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Nimwen
12.03.2008, 15:09
Hallo zusammen,

da ich vermute, dass "mein" derzeitiges Grübel-Problem vor allem bei Frauen ab/um die 30 auftritt, möchte ich es mal hier in die Runde werfen... es beschäftigt mich derzeit sehr...

Und zwar habe ich das Gefühl, an einer Gabelung in meinem Leben zu stehen und glaube, dass ich in den nächsten 1-2 Jahren eine Menge wichtiger Entscheidungen treffen muss. Insgesamt muss ich mich irgendwie entscheiden, wohin ich möchte und was ich möchte.

Bei mir ist es so, ich war immer relativ "offen" in Bezug auf meinen Lebensweg... hatte nie das Ziel, zu heiraten und Kinder zu kriegen, aber auch nie das Ziel, so richtig Karriere zu machen. Was ich möchte, ist ein "schönes" Leben, eine harmonische Beziehung wünsche ich mir auch, und außerdem am liebsten natürlich keine finanziellen Sorgen und einen Job, der mir Freude macht.

Also habe ich erst mal versucht, unabhängig zu werden und mir die Wege zu eröffnen, habe studiert und bin derzeit dabei zu promovieren. Das werde ich auch in den nächsten 1-2 Jahren fertig kriegen.

Vor einigen Jahren habe ich außerdem meinen Liebsten getroffen, mit dem ich zusammenlebe.

So. Das mal zu den Rahmenbedingungen. :smirksmile:

Nun ist es so: Dieses Jahr werde ich dreissig, was ja erstmal nicht so schlimm ist. :freches grinsen: Aber so allmählich muss ich mir überlegen, wie es in meinem Leben weitergehen soll. Mein Freund und ich planen inzwischen durchaus Kinder und Familie; aber wie und wann? Direkt nach der Promotion? Wozu dann das Studium und die Promotion? Oder erst noch ein paar Jahre arbeiten? Aber vielleicht ist es dann zu spät? Oder mich nimmt sowieso niemand, weil ich eine Frau um die 30 bin und kinderlos? Da klingeln ja wahrscheinlich bei diversen Personalern schon die Alarmglocken.
Und ganz egal wann: Wie organisiert man das? Einerseits möchte ich meinen Beruf nicht aufgeben,aber nachher bereue ich, es nicht getan zu haben - ich stelle es mir auch schön vor, eine Kindheit zu begleiten und möchte das eigentlich auch, wenn ich Kinder habe, tun.

Meine persönliche Idealvorstellung wäre, dass mein Freund und ich uns beides teilen, also z.B. jeder 20 oder 30 Stunden in der Woche arbeiten würde und den Rest eben zuhause wäre. Nun haben wir aber beide Jobs, bei denen das nicht möglich ist, sondern eher um die 60 Stunden pro Woche und Person völlig normal sind. Beruflich habe ich nicht so viel Ehrgeiz; lieber mache ich einen schlechter bezahlten und weiter unten angesiedelten, aber erfüllenden Job als einen superdotierten, der mir keinen Spaß macht. Aber: ich werde keinen Halbzeit-Job finden in meinem Beruf. Das gibt es einfach nicht. Und bei meinem Freund noch viel weniger, wer hätte schon Verständnis dafür bei einem Mann? Wenn ich aber ganz aufhören würde zu arbeiten: Warum dann die lange Ausbildung? Und: bin ich dann nicht abhängig? Was passiert, wenn die Beziehung doch mal scheitert?

:wie?:

Solche Fragen geistern im Moment ziemlich in meinem Kopf herum, vor allem wahrscheinlich, weil ich mich allmählich um den Anschluss-Job bemühen muss, weil der 30ste Geburtstag winkt und weil im Freundeskreis allmählich die Weichen ebenfalls gestellt werden.

Mich würde einfach interessieren, was Ihr so für Modelle lebt; ob es überhaupt möglich ist, einen Mittelweg zu finden zwischen Beruf und Kindern oder ob man sich nur für ein Entweder-Oder entscheiden kann (ganz ehrlich: die totale Hetze zwischen Kindern und 60-Stunden-Job muss ich auch nicht haben).

