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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Angst und Alleinsein.



Inaktiver User
09.03.2008, 02:33
Ich brauche einen guten Rat.

Ich bin fast 30. Die letzten Jahre kämpfte ich an so vielen Baustellen, es zermürbt mich.

Es fing an, dass ich mich von meinem langjährigen Partner (über 8 Jahre) trennte. Die Beziehung war ruhig und gut, aber ohne Zukunft. Irgendwann gab ich auf.
Es war sehr schwer.

Ein Jahr später traute ich mich und lernte einen anderen Mann kennen. Nachdem wir uns langsam kennen lernten waren wir erst ein halbes Jahr Freunde, später fing es unglaublich romantisch und zärtlich an.
Es endete ein halbes Jahr später, nach Lügen, Verrat, Betrug bis hin zu einem körperlichen (und für mich viel schwerer weil ich ihm vertraute dadurch seelischen) Missbrauch.
Man lernt einen Menschen kennen und lieben, es dauerte lang bis ich überhaupt Begriff was passierte. Ich zweifelte an meinem Verstand, meinen Wahrnehmungen.

Danach schloss ich mich ein halbes Jahr fast ein.
Zog aber kurz darauf eisern meinen Studienabschluss durch. Das hielt mich. Den Tag arbeitete ich - die Nacht weinte ich.

Danach ging es mir etwas besser - ich begann einen Job.
Neue Stadt, neue Wohnung etc. Hoffnung.

Ein halbes Jahr später lernte ich über Freunde einen anderen Mann kennen.
Weil ich Angst war ich lange Zeit sehr vorsichtig, distanziert und zurückhaltend. Er blieb. Wollte eine Beziehung.
Er war sehr fürsorglich und sehr warm.
Er verließ mich ein halbes Jahr später knall auf Fall, als nach einer begründeten Eifersuchtattacke meinerseits ich ihm die Geschichte mit dem Vorgänger offen legte.
Er sagte nur, ich sei immer nur eine Bekannte von ihm gewesen.
Bis heute weiß ich nicht was eigentlich los war.
Ich fragte (leider zu oft) nach, bekam irgendwann eine Antwort: ich hätte mich nicht richtig benommen.
Obwohl er mich so Fallen ließ, fehlt er mir sehr.

Seit dem lebe ich zurückgezogener denn je.

Ich treffe meine Freunde und Familie, klar, wie es mir wirklich geht wissen sie nicht. Ich will sie meine Traurigkeit nicht noch stärker spüren lassen. Den wenigen den ich auch nur einen Bruchteil offen legte, verunsicherte es stark, es macht ihnen Sorge. Es vertreibt sie.

Richtig engen Kontakt habe ich zu niemandem mehr.
ich werde (bin?) seltsam.
Ich weiß nicht ob man mich überhaupt mögen kann?!

Ich bin keine gute Gesellschaft, obwohl ich mich sehr bemühe.
Ich muss endlich wieder "lustiger" und lockerer werden, sonst verliere ich noch jeden.

Ich weiß eigentlich sollte ich glücklich sein, ich bin gesund, habe es geschafft einen Job zu finden, habe noch ein paar Freunde.
Aber es fühlt sich nichts mehr echt an. Wenn ich lache, bin ich nicht glücklich.

Ich kämpfe und kämpfe und kämpfe, und komme nicht vom Fleck. Ich hatte Träume, die ich alle schon begrub.
Wie soll ich jemals eine Familie oder Partnerschaft / Freunde haben können, wenn ich niemandem mehr vertrauen kann?
Wofür lebe ich eigentlich noch?
Meine Arbeit erledige ich auch nicht mehr zufriedenstellend, ich muss mich oft zusammen reißen um nicht auch tagsüber zu weinen.

Ich will niemandem mehr nahe sein. An den verschiedenen Punkten in meinem Leben ging so viel kaputt. Jedes Mal ein Stückchen von mir.Ich weiß nicht mal ob noch etwas über ist. Und trotzdem bin ich so einsam.
Ich habe einfach nur noch Angst.

