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Sealove
10.04.2008, 12:24
Hallo,

hab folgende Frage:

Bin 32, w, alleinlebend, momentan fest angestellt, und möchte mich privat um meine Altersvorsorge kümmern. Habe bisher außer einer Krankenversicherung und einer Haftpflichversicherung nix abgeschlossen.

Eine Berufsunfähigkeitsversicherung macht bei mir – nach langer Prüfung des Sachverhaltes – keinen Sinn, da ich in den letzten Jahren ziemlich viel beim Arzt war wegen Rückenschmerzen, Pilzinfektionen, Phyiotherapie 2003, Magen- und Darmproblemen, Hautuntersuchungen (Leberfleck wegmachen), Allergien usw..

Frage: Muss ich für eine Lebensversicherung oder Rentenversicherung Gesundheitsfragen ausfüllen?

Ich frage auch deshalb, weil ich aufgrund meiner Beschwerden und auf ärztliches Anraten demnächst einen umfangreichen Allergietest machen lassen will (Bin bisher auf Hausstaub, Pollen und Katzen getestet worden mit dem Ergebnis: starke Allergie). Außerdem will ich auch mal einen Sehtest machen, ob alles i.O. ist.

Deshalb die Frage: Sollte ich mit weiteren Untersuchungen jetzt warten, bis ich eine Altersvorsorge abgeschlossen habe, oder ist das egal, weil ich sowieso zu viele ärtzliche Untersuchungen und -behandlungen hinter mir habe und ich eh keine Versicherung kriege?

Freue mich über Tipps…

Danke.

Sealove

DerExperte
11.04.2008, 01:33
du musst unbedingt versuchen, deine arbeitskraft so gut wie möglich abzusichern, sofern du auf dein einkommen angewiesen bist. wenn nicht (weil du vielleicht ne reiche tante/oma/etc. hast) brauchst du es natürlich nicht.
lass eine absicherung von einem unabhängigen berater erklären und dir sinnvoll weiterhelfen. bevor du zu eifrig zu ärzten rennst, solltest du das thema risikoabsicherung geklärt haben. bei blutuntersuchungen, arztbesuchen können ggf. auch bisher nicht festgestellte krankheiten auftauchen, die dir zuvor gar nicht bewußt waren. das wäre bei einer noch nicht abgeschlossenen risikoversicherung gar nicht so gut!!!

für eine rentenversicherung benötigst du keinerlei gesundheitsangaben. ob aber eine rentenversicherung "die" lösung ist, weiss ich so nicht.
mein rat: lass dich unabhängig beraten, derjenige oder diejenige wird dir dann auch die richtige und notwendige sparrate ausrechnen (meist recht hohe zahl) und dir dann auch lösungsvorschläge machen bzw. dich fragen, welche nachteile du ggf. akzeptieren kannst bei einem produkt (es gibt immer auch nachteile, die individuell unterschiedlich "wiegen").

viel erfolg,

beste grüße,

DerExperte

Inaktiver User
11.04.2008, 20:19
Eine BU-Versicherung macht keinen Sinn, weil Du schon Vorerkrankungen hast? Seltsame Logik. Gerade wenn Du schon Probleme hast (speziell mit dem Rücken, Allergien usw.) ist doch die Wahrscheinlichkeit deutlich höher einmal BU zu werden als bei einer vollkommen gesunden Person. Siehst Du das nicht so?

Ich bin auch der Meinung, daß Du Dich unbedingt unabhängig zu dieser Thematik beraten lassen solltest.

Daß Du bei einer Rentenversicherung keinerlei Gesundheitsfragen beantworten mußt, ist nicht richtig. Es gibt durchaus auch Rentenversicherungen, die eine Todesfall-Versicherungssumme beinhalten/versichern.
Bei den meisten Rentenversicherungen gibt es zwar keine Gesundheitsfragen, Ausnahmen bestätigen jedoch die Regel :-)

Gruß justii

DerExperte
12.04.2008, 12:40
du hast recht justi. ich habe ein wenig vereinfacht. wenn man sich, wie mehrfach empfohlen, unabhängig beraten lässt, ist eine lösung möglich.

beste grüße,

DerExperte

Sealove
14.04.2008, 10:35
Hallo,

vielen Dank für die Antworten, aber ihr habt mich - glaube ich - falsch verstanden. Eine BU abzuschließen ist bei mir wahrscheinlich nicht mehr möglich aufgrund meiner Vorerkrakungen. Ich hatte wie gesagt eine Psychotherapie und bin wegen einigen (psychosomatisch bedingten) Beschwerden behandelt worden. Magen/Darm, Allergien, Gelenke, Pilze etc. Das ist für die BU-Versicherer ein zu großes Risiko. Bzw. wenn sie mich versichern würden, würdes sie im Schadensfall garantiert etwas finden, was ich z:b. vergessen habe, bei Vertragsschluss anzugeben. Ich war so oft beim Arzt, dass ich mich nicht mehr an jeden Besuch erinnern kann.

