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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Selbsthilfegruppe und Lästereien



Inaktiver User
22.03.2008, 13:29
Ich bin seit 2 Jahren in einer Art Selbsthilfegruppe, das Thema möchte ich nicht näher spezifizieren.

Leider ist die Gruppe sehr heterogen, es gibt keine wirklichen Richtlinien, nach denen gearbeitet wird.

Das hat leider dazu geführt, dass viele die Gruppe schnell wieder verlassen haben. Vor allem, weil ein Mann in der Gruppe grundsätzlich alles an sich reißen will und die Frauen platt macht.

Was mir außerdem sehr negativ aufstößt:
Auf privaten Treffen außerhalb der Gruppe werden vereinzelte Teilnehmer regelrecht "auseinander" genommen, also abgelästert ohne Ende. Das hörte ich von einem anderen. Ich bin geschockt. :knatsch:

Beim letzten Treffen war es so, dass über eine Frau, die nicht da war, auch sehr lange geredet wurde. Sie wäre "extrem dumm", so sagte der Leiter der Gruppe. Die anderen fingen an zu lachen, ich war nur stumm vor Schock. So was darf es doch nicht geben in einer Selbsthilfegruppe, oder?

Ebenfalls ist auffallend, dass nicht alle offen sind und reden. Es ist vielmehr so, dass manche Probleme haben und viel erzählen, und andere diese Situation dann positiv für sich nutzen. Also z.B. eine Frau hat massig Probleme mit der Steuer, wird wohl ihre Wohnung verlieren und alles. Und wie es der Zufall gerade so wollte, ist einer in der Gruppe, der ihr die Steuerberatung machen kann. Natürlich nicht kostenlos.

Da mir das ganze langsam wirklich auf die Nerven geht, überlege ich, die Gruppe zu verlassen. Oder die Gruppe mit Infos, was SHG eigentlich machen, zu füttern.

Darum die Frage:
- Wer kennt SHG und wie läuft es dort mit der Schweigepflicht?
- Wie geht ihr damit um, wenn abgelästert wird über Nichtanwesende?

Vielen lieben Dank

Inaktiver User
22.03.2008, 13:56
Hallo Schlumpfine,
mit Gesetzen, die SHG betreffen, kenne ich mich nicht aus. Vielleicht könnte man so eine Art "Satzung" entwerfen oder vielleicht gibt es sowas auch schon, wie mit privaten Informationen etc. umgegangen werden muss.
Zum Thema Selbsthilfegruppe fällt mir persönlich ein: es sind viele verschiedene Menschen, die EIN gemeinsames Problem/Krankheit (...?...) und evtl. sonst nichts gemein haben.
Daher müssen sie sich nicht zwangsläufig verstehen oder mögen. Haben vielleicht Solidarität ob des gemeinsamen Problems aber mehr auch nicht. Wünschenswert wäre ja, dass die Leute sich insgesamt aufeinander einlassen und sich respektieren. Das scheint in deiner Gruppe eher nicht der Fall zu sein.
Bestünde evtl. die Möglichkeit, mit ein PAAR NETTEN eine neue Gruppe mit eben so einer Satzung zu gründen?
Dein Vorhaben, evtl. dort auszutreten, kann ich gut verstehen. Denn was bringt dir die Solidarität beim gemeinsamen Problem, wenn ansonsten böse geredet wird. Da können dir FreundInnen sicher besser zur Seite stehen.
Alles Gute :blume:
Sevi

Inaktiver User
22.03.2008, 14:00
Hey, vielen lieben Dank!
Ich wechsele das Forum, und schon kommt direkt eine tolle Antwort!!

anatomie
22.03.2008, 14:13
Hallo Schlumpfine!
Auch ich habe geantwortet, auf dein erstes Posting... :ahoi:
LG Anatomie

Inaktiver User
22.03.2008, 14:43
Vielleicht hilft es einfach, wenn du mal aufstehst und sagst, wie SCH..... du es findest, wenn über andere abgelästert wird usw. ! DAS ist nämlich wirklich nicht i.O. in so einer Gruppe, wo man sich eigentlich gut aufgehoben fühlen sollte!? Schließlich soll die Teilnahme einen ja irgendwie weiterbringen ... und nicht noch zusätzlich verunsichern und wütend machen!