Inaktiver User
09.03.2008, 13:07
Liebe Liame,
dein Beitrag liest sich im ersten Moment sehr traurig und ich würde dich gerne mal drücken um dir zu zeigen dass du wertvoll und liebenswert bist. Denn glaube mir, wer solche Zeilen schreibt ist es!
Du bist nur sensibler als andere Menschen und ziehst dich zurück wenn du verletzt wirst. Das ist dein gutes Recht, aber die Menschen sind so. Man kann verletzt werden wenn man Jemandem vertraut. Aber wenn man es garnicht mehr versucht Jemandem zu vertrauen wird man einsam. So wie du dich jetzt fühlst. Aber eigentlich willst du das doch garnicht, denn sonst würdest du hier nicht schreiben.
Was ich wirklich schade finde, ist dass du das Gefühl hast, deinen Freunden und deiner Familie mit deiner (verständlichen) Traurigkeit auf die Nerven zu gehen. Sind diese Menschen denn nicht auch dafür da? Dich etwas auf zu fangen? Wofür hat man sonst Freunde? Wo man sich ausweinen kann? Ohne zu nerven?
Du hast traurige Erfahrungen gemacht und das tut mir sehr leid, aber bitte halte dir vor Augen, dass das nicht dein Problem ist. Diese Männer waren einfach nicht in der Lage dir das zu geben was du brauchtest und verdient hast. Solche Sch...typen gibt es.
Hey Süße,
du bist erst 30 Jh. alt; gib deine Träume nicht auf wegen solchen Idioten. Lerne dich selbst mehr zu lieben und akzeptiere deine Sensibilität. Es kommt noch Jemand der das zu schätzen weiß; aber wahrscheinlich erst wenn du dich zu schätzen weißt(vieleicht mit Hilfe einer Therapie?).
Konfrontiere deine Freunde und Familie mit deiner Traurigkeit; ich kann mir nicht vorstellen dass die sich alle von dir zurück ziehen.

Und sei stolz auf das was du geschafft hast (Studium, neuer Job, Umzug etc.). Das ist toll.
Du bist toll!!!
Lass dir von Niemandem einreden das dem nicht so ist!!!
Ich schicke dir jetzt mal ganz viele liebe Gedanken. Du bist nicht alleine. Schreib gerne noch mal wenn es zuviel wird.
Liebe Grüße
Seluh

Inaktiver User
09.03.2008, 13:20
(((Liame))) :in den arm nehmen: :in den arm nehmen: :in den arm nehmen: :in den arm nehmen:


deine Geschichte klingt sehr geballt,
vielen passieren Dinge, wie sie Dir passiert sind,
jedoch ist es bei Dir einfach geballt aufgetreten.

Genau da sehe ich den Punkt....es gab für Dich kaum die Möglichkeit die Geschehnisse aufzuarbeiten und so
arbeitet es und arbeitet es in deinem Unterbewusstsein und nimmt Dir jede Entspannung und Freude, kann das sein?

Schade, dass Dir deine Freunde nicht die Gesprächsatmosphäre und -kultur bieten können, die du jetzt eventuell brauchst.
Doch genau das, solltest Du dir holen :blumengabe:
Wenn möglich sogar von proffessioneller Seite.

Wenn Du über die Dinge reden kannst, die dich beschäftigen und belasten, hast du auch irgendwann den kopf wieder so frei um entspannt fröhlich zu sein.:blumengabe:

Du bist ein Mensch, ein sehr wertvoller Mensch sogar :in den arm nehmen: :in den arm nehmen:
Fröhlich sein sollte nicht anstrengend sein,
denn dann kommt es nicht von einem leichten Herz und
tut Dir auch nicht wirklich gut.

Akzeptiere die schwierige Situation, die du gerade meisterst als Teil deines Lebens :blumengabe: Wir werden nur stärker durch die Schwierigkeiten, die wir meistern.

Und Du ganz sicher auch !

Inaktiver User
09.03.2008, 14:12
Danke!
Ihr macht mir Mut.

Ich habe nur das Gefühl ich kämpfe und kämpfe und komme nicht aus diesem Loch heraus.

Irgendwie bin ich auch enttäuscht von mir nicht endlich weiter zu sein. Mein Leben so wegzuwerfen.

