen und werden einem als Kind vorgelebt. Bis man sich selbst findet.

Seitdehm drehte sich dann alles um irgendwelche Diäten oder überhaupt ums essen. Bis vor einem Jahr habe ich es geschafft mein Gewicht bei einer Körpergröße von 163 bei ca. 70kg zu halten. Mit Mühe und Not. Denn glücklich war ich mit dem Gewicht auch nicht wirklich.

Dazu kommt, dass ich eine unvorteilhafte Figur habe und sich die Kilos nicht über den ganzen Körper verteilen sondern hauptsächlich am Hintern und den Oberschenkeln sitzen. Ich würde mich gern in der Mitte durchschneiden sagte ich immer, denn mit meinem Oberkörper und Kleidergröße 38/40 war ich ganz zufrieden. Nur dass es unten rum eben 1-2 Größen mehr waren störte mich ungemein. Ich habe einen A*sch so groß wie der eines Hofbräugauls würde ich sagen, wenn ich mich über mich selbst lustig mache.

Aber mein kompletter Tagesablauf war bestimmt vom Essen oder eher Nicht-Essen!

Nun ja, dass ich irgendwann angefangen habe mein Essen zu genießen endete damit, dass ich mein Gewicht bis auf fast 90kg hochschraubte!
Obwohl ich nie das Gefühl hatte zu viel zu essen. Ich aß einfach das worauf ich Lust hatte und bis ich satt war. Das waren keine übermäßig großen Portionen aber anscheinend war es doch zuviel. Jetzt zog ich die Notbremse und bin derzeit "nur noch" bei 83kg - Tendenz weiter nach unten sinkend.

Ich weiß, dass mein derzeitiges Essverhalten nicht ganz "normal" ist. Ich nehme am WW-Programm teil und finde es besser als NIX zu essen.

Auch momentan dreht sich wieder alles nur ums Essen. Punkte zählen und auf Nahrungsmittel achten. Portionen wiegen und kontrollieren.
Normal ist das nicht wirklich aber anders schaffe ich es nicht.

Ich bin nicht glücklich damit dick zu sein und möchte zumindest wieder auf mein altes Gewicht von 70kg. Mein Wunschgewicht von 60kg wird wahrscheinlich Wunschdenken bleiben. Auch wenn ich derzeit schon noch sehr motiviert bin weiß ich nicht wie lange ich den Essenskampf durchstehen kann.

Vielleicht geht es anderen ja ähnlich.

claudia-m
24.04.2008, 14:15
Liebes Brigitte-Team, liebe Christine!
Der Artikel "Das Schlimmste am Schlanksein ist das permanente Grübeln" hätte auch von mir verfaßt sein können. Genauso ist es und es ist schrecklich. Ich war nie dick, aber als Teenager ein bißchen mollig (knapp 60 kg bei einer Größe von 150cm) und wurde dafür natürlich gehänselt. So begann mit 14 meine Diät-Karriere. Heute bin ich fast 40 Jahre alt und habe es geschafft, wie man so schön sagt. Viel Sport und gesundes Essen und eine ordentliche Magen-Darm-Grippe halfen mit, die 10 überschüssigen Kilos anzuspecken. Mit 49 kg auf 160cm bin ich heute fast schon zu schlank, aber ich lebe mit der ewigen Angst, zunehmen zu können. Ein paar Gramm mehr auf der Waage und der Tag ist gelaufen. Zum Frühstück überlege ich mir schon, was ich den Tag noch essen darf, Restaurantbesuche meide ich aus Angst vor zu fettreichem Essen, Partys ebenso, da ich weiß, ich kann mich angesichts eines leckeren Buffets voller "Sünden" nicht zurückhalten. Natürlich wird man trotzdem regelmäßig schwach und das schlechte Gewissen macht den Rest des Tages und den nächsten Tag auch gleich zur Hölle. Die Liste der "verbotenen" Speisen ist länger als die "erlaubten" Nahrungsmittel.
Die Frage ist wirklich gerechtigt: Ist der Preis für die schlanke Figur nicht zu hoch? Warum lassen wir uns so beeinflussen? Wer hat uns da so fest im Griff, dass unser Leben sich auf das Zählen von Salatblättern reduziert? Und wie kann man diesen ganz normalen Wahnsinn durchbrechen? Bulimie und Anorexie sind ja nur die Spitze des Eisberges, der Unterbau der ganz normalen alltäglichen Eßstörung scheint mir noch viel schlimmer zu sein, denn das ist der Kompost, auf dem die anderen, mitunter todbringenden, Krankheiten gedeihen.
Wir müssen das Genießen wieder lernen und uns von falschen Schönheitsidealen und Perfektionsdrang verabschieden. Man gründe eine Liga der selbstbewußten Frauen!
Also, liebe Christine, Du mußt nicht glauben, nur Frauen mit etwas zuviel um die Hüften leiden, das Leiden hört nie mehr auf und Du wirst nie mit Deiner Figur zufrieden sein. Das individuelle Glück hängt nämlich nicht vom Taillenumfang ab! Übrigens, noch ein kleiner Tip: Wichiger ist viel Bewegung. Das macht Spaß und man darf viel mehr essen, ich weiß das, habe wirklich schon alles ausprobiert!

sirenchen
24.04.2008, 14:32
Also, liebe Christine, Du mußt nicht glauben, nur Frauen mit etwas zuviel um die Hüften leiden, das Leiden hört nie mehr auf und Du wirst nie mit Deiner Figur zufrieden sein. Das individuelle Glück hängt nämlich nicht vom Taillenumfang ab!
So ist das bei mir auch. So um die 20 JAhre hatte ich 64 Kilo bei 175cm größe. Ich fühlte mich nicht wohl. Fand mich zu Dick. MEine große Schwester war so schön Schlank. Irgendwann hungerte ich mich auf 60 kg runter. Auch da war ich nicht glücklich. Fand mich ungeliebt... Zum Glück rutschte ich nicht in die Bullemie, denn meine Schwester wäre fast daran gestorben. Aber wäre dem nicht so gewesen, wäre ich dahin gekommen. So war mein Gewicht bald wieder bei 65, dann 70, dann 75. Ich aß so gerne, aber immer mit einem schlechten gewissen. Bei 80kilo meldete ich mich im Fitnesstudio an. Ne Woche später war ich Schwanger. Also wieder abgemeldet. NAch 2 Schwangerschaften war ich bei 112 Kilos und totunglücklich. Hatte keine Freunde in der nähe, fand mich fett und häßlich, und wer mag schon jemanden der so ist......
Dachte immer mit 75Kilo wäre ich total zufrieden und überglücklich und hätte wieder Freunde.
Heute bin ich bei 70 kilo und immer noch nicht glücklich mit meiner Figur. Ich glaube, nein ich weiß, das ich mich auch mit 60 Kilos nicht wohler fühlen würde. Und mehr Freunde werde ich deswegen auch nciht finden. Und trotzdem das ich mein Gewicht gerade halte muß ich immer daran denken wieviel Kalorien dies hat und wieviel jenes. Ich gehe heut noch essen, dann lieberr kein Frühstück. Abendessen Pfannkuchen, ich esse mit schlechtem Gewissen, kann trotzdem nicht aufhören zu essen. Danach rechne ich wieder durch, wielviel ich da gegessen hab, und wann ich das wieder einsparen kann. Habe den ganzen abend ein noch schelchteres gewissen.
Ich weiß das mein Glück nichat vom Gewicht abhängt, sondern ich selber. Aber trotzdem, ich denke von früh bis spät ans essen, bzw. nicht essen......