Ich finde es extrem schwierig, das Gleichgewicht zu finden. Es kann doch nicht sein, dass es im Jahre 2008 keine andere Möglichkeit gibt als Job ODER Familie? Es müsste doch mittlerweile bei den vielen Lebensmodellen und den zig tausend Quotenregelungen zur Gleichberechtigung :unterwerf: auch irgendeinen Weg geben, wie man arbeiten kann und trotzdem Familienleben haben? Bitte versteht das nicht gegen Kinderkrippen; diese Lösung finde ich schon ok, aber sehe sie eher als eine Notlösung an, weil man letztendlich voll im Job bleibt und Abstriche beim Familienleben macht. Es muss doch was geben, wo beides gleich gewichtet wird?

Sorry, wenn das Posting etwas wirr ist, das spiegelt meine Gedanken wider :freches grinsen: Würde mich aber freuen, wenn jemand trotzdem einen Denkanstoß für mich hätte...

Viele Grüße,
Nimwen

melli55
12.03.2008, 22:12
Liebe Nimwen,
ich kann Deine wirre Situation total gut nachvollziehen, hatte es hier schon mal reingeschreiben, verkürzt: ich stand mit 30 vor der gleichen Frage, hab mich FÜR Kinder PLUS 60-Std.-Job entschieden, ohne Hausmann oder Oma, und bereue es bis heute nicht. Hab alles geschultert trotz Schwierigkeiten.
Hol Dir mal das neue Spiegel-Special "Das starke Geschlecht", da findest Du jede Menge Vorbilder!

Nimwen
14.03.2008, 11:39
Liebe Melli55,

vielen Dank für den Literaturtipp :smile: Werd ich mir mal besorgen!

Uh, wie hast Du das denn hingekriegt mit Kindern und Job?! Respekt... Sicher nicht einfach! Ich bin mir einfach nicht sicher, ob ich das überhaupt hinkriegen würde oder ob ich irgendwann unzufrieden und gestresst werden würde... :knatsch: WAH, schwierig irgendwie?! Und wahrscheinlich kommt letztendlich sowieso alles anders, als man denkt... :freches grinsen:

Lieber Gruß
Nimwen

HansDampf
17.03.2008, 10:22
Hallo Nimwen,

der Punkt, an dem ich ansetzen würde, wäre Deine Aussage, daß es in Deinem Beruf und in dem deines Freundes nur 60h Wochen Jobs gibt.

Gibt es andere Branchen, in denen Du/Dein Freund Dein Wissen anwenden kannst, aber in einem (vorrübergehenden) 30 h Job?

Wäre es nicht an der Zeit, den Arbeitgebern klar zu machen, daß diese Vereinnahmung der Lebensplanung durch den Job nicht akzeptabel ist? (Ich würde mich einfach weigern, in so einer Branche zu arbeiten, weil meine Bedürfnisse als Mensch mit Füßen getreten werden).

Mal ganz ketzerisch (und sehr unhöflich) gefragt: Warum sucht man sich einem Beruf, der so schlecht mit einem vorhandenen Kinderwusch vereinbar ist? Warum sucht man sich einen Partner, der scheinbar so schlechte Vorraussetzungen mitbringt, eine auch beruflich gleichberechtigte Partnerschaft mit Kindern zu führen? Jetzt bitte nicht sagen "Daran habe ich damals nicht gedacht" und "Wo die Liebe hinfällt" - das nützt Dir jetzt auch nichts. :smirksmile: Lebensplanung beginnt nicht erst mit 30.

Gruß

Hans

Nimwen
17.03.2008, 13:09
Hallo Hans,

vielen Dank für Dein Posting :blumengabe:



der Punkt, an dem ich ansetzen würde, wäre Deine Aussage, daß es in Deinem Beruf und in dem deines Freundes nur 60h Wochen Jobs gibt.


Vielleicht habe ich die anderen auch noch nicht entdeckt :smirksmile:
Kleiner Scherz... Es ist leider tatsächlich so: Klingt jetzt ein bisschen blöd, aber man steigt ja nu mit Promotion auch schon relativ weit oben ein - und da wird dann eben auch voller Einsatz erwartet. Mein Freund ist zudem neuerdings (hoffen wir mal, dass er auch dort bleibt, der Job ist nämlich gut) in einem eher konservativen Unternehmen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass man dort Verständnis für Männer-Elternzeit hat.