Inaktiver User
09.03.2008, 14:52
für (((Liame))) (http://de.youtube.com/watch?v=SaY1WEcjlmg&feature=related)

Du wirfst Dein Leben nicht weg, Du entwickelst Dich,
manchmal braucht es schwierige Zeiten dazu.
Wir fragen uns warum?
Warum gerade ich?
Du wirst daran wachsen.
Denn wenn Du es nicht beherrschst, beherrscht es Dich.
Und das wirst Du nicht zulassen.

Kämpfe nicht sinnlos.
Lass es zu.
Schau es Dir an.
Pack es aus deinem Körper
in eine kleine Kugel
dreh sie vor Dir, schau sie Dir an...
und sie wird kleiner werden...

irgendwann wird sie so klein sein, du kannst sie wegwerfen
dich umdrehen
lachen und auf der Straße tanzen :in den arm nehmen:

Inaktiver User
10.03.2008, 09:55
Hey Liame,
wenn du alleine nicht mehr kämpfen kannst, hol dir professionelle Hilfe. Du musst da auch nicht alleine durch.
Raff dein letztes bißchen Kraft zusammen und rufe eine Beratungsstelle o.ä. an. Es geht vielen Menschen so dass ihnen, nach Schicksalsschlägen Kraft fehlt ihr Leben wieder lebenswert zu gestalten. Ist nicht schlimm. Aber dir kann geholfen werden.
Liebe Grüße
Seluh

hw1960
10.03.2008, 17:09
Hallo Liame,
Ich habe diesen Zustand vor etwa 1 1/2 Jahren erlebt. Bei mir war es aber durch meine Schwiegermutter, die eine Demenz bekam und auf 36 Kilo abmagerte. Obwohl wir Sie versorgt haben. Sie kam für 2 Wochen ins Krankenhaus wurde durch Infusionen wieder aufgepäppelt und kam dann nach Hause. Wir habe uns wieder fürsorglich um Sie gekümmert, doch nach 3 Wochen das gleiche Spiel. Verwirrt und abgemagert, obwohl ich für Sie gekocht habe und dabei war wenn sie gegessen hat. Aber sie hat nicht genug getrunken und das war der Fehler. Ich habe mir solche Sorgen und Vorwürfe gemacht das ich mit meinem Mann nur noch gestritten habe und mich total zurück zog. Mein Mann wollte nicht wahr haben dass seine Mutter Demenz ist und Hilfe braucht. Das sie nicht in ihrem Haus alleine bleiben kann usw..
Die Sozialstation der Klinik hat dann darauf gedrungen, dass wir meine Schwiegermutter überzeugen mussten das sie in eine Kurzzeitpflege kommt. Das war sehr schwierig, da meine Schwiegermutter sehr zurückgezogen lebt. Wir haben es geschafft. Ich dachte das sie vielleicht auch dort bleiben könnte damit sie unter Beobachtung ist, aber sie wollte nach 2 Wochen nach Hause und meine Mann holte sie. Mich hat das dermaßen geschockt und ich hatte Angst, dass ich eines Tages zu ihr komme und sie liegt tot in der Wohnung. Ich bin zusammen gebrochen. Mein Psychologe und mein Hausarzt haben dafür gesorgt das ich eine Auszeit genommen habe. Ich kam in eine Psychosomatische Klinik, und ich muss Dir sagen Liame, diese 8 Wochen haben mein Leben total verändert. Nicht nur meins sondern auch das meiner Familie. Sie haben gemerkt was sie an mir haben und das es nicht selbstverständlich ist das alles klappt.
Überlege Dir ob Du nicht professionelle Hilfe in Anspruch nimmst.
Ich kann Dir nur dazu raten. Es bringt Dir sehr viel. Du musst natürlich bereit sein mitzuarbeiten.
Ich wünsche Dir alles Gute und drück Dich ganz fest.
Liebe Grüße Heidi

a.sommer
09.04.2008, 23:35
Hallo! darf ich fragen wieso du dich genau von deinem Freund, mit dem 8 Jahre lang zusammen warst, getrennt hast? wieso sahst du mehr keine Zukunft für euch beide?