wolfgirl
24.04.2008, 22:27
Diesen Artikel kann ich nur unterschreiben. Ich bin seit ca. 20 Jahren auf Diät. Und habe alles probiert und alles darüber gelesen. Ich habe mehrmals Weight Watchers gemacht und mein Gewicht mehrmals ab und wieder zugenommen. Bei mir dreht sich jeder Gedanke ums Essen oder nicht Essen, Kalorien, Punkte, Rezepte. Das ist sogar schon meinem Mann aufgefallen, der gesagt hat, daß man sich mit mir über nichts anderes mehr unterhalten kann. Ich bin weder magersüchtig noch habe ich Bulimie, aber ich finde mich schon reichlich eßgestört. Ich möchte gern so essen, wie ein normaler Mensch eben ißt, einfach wenn er Hunger hat, auf das was er Lust hat und aufhören, wenn man satt ist. Ich beneide meine erwachsenen Söhne, die nie über Kalorien oder fettarm nachgedacht haben und trotzdem super schlank sind und das Essen worauf sie Appetit haben. Ein magerer Johurt oder Halbfettmargarine kämen bei ihnen nie in den Kühlschrank. Ich weiß nicht, wie sie trotzdem und ohne jeglichen Sport trotzdem ihr Gewicht halten. Ich würde so gern wieder ein normales Leben führen, ohne dauernd ans Essen denken zu müssen. Der Preis für eine schlanke Figur ist sehr hoch für mich. Momentan habe ich ca. 20kg Übergewicht und ich habe Angst, noch mehr zuzunehmen, wenn ich nicht aufpasse. Andererseits denke ich mir, vielleicht hat Gott ganz einfach verschiedene Menschen erschaffen, genauso wie es eben blonde oder dunkelhaarige gibt. Und gesundheitliche Störungen wie Bluthochdruck oder zu hohes Cholesterin habe ich ja nicht. Aber trotzdem, ich will einfach schlank sein.
Liebe Grüße
wolfgirl:knatsch:

Sportmuffel
25.04.2008, 12:03
Hallo zusammen,
auch ich habe eine "Eßstörung", meine Mutter hat schon als ich ein 3/4 Jahr alt war überlegt wie sie den Brei verlängert, damit ich nicht noch mehr zunehme, ( auf anraten des Arztes). Und so geht es mir eine leben lang. Heute 45, 180 groß bei 80 kg. I
Ich wäre ja mit meinem Gewicht einverstanden, aber wenn ich "normal" esse, habe ich jedes Jahr 4-5 kg mehr und damit möchte ich nicht leben. Also immer ein paar Wochen "normal" essen und dann wieder wochenlang FDH.
Dann habe ich noch das "Pech" einen Sohn zu haben, der sehr dünn ist und den ich zum Essen anhalten muss. Der bekommt dann noch ein extra Croisant.
Also, entweder wir Frauen halten uns zeitweise an Salat oder die Deutschen werden noch dicker.
Schönen Tag noch.
Von Sportmuffel
P.S. Gehe aber einmal in der Woche walken und einmal zum Speckriege-Gymnastik, aber nicht mit Begeisterung aber was tut man nicht alles für ein paar Kilo leichter.:freches grinsen:

leelalune
28.04.2008, 12:33
Den Satz aus dem Dossier "Das Schlimmste am Schlanksein ist das ständige Grübeln" hat mir beim Lesen aus tiefster Seele gesprochen.Er beschreibt mein eigenes, stilles Leiden so treffend in nur diesem einen Satz. Eigentlich könnte ich glücklich sein, denn ich bin dünn und sportlich (und ja, ich mag Sport!) und wahrscheinlich werden mich jetzt alle gefrusteten hier hassen, aber ich leide im Inneren mindestens genauso! Denn ich "muss" möglichst genau kontrollieren essen was ich esse und wieviel und "ob ich noch etwas essen darf", damit ich bloss nicht zunehme. Ein, zwei Kilo mehr über mein "OK-Gewicht" sind da für mich schon eine "Katastrophe". Natürlich überspiele ich das nach aussen hin, tue so als könnte ich alles essen und so viel ich will, aber dem ist nicht so. Ich achte sehr genau darauf, wieviel Kalorien ich am Tag zu mir nehme, darauf dass ich mein Sportprogramm einhalte. Auch bei mir sind Einladungen und Restaurantbesuche gefühlte "Bedrohungen" meines kontrollierten Essens - man weiss ja nicht, wieviel Kalorien das Essen dort hat!

Alle hier schreiben wieviel sie wiegen/gewogen, ab- und zugenommen haben. Geht es denn wirklich um diese Zahlen? Wenn man die Beiträge überfliegt, sieht man nichts als Zahlen. Ich frage mich, was für Frauen hinter diesen Zahlen stehen! Warum sind wir alle so auf unser Gewicht und unsere Figur fixiert?
Vielleicht könnte man die Diskussion ja mal dahingehend weiterführen...ich denke es könnte sehr spannend und aufschlussreich werden!

