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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Alleinerziehende: Stellen Sie Ihre Fragen an Ursula von der Leyen!



BRIGITTE Community-Team
25.02.2008, 17:00
Liebe Userinnen,

nach der großen Resonanz auf den BRIGITTE-Artikel (http://www.brigitte.de/frau/familie/dossier-alleinerziehend/index.html)zum Thema Alleinerziehende in Form von Leserbriefen, Kommentaren und Forenbeiträgen hat BRIGITTE Kontakt mit der Familienministerin aufgenommen und sie gebeten, darauf zu reagieren.

Was wünschen Sie sich als alleinerziehende Mütter von der Politik? Sie können Ihre Fragen an die Ministerin (http://www.brigitte.de/frau/familie/alleinerziehende-von-der-leyen/index.html)bis zum 3. März hier im Strang stellen.
Wir werden einige Beiträge davon auswählen und Frau von der Leyen vorlegen. Bis Mitte März wird die CDU-Politikerin dann ihre Antworten in das Forum stellen.

Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass Ursula von der Leyen aus zeitlichen Gründen nicht alle Fragen beantworten und auch nicht mit Ihnen diskutieren kann.

Freundliche Grüße
das BRIGITTE.de-Team

Coco-Lores
25.02.2008, 19:44
hier meine fragen:

- die diskussion um das ehegattensplitting existiert schon seit 20 jahren. gibt es ernsthaft irgendwelche sachlichen gründe gegen die abschaffung des ehegattensplittungs und die einführung eines kindersplittings? wie könnten alleinerziehende den paradigmenwechsel von der eheförderung zur familienförderung unterstützen?

- können alleinerziehende den paarfamilien in der steuerklasse gleich gestellt werden, und wenn nicht, warum nicht?

- die kostenfreie sozialversicherung von nichterwerbstätigen hausfrauen als familienfördermaßnahme - könnte man alleinerziehenden einen ähnlichen entlastungsbonus im hinblick auf die sozialversicherung anbieten, um sie für arbeitgeber attraktiver zu machen, oder würde das zu unerwünschten wechselwirkungen mit anderen faktoren des versicherungssystems/arbeitsmarktes führen?

- warum wird im trennungsfall das kindergeld nicht zu 100% an die person ausgezahlt, bei der das kind mit hauptwohnsitz gemeldet ist, sondern zu 50% an den unterhaltspflichtigen? kann das geändert werden?

- ich habe noch viele, viele andere fragen, für die meine zeit nicht reicht. daher möchte ich mein posting abschliessen mit einem dank an das ministerium für die spürbare bemühung um einen ausbau der kinderbetreuung. meines erachtens könnte das thema kinderbetreuung noch sehr viel stärker mit den themen (schul)bildung und wissensgesellschaft verknüpft werden, um investitionsmittel in diesen bereich zu locken. immerhin - der anfang ist gemacht.

Inaktiver User
26.02.2008, 09:58
Wenn alle Kinder betreut sind, wohin geht Frau dann arbeiten?
Ernsthaft kann doch kein Politiker daran interessiert sein, dass wir auch noch auf den Arbeitsmarkt drängen.

Simoneac
26.02.2008, 11:21
Sehr geehrte Frau von der Leyen,

1) Warum erhalten Alleinerziehende nicht Steuerklasse 3. Ich
persönlich sehe keinen Unterschied zwischen uns
Alleinerziehenden mit einem Einkommen oder einem
"Familienvater", wo die Frau zu Hause ist?
2) Warum sind Kindergärtenplätze nicht grundsätzlich kostenlos?
3) Ändern Sie die Kita-Öffnungszeiten. Es gibt nur ganz wenige
Kita's die bis 17.00 Uhr geöffnet haben. Das sind Zeiten, die
sich wahrscheinlich noch auf die alten Ladenschlußzeiten um
18.00 stützen.
4) Warum werden wir Alleinerziehende immer bemitleidet?
Halten Sie uns bitte den Rücken frei. Wir wollen nicht bedauert
werden, sondern wollen die gleichen Rechte wie eine im Volks-
mund genannte "normale" Familie, da wir auch eine Familie
sind. Warum ist Deutschland in diesem Punkt so unglaublich
rückständig?
5) Wichtig ist mir noch zu bemerken, dass Kinder ab der Geburt
besser/stärker durch den Kinderarzt, Hebamme, etc betreut werden
(ähnlich wie in Finnland), so dass diese schreckliche
Grausamkeit den Kindern gegenüber in unserer Gesellschaft
beendet wird.

Didi50
26.02.2008, 11:29
Ich wünsche mir auch Antworten auf die Fragen:

- Abschaffung des Ehegattensplittings? Wann? Wie?

- Verbesserung der technischen Ausbildung in Kindergarten und
Grundschulen. In Kindergärten wird vorwiegend Wert auf
Singen, Tanzen, etc. gelegt und ganz wenig technische
Grundlagen (Werken, einfaches Erklären physikaler
Phänomene, etc.)

- Reduzierung der Bürokratie bei der Beschäftigung von Haushalts-
hilfen. Nicht ohne Grund ist ein grosser Teil schwarz beschäftigt.

Tigress
26.02.2008, 11:55
Sehr geehrte Frau von der Leyen,

1) Warum erhalten Alleinerziehende nicht Steuerklasse 3. Ich
persönlich sehe keinen Unterschied zwischen uns
Alleinerziehenden mit einem Einkommen oder einem
"Familienvater", wo die Frau zu Hause ist?


wäre auch meine Frage gewesen.

Inaktiver User
26.02.2008, 12:01
1) Warum erhalten Alleinerziehende nicht Steuerklasse 3. Ich
persönlich sehe keinen Unterschied zwischen uns
Alleinerziehenden mit einem Einkommen oder einem
"Familienvater", wo die Frau zu Hause ist?

Ich bin zwar nicht die, die hier gefragt ist, aber soweit ich weiß hat bei I und IV jeder seinen Steuerfreibetrag als Erwachsener und bei III nutzt ein Erwachsener die Freibeträge von zwei Personen. Das geht kaum umzumodeln, ohne das gesamte Steuersystem auf den Kopf zu stellen, denn Alleinerziehenden fehlt steuertechnisch einfach ein zweiter nicht erwerbstätiger Erwachsener, der seinen Freibetrag abtritt.

Tigress
26.02.2008, 12:08
Ich bin zwar nicht die, die hier gefragt ist, aber soweit ich weiß hat bei I und IV jeder seinen Steuerfreibetrag als Erwachsener und bei III nutzt ein Erwachsener die Freibeträge von zwei Personen. Das geht kaum umzumodeln, ohne das gesamte Steuersystem auf den Kopf zu stellen, denn Alleinerziehenden fehlt steuertechnisch einfach ein zweiter nicht erwerbstätiger Erwachsener, der seinen Freibetrag abtritt.

Aber es kann doch nicht sein, dass man vom Wechsel der St.Klasse 3 in 2 viel weniger Geld für die Familie hat, obwohl man immer noch eine Familie ist und unverändert die Kinder ernähren muss.
In meinem persönlichem Fall hat das knapp € 500 weniger ausgemacht.
(Und Kindesunterhalt habe ich nie bekommen, werde ich auch nie bekommen.)

Inaktiver User
26.02.2008, 12:15
Sehr geehrte Frau von der Leyen,

so sinnvoll ich den Ausbau der Kinderbetreuung finde - mir greift das alles zu kurz. Als seit zehn Jahren alleinerziehende, berufstätige Mutter von drei Kindern (11,13,16) weiß ich, dass die Probleme doch erst anfangen, wenn die Kinder größer sind. Ich arbeite halbtags, und ich gebe ganz ehrlich zu: mehr würde ich auch nicht schaffen. Mit drei pubertierenden Kindern muss man sich eben auch anders auseinandersetzen als mit einem Kleinkind, das kostet Kraft und es kostet Zeit.

Es stört mich einfach sehr, wenn suggeriert wird, man könne ja jetzt sorglos Kinder in die Welt setzen, nur weil die Betreuung in den ersten Jahren besser gewährleistet ist.

Von uns wird Flexibiliät ohne Ende gefordert - warum nicht auch von der Wirtschaft? Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie kann für mich nicht dadurch hergestellt werden, dass man ganztägige Betreuung anbietet und die Eltern auf eine Vollzeittätigkeit verweist. Das Angebot an familiengerechten Jobs mit Arbeitszeiten unter 40 Stunden ist einfach beschämend gering, je qualifizierter man als Frau ist, desto weniger findet man eine entsprechende Stelle. Da müsste für mich dringend angesetzt werden.

Und auch an der steuerlichen Belastung. Wieso ich mehrere tausend Euro im Jahr an Lohnsteuer abführe, versteh ich nicht, mit mir macht der Staat ein gutes Geschäft. Nicht nur, dass ich ihm Sozialhilfe spare und über den Konsum viel Geld in den Wirtschaftskreislauf bringe, nein, dazu noch zahl ich ganz nette Steuersummen. Von gerechter Entlastung spür ich nichts, wenn ich mir allein anschaue, was mich der Schulbesuch von drei Kindern kostet, ohne dass ich das in irgendeiner Form geltend machen kann. Das sind wirklich nicht unerhebliche Summen die ich für die Schulbildung meiner Kinder aufbringen muss, von kostenlosem Schulbesuch kann man da fairerweise nicht sprechen.

Dennoch bin ich froh, dass Sie doch so viel bewegen konnten, und möchte Ihnen ausdrücklich ein Lob aussprechen für Ihre Hartnäckigkeit und Ihren Mut, sich gegen die konservativen Mehrheiten zu stellen.

Danke!

Inaktiver User
26.02.2008, 12:16
Aber es kann doch nicht sein, dass man vom Wechsel der St.Klasse 3 in 2 viel weniger Geld für die Familie hat, obwohl man immer noch eine Familie ist und unverändert die Kinder ernähren muss.
In meinem persönlichem Fall hat das knapp € 500 weniger ausgemacht.
(Und Kindesunterhalt habe ich nie bekommen, werde ich auch nie bekommen.)

So lange das Steuersystem sich an dem bisherigen Familienbild orientiert und die Besteuerung, die es seit dem Ende der Weimarer Republik gibt, nutzt, muss es sogar so sein, denn wie gesagt:

je Erwachsenem ein Steuerfreibetrag, der auf einen übertragbar ist

ist es nur ein Erwachsener, kann nichts übertragen werden.

es ist kein Familiensplitting in greifbarer Nähe und so wird es wohl bis auf den Brosamen der Steuerklasse II so bleiben.

Was soll eine Familienministerin da sagen? Da wäre doch wohl der Finanzminister gefragt und Herr Steinbrück ist da wie alle seine Vorgänger wohl nicht allzu aufgeschlossen.

Gruss

vita

Inaktiver User
26.02.2008, 12:21
Wieso endet Unterhaltsvorschuß nach sechs Jahren?

Wieso kann man für ein Kind ab 12 gar keine Unterstützung mehr einfordern?

Wieso enden alle Konzepte bei Kleinkindern?

Was ist mit den Kindern ab 10, die auf Gymnasien sind, auf denen die Mittagsverkostung zum Teil noch unter JVA-Niveau liegt und die kaum geeignet sind, ohne massive Mithilfe der Eltern den Kindern einen guten Start zu ermöglichen?

Mir greifen die Konzepte zu kurz und enden meist nach einer kurzen Zeit, nach der frau dann mit den Kindern allein da steht und sich durch hangelt mit dem Gehalt ohne Hilfe und Möglichkeiten sich von Aussen Unterstützung zu holen.

Das ist allein oft ein ziemlicher Kraftakt, bei dessen Bewältigung man kaum auf Unterstützung trift.

Lilian

Inaktiver User
26.02.2008, 12:55
1. Warum ist die Differenz zwischen Steuerklasse III und II so viel größer als zwischen II und I?
Für eine Alleinerziehende die keinen Unterhalt bekommt nicht nachvollziehbar.
2. Warum wird einer Alleinerziehenden mit erwachsenem Kind zu Haus Steuerklasse II entzogen?
Wenn ein neuer Partner mit im Haus lebt, ok, aber das eigene Kind???
edit: Gilt natürlich nur für den Fall, dass noch jüngere, unterhaltsberechtigte Kinder mit im Haushalt leben.

3. Mit der Diagnose "psychovegetatives Erschöpfungssyndrom" und anderen Beschwerden habe ich 2007 versucht eine Mütterkur als Vorsorgemaßnahme zu beantragen, da ich durch viele unterschiedliche Umstände (Familie, Beruf, Beziehung) sehr belastet bin. 1. Absage hatte die Begründung, dass ich viel zu krank sei und eine Reha-Maßnahme angesagt sei. Diese wurde ebenfalls abgelehnt, da alle Maßnahmen ambulant erfolgen könnte. 2. Antrag wurde 2/2008 abgelehnt mit dem Hinweis darauf, dass meine Kinder schon erwachsen seien und somit "eine wesentliche Grundvoraussetzung" für die Mütterkur fehlen würde. Zur Info: Meine Kinder leben beide noch zu Hause und sind Schüler. Meine Tochter ist 12/2007!!! erst 18 geworden.
Noch im Januar 2008 wurde mir geraten "etwas Gras über die Sache wachsen zu lassen" und im Sommer 2008 einen neuen Antrag zu stellen - auf eine Mütterkur wohlgemerkt.
Ich fühle mich total alleingelassen und selbst die behandelnden Ärzte (Allgemeinmediziner, Gynäkologe und Neurologe/Psychiater) sind entsetzt über die gravierend zunehmende Praxis der Krankenkassen Mütterkuren abzulehnen, trotz der Gesetzesänderung ab April 2007 die aus der "Kann-"Leistung eine "Muss-"Leistung bei entsprechender Indikation für Mütterkuren machte.
Meine Kraft reicht nicht mehr für eine Klage.
Die Krankenkasse hat ihr Ziel erreicht. :knatsch:

4. Unterhaltsvorschuss nur 6 Jahre lang bis zum Alter von 12 Jahren halte ich für viel zu wenig.

Sehr geehrte Frau Von der Leyen,
über eine Stellungnahme gerade zu dem 3. Punkt würde ich mich sehr freuen.

rotefeder
26.02.2008, 12:57
Sehr geehrte Frau von der Leyen,

ich schließe mich vorweg mit den Fragen meiner Vorrednerinnen an.
Hinzu möchte ich noch ein anderes Thema aufgreifen.
Was ist mit dem Umgangsrecht für Väter die die Familie bedroht, misshandelt haben?
Wie kann es da sein, dass solch ein Mann ein Recht auf Umgang bekommt.
Dafür sogar inhaftiert wurde und unverbesserlich ist.
Was ist denn da zum Schutz der Familien?
Ich finde es grundsätzlich richtig, dass Väter ein Recht auf Umgang mit ihren Kindern haben.
Aber es fehlt mir in der Praxis eine Klausel, wo Männer polizeilich geführt werden und schon gerichtlich verurteilt wurden wegen Misshandlungen, wo genau diese Sorte Mann prinzipiell keinen Anspruch mehr erhalten.
Die Familien und Frauen leben in permanenten Dauerstreß, kaum möglich das Trauma zu bearbeiten, da selbst unsichtbar der Täter immer präsent ist.
Und wenn es nun über das liebe Umgangsrecht ist.
Das ist die Praxis. Viele Frauen wünschen sich da mit Hilfe des Gesetzgebers Hilfe.
Ich danke Ihnen das Sie sich die Zeit für uns Mütter nehmen
und verbleibe
mit freundlichen Grüßen

Inaktiver User
26.02.2008, 12:58
1. Warum ist die Differenz zwischen Steuerklasse III und II so viel größer als zwischen II und I?
Für eine Alleinerziehende die keinen Unterhalt bekommt nicht nachvollziehbar.

Magst Du nicht lesen, was ich dazu schrieb?

III = Freibeträge von zwei Erwachsenen

I = Freibetrag von einem Erwachsenen

II = wie I plus Zuschlag

Das ist der Grund, würde ich sagen.

Lilac
26.02.2008, 13:22
Magst Du nicht lesen, was ich dazu schrieb?

III = Freibeträge von zwei Erwachsenen

I = Freibetrag von einem Erwachsenen

II = wie I plus Zuschlag

Das ist der Grund, würde ich sagen.

Ich denke, das ist schon verstanden worden. Die Frage war, glaube ich, die nach dem Grund, der wiederum dahinter steckt. Warum ist das so? Muss ja nicht so sein. Hat sich ja jemand so "ausgedacht" und man könnte das durchaus auch anders gestalten.

womenflower
26.02.2008, 13:25
Familienpolitik in Deuschland = Reine Augenwischerei
Für mich gibt es in Deutschland keine wohlwollende Familienpolitik. Vielmehr wird hier lediglich Augenwischerei betrieben. Wird´s an der einen Stelle gegegeben, wird´s auch schon an anderer wieder genommen. Das Gesamtergebnis bleibt gleich. Deutschland ist kinderunfreundlich. Viele Kindergartenplätze werden geschaffen, doch wird die Qualität der Betreuung im gleichen Zuge abgesenkt. In vergleichen z.B. mit den skandinavischen Ländern, Frankreich ua. sieht unser Kindergartenprogramm doch lächerlich aus. Außerdem werden wir für unser sicherlich quantitativ sich verbesserndes, doch qualitativ rückständiges Angebot doch recht stark zur Kasse gebeten. Reine Aufbewahrungshallen werden hier geschaffen. Doch diese Aspekte werden gerne vertuscht. Nicht anders ist es mit dem Thema Ganztagsschulen. Wo sind die ganzen staatlichen Ganztagesschulen? Wir wohnen in einer Großstadt in einem zentralen Stadtteil mit vielen Kindern. Es gibt nur eine einzige private Ganztagesschule in der Nähe (10 Autominuten - öffentl. Verkehrmittel 45 Min.). Nicht eine einzige staatliche Ganztagesschule. Privat wird ein Mittagessen und eine Nachmittagsbetreuung an unserer Grundschule organisert, für das wir sehr stark zur Kasse gebeten werden. Staatliche Unterstützung? = Fehlanzeige, da kein Angebot von der Stadt.
Die Wohnung kostet die Hälfte des Nettoeinkommens (ohne Nebenkosten). Staatliche Unterstützung ? = Fehlanzeige. Eigenheim? Unvorstellbar, es sei denn ich würde mit 120 Jahren in Rente gehen. Staatliche Unterstützung? = Fehlanzeige. Kein günstiger Baugrund für Familien. Keine weiteren Hilfen.
Leider haben wir immer wieder das Problem, dass wir für Armut zu "reich" und für "Wohlstand" zu arm sind. Keinerlei staatliche Unterstützung, dafür verdiene ich zuviel, aber wirklicher Wohlstand sollte anders aussehen.
Alleinerziehende haben ständig das Nachsehen: Ob Wohnungs- oder Jobsuche, gesellschaftliches Ansehen, Steuererklärungen usw.
Wann gibt es eine Familienpolitik die Ihrem Namen auch gerecht wird? Die sich einsetzt für Familien (egal ob ganze oder "halbe"), damit diese wieder den Rücken gestärkt bekommen. Damit diese finanziell und gesellschaftlich wieder Fuß fassen? Wie hilft die Regierung wirklich den Frauen, den heutigen Anforderungen gerecht zu werden? Bitte sagen Sie nicht mit dem Angebot von mehr aber sehr schlecht betreuten Kindergartenplätzen, in denen die Kinder nur noch abgestellt werden. Sollen Mütter so beruhigt zu Arbeit fahren?
Warum gibt es die so vielseits betonten Ganztagesschulen nicht?
Warum wird im Familiensektor das Geld nur umverteilt und nicht wirkliche Verbesserungen und Erleichterungen für Familien erzielt?

Inaktiver User
26.02.2008, 13:26
Ich denke, das ist schon verstanden worden. Die Frage war, glaube ich, die nach dem Grund, der wiederum dahinter steckt. Warum ist das so? Muss ja nicht so sein. Hat sich ja jemand so "ausgedacht" und man könnte das durchaus auch anders gestalten.

Das wäre aber doch eher eine Frage an den Finanzminister?! Das würde das gesamte seit dem letzten Jahrhundert tradierte Steuersystem verändern und wäre ein großer Wurf.

