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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Anrede in Brief an Rechtsanwalt



Inaktiver User
01.04.2008, 12:48
Hallo,

eigentlich dachte ich ja immer, ich wüsste zumindest theoretisch für alle Lebenslagen, was sich gehört, aber nun muss ich hier tatsächlich eine Frage zur korrekten Anrede stellen.

Also: ich muss einen Brief an einen Rechtsanwalt schreiben. Der schreibt mich immer ganz korrekt an, schon allein deswegen möchte ich keinen Fehler machen.

Schreibe ich "Sehr geehrter Herr Rechtsanwalt Meier," Oder einfach nur "Sehr geehrter Herr Meier" Oder wie :wie?:

In seinem Briefbogen steht "Dr. Müller und Kollegen. Dr. jur. Müller. Meier, Rechtsanwalt. Schmidt, Rechtsanwalt". Da der Rechtsanwalt so explizit bei den nichtpromovierten Kollegen hinter dem Namen steht, gehe ich davon aus, dass ich den RA dann auch in der Anrede verwende?

Ach ja: ich selbst bin Frau Doktor M. Werde von ihm wie gesagt auch so angeschrieben.

Ich habe mal gelernt, dass man von "oben" nach "unten" keine Titel verwenden muss. Also der Herr Professor muss den Herrn Doktor nicht mit Titel anreden. Aber ich habe auch gelesen, dass das uU nur innerhalb eines Faches gilt. Dass der Herr Soziologieprofessor den Herrn Dr. med. folglich durchaus mit "Herr Doktor" ansprechen sollte.

Da der Rechtsfall, wegen dem ich den Schriftverkehr führe, sowieso recht heikel ist, möchte ich mich absolut korrekt verhalten und den Herrn Meier nicht durch inkorrekte Anreden verärgern.

Vielleicht könnt Ihr mir ja helfen?

Danke und Grüße

Monamarie

Inaktiver User
01.04.2008, 12:59
Hallo Monamarie,

ich würde "Sehr geehrter Herr Rechtsanwalt Meier" schreiben, da Du ja an ihn als Anwalt und nicht als Privatperson schreibst.

LG
Pianoforte

Inaktiver User
01.04.2008, 13:01
"Sehr geehrter Herr RA (oder ausgeschrieben) Meier"
habe ich im Anwaltspraktikum oft gelesen, halte es aber für formal nicht korrekt: RA ist kein Titel, sondern eine Berufsbezeichnung. Trotzdem: wenn's politisch sinnvoll ist, und sich der Herr RA dir gegenüber aufgewertet vorkommt, dann schreib's ruhig.
[OT: am besten fand ich immer noch "allseits hochgeschätzter Herr Kollege" - wenn im Hauptteil des Briefes dann dessen Geisteskraft stark angezweifelt wurde]

die "von-oben-nach-unten"-Regel kenne ich als veraltet - nur, dass man innerhalb eines Faches (Dr. iur zu Dr. iur) den Doktor weglässt, ist heute auch noch so, während sich Doktoren fremder Fächer (Dr. iur und Dr. med) korrekt titulieren.

Inaktiver User
01.04.2008, 13:07
sehr geehrter herr meier.

wie tanguera schrieb 'anwalt' ist kein titel. und bei solchen kanzleien steht meist hinter dem namen die berufsbezeichnung um klar zu machen: der mann ist anwalt, kein notar.

Inaktiver User
01.04.2008, 13:14
Danke für Eure schnellen Antworten.


"Sehr geehrter Herr RA (oder ausgeschrieben) Meier"
habe ich im Anwaltspraktikum oft gelesen, halte es aber für formal nicht korrekt: RA ist kein Titel, sondern eine Berufsbezeichnung.

Damit umschreibst Du ziemlich genau mein Problem. Ich hätte auch gedacht, dass RA eigentlich kein Titel ist und deshalb nicht in die Anrede gehört. Falsche Titulierungen lassen ja uU auch Zweifel am Wissen des Schreibenden aufkommen. Andererseits verstehe ich aber auch, dass ein Herr RA Meier nicht einfach ein Herr Meier ist. Immerhin hat er ja mit Erfolg ein Jurastudium absolviert (und davor habe ich wirklich Respekt!). Aber es gibt eben keinen richtigen Titel für ihn, so lange er nicht promoviert hat.