Das meinte ich. Deshalb brauche ich ja Alternativen, um mich etwas abzusichern.

Danke trotzdem.

Sealove

Inaktiver User
15.04.2008, 15:08
Eine Rentenversicherung ist aber keine Lösung Deines Problems, da Du mit einer solchen erst in 20 Jahren oder mehr über ausreichend Kapital verfügen wirst um im BU- oder EU-Fall eine ausreichende Rente zu beziehen. Und wenn Du davor BU wirst?

Die Kapitalversicherung entfällt nach Deinem Vortrag, Da hier ebenfalls eine Gesundheitsprüfung durchgeführt wird.

Sicherlich kennst Du das Sprichwort:

"Wer es versucht kann zwar verlieren, er hat aber auch eine gute Chance es zu schaffen. Wer es gar nicht erst versucht, hat von Anfang an schon verloren."


Woher weißt Du verbindlich, daß Du keine Chance auf eine BU-Versicherung hast?
Woher weißt Du verbindlich, daß Du ein zu großes Risiko für eine Versicherung bist?

Wenn Du Dich nicht mehr an alle Arztbesuche erinnern kannst, gibt es verschiedene Möglichkeiten:


entweder Du gibst im Antrag an, daß Du Dich nicht mehr an alle Arztbesuche erinnern kannst und man soll bitte beim Arzt / bei den Ärzten anfragen...
oder Du lässt Dir vom Arzt (i.d. Regel Hausarzt) einen Anamnesebericht ausdrucken und fügst diesen dem Antrag bei

Es ist also eine "schlechte Ausrede" sich mit Vermutungen, Befürchtungen und "ich kann mich nicht erinnern" um eine entsprechende hochwertige Absicherung herum zu drücken.

Wenn es eine Alternative gäbe, die ohne Gesundheitsprüfung entsprechend hochwertige Leistungen wie bei der BU-Versicherung zur Verfügung stellt, warum würde dann überhaupt noch jemand eine BU-Versicherung abschließen?

Auch die Dread-Disease-Versicherung (Police für schwerste Erkrankungen) ist keine wirkliche und hochwertige Alternative für eine BU-Versicherung sondern eine gute Ergänzung zur BU-Versicherung.

Alle anderen Produkte bieten für den o.g. Bedarf und Dein hohes Risiko keine Lösung bereit. Es tut mir leid, wenn ich Dir keine andere Auskunft geben kann.

Schöne Grüße
justii
---------------------------------------------------
PS: Sollte der Rat, statt einer BU-Versicherung als Alternative eine Rentenversicherung abzuschließen, von einem Vermittler kommen, so handelt es sich um einen klassischen Beratungsfehler mit damit verbundener Vermittlerhaftung. Dieser Rat dient vor allem dem Geldbeutel des Vermittlers, da hier eine hohe Sofortprovision fließt. Für Dich bringt die Rentenversicherung jedoch keine Lösung. Fakt!

Sealove
17.04.2008, 09:48
Hallo Justii,

danke für deine Antwort.

Natürlich kann ich mir vorstellen, dass der eine oder andere BU-Versicherer auch mich versichert. Nur:

Was nützt mit die beste BU-Versicherung, wenn ich nach Jahren des Einzahlens im Schadensfall doch nichts bekomme, weil der Versicherer feststellt: Ah, da war ja mal was. Das haben wir nicht gewusst usw. In meinem Falle bzw. bei meiner Arztbiografie ist das ziemlich wahrscheinlich. Zumal im Abschlussbericht meiner Psychotherapie stand, dass sich die Symptome gebessert haben und dass man mir bei einer erneuten Verschlechterung zu einer neuen Therapie rät. Also nix von Heilung. Auf sowas kann man sich als Versicherung im Schadensfall doch immer berufen: "Ist psychisch bedingt, psychosomatisch etc. und bestand schon vor Versicherungsbeginn."

*seufz*

Sealove

Inaktiver User
17.04.2008, 12:24
Hallo Justii,

danke für deine Antwort.