Rhyannon
29.04.2008, 01:36
ja und nein, und ein liebes Halllo an die Brigitte-Redaktion mit dieser Fragestellung.

ein Ja bezüglich meiner Figur an sich, die sich im Laufe der Jahre doch etwas verändert hat und heute im Gegensatz zu früheren Jahren dahingehend verändert hat, dass ich zwar Normalgewicht habe, sich aber andererseits die Pfunde in eine Richtung bewegt haben, von denen man charmant sagen könnte:
wenn heute ein Hochwasser angesagt wäre, dann wird mich mein Schwimmgürtel sicherlich retten :-)

Für mich und allein bzgl. meines eigenen Wohlbefindens achte ich durchaus darauf, dass ich meinen Schwimmgürtel soweit auf ein Minimum begrenze, dass er mir weder beim Schuhebinden (für meine Kids sowieso total uncool) noch beim Bücken nach dem Putzlappen im Weg ist.

Ansonsten erlaube ich mir mit fast 52 Jahren und Mutter von zwei Kindern eine Gewichtszone, die mir das Genießen an sich endlich erlaubte!

Miss Germany wollte ich sowieso niemals werden, auch nicht die Schönste und Schlankste am Strand. Die String- Mode, eigentlich m.E. ziemlich unbequem war auch nie mein Ding und Zeitschriften wie Gala?neue Revue? oder wie auch immer sie sich benennen mögen, waren auch nie mein Ding, oder Vorbild.

Eigentlich denke ich, dass es im Leben an sich so Einiges an Mehr gäbe womit frau sich beschäftigen, auseinander setzen könnte, sollte(?) als mit diversen medienbezogenen, betonten körperlichen etwaigen Figurproblemen.

Damit ich mich frei und zufrieden in meinem Leben bewegen kann ist es für mich schon ein Bedürfnis dies mit nicht zu vielen Pfunden zu tun, die mir! meine Beweglichkeit nehmen könnten, aber grundsätzlich finde ich es total egal und ist absolut kein Wohlfühlkriterium für mich, wer wann und wie vorschreiben wollte, wieviel Kilo ein Mensch, egal ob Mann oder Frau auf die Waage bringen dürfte. sollte, um ein anerkanntes Mitglied dieser (?) Gesellschaft sein zu dürfen!

Was ist "normal"? welches Gewicht bei welcher Größe erlaubt??
Da stellt sich für mich schon die Frage was im Leben, in unserer Gesellschaft Priorität hat????

ich wüßte, würde dazu gerne noch ein paar mehr Worte zu sagen, aber da ich hier die Erfahrung gemacht habe, dass sie gar nicht gefragt sind, lasse ich es auch gerne bleiben.

Seid dünn, seid dick, macht euch eure Gedanken dazu, folgt dem Mainstream oder auch nicht, aber seid hoffentlich glücklich und zufrieden damit, seid froh und zufrieden mit eurem Leben an sich, denn es ist einmalig!

Sonnige und fröhlichste Grüße, trotz dem Nichtentsprechen der vorgegebenen Maßen

Rhyannon

blunabluna
29.04.2008, 09:15
hallo!
eigentlich hatte ich diese brigitte-ausgabe nur wegen der tollen farbkombination lila-gelb gekauft. erst zuhause bemerkt, dass das dossier quasi für mich geschrieben wurde.
ich erinnere mich, dass ich mal als jugendliche gelesen hatte von einer frau die sagte, sie mache seit 30 jahren immer wieder und wieder eine diät. das fand ich so schrecklich. heute bin ich 44. wenn ich nachdenke, kämpfe ich seit 30 jahren gegen das zunehmen!!!
ich habe gute und schlechte tage.
gut sind die tage, an denen ich aufs essen achte, mich bewege, viel wasser trinke. das geht weiter. an diesen tagen lese ich andere dinge. schaue wenig fern, bin "gut" drauf. fühle mich schon gleich schlanker.
schlechte tage sind erst mal gut (haha). denn ich esse, worauf ich lust habe. schnüffle in der küche nach dingen, die mich glücklichmachen. genieße schokolade beim fernsehen usw. dann wird der tag schlecht. ich mag mich nicht. fühle mich dick. sehe plötzlich dicker aus. bin schlecht gelaunt und nehme mir vor, morgen wieder einen "richtigen", eine guten tag zu starten.

warum das dossier für mich so wichtig war? wegen meiner tochter. sie ist elf und etwas zu dick. sie hat einen runden bauch. ihre beine findet sie zu dick. sie beginnt ihre wahrscheinlich lange diät-karriere - und ich könnte heulen!!!

was tue ich? was tuen wir? das ist eine GRATWANDERUNG! sie ist - natürlich - hochempfindlich, wenn es ums essen, ihre figur geht. viele machen eine bemerkung. zu ihr. zu mir. über sie.
aber es ist nicht das, was mich bedrückt. ich weiß tatsächlich nicht, wie ich damit umgehen soll. ansprechen? bremsen? ignorieren? genießen lassen? süßis akzeptieren? verbieten? damit sie sie heimlich kauft und isst???

ein ding der unmöglichkeit da richtig zu reagieren, wenn ich doch selbst nicht gelassen sein kann, oder?

und wenn dann ein "schlechter" tag bei mir ist - und meine tochter in hautengem t-shirt und mit spagetti-dünnerfreudin in dem gleichen shirt kommt. und die eine sieht aus wie wurst in pelle....

jetzt lese ich nochmal den beitrag der tochter im dossier. das war wichtig für mich, mal die meinung zu hören. und dann spreche ich mit meiner tochter.

Inaktiver User
29.04.2008, 11:38
Warum nur machen wir uns soviele Gedanken um unser Gewicht?

Es ist natürlich, sich auf einem Level zu bewegen, in dem das Gewicht nicht gesundheitsgefährdend ist und die überflüssigen Pfunde einem das Leben nicht noch schwerer machen. Ein extremes Übergewicht ist nicht gut, das ist uns allen klar.
Warum nur finden wir unsere paar Pfund zuviel dann so schlimm?

Wenn man ein paar hundert Jahre zurück schaut, war eine Zeitlang ein runder Körper total in. Rubens Gemälde sind Zeugnis hiervon. Frauen mit richtig viel Kurven die für unsere heutige Gesellschaft schon "fett" sind und nicht nur dick.
Richtig fette Frauen die sich nackt auf Betten räkeln...

Wie konnte man sowas nur schön finden?
Wer bestimmt, was schön ist?
Alle lassen sich von Modeerscheinungen beeinflussen.

In der Zeit von div. Zeitschriften, Film und Fernsehen bekommen wir jeden Tag vorgelebt wie die perfekte Frau auszusehen hat. Sie ist klug, schlank und erfolgreich. Kein überschüssiges Gramm Fett an ihrem wohltrainierten Körper an dem jede Proportion stimmt...

