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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Bin verzweifelt: Angst und keiner kann mir helfen



Inaktiver User
25.03.2008, 12:07
Hallo Ihr Lieben,

ich schreibe hier, weil ich verzweifelt bin und nicht mehr weiter weiß.

Ich habe vor drei Jahren morgendliche Panikattacken bekommen, ausgelöst durch einen beruflichen Abteilungswechsel. Die Attacken haben sich bald in permanente Angst gewandelt, die an guten Tagen nachmittags nachläßt (Angstneurose). Ich habe eine tiefenpsychologisch fundierte Therapie gemacht und nach einem Jahr bis heute mache ich eine Verhaltenstherapie. Eine 8-wöchige Kur hat mir nur bedingt geholfen. Ich habe mehrere Antidepressiva ausprobiert, die alle nicht geholfen haben.
Meine Geschichte: Ich hatte Eheprobleme, mein Mann ist gehemmt, hat Schwierigkeiten mich als Sexualpartner zu sehen. Vor zwei Jahren, während meiner Ehe habe ich mich in einem lebenslustigen Mann verliebt, der einige Defizite meiner Ehe ausgeglichen hat. Nach über einem Jahr, in dem die Beziehung parallel zu meiner Ehe lief und geprägt war von Angst und Depressionen habe ich dann nach 8 Jahren meine Ehe beendet. Leider hat mein Freund Seiten, die erst nach dem Ende meiner Ehe deutlich wurden: u.a. hat er eine sehr enge Bindung zu einem befreundeten Ehepaar, daß unsere Beziehung sehr torpediert hatte. Nach seiner Aussage gibt es nur ihn mit diesem Ehepaar. Mir blieb nach langen Gesprächen nur übrig auch diese Beziehung zu beenden.
Jetzt bin ich kurz davor meinen Job zu kündigen: Er ist sehr anstrengend, überfordert mich und meine Vorgesetzten drangsalieren mich. Ich möchte mich jetzt als Kommunikationstrainer selbständig machen.

Ich habe nach wie vor massive Angst und dadurch bedingt Depressionen. Mein Neurologe sagt mir, daß ich körperlich gesund bin und die Angst aushalten muss. Der Therapeut sagt, daß ich mir mein Leben so einrichten muss, daß ich glücklich bin. Ich ändere schon so viel, es bessert sich aber nicht.

Ich bin so verzweifelt. Ich kann das Leben so nicht aushalten. Was soll ich nur tun?

Hilflose Grüße
Yeli

Burnout
25.03.2008, 19:41
Hallo



Selbständig sich zu machen und deinen festen job auf zu geben Hm sei vorsichtig damit bitte ...! Kannst du es nicht erstmal am Wochenende probieren also meine als Kommunikationstrainer ..! Obwohl ich nicht wirklich weiß was das für ein Job genau ist ..!

Oder lass dich krank schreiben und mach es erstmal in der zeit...!... hört sich gemein an aber du darfst nach meinem wissen drei Monate ohne Gewerbeschein Arbeiten ...??!!??!!

Aber wenn du es absolut nicht mehr aushältst und es dir so halbwegs Finanziell gut geht lebe deine träume ... !!




Selbständig heißt immer sehr viel stress und viel Mut ...!Vergesse das bitte nicht ... ! Ich habe es auch gewagt und ja es ist gut gegangen und habe sehr großen erfolg ...! Habe alleine angefangen und wir sind jetzt ca. 100 Leute .. aber es kann auch anders werden und einen finanziell ruinieren ...!!


Hoffe konnte ein bissel helfen ...!


lg burnout

Lizzie64
25.03.2008, 19:45
lieber burnout,

ich finde es nicht so geschickt, hier einfach ohne fundierten hintergrund medikamente zu empfehlen, zumal dieses ausschließlich ein arzt tun sollte.

liebe yeli!

ich schließe mich burnouts tipp an: kannst du dich erst mal eine weile krank schreiben lassen? begründet wäre das durch deinen zustand allemal!

liebe grüße,
liz

zwischenruf.
25.03.2008, 19:53
Wie geht das denn, "die Angst annehmen"? Ich versuche, mich nicht unterkriegen zu lassen, den Alltag zu bewältigen, ein Sozialleben aufrechtzuerhalten, aber es geht mir trotdem dreckig.


liebe yeli,
ich habe dein post von dem anderen thread hier teilweise rüberkopiert, weil ich glaube, dass hier der knackpunkt liegt.
da ist sehr viel passiert bei dir in den letzten jahren, du selbst hast viel verändert.
wie burnout denke ich auch, dass selbständigkeit auf sehr festen füßen stehen sollte.
deine angst kann dir niemand nehmen. sicher hast du sie schon mit therapeutischer hilfe zerteilt und von vielen seiten begutachtet.

was mir geholfen hat: rückzug (und ich bin eine was-kostet-die-welt-frau)dorthin, wo ich mich wohlfühle.
viele dinge nicht mehr "müssen", nicht immer über jede angst drüberackern.
(zb. bin ich mit dem auto zur arbeit gefahren. jetzt fahre ich mit öffis. dauert länger, aber ich nehme die zeit bewusster wahr, setze mich nicht dem zeitdruck des autofahrens aus)
malen hat mir geholfen. hab ich noch nie gemacht, kann ich auch gar nicht. macht aber nix.


der anspruch, jetzt sofort glücklich sein zu müssen, ist verdammt hoch.
für den anfang reicht es zu sagen: aha, der tag war ok.

:blumengabe:

zwischenruf.
25.03.2008, 19:56
Mein Neurologe sagt mir, daß ich körperlich gesund bin und die Angst aushalten muss

das finde ich übrigens auch heftig.
ich hatte massive angst vor antidepressiva, aber der neurologie hat sie mir verschieben, ich bin vorsichtig drangegangen und nach einem halben jahr (ich habe sie jetzt langsam ausgeschlichen) muss ich sagen, sie waren hilfreich.

Burnout
25.03.2008, 20:29
re

sorry haste recht Gelöscht das soll nicht meine Aufgabe sein und die Kompetenz habe ich auch nicht sorry

lg burnout

Lizzie64
25.03.2008, 20:31
re

sorry haste recht Gelöscht das soll nicht meine Aufgabe sein und die Kompetenz habe ich auch nicht sorry

lg burnout

prima, dankeschön!

Inaktiver User
25.03.2008, 21:28
Hallo,

vielen Dank für eure Beiträge. Ich weiß, daß Selbständigkeit hart und kein Zuckerschlecken ist. Ich habe mich bereits über den Jahreswechsel fast 3 Monate krank schreiben lassen (u. a. Kur). Es hat mir geholfen, aber nicht die Situation auf der Arbeit verbessert. Ich möchte nur noch raus dort, es wird schon irgendwie weitergehen.

Mich macht einfach hilflos, daß mich die Angst überfällt, mal einen Tag bleibt, mal eine Woche. Ich versuche auch nur noch von Tag zu Tag zu leben und mir weiter mein Leben so einzurichten, wie es mir guttut. Trotzdem fühle ich mich oft verzweifelt und hilflos, da ich nicht weiß, ob und wann es besser wird.

Liebe Grüße an alle
Yeli

Burnout
25.03.2008, 23:08
Hallo,

re

Möchte Dir sagen das es erstmal ganz ok wenn du von tag zu tag lebst ..!.... zwar nicht auf dauer aber ja es wird alles gut und Du musst Dir immer Sagen Das Der Weg Das Ziel ist ..!

Versuche mit der Angst einen Kompromiss zuschließen .... hört sich verrückt an aber es Hilft Hoffe ich ...! Muss immer wieder sagen Das es Mir in manchen Situationen hilft und das es kein patent Rezept ist für alle ok ...!
Und ja alles wird besser irgendwann es dauert aber es wird besser bin auch in einer sehr Heftigen Situation zur zeit Kannst mir Glauben ... aber mein Therapeut sagte gestern am tel. zu mir das ich mich gaaaaaanz langsam daran erinnern soll das es von tag zu tag besser wird und das man auch wieder zurück fehlt aber das es auf dauer immer besser wird alles wird auf dauer besser ....!

Hoffe ein bissel Geholfen zu haben ...!

lg Burnout

Inaktiver User
26.03.2008, 06:32
Liebe Burnout,

danke für deine liebe Mail.
Ich bin mitten in der Nacht wieder mit massiver Angst aufgewacht die bis jetzt anhält, sitze seit einer Stunde am Computer und suche im Internet nach passenden Jobs. Ich bin total verunsichtert und zweifle, ob einfach kündigen und sich in die Selbständigkeit stürzen das Richtige für mich ist. Aber noch länger auf der Arbeit aushalten ist auch schwierig.... Ich darf jetzt nicht durchdrehen... Ich fühle mich so unter Druck... Aber ein festen Job zu haben bedeutet ja auch erstmal Sicherheit und wenn es gar nicht mehr geht, lasse ich mich halt wieder krankschreiben... fühle mich so einsam (obwohl ich Freunde habe), stürze gerade wieder ab...

schluppi
26.03.2008, 06:51
...Ich habe vor drei Jahren morgendliche Panikattacken bekommen, ausgelöst durch einen beruflichen Abteilungswechsel.
...du kennst die Ursache und unternimmst nichts? :zwinker:


Die Attacken haben sich bald in permanente Angst gewandelt, die an guten Tagen nachmittags nachläßt (Angstneurose). Ich habe eine tiefenpsychologisch fundierte Therapie gemacht und nach einem Jahr bis heute mache ich eine Verhaltenstherapie. Eine 8-wöchige Kur hat mir nur bedingt geholfen. Ich habe mehrere Antidepressiva ausprobiert, die alle nicht geholfen haben.
Hallo Yeli,
ganz nachvollziehen kann ich es nicht.
Du beschreibst eingangs eine Ursache, dann die Folgen und suchst immer noch eine andere Ursache. :knatsch:
Was soll dir der Therapeut denn raten?
Deine Arbeitsstelle beinhaltet Dinge, die deiner Seele nicht gut tun.
Jedes kleine Kind wendet sich von einer Gefahr ab. ...von einer seelischen Gefahr.
Haben wir Erwachsene etwas verlernt?


Meine Geschichte: Ich hatte Eheprobleme, mein Mann ist gehemmt, hat Schwierigkeiten mich als Sexualpartner zu sehen. Vor zwei Jahren, während meiner Ehe habe ich mich in einem lebenslustigen Mann verliebt, der einige Defizite meiner Ehe ausgeglichen hat. Nach über einem Jahr, in dem die Beziehung parallel zu meiner Ehe lief und geprägt war von Angst und Depressionen habe ich dann nach 8 Jahren meine Ehe beendet. Leider hat mein Freund Seiten, die erst nach dem Ende meiner Ehe deutlich wurden: u.a. hat er eine sehr enge Bindung zu einem befreundeten Ehepaar, daß unsere Beziehung sehr torpediert hatte. Nach seiner Aussage gibt es nur ihn mit diesem Ehepaar. Mir blieb nach langen Gesprächen nur übrig auch diese Beziehung zu beenden.
Jetzt bin ich kurz davor meinen Job zu kündigen: Er ist sehr anstrengend, überfordert mich und meine Vorgesetzten drangsalieren mich. Ich möchte mich jetzt als Kommunikationstrainer selbständig machen.