Natürlich kann ich mir vorstellen, dass der eine oder andere BU-Versicherer auch mich versichert. Nur:

Was nützt mit die beste BU-Versicherung, wenn ich nach Jahren des Einzahlens im Schadensfall doch nichts bekomme, weil der Versicherer feststellt: Ah, da war ja mal was. Das haben wir nicht gewusst usw. In meinem Falle bzw. bei meiner Arztbiografie ist das ziemlich wahrscheinlich. Zumal im Abschlussbericht meiner Psychotherapie stand, dass sich die Symptome gebessert haben und dass man mir bei einer erneuten Verschlechterung zu einer neuen Therapie rät. Also nix von Heilung. Auf sowas kann man sich als Versicherung im Schadensfall doch immer berufen: "Ist psychisch bedingt, psychosomatisch etc. und bestand schon vor Versicherungsbeginn."

*seufz*

Sealove


Nein, das ist so nicht korrek.
Wenn Du alles wahrheitsgemäß angegeben hast, dann wird dies auch nicht passieren. Und damit dies nicht passiert, habe ich Dir oben schon zwei Tipps gegeben:



Wenn Du Dich nicht mehr an alle Arztbesuche erinnern kannst, gibt es verschiedene Möglichkeiten:

entweder Du gibst im Antrag an, daß Du Dich nicht mehr an alle Arztbesuche erinnern kannst und man soll bitte beim Arzt / bei den Ärzten anfragen...
oder Du lässt Dir vom Arzt (i.d. Regel Hausarzt) einen Anamnesebericht ausdrucken und fügst diesen dem Antrag bei

Somit kann die Versicherung das Risiko korrekt einschätzen.
Man muß die Versicherungen auch nicht schlechter machen, als sie sind :smirksmile:

Im Übrigen kommt es doch gelegentlich mal vor, daß man eine Vorerkrankung vergißt. Wenn man also nicht absichtlich etwas verschwiegen, sondern tatsächlich vergessen hat, dann sehen gute Versicherungsbedingungen vor, daß die Versicherung nach einem festgesetzten Zeitraum (z.B. 5 Jahre) von einer Vertragskündigung, einer Beitragserhöhung etc. absieht. Damit hat der ehrliche Vergesser auch "nur" ein zeitlich begrenztes und überschaubares Risiko, wenn die BU eine Folge der vergessenen Vorerkrankung ist.

Aber Achtung! Etwas "absichtlich" zu vergessen ist keine Lösung. Hier hätten wir wieder die vorvertragliche Anzeigepflichtverletzung...


Ich kann also nur noch einmal dazu raten, die o.g. Tipps zu nutzen und gerade in Anbetracht der Tatsache, daß bereits Vorerkrankungen vorliegen, entsprechenden hochwertigen Versicherungsschutz ehrlich zu beantragen.

Gruß justii

Eteterfon
18.04.2008, 16:01
Ich hab ein ähnliches Problem (mit dem Unterschied, dass ich selbstämdig bin), bin bald genauso alt wie die TE. Fürs Alter mach ich schon was - aber BU wäre natürlich sinnvoll. Aber auch bei mir ist es ähnlich: Aufgrund von Vorerkrankungen bzw. "Verdachtsdiagnosen" für solche (nach dem Motto: "mei, sie könnten es haben, oder auch nicht, nix genaues wissma ned"... ich will das hier jetzt nicht ausführen) sehe ich wenig Chancen, dass ich eine BU kriegen würde.

Justii - meinst Du wirklich, man sollte es einfach mal ganz konkret versuchen? Alles alles zusammensammeln, Antragt stellen und schauen, was die machen? Ich hab schon oft Angebote eingeholt - aber die sind ja immer vorbehaltlich der Gesundheitsprüfung. Meine Beraterin meine auch, würde wohl schwierig werden (nein, sie hat mir keine RV als Ersatz angedreht *gg*)

LG, Ete

Inaktiver User
21.04.2008, 12:43
Wenn Du konkretes Interesse an einer Absicherung Deiner Arbeitskraft hast, dann solltest Du es auch konkret versuchen. Nicht jedoch aus Spass an der Freude... :-) Schließlich kostet das Ganze nicht nur Deine Zeit.

Du kannst es Dir aber sparen, quer durch den gesamten Versicherungsdschungel alle Versicherungen abzuklappern, sondern Du solltest bei den wenigen führenden BU-Versicherern via "unverbindlichem Probeantrag" versuchen, entsprechenden Versicherungsschutz zu erhalten.

Von einer Antragstellung per "verbindlichem Antrag" rate ich im Falle von Vorerkrankungen absolut ab, da hier Erschwerungen oder Ablehnungen in der zentralen Wagnisdatei landen und bei zukünftigen Antragstellungen (LV und/oder KV) sehr problematisch werden können...