Wäre es nicht an der Zeit, den Arbeitgebern klar zu machen, daß diese Vereinnahmung der Lebensplanung durch den Job nicht akzeptabel ist? (Ich würde mich einfach weigern, in so einer Branche zu arbeiten, weil meine Bedürfnisse als Mensch mit Füßen getreten werden).


Definitiv! Ich verstehe diese Einstellung hier auch überhaupt nicht und habe den Eindruck, das läuft woanders, in anderen Ländern, besser (täuscht vielleicht). Von den Arbeitnehmern wird Flexibilität in jeder Hinsicht erwartet - leider beruht das nicht auf Gegenseitigkeit und ich persönlich bin davon überzeugt, dass dies auch rein rational betrachtet nicht effizient ist. Wenn mans schon so sehen will (rein rational): Ich glaube, Menschen, die ihr Leben nach ihren Vorstellungen leben können, arbeiten auch besser - warum also aus Sicht der Unternehmen immer noch diese doofen Modelle gefahren werden, leuchtet mir auch nicht ein. Ein paar wenige gibt es ja mit flexiblen Arbeitsmodellen, aber bisher kann man die an einer Hand abzählen.

Langfristig gedacht ist es einfach totaler Humbug, die Leute so zu behandeln. Aber es ist natürlich auch nicht besser, eine sozial erwünschte Fassade aufrechtzuerhalten, wie es auch schon mal passiert... so nach dem Motto "wir begrüßen es, wenn auch Männer Elternzeit nehmen" und dann wird hinter dem Rücken am Stuhl gesägt (kenn ich auch aus dem Freundeskreis, unglaublich).

:knatsch:

Sorry, ich steigere mich rein - aber es ärgert mich auch wirklich.



Mal ganz ketzerisch (und sehr unhöflich) gefragt: Warum sucht man sich einem Beruf, der so schlecht mit einem vorhandenen Kinderwusch vereinbar ist? Warum sucht man sich einen Partner, der scheinbar so schlechte Vorraussetzungen mitbringt, eine auch beruflich gleichberechtigte Partnerschaft mit Kindern zu führen? Jetzt bitte nicht sagen "Daran habe ich damals nicht gedacht" und "Wo die Liebe hinfällt" - das nützt Dir jetzt auch nichts. Lebensplanung beginnt nicht erst mit 30.


Ach nee, unhöflich ist das nicht - Du hast ja recht. Der Punkt bei mir ist der: Partnerschaft/Familie habe ich nie als das Ziel betrachtet, sondern eher als den Zuckerguß obendrauf. Ich habe das nicht angestrebt von Anfang an, und habe erst mal eher damit gerechnet, immer auf eigenen Füßen zu stehen. Das war mein oberstes Ziel - niemals abhängig zu sein in finanzieller Hinsicht. Meinen Beruf habe ich mir gesucht, weil er einen Kompromiss bietet: er macht mir inhaltlich Spaß und er bietet mir eine gewisse Sicherheit.

Meinen Partner habe ich also auch nicht sonderlich aktiv "gesucht", sondern ihn getroffen und mich in ihn verliebt. Ich weiß, es kommt in die Nähe von "wo die Liebe hinfällt". :freches grinsen: Ist aber auch so - wie schon gesagt, ich "brauche" keinen Partner, sondern er ist der Zuckerguß in meinem Leben. In jeder anderen Hinsicht passt er außerdem perfekt, das einzig Blöde ist, dass wir den gleichen familienunfreundlichen Beruf haben. Wobei, auch das hat seine Vorteile, weil wir die Probleme des anderen so besser nachvollziehen können.

Wahrscheinlich war ich insgesamt einfach zu planlos bzw. es ist ein klassischer Fall von "es kommt anders als man denkt". Nun ist der Partner da, der Kinderwunsch mittelfristig auch, und es wird irgendwie schwierig mit der Vereinbarkeit Job/Familie. :knatsch: Ich finde es schon komisch, dass man mit einer guten Ausbildung in diesem Dilemma steckt, während es für die Tätigkeiten, die eine etwas unkompliziertere Ausbildung erfordern, diese Möglichkeiten gibt. Das kann doch nicht sein?! Wo ist denn da der Anreiz, sich gut auszubilden?

