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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Kann man die Angst wirklich besiegen?



Inaktiver User
09.03.2008, 16:34
Tja, die Frage stelle ich mir gerade...

Ich bin Mitte 30 und habe seit fast 15 Jahren immer mal wieder mit Ängsten zu tun (vielleicht auch schon länger... aber ich zähle jetzt einfach mal die Zeit seit der ersten "echten" Panikattacke).

Die Ängste tauchten immer wieder in unterschiedlichem "Gewand" auf - Klaustrophobie, Hypochondrie, "einfach-nur-so-Panik" und einige sehr spezielle Ängste - aber im Grunde sind alle meine Ängste auf eine Urangst zurückzuführen: nämlich die Angst davor, die Kontrolle über mich zu verlieren, mir nicht mehr selbst helfen zu können, auf andere angewiesen zu sein. Mir fehlt einfach eine Art Urvertrauen - sowohl in mich selbst, als auch in andere. Und demzufolge kamen diese Ängste immer dann wieder zum Vorschein, wenn mein Leben in einer Umbruchsituation war und ich plötzlich nicht mehr die Sicherheit meines gewohnten Umfelds und Alltags hatte...

So ist es auch im Moment wieder. Einerseits bin ich in einer eher schönen Umbruchsituation - nach vielen Jahren als Single habe ich mich wieder verliebt und das sogar heftig :liebe: . Andererseits bin ich beruflich in einer schwierigen Situation und weiß, dass ich da unbedingt möglichst bald raus muss, bevor mein Selbstwertgefühl noch mehr leidet. Abgesehen von einigen familiären Umständen, die mich auch belasten, aber das bin ich mehr oder weniger gewohnt.

Dazu kommt schließlich auch mein Alter - ich fühle mich zur Zeit sehr unter Druck, in meinem Leben die "richtigen" Weichen zu stellen und komme mit diesem Druck einfach überhaupt nicht klar. Neuer Job? Klar - aber wenn ich schon die ganzen Stellenanzeigen lese, in denen nur total dynamische Leute mit hoher Belastbarkeit gesucht werden (was im Moment absolut nicht zu mir passt), dann schwillt mir die Kehle zu... Vielleicht dann also doch in dem ungeliebten, aber gut bezahlten und sicheren Job bleiben und irgendwann schwanger werden? Aber - um Gotteswillen... EIN KIND? ICH? Wo ich gerade mein eigenes Leben shcon nicht im Griff zu haben scheine, dann noch die Verantwortung für ein anderes übernehmen? Und mich dann entweder von einem Mann abhängig machen oder die Doppelbelastung stemmen? Schaffe ich das?

Hilfe. Ich stehe gerade total neben mir. Und die Panikattacken, die mich so alle zwei, drei Tage überfallen (heute morgen auch wieder...:knatsch: ), steigern mein Selbstbewusstsein und meine Zuversicht auch nicht gerade... Es ist aber auch wie verhext: Habe ich eine Angst besiegt, bahnt sich irgendwann schon die nächste ihren Weg. Und im Moment erscheint mir die Angst als das größte Problem in meinem Leben (auch wenn sie es vielleicht nicht ist...). Ich habe vor allem solche Angst, dass es immer schlimmer wird und dass ich sie einfach nicht mehr in den Griff kriege (im Moment klappt das immer noch einigermaßen)

Daher meine Frage an dieser Stelle: Ist es möglich, seine Angst wirklich zu besiegen und vielleicht auch nach einem längeren Leidensweg noch etwas an sich zu ändern? Ein lebensfroher und zuversichtlicher Mensch zu werden? So wie ich im Moment bin, wollte ich auch meinem zukünftigen Kind nicht wirklich begegnen...:knatsch:

Über ein paar aufmunternde Erfahrungen würde ich mich sehr freuen:blumengabe: !