Ist ja ähnlich bei den Medizinern. Wenn die keinen Doktortitel tragen, sind sie Arzt, und eigentlich zeugt es von Unbildung, sie trotzdem mit "Herr Doktor" anzureden. Und "Herr Arzt" oder "Herr Dipl.-Med." ist auch weder überzeugend noch korrekt. Ich hatte früher mal eine Chefin, in deren Briefbogen stand "DBC Liese Müller". Es hat eine Weile gedauert, bis ich rausfand, dass "DBC" für "Diplom-Biochemikerin" steht und dass diese Frau zeitlebens unter ihrer abgebrochenen Promotion gelitten hat...

Mit dem RA habe ich übrigens auch schon telefoniert. Von der Stimme her schätze ich, dass er wesentlich jünger ist als ich. Das macht es nicht unbedingt leichter.





Trotzdem: wenn's politisch sinnvoll ist, und sich der Herr RA dir gegenüber aufgewertet vorkommt, dann schreib's ruhig.


Wenn ich das wüsste. Ich habe keine Ahnung...



[OT: am besten fand ich immer noch "allseits hochgeschätzter Herr Kollege" - wenn im Hauptteil des Briefes dann dessen Geisteskraft stark angezweifelt wurde]



Das gefällt mir. :freches grinsen: :freches grinsen:

Überhaupt finde ich die Juristensprache durch ihre Ironie und Hintergründigkeit teilweise sehr amüsant. Auch manche Urteile, die man so in Juris nachlesen kann, sind absolut unterhaltsam.

Promethea71
01.04.2008, 14:30
Hallo,

als Anwältin fände ich es merkwürdig, mit meiner Berufsbezeichnung angesprochen zu werden.

Ich finde die Anrede "Sehr geehrte Frau Promethea" oder unter Kollegen Sehr geehrte Kollegin Promethea" als richtig.

Ich hole meine Brötchen ja auch nicht bei der "Sehr geehrten Frau Bäckereifachverkäuferin Müller".

Also, meine Meinung, Name reicht.

Lukulla
01.04.2008, 14:41
RA ist kein Namensverlängernder Titel wie etwa Dr. oder Professor.
Unter Umständen wird die Berufsbezeichung mit in die Anrede reingeommen, bei besonders wichtigen Personen/Funktionen. Beispiel: Sehr geehrter Herr Ministerpräsident XY.

Bei einem RA würde ich das RA aber in der Anrede weglassen.

Dass er Dich, Monamarie, korrekt anschreibt, nämlich mit Sehr geehrte Frau Dr. Monamarie, halte ich für eine Selbstverständlichekit. :smile:

Inaktiver User
01.04.2008, 15:53
mag noch jemand was zur "von-oben-nach-unten"-Regel sagen? Bis nach der mündlichen Prüfung muss ich doch wissen, bei wem ich dann den Dr. weglassen darf *grins*

Inaktiver User
01.04.2008, 16:41
Danke für Eure weiteren Kommentare. Da deutet sich ja eine Tendenz an: RA ist kein namensverlängernder Titel. Wer aber eine gewisse Ehrfurcht vor diesem Berufsstand hat, setzt die Berufsbezeichnung dennoch hinzu, ähnlich wie beim Herrn Geheimrat anno dazumal. :smile:


Dass er Dich, Monamarie, korrekt anschreibt, nämlich mit Sehr geehrte Frau Dr. Monamarie, halte ich für eine Selbstverständlichekit. :smile:

Sollte man meinen. Aber weder seine Mandantin noch die Behörden, die in den Fall involviert sind, reden mich mit Titel an. (Eh Nachfragen kommen: nein, mein Titel steht nicht zur Diskussion, es geht um was völlig anderes.) Die eine Behörde schreibt sogar konsequent meinen Namen falsch. Da fällt es dann direkt auf, dass mich der Herr Rechtsanwalt :smirksmile: korrekt anredet.