Gruß justii

Sealove
21.04.2008, 20:50
Danke für die Antwort. Aber mir sind nach wie vor mehrere Punkte unklar:

(1)




Im Übrigen kommt es doch gelegentlich mal vor, daß man eine Vorerkrankung vergißt. Wenn man also nicht absichtlich etwas verschwiegen, sondern tatsächlich vergessen hat, dann sehen gute Versicherungsbedingungen vor, daß die Versicherung nach einem festgesetzten Zeitraum (z.B. 5 Jahre) von einer Vertragskündigung, einer Beitragserhöhung etc. absieht. Damit hat der ehrliche Vergesser auch "nur" ein zeitlich begrenztes und überschaubares Risiko, wenn die BU eine Folge der vergessenen Vorerkrankung ist.

Aber Achtung! Etwas "absichtlich" zu vergessen ist keine Lösung. Hier hätten wir wieder die vorvertragliche Anzeigepflichtverletzung...

Gruß justii

Also das erscheint mir sehr zweifelhaft. Wie will denn der Versicherer unterscheiden können, ob ich etwas vergessen oder "absichtlich vergessen" habe? Fakt ist, es wurde nicht angegeben! Muss ich dann zum Lügendetektortest?

(2)

Eine Psychotherapie, noch dazu eine ohne Heilungserfolg lt. Abschlussbericht, ist für BU-Versicherer doch eine total unsichere Sache! Ein sehr großer Anteil von Erkrankungen wird heute als psychosomatisch bedingt angesehen. Ich glaube nicht, dass Versicherungen dieses Risiko auf sich nehmen.

(3)

Da ich bei vielen verschiedenen Ärzten (auch Hausärzten) war, die mir sicher nicht mehr alle namentlich einfallen, ist auch die Beweisannahme per Anamnesebericht schwierig. Auch die Krankenkasse als Informant scheidet aus, da diese der Schweigepflicht unterworfen ist.

Ich glaube, wer mir angesichts dieser Ausgangsbedingungen trotzdem frohen Mutes eine BU-Versicherung verkaufen will, der hat es nur auf die Provision abgesehen.

Oder?

Viele Grüße

Sealove

Inaktiver User
21.04.2008, 21:54
......

Da ich bei vielen verschiedenen Ärzten (auch Hausärzten) war, die mir sicher nicht mehr alle namentlich einfallen, ist auch die Beweisannahme per Anamnesebericht schwierig. Auch die Krankenkasse als Informant scheidet aus, da diese der Schweigepflicht unterworfen ist.


Du warst bei so vielen verschiedenen Hausärzten, daß sie Dir nicht mehr namentlich einfallen? :ooooh::ooooh::ooooh: Du siehst mich etwas erstaunt, denn wenn jemand bei vielen verschiedenen Fachärzten war, dann kommt dies sicherlich öfter vor.

Aber der Hausarzt ist ja gerade da, damit auch eine übersichtliche Anzahl an Fachärzten kontrolliert zusammengeführt wird.

Der Hausarzt ist ein Arzt des besonderen Vertrauens, der alle Fäden in der Hand hält und bei dem alle Informationen gebündelt werden. Dies schlägt sich auch in verschiedenen Hausarztprogrammen der Krankenkassen nieder.

Wo bleibt das besondere Vertrauensverhältnis zum Hausarzt, wenn man diesen wechselt, wie andere Menschen die Unterwäsche???

Die Folgen können wir an Deiner Schilderung erkennen.
Weder Du hast Deine Arztbesuche unter Kontrolle, noch gibt es einen Arzt, der eine Behandlung in kontrollierte Bahnen lenkt und überwacht.

Deine Schilderung ist sicherlich interessant und kann für viele Motivation sein, sich bewußt mit der Anamnese auseinander zu setzen, und nicht einfach von Arzt zu Arzt zu hoppen.


......
Ich glaube, wer mir angesichts dieser Ausgangsbedingungen trotzdem frohen Mutes eine BU-Versicherung verkaufen will, der hat es nur auf die Provision abgesehen.

Oder?


Du sagst, Du kannst keine BU bekommen. Dies hast Du schon beschlossen, bevor Du es überhaupt erst versucht hast.
Es handelt sich also um Annahme/unbewiesene Behauptung von Dir.

Meine Erfahrung besagt, daß es auch mit Vorerkrankung (auch mit Psychotherapie) oft möglich ist, eine vollwertige BU zu bekommen. Dies ist keine Annahme sondern belegbar.

Hintergründe und Tipps hierzu habe ich offen im Forum publiziert. Ich habe weder versucht, Dir etwas zu verkaufen, noch habe ich Dir etwas verkauft. Im übrigen kannst Du Dich mit diesen Tipps auch selbst um eine hochwertige BU bemühen.