kinese3000
11.04.2008, 14:49
nicht, daß du niemanden hat, an zuvertrauen,
es gibt immer noch, an den man vertrauen kann, zeit, ort und menschen.
ich bin auch allein, seit meine trennung mit meiner frau (sie ist deutsch und ich bin chinesisch) gute freunde hab ich niemanden, ich geh einmal in der woche seit 6 jahre tango tanzen, und die leute sind für mich nur small talk leute, nichts weiter.
ich geh einmal in der woche seit 2 jahre ins meditation zentrum, die leute dort sind für mich als small talk leute, mehr offend.
und angst kommt meisten, wenn man zuviele gedanken hat.
das hab ich auch, und jetzt weniger, denn ich sehe die dinge anders als vor drei jahre her.
ich meditiere zuhause jeden tag 20 minute plus 30 niederwerfungen, und hier versuche ich nicht, dich ins buddhismus zu verführen.
ich will sagen, man kann immer noch jemandem vertrauen, solange man nicht zuviel von jemandem erwarten will.
du kannst etwa anders machen, außer arbeiten, es gibt viele beispiel, aikido, yoga, tai chi,..............
was mein buddhismus lehrer sagt, und er sagt:"um angst zu bewältigen, soll man gutes positiv an anderen menschen wünschen." davon bin ich überzeugt, weil man selbst nicht so wichtig sei.
ich wünsche dir alles, auf besseren weg

Inaktiver User
12.04.2008, 06:16
Ich brauche einen guten Rat.

Ich bin fast 30. Die letzten Jahre kämpfte ich an so vielen Baustellen, es zermürbt mich.

Es fing an, dass ich mich von meinem langjährigen Partner (über 8 Jahre) trennte. Die Beziehung war ruhig und gut, aber ohne Zukunft. Irgendwann gab ich auf.
Es war sehr schwer.

Ein Jahr später traute ich mich und lernte einen anderen Mann kennen. Nachdem wir uns langsam kennen lernten waren wir erst ein halbes Jahr Freunde, später fing es unglaublich romantisch und zärtlich an.
Es endete ein halbes Jahr später, nach Lügen, Verrat, Betrug bis hin zu einem körperlichen (und für mich viel schwerer weil ich ihm vertraute dadurch seelischen) Missbrauch.
Man lernt einen Menschen kennen und lieben, es dauerte lang bis ich überhaupt Begriff was passierte. Ich zweifelte an meinem Verstand, meinen Wahrnehmungen.

Danach schloss ich mich ein halbes Jahr fast ein.
Zog aber kurz darauf eisern meinen Studienabschluss durch. Das hielt mich. Den Tag arbeitete ich - die Nacht weinte ich.

Danach ging es mir etwas besser - ich begann einen Job.
Neue Stadt, neue Wohnung etc. Hoffnung.

Ein halbes Jahr später lernte ich über Freunde einen anderen Mann kennen.
Weil ich Angst war ich lange Zeit sehr vorsichtig, distanziert und zurückhaltend. Er blieb. Wollte eine Beziehung.
Er war sehr fürsorglich und sehr warm.
Er verließ mich ein halbes Jahr später knall auf Fall, als nach einer begründeten Eifersuchtattacke meinerseits ich ihm die Geschichte mit dem Vorgänger offen legte.
Er sagte nur, ich sei immer nur eine Bekannte von ihm gewesen.
Bis heute weiß ich nicht was eigentlich los war.
Ich fragte (leider zu oft) nach, bekam irgendwann eine Antwort: ich hätte mich nicht richtig benommen.
Obwohl er mich so Fallen ließ, fehlt er mir sehr.

Seit dem lebe ich zurückgezogener denn je.

Ich treffe meine Freunde und Familie, klar, wie es mir wirklich geht wissen sie nicht. Ich will sie meine Traurigkeit nicht noch stärker spüren lassen. Den wenigen den ich auch nur einen Bruchteil offen legte, verunsicherte es stark, es macht ihnen Sorge. Es vertreibt sie.

Richtig engen Kontakt habe ich zu niemandem mehr.
ich werde (bin?) seltsam.
Ich weiß nicht ob man mich überhaupt mögen kann?!

Ich bin keine gute Gesellschaft, obwohl ich mich sehr bemühe.
Ich muss endlich wieder "lustiger" und lockerer werden, sonst verliere ich noch jeden.