Mandelbluete
01.04.2008, 17:06
Hallo,

weil ich ja sozusagen vom Fach bin:

Ich werde sowohl mit "Frau Rechtsanwältin Mandelblüte" als auch mir "Frau Mandelblüte" angeschrieben - sowohl von Privatleuten als auch von Firmen, Versicherungen, Banken etc. Korrekt ist für mich die zweite Variante, eben weil RA bzw. RAin kein Titel ist. Aber auch die erste Variante ist zumindest nicht unüblich, sodass sich daran mit Sicherheit kein Kollege stoßen wird.

Mandelblüte

Inaktiver User
01.04.2008, 18:33
Hallo zusammen,

ich muss auch noch meinen Senf dazugeben. Also, normalerweise ist Rechtsanwalt für mich genauso eine Berufsbezeichnung wie jede andere auch.
Es gibt aber viele, die diese Berufsgruppe dann auch so ansprechen, genauso, wie es früher mal "Herr Lehrer" oder " Herr Pfarrer" hieß (wobei das mit dem Pfarrer wohl immer noch so üblich ist).
Eigentlich ist es Quatsch, aber selbst die Gerichte schreiben auf ihre Post "Herrn RA"...Und ich kenne auch genügend Anwälte, die, wenn sich vorstellen oder am Telefon melden, sich mit ihrer Berufsbezeichnung melden.
Und um noch auf die Promovierten zurückzukommen - bei Ärzten gilt in der Bevölkerung offensichtlich, dass jeder, der als Arzt arbeitet, auch ein Doktor ist. Doktoren aus anderen Fachgebieten dagegen sprechen die meisten Menschen aber ohne Titel an - ein Doktor kann halt nur ein Arzt sein....:zwinker:
Also, ich denke mal, der RA wird sich nicht ärgern, wenn Du "Herrn RA..." schreibst, aber auch dann nicht, wenn Du die Berufsbezeichnung weglässt. Da scheint es mir keine Vorschriften zu geben, oder sprechen wir vielleicht andere Leute mit ihrer Berufsbezeichnung an?

LG
rolu

Lukulla
01.04.2008, 19:19
mag noch jemand was zur "von-oben-nach-unten"-Regel sagen? Bis nach der mündlichen Prüfung muss ich doch wissen, bei wem ich dann den Dr. weglassen darf *grins*

Wenn Du promoviert bist, und Kollegen/innen aus Deinem Fachgebiet triffst - Beispiel, Deines wäre Theaterwissenschaft, dann alles, was Geisteswissenschaftler sind - und Du davon ausgehst, dass sie auch wissen, dass Du einen hast, dann kannst Du den Titel in der Anrede weglassen.

Ich würde am Anfang allerdings konsequent den anderen MIT Titel anreden, bis im Gespräch, via Mailkontakt etc. herauskommt, dass IHR beide einen habt. Erst danach umsteigen auf Herr/Frau Anrede.

Als promovierte Theaterwissenschaftlerin aber einen Mediziner, bei dem Du zur Untersuchung bist, statt mit Dr. Brinkmann nur mit Herr Brinkmann anzureden, finde ich übertrieben. Ausnahme selbstverständlich, wenn er Dir das so anbietet.

Solltest Du Dir unsicher sein, gilt Regel Nummer eins: Alter vor Jugend. Das heisst, Du wartest, bis der/die Ältere Dir anbietet, auf die Dr. Anrede zu verzichten.

Inaktiver User
01.04.2008, 19:45
mag noch jemand was zur "von-oben-nach-unten"-Regel sagen? Bis nach der mündlichen Prüfung muss ich doch wissen, bei wem ich dann den Dr. weglassen darf *grins*

Ich kenne es so, dass, wenn beide "gleichwertige" Titel führen, diese meist weggelassen werde.

