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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Freiberufler mit Minieinkommen - Versteuerung???



Mikado111
24.03.2008, 23:18
Hallo, mich würde da mal was interessieren:

Eine Bekannte ist als Psychologin "stundenweise" tätig. Sie hat 3 verschiedene Jobs/Auftraggeber, wovon sie 2 regelmäßig ca. 6 Std. die Woche ausübt und den 3. Job nur alle paar Monate (Abendseminar). Auf meine Frage hin, wie man mehrere Job versteuert (dachte eigentlich sie hätte mehrere Steuerkarten) antwortete sie, dass sie im Monat nicht über € 400 insgesamt käme und dies nicht versteuern müsste! (Da mal von ihrer Seite die Rede von einer "Rechnungsstellung" war, nehme ich an, dass sie freiberuflich tätig ist). Allerdings kann ich das gar nicht recht glauben!

Krankenversichert ist sie über ihren Mann soviel ich weiß!

Frag mich, ob das schon Schwarzarbeit ist oder gibt es bei Freiberuflern tatsächlich eine Einkommensgrenze die komplett Steuer- und Sozialversicherungsfrei ist??:zwinker:


LG
Mikado111

tescriv
25.03.2008, 14:34
1. Sozialversicherungspflicht (Arbeitslosen/Krankenversicherung) gibt es bei Freiberuflern nicht.
2. Wenn Deine Bekannte als Freiberufler arbeitet, braucht sie auch keine Steuerkarte.
3. Die EkSt-Pflicht beginnt nach meinem Wissen ab einem Jahreseinkommen von ca. 7.700 Euro. Demnach würde sie tatsächliche keine EkSt. bezahlen. Ich weiß aber nicht, wie das bei einer gemeinsamen Veranlagung ist. Du sagtest, sie sei verheiratet. Es könnte sein, dass ihr Einkommen zum Einkommen des Mannes dazugerechnet wird und damit der Steuer unterliegt.

In jedem Fall ist sie aber verpflichtet, Buch zu führen und ihr Einkommen bei der EkSt-Erklärung anzugeben.

annalisa
25.03.2008, 16:43
hallo mikado,
jawohl, tescriv hat recht, ich arbeite als honorarkraft als heilpädagogin in der sozialpädagogischen familienhilfe. ich achte darauf, dass ich monatlich unter 375 euro bleibe, denn dann müßte ich mich selber krankenversichern. so läuft es weiter über meinen mann. da ich mit ihm gemeinsam veranlagt bin muß er natürlich auch mein einkommen versteuern, da es fürs finanzamt als zusätzliches einkommen gilt. er meckert immer rum, dass ich quasi just for fun arbeite. er muß steuern zahlen, ca 40%, ich muß als "selbständige" gez zahlen für mein autoradio, mit dem ich dienstlich unterwegs bin, und ich muß mich über eine berufsgenossenschafft selber versichern. das, was dann überbleibt, ist lachhaft. wenn man einen offiziellen 400euro-job hat siehts anders aus, der wird nicht versteuert. aber als psychologin müßte sie sich auch versichern und auch steuern zahlen. das kann eine zeit lang gut gehen, aber wenns dann raus kommt ist man reif...
liebe grüße annalisa

Mikado111
26.03.2008, 19:53
Hallo und Danke für die Antworten!

Ich glaube nämlich, dass sich meine Bekannte da gar nicht recht informiert hat!!! Einerseits schaute sie mich auf meine Frage nach Versteuerung ihres Mehrfacheinkommens mit großen Augen an, als hätte sie das Wort "Steuern" das 1. Mal im Leben gehört hätte und meinte, dass der Staat ja wohl nicht verlangen kann, dass auf so ein Minieinkommen auch noch Steuern gezahlt werden müssen, andererseits erzählte sie aber, dass Sie für eine ihrer Tätigkeiten eine Rechnung erstellen muss, also müsste sie ja eine Steuer-ID-Nummer haben???? Des Weiteren ist sie auch noch stundenweise an Schulen tätig, da wird doch sicher ein Honorar gezahlt ??!!