Ich habe nach wie vor massive Angst und dadurch bedingt Depressionen. Mein Neurologe sagt mir, daß ich körperlich gesund bin und die Angst aushalten muss. Der Therapeut sagt, daß ich mir mein Leben so einrichten muss, daß ich glücklich bin. Ich ändere schon so viel, es bessert sich aber nicht.

Ich bin so verzweifelt. Ich kann das Leben so nicht aushalten. Was soll ich nur tun?...

Dein jetziges "dasein" ist von Ängsten und Zweifeln geprägt.
Aber genau Ängste und Zweifel sind nicht gerade ein Motivator um sich erfolgreich, selbständig zu machen.
...dein Vorhaben, sieht mir eher nach Flucht aus.

Ich werde das Gefühl nicht los, das deine bisherige Arbeitsstelle, deine bisherige Beziehung, in dir ein Hamsterrad geschaffen haben, wo du endlos im Kreise läufst und zwanghaft nach einem Ausweg suchst.
Zuuu viele offene Fragen, zu viele Sorgen... :knatsch:

Bist du dir sicher, was du wirklich willst?
Wie sieht es mi deiner inneren Zufriedenheit aus?
Wo findest du für dich einen Ruhepol?, um Kraft daraus zu schöpfen, für neue und weitere Taten?
Sage mir bitte jetzt nicht, das dies der Theraput ist. :knatsch:

Kann es sein, das dir ein bissel Liebe, Zuneigung, Wärme, Geborgenheit, Verständnis usw. fehlt?

LG Schluppi :engel:

Inaktiver User
26.03.2008, 07:52
Liebe Schluppi,

du hast recht. Die Ursachen für meine Situation ist die Arbeit, bzw. auch meine Einstellung zur Arbeit (ergeizig, Perfektionist, etc.) und auch meine Ehe und die letzte Beziehung, außerdem habe ich keinen Kontakt zu meiner Herkunftsfamilie, sie hat mir nicht gutgetan.

Ich habe daher versucht, nach und nach mein Leben zu ändern. Ich habe erst meinen privaten Bereich gändert, Ehe und Beziehung beendet. Jetzt ist der Job dran.

Ich habe nicht wirklich eine Kraftquelle oder einen Ruheort, wo ich Energien auftanken kann. Meine Bezugspersonen sind nach wie vor mein Mann, der zu mir hält und eine enge Freundin. Mein Problem ist wirklich, daß ich keinen Anker in mir habe. Ich fühle mich sehr einsam, mir fehlt ein Zuhause, ein Rückzugsort mit Wärme und Geborgenheit. Kann nicht weiterschreiben, muß heulen...

schluppi
26.03.2008, 08:22
Liebe Schluppi,

du hast recht. Die Ursachen für meine Situation ist die Arbeit, bzw. auch meine Einstellung zur Arbeit (ergeizig, Perfektionist, etc.) und auch meine Ehe und die letzte Beziehung, außerdem habe ich keinen Kontakt zu meiner Herkunftsfamilie, sie hat mir nicht gutgetan.

Ich habe daher versucht, nach und nach mein Leben zu ändern. Ich habe erst meinen privaten Bereich gändert, Ehe und Beziehung beendet. Jetzt ist der Job dran.

Ich habe nicht wirklich eine Kraftquelle oder einen Ruheort, wo ich Energien auftanken kann. Meine Bezugspersonen sind nach wie vor mein Mann, der zu mir hält und eine enge Freundin. Mein Problem ist wirklich, daß ich keinen Anker in mir habe. Ich fühle mich sehr einsam, mir fehlt ein Zuhause, ein Rückzugsort mit Wärme und Geborgenheit. Kann nicht weiterschreiben, muß heulen...
:in den arm nehmen: ...es ist okay Yeli.

Du hast zumindest schonmal für dich, gerade jetzt formuliert, was dir fehlt, was du hast. :smile:
Vielleicht bleibst du erstmal bei dir?
Alles was du ändern kannst und änderst, kommt aus dir selbst heraus.
Insofern ist eine Suche an anderen Orten vergebens. :zwinker:
Mein Gefühl sagt mir: "Mädel, nehme dir Zeit für dich selbst!"

Gebe dir das, wonach du dich sehnst. :smile:
Gebe dir RUHE. Gebe dir die Zeit und beschäftige dich mit Dingen, womit du in dir Ruhe einkehren lassen kannst.
Nehme dir eine Auszeit, müssen nicht immer 14 Tage sein. Regelmäßig mal ein, oder zwei Tage, bringen gleiche Erfolge.
Komme etwas runter und schaue, was dir gut tut.
...mal shoppen, in einer anderen Stadt, mal Sauna, mal einfach nur raus und auf die Feinheiten der Natur achten....
Zähle die Wolken, und achte darauf, das du dich nicht selber treibst. Lasse dich von dem was du erlebst, treiben. Genieße es. Suche darin Punkte, die du für dich als "angenehm" empfinden kannst.
...und wenn du das Lächeln spürst, dann hast du begonnen zu leben. Dann mache weiter. :smile:
Lächeln, ist auch Wärme.

Für deine Herkunft kannst du nichts.
Aber für dein Leben, jetzt, für deine Gefühle, kannst du sehrwohl.

Es wird immer diese Sonnenstrahlen geben. Genauso, wie die Wolken.
Beides ist unendlich und manchmal gigantisch. Manchmal sehr schön anzusehen, manchmal möchte man flüchten...
...ist dies nicht wie im wahren Leben? :smile:

Inaktiver User
26.03.2008, 08:30
In welchen Situationen empfindest du keine Angst?
Machst du Sport?
Wie gehst du mit deinem Körper und seinen Bedürfnissen (Schlaf, Essen, Bewegung, Ruhe...) um?
Alles Gute!
R* :blumengabe:

Inaktiver User
26.03.2008, 08:47
Mein Angstempfinden ist in schlimmen Zeiten wie jetzt leider nicht situationsabhänging sodern eher tageszeitabhängig, abends geht es meist wieder bißchen besser.

Ich weiß, daß meine Angst verstärkt wird durch Schlafmangel und nicht genug Essen, deshalb versuche ich darauf zu achten. Sport ist wichtig, aber bei Angst fast nicht möglich.

Das fiese an der Angst ist, daß ich Dinge die mir unter normalen Umständen Spaß machen, schwer fallen und mir nichts bringen. Ich versuche mich aber trotzdem dazu aufzuraffen.

Schluppi, du schreibst sehr lieb, danke! Ich will versuchen, es mir gutgehen zu lassen. Ich habe aber immer Probleme damit, wenn mir einer sagt, daß ich für mein Leben selbst verantwortlich bin. Das ist natürlich richtig und ich möchte die Verantwortung auch nicht abgeben. Es klingt nur so, als ob ich an der Angst selbst schuld bin und sie einfach nur loslassen brauche. Ich fühle mich hilflos, weil ich nicht weiß, ob ich jetzt z.b. den Job ändern soll, oder meine Einstellung dazu und mir dann was anderes suche, wenn ich mich besser fühle. Ich will die Angst nicht und es bedrückt mich, wenn ich dafür verantwortlich sein soll. Ich würde sie gerne loswerden, es ist nur nicht so einfach....

Lg Yeli

Inaktiver User
26.03.2008, 08:54
Aufraffen zu Dingen, die extrem aufwendig sind, ist in Krisenzeiten in der Tat schwer... (z.B. weit entfernte, fremde Sauna an einem Tag wo man sich eh schlapp fühlt... oder so)
Aber der Mensch ist ein Bewegungstier, deshalb kleine, profane Dinge: Spaziergang an der frischen Luft, vielleicht mal Muskelentspannung nach Jacobsen auf dem heimischen Sofa, Schwimmen mit lieber Begleitung im Bad um die Ecke?

Was für Entspannung, Bewegung könnte dir im Moment gut tun? Wozu fühlst du dich in der Lage?

schluppi
26.03.2008, 09:13
Mein Angstempfinden ist in schlimmen Zeiten wie jetzt leider nicht situationsabhänging sodern eher tageszeitabhängig, abends geht es meist wieder bißchen besser.
Auf was kannst du zurückgreifen, wenn du abends besser damit umgehen kannst?
Freust du dich da auf etwas?


Ich weiß, daß meine Angst verstärkt wird durch Schlafmangel und nicht genug Essen, deshalb versuche ich darauf zu achten. Sport ist wichtig, aber bei Angst fast nicht möglich.
Ich denke eher, das dein Schlafmangel eine Folge deiner Angst ist.
Genug Essen? ...ist relativ. Solange du nicht verhungert bist, lebst du. :freches grinsen:
Ich esse manchmal etliche Tage, so gut wie nichts. Ist kein Witz. Aber sicherlich nicht, weil ich von Ängsten getrieben bin. :zwinker:


Das fiese an der Angst ist, daß ich Dinge die mir unter normalen Umständen Spaß machen, schwer fallen und mir nichts bringen. Ich versuche mich aber trotzdem dazu aufzuraffen.
Dann kann es sein, das diese Dinge, die dir ansonsten Spaß bereiten, momentan nicht das Richtige sind. ...für deine Seele. :smile:


Ich will versuchen, es mir gutgehen zu lassen. Ich habe aber immer Probleme damit, wenn mir einer sagt, daß ich für mein Leben selbst verantwortlich bin. Das ist natürlich richtig und ich möchte die Verantwortung auch nicht abgeben. Es klingt nur so, als ob ich an der Angst selbst schuld bin und sie einfach nur loslassen brauche. Ich fühle mich hilflos, weil ich nicht weiß, ob ich jetzt z.b. den Job ändern soll, oder meine Einstellung dazu und mir dann was anderes suche, wenn ich mich besser fühle. Ich will die Angst nicht und es bedrückt mich, wenn ich dafür verantwortlich sein soll. Ich würde sie gerne loswerden, es ist nur nicht so einfach....
Yeli,
gehe bitte mal davon aus, das es Jahre gedauert hat, bis du in diese deine jetzige Situation geraten bist.
Genauso, wird es Jahre dauern, ehe du wieder einigermaßen topfit sein wirst.
Sehe es positiv, denn du hast dich (selbst) ja bemerkt. :smile: Mag sein, das dies momentan in Scheideweg darstellt, oder diese berühmte Talsohle.
Ich habe das Gefühl, das du auch etwas verändern willst.
Es geht letztlich nicht mehr darum, ob du dich für irgendetwas "schuldig oder nicht schuldig" fühlst. Denn Schuld als solches gibt es aus meiner Sicht nicht.
Zweifel und Ängste sind in der Regel, unbeantwortete Fragen. Fragen, die sich im verlaufe deiner letzten Zeit immer bewußter anhäuften und keiner bereit war, (du dir auch nicht) sie zu beantworten.
Mit einem Partner, der auch zu einem steht, entfallen schlagartig Zweifel und auch Ängste. ...weil man teilen darf. Dies wiederum gibt Kraft.
Von der Logik her, scheinst du etliches nachvollziehen zu können.
Dann ist es einfach der Faktor Zeit, der noch fehlt.
Manche Dinge brauchen Zeit. :smile:
Du brauchst nicht danach zu trachten, Dinge loslassen zu können. Dies ergibt sich von alleine.