Du brauchst also keine Angst haben, daß jemand an Dir auch noch etwas verdient :freches grinsen:

Für mich passt die Aussage

Also das erscheint mir sehr zweifelhaft. Wie will denn der Versicherer unterscheiden können, ob ich etwas vergessen oder "absichtlich vergessen" habe? Fakt ist, es wurde nicht angegeben! absolut zu den vorausgegangenen Vorträgen. Denn auch diese, von Dir angezweifelte Unterscheidung ist gängige und angewandte Praxis. Es ist deshalb also vollkommen unerheblich, ob sie Dir zweifelhaft erscheint oder nicht...


Für mich gilt nach wie vor:
Wer es versucht, hat das Risiko ein "Nein" zu kassieren - aber auch eine gute Chance auf ein "Ja".
Wer es gar nicht erst versucht, hat sein "Nein" schon vorweg genommen. Wo also soll hier der Vorteil liegen?

Schöne Grüße

justii

Sealove
22.04.2008, 21:00
Hallo justii,

ich gebe dir recht - wenn ein Hausarzt die Fäden in der Hand hält, ist das natürlich besser. Mal abgesehen davon, dass meine langjährige Hausärztin gar nicht mehr praktiziert, habe ich in den vergangenen Jahren mehrere Facharztbesuche von mir aus getätigt, ohne diese vorher mit meiner Hausärztin abzusprechen. Und ich kann nicht mit Sicherheit sagen, ob diese Berichte dann zu meiner Hausärztin geschickt wurden (weiss nicht, ob man die überhaupt immer angeben musste). Das kommt u.a. auch daher, dass man sich in Zweifelsfällen bei Fachärzten auch eine Zweit- oder Drittmeinung einholt.

Müsste ich denn z.B auch alle Zahnärzte aufführen, bei denen ich wegen einer bestimmten Sache war?

Darüber hinaus geht es mir nicht nur darum, OB ich eine BU-Versicherung bekomme, sonden WAS mir eine solche nützen würde. Denn wie oft hört und liest man, wie sich die Versicherer im Schadensfall versuchen, vor der Leistung zu drücken, indem sie haargenau die Krankheitsgeschichte durchgehen, ob sie nicht was finden. Und wie oft werden sie dann fündig! Hier eine Unregelmäßigkeit, dort was verschwiegen - und trara, die Versicherung zahlt nicht! Das zieht für die Betroffenen nicht selten ermüdende Rechtsstreite nach sich. Und immer wieder gehen Leute leer aus. Und die hatten vielleicht sogar nur einen Hausarzt und keine Psychotherapie! Und was die über die vielen Jahre eingezahlt haben...!

Eine BU bringt m. A. nach dann was, wenn man sie in ganz jungen Jahren abschließt, wo man außer ein paar Erkältungen noch keine "Krankheitsgeschichte" hat. Ansonsten wirds zur Zitterpartie, ob man im Ernstfall wirklich was für sein Geld zurückerhält. Denn logisch ist: Als Versicherer zahle ich nur dann, wenn ich unbedingt muss. Wenn nichts, aber auch gar nichts dagegen spricht! Und Versicherer sind nicht dumm, die wissen, wo sie suchen müssen...

Ich habe dir übrigens nicht unterstellt, dass du nur auf Provisionen aus bist. Denn auch mir ist aufgefallen, dass du mir hier nix verkaufen willst! :zwinker:

Deine Begründung hinsichtlich der angeblich funktionierenden Unterscheidung zwischen "vergessen" und "absichtlich vergessen" ist immer noch nicht plausibel. Das Vorhandensein einer "gängigen Praxis" sagt nichts über das WIE (soll das funktionieren) aus. Ich tippe immer noch auf den Lügendetektor :freches grinsen:

Also nichts für ungut - ich glaube dir ja, dass auch ich möglicherweise einen BU-Versicherer finde. Meine Skepsis rührt aber vor allem daher, das ich nicht jahrelang in eine solche Versicherung einzahlen möchte, um dann im Ernstfall nichts zu bekommen, weil dann meine Krankengeschichte VOR Versicherungsbeginn aufgerollt wird und man gaaaanz plötzlich doch Unregelmäßigkeiten oder eine Verletzung der vorvertraglichen Anzeigepflicht entdeckt.

In so einem Fall hätte man das Geld besser in eine andere Vorsorge gesteckt.

Danke trotzdem für deine ausführlichen Antworten.

Viele Grüße

Sealove

Inaktiver User
23.04.2008, 06:06
.....

Deine Begründung hinsichtlich der angeblich funktionierenden Unterscheidung zwischen "vergessen" und "absichtlich vergessen" ist immer noch nicht plausibel. Das Vorhandensein einer "gängigen Praxis" sagt nichts über das WIE (soll das funktionieren) aus. Ich tippe immer noch auf den Lügendetektor :freches grinsen:

......