Vielleicht sehe ich auch nur zu schwarz und es gibt noch Möglichkeiten, von denen ich noch nix ahne. :wie?: Schön wär´s...

Viele Grüße,
Nimwen

Inaktiver User
17.03.2008, 19:33
"Das Leben kann man nicht planen, dafür sorgt es schon selbst".....

Und je mehr man sich Gedanken darüber macht, um so mehr fällt man in die Selbstzweifel und alles wird nur noch chaotischer als es eh schon ist.... Da spreche ich aus eigener Erfahrung.... Ich bin jetzt 34, habe einen besch... Job, der aber leider mein Haus finanziert... bin verheiratet, keine Kinder - aber hier alles prima....sämtliche sogenannte "Freunde" haben mich verlassen, weil ihnen die Freundschaft einfach nicht wichtig genug ist oder ihnen einfach das Interesse an MIR fehlt... keine Ahnung.... All das einzusehen, ist oft der einzige Weg, es zu verarbeiten.... Es ist verdammt schwer, seinen "Platz" im Leben zu finden, ich hab ihn auch noch nicht so wirklich gefunden.... aber ich denke, ich befinde mich auf dem richtigen Weg, denn nur man selbst kann wissen, was man möchte und was nicht....

Sunny71
17.03.2008, 23:18
Hallo HansDampf,

ich weiss Du hast ketzerisch gefragt :zwinker: :blumengabe: , aber trotzem - normalerweise sucht man sich seinen Partner doch nicht nach dem Beruf aus oder danach, dass er unkompliziert in Elternzeit gehen könnte, oder machst Du das so :ooooh: :smirksmile: ? Wenn ich mich in jemanden verliebe, muss ich aus den Rahmenbedingungen das beste machen - er aus meinen ja auch, und die sehen durchaus ähnlich aus wie bei Nimwen. Es nützt ja nix.

Hallo Nimwen,

ich verstehe Deine Gedanken gut, habe ich mir doch ähnliche gemacht in Deinem Alter. Inzwischen bin ich älter, wieder Single und irgendwie gelassener. Ich möchte schon gern Kinder, aber wenn es sich nicht ergibt, dann kann ich es auch nicht ändern. Zwingen kann ich das Schicksal ja nicht.

Ich denke schon, dass es einen Weg gibt, auch in Deiner/Eurer Situation einen Weg gibt. Meistens ergibt sich das, wenn es dann soweit ist. Ich sehe es immer wieder bei anderen, dass es gut funktionieren kann. Es ist sicher gut, sich Gedanken zu machen, was es für Möglichkeiten gibt. Aber manchmal entwickeln sich die Dinge ganz anders, als man denkt. Tatsächlich ist das Leben an sich nicht planbar.

Also macht Euch nicht verrückt. Wenn Ihr Kinder wollt, dann macht welche :smirksmile: . Ohne Kompromisse beruflicher Art wird es nicht gehen, aber ich kenne bisher niemanden, der/die es bereut hat.

Sunny71
17.03.2008, 23:20
Ich hab grad gesehen, dass Du dieses Jahr erst dreissig wirst. Dann hast Du ja noch so viel Zeit..... lass es langsam angehen.

Inaktiver User
18.03.2008, 07:13
Mein Leben ist auch nicht so verlaufen, wie ich es mir mit 20 mal vorgestellt hatte. Damals hatte ich genaue Vorstellungen: Mann, Haus mit Garten, Kinder, Familie. So sollte es werden. Das Haus hatte ich schon früh, aber es scheiterte dann immer wieder an den Einstellungen der Partner, dass sie keine (oder noch keine) Kinder haben wollten. So verging einfach die Zeit. Mit 30 schaut man dann zurück. Inzwischen haben wir uns bewusst für ein Leben ohne Kinder entschieden, das war auch ein langer Lernprozess, aber es geht uns so besser. Klingt vielleicht etwas egoistisch, aber auch wir haben nur dieses eine Leben, das wir so leben wollen, wie es uns gefällt. Das Haus mit Garten ist wieder da, meine kleine Familie mit 2 Katern auch. Sooo schlecht ist es dann doch gar nicht geworden. Noch dazu haben wir uns den Traum erfüllt, nach Fehmarn zu ziehen. So ändert sich die Lebensplanung immer wieder. Alles geht seinen Gang und hat seinen Sinn. Von ganz alleine.