Nur Mediziner bestehen häufig auch promovierten Leuten aus anderen Fachbereichen gegenüber auf ihren Titel, wahrscheinlich um zu betonen, dass sie im Gegensatz zu dem anderen mit einer Seminararbeit zu ihrem Titel gekommen sind .... :smirksmile:

Inaktiver User
01.04.2008, 20:17
Danke für die Klarstellung - dann hatte ich das ja richtig im Kopf (und muss nur noch warten, bis ich's anwenden kann... *genervt*)

Inaktiver User
04.04.2008, 11:25
"DBC Liese Müller". Es hat eine Weile gedauert, bis ich rausfand, dass "DBC" für "Diplom-Biochemikerin"

Das ist keine Spezial-Marotte der Dame, sondern die Abkürzung, wie sie in Ostdeutschland üblich war + heute auch teilweise noch verwendet wird.

Inaktiver User
04.04.2008, 11:31
Nur Mediziner bestehen häufig auch promovierten Leuten aus anderen Fachbereichen gegenüber auf ihren Titel, wahrscheinlich um zu betonen, dass sie im Gegensatz zu dem anderen mit einer Seminararbeit zu ihrem Titel gekommen sind .... :smirksmile:

:freches grinsen: :freches grinsen: :freches grinsen:

Noch schlimmer deren Sekretärinnen ! Ich habe an der Uni eine (med. Prof.) Sekretärin mal fast in den frühzeitigen Herzinfarkt getrieben, weil ich ihr sagte, ich wolle Herrn Meier sprechen.

WEEENNN bitte ????!!!!! :ooooh:

Inaktiver User
05.04.2008, 19:30
Auch schon in einem Schreiben von Jurist zu Jurist gefunden:

Allerwertester Herr Kollege...

und entsprechend sarkastisch-unfreundlicher Inhalt.

Ich empfehle es ausdrücklich nicht zur Nachahmung!

Inaktiver User
05.04.2008, 22:37
ich arbeite auch in einer Kanzlei und die meisten schreiben als Anrede
"Sehr geehrte(r) Herr / Frau XXX"
in der Anschrift steht allerdings oft "Herrn Rechtsanwalt YY XX" (obwohl wir eigentlich eine Sozietät sind ... )

OT:
an andere Anwälte schreiben wir auch immer "Sehr geehrter Herr Kollege XX" und "mit freundliche kollegialen Grüßen".
Irgendwer hat mir mal erzählt, dass das Weglassen von "Kollege" bzw "kollegialen" unter Anwälten bedeutet, dass der andere einen mal kreuzweise ... kann das jemand bestätigen?

Inaktiver User
08.04.2008, 12:37
@Schoko-addict:

ich bin nur dafür zuständig, solche Post auf diverse Anwälte zu verteilen, aber will dennoch mal meine persönliche Interpretation zu der Floskel loswerden:

Ich lese darin eher eine drohung - sowas wie "brauchst nicht versuchen, mich mit Paragrafengeschwafel oder Klugscheißen zu beeindrucken oder zu verwirren, ich bin selber Anwalt".
Und ich sehe eine Provokation - wenn die bezeichnung Kollege in einem schreiben von Assessor zu Dr. jur. ausgiebig verwendet wird.

bwoi
22.11.2011, 13:48
Hallo,
na so hört Euch mal meine Meinung zum Thema an.

Ich schreibe immer " Sehr geehrter Herr Anwalt Meyer,"
und das, weil er als Anwalt mein Anliegen vor einem Gericht
vertreten soll.
Das Gericht spricht immer ein Urteil, will sagen ob es gerecht
ist ist eine völlig andere Sache.
Der Herr Anwalt gibt sein Bestes als juristisch ausgebildete Person
und wenn er mein Recht nicht umsetzen kann innerhalb seiner
beruflichen Tätigkeit zum Anliegen wird er immer sagen zu seiner
Entlastung als erfolgsorientierter Jurist,

" Wir haben ein Urteil erhalten " !

Warum soll ich ihn als Rechtsanwalt bezeichnen, wenn er mir
kein Recht verschaffen kann...., selbst wenn kann es ja für den
Gegner als Unrecht empfunden werden, was mich auch einbißchen
stört!

Er übt einen Beruf aus und hat die Fachbezeichnung Rechtsanwalt wo immer
dieser Begriff auch herstammen mag, ist mir egal !