Aber naja was soll's ist ihr Bier! Ich habe ihr meine Bedenken schon mitgeteilt, aber ich schätze sie so ein, dass sie sich nicht vorstellen kann, wie das Finanzamt ihr dahinter kommen könnte!

LG
Mikado111

Eteterfon
27.03.2008, 16:47
aber ich schätze sie so ein, dass sie sich nicht vorstellen kann, wie das Finanzamt ihr dahinter kommen könnte!
... was natürlich überaus blauäugig ist. Da muss nur bei einem der Auftraggeber (denen sie ja eine Rechnung stellt) mal eine Betriebsprüfung vom Amt stattfinden. Kommt vor. Und die geben ihre Rechnungen ja als Ausgaben an. Und wupps kann es passieren, dass man sie anschreibt, sie möge erklären, welche Gelder sie von der Firma X in den Jahren Y und Z erhalten hat und ob die versteuert wurden.

Mag weit hergeholt klingen, ist aber realistisch - ich hatte vor 3 Jahren so einen Brief im Kasten, Crossprüfung, weil sie bei einem meiner regelmäßigen Auftraggeber Rechungen von mir hatten. Ich musste dann genau aufzeigen, welche Beträge ich wann in Rechnung gestellt hatte (und zwar für 2000, 2001, 2002 und 2003!). Und dann hab ich natürlich dazugeschrieben, dass ich das alles in meinen Steuererklärungen angegeben hatte. Das war's. Nie wieder was gehört. Aber ich bin ja auch brav und habe eine Buchhaltung... (zumindest in einer Excel-Tabelle :freches grinsen: )

Deine Bekannte sollte sich schleunigst mal kundig machen. Denn auch wenn sie nur wenig verdient (man muss erst Einkommen ab 7800,- Euro/Jahr versteuern) muss sie es dennoch gegenüber dem FA erklären. Wenn sie echt so wenig verdient, verliert sie damit ja nix - im Steuerbescheid steht dann einfach als zu bezahlende Summe 0 drin...

Mikado111
27.03.2008, 20:00
Hallöchen noch mal!

Ob sie es in Ihrer Steuererklärung angibt weiß ich nicht. Sie hat mir nur abschließend noch gesagt, sie hätte sich erkundigt und so geringes Einkommen muss man nicht versteuern! :wie?:

Will da jetzt nicht noch mal von anfangen, ist ihr Bier!!!
Mich wundert nur, wenn sie wirklich an ihre Auftraggeber Rechnungen erstellt, muss sie ja hierfür eine ID-Nummer haben, sonst ist die Rechung ja unvollständig; also müsste ja das Finanzamt schon so draufkommen, wenn zwar ne ID-Nummer vergeben wurde, aber keine Nachweise über Einkünfte eingehen!

Hab hier nur mal aus Eigeninteresse angefragt, da ja unser Staat eigentlich IMMER die Hand aufhält und sogar ne Putzfrau im Haushalt mal als Schwarzarbeit galt! Ausserdem habe ich selbst als Arbeiterin mit unter 20 Std./Woche ein sehr, sehr geringes Einkommen und muss dies natürlich auch schön brav versteuern (könnte ich jetzt auch sagen, das ist so gering.......):smirksmile:

Danke nochmals für die Antworten und
tschüss!!!!!!:blumengabe:

LG
Mikado111

Inaktiver User
28.03.2008, 18:50
Immer muss man keine Steuernummer haben. Als ich als Studentin nebenher freiberuflich gearbeitet habe, brauchte ich keine, da ich zu wenig verdient habe (= unter 7000 irgendwas Euro).
Ich musste aber beim FA angeben, was ich vorraussichtlich verdienen werde und die haben mir dann einen Wisch geschickt auf dem stand, dass ich keine Steuernummer bekomme. Den hätte ich dann meinen Auftraggeber vorlegen können.