Liebe Grüße
schneggi

HansDampf
18.03.2008, 10:08
Hallo HansDampf,

ich weiss Du hast ketzerisch gefragt :zwinker: :blumengabe: , aber trotzem - normalerweise sucht man sich seinen Partner doch nicht nach dem Beruf aus oder danach, dass er unkompliziert in Elternzeit gehen könnte, oder machst Du das so :ooooh: :smirksmile: ? Wenn ich mich in jemanden verliebe, muss ich aus den Rahmenbedingungen das beste machen - er aus meinen ja auch, und die sehen durchaus ähnlich aus wie bei Nimwen. Es nützt ja nix.


Hallo Sunny,

im Sinne betreibswirtschaftlichen Rational Choice Verhaltens sollte man es genau so machen!:wie?: :freches grinsen:

Mal im Ernst: genau das ist doch das Henne-Ei-Problem. Wähle ich den Partner nach meinem Lebensmodell (d.h. gebe ich dem Verliebtsein nach, wenn ich das Gefühl habe, die Lebensentwürfe sind kompatibel) oder gestalte ich mein Lebensmodell nach dem (gerade aktuellen) Partner?

Beides kann funktionieren, beides kann aber auch unglücklich machen. Kompromisse können uns ein Leben führen lassen, welches wir nicht wollen, eine zu starke Einengung bei der Partnerwahl auf Kompatibilität läßt uns eventuell die große Liebe verpassen.

Trotzdem tendiere ich dazu, die eigene Lebensplanung wichtiger zu nehmen als "die Liebe". Nach dem unschönen Spruch "Die Liebe kommt, die Liebe geht" ist es nicht ungefährlich, sich dem Lebensmodell des anderen anzupassen. Das Paradebeispiel sind natürlich Frauen mit Kinderwunsch, die 10 Jahre bei einem Partner ausharren, der sie mit einem "Vielleicht" oder einem "Später" vertröstet. Das ist bitter, und da täte etwas mehr "rational choice" nötig.

Hans

Sunny71
20.03.2008, 19:14
Hallo Sunny,

im Sinne betreibswirtschaftlichen Rational Choice Verhaltens sollte man es genau so machen!:wie?: :freches grinsen:

Ok, so gesehen ... :zwinker: :freches grinsen: .

Nee klar, Du hast schon Recht, man kann es so oder so rum aufziehen. Wahrscheinlich spielen da aber auch individuelle Unterschiede im Charakter eine entscheidende Rolle. Bei mir ist es zum Beispiel so, dass ich zwar - beruflich - zielstrebig bin, die Dinge aber trotzdem auf mich zukommen lasse. Und nein, das ist kein Widerspruch:zwinker: . Die besten Dinge haben sich bisher ausnahmslos von selber entwickelt bzw. präsentierten sich so, dass ich nur noch zugreifen musste. Ich habe viel erreicht, auch viel gearbeitet, aber eben ohne immer verbissen ein bestimmtes Ziel und kein anderes vor Augen zu haben.

Im Bereich Beziehungen sehe ich das ähnlich. Ich könnte nie eine Beziehung eingehen, weil es eben vernünftig wäre. Wenn ich das könnte, hätte ich vermutlich meinen Exex geheiratet und hätte vielleicht Kinder. So bin ich nun 37 und Single und es ist ungewiss, ob ich meinen Wunsch nach Familie je erfüllen kann. Trotzdem geht es mir besser so - und zwar viel besser.

