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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : 2. AS nach FG notwendig



chili75
04.04.2008, 17:27
Hallo zusammen,

ich hatte Ende Februar eine MA mit anschließender AS in der 9. SSW.

Meine FÄ hat mich bei der ersten Nachuntersuchung mit "Alles Gute und bis in 6 Monaten oder so!" verabschiedet - dann jedoch wieder angerufen, als der Befund aus dem KH kam. Plötzlich sollte der HCG-Wert "weiter bis auf Null" verfolgt werden. Dann bekam ich auch noch komische Blutungen, die ich erst für meine Mens hielt, aber als es wiederholt auftrat, konnte das auch nicht mehr sein.

Gestern war ich deshalb noch einmal bei meiner FÄ und es wurde auch ein US gemacht. In der Gebärmutter war etwas zu sehen und mein HCG-Wert (so die heutige Erkenntnis) ist gestiegen. Jetzt soll nächsten Freitag eine erneute AS gemacht werden.:ooooh:

Hat irgendjemand hier schon mal etwas ähnliches gehört oder erlebt? Abgesehen davon, dass ich mich seit dem gestrigen Termin echt wieder richtig richtig mies fühle, frage ich mich, warum der HCG-Wert tatsächlich wieder steigt?
Rein theoretisch, könnte es sein, dass nicht nur die erste AS nicht gut war, sondern sich inzwischen schon wieder etwas Neues eingenistet hat?

Verunsicherte Grüße, chili

Inaktiver User
04.04.2008, 22:34
Hat irgendjemand hier schon mal etwas ähnliches gehört oder erlebt? Abgesehen davon, dass ich mich seit dem gestrigen Termin echt wieder richtig richtig mies fühle, frage ich mich, warum der HCG-Wert tatsächlich wieder steigt?
Rein theoretisch, könnte es sein, dass nicht nur die erste AS nicht gut war, sondern sich inzwischen schon wieder etwas Neues eingenistet hat?



Hallo chili,

Du stellst schwierige Fragen :blumengabe: !
Ich halte es für möglich, dass die Notwendigkeit zur zweiten Ausschabung nicht durch unsorgfältiges Arbeiten bei der ersten entstanden ist, sondern durch den Gewebsbefund selbst.
(Denn ich überlege: hätte es sich um einen Rest an Placentagewebe gehandelt -- dann wäre der doch im histologischen Befund nicht unbedingt aufgefallen, erst durch das steigende HCG ... "Kontrolle" haben sie aber schon vor dem Steigen Deiner HCG-Werte gerufen...)

Es könnte sich um eine gutartige Blasenmole gehandelt haben - die gibt es auch in partieller Form, d.h. auch wenn ein Embryo sichtbar war.
Ich halte die Wahrscheinlichkeit für hoch, dass nun bei der zweiten Ausschabung dieses Gewebe entfernt werden kann - weil nun der Befund bekannt ist ( ... oh, was für ein dünnes Eis: den Operateuren bekannt, mir ja nicht!!)

Zu Deiner zweiten Frage: dass sich "etwas Neues" eingenistet hat, halte ich für unwahrscheinlich - sowohl bei einem Placentarest als auch bei einer Blasenmole.
In beiden Fällen liegt die Gebämutterschleimhaut nicht in dem Zustand "vor", den sie am Ende der zweiten Zyklushälfte unter Gestageneinfluss hat und für eine Einnistung braucht, sondern steht noch unter dem Einfluss des HCG.

Alles Gute für Freitag - löchere doch vorher Deine Ärztin nochmal!
T.

chili75
07.04.2008, 20:11
Liebe Tarasjugina,

danke für Deine ausführliche und sachkundige Antwort, Du Fachfrau!! :blumengabe:

Ich war heute noch einmal bei meiner FÄ und es ist tatsächlich so wie Du vermutet hast: Die Nachcurettage wird zeigen, ob Plazentarest oder Blasemole. Danach muss weiterhin der HCG-Wert beobachtet werden, und im schlimmsten Fall, also wenn er weiter steigt, muss ich erst einmal meine eigene Gesundheit über/vor den Kinderwunsch stellen.

Da macht man sich natürlich so seine Gedanken, wenn man fast 33 ist, ist so ein Verschieben um 1 Jahr auch nicht mehr so easy.
Aber ich versuche trotzdem, optimistisch zu bleiben und mich nicht unterkriegen zu lassen. Na ja, manchmal liegt die Betonung auf "versuchen", manchmal gelingt es auch ein bisschen.

Ganz liebe Grüsse,
chili

Inaktiver User
07.04.2008, 22:49
Da macht man sich natürlich so seine Gedanken, wenn man fast 33 ist, ist so ein Verschieben um 1 Jahr auch nicht mehr so easy.
Aber ich versuche trotzdem, optimistisch zu bleiben


:blumengabe: Aber sicher bleibst Du optimistisch!
Liebe Grüße von einer, die mit 39 Erstschwangere war ... :smirksmile: - und alles Gute für Deine Gesundheit! T.