:engel:

Inaktiver User
26.03.2008, 10:07
Dass es Zeit braucht hat mein Therapeut auch gesagt. Es ist nicht immer einfach Geduld zu haben und den Mut nicht zu verlieren, wenn man so tief drin hängt.

Ich will in den nächsten Tagen versuchen, mehr spazieren zu gehen, trotz der Kälte. Und das Kündigen nächste Woche lasse ich erstmal, das hat mich wohl zu sehr unter Druck gesetzt. Ich werde mir in Ruhe einen neuen Job suchen.

Mausezahn2008
26.03.2008, 12:39
Hallo,

vielen Dank für eure Beiträge. Ich weiß, daß Selbständigkeit hart und kein Zuckerschlecken ist. Ich habe mich bereits über den Jahreswechsel fast 3 Monate krank schreiben lassen (u. a. Kur). Es hat mir geholfen, aber nicht die Situation auf der Arbeit verbessert. Ich möchte nur noch raus dort, es wird schon irgendwie weitergehen.

Mich macht einfach hilflos, daß mich die Angst überfällt, mal einen Tag bleibt, mal eine Woche. Ich versuche auch nur noch von Tag zu Tag zu leben und mir weiter mein Leben so einzurichten, wie es mir guttut. Trotzdem fühle ich mich oft verzweifelt und hilflos, da ich nicht weiß, ob und wann es besser wird.

Liebe Grüße an alle
Yeli

Es wird erst besser, wenn Du es besser werden lässt, wenn Du mit Dir im Reinen bist.

LG

Mausezahn2008
26.03.2008, 12:42
Hallo,

re

Möchte Dir sagen das es erstmal ganz ok wenn du von tag zu tag lebst ..!.... zwar nicht auf dauer aber ja es wird alles gut und Du musst Dir immer Sagen Das Der Weg Das Ziel ist ..!

Versuche mit der Angst einen Kompromiss zuschließen .... hört sich verrückt an aber es Hilft Hoffe ich ...! Muss immer wieder sagen Das es Mir in manchen Situationen hilft und das es kein patent Rezept ist für alle ok ...!
Und ja alles wird besser irgendwann es dauert aber es wird besser bin auch in einer sehr Heftigen Situation zur zeit Kannst mir Glauben ... aber mein Therapeut sagte gestern am tel. zu mir das ich mich gaaaaaanz langsam daran erinnern soll das es von tag zu tag besser wird und das man auch wieder zurück fehlt aber das es auf dauer immer besser wird alles wird auf dauer besser ....!

Hoffe ein bissel Geholfen zu haben ...!

lg Burnout

Das habe ich auch so erlebt.
Ich bin immer wieder zurückgefallen; aber im Prinzip ging es bergauf, Stück für Stück. (aber erst nachdem ich mir meiner Probleme bewusst war)

Mausezahn2008
26.03.2008, 12:50
Liebe Burnout,

danke für deine liebe Mail.
Ich bin mitten in der Nacht wieder mit massiver Angst aufgewacht die bis jetzt anhält, sitze seit einer Stunde am Computer und suche im Internet nach passenden Jobs. Ich bin total verunsichtert und zweifle, ob einfach kündigen und sich in die Selbständigkeit stürzen das Richtige für mich ist. Aber noch länger auf der Arbeit aushalten ist auch schwierig.... Ich darf jetzt nicht durchdrehen... Ich fühle mich so unter Druck... Aber ein festen Job zu haben bedeutet ja auch erstmal Sicherheit und wenn es gar nicht mehr geht, lasse ich mich halt wieder krankschreiben... fühle mich so einsam (obwohl ich Freunde habe), stürze gerade wieder ab...

Yeli,
Du stürzt nicht ab, Du steigerst dich hinein.

Lass es doch nicht zu, diesen Kreisel, der Dir das Leben kaputt macht.
Du saugst die Angst auf, wie ein trockener Schwamm das Wasser.
Lass es doch von Dir abtropfen. Die Angst tut Dir doch nichts und sie vergeht sofort, wenn Du Dich ihr stellst.

Will sagen, wenn eine Panikattake kommt, gib Dich der Angst nicht hin.
Lass sie von Dir abprallen.
Frag sie was sie will.
Sag ihr, dass sie Dir nichts tun kann, weil Du gesund bist.
Bleib ruhig liegen, denk an was anderes (vielleicht etwas Schönes) und Du wirst sehen, sie vergeht.

Dass sie sich über Stunden in Dir festsetzt, kommt nur, weil Du Angst vor der Angst hast. Du weisst, dass es erst am Nachmittag besser wird, also kannst Du nichts machen, als hinnehmen.
Du kannst, also mach.
Warum willst Du hinnehmen?
Und warum nimmst Du auf der Arbeit hin?
Wenn Du schon gehen willst, dann versucht doch vorher wenigstens gegen die Gemeinheiten zu kämpfen, die Dich stören.

Du musst Deine Haltung ändern.
Kampf ist angesagt und nicht stillhalten.

LG

Inaktiver User
26.03.2008, 14:09
Es hört nicht auf, ich kann nicht mehr.

zwischenruf.
26.03.2008, 15:01
liebe yeli,

erstens, wenn auch nur virtuell:
:blumengabe: :blumengabe: :blumengabe:

für einen guten gedanken an diesem tag.

zweitens:
was geht nicht mehr?
vielleicht hilft es, das, wovor du angst hast, genau niederzuschreiben.
jetzt.
:blumengabe: :blumengabe:

Aglaja11
26.03.2008, 15:03
Es hört nicht auf, ich kann nicht mehr.

Hallo Yeli,
doch, es hört auf!

Dein Körper muss sich so sehr anstrengen, um mithalten zu können. Irgendwann fährt er runter und Du schläfst ein.

Was machst Du jetzt gerade?

Inaktiver User
26.03.2008, 15:14
Versuche mit der Angst zu sprechen. Begrüße Sie, versuche zur ihr Kontakt auf zu nehmen, dann beruhigst Du Dich automatisch. Und konzentriere Dich dabei auf deinen Atem, einfach nur darauf -
erzähl´auch wenn Du magst, was so schwierig ist an Deinem Job, er scheint ja das Belastenste zu sein in Deinem Leben jetzt....:blumengabe:

Burnout
26.03.2008, 20:32
Hallo,

re


Yeli Bitte lasse dich nicht hängen Bitte Mir geht es auch nicht gut und ja habe auch ganz viel angst und zittere aber ich muss verstehen das es bald aufhört und es bald besser wird ...!!! Es ist immer von allen so einfach geschrieben und man glaubt die Raffen das irgendwie alle hier nicht doch Sie raffen hier alles und haben alle Glaube ich diese ängste und andere schlimmen Sachen durch gemacht !!!!!! und Fühlen auch wie wir uns Fühlen .....!!! Aber einige haben es hier schon geschafft und wollen uns nur helfen dabei das es uns bald wieder und schneller gut geht ...!!! Du bist stark und ja Du wirst es Schaffen hatte heute wieder einmal einen schrecklichen tag und abend aber es muss besser werden es muss ..!

Deine ängste sind super schlimm und es macht auch einen Menschen recht schwach ....Es gibt ein Buch zu Panik und Ängsten ...!!!

Wait mal versuche mal was ...!! Shit geht hier nicht also ein link guck hier mal Bitte http://www.neuro24.de/a7.htm Du wirst Dich da wieder Erkennen Denke ich ..?!?!?!


versuch ruhig zu werden ich weiß alles so gut gemeint und schlecht und sehr schwer zu machen ...!!!



lg Burnout


PS: Du wirst es schaffen und sollte es garnicht gehen melde dich einfach bei mir bin fast immer on ...!!!

schluppi
26.03.2008, 21:13
Hallo Yeli...

"Bin verweifelt: Angst und keiner kann mir helfen"

Doch :smile: ....du dir selbst!!! :zwinker:

Ich hatte mir zum Jahreswechsel ein paar Gedanken gemacht und diese vereinzelt hier reingestellt.

Lasse sie einfach mal auf dich wirken.

Herzlich Willkommen in 2008….
Viele glückliche Momente liegen bereit, in Erwartung, das sie gelebt werden.
Es liegt einzig in der Ehrlichkeit uns selbst gegenüber.
Unser Denken & Handeln bestimmen, was wir erhalten werden.
Schauen wir auf Positives, wie Freude, Vertrauen, andere nicht verletzen wollen, Sonne, Wärme, Zufriedenheit selbst über die kleinsten Dinge u.v.m., dann werden wir zwangsläufig vieles davon erhalten.
Denn dann ist für Frust, Zweifel, Misstrauen, Kälte usw. wenig Platz in unserem Denken und Handeln.
…viele glückliche Momente liegen bereit.
…greif zu!

Wenn ich mir jetzt so überlege, wieviel Kraft und Energien du aufwendest, mit deiner "Angst" zu kämpfen... :knatsch:
Haaaach jaaa, stelle dir vor, du planst gerade deine nahe Zukunft. ...mit dieser Kraft und Energie. :smile:
Nur mal ganz kurz...
Wie du diese Luft in dir einatmest wenn du Morgen draußen spazieren gehst. :smirksmile:
Wie die Sonnenstrahlen deine Nase kitzeln... :freches grinsen:
Ein freundliches "Hallo", mit einem Lächeln im Gesicht, von einem vorübergehenden Menchen... :blumengabe:

Irgendwann begann ich (anfangs kaum sichtbar) viele Dinge nicht mehr so ernst zu nehmen. ...nicht mehr diese 100%!!!
Damit meine ich aber nicht, wenn ich mir ein Gläschen Roten gönnte, das ich diesen neben meinem Glas einschenkte. :freches grinsen: :freches grinsen: :freches grinsen:
Manche Dinge, die sofort erledigt werden mußten, blieben eben mal liegen! ...aber dafür ließ ich es mir beim Italiener um die Ecke, sau gut gehen. :hunger:

LG Schluppi :engel:

Mausezahn2008
26.03.2008, 23:45
Es hört nicht auf, ich kann nicht mehr.

Rede Dir das nicht ein, denn es gibt niemanden, der Dir die Angst nehmen kann, ausser Dir selber.

LG

Mausezahn2008
27.03.2008, 00:00
Yeli,
ich war so weit runter, dass ich in der Nacht drei Panikattacken über mich habe ergehen lassen.
50 Extrasystolen hatte ich in der Minute,
Schweissausbrüche, Kälteanfälle, Herzjagen, Schwindel, Kopfschmerzen, Übelkeit usw.
Schon, wenn ich abends ins Bett ging, wartete ich.
Gleich geht es wieder los, waren die Gedanken, mit denen ich einschlief.
Es dauerte selten lange, dann schreckte ich aus dem Schlaf hoch und der Zauber begann.