Ich schreib ja auch nicht zu meinem Schlosser, "
Sehr geehrter Herr Schlosser,"
vielen Dank das Sie mir mein Haustürschloss eingebaut haben....:kuss:

Inaktiver User
22.11.2011, 14:26
Wenn Du promoviert bist, und Kollegen/innen aus Deinem Fachgebiet triffst - Beispiel, Deines wäre Theaterwissenschaft, dann alles, was Geisteswissenschaftler sind - und Du davon ausgehst, dass sie auch wissen, dass Du einen hast, dann kannst Du den Titel in der Anrede weglassen.

Ich würde am Anfang allerdings konsequent den anderen MIT Titel anreden, bis im Gespräch, via Mailkontakt etc. herauskommt, dass IHR beide einen habt. Erst danach umsteigen auf Herr/Frau Anrede.

Als promovierte Theaterwissenschaftlerin aber einen Mediziner, bei dem Du zur Untersuchung bist, statt mit Dr. Brinkmann nur mit Herr Brinkmann anzureden, finde ich übertrieben. Ausnahme selbstverständlich, wenn er Dir das so anbietet.

Solltest Du Dir unsicher sein, gilt Regel Nummer eins: Alter vor Jugend. Das heisst, Du wartest, bis der/die Ältere Dir anbietet, auf die Dr. Anrede zu verzichten.

Ich hatte noch nie etwas von der "oben-unten-Regel" gehört und finde die dahinter liegende Idee halb peinlich, halb erheiternd. Sie entspricht auch nicht meiner Lebenserfahrung.
In der Uni kenne ich es so: Titel werden im normalen Umgang immer weggelassen, auch die Studenten reden Profs als Frau/Herr Müllermeierschulze an.
Ansonsten läuft es bei mir (und bei vielen KollegInnen) so: Bei offiziellen beruflichen Anlässen wird der Titel angegeben. Weder beruflich noch privat käme ich auf die Idee, mich mit Titel vorzustellen, ich unterschreibe selbstverständlich auch nicht mit Titel.
Wenn jemand meint, mich mit Titel anreden zu müssen, kann er das tun - aber die Zahl der Menschen, die das nicht tun wächst (was ich ok finde). Ich rede Leute ohne Titel an, auch die Ärzte:freches grinsen: Sie überleben es ganz gut - ich auch.
Bei offiziellen Anschreiben (z.B. promovierter RA) benutze ich natürlich den Titel (nicht aber eine Berufsbezeichnung).

junifrau02
29.11.2011, 17:11
Hallo,
na so hört Euch mal meine Meinung zum Thema an.

Ich schreibe immer " Sehr geehrter Herr Anwalt Meyer,"
und das, weil er als Anwalt mein Anliegen vor einem Gericht
vertreten soll.
Das Gericht spricht immer ein Urteil, will sagen ob es gerecht
ist ist eine völlig andere Sache.
Der Herr Anwalt gibt sein Bestes als juristisch ausgebildete Person
und wenn er mein Recht nicht umsetzen kann innerhalb seiner
beruflichen Tätigkeit zum Anliegen wird er immer sagen zu seiner
Entlastung als erfolgsorientierter Jurist,

" Wir haben ein Urteil erhalten " !

Warum soll ich ihn als Rechtsanwalt bezeichnen, wenn er mir
kein Recht verschaffen kann...., selbst wenn kann es ja für den
Gegner als Unrecht empfunden werden, was mich auch einbißchen
stört!

Er übt einen Beruf aus und hat die Fachbezeichnung Rechtsanwalt wo immer
dieser Begriff auch herstammen mag, ist mir egal !

Ich schreib ja auch nicht zu meinem Schlosser, "
Sehr geehrter Herr Schlosser,"
vielen Dank das Sie mir mein Haustürschloss eingebaut haben....:kuss:

Wenn du nicht "Sehr geehrter Herr Schlosser XY" schreibst, kannst du dir auch das "Anwalt" ohne "Rechts" sparen. Noch dazu, weil die Leute, die das lesen, eh nicht wissen aufgrund welches Gedankenganges du "Rechts" unter den Tisch fallen lässt. Oder erklärst du das dann immer erst noch extra?