breeed
13.12.2009, 23:13
Hallo Chili 75, gibt es Dich noch hier?
Ich hatte mich mal durch die Fehlgeburts-Foren geklickt und war ganz fasziniert, hier einige Frauen mit ähnlicher Geschichte wie meiner zu finden. Ist jetzt zwar schon eine Weile her bei Dir, aber vielleicht magst Du mir ja berichten,wie es bei Dir weiterging? Körperlich, psychisch und konkret mit dem Kinderwunsch?
Doch zu mir: Ich habe einen 4-jährigen Sohn, und war im Septemeber 08 zum zweiten Mal Wunsch-schwanger (5 Monate nach Ziehen der Hormonspirale). Apotheken-test positiv, und dann 3 Wochen ungeduldiger Vorfreude vor dem ersten Gyn-Termin (weil man ja vor der 8./9. Woche noch nicht viel sehen können soll, hatte ich mir den Termin erst da geben lassen). Die Grosse Tochter meines Mannes war mit dabei, wir wollten sie mit der Nachricht überraschen. Dann der zu lange Blick auf den Ultraschall-Monitor. Es stimmt etwas nicht. Definitiv keine normale SS, kein Embryo ist zu sehen. Verdacht auf Blasenmole, Überweisung ins Krankenhaus zur Ausschabung. Ich wollte lieber eine stille Geburt, warten bis es sich von selbst verabschiedet. Ging zur Hebamme, die unterstützend Bauchmassagen machte, Homöopathie gab. Ich blutete, aber nicht stark genug. Mein Körper wollte nicht loslassen. Und ich konnte es ja auch noch nicht glauben, dass mein Glück sich ins Gegenteil verkehrte. Und immer noch "da drin" war. Ich entwickelte sehr ambivalente Gefühle meinem Körper, meinem Unterleib gegenüber. Zum einen passives Nicht-wahrhaben-Wollen/Verdrängen, zum anderen aktives da-weghaben-Wollen/Ablehnung.
Ich mache den Rest der Geschichte mal stichpunktartig, sonst wird es zu lang. Ausschabung, ß-hcg wieder angestiegen, nach 4 Wochen 2. Aussschabung, erneuter Anstieg des Hormons, Überweisung in die Uniklinik, MTX-Spritzen und ständige hcg-Kontrollen, insgesamt 6 Chemo-Zyklen à 5 Spritzen, weil das Hormon immer noch nicht genug gesunken war. Zwischenzeitlich natürlich immer aufkeimende Hoffnung, dass bald alles überstanden sei, anfangs hiess es, dass wahrscheinlich 1-2 Chemo-Zyklen ausreichen würden.
Dann ging ich zu einer Heilpraktikerin, die mir alle möglichen Zaubermittelchen gab zur Zellregenerierung und Entgiftung. Das hcg schwankte immer noch und die Ärzte wollten "vorsichtshalber" eine richtige Chemo machen. Ich erbat mir 4 Wochen Pause vor dieser Entscheidung, machte Neuraltherapie (Prokain-Injektionen in den Unterleib zur Gewebs-Regenerierung), und siehe da: nach 4 Wochen war das Ultraschallbild ohne Befund! Langsames Wiederaufrappeln in einen Alltag ohne die regelmässige Krankenhaus-Fahrten (das waren fast 3 Monate!), Kräfte sammeln, wieder nach vorn denken. Und alles schien ok. Bis dann im Mai/Juni 09 in meinem Umfeld 5 gute Freundinnen und meine Schwester ihre gesunden Babies bekamen (bei mir wäre der Geburtstermin am 19. Mai 09 gewesen) und ich mich direkt nach der Geburt für eine Woche um das Kind meiner Schwester und um sie kümmerte. Danach brach meine Welt zusammen. Ich war total unausgeglichen, reizbar, kapselte mich ab, brach scheinbar grundlos in Tränen aus, war für mich und mein nächstes Umfeld ein Rätsel und eine echte Plage. Dazu kamen Antriebslosigkeit, Unzufriedenheit mit mir und meinem Job, Haarausfall und schlimme Schulterverspannungen. Mal mehr, mal weniger, über 4-5 Monate.
Habe mich jetzt zu einer Psychotherapie durchgerungen und hoffe dort zu lernen, etwas offener mit diesen Wunden umgehen zu können, über Trauer, Ängste und Sorgen sprechen zu können (warum denkt man nur immer, man könne sein Umfeld damit nicht belasten? Es nicht zu tun, ist auf Dauer viel belastender für alle!)
Und ich möchte mir klarer darüber werden, ob ich überhaupt nochmal ein Kind haben möchte. Manchmal denke ich, es muss gar nicht mehr sein, es würde mich mittlerweile viel zu sehr stressen, alles nochmal von vorn, auch die Baby- und Kleinkindzeit. Ich bin jetzt 32, mein Mann aber schon 44. Auch das ist so ein Thema, er hat ja schon 2 Kinder, ich erst eins. Für ihn wäre das ok so, ich hatte mir damals wirklich sehnlichst dieses zweite Kind gewünscht, und er sagte aus Liebe irgendwann ja dazu. Diese ganze unglückselige Geschichte hat mich aber von diesem Wunsch im Moment sehr weit entfernt. Ist er überhaupt noch da? Ich möchte auf keinen Fall davor weglaufen nur wegen dieser schlechten Erfahrung, und es womöglich später bitter bereuen, es nicht doch nochmal probiert zu haben.
Kennst Du diese Sorgen?
Ich würde mich sehr über einen Austausch freuen. Bisher habe ich nämlich noch niemanden kennengelernt, der auch eine Blasenmole hatte.
Vielleicht gibt es Dich ja noch in diesem Forum, dann schreib doch mal, ja?
Liebe Grüsse und sorry für diesen langen, langen Eintrag,
breeed