Gehen tut das bestimmt, denn andere Länder haben das auch. Es zieht aber vieles nach sich, für das es derzeit kaum Mehrheiten im Bundestag geben dürfte.

dido07
26.02.2008, 13:31
Wenn alle Kinder betreut sind, wohin geht Frau dann arbeiten?
Ernsthaft kann doch kein Politiker daran interessiert sein, dass wir auch noch auf den Arbeitsmarkt drängen.

Darum gehts doch.

Weil die neuen Kinder (Frankfurt 70 % Zuwanderer) kaum noch die Hauptschule schaffen, geschweige denn einen Beruf erlernen,
werden jetzt schon die Weichen gestellt, um die ausgebildeten jungen Muttis der Industrie zur Verfügung zu stellen.

NUR DARUM GEHTS. :smirksmile:

Lilac
26.02.2008, 13:32
Das wäre aber doch eher eine Frage an den Finanzminister?!

Frau von der Leyen ist diejenige, die entsprechende Forderungen stellen muss, wenn sie in ihrem Bereich mehr Gerechtigkeit erreichen will.

dido07
26.02.2008, 13:32
Das wäre aber doch eher eine Frage an den Finanzminister?! Das würde das gesamte seit dem letzten Jahrhundert tradierte Steuersystem verändern und wäre ein großer Wurf.

Gehen tut das bestimmt, denn andere Länder haben das auch. Es zieht aber vieles nach sich, für das es derzeit kaum Mehrheiten im Bundestag geben dürfte.

Solange wir jedes Jahr 23 Mrd in Brüssel verbrennen, haben wir wohl genug Geld?

Solange wir Spekulanten bei der Bank mit 5 Mrd. aushelfen können - haben wir wohl genug Geld?

Solange wir China Entwicklungshilfe schenken

und anderen Ländern U-Boote,

haben wir wohl genug Geld?

Inaktiver User
26.02.2008, 13:33
Magst Du nicht lesen, was ich dazu schrieb?

III = Freibeträge von zwei Erwachsenen

I = Freibetrag von einem Erwachsenen

II = wie I plus Zuschlag

Das ist der Grund, würde ich sagen.

Hallo Vita,

klar habe ich gelesen, was deine Interpretation ist.
Die ist mir aber ehrlich gesagt egal. Hier gehts um Fragen an die Familienministerin.

Gerade weil ich als alleinerziehende und alleinverdienende Mutter die Differenz (bei mir ca. 250 Euro mtl.) nicht verstehe, möchte ich gerne gerade von der Familienministerin wissen, warum es so ist.
Warum werden kinderlose, verheiratete Menschen so sehr den alleinerziehenden gegenüber bevorzugt?

Inaktiver User
26.02.2008, 13:35
Stimmt. Mit dem wird Frau von der Leyen da zusammen arbeiten und entsprechende Forderungen stellen müssen, wenn sie in ihrem Bereich mehr Gerechtigkeit erreichen will.

Soweit ich die Debatten im Bundestag der letzten Jahre zu Vätermonaten, Krippenplätzen und ähnlichem verstanden habe, ist das Interesse an den paar Alleinerziehenden, die ohnehin nicht wirklich Putz machen können, da sie zu beschäftigt sind, nicht sonderlich groß und es gibt nur ab und an ein paar Zuwendungen, die natürlich "kostenneutral" ausfallen müssen, damit man die Form wahrt.

Wirklich passiert ist ausser der Beschneidung bei der Steuerklasse II in den letzten Jahren für AEs doch wohl nicht viel - es sei denn, man verdient sehr viel und kann die sogenannten "Haushaltsnahen Dienstleistungen" beispielsweise absetzen.

Ansonsten sehe ich viel Babyfinanzierung, die früh endet und allein erziehende im Regen stehn läßt.

Inaktiver User
26.02.2008, 13:39
Hallo Vita,

klar habe ich gelesen, was deine Interpretation ist.
Die ist mir aber ehrlich gesagt egal. Hier gehts um Fragen an die Familienministerin.

Gerade weil ich als alleinerziehende und alleinverdienende Mutter die Differenz (bei mir ca. 250 Euro mtl.) nicht verstehe, möchte ich gerne gerade von der Familienministerin wissen, warum es so ist.
Warum werden kinderlose, verheiratete Menschen so sehr den alleinerziehenden gegenüber bevorzugt?

Das Grundgesetz fordert eine Bevorzugung der Familie, die damals als das installiert wurde, eine nicht arbeitende Mutter und einen die familie ernährenden Vater vor Augen hatte. Allein erziehende waren eher ein Unfall und nicht wie heute ein häufig vorkommendes Phänomen.

Somit ist Familie immer noch zwei Eltern und Kinder bzw. zwei Erwachsene, die Eltern werden könnten (siehe Ehegattensplitting)

Ich vermute mal, dass die Ministerin damals noch nicht geboren war, als die Besteuerung angestrebt wurde.

Inaktiver User
26.02.2008, 13:40
Solange wir jedes Jahr 23 Mrd in Brüssel verbrennen, haben wir wohl genug Geld?

Solange wir Spekulanten bei der Bank mit 5 Mrd. aushelfen können - haben wir wohl genug Geld?

Solange wir China Entwicklungshilfe schenken

und anderen Ländern U-Boote,

haben wir wohl genug Geld?

Super, das geht jetzt in eine spannende Richtung... :knatsch:

Inaktiver User
26.02.2008, 13:43
Solange wir jedes Jahr 23 Mrd in Brüssel verbrennen, haben wir wohl genug Geld?

Solange wir Spekulanten bei der Bank mit 5 Mrd. aushelfen können - haben wir wohl genug Geld?

Solange wir China Entwicklungshilfe schenken

und anderen Ländern U-Boote,

haben wir wohl genug Geld?

das regt mich auch so was von auf, aber in der Jugendarbeit wird gespart.
Oder wir Eltern streichen das x-te Klassenzimmer und natürlich bezahlen wir die Farbe aus der Klassenkasse.

Lilac
26.02.2008, 13:48
Soweit ich die Debatten im Bundestag der letzten Jahre zu Vätermonaten, Krippenplätzen und ähnlichem verstanden habe, ist das Interesse an den paar Alleinerziehenden, die ohnehin nicht wirklich Putz machen können, da sie zu beschäftigt sind, nicht sonderlich groß und es gibt nur ab und an ein paar Zuwendungen, die natürlich "kostenneutral" ausfallen müssen, damit man die Form wahrt.

Wirklich passiert ist ausser der Beschneidung bei der Steuerklasse II in den letzten Jahren für AEs doch wohl nicht viel - es sei denn, man verdient sehr viel und kann die sogenannten "Haushaltsnahen Dienstleistungen" beispielsweise absetzen.

Ansonsten sehe ich viel Babyfinanzierung, die früh endet und allein erziehende im Regen stehn läßt.

Na, deshalb dieses Forum. Deshalb die Möglichkeit, diese Fragen an Frau von der Leyen zu richten. Gerde deshalb muss ja etwas bewegt werden. Also ist die Frage nach der Gerechtigkeit der Steuerklassen hier doch sehr angebracht.

Lilac
26.02.2008, 13:54
...

ohne-Worte
26.02.2008, 14:34
Meine Fragen:

- Warum gibt es keine spezielle Steuerklasse für Alleinerziehende? (Steuervergünstigungen)

- Warum werden keine älteren Kinder (auch die ab 12 Jahre) mehr unterstützt? Gerade Schulbücher, Kleidung etc. schlagen ins Geld.

- Kindergartenplätze sollen mehr ausgebaut werden, wofür? Die geburtenstarken Jahrgänge sind doch schon fast gewesen... Und einen Kindergarten brauchen Kinder höchstens 5 Jahre in Extremfällen, hier sind 2 bis 3 Jahre normal.
Danach gibt es nur noch Jugendliche und junge Erwachsene, warum werden die nicht mehr gefördert? Zuschüsse, Jugendeinrichrgungen?

- was soll die Veräppelung mit dem Kindergeldzuschuss? Eine Alleinerziehende, die Unterhalt für ihre Kinder bekommt, wird der Unterhalt abgezogen, weil die Kinder ja ein eigenes "Einkommen" haben?? :ooooh:
Die Mindest- und Höchstgrenze ist so knapp bemessen, dass eine Beantragung fast wie 6 Richtige im Lotto sind? Chance etwas zu bekommen = 0 (Null)


Danke

LC
26.02.2008, 14:34
meine frage wäre warum alleinerziehende studierende so von der politik hängengelassen werden, es gibt für 14 monate elterngeld und danach muß man schlimmstenfalls mit dem kindergeld über die runden kommen, wo grade produkte rund ums baby/kind ziemlich teuer sind und es auch noch weiter werden. und die krankenversicherung möchte auch gerne bezahlt werden.
bafög bekommt ja auch nicht jeder, und einen nebenjob zu finden der sich mit studium und kind vereinbaren lässt ist auch sehr schwierig. die alternative wäre dass ich die regelstudienzeit noch weiter überschreite als ich das jetzt schon werde.
würde ich mein studium zb abbrechen könnte ich hartz4 beantragen und könnte mich fürs nichtstun belohnen lassen (mein subjektiver eindruck).
und dafür dass meine eltern mich unterstützen und ich noch bei denen wohne gelte ich als nicht "echt" alleinerziehend, was hier bedeutet keinen familienpass. wo es immer heißt dass man sich viel mehr selber kümmern müsse.

ich habe mich bei den verschiedensten stellen erkundigt ob mir noch etwas an finanzieller unterstützung zustände, doch keiner konnte mir wirklich weiterhelfen.
dabei wird man hier doch nicht müde zu betonen dass akademikerinnen unbedingt kinder bekommen müssen.

Simoneac
26.02.2008, 14:47
Ich verfolge die Diskussion mit Spannung, obwohl ich ehrlich gesagt keine Zeit habe, Tisch voller Arbeit, eilige Termine und muss ja super pünktlich Feierabend machen um meinen Sohn von der Kita abzuholen.

Wo mir Möglichkeiten geboten werden, leite ich Sponsoring für die Kita ein und die Kita nutzt das immer dankend. Das wird wohl auch in der Schule so weitergehen. Aber mich sponsert niemand. Ich gehe vollzeit arbeiten, ärgere mich über die Abgaben, komme gerade so über die Runden. Zum guten Schluss bin ich dann auch noch ein Spottobjekt der Umwelt und des Staates, weil ich Alleinerziehend bin. Obwohl ich meine Sache als Mutter gut mache. Ich kann mich noch gut an die ersten zwei Jahre erinnern, wo ich mich als Sozialhilfeempfängerin auf dem Amt neben Junkees und Alkoholikern einreihen durfte, und auch so behandelt wurde. Als mir der Kragen platze, und ich der zuständigen Dame meine Meinung geigte, dass ich weder Alkohol noch Drogen nehmen würde, und mein einziges Vergehen sei, ein Kind bekommen zu haben, und ich ab sofort eine anständige "Behandlung" erwarte, sagte sie mir, dass ich ja der Antragsteller sei und nicht sie.
So ist es heute noch. Es geht unheimlich viel Energie verloren, weil wir uns rechtfertigen müssen. Für unsere Kinder, die fehlenden (zahlungswilligen) Väter, und überhaupt für unseren Weg, unser Leben nicht der Norm entsprechend, zu gehen.

Wir, die Schande der Nation, sind gute Mütter.

Inaktiver User
26.02.2008, 14:59
Wieso endet Unterhaltsvorschuß nach sechs Jahren?

... oder wenn das Kind 12 Jahre alt ist?

Und was ich nie, nie, nie begreifen werde:

...heiratet ein unterhaltspflichtiger Mann ohne Geld neu, ist seine neue Frau nicht zuständig für den Unterhalt seiner Kinder, auch wenn sie ausreichend verdient. Soweit, so gut.

...wenn aber eine alleinerziehende Frau neu heiratet, wird ihr der Unterhaltsvorschuss nicht mehr gewährt (ist ja jetzt ein Ernährer da).

:wie?: Wer soll das verstehen?

Und provokant, wie ich bin, liebe Frau von der Leyen, behaupte ich hier und jetzt mal, dass es auch von Ihnen darauf keine Antwort geben wird, weil es einfach keine geben kann.

Inaktiver User
26.02.2008, 15:18
ich schließe mich der Frage von "ohne-Worte" an: Warum gibt es keine spezielle Steuerklasse für Alleinerziehende? Es ist himmelschreiend ungerecht, was wir alles alleine stemmen müssen und keinen Cent Steuervergünstigungen dafür bekommen.

Ich habe zwei Kinder im Alter von 13 und 16 Jahren. Bin wieder berufstätig seit mein jüngstes Kind 3 Jahre alt ist. Der erste Hammer war, dass der Erziehungsurlaub am 3. Geburtstag des Kindes endet. Es wäre schön, wenn dieser bis zum Tag nach dem 3. Geburtstag verlängert würde. Dies würde keinen Cent mehr kosten, würde aber eine Menge Frust bei Müttern und Kindern verhindern.

Ferner finde ich es befremdlich, dass die Betreuung der unter dreijährigen jetzt so hohe Priorität hat. Was aber ist denn mit der Betreuung der Schulkinder bei Unterrichtsausfällen und in den Ferien? Da gibt es noch eine ganze Menge zu tun. Es hat nicht jede(r) eine Oma nebenan wohnen, die in Notfällen gerne mal einspringt

Zoraya
26.02.2008, 15:41
Sehr geehrte Frau von der Leyen,

-wieso haben Sie ein Elterngeld eingeführt, dass nur diejenigen bevorzugt, die es eigentlich nicht brauchen? Warum wurden Frauen wie mir, die zum Zeitpunkt der Einführung des Elterngeldes in der Elternzeit waren (1. Lebensjahr des Kindes noch lange nicht beendet), dieses Elterngeld versagt? Warum haben Sie, statt dieses unsoziale Elterngeld einzuführen, diese Gelder nicht bereits in den Ausbau von Krippen und Kindergärten verplant? Dieses wäre doch viel wichtiger gewesen, angesichts der allseits sichtbaren Probleme der Frauen in unserer sich längst veränderten Gesellschaft weg vom Modell Mama daheim - Papa zur Arbeit? Wieso dieser Rausschmiss von Steuergeldern in derart ungerechter Art und Weise? Nein, dafür erhalten Sie von mir keinen Dank.
- nochmal, auch wenn Vita es vielleicht nicht passt, warum besteht ein derart himmelschreiender Unterschied zwischen der Steuerklasse III und der Steuerklasse II? Die Gründe für diese Frage wurden hier ausschöpfend dargelegt, und es ist mir immer noch nicht klar, warum der Gesetzgeber nicht größere Freibeträge für Alleinerziehende einführen kann? Warum muss ich bei einem eigentlich nicht so schlechten Nettogehalt nach Abzug von Miete und Kita kaum mehr zur Verfügung haben als ein ALG II-Empfänger, und warum muss ich mir dann trotzdem dauernd anhören lassen, ich hätte für den Anspruch auf Sozialleistungen ein zu hohes Einkommen? Wie kann ich mein Einkommen halten, wenn ich nicht die hohen Mieten in Verbindung zu einer mit den Bringzeiten vereinbaren Krippe einer Großstadt in Kauf nehmen muss, um meine Arbeit zu behalten?
-Wieso wird der Ausbau der Krippenplätze wieder blockiert, und warum wird wiederum über den Rausschmiss von Geld durch ein Betreuungsgeld und die Erhöhung von Kindergeld von 10 EUR diskutiert, statt endlich, endlich, endlich mit der Verschwendung dieser Steuergelder aufzuhören und die Kitas und Kindergärten auszubauen und zu verbessern?
-wieso wird von uns auf dem Arbeitsmarkt mehr Flexibilität gefordert als von Schlangenmenschen, während die Familienpolitik sich anscheinend noch an ein Gesellschaftsbild anfang des 20. Jahrhunderts hält? Wer kann unter solchen Umständen noch Familie und Arbeit unter einen Hut bringen?
-warum gehen Sie und Ihre anderen Kollegen aus der Politik nicht mal in die Innenstädte, fahren mal U-bahn und schauen mal, wieviele Kinder es überhaupt noch gibt? Es werden immer weniger hierzulande, und warum beklagt die Politik das dann auch noch?

Nein, bei dem Thema geht mir echt der Hut hoch. Es ist doch offensichtlich, dass in Deutschland die Zeichen der Zeit einfach nicht erkannt werden WOLLEN - während in anderen Ländern genügend Kitas, Kindergärten und Ganztagsschulen vorhanden sind und familienfreundliche Konzepte für den Arbeitsmarkt entwickelt werden (siehe Dänemark).

Inaktiver User
26.02.2008, 15:47
- nochmal, auch wenn Vita es vielleicht nicht passt, .

Zoraya, mir ist das völlig egal, was hier gefragt wird. Von mir aus auch Kuchenrezepte, wenn das jemanden interessiert. Ich fand nur die Antwort auf die Frage so auf der Hand liegend und gleichzeitig an die falsche Person gerichtet, dass ich nicht gedacht hätte, dass es ein solches Interesse geben kann.

Ansonsten geht es mich nebenbei auch schlicht nichts an :blumengabe:

Gruss

vita

ohne-Worte
26.02.2008, 16:08
Sehr geehrte Frau von der Leyen,

-Wieso wird der Ausbau der Krippenplätze wieder blockiert, und warum wird wiederum über den Rausschmiss von Geld durch ein Betreuungsgeld und die Erhöhung von Kindergeld von 10 EUR diskutiert, statt endlich, endlich, endlich mit der Verschwendung dieser Steuergelder aufzuhören und die Kitas und Kindergärten auszubauen und zu verbessern?-wieso wird von uns auf dem Arbeitsmarkt mehr Flexibilität gefordert als von Schlangenmenschen, während die Familienpolitik sich anscheinend noch an ein Gesellschaftsbild anfang des 20. Jahrhunderts hält? Wer kann unter solchen Umständen noch Familie und Arbeit unter einen Hut bringen?
-warum gehen Sie und Ihre anderen Kollegen aus der Politik nicht mal in die Innenstädte, fahren mal U-bahn und schauen mal, wieviele Kinder es überhaupt noch gibt? Es werden immer weniger hierzulande, und warum beklagt die Politik das dann auch noch?



Warum sollen dann noch großartig Kitas ausgebaut werden?

Denken die Politiker, dass alle Alleinerziehende nur Babies haben? Werden aus dem Babies nicht auch mal größere Kinder? Daher fände ich eine Kindergelderhöhung schon sinnvoller als den Ausbau von Kindergärten ...
Wobei 10 Euro Erhöhung pro Kind nur ein Tropfen auf dem heißen Stein wäre... :knatsch:

Und: Was nützen viele Betreuungsplätze, wenn die Jobs fehlen?

BRIGITTE Community-Team
26.02.2008, 16:33
Liebe UserInnen,

wir wären Ihnen sehr dankbar, wenn Sie diesen Strang vornehmlich für die Fragen an Frau von der Leyen nutzen würden und die Diskussion im Nebenstrang (http://www.brigitte.de/foren/showthread.html?t=78352) fortführen könnten.

Vielen Dank.