Ich weiß eigentlich sollte ich glücklich sein, ich bin gesund, habe es geschafft einen Job zu finden, habe noch ein paar Freunde.
Aber es fühlt sich nichts mehr echt an. Wenn ich lache, bin ich nicht glücklich.

Ich kämpfe und kämpfe und kämpfe, und komme nicht vom Fleck. Ich hatte Träume, die ich alle schon begrub.
Wie soll ich jemals eine Familie oder Partnerschaft / Freunde haben können, wenn ich niemandem mehr vertrauen kann?
Wofür lebe ich eigentlich noch?
Meine Arbeit erledige ich auch nicht mehr zufriedenstellend, ich muss mich oft zusammen reißen um nicht auch tagsüber zu weinen.

Ich will niemandem mehr nahe sein. An den verschiedenen Punkten in meinem Leben ging so viel kaputt. Jedes Mal ein Stückchen von mir.Ich weiß nicht mal ob noch etwas über ist. Und trotzdem bin ich so einsam.
Ich habe einfach nur noch Angst.
...wie wäre denn der Gedanke, mal aus dem Hamsterrad auszusteigen, stehenzubleiben und in Ruhe zu schauen, wo und wer du bist?...:blumengabe:

fraeulein_minza
12.04.2008, 10:19
Danach schloss ich mich ein halbes Jahr fast ein.
Zog aber kurz darauf eisern meinen Studienabschluss durch. Das hielt mich. Den Tag arbeitete ich - die Nacht weinte ich.

Danach ging es mir etwas besser - ich begann einen Job.
Neue Stadt, neue Wohnung etc. Hoffnung.

(...)

Ich treffe meine Freunde und Familie, klar, wie es mir wirklich geht wissen sie nicht. Ich will sie meine Traurigkeit nicht noch stärker spüren lassen. Den wenigen den ich auch nur einen Bruchteil offen legte, verunsicherte es stark, es macht ihnen Sorge. Es vertreibt sie.

Richtig engen Kontakt habe ich zu niemandem mehr.
ich werde (bin?) seltsam.
Ich weiß nicht ob man mich überhaupt mögen kann?!

Ich bin keine gute Gesellschaft, obwohl ich mich sehr bemühe.
Ich muss endlich wieder "lustiger" und lockerer werden, sonst verliere ich noch jeden.

Ich weiß eigentlich sollte ich glücklich sein, ich bin gesund, habe es geschafft einen Job zu finden, habe noch ein paar Freunde.
Aber es fühlt sich nichts mehr echt an. Wenn ich lache, bin ich nicht glücklich.

Ich kämpfe und kämpfe und kämpfe, und komme nicht vom Fleck. Ich hatte Träume, die ich alle schon begrub.
Wie soll ich jemals eine Familie oder Partnerschaft / Freunde haben können, wenn ich niemandem mehr vertrauen kann?
Wofür lebe ich eigentlich noch?
Meine Arbeit erledige ich auch nicht mehr zufriedenstellend, ich muss mich oft zusammen reißen um nicht auch tagsüber zu weinen.

Ich will niemandem mehr nahe sein. An den verschiedenen Punkten in meinem Leben ging so viel kaputt. Jedes Mal ein Stückchen von mir.Ich weiß nicht mal ob noch etwas über ist. Und trotzdem bin ich so einsam.
Ich habe einfach nur noch Angst.

Hm, das könnte ich auch geschrieben haben in einer meiner Talphasen. Und es trifft mich, dass von jemand anderen, von Dir zu lesen - es tut mir so leid! :in den arm nehmen:

Zu den Freunden...

Ich denke zum einen, dass man sie oftmals auch unterschätzt. 'Mit so jemand komplizierten wie mich sind die überfordert, so jemanden wie mich hält keiner aus, so wie ich bin, nerve ich einfach nur.' Warum zerbreche ich mir deren Kopf??? ICH halte mich nicht aus, aber die kriegen mich ja nur begrenzt mit und können sich danach von mir erholen. Lasse ich es doch mal drauf ankommen! Dann kann ich ggf. immernoch jammern! Das sage ich mir gerade selber gaaaanz laut!!! :smirksmile:

Zum anderen ist mein Problem, die Gefühle so auszudrücken, dass sie verständlich sind. Ich zumindest kann zwar so einigermaßen umschreiben wie es mir geht und warum, aber ich habe tausend gute Ratschläge, dolle Weisheiten für mich selbst parat, die meine Probleme nichtig machen. Meine Gefühle bleiben aber. Und das ist so ambivalent, dass ich gar nicht weiss, wie ich das gescheit formulieren soll. Da fällt mir gerade kein flotter Tip ein, aber vielleicht ist das auch gar nicht DEINE Baustelle um die es hier geht...