Ja ich finde jeder der wie ich nur darüber nachdenkt wann er wieviel isst oder essen kann ist auf eine gewisse Art und Weise gestört.

Warum?

Weil man mit dem "Ich finde mich gut so wie ich bin" einfach nicht weiterkommt und man damit oft in ein Wespennest sticht.
Weil man sich als dickerer Mensch öfter beobachtet fühlt und das Selbstbewusstsein fehlt
Weil ich jedes Mal frustriert vom Klamottenkaufen nach Hause komme, weil ich wieder nichts gefunden habe, das mit vernfünftig passt, weil die Mode für Frauen ohne Hintern gemacht wurde.
Weil ich schön sein will für meinen Mann, der meine Kurven vielleicht nicht hässlich findet aber sie bestimmt auch nicht liebt

Inaktiver User
29.04.2008, 20:18
Liebe Brigitte-Leserinnen, liebes Brigitte-Team,
leider habe ich das Dossier nicht lesen können, da ich in Frankreich lebe und die Brigitte hier nunmal nicht kaufen kann... ich würde trotzdem gerne an der Disskusion teilnehmen, denn die Beiträge auf dieser Seite sprechen mir aus der Seele!

Ich bin 22, meine "Diätkarriere" begann mit 16 (vielleicht auch schon davor). Ich hatte mir zwar schon vorher mal gesagt "Mach mal etwas Sport, iss weniger Schokolade, das ist besser für deine Figur", aber das war eher um alles so zu machen wie meine Mutter und nicht, weil ich mich dick fand.
Ich habe das Glück eine unendlich liebe Familie zu haben, von meiner Mutter immer gesund und ausgewogen bekocht worden und bis 16 immer schlank gewesen zu sein, jedoch soweit ich zurück denken kann fand ich dicke Menschen immer "doof". "Wie kann man nur so dick sein?", "Wenn ich so dick wär, würd ich einfach weniger essen." "Guck mal, wie fett die ist" wurde bei uns gelegentlich gesagt...

Dann habe ich Anfang 16 die Pille genommen, 2 Wochen Schüleraustausch in Frankreich mit einer essfreudigen Gastmama später, hatte ich 8 Kilo mehr drauf (von 60 auf 68 kg bei 1,70m Körpergrösse), war im Bereich des Normalgewichts, fühlte mich aber dick, schwer... ich kann mich noch an den Blick in den Spiegel erinnern, wo ich mich das erste Mal gesagt habe "da ist Fett an den Oberschenkeln".

Aufgrund der Trennung meiner Eltern musste ich mir plötzlich selbst anfangen das Essen zu kochen, und da habe ich erstmal munter vor mich hin gehungert und mich über jedes verlorene Gramm gefreut. Zigaretten, Fitnessstudio, Hungern, und die 8 Kilo waren weg, ich dachte, damit hätte sich das, nur da war ich schon in die Falle getappt.
Keine normales Hungergefühl mehr, ständig an Essen und Sport denken... als ich aufgehört habe zu Rauchen waren auch die 8 Kilo wieder da. Im Studium habe ich jetzt noch 3 dazu gewonnen...

Bis vor einer Woche habe ich enorm viel gegessen, zwar immer gesund und fettreduziert gekocht, aber Kekse, Schokolade, Kuchen, Eis gefuttert und in rauhen Mengen. Ich habe mich nicht mal übersättigt gefühlt (der Magen dehnt sich mit der Zeit), aber jeder Bissen stresste mich, ich ass sogar, wenn ich gar keinen Apetit hatte, teilweise bis mir schlecht wurde, vielleicht aus Langeweile, Frust...

Seit letzten Samstag mache ich nun die Brigitte-Diät, natürlich um abzunehmen, aber auch um mich wieder an normale Portionen zu gewöhnen.
Mein Vorbild ist meine Schwester, die auch mal zuviel draufhatte, aber dann plötzlich nach und nach abgnommen hat. Sie treibt keinen Sport, beschwert sich auch mal über ein Kilo zuviel, liebt gutes Essen, aber isst nur nach ihrem Hunger. Sie sagt immer "Ich weiss, dass ich dies und das nicht essen MUSS, aber ich KANN und DARF es und ich kann es auch MORGEN noch essen, also mache ich mir keinen Stress". Wenn ich dahinkomme und den essensstress loswäre würde ich sogar mein aktuelles Gewicht akzeptieren. "Essen geniessen", ohne Schuldgefühle, das ist mein Ziel.
Hoffentlich kommen wir irgendwann alle wieder dahin...

Ich möchte nicht später wie meine 74-jährige Oma (ein fragiles Vögelchen, kein Gramm zuviel) fettarmen Quark kaufen, über meinen dicken Hintern stöhnen und überlegen ob ich das überhaupt noch essen darf, sondern wie meine andere Oma (leicht übergewichtig) im Café sagen "Oh, der Kuchen sieht ja lecker aus, davon möchte ich auch noch ein Stück!"

Ich habe noch einen langen Weg vor mir!
Tinka

Jette-kathrin
30.04.2008, 16:10
Hallo,

das Dossier spricht mir auch aus der Seele.

Bin 180 cm groß und wog als ich meinen Mann kennenlernt 63 kg. Das war schon sehr dünn und auch nur durch Hungern zu halten bzw. zu erreichen.

Nun habe ich in acht gemeinsamen Jahren gemütlich 27 kg zugenommen. Das klingt erstmal enorm viel, war aber durch meine Größe nicht so auffällig und auch gut verteilt.

Diese kg´s kamen ausschließlich durch "normales" Essen, also Frühstück, Mittag, Abendessen. Ich bin absolut kein Liebhaber von Süßigkeiten und Kuchen, sowas mochte ich noch nie
Trotzdem habe ich mich extrem unwohl gefühlt wobei es meinen Mann kein Stück gestört hat, der fand mein Gewicht von 63 kg eher ganz schön mager. Wobei er immer die These vertreten hat, ich müsse mich wohlfühlen und nicht für ihn abnehmen sondern ganz im Gegenteil er fand es schön, eine Frau zu haben, mit der er schön Essengehen konnte und die nicht nur am Salatblatt nagt.

Jetzt habe ich Anfang März durch Stress 2 kg verloren und war gleich wieder "drin". Inzwischen sind es 11 kg die runter sind und ich möchte auf jeden Fall die 70 kg erreichen. Wobei ich insgeheim weiß, dass ich, wenn ich auf 70 kg bin die 63 kg erreichen werden will.......