Ich hab schon mit dem Begriff "Lebensplanung" irgendwie ein Problem, weil ich tatsächlich denke, dass das Leben nicht planbar ist. Natürlich kann man Ziele haben und diese anstreben, aber gerade "Ziele" wie z.B. "Familie" kann man eben nur bedingt beeinflussen. Jedenfalls ist mir nicht klar, wo ich nun den zukünftigen Vater meiner Kinder hernehmen soll :smirksmile: .

Aber wie gesagt, ich glaube schon, dass es da große individuelle Unterschiede gibt :blumengabe: .

trojan
22.03.2008, 10:10
Hallo sunny,
es ist interessant den Lebensweg andere Frauen zu erfahren.
Ich dachte, es gibt nur die 2 Möglichkeiten: allein/glücklich oder familiär/glücklich. Ich hab kurz nach mein 21 Geburtstag alle persönliche Ziele und Wünsche weggepustet und hab mich voll der Frau/Mutter/Schwiegertochter/Schwägerin Rolle gewidmet, weil ich dachte es ist "DIE" Bestimmung und Erfüllung aller Frauen!!! Bin auch so erzogen!
Ich bin 36, verheiratet(glücklich), hab 2 Kinder (13,8), Haus (wunderschön), Schwiegermutter (OK), hab 32 stunden Job (perfekt), Zeit für Freunde, ES IST DOCH ALLES WIE ES SEIN SOLL (sage ich mir)...... und dennoch spüre ich eine große Unzufriedenheit, Unruhe, Panik und übertrage unbewusst diese Gefühle weite. Es ist für meine Liebsten einfach belastend und unklar:gegen die wand: :gegen die wand:
Ich habe mich analysiert, beobachtet, verglichen, abgefragt, mich gespiegelt, mich gehasst, mich gesucht... Ich bin dabei meine Einstellung zu ändern und mein Identität wieder zu suchen. Wo war ich stehen geblieben mit 21 ?????
Ich möchte meine Träume wieder haben, mich leicht fühlen, treulich und gelassen sein, mich selbst mögen. Klar gibt es keine Lebensplanung. Mein Leben bis jetzt war einfach so passiert und es ging nicht anders. ABER ich mag nicht weiter so, ich möchte mich ändern!. Also gibt es doch die Variante familiär+selbstverwirklichend+glücklich. Das ist mein Ziel ab 36! :Sonne:
MFG TM

Inaktiver User
25.03.2008, 21:05
Bei all der ganzen Lebensplanung ist es recht schwierig, es immer allen anderen Recht machen zu wollen. Das funktioniert vielleicht auch eine Weile. Bis man anfängt, nachzudenken. Wo bin ich bei diesem Spiel eigentlich? Was ist aus mir geworden? Nur man selbst spielt die Hauptrolle in seinem Leben. Daran darf man sich zuweilen auch ruhig mal halten. Auch wenn es vielleicht egoistisch klingt, aber andere nehmen eher weniger Rücksicht auf einen.....

Ich hoffe, ihr hattet alle schöne, erholsame Ostertage. Mit viel Zeit für Euch und Euren Lebensweg....

Inaktiver User
25.03.2008, 21:05
Bei all der ganzen Lebensplanung ist es recht schwierig, es immer allen anderen Recht machen zu wollen. Das funktioniert vielleicht auch eine Weile. Bis man anfängt, nachzudenken. Wo bin ich bei diesem Spiel eigentlich? Was ist aus mir geworden? Nur man selbst spielt die Hauptrolle in seinem Leben. Daran darf man sich zuweilen auch ruhig mal halten. Auch wenn es vielleicht egoistisch klingt, aber andere nehmen eher weniger Rücksicht auf einen.....

Ich hoffe, ihr hattet alle schöne, erholsame Ostertage. Mit viel Zeit für Euch und Euren Lebensweg....

Inaktiver User
25.03.2008, 21:05
Bei all der ganzen Lebensplanung ist es recht schwierig, es immer allen anderen Recht machen zu wollen. Das funktioniert vielleicht auch eine Weile. Bis man anfängt, nachzudenken. Wo bin ich bei diesem Spiel eigentlich? Was ist aus mir geworden? Nur man selbst spielt die Hauptrolle in seinem Leben. Daran darf man sich zuweilen auch ruhig mal halten. Auch wenn es vielleicht egoistisch klingt, aber andere nehmen eher weniger Rücksicht auf einen.....