Irgendwann war ich es einfach leid, so dahinzusiechen, die Füsse nicht mehr voreinander zu bekommen.
Ich war es leid, dass alle im Fitness-Studio sich verausgaben konnten, nur ich wie ein Schluck Wasser in der Kurve auf dem Stepper hing.
Mein Herz machte nicht mehr einen vernünftigen Schlag, und je öfter ich nachgab - unverrichteter Dinge vom Stepper stieg - desto schlechter ging es mir.

Angst, Angst, Angst, sie war mein ständiger Begleiter, überall stand sie neben mir.
Im Supermarkt an der Kasse drohten mir die Beine zu versagen.
Doch ich hielt durch, ich wollte mich nicht vor versammelter Mannschaft blammieren.

Also ging es doch, dachte ich. Und ich sagte mir, wenn des Nachts die Angst wieder nach mir griff: Dann geh ich eben kaputt, dann sterbe ich jetzt eben, so ist es doch auch kein Leben mehr; aber ich starb nicht, ich wurde ruhiger.

Ich bin heute nicht ganz beschwerdefrei, manchmal kommt sie noch vorbei - die Angst - und klopft leise an meine Tür. Doch ich mache nicht auf.

Inaktiver User
27.03.2008, 07:58
Hallo,

also ich habe es versucht mit:
- Progressiver Muskelentspannung
- Angst betrachten, begrüßen und dann in einen Kasten sperren
- Atemübungen

Es hat alles nicht wirklich geholfen, aber ich konnte phasenweise schlafen. Ich nehme seit 2 Tagen Paroxetin und habe heute vorsichtshalber nur 10 mg statt der ganzen Tablette (20mg) genommen, da ich den Verdacht habe, daß das Medikament innere Unruhe und Angst verstärkt. Ich möchte aber durchhalten und eine mögliche angstlösende Wirkung abwarten.

Gestern war ich zum ersten Mal bereit mir das Leben zu nehmen, weil die Angst so schlimm war und ich einfach keinen Ausweg mehr sehe. Viele kennen Panikattacken, die wieder abschwellen, bei mir bleibt der Zustand über den Tag erhalten, gestern bis in die Nacht. Heute ist die Angst wieder da, nicht ganz so furchtbar wie gestern. Ist alles so unberechenbar.

Vielen Dank für die lieben mails. Hat mir geholfen.
Yeli

schluppi
27.03.2008, 09:40
Hallo Yeli, :smile:
ich habe hier mal ein paar Gedanken ausgebuddelt, aus meiner Gedankentruhe. Vielleicht ist es hilfreich. ...vielleicht... :smile:

Gedanken 2000

Das was wir sind, ist nicht das Spiegelbild unserer Umgebung, auch wenn es den Anschein hat.
Das was wir sind, ist nicht das Ergebnis von irgendwelchen Zufällen. Oder gibt es doch einen Gott ?
Das was wir sind, ist einzig allein durch uns selbst, unserer Art zu denken, unserer Art zu fühlen, zu handeln.
Gefühle und die eigenen Ziele bilden die Triebkraft für unser TUN. Und unser eigenes Ziel ist immer positiv gesinnt, unseren eigenen Gefühlen gegenüber. Man will ja ein Glücksgefühl erreichen. Das ist okay !
Wir maßen uns dabei leider an, rechtens zu handeln, ohne darauf zu achten, das jeder andere Mensch um uns genauso ein Anspruch auf seine Freiheit, sein Denken, sein Fühlen und sein Handeln hat.
Ja, wir maßen uns teilweise an, ihn für unser Gefühl, für unser Leben zu formen.
Und wir richten, wenn sein Handeln nicht unserem Gefühl entspricht. Dabei sehnt sich der andere Mensch im innersten, genauso wie wir, nach Glück und Zufriedenheit für sich und seine Umgebung. Nur eben auf seine Art, unter Umständen mag es sogar unbeholfen wirken.
Erst wenn wir wertfrei, ohne Zeitdruck, unsere Kraft, Gefühle oder Liebe an die Menschen um uns versprühen, ohne auch nur einen Hauch von Dankbarkeit zu erwarten, erst dann beginnen diese Menschen genauso zu handeln, wie wir es tun.
„ Nimm Dir die Zeit den Duft der Rose zu genießen.“ Eine Rose verströmt ihre Lebendigkeit ohne Zurückhaltung und Wertung.
Es ist nicht das Leben um uns, was uns so macht. Menschen werden sich nicht ändern, nur weil jemand anderes arbeitslos geworden ist, oder weil zig-tausende durch Krieg, Seuchen, Verrat usw. zu Tode kommen, oder weil im Mittelmeer gerade
ein warmer zarter Sommerwind über die Schaumkronen streichelt ?
Das ändert nicht die Sichtweise der Gefühle der Menschen. Viele geben dies vor, aber erkennen nicht, das sie sich dabei selbst betrügen.
Ansonsten brauchten wir nur alle Wälder unter Wasser setzen, damit ein Feuer dem Wald nichts mehr anhaben kann.
Der größte Feind des Menschen - ANGST, ist das Übel für viele leidende, frustierte, mit Haß erfüllte Situationen. Angst etwas zu verlieren, Angst ausgelacht zu werden, Angst aus Mißtrauen heraus, Angst hier und da. Angst bremst unser Leben und verändert die Sichtweise unserer Gefühle. Wir beginnen nicht mehr auf uns zu achten, aus Angst. Es beginnt eine traurige Wandlung der Gefühle.
Viele Menschen suchen für ihren Frust über etwas, für ihr Leid durch etwas, für ihre Trauer ( über sich selbst ) ein Opfer, einen „Schuldigen“. In der Regel einen anderen Menschen. ... der ist schuld das ich leide, der ist schuld das ich nicht mehr aufatmen kann, der ist schuld das ich krank geworden bin .... Aus Angst, sich selbst, vor sich selbst zu outen. ( Gefühlsmäßig: was will ich?, was tue ich eigentlich dem anderen an, mit meinen Gefühlen?, )
Und diese Suche wirkt wie ein Bummerang (!!), denn alles wofür wir andere verantwortlich machen, alles was wir von uns weisen, kommt mit geballter Kraft auf uns zurück. Sich das selber klar zu machen, ist schwer und unbequem. Lieber mit der SUCHE leben.
Das zusammen ergibt einen schrecklichen Katalysator, einer atomaren Ketten-reaktion gleichkommend, was unserem wertvollstem Gut, unserem einmaligen Leben ein jähes und vorzeitiges Ende setzt. Man weiß nicht, was es ist und woher es kommt, aber man spürt es kommen.
Schauen wir uns doch an, Hautprobleme, Haare, Hände, Herz, Augen, Körper ... .
Was passiert da mit uns, was läuft da ab ?
Alterungsprozess, warum fühlen sich dann 50-jährige wie 35-jährige ?, und warum sehen diese dann auch noch so aus ? Frechheit ?, oder Glück gehabt ?,
NEIN – diese Menschen sind glücklich und zufrieden im Innersten, ohne es unter Umständen beschreiben zu können, oder zu wollen.
Es ist die innere Einstellung zu sich selbst, zu seinen eigenen Gefühlen, aber auch zu seiner Umwelt.
Statistiken besagen, 74 % aller Krankheiten sind keine. Das wissen sehr viele Menschen, aber sehr wenige handeln danach.
Das heißt, wenn man sich das mal vor Augen führt, wieviele Menschen sehnen sich zur inneren Zufriedenheit, zum Glück? Ja - sie blicken sogar in die richtige Richtung, aber gehen einen anderen Weg.
Was über Jahre eingefahren ist, läßt sich auch nur über Jahre wieder korregieren.
Auch wenn die Zeit nicht mehr für jeden reicht, so ist es wichtig, zu beginnen.
Der innere Wille und der Durst nach innerer Zufriedenheit entscheidet über die Geschwindigkeit, das Ziel zu erreichen. Es müssen auf diesem Weg vielleicht sogar Mauern eingerissen werden, Barrikaden weggeräumt werden, es müssen Sinne geschärft werden ( für die kleineren Etappenziele, zum Glück ).
Es wird Unverständnis im Umfeld entstehen, denn einen Weg bewußt zu bestreiten ist ungewöhnlich für die meißten Menschen. Es ist unbequem aber lohnenswert.
„Autobahn“ wo die Masse dahin fährt, mit Freude darüber ein „Ziel“ schnell erreicht zu haben. Wo materielle Dinge zum Gradmesser erkoren werden.
Oder „Trampelpfad“ wo Dinge zum Vorschein kommen, welche einem Glücksgefühle vermitteln und weitere Kraft auf dem Weg bescheren.
Das Leben ist so „einfach“ strukturiert. Was heißt „Einfach“ ?
„Einfach“ ist das, was wir auf Grund unserer ( ach so wertvollen ) Erfahrungen verkommplizieren .
Es sind für viele Menschen unfaßbare und scheinbar sinnlose Dinge. Ein Lächeln,
Gelassenheit, Vertrauen, Akzeptieren.
Keine Gedanken machen, was andere über einen denken könnten. Man wird überrascht sein, wie wenig sich andere Menschen Gedanken über uns machen.
Keine Gedanken machen, was kommen könnte.
Man verpaßt dabei den jetzigen Augenblick, man bestiehlt sich, man betrügt sich selbst ... und diese, wirklich wichtige Zeit, geht nutzlos dahin, unwiderbringlich.
Irgendwann redet man sich ein, .. ach wenn ich doch damals usw. . Ja, was damals?
Wer bestimmt unser Leben ? Wer entscheidet, ob wir glücklich oder traurig sind ?
Geld ?, Krieg ?, Arbeit?, andere Menschen ? – Nein, nur unsere Gedanken. In Worte gefaßte Emotionen.
Sie zerstören uns, oder geben uns Kraft.
Sie machen uns unzufrieden, oder glücklich.
Das was wir sind, sind wir durch uns selbst. Und das ist gut so. LEBE

Einen angenehmen Tag wünsch ich allen... :Sonne:

LG Schluppi :engel:

Aglaja11
27.03.2008, 11:53
Hallo Yeli,
schön, dass Du Dich gemeldet hast.
Ich hätte Dir gestern gern, wie die vielen anderen auch, ganz gern geholfen.

Aber ich bin auch etwas ratlos.
Was würdest Du Dir denn für Hilfe wünschen, Yeli?

Wir können hier zuhören, trösten, Mut machen vielleicht. Rat geben. Aber wir wissen eigentlich ganz wenig über Dich.

Wie alt bist Du denn, wenn ich fragen darf? Oder hab ich das überlesen?

Du schreibst, dass Du zu Perfektionismus im Job neigst. Erzähl doch mal, was das bedeutet! Und warum fühlst Du Dich in Deiner Arbeit momentan so unwohl?