Das ist momentan auch nur mit extremen Aufpassen und Kalorienzählen zu erreichen, wofür ich auch den Brigitte-Handy-Coach verwende.

Hier wird viel von "normal" Essen gesprochen, mir hat das 27 kg eingebracht, daher frage ich mich, was normal essen bedeutet würde, wenn ich trotzdem schlank sein möchte? Das scheint sich nicht vereinbaren zu lassen...

Wobei ich im Rückblick betrachtet das letzte halbe Jahr kein Stück über Essen nachgedacht habe. Ich habe wirklich und das fällt mir erst jetzt auf, gegessen was ich wollte und wann ich wollte.

Momentan fühle ich mich zwar sehr gut und ich freue mich jeden Morgen auf der Waage über verlorenes Gewicht, wenn es aber stagniert oder 200 Gramm mehr da sind ist der Tag für mich allerdings gelaufen und ich achte noch vehementer auf meine Kalorienbilanz.

Erschreckend wie vielen Frauen das so geht...

Inaktiver User
01.05.2008, 11:18
Liebe Jette-Kathrin,
"unnormalessen" betrifft ja auch nicht nur die Knabbereien und kleinen Snacks zwischendurch, sondern auch das zuviel oder zu fett essen.
Aber irgendwo denke ich auch, dass manche übergewichtige Menschen ein normaleres Essensverhalten haben als ich, die sich meist an der Grenze zwischen Normal- und leichtem Übergewicht befindet. Ich meine damit, das es übergewichtige Menschen gibt, die natürlich gerne essen, aber nicht unbedingt ständig darüber nachdenken, aufhören zu essen, wenn sie satt sind, aber einfach die "falschen", also zu fetten Sachen essen und daher zunehmen. Sind diese Menschen nicht vielleicht sogar glücklicher, als die Schlanken, die sich vom Essen tyrannisieren lassen?

Schokoholic
02.05.2008, 15:10
Liebes Brigitte-Team,

ich lese Eure Zeitung ja eigentlich sehr gerne, aber Eure höchst ambivalente Haltung zum Thema "Dünn bzw. Schlank sein" nervt mich immer mehr!

Fällt Euch selber nicht aus, dass Eure Magermodels und vor allem Publikationen wie Euer aktuelles "Dossier" (zB Zitat S. 117 "Die geltungssüchtige Blonde beim Abendessen kürzlich verdient vielleicht doppelt so viel, aber dafür wiegt sie locker fünf Kilo mehr" oder S. 120 ff, wo suggeriert wird, ein Gewicht von 75 kg bei 1,73 m sei übergewichtig und ein Grund zum Schämen; gerne sei auch an die Entgleisungen von Frau von Kürthy in "Hauptsache dünn" erinnert)) sich nicht mit Eurem eigentlichen Anliegen, Frauen von Rollenzwängen, schlecht bezahlten Berufen und Weibchenmodellen zu emanzipieren, verträgt? Was nützen die schönsten Studien, wie emanzipiert, gut ausgebildet, unabhängig, optimistisch etc. Frauen doch sind, wenn ihnen gleichzeitig durch Unmengen absurder Diät-, Kosmetik- und Fitneßtricks immer und immer wieder eingebläut wird, das einzig wichtige sei gutes, vulgo schlankes Aussehen? Vergleicht doch bitte mal die Zahl Eurer Seiten, die sich mit vermeintlichen Verbesserungen der Erscheinung beschäftigen mit denen, in denen es um handfeste Verbesserungen der weiblichen Berufs- und Lebenssituation geht: Wollt Ihr wirklich so oberflächlich werden bzw. bleiben?

oma-schatz
03.05.2008, 14:20
Ich konnte als ich jünger war auch sorglos alles essen, worauf ich gerade Lust hatte- so wie eigentlich alle Kinder. Seit meiner Kindheit war ich schon immer die "etwas Kräftigere" in unserer Familie. Meine ältere Schwester dagegen war immer die "zarte, die dünne" und überhaupt war sie schöner als ich. Viele Jahre lang wünschte ich mir nichts anderes, als so auszusehen wie sie. Mit dreizehn begann ich meine "Diätkarriere". Ich versuchte abzunehmen. Mein Ziel war, genausoviel zu wiegen wie meine Schwester-sie war immer um einiges leichter als ich, was mir auch peinlich war, da sie ja die ältere war.Ich aß also weniger. Die Diät schlug an. Nach einigen Monaten hatte ich 9 Kilo runter- also von 56 runter auf 47 Kilo. Dann war ich zufrieden . Ewig hatte ich schon nicht mehr gegessen, was mir eigentlich schmeckte- Pizza und so auch auf Säfte,Butter,Wurst verzichtete ich). Eigentlich hatte ich mir vorgenommen, wenn ich mein Wunschgewicht erreicht hatte wieder mehr zu essen und vor Allem das, was mir schmeckte , aber aus Angst mein Ergebnis zu zerstören, zählte ich weiter die Kalorien und aß wenig.Das ging ungefähr ein Jahr so, in dem ich es auch schaffte mit größter Disziplin mein Gewicht zu halten.
Im Sommer fuhren wir in den Urlaub, wo wir wie jedes Jahr jeden Tag essen gingen. Das schlimme war auch, dass es keine Waage gab, mit der ich kontrollieren konnte, wie schwer ich war. Tagsüber aß ich also fast nichts, um die Kalorien für den Abend einzusparen.
Ich hatte mich verkalkuliert. Am ersten Tag zu Hause, als ich mich auf die Waage stellte, wog ich knapp noch 43 Kilo. Ich freute mich, dass ich zu dünn war, denn nun konnte ich mir alles wieder drauffressen. Nach knapp einer Woche, in der ich alles aß, was ich wollte, wog ich 47Kilo . Ich fiel in meinen alten Kreislauf zurück.Ich aß wieder wenig, um mein Gewicht zu halten. trotzdem nahm ich zu,wog schließlich an die 49, regte mich schon wegen jeden 200g mehr auf und aß noch weniger. Ich fühlte mich ausgepowert, war hypersensibel und müde. Vor zwei Monaten dann der Schock beim Artzt: Eisenmangel, Hb von 6,3 aus Ernährungsgründen. Ich kam ins Krankenhaus, wo ich untersucht wurde und mit einem Psychologen sprechen sollte. Er konnte jedoch keine Anorexie bei mir fesstellen, sagte mir aber, ich solle nicht unter einen bestimmten Gewichtsbereich rutschen. Die Ärzte verschrieben mir Eisentabletten und ich durfte heim. Dort versuche ich nun normal zu essen, habe aber schon 3 Kilo deswegen zugenommen.Jetzt wiege ich wieder mehr wie meine Schwester und komme mir oft immer noch wie ein Walross vor, wenn ich neben ihr stehe, obwohl mein BMI sowieso noch knapp im Untergewichtsbereich liegt. Immer noch habe ich Angst, "dick" zu werden oder zu sein, so "dick" wie früher. Und sauunglücklich.