Freundliche Grüße
das BRIGITTE.de-Team

Coco-Lores
26.02.2008, 18:18
mir ist noch eine frage eingefallen.

die flächendeckende bereitstellung von kinderbetreuung, über-mittag-betreuung, nachmittags-betreuung und ferienbetreuung (alles essentials für alleinerziehende in beruf udn ausbildung) ist deshalb so mühsam, weil die staatlichen bedarfsermittlungs- und planungsverfahren so lange dauern.

könnte man die o.g. betreuung mit folgendem konzept flexibler, schneller und bedarfsorientierter gestalten, oder wurden ähnliche konzepte bereits entwickelt und verworfen?

an die threadleserinnen: ich stelle diese frage auch im nebenstrang (http://www.brigitte.de/foren/showthread.html?t=78352) zur diskussion.

grundgedanke: die kinderbetreuung wird komplett privatisiert.

nach der geburt eines kindes erhalten die sorgerechtsinhaber das anrecht auf betreuungsgutscheine, mit denen sie bei ihrer kommune ihren voraussichtlichen betreuungsbedarf melden können. sie müssen ihren bedarf ein jahr im voraus bei der kommune melden. für unerwartete änderungen im bedarf werden notfallregelungen erarbeitet.

die kommunen dienen als koordinationszentren zwischen anbietern und nachfragern: sie zertifizieren und prüfen anbieter nach staatlich vorgegebenen kriterien, sie schreiben den ermittelten bedarf regelmäßig öffentlich aus, sie sammeln und prüfen angebote und erteilen je nach bestehendem bedarf zuschläge, sie arbeiten mit anderen kommunen zusammen, falls in bestimmten gegenden nicht genügend bedarf zusammenkommt.

je nachdem, welcher bedarf entsteht, können auf diese weise ziemlich kurzfristig kinderbetreuungen eingerichtet, erweitert, verkleinert und auch wieder geschlossen werden, ohne dass den kommunen oder dem staat folgekosten durch personal oder liegenschaften entstehen.

das gleiche gilt auch für betriebskindergärten, übermittagsangebote in den schulen, nachmittagsbetreuung und ferienangebote.

das prinzip entspricht dem der selbstorganisierten kitas, die zur zeit die größten betreuungsnöte abdecken. nur dass bei den selbstorganisierten kitas die eltern sehr viel zeit in die suche und überwachung von geeigneten räumen und geeignetem personal investieren müssen (wozu vielen alleinerziehenden oft schlicht die zeit fehlt) und natürlich auch zahlen. diese aufgaben würde hier die kommune übernehmen, die finanzierung der staat.

auch schön: wenn eltern keinen bedarf anmelden, weil sie ihre kinder selbst betreuen möchten, fließt kein geld.

dido07
26.02.2008, 18:21
das regt mich auch so was von auf, aber in der Jugendarbeit wird gespart.
Oder wir Eltern streichen das x-te Klassenzimmer und natürlich bezahlen wir die Farbe aus der Klassenkasse.

genau so ist das hier auch

kaum betritt man die Schule - wird schon gesammelt :knatsch:

dido07
26.02.2008, 18:23
Meine Fragen:

- Warum gibt es keine spezielle Steuerklasse für Alleinerziehende? (Steuervergünstigungen)

- Warum werden keine älteren Kinder (auch die ab 12 Jahre) mehr unterstützt? Gerade Schulbücher, Kleidung etc. schlagen ins Geld.

- Kindergartenplätze sollen mehr ausgebaut werden, wofür? Die geburtenstarken Jahrgänge sind doch schon fast gewesen... Und einen Kindergarten brauchen Kinder höchstens 5 Jahre in Extremfällen, hier sind 2 bis 3 Jahre normal.
Danach gibt es nur noch Jugendliche und junge Erwachsene, warum werden die nicht mehr gefördert? Zuschüsse, Jugendeinrichrgungen?

- was soll die Veräppelung mit dem Kindergeldzuschuss? Eine Alleinerziehende, die Unterhalt für ihre Kinder bekommt, wird der Unterhalt abgezogen, weil die Kinder ja ein eigenes "Einkommen" haben?? :ooooh:
Die Mindest- und Höchstgrenze ist so knapp bemessen, dass eine Beantragung fast wie 6 Richtige im Lotto sind? Chance etwas zu bekommen = 0 (Null)


Danke


SEHR GUT!:blumengabe:

Grade die älteren Kind sind doch teuer.

Was soll man Frau Layen für Fragen stellen?

Sie hat doch schon gezeigt, dass sie das alles nicht interessiert.

e.braun
26.02.2008, 19:29
[QUOTE=Simoneac]Sehr geehrte Frau von der Leyen,

1) Warum erhalten Alleinerziehende nicht Steuerklasse 3. Ich
persönlich sehe keinen Unterschied zwischen uns
Alleinerziehenden mit einem Einkommen oder einem
"Familienvater", wo die Frau zu Hause ist?
2) Warum sind Kindergärtenplätze nicht grundsätzlich kostenlos?
3) Ändern Sie die Kita-Öffnungszeiten. Es gibt nur ganz wenige
Kita's die bis 17.00 Uhr geöffnet haben. Das sind Zeiten, die
sich wahrscheinlich noch auf die alten Ladenschlußzeiten um
18.00 stützen.
4) Warum werden wir Alleinerziehende immer bemitleidet?
Halten Sie uns bitte den Rücken frei. Wir wollen nicht bedauert
werden, sondern wollen die gleichen Rechte wie eine im Volks-
mund genannte "normale" Familie, da wir auch eine Familie
sind. Warum ist Deutschland in diesem Punkt so unglaublich
rückständig?
Genau!

ididitagain
26.02.2008, 20:11
Die Familienpolitik der Bundesregierung hat verschiedene Massnahmen angestossen, mit denen Väter verstärkt in die Erziehung ihrer Kinder eingebunden werden.
Hier ist vor allem das Elterngeld zu nennen, mit dem es Vätern erstmals ermöglicht wird, in verlässlicher Weise ihre finanzielle Verantwortung für ihre Familien zu delegieren - was, gegeben die Tatsache, dass das Elterngeld steuerfinanziert ist, schon lange überfällig war.

Hier vorerst ein Glückwunsch für diese gelungene Massnahme.

Gegeben allerdings die Tatsache, dass die meisten Alleinerziehenden durch Scheidung alleinerziehend wurden, kann man nur feststellen, dass gerade die Väter, die so engagiert die ihnen von der Bundesregierung bereitgestellten Mittel des Elterngeldes nutzen, wohl kaum auf den Status des Alleinerziehenden nach einer Scheidung bereitwillig verzichten.

Welche Massnahmen plant die Bundesregierung hier, um solchen engagierten Vätern ( die es ja schon seit Jahrzehnten gibt ) einen umfangreichen Kontakt zu ihren Kindern zu gewährleisten ?

Hier erscheint mit auch der Ausbau der Kinderbetreuung im Zusammenhang mit der Unterhaltsreform, die geschiedene Frauen auf den Eigenerwerb verpflichtet, nicht stimmig.

Welche Bemühungen unternimmt das Bundesministerium, um erst einmal den von Ihnen geförderten engagierten Vätern die Möglichkeit zu geben, die Betreuung der Kinder in angemessenem Rahmen, etwa durch Stundenreduktion, selber in die Hand zu nehmen ? Finanziell wäre dies ja durchaus möglich, da das während der Betreuung der Kinder entgehende Geld neuerdings nicht mehr für den Unterhalt von Frauen ausgegeben werden muss.

Zusammenfassend - vor dem Ausbau der Kinderbetreuung sollte doch wohl erst einmal der Ausbau der Betreuung durch den eigenen Vater kommen.

Oder zeigt das Familienministerium hier verbale Aufgeschlossenheit bei weitestgehender Verhaltensstarre ?

Plant das Familienministerium Massnahmen, um Unternehmen, die Teilzeitstellen ( z.B. 2/3 ) oder auf die Arbeitszeiten abgestimmte Kinderbetreuung bereitstellen, zu fördern ?

Inaktiver User
26.02.2008, 20:51
1) Warum haben Alleinerziehende, wenn sie einen Partner sozusagen mit in der Wohnung wohnen habenm automatisch Steuerklasse II, auch wenn definitiv dadurch keine Mehreinnahme erfolgt oder schlimmstenfalls sogar noch für den Partner Zahlungen erfolgen?
2) Warum sind nicht alle Kosten in Hinblick auf Kindererziehung, Nachhilfe und Haushaltshilfe steuerlich absetzbar? Auch das könnte Arbeitsplätze schaffen. Eine Tagemutter kostet deutlich mehr als 4000€ in Jahr und ich finde es nur gerecht, wenn diese Kosten komplett absetzbar sind, wenn es ein Aufwand ist, um Einkommen zu erzielen also erwerbstätig sein zu können?
3) Selbständige Mütter in den Anfangsjahren, wenn z.B. noch hohe Abschreibungen (z.B. durch Ladeneinrichtung oder andere hohe Investitionen, welche der dauerhaften Existens dienen) relevant sind, erzielen dadurch weniger Einkommen, warum wird das nicht bei der Bemessung des Erziehungsgeldes berücksichtigt?
4) Wann gibt es endlich verbindliche Konzepte für Kindertageseinrichtungen, welche z.B. auch regelmässige Rückmeldungen zum Entwicklungsstand des Kindes beinhalten oder z.B. Hausaufgabenbetreuung in der Nachmittagsbetreuung? Das ist leider nicht überall selbstverständlich.
5) Kann Nachhilfe nicht in die Schule integriert werden? Kinder sozial schwacher Eltern sind nach wie vor benachteiligt. Pseudomodelle schulische Hilfe, welche eine Stunde pro Woche für ein Kind mit LRS vorsehen sind Augenwischerei. Jeder, der so ein Kind hat, weiß, dass deutlich mehr erforderlich ist und zudem qualifizierte Hilfe frühzeitig.

bethhart
26.02.2008, 21:12
Kleines Fallbeispiel aus dem Leben zum Thema:

40 Jahre ledig,
2 Kinder (Kindergarten + Grundschulalter)
getrennt vom Kindsvater.
Teilzeitjob 25 Std. / Woche. Berufs-Wieder Einsteigerin nach Elternzeit, zig Bewerbungen, großes Engagement bei der Jobsuche, Arbeitsamt etc. kein besser bezahlten Job mit passenden Arbeitszeiten gefunden oder in Aussicht, speziell wenn man 40 Jahre alt ist
Lohnsteuerklasse I

Betreuung der Kinder ab 7.45 bis 16.00 gewährleistet
Kosten der Betreuung 30.--Schule + Mittagessen 48.-- + Mittagessen Kindergarten 41 Euro Zusätzliche Kosten Schule: Klassenkasse, Anschaffungen, ca. 15 Euro / Monat vorsichtig gerechnet!
Zusätzliche Kosten Kindergarten: Getränke, Jahresgebühr 58.--
Ferienbetreuung Schule Ostern Sommer Pfingsten 110.--

Rechnen wir das mal auf die monatliche Belastung um:

Gesamt Jahr
Betreuung offene Ganztagsschule 360
Essen Kindergarten 492
Essen Schule 576
Extras Schule 180
Jahreszusatz Kindergarten 58
Ferienbetreuung Schule 110.--

Gesamt 1.776.--

ist eine monatliche Belastung von: 148.--

dazu die Gegenseite

Lohn netto 634.--
Unterhalt 400.--
Kindergeld 308
Wohngeld 151

Gesamt 1493.--

Abzgl. Kinderbetreuungskosten 148.--
Nettoeinkommen 1.345.--


Wenn man sich allein die Miet – und Energiekosten abzieht, sieht man was einem zum Leben bleiben kann. Wenn man nicht gewillt ist im Ghetto zu leben und man Sorge trägt, dass die Kinder in vernünftigen Schulen und Kindergärten betreut werden und beste Vorraussetzungen für ein späteres Arbeitsleben zu haben, um nicht später zum Hartz V Fall zu werden.
Dazu kommt, dass Kindertagesstätten und Schulen nicht entsprechend unserer heutigen Zeit ausgestattet sind und immer wieder um Mithilfe der Elternteile bitten und auch angewiesen sind. D.h. wiederum zusätzliche finanzielle Unterstützung oder Einsatz der eigenen Arbeitskraft, wenn das andere nicht geht, oder warum habe ich Türen des Kindergartens in mühevoller Arbeit im Keller lackiert, ein Anliegen verfasst, dass es in der Schulbetreuung im Dachgeschoß Temperaturen von 40 Grad erreicht und eine entsprechende Dämmung gefordert und finanziert wird, Laub im Garten des Kindergartens gefegt und gebrauchte Inliner Skates für die Schule auf dem Trödelmarkt erstanden ???

Das ist das reale Leben und ich bin sicherlich nicht am schlechtesten dran von allen

Inaktiver User
26.02.2008, 21:16
Wieso wird das Kindergeld mit Hartz IV verrechnet, so dass mir alle Erhöhungen der Welt nie was bringen an mehr Geld?

tini70
26.02.2008, 23:35
Sehr geehrte Frau von der Leyen,

meine Frage betrifft das Elterngeld.
Warum wird nie erwähnt, wie nachteilig sich diese neue Regelung für viele Familien auswirkt? Da durch diese Lohnersatzleistung das Erziehungsgeld völlig gestrichen wurde, geht es vielen Familien schlechter als zuvor. Trotzdem wird das Elterngeld als große Errungenschaft gepriesen. Gerade Familien mit mehreren Kindern und eher unterdurchschnittlichem Gehalt leiden unter dem Wegfall des Erziehungsgeldes. Hat die Mutter wegen der Betreuung des ersten Kindes drei Jahre nicht gearbeitet, bekommt sie nur für 1 Jahr den Sockelbetrag. Früher hätte sie die gleiche Summe zwei Jahre lang bekommen und gegebenenfalls auch noch ein Jahr Landeserziehungsgeld.

Wieder einmal wurde offiziell bestätigt, dass die Arbeit einer Mutter in den ersten Lebensjahren des Kindes keinen Lohn und somit auch keine "Lohnersatzleistung" wert ist...

Der geiche Effekt tritt auch ein, wenn die Mutter zugunsten des ersten Kindes nur Teilzeit gearbeitet hat: Geringeres Netto - geringes Elterngeld.
Ist das eine sinnvolle Regelung in einem Land mit unserer niedrigen Geburtenrate?!
Die soziale Kluft wird sich durch derartige Regelungen immer mehr verstärken. Wer viel hat bekommt auch mehr, wer als Bäcker oder Dachdecker versucht, seine Familie zu ernähren steht mit Harz 4 bald besser da....
Ich freue mich auf Ihre Antwort.
Freundliche Grüße, Tini

ahornbaum
27.02.2008, 08:40
Hallo,

steuerrechtlich gesehen sind ein allein verdienender Mann und seine nichts verdienende Frau (evtl. Minijob bis EUR 400) OHNE KINDER eine Familie (StKl. III).

Dagegen sind ein-e alleinerziehende-r und allein verdienende-r Frau/Mann MIT KIND-ERN KEINE FAMILIE (StKl. II).

Könnten Sie sich bitte ganz aktuell mit aller Kraft und Ihren Verbindungen zu den von der Regierungsseite zuständigen Verantwortlichen dafür einsetzen, dass die gerade beim Bundesverfassungsgericht anhängige Musterklage diesen ungeheuren Skandal beendet ?

Sie würden damit segensreich wirken.

Henne65
27.02.2008, 08:56
Hallo,

steuerrechtlich gesehen sind ein allein verdienender Mann und seine nichts verdienende Frau (evtl. Minijob bis EUR 400) OHNE KINDER eine Familie (StKl. III).

Dagegen sind ein-e alleinerziehende-r und allein verdienende-r Frau/Mann MIT KIND-ERN KEINE FAMILIE (StKl. II).

Könnten Sie sich bitte ganz aktuell mit aller Kraft und Ihren Verbindungen zu den von der Regierungsseite zuständigen Verantwortlichen dafür einsetzen, dass die gerade beim Bundesverfassungsgericht anhängige Musterklage diesen ungeheuren Skandal beendet ?

Sie würden damit segensreich wirken.

sehr geehrte frau von der leyen,

oben zitierten beitrag unterstütze ich hiermit mit meiner stimme.

zudem möchte ich auf den beitrag in posting nr. 42 von Einemondfrau eingehen, die schreibt:

1) Warum haben Alleinerziehende, wenn sie einen Partner sozusagen mit in der Wohnung wohnen habenm automatisch Steuerklasse II, auch wenn definitiv dadurch keine Mehreinnahme erfolgt oder schlimmstenfalls sogar noch für den Partner Zahlungen erfolgen?

ich vermute, dass hier ein tippfehler vorliegt und die schreiberin steuerklasse I meinte, denn genau das ist der fall. ich frage mich in der tat, mit welcher begründung dies so gehandhabt wird. das zusammenziehen mit meinem partner hilft mir finanziell in keiner weise; es geschah sozusagen aus liebe.

warum "bestraft" der staat mich dafür und lässt mir nicht wenigstens die etwas günstigere steuerklasse II?

vielen dank für ihre antworten.

Constanzia
27.02.2008, 09:29
Ja und wo sind denn nun die Antworten eurer Familienministerin...?

Utetiki
27.02.2008, 09:35
Liebe Userinnen,

nach der großen Resonanz auf den BRIGITTE-Artikel (http://www.brigitte.de/frau/familie/dossier-alleinerziehend/index.html)zum Thema Alleinerziehende in Form von Leserbriefen, Kommentaren und Forenbeiträgen hat BRIGITTE Kontakt mit der Familienministerin aufgenommen und sie gebeten, darauf zu reagieren.

Was wünschen Sie sich als alleinerziehende Mütter von der Politik? Sie können Ihre Fragen an die Ministerin (http://www.brigitte.de/frau/familie/alleinerziehende-von-der-leyen/index.html)bis zum 3. März hier im Strang stellen.
Wir werden einige Beiträge davon auswählen und Frau von der Leyen vorlegen. Bis Mitte März wird die CDU-Politikerin dann ihre Antworten in das Forum stellen.
Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass Ursula von der Leyen aus zeitlichen Gründen nicht alle Fragen beantworten und auch nicht mit Ihnen diskutieren kann.

Freundliche Grüße
das BRIGITTE.de-Team

Nochen bisschen Geduld. :smirksmile:

izzie
27.02.2008, 10:39
. (doppelt)

izzie
27.02.2008, 10:42
Sehr geehrte Frau von der Leyen,

so sinnvoll und notwendig auch die Bemühungen sind, das Krippen- und Kindergartenplatzangebot zu vergrößern, wird doch m.E. außer Acht gelassen, dass es eben nicht nur Kleinkinder und Babys gibt. Was ist mit der sicher größeren Zahl von Schulkindern? Es fehlen flächendeckende Betreuungsmöglichkeiten mit gutem Mittagessen und Hausaufgabenbetreuung für Schulkinder, hier hört man im Moment eher mal etwas von einzelnen Verbesserungen in Eigenregie von engagierten Schulleitern, Elternbeiräten und Fördervereinen. Auch das (bezahlbare) Betreuungsangebot in den 14 Wochen Schulferien lässt zu wünschen übrig.

Warum gibt es so wenig Anreize für Arbeitgeber, mehr flexible Teilzeitarbeitsplätze zu schaffen? Oder überhaupt kinderfreundliche Arbeitsplätze? Zum Beispiel mit Kinderbetreuung, Gleitzeit, Teilzeit, Arbeitszeitkonten, Home Office, Job Sharing, ...

Warum wird Unterhaltsvorschuß nur maximal sechs Jahre lang gezahlt oder bis das Kind 12 Jahre alt ist? Braucht ein 13-jähriges Kind nichts? Nach der Logik könnten Unterhaltspflichtige ihre Zahlungen doch auch nach dem 12. Lebensjahr des Kindes einstellen.

Gäbe es keine Möglichkeit, Gerichtsverfahren, in denen es um Kindesunterhalt geht, zu beschleunigen? Es kann doch nicht sein, dass sich der Unterhaltsberechtigte monatelang Geld von überall her zusammenleiht, weil sich das Verfahren über Monate zieht, z.T. vom Unterhaltspflichtigen verschleppt.

Warum können Betreuungskosten nicht in größerem Umfang steuerlich berücksichtigt werden? Je nach Wohnort ist eine Tagesmutter für 800 EUR monatlich keine Luxusbetreuung, trotzdem sind nur 4000 von 9600 EUR steuerlich absetzbar. Im Gegenzug wird doch auch ein Arbeitsplatz geschaffen.

Überhaupt, warum ist ein Alleinverdiener mit nicht berufstätiger Ehefrau eine Familie und ich als Alleinerziehende mit Kindern nicht? Wir warten sehnsüchtig auf die Abschaffung des Ehegatten-Splittings zugunsten eines Familiensplittings.