"in dubio pro reo (http://de.wikipedia.org/wiki/In_dubio_pro_reo)" muß Dir auch hier die Versicherung gegebenenfalls gerichtlich beweisen, daß Du die Vorerkrankung verschwiegen, und nicht "nur" vergessen hast.

Das "Wie" des Nachweises ist also nicht das Problem des Kunden, sondern das Problem der Versicherung.



Folgen unverschuldeter Anzeigepflichtverletzungen: Verzicht auf das Recht eines Risikozuschlags - § 41.1 VVG

Frage: Verzichten Sie GANZ auf die Anwendung der Rechte aus § 41 Abs. 1 VVG (Verzicht auf das Recht für einen Risikozuschlag) ?

Erläuterung: Der § 41 VVG gibt dem Versicherer das Recht, bei einer Verletzung der vorvertraglichen Anzeigepflicht ohne Verschulden des Versicherungsnehmers
1. vom Beginn des laufenden Versicherungsjahres an einen "nachträglichen" Risikozuschlag zu verlangen, bzw. 2. bei (zum Zeitpunkt des Vertragsschlusses) unversicherbaren Risiken den Vertrag nachträglich zu kündigen. Diese Rechte gelten nach dem Gesetz sogar für die Fälle, bei denen der "risikoerhebliche Umstand" zum Zeitpunkt des Vertragsschlusses weder dem Versicherungsnehmer, noch der versicherten Person bekannt war.

(Zur VERSCHULDETEN Anzeigepflichtverletzung siehe unter Frage 1a die Erläuterungen in Punkt "c" :
"Ist die Anzeige eines erheblichen Umstandes schuldhaft unterblieben, so kann der Versicherer vom Vertrag zurücktreten und die Leistung verweigern.")
Antwort: Ja
Fundstelle: (1) BBUV/BBUZ;


Folgen unverschuldeter Anzeigepflichtverletzungen: Verzicht auf das Recht zur Kündigung - §41.2 VVG

Frage: Verzichten Sie GANZ auf die Anwendung der Rechte aus § 41 Abs. 2 VVG (Verzicht auf das Recht zur Kündigung des Vertrages) ?
Erläuterung: Siehe Frage "7.1 a"
Antwort: Ja
Fundstelle: (1) BBUV/BBUZ;BU


Folgen der Anzeigepflichtverletzung: Verkürzung des Rücktrittsrechtes nach § 16 VVG
Frage: Verkürzen Sie die Rücktrittsfrist gegenüber der gesetzlichen Regelung (10 Jahre)?
Wenn ja, auf welchen Zeitraum verkürzt?
Angeben, wenn es Einschränkungen für bestimmte Krankheiten gibt (z.B. Aids):
Erläuterung: Das gesetzliche Rücktrittsrecht des Versicherers bei Verletzung der vorvertraglichen Anzeigepflicht nach § 163
VVG erlischt nach 10 Jahren.
Siehe auch 1.1d und 7.1
Antwort: Ja
Verkürzung auf 5 Jahre
Keine Einschränkungen für bestimmte Krankheiten
Fundstelle: (1) BBUV/BBUZ;
Quelle: verbindl. Leistungszusage eines Versicherers



.....

Eine BU bringt m. A. nach dann was, wenn man sie in ganz jungen Jahren abschließt, wo man außer ein paar Erkältungen noch keine "Krankheitsgeschichte" hat. Ansonsten wirds zur Zitterpartie, ob man im Ernstfall wirklich was für sein Geld zurückerhält.....


Berufsunfähigkeit (ununterbrochener Zustand): Leistung auch bei Arbeitsunfähigkeit

Frage: Setzt die Leistung aus der BU auch dann ein, wenn eine ARBEITSUNFÄHIGKEIT tatsächlich 6 Monate besteht?
Hinweis: Gemeint sind die Bescheinigungen der Arbeitsunfähigkeit durch den Arzt ("gelbe Zettel").
Erläuterung: Laut BGH kann eine Arbeitsunfähigkeit einer Berufsunfähigkeit nicht gleichgesetzt werden. Trotz einer mehr als 6 Monate andauernden Arbeitsunfähigkeit setzt die Leistung aus der BU erst dann ein, wenn weitergehende Nachweise der BU erbracht werden können.
Gefragt ist danach, ob das Versicherungsunternehmen bereits dann aus der BU leistet, wenn allein die ärztliche Bescheinigung einer 6 Monate bestehenden ARBEITSUNFÄHIGKEIT in Form der sog. "gelben Zettel"
eingereicht wird! (Red. Hinweis: Diese Fragestellung bezieht sich nicht auf eine rein personalpolitisch begründete Arbeitsunfähigkeit)