Inaktiver User
23.03.2008, 16:59
Abhängig davon, welcher Art von Problem die Gruppe thematisiert: wenn 80% der Teilnehmer schwer traumatisiert/verletzt/stoffabhängig sind, dann ist es schwer, ein einigermaßen "normales" Verhalten herbeizuführen.

Die meisten Gruppen, die ich kenne (aus Betreuer-Situation), haben ein Blatt mit einigen wenigen Regeln (ausreden lassen, pünktlich kommen, zu Treffen nicht alkoholisiert/zugekifft), das der Teilnehmer beim Beitritt unterschreibt; vom Leiter wird ggf. darauf hingewiesen, wenn ein Teilnehmer sich nicht dran hält.
Das scheint bei euch ja das krasse Gegenteil zu sein (Leiter lästert mit). Zumindest hier würde ich ein Gespräch unter vier Augen, eventuell auch mit dessen Vorgesetzten, suchen.

Inaktiver User
24.03.2008, 06:45
Das scheint bei euch ja das krasse Gegenteil zu sein (Leiter lästert mit). Zumindest hier würde ich ein Gespräch unter vier Augen, eventuell auch mit dessen Vorgesetzten, suchen.

So ist es. Das mit dem Papier, das jeder zu unterschreiben hat, finde ich gut.

xanidae
24.03.2008, 17:09
ist dies eine eigene selbsthilfegruppe oder eine selbsthilfegruppe, die unter der schirmherrschaft von einem wohlfahrtsverband steht?
letztere haben bestimmte vorgaben, z. b. schweigepflichtserklärung und auch unterstützung für die leitung.

auf alle fälle würde ich laut meine meinung zu diesem thema sagen und notfalls in eine andere gruppe wechseln.

schneegans
24.03.2008, 18:36
Ich habe zwar keine Erfahrung mit solchen Gruppen, würde aber meinen, dass
1. eine Gruppe einen Leiter haben sollte, der gewissen Regeln kommuniziert und sich dann selbst auch daran hält
2. Schweigepflicht das oberste Gebot einer solchen Gruppe sein muss
3. Treffen ausserhalb dieser Gruppe eigentlich nicht stattfinden sollten bzw. dass Treffen einzelner dann nicht diesselben Themen beinhalten sollten wie die Treffen in einer SHG.

In einer SHG geht es um ein bestimmtes Problem, das Leute zusammenführt. Jeder, der sich in dieser Situation befindet, sollte mit dem selben Respekt und Anstand behandelt werden, damit er sich in die Gruppe einbringen kann. Lästern über andere bringt wenig. Wenn jemand überhaupt nicht in die Gruppe passt, liegt es am Gruppenleiter, entsprechende Massnahmen (Vieraugengespräch, evtl. Ausschluss) durchzuführen. Dass diese Person in Leitungsverantwortung jedoch hinter dem Rücken mitlästert, halte ich für absolut undenkbar.

Inaktiver User
25.03.2008, 09:10
Ich bin seit 2 Jahren in einer Art Selbsthilfegruppe, das Thema möchte ich nicht näher spezifizieren.

Leider ist die Gruppe sehr heterogen, es gibt keine wirklichen Richtlinien, nach denen gearbeitet wird.

Das hat leider dazu geführt, dass viele die Gruppe schnell wieder verlassen haben. Vor allem, weil ein Mann in der Gruppe grundsätzlich alles an sich reißen will und die Frauen platt macht.

Was mir außerdem sehr negativ aufstößt:
Auf privaten Treffen außerhalb der Gruppe werden vereinzelte Teilnehmer regelrecht "auseinander" genommen, also abgelästert ohne Ende. Das hörte ich von einem anderen. Ich bin geschockt. :knatsch:

Beim letzten Treffen war es so, dass über eine Frau, die nicht da war, auch sehr lange geredet wurde. Sie wäre "extrem dumm", so sagte der Leiter der Gruppe. Die anderen fingen an zu lachen, ich war nur stumm vor Schock. So was darf es doch nicht geben in einer Selbsthilfegruppe, oder?

Ebenfalls ist auffallend, dass nicht alle offen sind und reden. Es ist vielmehr so, dass manche Probleme haben und viel erzählen, und andere diese Situation dann positiv für sich nutzen. Also z.B. eine Frau hat massig Probleme mit der Steuer, wird wohl ihre Wohnung verlieren und alles. Und wie es der Zufall gerade so wollte, ist einer in der Gruppe, der ihr die Steuerberatung machen kann. Natürlich nicht kostenlos.