Viele Alleinerziehende haben Jobs, in denen sie leider nicht besonders gut verdienen, ihnen bringen Steuervorteile wenig bis gar nichts. Aber die Sozialabgaben belasten diese Haushalte stark. Was ist mit einem Bonus für Kindererziehende in Bezug auf die Rentenversicherung? Wir haben (noch) einen Generationenvertrag, warum wird nicht honoriert, dass jemand zukünftige Beitragszahler erzieht? Ein geringerer Beitrag zur Rentenversicherung wäre auch ein Anreiz für Arbeitgeber, Kindererziehende einzustellen.

piu63
27.02.2008, 14:17
Sehr geehrte Frau von der Leyen,
ich kann mich den anderen Dossierteilnehmern nur anschließen und auf die skandalösen Zustände und die himmelschreiende Ungerechtigkeit gegenüber Alleinerziehenden im Steuersystem
hinweisen. Es muß dringend eine Änderung der Steuerklassen erwirkt werden. Wie kann es angehen,das ein Ehepaar ohne Kinder
steuerlich besser da steht ,also die günstige Steuerklasse 3 erhält und eine alleinerziehende Person die schlechte Steuerklasse 2 obwohl noch minderjährige Kinder mit im Haushalt leben und versorgt werden müssen. In meinem Fall hat der Klassenwechsel nach der Trennung glatte 350€ ausgemacht.Desweiteren finde
ich die Regelung mit Unterhaltsvorschuss durch das Jugendamt nur bis zum Alter von 12 Jahren auch reformbedürftig ;denn gerade ab diesem Alter steigen die Kosten für Kinder doch sprunghaft an.
Ich hoffe sie nehmen sich dieser großen Probleme bald an und können dem Heer der Eltern helfen.mit freundlichen Grüßen
Christiane Kleineberg

hamelink
27.02.2008, 14:41
Sehr geehrte Frau van der Leyen,

unser Land ist in vielfacher Hinsicht familienfeindlich, besonders viele Steine werden alleinerziehenden Elternteilen in den Weg gelegt, weshalb ich mich von meinem Staat oftmals als Mutter wie als Frau nicht ernst genommen fühlen kann.

Wieso wurden in den letzten Jahren steuerliche Erleichterungen für alleinerziehende sukzessive gestrichen? Was derzeit noch exisiert, ist gelinde gesagt ein Hohn angesichts der Kosten, die für Kinderbetreuung entstehen, sofern man sich den Luxus erlaubt, arbeiten zu gehen...
Ich für meinen Teil sage immer mit einer unverhohlenen Portion Zynismus: Ich kann es mir leisten, arbeiten zu gehen. Ich verdiene ausreichend Geld, um ein Aupair-Mädchen zu bezahlen, dass sich um meine mittlerweile siebenjährige Tochter kümmert, wenn sie aus der Schule kommt. Angebote, wie die Offene Ganztagsschule, sind nichts weiter als Augenwischerei, mit der sich die jeweilige Regierung, die gerade am Drücker ist, gerne in der Öffentlichkeit als familienfreundlich darstellt. Fragen Sie doch bitte mal bei denjenigen nach, die solche Angebote tatsächlich bräuchten: beispielsweise berufstätige Alleinerziehende. Wem bitteschön nutzt ein Betreuungsangebot bis 16 Uhr? Hinzu kommt, dass - nicht nur in NRW - die Träger der Offenen Ganztagsschule verlangen, dass man sein Kind verpflichtend dort abgibt, auch wenn ich als Mutter Urlaub und Zeit habe, mich um mein Kind zu kümmern. Lesen Sie mal einen solchen Vertrag! Dies ist für meinen Geschmack ein Eingriff in meine Privatsphäre, die ihresgleichen sucht und außerdem allen Forderungen nach mehr elterlicher Zuwendung zuwider läuft.
Besonders beschämend empfinde ich auch die Gesetzeslage in Sachen "echte Alleinerziehende". Um eine günstigere Steuerklasse zu bekommen, muss ich nachweisen, tatsächlich meine Kinder alleine aufzuziehen. Sollte ich in diesem Leben noch einmal eine Beziehung eingehen wollen, sollte ich gar so vermessen sein, mit diesem Mann zusammenziehen zu wollen, so geht dies nur unter Verlust der eh schon sehr knapp bemessenen steuerlichen Vorteile. Dann nämlich werde ich steuerlich behandelt wie ein Single! Abgesehen davon, dass es meiner Unabhängigkeit als Frau zuwider laufen würde, meine Kinder und mich plötzlich von einem Mann "aushalten" zu lassen und ich aus meinem Selbstverständnis heraus auch weiterhin völlig alleine für meine "Brut" verantwortlich wäre, empfinde ich auch diese Regelung als einen Einschnitt in meine Persönlichkeitsrechte. Denn: Leisten könnte ich mir eine schlechetre Steuerklasse nicht, demnach kann ich mir auch kein Zukunftsmodell mit Partner an meiner Seite leisten... unglaublich, finden Sie nicht, liebe Frau von der Leyen?
Ich könnte noch viele, viele Zeilen hier füllen - seit 16 Jahren alleinerziehend weiß ich, wovon ich rede. Würde es meine Arbeit zulassen, hätte ich mich schon längst ins benachbarte Ausland abgesetzt - denn in anderen europäischen Ländern werden Familien generell, aber vor allem auch alleinerziehende Mütter und Väter, die richtig viel leisten müssen, erheblich besser unterstützt!

Über eine Antwort würde ich mich sehr freuen.

Mit freundlichen Grüßen, Heike Nickel

Yana
27.02.2008, 14:41
- Warum gibt es keinen Anspruch auf Kinderbetreuung sofort im Anschluss an den Mutterschutz?
Wieso wurde bei der Einführung des Elterngeldes nicht bedacht, dass es trotz des Elterngeldes auch zukünfitig Eltern geben wird, die sich eine berufliche Pause finanziell nicht leisten werden können?

- Wieso setzen Sie sich nicht für kostenlose Kinderbetreuung ein?

- Wieso setzen Sie sich nicht für Öffnungzeiten der KITAs von mindestens 06.00 bis 18.00 Uhr ein?

- Wieso gibt es fast keine staatlichen Ganztagsschulen?

-Wieso gibt es keinerlei staatliche Ferienbetreuung (ganztägig und in den kompletten Ferien)?

Zoraya
27.02.2008, 16:32
- Wieso wurde bei der Einführung des Elterngeldes nicht bedacht, dass es trotz des Elterngeldes auch zukünfitig Eltern geben wird, die sich eine berufliche Pause finanziell nicht leisten werden können?

-- Wieso setzen Sie sich nicht für Öffnungzeiten der KITAs von mindestens 06.00 bis 18.00 Uhr ein?

- Wieso gibt es fast keine staatlichen Ganztagsschulen?

-?

@Yana, weil das Elterngeld ein absolut ungerechtes und augenwischerisches Machwerk ist. Das Elterngeld ist eine Zumutung, und tini70 hat es ja schon auf den Punkt gebracht. Das Elterngeld benachteiligt Menschen mit geringem oder gar keinem Einkommen. Es dreht allen Eltern die Nase, die ihre Kinder bis 31.12.06 um 2359 Uhr bekommen haben - die ja wohl in kaum einer anderen Situation sind oder gewesen sein dürften, als diejenigen, die ihr Kind ab dem 01.01.07 bekommen haben. Das Elterngeld gehört abgeschafft.

Da werden Subventionen abgebaut wie die Eigenheimzulage, die Pendlerpauschale etc, aber dann wird wieder so ein unsinniges Elterngeld eingeführt... das nichts, aber auch gar nichts an der Betreuungssituation hierzulande ändert.

Kitas und Kindergärten gehören ausgebaut und Ganztagesschulen gehören eingeführt - und zwar gute und kostenfreie. Wie soll man denn sonst die Menschen wieder dazu bekommen, Kinder in die Welt zu setzen und den Job gleichzeitig zu behalten?

Es wird dabei doch immer wieder vergessen, dass es hauptsächlich die Frauen sind, die wegen der Kinder den Beruf an den Nagel hängen. Kommt es zur Trennung, stehen dann auch die Frauen meistens mit den Kindern da, und ein Teufelskreis beginnt: keine Aussicht auf adequate Betreuung (angefangen bei den teilweise lächerlichen Schließzeiten der Krippen u. Kindergärten um 1600 Uhr, ganz zu schweigen von den Schulen, die gegen 1300 Uhr aus sind) = dadurch wenig Flexibilität und dementsprechend schlechtere Chancen auf dem Arbeitsmarkt. Abdriften in die Teilzeit(falls man Glück hat und so einen Job findet) durch die fehlenden Betreuungsangebote = geringere Rente. Geringere Einkünfte durch die Teilzeitarbeit = weniger Möglichkeiten, privat für die Rente vorzusorgen. Tolle Aussichten! Während der Kindererziehung jeden Cent umdrehen und keine Aussicht auf Besserung. Das ist die Realität hier in D und das ist die Realität der meisten Alleinerziehenden - insbesondere der Frauen.

kia_lu
27.02.2008, 20:49
Sehr geehrte Frau von der Leyen,

ich wünsche mir,

- dass es Teilzeitstellen gibt, von denen ich leben kann ohne dem Staat auf der Tasche zu liegen. Ich bin bisher noch nie ohne Wohngeld ausgekommen, würde es mir aber sehr wünschen.

- dass für Kinderbedarf endlich die ermäßigte Mehrwertsteuer von 7% eingefügt wird. Das Abschmettern dieser Forderung kann ich einfach nicht nachvollziehen.

- dass ich nicht den Rest meines Alleinerzieherdaseins ganz am Rande der Konsumgesellschaft verbringen muss, weil ich auch für meinen heranwachsenden Sohn da sein will (s.o.). Genau so sieht aber mein Alltag aus und die Politik gibt mir nicht das Gefühl, dass meine Belange beachtet werden.

- dass die steigenden finanziellen Belastungen durch die Änderungen ab dem 12. Lebensjahr in den gesetzlichen Krankenkassen zurückgenommen werden.

- dass es weiterhin Krankheitstage fürs Kind gibt, auch ab dem 12. Lebensjahr. Warum soll es ab diesem Alter sich mit 40° Fieber plötzlich allein versorgen können und warum muss ich dann kostbare Urlaubstage verbrauchen, die ich als Alleinerziehende noch viel mehr brauche als Elternpaare??

Ihnen auch vielen herzlichen Dank dafür, dass Sie unsere Meinungen hören wollen. Ich hoffe, dass sich noch so Manches zum Besseren ändern wird, für Alleinerziehende und alle anderen Eltern. Mit freundlichen Grüßen.

advice
27.02.2008, 20:52
Sehr geehrte Frau von der Leyen,
ich möchte Ihnen zunächst danken, daß Sie das Thema Familie politisch wiederbelebt haben.

Meine Fragen an Sie sind:
1. Warum ist man als alleinerziehendes Elternteil steuerlich derart benachteiligt? Steuerklasse II = Steuerklasse I mit Kind. Mit welcher Begründung sind verheiratete Doppelverdiener ohne Kinder steuerlich besser gestellt als Alleinerziehende Einzelverdiener mit Kind/Kindern?

2. Warum bedeutet Familienförderung nicht auch Förderung der Alleinerziehenden? Wann verabschiedet sich die Politik endlich von dem im Grundgesetz verankerten Leitbild der traditionellen Familie?Wann endlich realisiert Politik, daß Familien heute nicht mehr nur aus Vater-Mutter-Kind-Familien bestehen sondern auch aus Einelternteil-Kind-Familien? Wann reagiert die Politk endlich mit z.B. entsprechenden Steuererleichterungen darauf?

3. Was tut der Staat gegen nicht zahlungswillige Väter, die sich jeglicher Verantwortung entziehen? Warum wird der Unterhaltsvorschuss nicht bis zum 18. Lebensjahr gezahlt? Mit welcher Begründung ist er nur auf 72 Monate begrenzt? In meinem persönlichen Fall läuft der Unterhaltsvorschuß im September 2009 aus. Zahlt der Vater meiner Tochter bis dahin immer noch nicht, habe ich halt 125 EUR weniger.


4. Ist Ihnen bekannt, daß Alleinerziehende besonders von Armut betroffen sind? Was sind Ihre konkreten Pläne, hier Abhilfe zu schaffen?

5. Sie planen, das Kindergeld besonders für kinderreiche Familien zu erhöhen. Was planen Sie für Alleinerziehende?

6. Warum sind Kindergärten so teuer? Ich bezahle EUR 185,00 monatlich (ohne Verpflegung). Nutze ich den Ferienbereitschaftsdienst muss ich diesen nochmal extra bezahlen.



Mein Fazit nach 5 Jahren als alleinerziehende vollzeit berufstätige Mutter:
- zweijährige Wartezeit auf einen Krippeplatz
- Familie zweiter Klasse
- Vom Staat völlig vergessen
- Klischee: alleinerziehend = Sozialhilfeempfänger
- Das Geld reicht gerade so; kein Urlaub, kein Auto


Liebe Frau von der Leyen, ich fordere Sie auf, tun Sie etwas für die Alleinerziehenden!!! Ich will keine Randgruppe der Gesellschaft sein, ich will vollwertiger, anerkannter Teil der Gesellschaft sein!

Inaktiver User
27.02.2008, 23:12
Ich kann mich den Vorschreiberinnen hier nur noch einmal anschließen, wobei mich das Thema Steuerklasse ganz besonders zum Nachdenken angeregt hat. Ich habe recherchiert und festgestellt, dass ich als Alleinerziehende in meiner Einkommensklasse mit zwei Kindern derzeit 29 % Einkommensteuer zahlen muss. Wäre ich verheiratet und hätte einen nicht verdienenden Ehemann aber keine Kinder, so würde ich nur 19 % zahlen müssen. Wieso, Frau von der Leyen, ist das so himmelschreiend ungerecht? Als Frau mit Kindern ist man quasi zum Konsum verurteilt. Ich muss für drei Personen Wohnraum, Heizung und Strom bezahlen. Bei Lebensmitteln zahle ich 7 % MWSt. Bei Kleidung - auch bei der für Kinder - zahle ich 19 % MWSt und wenn ich tanke, weil ich u.a. diverse Chaffeurfahrten für meine Kinder unternehme(n muss) so greift der Fiskus mit über 50 % für Mineralöl- und Mehrwertsteuer zu. Für Handwerkerleistungen muss ich richtig tief in die Tasche greifen, wobei auch hier wiederum 19 % Steuern abzuführen sind. Und will ich mal einen Abend ausgehen, so muss ich mir für teures Geld einen Baysitter engagieren. Vom Finanzamt kann ich dann pro Kind lächerliche 1.309 € pro Jahr absetzen. Das ist ein Hohn! Es wird allerhöchste Zeit, dass eine Steuerklasse für Alleinerziehende eingeführt wird, die endlich eine wirkliche Entlastung für uns bringt.

Und wir brauchen dringend eine lückenlose Betreuungsmöglichkeit für die Kinder. Derzeit endet die beinahe ganzjährige, verhältnismäßig gute Betreuung des Kindes, wenn es in die Grundschule kommt. Etwa 13 Wochen Ferien, dazu noch 6 bewegliche Ferientage, denen 30 Tage Urlaub gegenüber stehen. Die restliche Zeit muss derzeit meist durch individuelle und teure Lösungen abgedeckt werden. Auch muss der Arbeitgeber überzeugt werden, dass man diese organisatorischen Dinge im Griff hat. Bitte, Frau von der Leyen, sorgen Sie dafür, dass gute Kinderbetreuungsmöglichkeiten geschaffen werden über das Alter von Kinderkrippen- und Kindergartenkinder hinaus. Nur so schaffen Sie auch für Alleinerziehende die Möglichkeit, eine qualifizierte Stelle zu finden und auszufüllen. Es ist ein Unding, dass man mit all diesen Dingen von der Allgemeinheit im Regen stehen gelassen wird.

Inaktiver User
28.02.2008, 07:57
Sehr geehrte Frau von der Leyen,

ich habe eine ähnliche Frage wie meine "Vorschreiberinnen" und eine weitere.
Zunächst einmal möchte ich mich jedoch bei Ihnen bedanken, da ich Ihre Familienpolitik generell schätze und auch Ihren politischen Stil und Ihre Kommunikationsformen sehr begrüße.

1.Frage:
Inwiefern wäre es möglich, den Steuerfreibetrag bei der Steuerklasse II zu erhöhen? es ist mit etwa 1300 Euro im Jahr so niedrig, dass Alleinerziehende ihn eher als Scherz betrachten dürfen. Er wurde in den letzten Jahren abgeschmolzen, das korreliert meiner Meinung nach nicht mit den Belastungen, denen AE ausgesetzt sind. Die Steuerklasse III rühre ich gar nicht an, aber dieser Freibetrag ist in meinen Augen eher ein Scherz, der einen daran erinnert, welche Stellunge AEs in der Normgesellschaft zugebilligt wird.

2. Inwiefern sind - vielleicht auch "sanfte und unauffällige" Kampagnen des Familienministerium geplant, um in Scheidung oder Trennung befindliche Paare mit Kindern zu einem konstruktiven Umgang miteinander und natürlich auch mit den Kindern zu erleichtern?
Ich fände es angemessen, einmal die Wichtigkeit der Trennungssituation zu untersuchen und den Menschen auch hierfür mehr Angebote - Mediatoren usw. - aber auch nette, kostenlose Broschüren zur Hand zu geben. Der Umgang auch der Eltern nach der Trennung ist so ein zentrales Thema der Kinder - unabhängig von jeder gewählten Betreuungsform ! - dass man hier bestimmt mehr Aufklärungsarbeit leisten müsste. Hier könnte man auch verschiedene Stadien (akute Trennungsphase, Konsolidierungsphase, Regelphase, Änderungsphasen) unterscheiden und ausarbeiten. Das wäre sicherlich eine Hilfe, die vielen getrennten Eltern und auch vor allem den Kindern zugute kommen würde.
Da liegt noch so Vieles im Argen, das in der Politik nicht beachtet wird.

Zum Schluss, sehr geehrte Frau von der Leyen, möche ich mich der Bitte nach mehr Rentenpunkten für "weniger erwerbstätige", da (allein)erziehende Frauen anschließen, nehme aber leider an, dass eine solche "Ungleichbehandlung" im Staatssäckel sicherlich nicht integriert werden wird.

Mit freundlichen Grüßen,

die Userin "Glückskatze"

nervensaege
28.02.2008, 10:07
Hallo,
ich bin Schülerin der BOS in Oldenburg und schreibe eine Facharbeit zu dem Thema: Frauen in den Medien und unsere Frau ist Ursula von der Leyen. Ich möchte gerne wissen, was das geheimnis ihres Erfolges ist, wie sie ihre Politik sieht, wie sie als Privatperson ist, wie ihr Medienbild ist????


Wäre schön, wenn einige meiner Aspekte beantwortet werden können.

Liebe Grüße, die Nervensäge

LC
28.02.2008, 10:53
und was hat das mit ae zu tun?

izzie
28.02.2008, 11:45
Hallo,
ich bin Schülerin der BOS in Oldenburg und schreibe eine Facharbeit zu dem Thema: Frauen in den Medien und unsere Frau ist Ursula von der Leyen. Ich möchte gerne wissen, was das geheimnis ihres Erfolges ist, wie sie ihre Politik sieht, wie sie als Privatperson ist, wie ihr Medienbild ist????


Wäre schön, wenn einige meiner Aspekte beantwortet werden können.

Liebe Grüße, die Nervensäge

Mit diesem Anliegen bist du hier wohl völlig falsch, da würde ich mich an deiner Stelle direkt an das Büro / die Pressestelle von Frau v.d. Leyen wenden.

Lilithblack
28.02.2008, 14:21
@einewiekeine
@Anne41
@LC
@womenflower
@Simoneac
@Zoraya
@bethhart
@hamelink

Ich habe jetzt nicht alle genannt, und mich persönlich geht das Thema auch nichts an (habe keine Kinder) - trotzdem fand ich eure Beiträge einfach super engagiert !!!!! Wenn Frau von der Leyen DAS nicht liest, was dann?!?!?! Ich kann euch nur bewundern !!!!!!!

Und @dido07: Dein Beitrag war zwar etwas off-topic, aber nichtsdestotrotz passend. Ich frage mich auch immer, für was genau wir uns in der EG "freikaufen" müssen, wenn es im eigenen Lande nicht für die reicht, die das Geld besser brauchen könnten..... Alles von der Wirtschaft gelenkt - machen wir uns nichts vor.........

Inaktiver User
28.02.2008, 20:35
Sehr geehrte Frau von der Leyen,
Liebe Brigitte, liebe Alleinerziehende und Alltagsheldinnen,

es ist ergreifend zu sehen, dass es diese Lobby gibt bzw. heranwächst. Als ich eure Beiträge gelesen habe, fing ich an die Zeit als AE in die Lebens-Abschnitte meiner nun 13jährigen Tochter einzuteilen.