Liebe Grüße
Tigerfisch

PS: Eine Therapie habe ich schon mal gemacht und kenne die Hintergründe meiner Ängste sehr genau. Bin auch im Prinzip gut darüber aufgeklärt, was in Paniksituationen hilft und wie man mit Angst rein praktisch umgeht. Nur irgendwie hilft das zwar, die Angst "im Zaum zu halten" und sie nicht völlig entgleisen zu lassen - aber sie kommt trotzdem immer wieder und zermürbt mich dadurch langsam aber sicher...

Inaktiver User
09.03.2008, 21:46
Nur irgendwie hilft das zwar, die Angst "im Zaum zu halten" und sie nicht völlig entgleisen zu lassen - aber sie kommt trotzdem immer wieder und zermürbt mich dadurch langsam aber sicher...

Hallo Tigerfisch,

ich kann Dir eigentlich nur einen Trostversuch schicken -:in den arm nehmen: - da ich selbst keine Angstpatientin bin (mich reiten eher die Zwänge...:knatsch: )

Hast Du schon mal so einen Ansatz wie "hallo, alte Angst - da bist Du wieder... wie hast Du Dich diesmal gekleidet?" versucht?
So in der Art wie Georges Moustaki über "seine" Einsamkeit, seine alte Vertraute gesprochen hat, in "Ma Solitude"...

Ich glaube, Du hast Angst vor der Angst - vielleicht musst Du sie gar nicht besiegen, sondern kannst lernen, Dich mit ihr zu arrangieren.
Entschuldige, wenn das jetzt flapsig klingt, aber wegen der "Dynamiker"-Stellenanzeigen musst Du Dir mal den Cartoon von Claire Bretécher, "Die jungen Haifische" angucken - die sitzen da nämlich alle im Anzug wartend im Vorzimmer und ihnen wachsen solche Zähne...! Rrrraaarrrr!!

:blumengabe: ich hoffe, heute Abend ist es besser als am Morgen?
LG, T.

Inaktiver User
10.03.2008, 20:02
Liebe Tarasjugina,

vielen Dank für Deinen Trost :blumengabe:!

Gestern abend und heute hatte ich den ganzen Tag keine richtige Panikattacke, sondern "nur" ein paar mal ein "komisches Gefühl". Dafür hatte ich ein paar sehr schöne Momente, in denen ich dachte, dass ich das alles schon irgendwie schaffen werde und dass ich nicht einfach so aufgebe - jawohl!

Du hast schon recht, dass ich hauptsächlich Angst vor der Angst habe - denn ich WEISS auch ganz genau, dass ich ansonsten gesund bin. Trotzdem hilft mir das irgendwie nicht weiter... ich habe einfach noch nicht den richtigen und überzeugenden Ansatzpunkt für mich gefunden. Vielleicht sollte ich doch nochmal eine Therapie machen?

Wenn Du an Zwängen leidest, dann kennst Du vielleicht auch das Gefühl, dass man sich total unnormal fühlt und sich über sich selbst ärgert? Das ist mit mein Hauptproblem - dass ich mich auch noch selbst fertig mache wegen der völlig unbegründeten Ängste, mit denen ich mir das Leben selbst schwer mache. Ich versuche, das zu vermeiden... aber es ist soo schwer. Seufz.

Ich wünsche Dir auf jeden Fall alles Gute für Deine eigenen "Themen" und danke Dir nochmal für Dein Mitgefühl:blumengabe: !

Ganz liebe Grüße
Tigerfisch

Inaktiver User
10.03.2008, 20:09
Hallo Tigerfisch,

man kann!
Ganz sicher!!!
Ich hatte bis zum vorigem Jahr eine richtige "Bergphobie" (naja, "Phobie" ist übertrieben, aber ich habe schon mal einen Urlaub umgebucht, weil ich die Berge gehasst habe wie der sprichwörtliche "Teufel das Weihwasser".)

Dann habe ich letztes Jahr im Mai einen Besuch gemacht und bin ins Gespräch gekommen - jedenfalls kamen wir da auf Tibet und dass ich die Chance hätte, evtl. mitzureisen.