Hast Du schon einmal darüber nachgedacht professionelle Hilfe anzunehmen?

Mir hilft immerwieder, wenn ich mich an das 'kleine Kind' (innere Kind) in mir erinnere, das es zu beschützen gilt. Ich stelle mir vor, wie ich ihm die Tränen trockne, es herze, an die Hand nehme und den Weg MIT ihm gehe. Die kleine Minza ist ein Teil von mir und muss nicht bekämpft werden, sondern braucht die Fürsorge von der erwachsenen Minza!

Du hast viel geschafft auf dass Du stolz sein kannst! Du hast eine Persönlichkeit, entwickelst Dich, bist bereit zur Selbstreflexion, kannst Liebe schenken. Wert-schätze Dich und leuchte mal Deine Stärken an zur Abwechslung/zur Stärkung!!! :blumengabe:

Lieben Gruß
Minza

Aminata
29.04.2008, 10:44
Mir kommt hier vieles auch sehr bekannt vor. Nun stelle ich mir schon lange immer wieder die gleiche Frage, ich habe sie auch schon oft offen gestellt:

Was macht man wenn man kein Geld für einen Therapeuten oder eine Klinik hat, wenn man nicht arbeiten kann weil man überarbeitet und überlastete ist und doch von einem erwartet wird das man als Selbständiger weiter zu funktionieren hat? Was, wenn keine Familie mehr da ist?

Wenn man Selbstständig ist und in eine solche Situation hineingerät ist es irgenwie total bizzar. Man möchte gerne in eine Kur oder in einen Urlaub, aber man kann nicht weil man gezwungen ist weiter zu arbeiten. Tut man es nicht, dann kommt man wieder und alles ist weg. Ich hatte z. B. das Finanzamt angeschrieben mit Attest meines Artzes, das nun im Moment gar nichts mehr geht. Ich hatte keine Vertretung für die Firma, weil ich mir das infolge Trennung nicht leisten kann. Mein Arzt dachte das Attest würde mal aussreichen, so das ein Finanzamt auch mal abwartet und auch andere Baustellen mal ruhen könnten. Nichts ging, ich wurde geschätzt und gepfändet, was mich nur noch mehr fertig machte. Ich verstand nicht warum man als Selbständiger nicht auch einmal eine Auszeit bekommen kann und darf. Das es dafür überhaupt keine Hilfen gibt.

Die einzige Hilfe wäre ein gesundes Unternehmen kaputt gehen zu lassen, und dann wieder zu kommen und gar nichts mehr zu haben. Deshalb habe ich oft in Foren geschrieben, ich wollte Rat und Hilfe. Die kam aber nicht, weil die wenigsten das verstehen können. Muss denn ein Mensch oder eine Firma und alles was dazu gehört erst ganz kaputt gehen um dann Hilfe zu bekommen? Kann man denn da wirklich nicht mal auch an Gesetzen in Deutschland arbeiten? Ein Freund von mir hat sich in einer solchen, für ihn auswegslosen Situation umgebracht. Nun wird der Selbstmord beschönigt, nun wird gesagt er hätte es sowieso getan. Nein hätte er nicht, er hätte es nicht getan wenn her Hilfe erhalten hätte. Und ich kenne noch etliche mehr in diesen Situationen. Warum nimmt die niemand ernst? Das sollte doch ein jeder Menschen mal tun können. Nicht jemanden immer mehr in die Krankheit und Auswegslosigkeit jagen, sondern wirklich helfen. Nicht erst kaputt machen und dann nach den Therapeuten schreien als wären sie dann die Wunderheiler.

Vorher den Menschen den Druck nehmen, ihnen Zeit geben und mehr und vor allem: In der Not gehen 1000 Freunde auf ein Lot. Wo ist das denn noch menschlich?