0-24 Monate.
Finanziell gehts uns gut, wir bekommen KG, Erziehungsgeld, teilweise Kindsunterhalt oder Unterhaltsvorschuss vom Jugendamt.

2-12 Jahre
KG und nur noch teilweise Kindsunterhalt oder Unterhaltsvorschuss vom Jugendamt. Hier gehts uns schon schlechter.

ab 12 Jahre
nur noch KG und wenn wir Glück haben Kindsunterhalt. Ganz mies.

Ich weiß, dass ich hier keine Geheimnisse preisgebe. Aber tendenziell ging es uns tatsächlich finanziell schlechter.

Was ich brauche (ich spreche hier erst mal für mich, da ich nicht weiß, ob andere angesprochen sind) formuliere ich hier als Fragen. Als Hintergrundinformation möchte ich noch mitteilen, dass ich gerade kurz über der Einkommensgrenze liege, um für meine Tochter durch soziale Mittel finanzielle Erleichterung zu erhalten:

1. Kann der Staat nicht dafür Sorge tragen, dass AE Prozesskostenbeihilfe/-erlass erhalten, wenn die AE für den Kindsunterhalt klagen müssen?

2. Können Unterhaltsvorschusszahlungen vom Jugendamt nicht l gezahlt werden bis das Kind in Ausbildung ist?

3. Können Unternehmen nicht einen staatlichen Bonus erhalten, wenn sie eine AE-Quote einführten? Vielleicht nicht meine beste Idee, aber ich habe oft den Eindruck, dass man mich bei Bewerbungsverfahren nicht in die engere Wahl nimmt, da ich eine AE bin.

4. Ich weiß, hier geht es hauptsächlich um das Wohlergehen unserer Kinder und auch eher um die Kleinsten als um die Großen, aber wir reden hier auch über uns AE. Was tut der Staat, um dem Burn-out-Syndrom der AE entgegen zuwirken? Oft sind wir müde, ausgelaugt, finanziell herunter gekommen, sorgen-geplagt und allein; nicht nur alleinerziehend, sondern eine beäugte Randgruppe.

5. Was tun wir, dass Frauen und AE endlich besser verdienen und dadurch auch mehr in die Rentenkassen einzahlen? Wie Sie ja alle wissen, leben Frauen länger - aber wovon???

Vieles haben meine Vorrednerinnen schon geschrieben und ich möchte nicht alles wiederholen. Fakt ist, dass die Familienpolitik weiter an den derzeitigen Konzepten arbeiten sollte. Und ein Wunsch meinerseits ist, bitte bedenken Sie, dass wir AE meistens ein ganz geringes Einkommen haben. Bitte handeln Sie schnell!!!

Vielen Dank,
die Unerhörte

monikas
28.02.2008, 23:58
Sehr geehrte Fr. von der Leyen,

können Sie mir bitte beantworten warum eine alleinerziehende Mutter nur 6 Jahre Unterhaltsvorschuß vom Jugendamt erhält?
Bei mir läuft dieser Anspruch dieses Jahr aus. Beim Kindsvater sehe ich keine Hoffnung bezüglich des Unterhaltes da er mittlerweile Langzeitarbeitslos ist.
Da ich in Vollzeit beschäftigt bin, habe ich auch keinen Anspruch auf irgendwelche anderen Hilfsleistungen. Ich finde es einfach ungerecht, daß eine Mutter die mit Kindergeld, Unterhaltsvorschuß und Vollzeitbeschäftigung gerade so über die Runden kommt, (mehr schlecht als recht) plötzlich mit 168 Euro weniger auskommen soll. Ich frage Sie das weil ich hoffe daß sich dieser Umstand schleunigst ändert.

Gerade die alleinerziehenden die Vollzeit arbeiten müssen weil sie sonst nicht zurechtkommen, werden auf diesem Wege doppelt bestraft.

Mit freundlichen Grüßen
Monikas

Inaktiver User
29.02.2008, 09:18
Vielleicht nicht meine beste Idee, aber ich habe oft den Eindruck, dass man mich bei Bewerbungsverfahren nicht in die engere Wahl nimmt, da ich eine AE bin.

....
5. Was tun wir, dass Frauen und AE endlich besser verdienen und dadurch auch mehr in die Rentenkassen einzahlen? Wie Sie ja alle wissen, leben Frauen länger - aber wovon???

die Unerhörte

Liebe Mitstreiterinnen,

deshalb finde ich es ja so wichtig, dass endlich durchgängig gute Betreuungsmöglichkeiten für Kinder flächendeckend eingeführt werden. Mit durchgängig meine ich die Zeit, bis die Kinder groß genug sind, um auch mal alleine zu Hause bleiben zu können. Frau von der Leyens Ansatz mit den Krippenplätzen endet ja leider viel zu früh bei drei Jahren. Das ist meiner Meinung nach viel, viel zu kurz gesprungen.
Erst wenn es wirklich gute Kinderbetreuungsangebote gibt, wird man als Alleinerziehende auch bei Bewerbungen nicht mehr aussortiert werden. Dann werden wir alle die Möglichkeit haben, uns unseren Lebensunterhalt selbst zu erarbeiten und werden nicht mehr so sehr auf Unterhalt des Kindsvaters angewiesen sein. Dazu noch eine vernünftige und angemessene Steuerklasse, die uns mindestens den Verheirateten gleichstellt und wir wären einen Riesenschritt weiter.

Ich für meinen Teil will keine Almosen. Von niemandem. Aber Chancengleichheit und die Möglichkeit, auf eigenen Beinen zu stehen.

ulcari
29.02.2008, 15:07
Sehr geehrte Frau von der Leyen,

ich möchte ihnen heute einmal ein Beispiel liefern für ihre nach aussen hin von Erfolg gekrönte Familienpolitik.

Ich bin alleinerziehende Mutter von drei Kindern und erwarte mein viertes Kind in fünf Wochen. Ich beziehe keine Sozialhilfe und habe eine geringfügige Beschäftigung mit der ich meine Kinder und mich gerade so über Wasser halten kann.


Nun falle ich das erste mal unter ihr verabschiedetet Elterngeld und kann mich nur wundern was dort mit alleinerziehenden, nicht so gut verdienenden, Mütter passiert.

Hab ich doch für meine bisherigen Kinder immer Erziehungsgeld über einen Zeitraum von 24 Monate a´300,00 € bekommen so wird mir bei ihrem hoch gelobten Elterngeld auf einmal die Bezugszeit um ganze 12 Monte gekürzt.
Das heißt ich bekomme 3.600 € für mein viertes Kind weniger und ich dachte eigentlich sie wollten mehr für Familien mit Kinder bewirkten.

Wem hilft nun eigentlich das neue Elterngeld, doch nur Erstgebärenden die vor der Niederkunft Vollzeit gearbeitet haben?

Und warum werden Geringverdienende immer wieder benachteiligt und sehen sich unnötigen Kürzungen ausgesetzt?

Frau von der Leyen, es ist wunderbar wenn man als Frau sieben Kinder in die Welt setzt und immer noch die Möglichkeit hat voll im Berufleben zu stehen. Aber glauben sie mir die Realität sieht leider anders aus.

MfG
ulcari :Sonne:

Birgit-Sabine
29.02.2008, 16:29
Sehr geehrte Frau von der Leyen,
erst einmal Anerkennung dafür, dass Sie sich den Fragen der AE`s stellen! Das gibt mir ein Fünkchen Hoffnung und Glauben an die Politik zurück.

Ich bin seit 13 Jahren alleinerziehende Mutter einer 14 jährigen Tochter und seit 10 Jahren voll berufstätig, werktags 11 Stunden außer Haus. Unterhalt bekomme ich trotz Beistandschaft nicht. Als meine Tochter noch kleiner war, habe ich studiert und gearbeitet, damit ich uns irgendwann allein durchbringen kann. Ich zahle gerade das letzte Jahr BAFÖG ab. Meine Tochter besucht das Gymnasium und hat mehrere Talente. Durch die Schulreform wird allerdings der Stoff so schnell durchgenommen, dass sie Nachhilfe benötigt. Jede Form von außerhäuslicher Förderung (Nachhilfe, Instrument, Kultur, Urlaub) kann ich ihr nicht bieten, sodass sie voraussichtlich ein schlechtes Abitur machen wird. Klassenfahrten und aber auch der normale Bedarf ist kaum zu decken trotz Arbeit! Ein Studium werde ich nicht finanzieren können, Auslandsaufenthalte ebenfalls nicht. Eine Rentenzusatzversicherung kann ich ebenfalls nicht abschließen. Meine Tochter kann sich an Freizeitunternehmungen von Freundinnen oft nicht beteiligen. Der Kinderfreibetrag ist ein Witz! Und die finanzielle Situation belastet uns fast täglich!

Wann soll hier Abhilfe geschafft werden? Meiner Ansicht nach müsste mindestens der nicht gezahlte Unterhaltsbetrag als Freibetrag eingetragen werden. Dadurch würde auch deutlich, dass auch Schulkinder von der staatlichen Gemeinschaft getragen werden! Ausbau des Erziehungsgeldes , Krippenplätze (mit im Übrigen mehr als schlecht bezahltem Personal) und weitere „Wurfprämien“ bescheren dem Staat zwar mehr Renteneinzahler, lassen aber Schulkinder unberücksichtigt! Abgesehen davon mache ich schon jetzt darauf aufmerksam, dass nach dem neuen TvöD das Gehalt im sozialen Bereich so niedrig geworden ist bei gleichzeitiger Steigerung der Anforderungen, dass vermutlich zukünftig absoluter Personalmangel für Kinderbetreuung herrschen wird. Auch hier zeigt sich, welchen Wert Kinder (und auch Kindesschutz) hat! Und bei den Überlegungen zum Betreuungsgeld sollte unbedingt mit einfließen, dass gerade Kinder aus sozial schwachen Familien die öffentliche Förderung benötigen, weil es leider auch zuviele Eltern gibt, die das Geld anderweitig ausgeben (ich spreche aus beruflicher Erfahrung)!!

Wir brauchen zur Förderung unserer Kinder Geld z.B. in Form eines sehr viel höhere Freibetrages für Kinder + Freibetrag des Mindestunterhalts (wenn kein Unterhalt gezahlt wird) und Berücksichtigung der Erziehung bei Rentenbeträgen, gute und zeitlich flexible Kinderbetreuung, gute Ganztagsschule mit teamfähigen Lehrern und Sozialpädagogen, Nachhilfe, Mittagessen und guten Freizeitangeboten, welche die Persönlichkeitsentwicklung unterstützen, flexible Arbeitgeber, öffentlich gut in Stand gehaltene Spielplätze, Lehrmittelfreiheit und noch einiges mehr.
Zum Punkt Freibetrag+ Freibetrag in Höhe des Mindestunterhaltes wüsste ich gern Ihre Meinung!

Birgit-Sabine
29.02.2008, 16:33
...im Eifer des Gefechts habe ich vergessen, mich freundlich zu verabschieden:-(
Ich hoffe, dass Sie sich für die Belange der AE`s einsetzen und verbleibe mit gespannten Grüßen
Birgit Sabine

Inaktiver User
01.03.2008, 13:21
Sehr geehrte Frau von der Leyen,

Ich bin Mutter von drei Kindern 10/12/14.
Nur für mein jüngstes Kind bekomme ich noch Unterhaltsvorschuss obwohl ich die 6 Jahre für die Grossen nicht voll in Anspruch genommen habe.
Ich arbeite offiziell 25 Std. wöchentlich, tatsächlich aber Vollzeit um die Unterrichtsfreien Zeiten der Kinder heraus zu arbeiten. Solch ein Glück, einen Arbeitgeber zu finden der diese extrem flexiblen Arbeitszeiten nach meinen Vorgaben mit macht haben sehr wenige.
Das mir diese Sonderrechte eingeräumt werden bezahle ich mit einem geringen Einkommen.
Der Kindsvater zahlt keinen Unterhalt für seine Kinder. Er sorgt mit Investitionen in seinen Betrieb dafür, das sein Einkommen den Selbstbehalt nicht überschreitet.

ist es nicht möglich Zahlungsunwilligen Vätern mehr auf die Finger zu klopfen ohne das zusätzliche Belastungen (Zeit; Geld) für die Mütter entstehen?
Bitte Pendlerpauschale ab dem ersten Km wieder zahlen, die Menschen die nicht irgendwo arbeiten können und die Wege von/zur Arbeit möglichst schnell zurücklegen müssen werden doppelt bestraft.
Bitte schaffen sie diese unsäglichen 400 € Jobs wieder ab.
Es würde die Unternehmen kaum mehr belasten die vielen Teilzeitfrauen währen aber mit Steuerkarte ordentlich versichert.
Nachmittagsbetreuung sollt für Geringverdiener kostenlos sein. Vor allem sollte es überhaupt erst einmal altersgerechte Betreuungsangebote auch für Kinder über das Grundschulalter hinaus geben.
Lehrmittelfreiheit für alle. Bildung darf keine Frage des sozialen Standes der Eltern sein.

Es gäbe sicher noch viele Punkte, das würde aber den Rahmen hier sprengen.
Viele Anregungen sind bereits genannt worden.
Als berufstätige Allein-Erziehende Arbeiterin ohne Unterhalt vom Kindsvater lebt man am unteren Rand der Gesellschaft. Es fehlt sowohl an Zeit als auch an Geld den Kindern ein Leben innerhalb der Gesellschaft zu ermöglichen.
Zu oft müssen unsere Kinder > das können wir uns nicht leisten/ Ich kann nicht kommen, ich muss arbeiten < hören.

Mit freundlichem Gruss
Q.

Birgit-Sabine
01.03.2008, 17:01
...und noch etwas:
Der Umgang mit unterhaltsflüchtigen Vätern muss dringend verändert werden, die Möglichkeit der Schönrechnerei beendet werden!!! Die Beistandschaften der Jugendämter sollten personell aufgestockt werden, die persönliche Haltung der Mitarbeiter dort bei der Personalauswahl berücksichtigt werden (mir wurde mal gesagt, dass ich ja wisse, wie der Vater ist. Ich hätte mir einen anderen Partner suchen sollen)
Warum werden keine Detektive eingestellt, welche die unterhaltsflüchtigen Väter überprüfen? Ich weiß wohl, dass Personalpolitik Sache der KOmmunen ist, die Bundespolitik sollte aber entsprechende Gesetze verabschieden. Nicht zuletzt würde dies auch dem Staat und den Kommunen Geld einbringen! Derzeit liegt die Bundesqoute der Heranziehung des Unterhaltsvorschusses bei nicht einmal 25%.
Viele Chefs lassen zu, dass das Gehalt runtergrechnet wird. Unterhaltsflucht wird als Kavaliersdelikt gehandelt und sollte aber geächtet werden!
Wie wäre es mit einer großen Werbekampagne gegen Unterhaltsflüchtige??
Meine Tochter leidet sehr darunter, dass ihr Vater sich nicht für sie interessiert, es wirkt sich auf das Selbstbild aus. Wenn er wenigstens zahlen würde, wäre ein späterer Weg auf ihn zu vermutlich auch einfacher. Wissenschaftliche Studien haben belegt, dass Kinder, deren Väter keinen Unterhalt zahlen auch den Kontakt von sich aus mit zunehmendem Alter ablehnen.
Bitte setzen Sie sich für ein härters Umgehen mit Unterhaltsflüchtigen ein!! Sehen Sie diesbezüglich auch Notwendigkeit und Möglichkeiten?
Gruß nochmal
Birgit-Sabine

Inaktiver User
01.03.2008, 18:33
Ich habe auch etwas Vergessen:

Das was hier über allein erziehende Mütter geschrieben steht trifft natürlich auch für allein erziehende Väter zu. Ebenso was den zahlungsunwilligen Elternteil betrifft.
Es kann doch nicht im Sinn der Gesellschaft sein das ein grosser Teil der Bevölkerung von einem Leben zwischen Job, Kindern, Haushalt und Anträgen auf Unterstützung aufgerieben wird.
Verfassungswidrige Konstrukte wie die Arge werden schnell für viel Geld geschaffen, ihre Abschaffung dauert ewig, die Leittragenden sind wir.
Wir AL s sind keine Minderheit mehr, unser soziales Netz ist löchrig weil Oma und Opa noch im Berufsleben stehen oder weit weg leben, irgendwann sind wir mit unseren Kräften am Ende und das bedeutet Kosten für die ganze Gesellschaft.

Ausserdem sollte der Begriff Familie neu definiert werden.
Eine Ehe ist eine Partnerschaft aber keine Familie. Ich sehe keinen Bedarf sie besonders zu schützen.
Die Normafamilie Papa, Mama, Kind ist das Ideal aber Familie beginnt für mich da wo Kinder sind egal ob mit einem oder zwei Elternteilen. Schutz bedürfen diejenigen die nicht für sich selber sorgen können, die Kinder also.


Q.

Inaktiver User
01.03.2008, 19:52
Einen schönen guten Tag Frau von der Leyen,
im Prinzip haben meine Vorschreiberinnen schon das Wichtigste geschrieben und ich kann mich dem voll anschließen!
Auch ich bin eine der Alleinerziehenden, die ohne Unterhalt fürs Kind auskommen müssen. Da mein Sohn 14 ist, gibts ja auch keinen Unterhaltsvorschuß mehr. An Karrieremachen ist als AE nicht zu denken, es geht darum, tagtäglich mit dem wenigen auszukommen, das man hat.
Der Haushaltsfreibetrag der Steuerklasse 2 ist meiner Meinung nach ein Witz, ein Tropfen auf dem heissen Stein.
Da die Situation so schlecht für Menschen mit Kindern aussieht, ist mein Sohn ein Einzelkind geblieben. Schade, ich hätte gerne noch ein weiteres bekommen, aber nicht unter diesen Bedingungen.
Mein Sohn ist ein ganz guter Schüler, aber ich fürchte, ein Studium werde ich ihm kaum finanzieren können, wenn nicht ein Wunder passiert.
Mit freundlichen Grüssen
Natural

Inaktiver User
02.03.2008, 08:59
Werte Mitstreiterinnen,
ich möchte an dieser Stelle doch auch einmal darauf hinweisen, dass nicht alle Alleinerziehenden Geringverdienende oder Hatz IV-Empfänger/innen sind. Man kann durchaus auch eine gewisse Karriere und einen guten und gut bezahlten Job machen. Aber die Rahmenbedingungen müssen stimmen. Die Kinder müssen gut versorgt sein. Deshalb halte ich es für so wichtig, dass wir bessere Kinderbetreuungsmöglichkeiten bekommen. Es nützt doch nichts, wenn hier jeder sein eigenes Heil nur in der Erlangung des Unterhalts durch den Vater bzw der Mutter bekommt. Der endet sowieso irgendwann und was dann? Ein selbstbestimmtes Leben in Stolz und Würde ist meiner Meinung nach sehr viel eher möglich, wenn man seinen Lebensunterhalt selbst verdienen kann. Das Selbstbewusstsein, das man daraus ziehen kann, überträgt sich auch auf die Kinder und das tut Mutter (bzw. Vater) und Kindern richtig gut.

Inaktiver User
02.03.2008, 09:04
Sehr geehrte Frau von der Leyen,

ich möchte noch eine - wichtige - Frage stellen.

Welche Maßnahmen sind konkret von der Bundesregierung geplant, um den Wiedereinstieg von alleinerziehenden Müttern in den Beruf speziell zu fördern oder auch nebenberufliche Weiterbildung (Qualifizierungen) mit vergünstigten (?) Konditionen anzubieten?

Gibt es besondere Programme, die aufgelegt werden sollen und wenn nicht - für welchen Zeitraum sind sie geplant? In Norwegen gibt es beispielsweise besondere Fördermodelle, um gerade ae Mütter wieder in den ersten Arbeitsmarkt zu bringen.
Kein Staat der Welt hat Interesse daran, AE ewig im Sozialsystem zu haben.
AE haben selbst kein Interesse daran, zumal sie ihren Kindern ein produktives, selbstbetimmtes Leben als Modell beibringen möchten.
Es muss um den ersten Arbeitsmarkt bei diesen Maßnahmen gehen, nicht um irgendwelche Abstufungen darunter... .