Liebe Grüße
Aglaja

zwischenruf.
27.03.2008, 17:59
liebe yeli,

Ich nehme seit 2 Tagen Paroxetin und habe heute vorsichtshalber nur 10 mg statt der ganzen Tablette (20mg) genommen, da ich den Verdacht habe, daß das Medikament innere Unruhe und Angst verstärkt. Ich möchte aber durchhalten und eine mögliche angstlösende Wirkung abwarten.



genau das habe ich 6 monate genommen, zuerst eine woche 10 mg, später 20 mg.
es dauert, bis die wirkung einsetzt, zwei bis drei wochen.

hab keine angst davor, vertraue dem arzt, der es dir verschieben hat.
ich hatte so gut wie keine nebenwirkungen, nach einigen monaten relativ trockene mundschleimhaut. sonst nix.

es "verändert" dich auch nicht, ist nichts, was dir jetzt die akute panikattacke nimmt. aber im laufe der zeit nimmt es dir die angst vor der angst. und da willst du doch hin, oder?

dann kannst du deine ängste gelassener ansehen, in angriff nehmen.
wenn es dir hilft, geh nochmal, während des einschleichens, in krankenstand.
lass dir und deinen entscheidungen zeit. nichts "muss" sein, nicht mal das glück.

und schreibe weiter hier. mir hilft das immer. (allerdings bis vor kurzem unter einem anderen nick, deshalb sehe ich so "neu" aus)
:blumengabe:

Inaktiver User
28.03.2008, 09:03
Hallo,

heute morgen ist es wieder schlimm, aber ich glaube ich bin einen Schritt weiter.
Meine schlimmen Zustände seit ein paar Tagen wurden wohl ausgelöst, weil mein Ex-Freund gesmst hat, daß es ihm gut geht und er jetzt 2 Wochen Urlaub macht. Obwohl ich weiß, daß diese Beziehung keinen Sinn macht und deshalb auch Schluß gemacht habe, habe ich wohl unterbewußt immer noch gehofft, daß er sich ändert. Quatsch, ich weiß. Jetzt da er sich offenbar mit dem Beziehungsende abgefunden hat, wurde mir wohl nochmal bewußt, daß ich mein Leben allein gestalten muß. Genau das macht mir Angst, alleine leben, für das Leben allein verantwortlich sein. Mit knapp 35 Jahren sollte ich das eigentlich können. Mein Therapeut sagt, durch meine unglückliche Kindheit (welch ein Klischee...) suche ich immer noch nach Geborgenheit. Ich schaffe es einfach nicht mir zu sagen, daß die schlimmen Zeiten von früher vorbei sind (habe als Kind schon unter Angst und Depressionen gelitten, ich habe aber erst vor 3 Jahren als es schlimm wurde etwas unternommen). Ich muss (ich weiß, müssen ist schon wieder zuviel Druck) es schaffen, mir zuzugestehen, glücklich zu sein, ich bin es wert. Ich habe Angst vor dem Leben allein, habe Angst vor der Angst, habe Angst nicht mehr glücklich zu werden. Als ich auf Kur war ging es mir gut, kaum war ich zu Hause, ging es mir schlecht. Im Urlaub in der Reisegruppe ging es mir einigermaßen gut, kaum war ich wieder zu Hause, ging es mir schlecht.

Zumindest schaffe ich es heute mich nicht mehr so in meine Angst reinzusteigern, obwohl der Zustand seit 6 Uhr schlimm ist. Ich habe mich eben auf der Arbeit abgemeldet.
Mein Plan: die Tabletten weiternehmen. Am Montag kommt mein Hausarzt aus dem Urlaub. Ich werde mit ihm beantragen, daß ich in eine Tagesklinik komme. So bekomme ich eine psychische Betreuung (meine Verhaltenstherapeut weiß auch nicht mehr weiter), habe tagsüber Ansprechpartner und bin aber abends und morgens zu Hause und kann zumindest bißchen trainieren alleine auszukommen und mir mein Abendprogramm einrichten (mache Yoga und will wieder mit Sport und Chor anfangen). Ich hoffe nur, daß es schnell geht und daß es die Kasse bezahlt, da ich eigentlich erst im Nov-Jan auf Kur war.

Was meint ihr dazu?
Lg Yeli

schluppi
28.03.2008, 10:09
Hallo Yeli,
wir leben in einer sehr sehr schnellebigen Zeit. Es geht fast alles nur noch im Sekundentakt....

Ich habe das Gefühl, das du nur in diesem Studel reingerutscht bist. ...vorübergehend. :zwinker:
Das was dir hilft, RUHE und GELASSENHEIT. :smile:

Wenn du das Gefühl lebst, alles und sofort haben zu wollen, dann wirst du da nicht rauskommen.
Da helfen auch keine Antidepressiva. Denn die Ursache ist nicht die Depression. Und die Medikamente "helfen" (eher dämpfen) nur einen kurzen Zeitraum.
Da wäre das gleiche, wenn du dir dein Bein gebrochen hättest, vor Schmerzen nicht mehr schlafen könntest und dich mit Morphium vollpumpst.

Ich glaube alle, oder zu mindest gut 80-90% der User hier, kennen deine Situation. Wir sind alle Menschen mit Gefühlen.
Und jeder hatte mal mehr, oder weniger Angst.
...auch ich!

Sorry, wenn ich mir ohne Kenntnis der Hintergründe ein Urteil über den Therapeuten erlaube. ...er hat sich sicher, ein gutes Stück Geld an dir "ergaunert".
Oder warum ist er an deiner Betreuung/Begleitung nicht mehr interessiert?

LG Schluppi :engel:

schluppi
28.03.2008, 10:36
... Obwohl ich weiß, daß diese Beziehung keinen Sinn macht und deshalb auch Schluß gemacht habe, habe ich wohl unterbewußt immer noch gehofft, daß er sich ändert.
Das ist doch okay... :blumengabe:
Glaubst du, das geht uns anders??? :smile:


Quatsch, ich weiß. Jetzt da er sich offenbar mit dem Beziehungsende abgefunden hat, wurde mir wohl nochmal bewußt, daß ich mein Leben allein gestalten muß. Genau das macht mir Angst, alleine leben, für das Leben allein verantwortlich sein. Mit knapp 35 Jahren sollte ich das eigentlich können. Mein Therapeut sagt, durch meine unglückliche Kindheit (welch ein Klischee...) suche ich immer noch nach Geborgenheit. Ich schaffe es einfach nicht mir zu sagen, daß die schlimmen Zeiten von früher vorbei sind (habe als Kind schon unter Angst und Depressionen gelitten, ich habe aber erst vor 3 Jahren als es schlimm wurde etwas unternommen). Ich muss (ich weiß, müssen ist schon wieder zuviel Druck) es schaffen, mir zuzugestehen, glücklich zu sein, ich bin es wert. Ich habe Angst vor dem Leben allein, habe Angst vor der Angst, habe Angst nicht mehr glücklich zu werden. Als ich auf Kur war ging es mir gut, kaum war ich zu Hause, ging es mir schlecht. Im Urlaub in der Reisegruppe ging es mir einigermaßen gut, kaum war ich wieder zu Hause, ging es mir schlecht.
Hey Yeli,
du hast lediglich einen riesen großen Haufen mit Vergangenheit vor dir liegen. Deiner ist ca. 35 Jahre groß.
Meiner war, als ich kreisend und ängstlich im dunklen Raum lief, 38 Jahre groß.
Eines begriff ich alleine, es wird Zeit dauern, bis ich da durch sin werde. Und dabei hatte ich diesen goldigen Einfall: "Ich werde es alleine schaffen, aber es muß schneller gehen." Also ging ich zu einer Therapeutin.
Ein Jahr lang, Sitzung für Sitzung, habe ich erzählt und erzählt. In diesem Jahr, äußerte sie sich zweimal.
Als sie sich das dritte mal äußerte, ging es ihr um eine Art "Vertragsstrafe", sollte ich mal einen Termin nicht wahrnehmen. Dabei war ich immer pünktlich und nur einmal abgesagt.
Da rasselten meine Radartüten. :osterhase:
Ich war wütend und brach diese Therapie ab.
Dann überlegte ich erst, über die vertane Zeit nach, aber dann, über das, was ich ihr erzählte.
Und ihre, diese zwei Äußerungen, in diesem Jahr.
Bekannte und Freunde schleppten mich einfach mit. Darten, Disco, Tripps....
Dann kam mein Geburtstag und ich wollte mich erkenntlich zeigen bei allen.
So organisierte ich eine Reise, bat alle um einen "Geburtstagsobulus" und wir fuhren zu 18 in einen CenterParc. Waren auch Kiddis bei.
Es hat allen riesen Spaß gemacht.
Und so kam es, das wir die kommenden Jahre mehrere gemeinsame Reisen unternahmen, welche auch nicht "teuer" waren. Aber immer wieder Freude in sich bargen.


Zumindest schaffe ich es heute mich nicht mehr so in meine Angst reinzusteigern, obwohl der Zustand seit 6 Uhr schlimm ist. Ich habe mich eben auf der Arbeit abgemeldet.
Mein Plan: die Tabletten weiternehmen. Am Montag kommt mein Hausarzt aus dem Urlaub. Ich werde mit ihm beantragen, daß ich in eine Tagesklinik komme. So bekomme ich eine psychische Betreuung (meine Verhaltenstherapeut weiß auch nicht mehr weiter), habe tagsüber Ansprechpartner und bin aber abends und morgens zu Hause und kann zumindest bißchen trainieren alleine auszukommen und mir mein Abendprogramm einrichten (mache Yoga und will wieder mit Sport und Chor anfangen). Ich hoffe nur, daß es schnell geht und daß es die Kasse bezahlt, da ich eigentlich erst im Nov-Jan auf Kur war.

Was meint ihr dazu?
Lg Yeli

...ich hoffe nur, das es schnell geht...
...am Montag kommt mein Hausarzt...
...so bekomme ich eine psychische Betreuung...

Hilfe von Freunden, oder "ärztliche" Hilfe sind und bleiben aber Inputs von außen.
Alles was du brauchst, ist aber in dir drinn.
Was nützt es dir, wenn dir jemand sagt was gut schmeckt, du aber etwas ganz anderes essen willst?

...ich hoffe nur, das es schnell geht...

Tue dir einen Gefallen Yeli, vergesse das du von heut auf Morgen ein Patentrezept erhalten wirst!!!
Wenn dies so wäre, dann würden hier nicht so viele User, über ihre Ängste reden. :zwinker:
Es braucht seine Zeit. NEHME dir diese Zeit. Es können u.U. Jahre werden. Aber du wirst Stück für Stück merken, das sich deine "Ansprüche" etwas ändern werden.
Und dann bis u auf dem richtigen Weg.
Und das kannst nur du für dich entdecken. :engel:

Inaktiver User
28.03.2008, 12:15
Hallo Schluppi,

mit meinem Therapeut verstehe ich mich gut. Er hat mir schon viel geholfen. Daß er nicht mehr weiter weiß ist eine Interpretation von mir, da er sagt, es braucht alles seine Zeit. Und wir sprechen eigentlich nicht mehr über meine Probleme (weiß auch nicht, was ich noch alles erzählen soll), sondern eher darüber, wie ich Angstattacken überstehe. Patentrezept hat er auch nicht. Vielleicht ist mir das einfach zu wenig und ich erwarte von ihm zu viel.