Inaktiver User
04.05.2008, 13:40
Bis vor knapp drei Wochen habe ich mir eigentlich nie große Gedanken um das Essen gemacht. Dann kam der Laktose-Intolleranztest, der natürkich positiv war. Seit dem habe ich nur noch Hunger. Ich denke nur noch: darf ich das jetzt essen oder nicht? Bekommt mir dieses und jenes?

Das Ergebnis dieses Grübelns und des Verzichtens: ein Minus von rund 10 kg auf der Waage. Gut, ich habe Übergewicht. Aber: ich bin stolz auf jedes Gramm, immehin habe ich es hart erkämpft.

Als Baby, Kind und Teenager war ich immer zu dünn. Bei meiner Einschulung war ich 1m groß und wog keine 20 kg. Mit 14 Jahren fuhr ich mit der Klasse in die Skifreizeit. Wir mussten auf einer Liste eintragen, wie groß und wie schwer wir waren. Die Liste hing am schwarzen Brett aus, jeder konnte sie lesen. Ich schämte mich wegen meines geringen Gewichtes und machte mich 10 kg schwerer: 180 cm lang und 65 kg schwer. So hatte ich ungefähr das Gewicht, dass meine Freundinnen eingetragen haben.

Zu meiner Hochzeit wog ich 58 kg bei einer Länge von 182 cm. Mein Konfirmationskleid war mir in der Taille zu weit, ich trug es zur standesamtlichen Trauung. Mein weißes Hochzeitskleid wurde enger gemacht.

Mit 16 Jahren kam ich ins Krankenhaus mit Verdacht auf Magersucht. Ich musste eine strickte Bettruhe einhalten und wurde mit Infussionen vollgepumpt. Jede Flasche hatte 5000 Kilokalorien. Meine Mutter brachte mir Sahnetorte und Butercremetorte ins Krankenhaus. Nach einer Woche hatte ich drei kg abgenommen.

Zur Zeit komme ich auf rund 95 kg und fühle mich mit dem Gewicht sehr wohl. Ich habe bisher gegessen, was mir schmeckt. Fettes Essen mag ich nicht - mochte ich noch nie. Süße Getränke mag ich nicht. Alkohol trinke ich fast gar nicht. Meine Kolleginnen sagen, sie würden verhungern, wenn sie so wenig essen würden wie ich.

Mal sehen, wohin mich jetzt das bewusste Essen treibt. Eigentlich will ich nciht abnehmen, habe Angst vor den körperlichen Beschwerden, die ich hatte, als ich so dünn war.

Dann lieber rund und gesund.

Golda
04.05.2008, 15:08
Dann kam der Laktose-Intolleranztest, ...

Wie wurde der gemacht? Interessiert mich zumindest. Und wer macht den? Gibt es hierfür besondere Fachärzte? Oder machen das Heilpraktiker, evtl. mit Zusatzausbildung?

Golda
04.05.2008, 15:16
Zum Thema:

Klar habe ich heute schon ans Essen gedacht. Ich habe einen BMI von 24 und möchte 22 erreichen. Einfach für mein Wohlbefinden, ohne "Erfolgsdruck". Durch bewusstes Essen und regelmäßige Bewegung erreiche ich dies hoffentlich. Falls nicht, ist es auch ok. Als erste Mahlzeit täglich gibt es ein kleines, Fett-reduziertes Joghurt. Danach achte ich auf Abstände zwischen den Mahlzeiten von etwa 4 Stunden, trinken tue ich viel (kalorienarm). Jede Mahlzeit ist für mich ein (kleiner) Genuss. Da darf ich doch auch daran denken, oder...?

Inaktiver User
04.05.2008, 19:25
Wie wurde der gemacht? Interessiert mich zumindest. Und wer macht den? Gibt es hierfür besondere Fachärzte? Oder machen das Heilpraktiker, evtl. mit Zusatzausbildung?

Ich war in einer Nachbarstadt in einer Laborklinik. Dort musste ich ein Gemisch aus warmen Wasser, Laktose, dextrose und Fructose trinken. Schon bei den ersten Schlückchen wurde mir übel, als ich den Becher leer hatte brach mein Kreislauf zusammen. Als ich wieder so halbwegs hergestellt war musste ich alle 30 Minuten in ein Gerät pusten. Die Werte stiegen rasant an. Ich durfte erst wieder gehen, als die Werte nicht weiter stiegen. Dann wurde mir auch etwas Blut abgenommen.

Das Ansteigen der Werte beim Atemtest war ein eindeutiges Anzeichen für die Laktoseintolleranz, der Kreislaufzusammenbruch bestätigte die Fructoseintoleranz. Nach dem Test hatte ich noch rund eine Woche Magen- und Darmkrämpfe mit Durchfall.

flippy47
05.05.2008, 09:41
Hallo zusammen, kam erst gestern dazu den Artikel zu lesen und er sprach mir aus der Seele. Warum immer über jedes Kilo nachdenken ? Es gibt viel wichtigere Dinge im Leben.
Ich hoffe nicht, dass jetzt schon die Altersweisheit aus mir spricht, aber mittlerweile bin ich 6o geworden, schleppe seit meiner Jugend immer ca. 3-4 kg. zuviel mit mir rum. Mal sind sie unten, dann sind sie wieder drauf. Ich geniesse das Leben und gutes Essen (das "schlimmste" ist meine ständige Lust auf Schokolade:zwinker: ) und mag mich heute so wie ich bin.
Vielleicht hat mir auch der Satz geholfen, den ich vor Jahrzehnten von einer sehr glücklichen, lebenslustigen Frau gehört habe (auch sie war ein bisschen mollig):" ich bin keine 20 mehr, also brauch ich auch keine Bauchdecke wie eine 20jährige":freches grinsen:
Gesund ernähren ok, aber nicht alles versagen.

Fruchtbar
10.05.2008, 16:44
Liebes Brigitte-Team,

ich lese Eure Zeitung ja eigentlich sehr gerne, aber Eure höchst ambivalente Haltung zum Thema "Dünn bzw. Schlank sein" nervt mich immer mehr!