Ich halte Fördermaßnahmen der o.a. Art für zweckbringend, notwendig und auf Dauer sogar für lukrativ.

Sie kennen die Zahlen, Frau von der Leyen:
- 1/3 er AE liegen mit ihrem Verdienst unter der Armutsgrenze (auch Teilzeit geschuldet... sicherlich),
- gerade AE sind gezwungen für einen längeren Zeitraum als andere Personengruppen ALG II zu beziehen.

Man kann gerade davon ausgehen, dass AE ein erhöhtes Interesse daran haben, ihren Kindern eine vernünftige Zukunft zu ermöglichen...und ein selbstbestimmtes Leben zu führen. Damit wäre der Erfolg von Bildungs- und Arbeitsmarktförderungsmaßnahmen fast garantiert.

Bitte überlegen Sie ernsthaft, welche Fördermaßnahmen für den Einstieg bzw. das Vorankommen auf dem Arbeitsmarkt machtbar sind und produktiv sein können.

Sie würden nicht nur den Frauen sondern vor allem den Kindern helfen... , die sollen das Sozialsystem nicht nur "von unten" kennenlernen...

Vielen Dank.

Mit freundlichen Grüßen,

GK

Russland
02.03.2008, 09:43
Sehr geehrte Frau von der Leyen,

ich war sehr lange alleinerziehende Mutter einer Tochter.
Hätte ich nicht die Hilfe meiner Mutter gehabt (sie hatte
schon 4 Kinder großgezogen) hätte es für mich sehr
schlecht ausgesehen.

Das andere Thema ist der Unterhalt des Vaters.
Warum wird dort nicht rigoros vorgegangen und der
Unterhalt wird automatisch vom Jugendamt ausgerechnet
und es muß gezahlt werden.
Mein geschiedener Mann hat mit allen Mitteln versucht
nichts zu bezahlen, obwohl nachweislich gezahlt hätte
werden können.
Das Studium meiner Tochter (die heute einen gutbezahlten
Job hat) habe alleine ich bezahlt.

Aber mein geschiedener Mann hat sich ein Haus gebaut
und ich wohne heute zur Miete!!!
Deshalb alle Mütter und Väter unter Strafe zwingen, den Unterhalt
wirklich zu zahlen.

Tamuuu
02.03.2008, 18:36
Meine Frage: Ich bin alleinerziehend, habe eine 16 jährige Tochter und habe am 01.10.2007 eine 3jährige Ausbildung begonnen. Ich bekomme Ausbildungsgeld. Von diesem Geld können 2 Personen nicht leben. Ich werde in keinsterweise unterstützt-bekomme keinerlei Zuschüsse. Warum ist das so? Es kann doch nicht sein das man mir sagt,daß ich lieber wieder arbeitslos sein soll damit ich 300 Euro mehr bekomme. Das kann und will ich nicht verstehen.
Liebe Grüße

Birgit-Sabine
02.03.2008, 21:57
. Es nützt doch nichts, wenn hier jeder sein eigenes Heil nur in der Erlangung des Unterhalts durch den Vater bzw der Mutter bekommt. Der endet sowieso irgendwann und was dann? .

Die Aussage ärgert mich, da es nicht um "mein Heil" geht, sondern um bessere Förderungsmöglichkeiten durch die finanziellen Mittel bei Unterhaltsempfängern! Auch ich bin berufstätig, habe einen verantwortungsvollen Job und bin im Großen zufrieden mit meinem Leben. Dabei im Übrigen sehr selbstbestimmt, was ich auch meiner Tochter vermittel. Es geht nicht um Jammern, sondern um das Recht meiner Tochter auf Unterhalt, was ihr dann wiederum andere Möglichkeiten bieten würde wie z.B. Nachhilfe und Sprachurlaube und damit eventuell einen besseren Start in den Beruf!
Gruß
Birgit-Sabine

Rhyannon
03.03.2008, 00:13
sehr geehrte Frau von der Leyen,
da ich hier nur quergelesen habe, denke ich, dass mein Anliegen sicherlich schon erwähnt wurde und trotzdem möchte ich es nochmal betonen.

In der von mir wahrgenommenen Diskussion geht es zur Zeit in erster Linie um Krippen- und Kindergartenplätze.
Nun gut und mit Sicherheit wichtig - nur -
wenn ich mir mein Leben als Mutter von zwei Kindern - mittlerweilen 12 und 19 Jahre alt - betrachte, ungeachtet der nicht vorhandenen Betreuungsmöglichkeiten und der Spagathe die ich all die Jahre machen musste, um Berufstätgikeit und Kinder unter einen Hut zu bringen, finde ich, dass die Zeit der "Kindergartenjahre" ein Honigschlecken gegenüber der Schulzeit gewesen ist!
Logisch und m.E. nachvollziehbar, dass mich diese Zeiten kaum mehr interessieren, aber mich doch die Thematik: Schulzeit -
Betreuung in dieser Zeit - Förderung in derselben - wesentlich mehr interessieren, als die Kindergartenzeit.

Die Säuglings- und Kindergartenzeit habe ich ja irgendwie gemeistert, aber die Schulzeit... die macht mir Kopfzerbrechen.

Da fehlt es m.E. viel mehr an allen Ecken und Kanten.

Freundliche Grüße
Rhyannon

Bluedeepblue
03.03.2008, 10:46
tja, ich blubber dann mal los, liebe Frau Familienministerin:

- warum darf der Vater meiner Kinder das Sorgerecht und den Umgang "nicht wollen" (ich weiß, Gefühle kann man nicht zwingen, aber die Kinder müssen ja irgendwie groß und froh werden) und wird zusätzlich nicht unter Druck gesetzt, wenn er seinen Unterhaltsverpflichtungen (seiner gesteigerten Erwerbsobliegenheit) nicht nachkommt, wogegen ich, obwohl ich (gerne) als Diplom-Bibliot arbeite, aber für 15 Stunden nur 380€ erhalte, von der Arge (ich bin Aufstocker) unter Druck gesetzt werde, irgendwie in den ersten Arbeitsmarkt zu wechseln?

- meine Kinder sind 8 und 11 und ich möchte für sie da sein, wenn (solange) sie mich brauchen (ich möchte, dass das respektiert, gut und wichtig gefunden wird) und ich möchte für meine Arbeit außer Haus angemessen bezahlt werden

- ich möchte nicht bemitleidet werden. wir sind glückliche, nette (na ja), soziale Menschen, die noch glücklicher wären, wenn man uns nur in Ruhe lassen würde und wir Existenzsicherheit hätten

BRIGITTE Community-Team
03.03.2008, 10:57
Liebe Userinnen,

nach der großen Resonanz auf den BRIGITTE-Artikel (http://www.brigitte.de/frau/familie/dossier-alleinerziehend/index.html)zum Thema Alleinerziehende in Form von Leserbriefen, Kommentaren und Forenbeiträgen hat BRIGITTE Kontakt mit der Familienministerin aufgenommen und sie gebeten, darauf zu reagieren.

Was wünschen Sie sich als alleinerziehende Mütter von der Politik? Sie können Ihre Fragen an die Ministerin (http://www.brigitte.de/frau/familie/alleinerziehende-von-der-leyen/index.html)bis zum 3. März hier im Strang stellen.
Wir werden einige Beiträge davon auswählen und Frau von der Leyen vorlegen. Bis Mitte März wird die CDU-Politikerin dann ihre Antworten in das Forum stellen.

Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass Ursula von der Leyen aus zeitlichen Gründen nicht alle Fragen beantworten und auch nicht mit Ihnen diskutieren kann.

Freundliche Grüße
das BRIGITTE.de-Team

Liebe Userinnen,

wir möchten uns bei Ihnen für die vielen Fragen bedanken.
Wie angekündigt schließen wir den Strang bis zur nächsten Woche.

Viele Grüße
das BRIGITTE.de-Team

Inaktiver User
11.03.2008, 09:39
Warum ist ein Alleinverdiener mit nicht berufstätiger Ehefrau eine Familie und ich als Alleinerziehende mit Kindern nicht? Wir warten sehnsüchtig auf die Abschaffung des Ehegattensplittings zu Gunsten eines Familiensplittings.

Natürlich sind Sie eine Familie und dies wird auch steuerlich berücksichtigt. Sie erhalten den steuerlichen Freibetrag pro Kind oder das Kindergeld. Als allein stehende Alleinerziehende erhalten Sie darüber hinaus einen steuerlichen Entlastungsbetrag in Höhe von 1308 € im Jahr. Das ist eine steuerliche Entlastung, die nur den Alleinerziehenden zusteht.
Das Ehegattensplitting dagegen betrachtet nur die Steuergerechtigkeit zwischen Paaren. Das Verfassungsgericht hat gefordert, dass ein Paar, wenn es heiratet, nicht höher besteuert werden darf als vorher. Heirat darf steuerlich nicht zum Nachteil werden. Daraus ist das Ehegattensplitting entstanden. Ihr Wunsch nach einem Familiensplitting entspricht auch meinen Vorstellungen – es sollte klarer werden: Wer ein Kinder hat, wird deutlich weniger hoch besteuert. Das geht vor allem über eine starke Kinderkomponente.

Inaktiver User
11.03.2008, 09:39
Warum gibt es keine spezielle Steuerklasse für Alleinerziehende?

Diese Frage wird mir häufiger gestellt, weil sich Alleinerziehende mehr steuerliche Entlastung wünschen. Für allein stehende Alleinerziehende gibt es eine spezielle Steuerklasse, nämlich die Lohnsteuerklasse II. Das heißt, die Mutter kann neben ihrem Steuerfreibetrag und dem des Kindes zusätzlich den Entlastungsbetrag für Alleinerziehende in Höhe von 1308 € pro Jahr geltend machen. Einen zweiten Erwachsenen-Freibetrag wie bei einem Ehepaar kann eine Alleinerziehende nicht anbringen - es gibt eben nur einen Erwachsenen. Ich kann den Wunsch nach mehr Entlastung verstehen, doch ich halte es dennoch für wichtiger, das begrenzt zur Verfügung stehende Geld des Bundes jetzt erst einmal in den Ausbau der Kinderbetreuung zu investieren. Denn vom Steuerfreibetrag profitieren nur die Familien, die so viel verdienen, dass sie überhaupt Steuern zahlen. Wenn die Kinderbetreuung flexibel und vor Ort wirklich vorhanden ist, haben viel mehr Frauen die Chance, auf eigenen Füßen zu stehen und den Lebensunterhalt für sich und ihr Kind zu verdienen- das ist mein vordringlichstes Ziel.

Inaktiver User
11.03.2008, 09:43
Warum gibt es so wenig Anreize für Arbeitgeber, mehr flexible Teilzeitarbeitsplätze zu schaffen? Oder überhaupt kinderfreundliche Arbeitsplätze? Zum Beispiel mit Kinderbetreuung, Gleitzeit, Teilzeit, Arbeitszeitkonten, Home Office, Job Sharing…

Es ist richtig, unsere Arbeitswelt muss familienfreundlicher werden! Derzeit findet in den Köpfen der Personalverantwortlichen aber endlich ein Umdenken statt. Die wachen Unternehmen verstehen - wer eine familienfreundliche Arbeitsstruktur entwickelt, für den zahlt sich das aus: es gibt weniger Fehlzeiten, weniger Kündigungen mit kostspieligen neuen Einarbeitungszeiten, Eltern kommen früher aus der Elternzeit wieder, der Arbeitgeber ist attraktiver für Fachkräfte, wenn Beruf, Karriere und Familie vereinbar sind…. Aber es müssen noch deutlich mehr Unternehmen werden! Wir unterstützen diesen Prozess aus zwei Richtungen. Erstens mit unserem Unternehmensprogramm „Erfolgsfaktor Familie (http://www.erfolgsfaktor-familie.de/)“. Das ist ein Netzwerk aus familienbewussten Unternehmen, die mit uns Bausteine, gute Erfahrungen austauschen und verbreiten, Fehler beseitigen und Hürden abbauen. Inzwischen sind 1.400 Unternehmen an Bord.

Wir haben mal überprüft, was deutschlandweit passiert. Ein knappes Viertel aller Unternehmen setzt mindestens sieben bis neun familienfreundliche Maßnahmen um- das ist schon ein Schritt nach vorn. Denn 2003 waren es nur 9,4 %.Fast drei Viertel aller Unternehmen schätzen Familienfreundlichkeit für das eigene Unternehmen als sehr wichtig oder wichtig ein – vor drei Jahren war dies nur knapp die Hälfte (46%). Es tut sich also was in den Köpfen und in der Wirklichkeit.

Unsere zweite Säule ist die Förderung von Betriebskitas. Seit Februar fördern wir kleine und mittlere Unternehmen (weniger als 1.000 Beschäftigte), die eine Betriebskita einrichten oder ausbauen mit einer Anschubfinanzierung für zwei Jahre. 50 Millionen Euro stehen bis 2011 dafür zur Verfügung, das sind bis zu 12.000 € pro neu geschaffenem Platz. Infos gibt es im Internet (http://www.erfolgsfaktor-familie.de/) oder bei der Servicestelle unter der Telefonnummer 080/00000945. Wir können den Unternehmen vorrechnen, dass sie eine höhere Produktivität haben, wenn es ihnen heute gelingt, Fachkräfte zu binden. Denn das sind häufig junge Väter und Mütter. 80 Prozent der jüngeren Arbeitnehmer sagen, sie würden den Arbeitgeber wechseln, wenn die Vereinbarkeit von Beruf und Familie nicht mehr stimmt. Jeder vierte hat dies schon getan. Mir sagte neulich ein renommiertes Unternehmen in Hamburg, wenn Headhunter bei uns anrufen, dann sagen unsere Väter und Mütter, wir bleiben hier, auch wenn das Angebot finanziell attraktiv ist. Denn hier haben wir eine gute, flexible Kinderbetreuung.

Inaktiver User
11.03.2008, 09:45
Und warum sind nicht alle Kosten im Hinblick auf Kindererziehung, Nachhilfe und Haushaltshilfe steuerlich absetzbar und warum werden ältere Kinder (auch die ab 12 Jahre) nicht mehr unterstützt? Gerade Schulbücher, Kleidung etc. schlagen ins Geld.

Sie haben vollkommen Recht! Eltern investieren, sehr viel Liebe, Kraft und Geld in ihre Kinder - und die gesamte Gesellschaft profitiert am Ende davon. Deshalb fördert der Staat bestimmte Leistungen über die Steuer. Wir haben dies deutlich aufgestockt. Die Bundesregierung hat die steuerliche Berücksichtigung von Kinderbetreuungskosten in den vergangenen zwei Jahren stark verbessert. In der Regel werden die Kosten zu 2/3, bis zu 4000 € pro Kind im Jahr berücksichtigt. Und auch für die Haushaltshilfe gibt es eine Steuerermäßigung und zwar

- 10 Prozent, höchstens 510 € bei geringfügiger Beschäftigung
- 12 Prozent, höchstens 2400 € wenn Pflichtbeiträge zur gesetzlichen Sozialversicherung gezahlt werden und keine geringfügige Beschäftigung vorliegt
- 20 Prozent , höchstens 600 € für haushaltsnahe Dienstleistungen, die im Haushalt erbracht werden.

Außerdem wird die Betreuung, Erziehung oder Ausbildung eines Kindes wird über Kindergeld oder über den Freibetrag für Betreuung, Erziehung oder Ausbildung in Höhe von 2160 € berücksichtigt.

Diese Steuererleichterungen sind wunderbar, haben aber einen kleinen Haken. Man muss überhaupt Steuern zahlen, um davon zu profitieren. Mein Ansatzpunkt, um Familien zu helfen, ist ein gestaffeltes Kindergeld. Davon haben vor allem Eltern mit mehreren Kindern etwas. Die brauchen es besonders. Sie brauchen ein größeres Auto, eine größere Wohnung und auch die Waschmaschine dreht so machen Runde mehr als in kleinen Familien. Wenn wir im Herbst darüber reden, wie das Kindergeld erhöht werden soll, werde ich vorschlagen, die Erhöhung gestaffelt vorzunehmen. Für das zweite Kind gibt es mehr als für erste, für dritte mehr als für das zweite und so weiter. Auch wenn es vielleicht nur ein paar Euro Monat mehr sind und das wenig zu sein scheint- für eine Familie mit schulpflichtigen Kindern ist das aufs Jahr bezogen viel Geld. Davon kann man einige Schulhefte oder Tuschkästen oder einen Ranzen kaufen.

Inaktiver User
11.03.2008, 09:45
Was tut der Staat gegen nicht zahlungswillige Väter, die sich jeglicher Verantwortung entziehen?

Nach der Studie über Unterhaltszahlungen für minderjährige Kinder in Deutschland, die 2002 im Auftrag unseres Ministeriums durchgeführt wurde, erfüllen 69 % der Unterhaltspflichtigen regelmäßig und in voller Höhe den Kindesunterhaltsanspruch.

Aber klar: Da bleiben immer noch rund ein Drittel aller Väter, die sich ihrer Unterhaltspflicht entziehen. Das ist bitter und manchmal packt einen deshalb die kalte Wut! Es ist immerhin SEIN Kind!

Wenn der Vater nicht zahlt, springt der Staat erst einmal mit dem Unterhaltsvorschuss ein, der an die alleinerziehende Mutter gezahlt wird. Der Staat „kämpf“ ebenso mit den säumigen Vätern. Wir versuchen ja, den gewährten Unterhaltsvorschuss wieder einzutreiben, aber das gelingt nur in rund 20% der Fälle. Und: Unterhaltsentziehung ist ein Straftatbestand. Die Verletzung der Unterhaltspflicht wird strafrechtlich mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe geahndet. Das zeigt: Hierbei haben wir weniger das Problem einer vermeintlichen Untätigkeit des Staates, als vielmehr das Problem der Rücksichtslosigkeit und Verantwortungslosigkeit dieser Väter.

Inaktiver User
11.03.2008, 09:47
Welche Maßnahmen sind konkret von der Bundesregierung geplant, um den Wiedereinstieg von alleinerziehenden Müttern in den Beruf speziell zu fördern oder auch nebenberufliche
Weiterbildung (Qualifizierungen) mit vergünstigten Konditionen anzubieten?

Über diese Frage freue ich mich besonders, denn erst in der vergangenen Woche habe ich gemeinsam mit der Bundesagentur für Arbeit ein neues Programm für Wiedereinsteigerinnen aufgelegt.

Das Hauptproblem: Diese Frauen gehen nicht zur Bundesagentur für Arbeit. 92 Prozent sind dort gar nicht erfasst. Sie sehen sich nicht als arbeitslos an, sondern suchen ganz diffus. Deshalb schaffen wir ein Informations-Internet-Portal, wo wir all die Angebote, die es bei der Bundesagentur für Arbeit oder in den verschiedenen Bundesländern gibt, ordnen und bündeln – und zwar genau auf die Fragen hin, die die Frauen haben: Welchen Beruf suche ich? Wie alt sind die Kinder? Brauche ich ein Auto oder nicht? Welche Arbeitszeiten habe ich? Zweitens wollen wir mit der Wirtschaft konkrete Bausteine entwickeln, was diese Frauen zum Wiedereinstieg brauchen: Weiterbildung, schnell und spezifisch, flexible Arbeitszeiten und die Verankerung vor Ort.
Konkret stellen wir uns folgende Säulen des Aktionsprogramms vor:

1. Wir erstellen zusammen mit der Bundesagentur für Arbeit ein gemeinsames Internetportal mit Lotsenfunktion.
In den einzelnen Bundesländern gibt es sehr unterschiedliche Anlaufstellen, Programme und Maßnahmen, die sich auch an Wiedereinsteigerinnen richten, ohne dass dies immer sogleich erkennbar wäre. Mit dem Portal ist schnell zu erkennen, wer die Frauen in ihrer Region konkret womit unterstützt.

2. Wir entwickeln mit Unternehmen Maßnahmen, die zeigen, wie der Einstieg nach einer langen Pause in den Beruf gut gelingen kann.
Für 2008-2010 stehen uns hier für ESF-Mittel in Höhe von rund 14 Millionen € zur Verfügung.
Es laufen dazu Gespräche mit Wirtschaftsverbänden, Frauenverbänden, Weiterbildungs- und Beratungseinrichtungen und verschiedenen Fachfrauen wie den kommunalen Gleichstellungsbeauftragten.