Ihr sagt mir immer, daß ich es selbst schaffen muß und mir Zeit lassen muß. Ich weiß nur nicht wie schaffen. Ich versuche es mir so weit wie möglich gut gehen zu lassen und mich nicht unter Druck zu setzen. Ich glaube, daß ist ein Anfang. Die Hoffnung allein, daß es die Zeit regeln wird habe ich nicht.

Ich habe Angst nicht genug zu tun oder nicht das richtige zu tun und so nicht weiter zu kommen. Ich setze mich schon wieder unter Druck.... ich merke es ja selbst...

Jetzt frühstücke ich erstmal, dusche und gehe dann spazieren.
Lg Yeli

zwischenruf.
28.03.2008, 12:35
yeli, im gegensatz zu schluppi halte ich deinen plan für ausgesprochen gut. so lange du noch so viel verantwortung für dein leben übernehmen kannst, dass du derartige pläne machst: super!

schau auf das, was da ist, was du alles kannst: du KANNST dein leben in die hand nehmen, du bist so mutig, zu sagen: ich brauche hilfe.
das ist eine tolle leistung!

schluppi, diese antidepressiva dämpfen eigentlich gar nicht, zumindst habe ich es nicht so bemerkt.
sie haben mir sogar gehlofen, die augen für das schöne im leben wieder aufzumachen, nicht alles nur grau zu sehen.

weißt, du, was dieses mittel bewirkt? es ist ein sogenannter serotoninwiederaufnahmehemmer, bewirkt also nichts anderes,als dass das serotonin, das dein körper produziert, nicht gleich wieder "geschluckt" wird.

das sind ja keine schlafmittel oder beruhigungsmittel, das sind spezifisch auf körper-bzw-hirnfunktionen wirkende substanzen.

ich war nie depressiv. aber diesen herbst waren alle positiv-denk-speicher einfach aufgebraucht, alles nur mehr "ich muss" ich muss es schaffen" "ich bin für so vieles verantwortlich" "ich bin so allein in meiner verantwortung",
und dann kamen angst und panik dazu, bzw. überfielen mich. (ein bisschen angstmensch war ich immer schon)

ich hatte auch verdammt schlechtes gewissen, antidepressiva zu nehmen, ich "funktioniere doch auch so, muss funktionieren".
außerdem hatte ich angst vor den nebenwirklungen, angst, dass ich nicht mehr damit aufhören kann.

mittlerweile weiß ich, dass jeder 4. im laufe seines lebens in solche krisen rutscht.
keiner redet darüber, aber gerade menschen in verantwortungsvollen jobs, "leistungsträger", sind sehr häufig betroffen.

yeli, du bist auf einem guten weg.
hör auf, dich selbst zu krisieren dieses "ich muss langsamer sein" ist genau so ein schrecklicher innerer druck wie der "ich muss funktionieren".

du machst das!
:blumengabe:

i

Mausezahn2008
28.03.2008, 13:00
Ich habe mich irgendwann derart unter Druck gesetzt, dass ich Kopfschmerzen bekam, die nicht von dieser Welt zu sein schienen.
24 Stunden habe ich halbbetäubt vor Schmerzen im Bett gelegen und 24 Stunden war ich schmerzfrei.
(ich habe niemals Tabletten in dieser Zeit eingenommen)
Zehn Jahre hat das angehalten, dann konnte ich nicht mehr.
Ich wollte so nicht mehr leben, also musste ich meinem Leben ein Ende setzen, oder: Ich musste endlich dem Schwachsinn den Hals umdrehen.

Ich habe mich für Letzteres entschieden, weil ich mich noch zu jung fühlte, um schon in die ewigen Jagdgründe einzugehen, ausserdem war das alles doch nur Schwachsinn.
Dreck, der aus meiner Kindheit unbewusst immer wieder in mir hochstieg.
Ich ahnte nicht, dass mein Kampf gegen die Ungerechtigkeiten, die mir widerfahren waren, mich die Zähne aufeinander beissen liessen, ich davon Kopfschmerzen bekam.
Ich wusste es erst, nachdem ich mich einwenig mit mir selber beschäftigte.
Ich nahm aber keinen Therapeuten zur Hilfe, ich half mir selber.

Nach und nach entfernte ich alles und vor allem jeden aus meinem Leben, der diesen Druck in mir auslöste.
Meine Mutter, meine Schwester, meinen Mann und auch meine grosse Liebe.
Ich las keine SMSn mehr von ihm, ich telefonierte auch nicht mehr mit ihm, ich übersah ihn auf der Strasse, verweigerte jeden Kontakt zu ihm.
Auch mit meiner Mutter brach ich. Jeden ihrer Versuche wieder Kontakt zu mir zu bekommen, unterband ich, denn sobald ich mit ihnen rede, gehen die Schmerzen im Kopf wieder los.

Yeli, setzt Dich mit Deiner Kindheit auseinander.
Sie ist schuld, dass Du heute nicht zurechtkommst. Diese Kindheit belastet Dein Berufsleben und Dein Liebesleben.
Ich weiss wovon ich rede.

Vor allem weiss ich, dass Dir keiner dabei helfen kann, diesen Dreck loszuwerden, das musst Du alleine tun, nur Du kannst Dir helfen.
Alles andere sind Strohhalme, nach denen Du greifst, weil Du nicht Willens bist selber an Dir zu arbeiten.
Sie können Dir nicht helfen, keiner kann Dir ein Patentrezept liefern, nur Du alleine.

Mach Dich an die Arbeit, renn nicht von einer Kur zur anderen, such nicht Hilfe bei den Menschen, hilf Dir endlich selber.
Das ist der einzige Weg der zum Erfolg führt.

LG

zwischenruf.
28.03.2008, 13:24
Mach Dich an die Arbeit, renn nicht von einer Kur zur anderen, such nicht Hilfe bei den Menschen, hilf Dir endlich selber.
Das ist der einzige Weg der zum Erfolg führt.


ich weiß nur, dass mich sätze wie diese einerseits vor mir selbst als "versagerin" dastehen lassen haben ("du rennst ja dauernd vor xxx weg"-dabei hatte ich den eindruck gar nicht... ) und mich andererseits immens unter druck gesetzt haben.

ich kann nur für mich sprechen, aber seit ich dem "du solltest" "du musst", sicher von den anderen gut gemeint, aber wirklich viel schaden bei mir anrichtend, aus dem weg gehe und darauf achte, was ICH brauche, nicht, was ich der meinung anderer entsprechend "soll" , seitdem gehts mir viel besser.

(und das beginnt bei "du solltest mehr sport machen" und endet bei "du solltest deine probleme so und so angehen" )

Aglaja11
28.03.2008, 13:46
Jetzt da er sich offenbar mit dem Beziehungsende abgefunden hat, wurde mir wohl nochmal bewußt, daß ich mein Leben allein gestalten muß. Genau das macht mir Angst, alleine leben, für das Leben allein verantwortlich sein.

Hallo Yeli,
wow, da ist ja eine ganze Menge passiert mit oder in Dir.
Dann hast Du also verstanden, dass Du jetzt ganz allein bist.
Und dazu noch traurig und voller Probleme.

Nicht so, wie die tollen Frauen, die Dich hier links am Seitenrand immer angucken. Stahlend, glücklich, stark und zufrieden?

Hab ich das richtig verstanden, dass Du Dich in Deiner Angst plötzlich ganz allein Dir selbst gegenüber gesehen hast. Im Moment ziemlich zerbrechlich?
Und das wolltest Du nicht haben?
Das sollte ganz ganz schnell wieder aufhören?

Welche Gefühle stecken denn eigentlich bei Dir noch dahinter, wenn die Angst kommt? Hast Du die schon entdeckt?

Erzähl mal!

Grüße Aglaja

Mausezahn2008
28.03.2008, 17:48
ich weiß nur, dass mich sätze wie diese einerseits vor mir selbst als "versagerin" dastehen lassen haben ("du rennst ja dauernd vor xxx weg"-dabei hatte ich den eindruck gar nicht... ) und mich andererseits immens unter druck gesetzt haben.

ich kann nur für mich sprechen, aber seit ich dem "du solltest" "du musst", sicher von den anderen gut gemeint, aber wirklich viel schaden bei mir anrichtend, aus dem weg gehe und darauf achte, was ICH brauche, nicht, was ich der meinung anderer entsprechend "soll" , seitdem gehts mir viel besser.

(und das beginnt bei "du solltest mehr sport machen" und endet bei "du solltest deine probleme so und so angehen" )

Man muss das Übel bei der Wurzel fassen, und diese Wurzel kennt Yeli nur selber.
Eine andere Lösung gibt es nicht. Sie muss ja auch nicht, sie kann ja auch so weiterleben, wenn ihr das gefällt; aber es scheint ihr nicht zu gefallen.

Fest steht auf jeden Fall, dass niemand helfen kann, dass man sich nur selber helfen kann, und das muss Yeli erst einmal erkennen.

zwischenruf.
28.03.2008, 18:15
Hallo Yeli,
wow, da ist ja eine ganze Menge passiert mit oder in Dir.
Dann hast Du also verstanden, dass Du jetzt ganz allein bist.
Und dazu noch traurig und voller Probleme.

Nicht so, wie die tollen Frauen, die Dich hier links am Seitenrand immer angucken. Stahlend, glücklich, stark und zufrieden?

Hab ich das richtig verstanden, dass Du Dich in Deiner Angst plötzlich ganz allein Dir selbst gegenüber gesehen hast. Im Moment ziemlich zerbrechlich?
Und das wolltest Du nicht haben?
Das sollte ganz ganz schnell wieder aufhören?

Welche Gefühle stecken denn eigentlich bei Dir noch dahinter, wenn die Angst kommt? Hast Du die schon entdeckt?

Erzähl mal!

Grüße Aglaja

ich bin nicht yeli, aber aglaja, danke für das posting!

genau so ist es mir vor einem halben jahr gegangen.
:blumengabe:

Inaktiver User
28.03.2008, 18:39
Hallo zusammen,

ich fühle mich so: wertlos, nicht geliebt, nicht liebenswert, nur dann, wenn ich Leistung bringe. Das ist leider das Ergebnis meiner Kindheit. Und die muß ich vergessen, bzw. meiner Familie verzeihen. Deshalb kann ich im Moment schlecht mit mir alleine sein und es fällt mir schwer, daran zu glauben, daß ich wieder glücklich werde.

Da Gedanken aber Gefühle beeinflussen, habe ich mir bei meinem Spaziergang überlegt, was ich an mir mag:
- ich bin ein netter, freundlicher Mensch
- ich kann gut zuhören
- ich kann anderen Menschen viel geben (Zuneigung, Wärme, ...)
- ich bin hübsch

Ist noch nicht so viel, klingt aber eigentlich schon liebenswert... ;)

Wenn die Angst kommt, dann fühle ich vor allem: unendliche Einsamkeit!

Generell habe ich auch immer unterschwellig Angst zu versagen, daß mir mein Leben entgleitet etc. Ich träume immer davon Prüfungen bestehen zu müssen, ich weiß nicht, wie oft ich in meinem Leben schon Abitur geschrieben und Diplomsprüfungen im Schlaf gemacht habe. Das mit dem Zähnezusammenbeißen kennen ich auch, die Schmerzen sind wirklich unerträglich.