AnnaM
04.12.2011, 18:48
Es gibt aber viele, die diese Berufsgruppe dann auch so ansprechen, genauso, wie es früher mal "Herr Lehrer" oder " Herr Pfarrer" hieß (wobei das mit dem Pfarrer wohl immer noch so üblich ist).


Das mit dem Lehrer und dem Pfarrer ist anders! Es hieß nur "Herr Lehrer" oder "Herr Pfarrer". Der Nachname wurde ganz weggelassen.

Ich überlege auch gerade: Wenn ich den Anwalt mit "Herr Anwalt Meier" anrede oder anschreibe, dann müsste ich das doch bei allen anderen Berufen genau so machen? Die haben sich doch auch angestrengt, ihre Berufsausbildung zu schaffen.

Fender
05.12.2011, 10:23
Ich hatte noch nie etwas von der "oben-unten-Regel" gehört

Zumal - wenn es sie gäbe - die bei Prof. und Dr. nicht passt.
Ein Professor ist ja nicht "mehr" als ein Doktor. Sondern etwas ganz anderes.

Tsts
05.12.2011, 10:37
Ansonsten läuft es bei mir (und bei vielen KollegInnen) so: Bei offiziellen beruflichen Anlässen wird der Titel angegeben. Weder beruflich noch privat käme ich auf die Idee, mich mit Titel vorzustellen, ich unterschreibe selbstverständlich auch nicht mit Titel.
Wenn jemand meint, mich mit Titel anreden zu müssen, kann er das tun - aber die Zahl der Menschen, die das nicht tun wächst (was ich ok finde). Ich rede Leute ohne Titel an, auch die Ärzte:freches grinsen: Sie überleben es ganz gut - ich auch.
Bei offiziellen Anschreiben (z.B. promovierter RA) benutze ich natürlich den Titel (nicht aber eine Berufsbezeichnung).


So ungefähr halte ich es auch.

Buemie
30.12.2011, 18:34
Solch ein Briefwechsel gilt als Geschäftsbrief/Post. Da sind die Titel fällig, ohne wenn und aber und wenn der Prof. noch fünf weitere Prof. und Dr. Titel führt. Zumindest sollten so viele Titten benannt werden, wie er auf seinem Briefkopf zu stehen hat. Erst im Laufe der Zeit, bei längeren Briefwechseln oder persönlichen Kontakten könnten die Titel möglicherweise entfallen. Dabei ist aber feinstes Fingerspitzengefühl gefragt.

Sariana
30.12.2011, 18:37
Solch ein Briefwechsel gilt als Geschäftsbrief/Post. Da sind die Titel fällig, ohne wenn und aber und wenn der Prof. noch fünf weitere Prof. und Dr. Titel führt. Zumindest sollten so viele Titten benannt werden, wie er auf seinem Briefkopf zu stehen hat. Erst im Laufe der Zeit, bei längeren Briefwechseln oder persönlichen Kontakten könnten die Titel möglicherweise entfallen. Dabei ist aber feinstes Fingerspitzengefühl gefragt.

Wohl maximal zwei, sofern er weiblich ist :freches grinsen:

AnnaM
30.12.2011, 22:39
Der schreibt doch wohl nicht tatsächlich auf seinen Briefkopf alle seine Titten drauf???

Was soll uns diese Fehlleistung jetzt sagen?? Tippfehler ist das doch nicht, oder?

Michael_Collins
30.12.2011, 22:47
......Zumindest sollten so viele Titten benannt werden, wie er auf seinem Briefkopf zu stehen hat. ...... Dabei ist aber feinstes Fingerspitzengefühl gefragt.

Das ist wohl klar. Aber manchmal ist es auch gewünscht sie härter anzufassen.

Knuffilein
08.01.2012, 19:36
Hallo,

ich würde einfach "Sehr geehrter Herr Meier" schreiben und wenn er den Titel Dr. hat; selbigen natürlich mit dazu.


Gruß