3. Auf Bundesebene müssen wir immer besonders daran arbeiten, dass unsere Projekte vor Ort auch wirklich ankommen und funktionieren. Dabei helfen uns mehr als 500 Mehrgenerationenhäuser (http://www.mehrgenerationenhaeuser.de) und die 468 Lokalen Bündnisse für Familie. Sie machen den Frauen Weiterbildungsangebote und geben praktische Tipps.
Auch unsere „Infobörsen für Frauen“, die wir seit 2007 fördern und die in zahlreichen Städten und Gemeinden aktiv sind, werden wir mit einspannen.

Inaktiver User
11.03.2008, 09:49
Meine Frage wäre, warum alleinerziehende Studierende so von der Politik hängengelassen werden. Es gibt für 14 Monate Elterngeld und danach muss man schlimmstenfalls mit dem Kindergeld über die Runden kommen, wo gerade Produkte rund ums Baby/Kind ziemlich teuer sind und es auch noch weiter
werden. Bafög bekommt ja auch nicht jeder, und einen Nebenjob zu finden, der sich mit Studium und Kind vereinbaren lässt, ist auch sehr schwierig. Die Alternative wäre, dass ich die Regelstudienzeit noch weiter überschreite als ist das jetzt schon werde. Dabei wird man hier doch nicht müde zu betonen, dass Akademikerinnen unbedingt Kinder bekommen müssen.

Es ist klasse, dass Sie ein Kind erziehen und studieren! Ich kenne die Schwierigkeiten, die Sie ansprechen und ich möchte Ihnen Mut machen. Denn Politik hat verstanden, dass sich in Deutschland einiges ändern muss, bis wir ein so familienfreundliches Land sind, wie wir, Sie und ich, uns das wünschen.

Sie haben die Probleme allein erziehender Studierender angesprochen: erstens das Geld, zweitens die schwierige Vereinbarkeit von Studium und Kindererziehung – also von Kinderbetreuung an der Uni bis zu Prüfungen/ Studienangeboten, die Kinderzeiten mitdenken – und dann noch die Frage der Regelstudienzeit.

Ein paar Stichpunkte zum Finanziellen. Das Elterngeld haben Sie angesprochen- es hilft in den ersten 14 Monaten, über die Runden zu kommen. Jetzt gibt es seit Jahresbeginn einen Kinderzuschlag im Bafög für alle studierenden Eltern mit einem Kind bis zum zehnten Lebensjahr. Der Zuschlag beträgt für das erste Kind monatlich 113,00 Euro und für jedes weitere Kind 85,00 Euro. Das betrifft zurzeit rund 28.000 junge Eltern. Auch die Hinzuverdienstmöglichkeiten sind verbessert worden. Wer Bafög bekommt, darf anrechnungsfrei statt bisher 350 jetzt 400 Euro hinzuverdienen. Darüber hinaus bekommen Studierende länger Bafög, auch über die Regelstudienzeit hinaus, wenn sie ein Kind erziehen. Wenn der Vater des Kindes keinen Unterhalt zahlt oder zahlen kann, springt der Staat ein- es scheint vielleicht im ersten Moment nicht so relevant zu sein, aber für den Bund sind das jedes Jahr rund 850 Millionen Euro, die er für die Väter auf den Tisch legt.

Das alles hilft Alleinerziehenden schon ein gutes Stück, um den Alltag zu meistern, aber es ist auch mir nicht genug. Unsere Arbeitswelt in Wirtschaft und Wissenschaft - und dazu zähle ich die Universitäten aus Sicht der Studierenden eben auch schon, muss Kinder mitdenken. Die tapfersten Mütter verzweifeln, wenn sie zwischen Kindern und Studium aufgerieben werden, weil die Studienbedingungen Kinder ausblenden. Immer mehr Hochschulen fangen an, umzudenken. Es fängt bei den Studienangeboten an, die so aufgestellt werden, dass Eltern mit Kindern, eine Chance haben, die Kinder in die Vorlesung mitzubringen oder sie betreuen zu lassen. 60 Hochschulen haben sich als familienfreundlich zertifizieren lassen, bieten verbesserte Kinderbetreuungsangebote an und richten Teilzeitstudiengänge ein. Hier gilt das gleiche Prinzip wie bei den Unternehmen: Wer junge Menschen binden will, muss sich Gedanken darüber machen, wie sie Beruf und Familie im Unternehmen bzw. in der Hochschule vereinbaren können.

Die Bundesregierung hilft hier mit, in dem sie den Ausbau der Kinderbetreuung massiv fördert- mit vier Milliarden Euro bis 2013. Bis dahin soll für jedes dritte Kind unter drei Jahren ein Platz in einer Kita oder bei einer Tagesmutter entstehen. Und es soll einen Rechtsanspruch auf diesen Platz geben. Wenn die Kinderbetreuung flexibel und in der Nähe der Uni oder des Arbeitsplatzes ist, haben vor allem Alleinerziehende eine Sorge weniger.

BRIGITTE Community-Team
11.03.2008, 10:16
Guten Morgen,

wir danken Frau von der Leyen, dass sie sich die Zeit genommen hat, Fragen aus der BRIGITTE.de-Community exemplarisch zu beantworten.

Ebenfalls danken wir unseren Userinnen dafür, dass so viele Fragen gestellt wurden und bitten um Verständnis, dass wir der Familienministerin aus zeitlichen Gründen nicht alle hier gestellten Fragen zur Beantwortung vorlegen konnten.

Viele Grüße
das BRIGITTE.de-Team

Inaktiver User
11.03.2008, 20:11
Komisch, wieso haben die Antworten mich jetzt nicht wirklich überrascht?! :knatsch:

LC
11.03.2008, 20:34
mich auch nicht... was neues habe ich nicht erfahren

an_nalyse
11.03.2008, 22:05
Schade :knatsch:

Inaktiver User
12.03.2008, 09:23
Sehr geehrte Frau von der Leyen,

ehrlich gesagt hatten wir mehr von Ihnen erwartet. Nach mehrmaligem Lesen Ihrer Antworten scheint mir die Marschrichtung klar. Es werden weiterhin vorrangig diejenigen gefördert, die JETZT Kinder bekommen, sie bekommen Elterngeld, für ihre Kinder werden Betreuungsmöglichkeiten bereits im Säuglingsalter zur Verfügung gestellt und wer hat, dem wird weiterhin gegeben. Und diejenigen, die sich bisher als Einzelkämpfer mit mühsamer Knochenarbeit durchgeschlagen haben, von der Mehrheit stets im Regen stehen gelassen wurden, haben ja mittlerweile soviel Übung darin, dass sie dies auch getrost weiterhin tun können. Fazit: Wer zu früh kommt (sprich: wer zu früh Kinder bekommen hat), den bestraft das Leben!

Inaktiver User
12.03.2008, 10:25
Zitat aus dem Spiegel-Online-Artikel vom 11.3.08 "Geringverdiener sind die Verlierer": "...So hat die Abgabenlast für Gering- und Durchschnittsverdiener trotz deutlich niedrigerer Steuersätze seit 2001 in den vergangen Jahren kaum abgenommen. Gut verdienende Singles haben dagegen deutlich geringere Abzüge als noch im Jahr 2000.

Besonders weit über dem OECD-Mittel liegt in Deutschland die Abgabenlast für Alleinerziehende mit geringem Einkommen (bei zwei Kindern und zwei Dritteln des Durchschnittslohns). Für diesen Personenkreis liegt die Abgabenquote im OECD-Mittel um rund 80 Prozent unter deutschem Niveau...."

Und laut Frau von der Leyen ist das wohl auch gut so?????

ahornbaum
13.03.2008, 08:15
Schwer enttäuscht, was die Steuerungerechtigkeit angeht. Kinderfreibetrag oder Kindergeld bekommen ja auch Veheiratete.
Es klingt wir Hohn und Zynismus, dass die Alleinerziehenden DARÜBERHINAUS sogar noch den (tollen) Jahresfreibetrag von 1308 EURO erhalten, ja, tatsächlich nur wir und nicht die braven Verheirateten !! Was wollen wir denn dann noch ??

1308 =was macht das wohl monatlich echt in bar ??

Früher (zumindest bis Ende der 90'er) waren Alleinerziehende mit Kind-ern zwar auch in der Steuerklasse II, die war aber keinen Pfennig teurer als die III. Damit wurde ausdrücklich betont, dass überall da Familien sind, wo Kinder sind.

Mit welcher Begründung wurde das später abgebaut ? Welche Parteien waren dafür ?

Bürgern, die eh schon alltäglich mehr belastet sind bzw. den Kindern, die dadurch auch schon eher benachteiligt sind (nicht alle, weiß ich wohl), haut man doch nicht ausgerechnet von STAATS wegen auch noch Knüppel in den Weg, indem man RÜCKSCHRITTLICHE Regelungen schafft.

Ok, das ist nun mal über die Jahre passiert, aber dann doch höchste Zeit, das wieder richtig zu stellen. Ob über Freibeträge oder sonstige Angleichungen ist doch schnuppe. Die heutige Einstufung in die StKl. II ist fast identisch mit der StKl. I. Wer das nicht als Frechheit begreift, ahnt nichts von den Schwierigkeiten im Leben der Alleinerzieher/Kinder.

Die Antworten aus dem FamMinisterium lassen dazu jedes Verständnis vermissen.
Mit so viel Unsensibilität zu diesem Thema habe ich nicht gerechnet.

Gibt es eigentlich Parteien, welche die brisante Ungerechtigkeit hier kapieren ??

Coco-Lores
14.03.2008, 10:28
Schade :knatsch:
schliesse mich an, schade. :knatsch:

naja, das wichtigste sind wohl nicht die antworten des ministeriums, sondern das thema ueberhaupt mal sichtbar platziert zu haben.

also: jetzt nicht nachlassen, liebe alleinerziehende.
das thema muss immer wieder platziert werden.

Inaktiver User
14.03.2008, 10:43
Keine einzige Antwort zu meinen beiden Fragen.
Und ich hatte es angekündigt: Dazu gibt es keine Antwort, wahrscheinlich auch diesmal nicht.
Und so ist es. Immer wieder.

Coco-Lores
14.03.2008, 12:11
Keine einzige Antwort zu meinen beiden Fragen.
Und ich hatte es angekündigt: Dazu gibt es keine Antwort, wahrscheinlich auch diesmal nicht.
Und so ist es. Immer wieder.
das ministerium wird den teufel tun, irgendeine klare ansage zu machen. man könnte sie ja darauf festnageln.

also das thema weiter auf dem tapet halten.
es sollten sich auch die frauen anschliessen, die keine kinder bekommen (haben), weil sie das 50% risiko nicht auf sich nehmen wollten, eines tages alleinerziehend dazustehen.

LC
14.03.2008, 12:31
für mich ist das mal wieder so ein typisches beispeil dafür wie einfach nur quergelesen wird und nicht wirklich auf die fragen eingegangen wird (hatte ich mit zwar auch nicht erhofft)...
ich schrieb extra dass nicht jeder bafög erhält, und zur kinderbetreuung habe ich auch nichts geschrieben, sondern halt nur wegen dem geld, und da sagte sie mir nichts neues.... nunja, ich bin ja noch jung...

Inaktiver User
14.03.2008, 13:04
es sollten sich auch die frauen anschliessen, die keine kinder bekommen (haben), weil sie das 50% risiko nicht auf sich nehmen wollten, eines tages alleinerziehend dazustehen.

Na gut, aber dieses Problem lässt sich nun wirklich nicht politisch lösen.

Coco-Lores
14.03.2008, 14:01
Na gut, aber dieses Problem lässt sich nun wirklich nicht politisch lösen.
wenn "alleinerziehend" nicht mehr bedeutet, dass man seinen job aufgeben muss oder auf teilzeit runterfahren muss,

wenn "alleinerziehend" nicht mehr bedeutet, dass man mit den kindern am existenzminimum leben muss, weil die betreuung praktisch nie gesichert ist und die jobaussichten damit auf ein minimum schrumpfen (sofern keine grosseltern am ort sind),

mit anderen worten: wenn "alleinerziehend" nicht mehr bedeutet, dass die frau sich finanziell und/oder psychisch/gesundheitlich ruinieren muss, um ihre kinder grosszukriegen,

dann trauen sich bestimmt sehr viel mehr frauen zu, das 50%risiko einzugehen, eines schönen tages vielleicht plötzlich ohne kindsvater da zu stehen.

insofern sollte auch frauen, die bisher kinderlos geblieben sind, weil sie "den richtigen" noch nicht gefunden haben, sehr daran gelegen sein, dass sich die strukturelle situation von alleinerziehenden massiv verbessert. denn "der richtige" kommt nie. ein risiko bleibt immer, und zur zeit ist es zu gross.

marylin
14.03.2008, 14:37
insofern sollte auch frauen, die bisher kinderlos geblieben sind, weil sie "den richtigen" noch nicht gefunden haben, sehr daran gelegen sein, dass sich die strukturelle situation von alleinerziehenden massiv verbessert. denn "der richtige" kommt nie. ein risiko bleibt immer, und zur zeit ist es zu gross.

Es ging den Menschen noch nie besser als heute, egal ob alleinerziehend (ich kann das Wort schon nicht mehr hören) oder verheiratet, mit oder ohne Kinder.

"Alleinerziehend" ist bei weitem nicht immer gleichzusetzen mit "arm", überfordert, psychisch am Ende" u.s.w.
Viele Mütter ohne Partner sind nicht "alleinerziehend", sondern haben eine Familie (Oma, Opa, Tante, Onkel...), die sich auch um das Kind bemühen und helfen.

Vielen Kindern von "Alleinerziehenden" geht es so besser als mit ewig streitenden Eltern oder sogar prügelnden Vätern (oder Müttern).

ohne-Worte
15.03.2008, 16:26
Ich habe eigentlich auch nicht mehr erwartet...

U. von der Leyen kann ja nur wirklich nicht auf jedes persönliches Problem eingehen und auf die Fragen zur Steuerklassen etc. hat sie ja geantwortet. Ändern können wir sowieso nix an der Situation, müssen dann halt das Beste daraus machen, anstatt nur rumzumeckern und sich selbst zu bedauern :knatsch:

Ich habe mittlerweile meine Finanzen geregelt und habe es gelernt auch mit wenig Geld über die Runden zu kommen - möglich ist alles! Und als ich noch verheiratet war war mein Ex in Stkl.3 und ich in 5... Ich bekam immer nur die Hälfte von meinem Lohn ausbezahlt, Rest für Steuern und Sozialversicherungen und als Bonbon mussten wir jedes Jahr (verheiratet, 2 Kinder) 1000 Steuern nachzahlen!!

Da gehts mir doch jetzt besser... :freches grinsen:

Inaktiver User
15.03.2008, 22:00
Ach "ohne Worte" - wärst Du doch ohne solche geblieben! Klar können WIR nix ändern - wohl aber Frau von der Leyen. Deshalb haben wir doch hier geschrieben.
Als Du noch verheiratet warst, hattet Ihr Steuerklasse 3 und 5 um insgesamt Steuern zu sparen, und das nicht zu knapp. Ihr hattet ZWEI Einkommen. Wenn Du mal wohin wolltest, dann konnte Dein Mann mal auf die Kinder aufpassen. Heute musst Du dafür jedes Mal einen Babysitter engagieren. Für jeden Handgriff, den Du nicht selber machen kannst, zahlst Du Unmengen an Geld zuzüglich 19 % Mehrwertsteuer. Deshalb haben wir uns hier für eine extra Steuerklasse für Alleinerziehende eingesetzt. Wir haben nicht rum gemeckert, sondern auf Missstände hingewiesen. Wenn Dein Ex-Schnucki wieder heiratet, so kann er erneut Unsummen an Steuern sparen. Du aber mit Deinen beiden Kindern kannst lediglich 1308 € absetzen. Ja, die Frau Minister hat auf die Frage mit den Steuerklassen geantwortet. Sie sagt, dass dafür derzeit kein Geld da ist. Aber um Deinem Ex-Schnucki (und tausend anderen) die neue Ehe zu versüßen, dafür ist das Geld da. Ich kan mir nicht helfen, ich finde das ungerecht.

Zoraya
15.03.2008, 22:52
@marylin, von den "Alleinerziehenden" in Anführungsstrichen, die Du hier anbringst, sprechen wir hier nicht, sondern von denjenigen, die echte Probleme haben, wegen der hier geschilderten Umstände, ihre Kinde und sich durchzubringen. Entweder hast Du hier nicht mitgelesen oder weißt schlichtweg nicht, wovon Du sprichst.

an_nalyse
16.03.2008, 14:47
Viele Mütter ohne Partner sind nicht "alleinerziehend", sondern haben eine Familie (Oma, Opa, Tante, Onkel...), die sich auch um das Kind bemühen und helfen.


Ach ja???? Bei mir z.B. ist das nicht so. Ich bin wirklich ganz alleine mit meiner Tochter. Muss ich mal ausser der Reihe was erledigen abends, oder bin mal eingeladen, dann muss ich entweder absagen, wie in 95 % der Fälle, oder ich muss einen Babysitter heranziehen, der recht teuer ist.

Abgesehen von den ganzen Hindernissen tagsüber, wo ich niemanden zur Seite habe, der mal kurz auf meine Tochter aufpassen kann.

Wie mir geht es vielen hier. Was nutzt es mir da , wenn du hier anführst dass es allein erziehende gibt, die eine Familie im Rücken haben, die sich kümmert ????


Vielen Kindern von "Alleinerziehenden" geht es so besser als mit ewig streitenden Eltern oder sogar prügelnden Vätern (oder Müttern).

DAS ist hier nicht das Thema!!!

Verärgerte Grüße auch zu dem Posting von "ohneWorte" :knatsch:

Anna

marylin
17.03.2008, 08:07
Ach ja???? Bei mir z.B. ist das nicht so. Ich bin wirklich ganz alleine mit meiner Tochter. Muss ich mal ausser der Reihe was erledigen abends, oder bin mal eingeladen, dann muss ich entweder absagen, wie in 95 % der Fälle, oder ich muss einen Babysitter heranziehen, der recht teuer ist.


Ja aber wer soll dieses Problem denn lösen? Die Politik? Wie denn?

Inaktiver User
17.03.2008, 09:55
Hallo Marylin,
na selbstverständlich kann und soll die Politik uns da unter die Arme greifen, wer denn sonst? Wir hatten hier die Chance, unsere Probleme, Fragen und Anliegen der Familienministerin zu schildern und das war doch auf jeden Fall mal eine Chance, an der richtigen Stelle auf Missstände hinzuweisen. Und dann kommt Ihr daher und sagt, alles bestens, es ging uns noch nie besser und wir haben Oma und Opa, und Tanten und Verwandten, die kümmern sich schon um uns und unsere Kinder. Was soll das? Was wollt Ihr damit erreichen? Ein Fleißkärtchen von der Frau Minister?
Es hat in der Tat nicht jeder solch ein Netzwerk und ich find es ziemlich unsolidarisch von Euch, hier solche Beiträge zu bringen. Ich musste wegen meines Jobs in eine andere Stadt ziehen und habe hier kein solches familiäres Netzwerk, auf das ich im Bedarfsfall zurück greifen könnte. Im Gegenteil, meine entfernt wohnenden Eltern wollen jetzt auch noch, dass ich mich mehr um sie kümmere. Die Politik könnte uns entlasten, indem sie die Kinderbetreuungsmöglichkeiten ausbaut, auch für Schulkinder und auch in den Ferien, die - wie allgemein bekannt - etwa 12 Wochen im Jahr betragen, die mit etwa 30 Tagen Urlaubsanspruch abgedeckt werden müssen. Zusätzlich kommen bewegliche Ferientage der einzelnen Schulen hinzu und Stundenausfälle in der Schule. Hast Du Dich mal gefragt, wie andere das hinkriegen, die tatsächlich ganz allein sind mit ihren Kindern? In unseren Nachbarländern gibt es diese Kinderbetreuung bereits, nur bei uns nicht. In anderen Ländern liegt auch die Geburtenrate wesentlich höher als bei uns. Komisch, oder?

marylin
17.03.2008, 11:01
Natürlich muss man die Gelegenheit nutzen, um auf Missstände aufmerksam zu machen. Und natürlich müssen mehr Kitaplätze und Betreuungsmöglichkeiten her.