Ich versuche mir immer wieder bewusst zu machen, daß ich liebenswert und wertvoll bin, auch ohne Leistung oder die Erfüllung von anderer Leute Erwartungen.

Und mir ist klar geworden, daß ich meiner Familie, zu der ich schon länger keinen Kontakt mehr habe, verzeihen muß. Ich habe alle verletztenden Briefe bis heute aufgehoben, die werde ich nach und nach verbrennen und mit den Verletzungen abschließen.

Vielen Dank für eure Mails. Ihr wißt gar nicht, wie sehr sie mir helfen!
Lg Yeli

Inaktiver User
28.03.2008, 18:44
Du warst Spazieren! Mensch super, Yeli! :blume: :smile:

Zum Thema Verzeihen höre ich regelmäßig eine Meditations-CD. Entgiften - Entschlacken - Loslassen von R. Dahlke. Hilft mir auch bei den alltäglichen Vorkommnissen. Ich bin absolut kein Fan seiner Bücher, aber diese Innere Reise entspannt den Körper und den Geist total. (Und nein, ich bin nicht esoterisch!) :blumengabe:

schluppi
28.03.2008, 19:04
...Zum Thema Verzeihen höre ich regelmäßig eine Meditations-CD. Entgiften - Entschlacken - Loslassen von R. Dahlke. Hilft mir auch bei den alltäglichen Vorkommnissen. Ich bin absolut kein Fan seiner Bücher, aber diese Innere Reise entspannt den Körper und den Geist total. (Und nein, ich bin nicht esoterisch!) :blumengabe:

...und selbst wenn du esoterisch angehaucht wärst, was ist daran so verwerflich??? :smile:
Wenns dir hilft... ist es okay, egal wieviel andere, eine abwertende Meinung zu diesem Thema haben könnten. :smirksmile:

saziani
28.03.2008, 19:19
Hallo Yeli,
habe grade erst Deine Zeilen gelesen und kann mehr als gut nachempfinden wie es Dir geht; denn nur wer selbst jemals Panikattacken hatte und weiss was es heisst, Angst haben zu sterben dabei, kann wirklich mitfühlen;
ich kann Dir nur dringend raten, Deinen Job loszulassen, denn wenn Du so unglücklich damit bist, dann ist dies der ideale Nährboden für Ängste und Depressionen, abgesehen davon, dass auf längere Sicht auch noch körperliche Beschwerden dazukommen. Auch davon kann ich ein Lied singen, ich habe mit 49 Jahren meinen gutbezahlte Stelle in einem Bankenkonzern nach fast 9 Jahren aufgegeben, weil ich ein Burn-out erlitt...und das ohne Ehemann im Hintergrund oder andere finanzielle Absicherung...bin jetzt 8 Monate zu Hause und habe mich körperlich und seelich erholt und weiss, dass das er einzig richtige Schritt war...alles andere wird sich wieder finden...
Ich habe allerdings in diesen ganzen Monaten ein leichtes Medikament genommen in geringer Dosierung + pflanzliche Nerventropfen;
Psychotherapie ist gut und schön, aber helfen muss man sich im Endeffekt immer selbst..ist eigentlich nur Hilfe zur Selbsthilfe..
eine sehr hilfreiche Lektüre war mir das Buch "Das Leiden am sinnlosen Leben" von Viktor E. Frankl sowie "Auf den Spuren der Angst" von Gabriele Feyerer (selbst langjährige Panikattackenpat.)....

Ganz wichtig ist, dass Du sofort etwas dagegen tust, denn je länger diese Attacken andauern umso schwieriger ist es, sie loszuwerden...auch ich habe zu lange gewartet, kann aber jetzt relativ gut damit "umgehen", wenn sie kommen......

Ich hoffe, ich konnte Dir ein klein wenig helfen...:blume:

Ganz liebe Grüsse

Inaktiver User
29.03.2008, 08:13
Guten Morgen,

ich muß noch was beichten: ich habe gestern mit meinem Ex-Freund telefoniert. Er war nett und danach ging`s mir besser. Ich weiß, daß es blöd war ihn anzurufen...

Bin heute wieder mit schlimmen Angstzuständen aufgewacht und quäle mich seit 5 Uhr damit rum. Ich merke, daß viele Gedanken die Angst verstärken:
- alleine sein/alleine leben
- meine Mutter: Verletzungen und Schuldgefühle
- Musik, die mir immer gefallen hat, habe Peer Gynt im Radio gehört, hat mich berührt und die Angst verstärkt

Ich merke, daß ich nochmal eingehender über meine Mutter und Familie mit meinem Therapeuten sprechen möchte, alleine komme ich da nicht weiter.

Ich habe es immerhin geschafft zu frühstücken und werde jetzt spazieren gehen. Die Tränen laufen zwar die ganze Zeit, aber irgendwann wird auch das aufhören.

Lg Yeli

Inaktiver User
29.03.2008, 13:24
Ich war spazieren und habe danach alle Briefe meiner Mutter verbrannt. Das hat zu Heulkrämpfen geführt und einer verräucherten Bude. Hoffentlich geht das mit viel Lüften wieder weg.

Ich liege auf dem Sofa und versuche mich zu entspannen. Vielleicht verschwindet die Angst dann.

Lg
Yeli

eli65
30.03.2008, 08:50
Hallo Yeli,
ich habe mir alle deine Postings durchgelesen, ich kann dich sehr gut verstehen. Auch ich habe lange Probleme mit meiner Mutter gehabt, nach 4 Jahren kann ich sagen, dass ich langsam auf dem Weg der Besserung bin. Ich habe mir geholfen. War vorher auch in einer stationären Therapie, sie war für mich Hilfe zur Selbsthilfe, ich brauchte nur Jemanden, der mich motivierte, all die Schritte zu tun, die für mich so wichtig waren. Ich habe in den letzten 4 Jahren viel mitgemacht, aber ich bin froh, diese Schritte gemacht zu haben. Keinen einzigen davon bereue ich, bis heute nicht. Solche Angstzustände wie du sie hast, die kenne ich auch, aber nur ansatzweise.

Wenn sie bei mir kommen, dann rufe ich immer an, irgendeinen Menschen aus dem Freundes- und Bekanntenkreis, der mir dann aus dem Loch raushilft. Klappte immer prima bisher. Progressive Muskelentspannung hilft mir nicht, aber das Spazierengehen ist Gold wert. Ich kann es nur immer wieder betonen, wie wichtig das ist, sich zu bewegen wenn die Angst kommt. Du kannst beim Laufen deine Gedanken sortieren, die frische Luft lässt dich neue Hoffnung schöpfen ...

Sei nicht zu sehr verzagt, die Schritte, die du gemacht hast waren schon alle sehr gut für den Anfang, du darfst nicht so schnell verzagen. Auch das Verbrennen der Briefe halte ich für Stärke, weine auch. Es tut dir gut, deine Seele atmet auf. Deine verräucherte Bude wird mit Frischluftzufuhr auch wieder besser, keine Angst :blumengabe:

Ich drück dich ganz feste ... ich wünsch dir alles Gute, du solltest ein bisschen mehr Geduld mit dir haben, ich weiss, das fällt wahnsinnig schwer, aber es lohnt sich am Ende !!

PS: Die Überforderung im Job habe ich die letzte Woche auch gespürt, ich habe mit Chef und Kollegen gesprochen. Alle hatten vollstes Verständnis für meine Situation. Ich arbeite seit 4 Wochen in einem Bereich, in dem ich nie arbeiten wollte und der vollkommen neu für mich ist, aber seit den Gesprächen geht es mir besser und die Angst hält sich in Grenzen. Das ist wirklich so. Ich mache die Erfahrung, dass Reden ganz gut tut, wenn man Angst hat, egal welcher Natur.

Aglaja11
31.03.2008, 11:41
Schönen Montag für Dich Yeli,
wie gehts Dir? Lass mal von Dir hören.
Aglaja

Inaktiver User
31.03.2008, 15:23
Hallo Aglaja,

Schön, daß du nach mir fragst. Mir geht es nicht mehr ganz so schlimm wie letzte Woche.

Ich habe am WE meinen Mann besucht (er hält zu mir und untersützt mich trotz Trennung) und war am So bei meiner Oma. Beide haben mich aufgebaut und mir gesagt, daß ich mir Zeit lassen soll und nicht den Mut verlieren.

Immer wenn die Angst kam, habe ich versucht mich nicht hängen zu lassen oder reinzusteigern, sondern habe mir immer wieder gesagt: Ich schaffe das, ich bin stark.

Heute morgen war ich bei meinem Hausarzt. Er hat mich krank geschrieben und gleich in der örtlichen Tagesklinik angerufen und mir einen Termin für morgen früh verschafft. Ich hoffe, daß ich dort Unterstützung finde. Jetzt war ich eine Stunde spazieren, damit ich bißchen Bewegung habe und raus komme. Die Angst hält sich im Moment in Grenzen, aber ich fühle mich ziemlich depressiv und niedergeschlagen.

Ich bin aber fest entschlossen, mich nicht hängen zu lassen und mir Schritt für Schritt endlich ein glückliches Leben zu gestalten. Habe mit drei Chöre aus dem Internet rausgesucht und gehe diese Woche mal reinschnuppern, heute abend ist der erste Chor dran. Wenn ich wieder bißchen fitter bin, probiere ich zwei Fitnesstrainings aus, evtl nächste Woche. Soweit der Plan, aber eins nach dem anderen. Spaß und Freude empfinde ich noch nicht und fühle mich noch ziemlich geschlaucht von dem Angstmarathon letzter Woche, aber das kann sich nur bessern.

Lg Yeli

Aglaja11
31.03.2008, 16:48
Hi Yeli,
Chorsuche hab ich auch grad hinter mir. Was haben die denn bei Dir fürn Repertoire? Ich hab mich erstmal für nen Workshop entschieden 10 mal "Groovy Tuesday Chor". Äußerst preiswerter Gesangsunterricht sozusagen. Dann weiß ich besser, wo hin ich will und kann.
Hast Du früher schon im Chor gesungen?
Erzähl mal, wie es war!

Ansonsten, nach allem was ich von Dir hier gelesen hab, fände ich persönlich ja interessant, was eigentlich hinter der Angst kommt. Würde mich freuen, wenn Du erzählst.

Ich stelle mir vor, wie Du sozusagen als jugendliche Heldin das Schwert schwingst und den Angst-Dschungel lichtest. Mutig und kühn mitten durch um zu sehn, was danach kommt.

Ich wünsch Dir aber erstmal bißchen Erholung.

LG
Aglaja

Inaktiver User
31.03.2008, 19:00
Liebe Yeli!

Das klingt ja nach einem Schritt in die richtige Richtung... sei geduldig mit dir und setze dich nicht mit den Freizeitaktivitäten unter Druck, sondern schau' genau hin, womit du dich wohlfühlst... allein das Spazierengehen (war ich heute auch, um den Kreislauf in Schwung zu bringen) kann sehr gut tun.