Da mir das ganze langsam wirklich auf die Nerven geht, überlege ich, die Gruppe zu verlassen. Oder die Gruppe mit Infos, was SHG eigentlich machen, zu füttern.

Darum die Frage:
- Wer kennt SHG und wie läuft es dort mit der Schweigepflicht?
- Wie geht ihr damit um, wenn abgelästert wird über Nichtanwesende?

Vielen lieben Dank


Das ist keine Selbsthilfegruppe - das ist ein chaotischer Haufen. Ein Gruppenleiter, der sich nicht schämt, eine Teilnehmerin als extrem dumm zu bezeichnen, ist schlicht unfähig. Er darf auch nicht zulassen, daß ein Typ in der Gruppe alles an sich reisst und die Frauen in der Gruppe platt macht. (wobei ich mich frage - warum lassen sich Frauen von so einem platt machen? Darf man sich in dieser Gruppe denn nicht wehren??)

Was willst du bei so einem Haufen? Die Führung ist unfähig, die Teilnehmer lästern ohne Ende. In einer Selbsthilfegruppe sollte eine bessere Atmosphäre herrschen, meine ich.
Wenn Du die Tür rausgehst, werden sie genauso schlecht über Dich reden, wie sie es bei anderen tun.
Hier kannst Du wohl keine Hilfe erwarten.

Ich würde dem Herrn "Gruppenleiter" einen offenen, sachlichen Brief schreiben. Darin käme seine Äußerung mit dem "extrem dumm" vor, der Typ, den er nicht in seine Schranken weist, das häßliche Gelästere und alles, was mich stört. Schreib' es Dir von der Seele. Und dann warte mal, was passiert...
Ruby

Inaktiver User
25.03.2008, 10:25
In einer Selbsthilfegruppe sollte eine bessere Atmosphäre herrschen, meine ich.
Wenn Du die Tür rausgehst, werden sie genauso schlecht über Dich reden, wie sie es bei anderen tun.
Hier kannst Du wohl keine Hilfe erwarten.

Das sehe ich inzwischen ja auch so.
Aber wenn man Probleme hat, hat man auch Hoffnung und vielleicht nicht immer die Kraft, sich wieder auf die Suche nach etwas Neuem zu machen.

Aber ich glaube, es gibt in NRW so ein Selbsthilfenetz von KISS o.ä., wo man andere Gruppen findet.

Vertrauen habe ich nämlich keins mehr. :heul:

Inaktiver User
25.03.2008, 10:26
ist dies eine eigene selbsthilfegruppe oder eine selbsthilfegruppe, die unter der schirmherrschaft von einem wohlfahrtsverband steht?

Was heißt denn letzteres??

Inaktiver User
25.03.2008, 11:13
Das sehe ich inzwischen ja auch so.
Aber wenn man Probleme hat, hat man auch Hoffnung und vielleicht nicht immer die Kraft, sich wieder auf die Suche nach etwas Neuem zu machen.

Aber ich glaube, es gibt in NRW so ein Selbsthilfenetz von KISS o.ä., wo man andere Gruppen findet.

Vertrauen habe ich nämlich keins mehr. :heul:

Hallo Schlumpfine,
besser gar keine Selbsthilfegruppe als eine schlechte.
Dieser Haufen hilft Dir nicht.
Ruf' doch mal bei Deiner Stadt/Gemeindeverwaltung an; die wissen, welche SH-Gruppe wo zu finden ist. Oder bei der Kirche - auch die geben gerne Adressen weiter.
Ich wünsch' Dir die kraft, Dir was Neues zu suchen...und Kopf hoch!
Liebe Grüße sendet Ruby

Inaktiver User
25.03.2008, 12:11
Was heißt denn letzteres??
Wohlfahrtsverbände - z.B. die Caritas - betreuen oft Selbsthilfegruppen, d.h. stellen Leiter, Räumlichkeiten, Geld zur Verfügung. Meistens liegen dann auch Richtlinien für die Leitung, Arbeitskonzepte, Leitertraining etc. vor - die "Qualität" für die Teilnehmer ist dann oftmals höher.
Hilft dir aber leider nix, wenn's in deiner Stadt oder zu deinem Thema keine solche Gruppe gibt.

Inaktiver User
26.03.2008, 08:11
Vielen lieben Dank für eure Antworten.