Ich habe -ohne auch nur eine Sekunde nachzudenken- sofort "Ja" gesagt.
Erst danach ist mir eingefallen, dass Tibet nicht unbedingt Flachland ist *räusper*.

Also habe ich angefangen, mich willentlich mit dem Gebirge auseinanderzusetzen.
Bin dann erst mal mit meiner us-amerikanischen Freundin nach Garmisch und dann ein paar Monate später "todesmutig" mit meiner Grossen (die übrigens Klettersport betreibt....) in die Schweiz, um jemanden zu besuchen.
Unsere Gastgeberin hat dann gleich "kurzen Prozess" gemacht und gefragt, ob wir denn nicht noch am selben Abend mal "auf einen Berg" wollen.
Mitgefangen, mitgehangen...habe ich mir gedacht und ich lebe immernoch ;-).



Dort ist dann alles abgefallen. Die ganzen Beklemmungen, die ich immer so hatte, wenn ich im Gebirge war, waren ....ohne Quatsch...spurlos verschwunden.

Ich kann das "heute" nicht mal mehr nachfühlen, wie ich mich "sonst immer" dabei gefühlt habe. Ich weiss im Kopf, dass ich unglaubliche Beklemmungen hatte....aber ich weiss jetzt nicht mehr, wie sich das angefühlt hat.
Eine "Liebesbeziehung" mit den Bergen habe ich zwar nicht (bei der Wahl zwischen Urlaub am Meer oder Urlaub in den Bergen würde ich ohne nachzudenken sofort das Meer wählen), aber ich kann sie akzeptieren und sogar bedingt geniessen.


Jedenfalls steht dem Himalaya jetzt nichts mehr im Wege...oder versetzt Glaube tatsächlich (Angst)berge?

Inaktiver User
10.03.2008, 22:01
Über ein paar aufmunternde Erfahrungen würde ich mich sehr freuen:blumengabe: !




... dann versuche ich es nochmal hiermit - auch weil die Arbeits/Bewerbungsfrage für Dich gerade zu ängstigen scheint(?):

Es ist mir an zwei Arbeitsplätzen (für die natürlich auch junge Dynamiker gesucht worden waren) tatsächlich passiert, dass ich bei der Arbeit in Tränen ausgebrochen bin ... :peinlich: :peinlich:

Ich konnte mich zwar gerade rechtzeitig verkriechen - aber beide Chefs haben es mit Sicherheit mitbekommen, wenn auch nicht alle anderen. Das war nun sicher nicht toll - aber es ist nicht die Welt untergegangen, ich habe meine Arbeit behalten und war -denke ich- fortan auch nicht "unten durch".
Ich nehme an, deshalb, weil ich vorher und nachher gute Arbeit geleistet habe.
Und vielleicht, vielleicht... auch deswegen, weil es Menschen gibt, die das Wiederaufstehenkönnen anerkennen.
:blumengabe: T.

Violine
10.03.2008, 22:13
PS: Eine Therapie habe ich schon mal gemacht und kenne die Hintergründe meiner Ängste sehr genau. Bin auch im Prinzip gut darüber aufgeklärt, was in Paniksituationen hilft und wie man mit Angst rein praktisch umgeht. Nur irgendwie hilft das zwar, die Angst "im Zaum zu halten" und sie nicht völlig entgleisen zu lassen - aber sie kommt trotzdem immer wieder und zermürbt mich dadurch langsam aber sicher...


Ohne dich beunruhigen zu wollen: die Angst wird dich höchstwahrscheinlich dein Leben lang begleiten. Und zwar ganz einfach aus dem Grund, weil du sie kennst, sie zu dir gehört. Ein nicht zu unterschätzender Gedankenansatz ist die Bereitschaft des Zulassens. Kämpfe nicht gegen die Angst (gegen dich), sondern nimm sie an. An dieser stelle verweise ich immer wieder gerne auf das Buch 'Das innere Kind' (http://www.zentrum-fuer-psychosynthese.de/das_innere_kind.html).