Wenn du dich geschlaucht fühlst, braucht dein Körper neben der Bewegung vielleicht auch Ruhe? Wie wärs mit einem entspannenden Bad/ Dusche und einem Nickerchen zwischendrin?
Oder einer Hühnersuppe? Die gibt Kraft...
Chor klingt gut!
Ich finde es schön zu hören, dass du dich um dich kümmerst!
R* :blumengabe:

Inaktiver User
01.04.2008, 18:47
Hallo,

Aglaja, über deine Mail habe ich gelacht: die jugendliche Heldin, die sich durch den Angst-Dschungel kämpft! :) Danke für das jugendlich, aber ich fühle mich im Moment alles andere als heldenhaft.

Der Chor gestern singt Rock- Pop- und Swing-Lieder. War ganz schön, mal wieder zu singen, bin auch nett aufgenommen worden. Leider hat es mich stark an meine Ex-Beziehung erinnert: Mein Ex ist der Chorleiter meines ehemaligen Chores und seine Freunde haben innerhalb und außerhalb des Chors unsere Beziehung boykottiert. Die Singerei hat mich wieder stark an die ganze Geschichte erinnert.... Trotzdem werde ich heute abend den nächsten Chor ausprobieren, mal sehen wie das wird.

Ich war heute in der Tagesklinik: Es war ziemlich deprimierend, weil dort fast nur schwere Fälle, Schizophrene etc. waren und ich mich in dem Haus (dunkler Altbau) unter diesen Leuten nicht wohlgefühlt habe. Aber die Ärztin hat nach Rücksprache mit allen Therapeuten mir angeboten eine individuelle Einzeltherapie mit mir zu machen. Ich würde zwar nicht direkt in die Einrichtung passen, aber mir würde man meinen Leidensdruck ansehen und mein Willen etwas zu tun, so daß sie mich unterstützen möchte. Morgen wird dann der Therapieplan aufgestellt, den ich dann 2 Wochen ausprobieren kann. Ich kann jederzeit gehen oder die Geschichte abbrechen. Das Angebot fand ich dann gut und habe zugesagt.

Ansonsten versuche ich auf meinen Körper zu hören: schlafen, wenn ich müde bin und esse auch wieder mehr, was meiner Psyche deutlich gut tut. Die Angst ist nach wie vor da, auch die Depressionen, ich kann es aber aushalten.

Danke, daß Ihr mich alle unterstützt!
LG
Yeli

Aglaja11
02.04.2008, 12:36
Aber die Ärztin hat nach Rücksprache mit allen Therapeuten mir angeboten eine individuelle Einzeltherapie mit mir zu machen. Ich würde zwar nicht direkt in die Einrichtung passen, aber mir würde man meinen Leidensdruck ansehen und mein Willen etwas zu tun, so daß sie mich unterstützen möchte.

Hallo Yeli,
das finde ich ziemlich beeindruckend, ehrlich gesagt, was Du da für Dich erreicht hast. Ist das denn in anderen Lebensbereichen bei Dir auch so?

Dass ich Dich zum Lachen gebracht habe, freut mich. Ich mußte auch über mein Pathos grinsen, aber "man gönnt sich ja sonst nix" :freches grinsen: .
Und inhaltlich steh ich voll auf das Bild: Möge Dir Deine neue Therapeutin helfen, das Schwert zu schärfen...

Ereignisreichen Tag wünsch ich Dir
Aglaja

sonnenschein64
02.04.2008, 14:48
Liebe Yeli!

Ich bewundere dich für die Kraft die du hast den richtigen Weg einzuschlagen.:blumengabe:
Ich hänge gerade in tiefen Angst- und Panikattacken fest.
Ich schaffe es nicht mal die Wohnung zu verlassen, außer zum Arzt weil ich da muss!

Ich weiß so gar nicht wie weiter und bin von den Zeilen die du geschrieben hast beeindruckt, da es mir Kraft gibt das es andere auch schaffen.

Leider habe ich meine Probleme zu viele Jahre verdrängt und wenn ich sie beim Hausarzt erwähnt habe wurde ich für überspannt gehalten.

Morgen habe ich einen kurzfristigen Termin bei meiner Neurologin erhalten.
Hoffentlich weiß sie mit mir was anzufangen und hoffe doch auf Hilfe, auch wenn ich nicht so richtig dran glauben kann.

Warum werde ich nicht ernst genommen?
Warum kann ich nicht zur Ruhe kommen?

Ich wünsche dir, dass es mit dir auch weiterhin bergauf geht.
Irgendwo muss dieses Loch, in das man immer weiter abzugleiten denkt, doch zu Ende sein.

Drück dir die Daumen das deine Therapie in der Tagesklinik den von dir erhofften Erfolg bringt.

Liebe Grüße Sonnenschein.

Inaktiver User
02.04.2008, 19:05
Liebe Sonnenschein,

ich kann gut nachvollziehen, wie es dir geht und wie du dich fühlst. Wenn man so weit unten ist, ist es schwer sich zu motivieren Hilfe zu holen.

Meine Erfahrung mit Ärzten und Therapeuten ist, daß man ziemlich deutlich sagen muß, wie dreckig es einem geht und was man von ihnen jetzt erwartet.
Überlege dir doch vorher, ob
- du dich krankschreiben lassen willst, um zur Ruhe zu kommen.
- du bereit bist Medikamente (zumindest vorübergehend) zu nehmen, um dich aus dem Loch zu holen, damit du an dir arbeiten kannst
- eine Psychotherapie machen magst. Frag sie in diesem Falle nach geeigneten Therapeuten und Tipps, wie du dort schnell an einen Termin kommst.

Nimm dir Zeit für dich und versuche alles loszulassen, was dich evtl. unter Druck setzt (Arbeit, Familie, ...?). Ich weiß, das ist leicht gesagt und vielleicht nicht immer machbar. Es kommt aber darauf an, daß du dir bewußt machst, daß DU UND DEINE GESUNDHEIT jetzt das Wichtigste sind.

Ich drücke dir die Daumen für den Termin morgen.
Liebe Grüße
Yeli

sonnenschein64
03.04.2008, 09:28
Liebe Yeli,

du hast schon recht das man deutlich sagen muss was einen kaputt macht,aber wenn Tränen nicht deutliche Zeichen dafür sind das es einen nicht gut geht, weiß ich auch nicht.

Inzw.habe ich den 2. Neurologen, da der vorherige von einer Krise gesprochen hat und mich bzw. meine Probleme nicht als solche gesehen hat ("...abwarten das geht vorbei..." war sein Kommentar).

Seit November geht es mir nicht gut und der Zustand wird immer schlimmer.
Ich bin seit Sept. krank(allerdings wegen einer anderen Sache-Depressionen werden z.Z. nur nebenbei mit behandelt).

Medikamente nehme ich seit dieser Zeit auch (wechseln laufend-da sie mir nicht den Erfolg bringen oder ich total durch den Wind bin).

Zur Psychotherapie bin ich abgemeldet,warte aber seit Nov. auf einen freien Platz.Dies ist auch eine Wiederholungstherapie war schon mal über Jahre in Behandlung.

Ich weiß nicht mehr weiter, da für mich alles sinnlos scheint.

Danke für deine Tipps und nun werde ich sehen was mir der Arztbesuch heute bringt.
Danke.

Liebe Grüße Sonnenschein.

Inaktiver User
03.04.2008, 17:06
Hallo Ihr Lieben,

mir geht es bißchen besser. Das Paroxetin scheint anzuschlagen, die morgendliche Angst wird unterdrückt. Ich spüre zwar noch den inneren Druck und die Unruhe, aber die Angst ist nicht mehr so schlimm. Dafür merke ich jetzt deutlich den Depressionsanteil an der Geschichte, aber vielleicht wird der auch noch besser. Es lohnt sich also mehrere Medikamente auszuprobieren und nicht zu schnell aufzugeben.

Ich habe mir diese Woche 3 Chöre angeschaut und mich fast schon für einen entschieden. Das nächste Projekt ist mir eine Sportgruppe zu suchen, habe schon eine ausgesucht, die ich demnächst ausprobieren werde.

Ansonsten versuche ich, auf mich und meinen Körper zu hören und eigene Grenzen zu erkennen. Ich merke, daß ich immer noch schlecht zu Hause allein sein kann. Aber das wird sich wohl auch nicht von heute auf morgen ändern.

Die Therapie in der Tagesklinik ist angelaufen, bis jetzt ganz ok.

Liebe Grüße an alle
Yeli

Inaktiver User
03.04.2008, 18:35
Liebe Yeli!

Das hört sich gut an und so schnell. :smile: Wenn Du momentan nicht so gerne alleine bist, dann schau' das du dich an Leute hältst die sich gerne mit dir treffen oder auch mal zu Besuch kommen.
Vielleicht entwickelst du ja auch ein Gespür dafür, unter welchen Bedingungen du dich gut alleine zu Hause fühlst... Lieblings-TV-Sendung, ein nettes Heißgetränk, ein gutes Buch? Oder vielleicht doch eher bei lauter Musik und dabei Aufräumen? :smirksmile:

Wichtig ist, dass du Geduld mit dir hast. Auch wenn sich nicht alles von jetzt auf gleich ändert. Das Leben verläuft ja ohnehin wellenförmig... ob mit oder Angst!

Schönen Abend Dir.
R* :blumengabe:

Inaktiver User
05.04.2008, 10:41
Hallo,

leider habe ich mich zu früh gefreut. Ich dachte, das Medikament fängt an zu wirken und nimmt mir bißchen meine Angst, aber in den letzten zwei Tagen ging es mir wieder nicht gut.

Die Therapien in der Tagesklinik haben angefangen. Ziel ist u.a. aus der "Opferrolle" rauszukommen, in der ich mich befinde. Die Angst lähmt mich und macht mich handlungsunfähig und dadurch fühle ich mich ausgeliefert. Ich soll mir auch die Vorteile überlegen, die die Angst für mich hat und mich bei der Angst hält. Gar nicht so einfach....

Wie RobinHut und die anderen schon sagten, ich muß einfach Geduld mit mir haben.

Liebe Grüße
Yeli

Inaktiver User
05.04.2008, 11:31
Liebe Yeli.

Mit der Geduld hast du ja schon richtig gesagt...

außerdem ist es häufiger zu Therapiebeginn so, dass es eine Art "Erstverschlimmerung" gibt. Ganz einfach weil einem in den Anfangsgesprächen nochmal die Ausmaße der momentanen Einschränkungen und der ganze Stress und die Krise bewusst werden. Aber auch das geht vorüber.

Denn eigentlich bist du ja schon einen Schritt weiter. Du hast erkannt, dass du etwas tun musst und fängst an die nötigen Änderungen vorzunehmen. Und du hast sogar schon Situationen erlebt in denen die Angst der Zuversicht gewichen ist.
Das ist richtig und gut so!

Schönes WE!
R* :knicks:

Mausezahn2008
05.04.2008, 13:16
Ja, Yeli, das Aufarbeiten ist schwer.

Deswegen fühlt man sich zu Anfang wieder etwas schlechter.