Fällt Euch selber nicht aus, dass Eure Magermodels und vor allem Publikationen wie Euer aktuelles "Dossier" (zB Zitat S. 117 "Die geltungssüchtige Blonde beim Abendessen kürzlich verdient vielleicht doppelt so viel, aber dafür wiegt sie locker fünf Kilo mehr" oder S. 120 ff, wo suggeriert wird, ein Gewicht von 75 kg bei 1,73 m sei übergewichtig und ein Grund zum Schämen; gerne sei auch an die Entgleisungen von Frau von Kürthy in "Hauptsache dünn" erinnert)) sich nicht mit Eurem eigentlichen Anliegen, Frauen von Rollenzwängen, schlecht bezahlten Berufen und Weibchenmodellen zu emanzipieren, verträgt? Was nützen die schönsten Studien, wie emanzipiert, gut ausgebildet, unabhängig, optimistisch etc. Frauen doch sind, wenn ihnen gleichzeitig durch Unmengen absurder Diät-, Kosmetik- und Fitneßtricks immer und immer wieder eingebläut wird, das einzig wichtige sei gutes, vulgo schlankes Aussehen? Vergleicht doch bitte mal die Zahl Eurer Seiten, die sich mit vermeintlichen Verbesserungen der Erscheinung beschäftigen mit denen, in denen es um handfeste Verbesserungen der weiblichen Berufs- und Lebenssituation geht: Wollt Ihr wirklich so oberflächlich werden bzw. bleiben?

Eine sehr berechtigte Frage, wie ich finde - und irgendwie bezeichnend, dass hierzu keine Antwort vom Brigitte-Team kommt. Wahrscheinlich wissen sie selbst nicht mehr, ob sie den Frauen weiterhin einreden sollen, ein möglichst dünnes Aussehen sei das Wichtigste oder ob sie doch die Schiene "Laßt Euch nicht auf das Äußere reduzieren" weiterfahren sollen...:wie?:

Fleshqueen
10.05.2008, 16:50
Brigitte würde wahrscheinlich schon gerne einen etwas emanzipierteren Weg vertreten, aber das Geld kommt nun mal von den Anzeigenkunden, die ihre Mode/Kosmetik/Cellulite- und Diätmittelchen an den Mann bringen wollen. Und das geht bei Frauen, die vorher durch gephotoshopte Dünnbeauties und Artikel à la "so werden auch Sie dellenfrei" und "die neue Diät - so habe ich es geschafft" an ihre vermeintlichen Baustellen erinnert wurden, wesentlich besser.

Solange in der Brigitte reihenweise Frauen verkünden dürfen, dass sie durch x kg weniger ja ein besserer Mensch geworden seien, aber nur sehr wenig Frauen vorgestellt werden, die beruflich oder gesellschaftlich wirklich Wichtiges geleistet haben, ist die Printausgabe für mich gestorben. Als ob Abnehmen eine Lebensleistung sei! Schwachsinnsartikel, in denen frustrierte Autorinnen schwadronieren, dass das Leben natürlich mit 5 kg weniger und Gucci-Schühchen viiiiel lebenswerter sei, muss ich mir echt nicht geben!

cella
10.05.2008, 17:06
Super-Beitrag,vielen Dank :blumengabe:
LG von Cella,die ab und an immer noch die Printausgabe käuft,
u.a. wenn leckere Rezepte drin sind:freches grinsen:

Inaktiver User
10.05.2008, 20:33
Also, mit Guccis und Manolos an den Füssen sieht das Leben bestimmt schon ganz anders aus! Darauf arbeite ich jedenfalls hin!! ;-p

Leserservice
14.05.2008, 11:14
liebe Schokoholic,

in Ihrem Beitrag zum Dossier aus der BRIGITTE 10/08 sprechen Sie die BRIGITTE direkt an. Darauf möchten wir nun mit einer Antwort reagieren.
In der BRIGITTE werden Sie immer wieder Dossiers, Reportage und Geschichten über ernsthafte Themen finden, die auch eine Auseinandersetzung mit Inhalten aus Gesellschaft, Psychologie und Politik bedeuten. In diesen Themenbereichen hinterfragt die BRIGITTE ganz bewusst kritisch und stellt häufig auch Thesen auf, die dann von Ihnen als Leserin/Userin heiß diskutiert werden.
Andererseits ist aber die BRIGITTE auch eine Frauenzeitschrift, die unterhalten möchte und ein wenig Abwechslung und Leichtigkeit in den Alltag der Leserin bringen will. Deshalb gibt es auch "leichte" Themen und Strecken, die schön zum Anschauen sind, die aber anregen sollen und nicht suggieren, dass wir mit den herrschenden Schlankheits- und Schönheitsideal einverstanden sind. Wir arbeiten von daher so oft wie möglich mit natürlicher aussehenden Laienmodels zusammen, aber für die großen Modestrecken sind einfach Profimodels mit Fotoerfahrung unerlässlich. Natürlich weiß jede Leserin, dass keine Frau sich so zurecht macht, wenn sie morgens zur Arbeit geht, aber viele Leserinnen schreiben uns auch, dass sie gerade die Mischung aus Ernsthaftigkeit und Unterhaltung schätzen und dies kein Gegensatz bedeutet.
So ist es auch mit der Studie "Frauen auf dem Sprung": hier wird eine Tendenz deutlich, über die BRIGITTE sich freut und die wir unterstützen möchten.
Andere Themen, die in den Bereichen Mode, Kosmetik und Beauty angesprochen werden, können Anregungen bieten, Inspiration, um den eigenen Stil zu finden und auch kleine Hilfestellungen und Ideen für besondere Ereignisse wie Abendveranstaltungen usw., die die Leserin nicht täglich erlebt.
Sowohl die leichten als auch die ernsthaften und bewegenden Themen gehören für die BRIGITTE jedoch zusammen und sind kein Widerspruch in sich, sondern ein kleines Abbild der täglichen Realität.

herzliche Grüße

Schokoholic
14.05.2008, 13:07
Vielen Dank für die ausführliche freundliche Antwort :blumengabe: - ich wollte allerdings in keinster Weise kritisieren, dass die Brigitte auch "leichtere" Themen bedient (den einen oder anderen Deko- oder Kochtipp hat bestimmt jede schon mal für sich adoptiert), mich stört ganz konkret Eure ambivalente Haltung zum Thema Essen/Diät/Schlanksein. Bei Sätzen wie "Die geltungssüchtige Blonde beim Abendessen kürzlich verdient vielleicht doppelt so viel, aber dafür wiegt sie locker fünf Kilo mehr" (S. 117) geht mir einfach der Hut hoch, weil damit mE ein völlig falsches Wertesystem vermittelt und die Bemühung, Frauen in der Arbeitswelt zu den gleichen Rechten wie Männern zu verhelfen, konterkariert wird. "Du hast einen unterbezahlten Hiwi-Job, mit dem Du Dich und Deine Kinder nie und nimmer über Wasser halten kannst? - Egal, Hauptsache Du bist schlank!" :knatsch:

Jaja, ich weiss, angeblich alles nur Ironie, aber irgendwie häufen sich derlei unwitzige und nicht ironische Aussagen in den letzten Jahren.