Ich hatte 14 Jahre Ängste und habe sie erfolgreich besiegt. Trotzdem spüre ich in bestimmten Situationen mir allzu sehr vertraute Symptome. Und kann gut damit umgehen.:smile:

Vic1511
15.03.2008, 10:02
Hallo Tigerfisch,
hab Dir eine PN geschrieben..

Viele Grüße
Vic

Mausezahn2008
17.03.2008, 13:29
Hallo Tigerfisch,
ich glaube auch nicht, dass Du die Angst besiegen kannst.

Aber Du kannst sie annehmen, als ein STück von Dir (statt Angst vor ihr zu haben), Du kannst Dich mit ihr arrangieren und vielleicht sogar anfreunden, (versuch sie kennenzulernen) dann gerätst Du nicht mehr so schnell in Panik.

Seit ich weiss, dass Angst ein Teil von mir ist, dass sie zu mir gehört, dass sie mir auch gar nichts Böses tut, wenn ich es nicht zulasse, gerate ich nicht mehr in Panik.

Inaktiver User
25.03.2008, 13:13
Hallo zusammen,

ich leide auch seit Jahren unter Angst, weiß nicht mehr weiter. Ich habe daher mit Interesse die Beiträge gelesen. Ich habe keine Angstattacken, sondern permanente Angst und leide sehr darunter.

Wie geht das denn, "die Angst annehmen"? Ich versuche, mich nicht unterkriegen zu lassen, den Alltag zu bewältigen, ein Sozialleben aufrechtzuerhalten, aber es geht mir trotdem dreckig.

Vielen Dank für Antworten und Tipps.
Liebe Grüße
Yeli

Violine
25.03.2008, 22:31
Wie geht das denn, "die Angst annehmen"? Ich versuche, mich nicht unterkriegen zu lassen, den Alltag zu bewältigen, ein Sozialleben aufrechtzuerhalten, aber es geht mir trotdem dreckig.



und wie genau sieht das bei dir aus?

Die Angst annehmen heißt, sie zu akzeptieren. Sie nicht länger als Störenfried zu sehen; sich mit ihr bestmöglich zu arrangieren. Sich nicht mehr von ihr fremd bestimmen zu lassen.

Wie hier bereits geschrieben wurde: sie gehört zu einem! und sie wird immer (mehr oder weniger) unser Begleiter sein.

Inaktiver User
26.03.2008, 06:42
Hallo Violine,

meine Angst sieht so aus: Ich wache morgens (viel zu früh) zw. 4 und 6 Uhr auf und bevor ich einen klaren Gedanken fassen kann, spüre ich Angst. Diese Angst spüre ich sehr körperlich: Druck auf der Brust, Kribbeln in Armen, Herzklopfen, und eben ANGST. Das ist aber kein Anfall sondern hält den ganzen Tag an. Wenn ich Glück habe wird es nachmittags/abends besser.

Ich habe das seit 3 Jahren und versuche mich seitdem zusammenzureißen, arbeiten zu gehen, Freunde zu besuchen (die nicht alle Bescheid wissen), Yoga zu machen, etc. Es kostet sehr viel Enerie, die ich bisher nur aufgebracht habe, weil ich gehofft habe, daß die Angst wieder weggeht. Das Leben ist ein Durchhalten, nicht leben. Ich weiß nicht, wie lange ich es noch durchhalte. Habe 3 Jahre Psychotherapie, 1 Kur und mehrere Medikamente hinter mir (die nichts geholfen haben)....

Mausezahn2008
26.03.2008, 10:19
Yeli,
wovor hast du Angst?
Vor dem Sterben?