Antwort: Ja

Klarstellung: Es muß eine AU 6 Monate ununterbrochen bestehen. Zum Nachweis der Leistungsvoraussetzungen können ergänzende ärztliche Berichte zur medizinischen Diagnose und Dauer der voraussichtlichen AU angefordert werden. Diese Vorgehensweise dient dazu, um Gefälligkeitsbescheinigungen und Mißbräuche auszuschließen.
Im Regelfall würde ein weiterer ärztlicher Bericht bzw. ein Gutachten eines neutralen Arztes hinzugezogen werden.
Hinweis: Das Thema Anzeigepflichtverletzung wird in Frage 7.2 beantwortet.
Fundstelle: (3) Erklärung hiermit;
Quelle: verbindl. Leistungszusage eines Versicherers

Je früher man sich zur Absicherung der Arbeitskraft entscheidet, umso besser. Da sind wir uns sicherlich einig. Daß diese Absicherung jedoch nur dann etwas bringt, wenn man sie in jungen Jahren abschließt, ist jedoch in keinster Weise richtig.

Im Laufe eines Arbeitslebens wird, statistisch gesehen, jeder Vierte mindestens 1x berufsunfähig. Viele davon werden sogar aufgrund der selben Erkrankung, aufgrund Folgeerkrankungen oder auch anderer Erkrankungen mehrmals berufsunfähig.

Speziell ab dem 55ten Lebensjahr steigt die BU-Rate sehr stark an. Es ist also, neben der Berufsstarter-Phase, in der noch keine* Ansprüche aus der gesetzlichen Rentenversicherung bestehen (immerhin 60 Monate), demnach besonders wichtig, auch diesen Zeitraum 55+ abzudecken.

Mit Deiner Schilderung potentierst Du die Beschwerdestatistik und bei den meisten Versicherungen wirst sogar recht haben.
Aber eine Statistik besteht ja immer aus zwei Bereichen:
aus denen, die unter dem Durchschnitt liegen und
aus denen, die über dem Durchschnitt liegen.

Wer also eine 08/15-Versicherung für seine BU-Absicherung wählt, wird sicherlich das eine oder andere Problem haben wie z.B.

Endstation Berufsunfähigkeit
Von Holger Balodis und Dagmar Hühne

Statistisch gesehen wird jeder Vierte vor Erreichen der regulären Altersrente berufs- oder gar erwerbsunfähig. Doch die Betroffenen müssen oft Monate oder gar Jahre kämpfen, bis die vereinbarte Rente gezahlt wird.

Eine Berufsunfähigkeitsversicherung gehört für alle Berufstätigen und ganz besonders für Selbständige zu den sehr wichtigsten Versicherungen. [plusminus berichtete über den Fall von Hartmut Sammert, der durch das Verhalten zweier Versicherungen, die einen Gutachterstreit auf seinem Rücken austragen, seit nunmehr 14 Monaten ohne Einkommen ist. Bereits mit 44 Jahren musste der selbständige KfZ-Meister seinen Beruf aufgeben. Ein Bandscheibenvorfall sowie eine Arthrose des rechten Knies setzen ihn außer Gefecht. Jahrelange Behandlungen verschiedener Ärzte fruchteten nicht.

Rund ein Jahr dauerte es, bis die Provinzial Rheinland endlich die Berufsunfähigkeit anerkannte und die Rente zahlte. Nach fünf Jahren schickte der Lebensversicherer des Sparkassen-Finanzverbunds Hartmut Sammert schließlich erneut zu einem Gutachter und stellte anschließend die Rentenzahlungen ein. Gegenüber [plusminus erklärte die Provinzial: „Im Ergebnis bewertet Prof. Dr. Castro die Berufsunfähigkeit von Herrn Sammert auf orthopädischem Fachgebiet mit deutlich unter 50 Prozent.“

Bemerkenswert an dem Fall: Einige Monate später wurde Hartmut Sammert erneut zu einem Gutachter geschickt, diesmal allerdings im Auftrag seiner privaten Krankenversicherung, der Union Krankenversicherung (UKV). Der Hintergrund: Wäre Sammert tatsächlich nicht mehr berufsunfähig, müsste seine Krankentagegeldversicherung wieder aufleben und im Falle von nachgewiesener Arbeitsunfähigkeit zahlen. Der Gutachter der UKV stellte jedoch ebenso wie Sammerts behandelnder Arzt eine dauerhafte Berufsunfähigkeit fest. Somit muss die UKV nicht zahlen, da Krankentagegeld bedingungsgemäß nur bei vorübergehender Arbeitsunfähigkeit gezahlt wird und eben nicht bei dauerhafter Berufsunfähigkeit.