Ich hoffe, ihr hattet alle schöne, erholsame Ostertage. Mit viel Zeit für Euch und Euren Lebensweg....

Sunny71
02.04.2008, 00:55
Hallo sunny,
es ist interessant den Lebensweg andere Frauen zu erfahren.
Ich dachte, es gibt nur die 2 Möglichkeiten: allein/glücklich oder familiär/glücklich. Ich hab kurz nach mein 21 Geburtstag alle persönliche Ziele und Wünsche weggepustet und hab mich voll der Frau/Mutter/Schwiegertochter/Schwägerin Rolle gewidmet, weil ich dachte es ist "DIE" Bestimmung und Erfüllung aller Frauen!!! Bin auch so erzogen!
Ich bin 36, verheiratet(glücklich), hab 2 Kinder (13,8), Haus (wunderschön), Schwiegermutter (OK), hab 32 stunden Job (perfekt), Zeit für Freunde, ES IST DOCH ALLES WIE ES SEIN SOLL (sage ich mir)...... und dennoch spüre ich eine große Unzufriedenheit, Unruhe, Panik und übertrage unbewusst diese Gefühle weite. Es ist für meine Liebsten einfach belastend und unklar:gegen die wand: :gegen die wand:
Ich habe mich analysiert, beobachtet, verglichen, abgefragt, mich gespiegelt, mich gehasst, mich gesucht... Ich bin dabei meine Einstellung zu ändern und mein Identität wieder zu suchen. Wo war ich stehen geblieben mit 21 ?????
Ich möchte meine Träume wieder haben, mich leicht fühlen, treulich und gelassen sein, mich selbst mögen. Klar gibt es keine Lebensplanung. Mein Leben bis jetzt war einfach so passiert und es ging nicht anders. ABER ich mag nicht weiter so, ich möchte mich ändern!. Also gibt es doch die Variante familiär+selbstverwirklichend+glücklich. Das ist mein Ziel ab 36! :Sonne:
MFG TM

Hallo trojan,

es scheint fast so, als hätte ich es andersrum gemacht :blumengabe: . Gedanklich war für mich immer klar, dass ich "irgendwann" Familie haben würde, aber es hat sich - bisher - nie ergeben. Ich bin (wieder) glücklich und mit meinem Leben zufrieden, habe beruflich eigentlich jetzt schon fast alles erreicht, was ich wollte und die Arbeit macht mir immernoch viel Spaß. Ich habe eine Wohnung, in der ich mich sehr wohl fühle, Freunde, Hobbies (zu wenig Zeit :smirksmile: ) - und trotzdem fehlt eben etwas ganz entscheidendes und vielleicht wird dieser Traum von einer Familie für mich niemals wahr :wie?:

Das ist ein komischer Gedanke, an den ich mich erstmal gewöhnen muss.

Bei mir ist es auch einfach so passiert. Es ging nicht anders.


Trojan, ich wünsche Dir, dass Du einen Weg findest, Deine Träume zu verwirklichen, gemeinsam mit Deinen Lieben :blumengabe: .

Fruechtchen33
20.04.2008, 18:24
ich glaube dass das leben nur bis zu einem gewissen punkt planbar ist. es passieren immer wieder sachen die wir nicht geplant haben und damit müssen wir dann leben.

die einen planen kinder und können dann keine bekommen.
die nächsten möchten ein haus kaufen und dann wird einer arbeitslos. manchmal kommen krankheiten dazwischen usw.

doch ganz planlos zu sein bringt einen manchmal an ziele, da wollte man gar nicht hin. da ist guter rat teuer.

das problem, das gut ausgebildete frauen sich für beruf oder kinder entscheiden müssen ist inzwischen in der politik bekannt.
es wird wohl noch ein paar jahre dauern bis sich die kibize oder andere einrichtungen etabliert haben und eltern kein schlechtes gefühl dabei haben ihre kinder fremdbetreuen zu lassen. Ich glaube, dass das unseren kindern viel besser bekommt als die betreueung zu hause mit einen kinderunerfahrenen mutter die auch noch unzufrieden, weil isoliert ist.