Yeli,
- ich setze voraus, Du bist gesund -
Wenn mich die Angst heute beschleichen will, sage ich mir, das ist doch sowieso nichts, dass ist nicht das Herz, das ist Schwachsinn, und wenn es doch das Herz sein sollte, bin ich eben tod.
Und schon werde ich ruhiger.

Du musst Dich selber einmal nüchtern dabei betrachten, wenn die Angst in Dir hochsteigt. Du musst Dich selber kritisieren, Dir sagen, dass Du keine Lust mehr hast auf diesen Mist, auf die Fehlsteuerungen, die durch psychische Probleme auftreten.

LG

Inaktiver User
26.03.2008, 11:27
Hallo Mausezahn,

ich bin organisch gesund. Ich habe keine konkrete Angst vor etwas. Ich wache morgens auf und die Angst ist da. Ich fühle mich dann grotteneinsam und unglücklich. Und durch diese Angst habe ich Angst nicht mehr glücklich zu werden. Die Angst ist auch mit Depressionen verbunden.

Ich schreibe leider gerade parallel. Guck doch mal in den Strang: bin verzweifelt: Habe Angst und keiner kann mir helfen, da steht meine Geschichte.

Lg Yeli

Inaktiver User
26.03.2008, 11:27
Sorry, habe 2 x auf antworten gedrückt.

Violine
26.03.2008, 22:40
Die Angst ist auch mit Depressionen verbunden.



Ist es nicht eher umgekehrt?

Ich meine damit, dass du in 1. Linie Depressionen hast und die Angst nur ein weiteres Signal deines Gesamtzustandes ist.

Es gibt einen schönen Satz: 'Wo Freude ist, hat Angst keinen Platz!'

Inaktiver User
01.04.2008, 15:13
Hallo Yeli,
Du schreibst, dass Du gesund bist.
Hast Du Deine Schilddrüse untersuchen lassen? Schilddrüsenerkrankungen sind auch oft ein Grund für Angst, Panik oder auch Depressionen.
Bist Du vielleicht in den Wechseljahren?
Auch da tritt die Angst - lt. den Einträgen von den vielen betroffenen Frauen - sehr oft auf.

Zuerst sollte immer das Körperliche abgeklärt werden, bevor man auf der Psychoschiene fährt, vor allem, wenn Medikamente nicht geholfen haben.

Liebe Grüße
Leni:blumengabe:

Nevoa
12.04.2008, 19:41
Die Angst besiegen, also "kriegerisch" dagegen angehen und sie 18:0 vom Platz jagen, ist nicht sinnvoll, wie ich in den anderen Beiträgen gelesen habe.

Aber was, wenn ich Ängste habe, die mich daran hindern, Dinge zu tun, die ich gern tun möchte, z.B. zu verreisen?

Ich habe - wie viele hier - Angst vor Situationen, die ich nicht kontrollieren kann. Das äußert sich v.a. als Angst vor und massive Anspannung in Situationen, wo ich einen Raum nicht verlassen kann (bzw. d a r f).
Geschlossene Türen sind ein Horror für mich.
Deshalb sind Dinge wie Bus- oder Zugfahrten, Fliegen oder auch Klausuren (bei uns sind die Klausuren rel. kurz, und man darf in dieser Zeit den Hörsaal nicht verlassen) teilweise ziemlich schrecklich für mich.

Diese Ängste gehen vermutlich auf traumatische Erlebnisse in meiner Kindheit zurück, und ich habe mit einem Teil meiner Persönlichkeit wohl noch nicht verstanden, dass ich nicht mehr das Kind bin, das emotional und physisch wie gefesselt ist und sich nicht rühren darf, sondern eine Situation jederzeit verlassen kann (auch während der Klausur könnte ich aufstehen und gehen, ich dürfte nur nicht wieder zurück in den Saal).

Ich mache gerade eine Psychotherapie und das,was ich oben geschrieben habe (dass ich in diesen Situationen wieder zu einem verschreckten Kind werde, das wie "gefesselt" ist, und nicht verstehe, dass es vorbei ist), ist mir erst vor wenigen Tagen überhaupt klargworden.