Nix für ungut und noch einen sonnigen Tag,
Schoko

Fleshqueen
14.05.2008, 13:09
Liebe Bri-Redaktion,

Thema verfehlt, sechs, setzen. :freches grinsen:

BRIGITTE Community-Team
14.05.2008, 14:38
Liebe Bri-Redaktion,

Thema verfehlt, sechs, setzen. :freches grinsen:

Hallo fleshqueen,

haben Sie inhaltlich auch etwas beizufügen?

Viele Grüße
das BRIGITTE.de-Team

Fleshqueen
15.05.2008, 07:38
Hallo fleshqueen,

haben Sie inhaltlich auch etwas beizufügen?

Viele Grüße
das BRIGITTE.de-Team

Habe ich - wie Schokoholic schon schrieb, ging es vornehmlich um Eure schwankende Haltung zum Thema Dünn/Schlanksein. Ihr habt Euch aber mit dem netten Blabla zu "Mix aus leichten und ernsten Themen" wieder mal elegant um eine Antwort herumgemogelt, warum Ihr einerseits versucht, die zunehmend besseren beruflichen Qualifikationen von Frauen ins rechte Licht zu rücken, andrerseits aber so unsägliche Sätze wie den von S. zitierten zulaßt. Und warum bei Euch regelmäßig Frauen für die Abnahme von x kg abgefeiert werden, während es nur seltenst Berichte über beruflich erfolgreiche Frauen gibt - und wenn, dann meistens über so herausgehobene Positionen, dass sie für die Mehrzahl der Frauen realistischerweise nicht zum Vorbild taugen. Warum nicht mal Frauen vorstellen, die mit einer guten Ausbildung in etwas bodenständigeren Berufen als Bundeskanzlerin, UN-Chefanklägerin oder Schauspielerin gute Arbeit leisten? Die erfolgreiche Anwältin, die Kinderärztin, die Richterin, die Journalistin, die Zahntechnikerin, die Fremdsprachenkorrespondentin...

Schokoholic
22.05.2008, 09:30
Schade, ich hätte mich über eine konkrete Antwort gefreut.

ohne-Worte
26.05.2008, 22:45
Habe ich - wie Schokoholic schon schrieb, ging es vornehmlich um Eure schwankende Haltung zum Thema Dünn/Schlanksein. Ihr habt Euch aber mit dem netten Blabla zu "Mix aus leichten und ernsten Themen" wieder mal elegant um eine Antwort herumgemogelt, warum Ihr einerseits versucht, die zunehmend besseren beruflichen Qualifikationen von Frauen ins rechte Licht zu rücken, andrerseits aber so unsägliche Sätze wie den von S. zitierten zulaßt. Und warum bei Euch regelmäßig Frauen für die Abnahme von x kg abgefeiert werden, während es nur seltenst Berichte über beruflich erfolgreiche Frauen gibt - und wenn, dann meistens über so herausgehobene Positionen, dass sie für die Mehrzahl der Frauen realistischerweise nicht zum Vorbild taugen. Warum nicht mal Frauen vorstellen, die mit einer guten Ausbildung in etwas bodenständigeren Berufen als Bundeskanzlerin, UN-Chefanklägerin oder Schauspielerin gute Arbeit leisten? Die erfolgreiche Anwältin, die Kinderärztin, die Richterin, die Journalistin, die Zahntechnikerin, die Fremdsprachenkorrespondentin...


Auf was für eine Antwort wartest du denn? Brigitte ist eine kommerzielle Zeitschrift, sie wollen verdienen - was ja natürlich ist. Und je mehr Leser, desto mehr Umsatz. Und man kann nur viele Leser durch interessante Themen anlocken, wie z. B. herausgehobene Positionen von Frauen. Auch wenn sie vielleicht nicht unbedingt als Vorbild taugen, finden es doch viele interessant, wie Frauen dahin gelangt sind, weil sie halt etwas besonderes sind und nicht die nette Nachbarin von nebenan, welche uns tagtäglich auf der Straße begegnet.

Schlanke Frauen und Diäten sind immer ein festes Thema. Es ist doch bewiesen, dass viele Frauen schon Diäten hinter sich haben und gerne mal wieder 5 kg weniger hätten (mich eingeschlossen)... ich lese immer wieder gerne "Schlankheitstipps". Und Wege des gesünderen Essens und Aufdecken von Fettfallen... Schlank sein ist ja nicht nur rein optisch - auch bewiesenermaßen gesünder :zwinker:

Inaktiver User
26.05.2008, 23:20
hm, das Thema ist ja ein bisschen aus dem Ruder gelaufen.

Ich möchte mich zum urprünglichen Thema äussern:

Mein Tagesablauf war jahrelang von Gedanken ans Essen bestimmt.
Ich dachte, das geht nie vorbei.

Irgendwie und irgendwann hat das Thema dann nach und nach seine Bedeutung verloren.
Heute habe ich ein unverkampftes Verhältnis zum Essen und mein Gewicht bleibt immer unverändert, mein Wohlfühlgewicht scheinbar.

Ich bedaure alle Frauen und Männer, deren Leben blockiert wird durch die ständige Beschäftigung mit Ernährung.

Wünsche allen Betroffen ein entspannteres Leben - ja, es geht!
:wangenkuss:

Lanis

Inaktiver User
27.07.2008, 15:28
Ich denke eigentlcih ständig ans Essen. Meine Freundin meinte schon, ich hätte eien echtes Essproblem.:knatsch:
Ich streite das aber immer noch ab. Wahrscheinlich hat sie nicht ganz unrecht damit.

eli65
27.07.2008, 16:12
Ich hab auch ans Essen gedacht, als der Hunger kam um halbdrei. Ganz normal.