Kurios und für Hartmut Sammert besonders ärgerlich: Beide Versicherungen gehören zur Sparkassen-Finanzgruppe. Die UKV ist die Krankenversicherung der Provinzial und wird in den Provinzial-Agenturen vermittelt. Hartmut Sammert hatte seinerzeit das Paket „Provinzial Berufsunfähigkeit / UKV Krankentagegeld“ gewählt, um im Falle einer schweren Krankheit mit Sicherheit Geld zu erhalten. Nun will keine der beiden Versicherungen zahlen!

Gegenüber [plusminus erklärte hierzu die UKV: „Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die verschiedenen Gutachter zu unterschiedlichen Ergebnisse kommen, weil den beiden Tarifen (Krankentagegeld und Berufsunfähigkeitszusatzversicherung) unterschiedliche Bedingungswerke zu Grunde liegen.“ Aus diesem Grunde – so teilte die Provinzial Rheinland mit – „ist die Verwendung eines gemeinsamen Gutachtens (…) aus unserer Sicht nicht möglich.“ Fatal für den Kunden: Bei Vertragsabschluss wurde er über diese gefährliche Lücke im Versicherungsschutz nicht aufgeklärt. Die beiden Versicherungen wurden ihm als „Rund-um-Schutz“, der sich im Krankheitsfall ideal ergänzt, verkauft.

Hartmut Sammert hat die Provinzial-Versicherung mittlerweile auf Zahlung der Rente verklagt. Doch bis der Fall letztinstanzlich geklärt ist, können noch Jahre vergehen. So lange weiß Hartmut Sammert nicht, wovon er leben soll. Hinzu kommt, dass er die Prämien für die Versicherungen, die ihm trotz Krankheit keine Leistungen gewähren, weiter zahlen muss. In Zeiten ohne Einkommen eine enorme Gefahr: Schafft es der Erkrankte nicht mehr, die Prämien aufzubringen, verliert er möglicherweise seinen Versicherungsschutz und damit auch seinen Anspruch auf eine spätere Rentenzahlung.
Quelle: WDR - Plusminus

Gerade deshalb habe ich hier im Bricom-Forum einen Leitfaden eingestellt, mit dem im Prinzip jeder aus den wirklich hochwertigen Versicherern/Tarifen, die für ihn richtige BU-Versicherung herausfiltern kann. Speziell mit der verbindlichen Leistungszusage werden nämlich die wichtigsten Streit- und Leistungsverweigerungsgrundlagen aus der Welt geschafft.

Es ist eben nicht egal, welchen Versicherer, welchen Tarif man wählt. Es reicht nicht zu sagen, "Meine Arbeitskraft ist versichert", sondern es ist speziell bei der BU wichtig, daß man beim richtigen Versicherer und im richtigen Tarif versichert ist.

gruß justii
* mit wenigen Ausnahmen

Inaktiver User
23.04.2008, 06:32
.....Darüber hinaus geht es mir nicht nur darum, OB ich eine BU-Versicherung bekomme, sonden WAS mir eine solche nützen würde. Denn wie oft hört und liest man, wie sich die Versicherer im Schadensfall versuchen, vor der Leistung zu drücken, indem sie haargenau die Krankheitsgeschichte durchgehen, ob sie nicht was finden. Und wie oft werden sie dann fündig! Hier eine Unregelmäßigkeit, dort was verschwiegen - und trara, die Versicherung zahlt nicht! Das zieht für die Betroffenen nicht selten ermüdende Rechtsstreite nach sich. Und immer wieder gehen Leute leer aus. Und die hatten vielleicht sogar nur einen Hausarzt und keine Psychotherapie! Und was die über die vielen Jahre eingezahlt haben...!

...Ansonsten wirds zur Zitterpartie, ob man im Ernstfall wirklich was für sein Geld zurückerhält. ........

In so einem Fall hätte man das Geld besser in eine andere Vorsorge gesteckt.

......


Also eine BU-Versicherung, bei der man am Ende die Beiträge zurück erhält, wenn man keine Leistung bekommen hat...?

Gibts doch!

Und damit ist keine Kapitallebensversicherung mit BUZ gemeint, sondern eine waschechte BU-Versicherung.

Gruß justii

Inaktiver User
23.04.2008, 06:56
Eine BU-Versicherung, die am Besten noch die Beiträge für einen Sozialverband (http://de.wikipedia.org/wiki/Sozialverband) bezahlt, der im Streitfall bei der Duchsetzung der Ansprüche hilft und den BU-Kunden in sozialen (auch rentenbezogenen) und rechtlichen Problemen unterstützt und vertritt? :freches grinsen:

Das Ei des Kolumbus (http://de.wikipedia.org/wiki/Ei_des_Kolumbus) sozusagen :freches grinsen:

Gruß justii