Wie kann ich verstehen/das verinnerlichen, dass diese Situationen wirklich vorbei sind und so etwas nie wieder passieren wird?

Ich "konfrontiere" mich mit diesen angstmachenden Situationen, und es ist schon besser geworden, aber die Grundangst ist da...

Ich fahre z.B. inzwischen wieder Bus und Zug, kann in den Klausuren Leistung bringen (und habe nicht mehr das Gefühl "Oh Gott, ich falle gleich ohnmächtig vom Stuhl), aber von richtiger "Freiheit" bin ich noch weit entfernt, ich habe immer noch Angst, dass "irgendwas Schreckliches" passieren wird, und traue mich deshalb viele Dinge nicht, die ich gern machen würde.

Kennt das jemand oder hat eine Idee,wie ich einsehen kann, dass es vorbei und diese Angst nicht mehr notwendig ist?

LG, Nevi

Ninette
13.04.2008, 00:03
@tigerfisch:

Hab Dir ne PN geschickt.

LG Ninette

BSDDomi
23.04.2008, 09:20
Es gibt bestimmte Situationen, die Ängste auslösen. Wichtig ist es dort anzupacken und versuchen eine Lösung zu finden. Natürlich sind manche Ängste leichter zu bekämpfen als andere.

Ich habe z.B. Angst vorm Fliegen, mir wird so mulmig und schlecht im Flugzeug bei Turbulenzen, dass ich nicht essen, nicht schlafen kann, gar nichts und ich kann soviel lesen wie ich will, dass das nicht schlimm ist...ausgelöst wurde diese Angst übrigens bei mir durch einen Flug mit ganz schlimmen Turbulenzen, davor hatte ich keine Flugangst.

Nimm bei Angstattacken Seda Plantina ein, das hilft ungemein. Und ruhig in den Bauch atmen. Versuche dich abzulenken, lies etwas schönes, guck etwas, was dich zum Lachen bringt.

Such dir ärztliche Hilfe oder eine liebe Freundin und spreche mal darüber, was dir alles Angst macht und versucht rauszufinden, was die Angst auslöst.

Violine
23.04.2008, 18:06
Ich "konfrontiere" mich mit diesen angstmachenden Situationen, und es ist schon besser geworden, aber die Grundangst ist da...

Du machst exakt das richtige!!!! Bravo!

Mit der Zeit - und die benötigst du - fühlst du dich zunehmend sicherer und vertrauter in solchen Situation und deine Grundangst verschwindet bzw. wird deutlich weniger. Freue dich über jeden Schritt, und sei er noch so klein. Sei stolz auf deine Fortschritte (im wahrsten Sinn des Wortes :freches grinsen:) und baue darauf auf.

Viel Glück wünscht

Vio

Nevoa
23.04.2008, 23:29
Domi und Violine,

vielen Dank für Eure Antworten:blumengabe: !

Nach dem Seda-Plantina werde ich mal in der Apotheke fragen - und mich ansonsten weiter darum bemühen, mir die Angst abzugewöhnen.
Violine, ich finde es sehr interessant, dass Du sagst, dass auch die "Grundangst" weniger wird, nicht nur die Phobie an sich.
Ist das deine Erfahrung?
Ich fände es natürlich gut, wenn das bei mir auch so wird.

Liebe Grüße, Nevoa

Violine
24.04.2008, 21:22
Violine, ich finde es sehr interessant, dass Du sagst, dass auch die "Grundangst" weniger wird, nicht nur die Phobie an sich.
Ist das deine Erfahrung?
Ich fände es natürlich gut, wenn das bei mir auch so wird.




Ja, ich spreche aus Erfahrung, ich hatte ca. 14 Jahre Agoraphobie.

Mit dem Verschwinden dieser Angst wurde ich sicherer und gelassener. Das zeigte sich auf vielen Ebenen meines Alltags.