Ich bezog mich aber auf die Aussage von an-nalyse, dass sie abends halt nicht mal weggehen kann. Da kann ja nun wirklich keiner was dafür.

Weiterhin stört mich halt die Aussage, dass esn heutzutage ein Risiko ist, Kinder in die Welt zu setzen. Das stimmt halt so nicht. Heute gibt es zumindest Harz IV, damit keiner verhungern muss. Heute haben wir einen medizinischen Standard, von dem vor 100 Jahren keiner geträumt hat. Frauen und Kinder haben Rechte, die sie auch durchsetzen können.

Also zu welcher Zeit war es denn einfacher, Kindder in die Welt zu setzen?

ohne-Worte
17.03.2008, 13:18
Natürlich muss man die Gelegenheit nutzen, um auf Missstände aufmerksam zu machen. Und natürlich müssen mehr Kitaplätze und Betreuungsmöglichkeiten her.

Ich bezog mich aber auf die Aussage von an-nalyse, dass sie abends halt nicht mal weggehen kann. Da kann ja nun wirklich keiner was dafür.

Weiterhin stört mich halt die Aussage, dass esn heutzutage ein Risiko ist, Kinder in die Welt zu setzen. Das stimmt halt so nicht. Heute gibt es zumindest Harz IV, damit keiner verhungern muss. Heute haben wir einen medizinischen Standard, von dem vor 100 Jahren keiner geträumt hat. Frauen und Kinder haben Rechte, die sie auch durchsetzen können.

Also zu welcher Zeit war es denn einfacher, Kindder in die Welt zu setzen?

Obwohl ich selbst eine "Alleinerziehende" bin, muss ich dir recht geben. Ich sehe das genauso.

Ihr, die ihr so klagt... warum habt ihr denn gleich Kinder in die Welt gesetzt? Wenn ich das manchmal so höre, dass eine Frau 5 Kinder von 4 verschiedenen Männern hat und alleinerziehend ist?
Dass ihr keine Familie im Rücken habt, kann die Politik auch nicht ändern.
Und als verheiratete ELTERN MIT 2 KINDERN Steuern sparen ohne Ende ist auch quatsch... Das Kindergeld wird angerechnet und einen Mann mit durchzufüttern war bei mir noch das teuereste! Auch wir brauchten Handwerker, weil Mann nicht gleich Handwerker für alles ist? DEN Mann hätte ich auch gerne *ggg*..

Und: Es bleibt jeden frei, auch "Alleinerziehende" wieder zu heiraten... @Letstalk... Niemand hindert dich daran, dann bist du auch im *Genuss* der ach so tollen Steuerklasse..:zwinker:


Bis auf die Betreuungsmöglichkeiten, Kitas... die geburtenstarken Jahrgänge waren mal.. Bald stehen die ganzen Kitas leer, weil es nicht genug Kinder gibt? Ist das nicht Geldverschwendung???

Wenn die Kinder etwas älter sind, können die durchaus auch mal für ein paar Stunden alleine sein... waren wir als Kind immer rundum betreut??? Also ich war auch als Schulkind oft genug alleine und bin dadurch selbständiger geworden... Meinen Kindern mute ich das auch zu. Mein ältester Sohn ist 6 Jahre älter als der Jüngste, er musste oft genug *aufpassen*, auch schon mit 12 Jahren. Handy, Telefon und Nachbarn gibt es überall...

Inaktiver User
17.03.2008, 13:33
...

Inaktiver User
17.03.2008, 13:50
An die Brigitte-Redaktion:
ich schlage vor, dass wir Frau von der Leyen nunmehr wie folgt antworten:

Herzlichen Dank für Ihre Mühe uns zu antworten. Wir fühlen uns sehr geehrt, teilen aber mit, dass wir nichts brauchen, im Gegenteil, es ging uns noch nie besser. "Marylin" und "Ohne Worte" haben so viel Unterstützung von ihren Eltern, dass wir anderen auch keine weitere Betreuung für unsere Kinder brauchen. Zusätzliches Geld für weiteren Ausbau von Kitas wäre alles nur rausgeschmissenes Geld, stehen eh bald alle leer. Bis dahin lassen wir unsere Kinder halt alleine zu Hause. Das wird schon nicht schaden. Ist doch auch bisher immer gut gegangen. Eine extra Steuerklasse für Alleinerziehende ist völlig unnötig, es steht uns ja frei, wieder zu heiraten! Wir begreifen gar nicht mehr, wie wir das alles bisher als Problem ansehen konnten. Gut, dass wir mal drüber gesprochen haben!
Und sollte doch etwas aus dem Ruder laufen: Sind eh alles Kinder von unterschiedlichen Vätern. Da kommt es nicht so drauf an, sind halt selbst schuld, die Leute

Inaktiver User
17.03.2008, 14:20
Ach so, fast hätt ich's vergessen:

Ist jemand hier, der mich heiraten möchte????

marylin
17.03.2008, 14:29
Man wird ja wenigstens noch mal bemerken dürfen, dass es auch alleinstehende Frauen /Männer mit Kind(ern) gibt, die ganz gut zurecht kommen.
Oder ist es mittlerweile in diesem Land Pflicht, zu jammern und zu meckern, selbst wenn man keinen Grund dazu hat?

Inaktiver User
17.03.2008, 16:56
An die Brigitte-Redaktion:
ich schlage vor, dass wir Frau von der Leyen nunmehr wie folgt antworten:

Herzlichen Dank für Ihre Mühe uns zu antworten. Wir fühlen uns sehr geehrt, teilen aber mit, dass wir nichts brauchen, im Gegenteil, es ging uns noch nie besser. "Marylin" und "Ohne Worte" haben so viel Unterstützung von ihren Eltern, dass wir anderen auch keine weitere Betreuung für unsere Kinder brauchen. Zusätzliches Geld für weiteren Ausbau von Kitas wäre alles nur rausgeschmissenes Geld, stehen eh bald alle leer. Bis dahin lassen wir unsere Kinder halt alleine zu Hause. Das wird schon nicht schaden. Ist doch auch bisher immer gut gegangen. Eine extra Steuerklasse für Alleinerziehende ist völlig unnötig, es steht uns ja frei, wieder zu heiraten! Wir begreifen gar nicht mehr, wie wir das alles bisher als Problem ansehen konnten. Gut, dass wir mal drüber gesprochen haben!
Und sollte doch etwas aus dem Ruder laufen: Sind eh alles Kinder von unterschiedlichen Vätern. Da kommt es nicht so drauf an, sind halt selbst schuld, die Leute
Letstalk::allesok:
Du hast nur noch vergessen, darauf hinzuweisen, daß wir jammernden Alleinerziehenden doch unsere Kinder alle zu Marilyn und Ohne-Worte bringen könnten, das bißchen kriegen die doch auch noch gewuppt!:freches grinsen:

an_nalyse
17.03.2008, 20:25
@ Letstalk : Ganz deiner Meinung und auch an Natural : :blumengabe:

@Marylin und Ohne-Worte:

Bei euren Postings hier geht mir der Hut hoch! Wieso jammern wir? Hier wurde dazu aufgefordert Briefe an Frau v.d.Leyen zu verfassen und auf Mißstände hinzuweisen, nichts anderes wurde hier getan, das dann als Gejammere abzutun, dann auch noch von einer Position aus, die weit aus besser ist, als die der breiten Masse, ist für mich, gelinde gesagt, vermessen und höchst arrogant.

Ich jammere nicht, im Gegenteil, ich habe mein Leben nach einer richtig miesen Trennung und einem Neustart mit weniger als 0, ganz alleine wieder in den Griff bekommen.Ich habe einen guten Job und meiner Tochter und mir geht es gut, wir sind glücklich. Aber es gibt eben so manche Ungerechtigkeiten und auf die möchte ich aufmerksam machen dürfen, ohne von euch in die Jammerecke gedrängt zu werden.

Wenn ich, obwohl ich mir hier den Hintern aufreise den ganzen Tag, abends nicht in der Lage bin einen Babysitter zu zahlen, dann liegt das unter anderem auch daran, dass ich für meine Begriffe, unfair besteuert werde. Einen Ganztagsjob kann ich nicht annehmen, weil die Schulbetreuung meiner Tochter das nicht her gibt, für meine Rente zahle ich ergo kaum noch was ein, mein Ex-Mann aber, kann den ganzen Tag arbeiten gehen, hat fast identisch den gleichen Steuersatz wie ich und bekommt dann auch noch hälftiges Kindergeld. Sehr fair !!

Und wenn ich dann wieder diese Pauschalsprüche höre wie : " Uns gehts doch gut in unserem Staat, verhungern muss keiner, es gibt ja Hartz IV, wie hier von "Ohne-Worte" geäußert, da bleibt mir nur, zu fragen : Hast DU, ohne-Worte schonmal längere Zeit von Hartz IV gelebt? Ich mußte es nach der Trennung, da ich, trotz Versprechen der Politik, keinen Platz bekam für meine Tochter in einem Kiga. Arbeiten gehen ? Pustekuchen, ging leider nicht. 1,5 Jahre nicht. Mein Auto? Mußte ich verkaufen, war ja Vermögen. Damit veringerte sich die Chance auf einen Arbeitsplatz nochmals.

Der Satz der dir zum Leben bleibt mit deinem Kind ist ein Witz und dazu noch die Behandlung als wenn du der letzte Penner wärst, der nicht erfolgreich 15 Jahre gearbeitet und eingezahlt hat, eine akademische Ausbildung hat und wirklich arbeiten WILL nur nicht KANN !! Diese Erfahrung wünsche ich jedem, der behauptet :"Alles doch nicht so schlimm!"

Dass es euch gut geht, ihr ein gutes soziales Netz habt, freut mich wirklich sehr, aber ein bißchen mehr Weitsicht für die, die nicht ganz soviel Glück haben, wünsche ich euch von Herzen.

Und in die Jammerecke drängen, lass ich mich von euch bestimmt nicht. Nur wer den Mund aufmacht hat auch die Chance, dass sich vll mal was ändert, auch wenn die Antworten von Fr. v.d.L. hier sehr enttäuschend für mich waren.

Und ansonsten halte ich es mit Letstalk und dem von ihr verfaßten Brief hier zum Schluß an Fr. v.d.L. : ALLES BESTENS :knatsch:

ohne-Worte
17.03.2008, 21:00
@
Und wenn ich dann wieder diese Pauschalsprüche höre wie : " Uns gehts doch gut in unserem Staat, verhungern muss keiner, es gibt ja Hartz IV, wie hier von "Ohne-Worte" geäußert, da bleibt mir nur, zu fragen : Hast DU, ohne-Worte schonmal längere Zeit von Hartz IV gelebt? Ich mußte es nach der Trennung, da ich, trotz Versprechen der Politik, keinen Platz bekam für meine Tochter in einem Kiga. Arbeiten gehen ? Pustekuchen, ging leider nicht. 1,5 Jahre nicht. Mein Auto? Mußte ich verkaufen, war ja Vermögen. Damit veringerte sich die Chance auf einen Arbeitsplatz nochmals.

:


Das waren zwar nicht MEINE Worte, aber ich habe Marylin zusgestimmt...
Damals gab es auch viele alleinerziehende Frauen nach dem Krieg.. diese "Trümmerfrauen" habe auch nebenbei hart gearbeitet wie ein Mann und es gab halt nur *einfaches* Essen... Man muss sich halt der Situation anpassen.

Ja klar kann man seinen Unmut hier Luft lassen, verbiete ich niemanden. Ich selber habe auch Fragen gestellt. Aber Politiker können sooooo viel Versprechen, das einzigste, was sie einhalten, sind ihre Diäten zu erhöhen :knatsch:
Deshalb verlasst euch lieber auf euch selbst, als mit eurem Schicksal zu hadern und zu jammern... Ungerechtigkeiten gibt es überall auf der Welt. In Afrika sterben Kinder, weil sie nix zu essen haben...

Und, nein, von HartzIV habe ich noch nie gelebt, weil ich immer einen Job hatte...und wenns auch nur ein *billiger* Supermarktjob war...

Deshalb möchte ich nur allen Mut machen, weiter zu kämpfen, als auf bessere Zeiten zu *warten*... :zwinker:

LC
17.03.2008, 22:19
und wie so oft zerfleischen sich wir frauen untereinander...
traurig

an_nalyse
18.03.2008, 17:45
Deshalb verlasst euch lieber auf euch selbst, als mit eurem Schicksal zu hadern und zu jammern...

Noch einmal : Ich jammere NICHT und ich hadere NICHT mit meinem Schicksal. Bitte überlege erst bevor du schreibst, Ohne-Worte!


Und, nein, von HartzIV habe ich noch nie gelebt, weil ich immer einen Job hatte...und wenns auch nur ein *billiger* Supermarktjob war...



Du hast leider nichts verstanden von dem was ich schrieb! Es ging nicht um einen billigen Job, oder nicht qualifizierte Arbeit auf meine Ausbildung bezogen - es ging darum, dass ich tatsächlich NICHT arbeiten KONNTE, nicht beim Bäcker, nicht im Supermarkt und auch nicht Putzen !!!!

Meine Güte, wie ignorant kann man sein ! :grmpf:

Inaktiver User
18.03.2008, 17:58
Damals gab es auch viele alleinerziehende Frauen nach dem Krieg.. diese "Trümmerfrauen" habe auch nebenbei hart gearbeitet wie ein Mann und es gab halt nur *einfaches* Essen... Man muss sich halt der Situation anpassen.



Nur ging es damals fast allen so.

Und du wurdest nicht blöd angeschaut als Frau mit mehreren Kindern ohne Mann.

Und es gab keine Singles, die allein in 100qm Wohnungen sassen, während du wegen deiner drei Kinder schon fast als asozial gegolten hast und schon beim ersten Anruf beim Vermieter nach Kindern gefragt wurdest.

Und es gab kein Schulsystem, das darauf aufgebaut ist, dass eine wohlversorgte nicht beruftstätige Mutti nachmittags den Nachhilfelehrer gibt - oder ein finanzstarker Papi einen solchen bezahlt.

Deine Kinder waren den ganzen Tag draußen am Spielen, mit vielen anderen Kindern, weil es genug gab und nicht Autos allen Platz beansprucht haben.

Andere Kinder waren nicht im Vorschulalter schon in der Dom Rep oder auf Bali oder in den USA im Urlaub.

Und und und. Das waren komplett andere Zeiten, das kann man doch überhaupt nicht vergleichen!!!!

stine38
18.03.2008, 18:24
Sind eh alles Kinder von unterschiedlichen Vätern. Da kommt es nicht so drauf an, sind halt selbst schuld, die Leute

Sorry, aber wer sonst ??

Inaktiver User
18.03.2008, 19:29
Mädels, was ist denn hier los? Ich fass es ja nicht. "Da werden Weiber zu Hyänen" oder was? Wir wollen doch niemandem etwas wegnehmen. Wir haben nur höflich auf einige Missstände in Deutschland im Jahre 2008 hingewiesen und Verbesserungsvorschläge gemacht. Dass das nach dem Krieg so war, wie es war, ist schrecklich, kann aber doch längst kein Grund sein, dass solche Verhältnisse für Alleinerziehnde um jeden Preis so beibehalten werden müssen. Und was soll diese unselige Diskussion mit den Kindern von verschiedenen Vätern? Macht es das etwa leichter, diese Kinder groß zu kriegen oder was soll das eigentlich? Haben diese Kinder und deren Mütter jegliches Recht auf Achtung verloren? Oder verstehe ich hier etwas falsch?

Inaktiver User
18.03.2008, 20:27
@Letstalk
Schlließe mich deinen postings voll und ganz an.

Und die Antworten von Frau v.d. L. lese ich als wischiwaschisätze.

Zoraya
18.03.2008, 21:59
Weiterhin stört mich halt die Aussage, dass esn heutzutage ein Risiko ist, Kinder in die Welt zu setzen. Das stimmt halt so nicht. Heute gibt es zumindest Harz IV, damit keiner verhungern muss. Heute haben wir einen medizinischen Standard, von dem vor 100 Jahren keiner geträumt hat. Frauen und Kinder haben Rechte, die sie auch durchsetzen können.

Also zu welcher Zeit war es denn einfacher, Kindder in die Welt zu setzen?

Dem möchte ich widersprechen. Einstmals war ich gewollt kinderlos und konnte auch nicht unbedingt verstehen, warum die jungen Eltern um mich herum so geklagt haben. Ich hatte meinen guten Job, mein Auskommen, meine Freizeit, Absicherung durch zwei Lebensversicherungen... bis ich ungewollt schwanger wurde. Ich stand von der ersten Minute zu meinem Kind, und alle haben mir gesagt, es wird schon irgendwie klappen.

Die Betonung liegt auf "irgendwie". Damals, durch die hervorragende und ausgleichende Familienpolitik, die wir hier in diesem Lande haben, habe ich nach dem Mutterschutz durch extrem ungünstige Umstände kein Erziehungsgeld erhalten. Elterngeld war nicht, weil meine Maus Ende 2006 zur Welt kam. Ich stand also mit 154 EUR Kindergeld Einkommen da. Hartz VI kam wohl gar nicht in Frage, also habe ich mein Erspartes aufgebraucht und die LV's aufgelöst. Nach einem halben Jahr bin ich dann wieder vollzeit arbeiten gegangen, die erste Zeit musste ich 800 EUR für eine Tagesmutter berappen, jetzt sind es "nur" noch 425 für die Kita. Obwohl ich voll arbeite, bleiben mir und meiner Maus knapp so viel wie Hartz VI-Empfängern. Mein Rücklagen und meine LV's sind futsch. Keine Risiken? Lachhaft.

Inaktiver User
05.04.2008, 22:23
Na ja. Tolle Wischi Waschi Vertröstermentalität.
Kindergeld bekommen alle, also auch Ehepaare und wir allein Erziehenden dann noch diesen Supergroßzügigen Freibetrag. Das ist doch ein Witz!
Ich zahle in der Steuerklasse 2 inzwischen (denn das war vor einigen Jahren ja noch anders) genauso viel Steuern wie kinderlose Singles in der StKl 1, nur beim Soli und der Kirchensteuer gibt es kleine Unterschiede. Fahrtkosten und Mensakosten in Zusammenhang mit dem Besuch einer Ganztagsschule (auf Grund meiner Berufstätigkeit) kann ich steuerlich NICHT absetzen. Vielen Dank liebe Politiker, ihr kümmert Euch rührend um uns, sobald wir unsere Gebärpflicht erfüllt haben. SChon die Wortwahl (auch die einer kinderlosen Kanzlerin, die die Oberhoheit über die deutschen Betten wieder gewinnen will) zeigt doch, dass es hier nur um sogenanntes Humankapital geht, den Produktionsfaktor Mensch und nicht den Menschen an sich. Hier zählt ein Kind nicht als menschliches Lebewesen, das die Gesellschaft bereichert! Woher soll da Verständnis kommen, vor allem von alten Knackern (Entschuldigung), die ihre ehengattengesplittete Frau als Babysitterin zu Hause sitzen haben.

Inaktiver User
05.04.2008, 22:38
Wenn wir Frauen nicht endlich aufhören uns gegenseitig in die Pfanne zu hauen (worüber sich viele Männer freuen!) werden wir nie etwas erreichen. Wir JAMMERN nicht! Hallo??!! Wir fordern unsere Rechte ein, denn in einem Land mit einer angeblich freiheitlich demokratischen Grundordnung sollte alle auch tatsächlich gleichberechtigt sein. Nicht nur gleiche PFLICHTEN! Auch gleiche Rechte, z. B. die gleiche Bezahlung für die gleiche Arbeit und nicht bis zu 30% weniger als Männer und somit später eine Rente, die oft nur 50% der Rente beträgt, die die Männer bekommen. Solange Frauen davon abhängig sind Unterhalt für sich nach einer Trennung vom Mann zu beziehen weil sie nicht arbeiten KÖNNEN (wie gut für VATER Staat!!!) und sich ständig vielfachen Existenzsorgen ausgesetzt sehen, sollten wir doch bitte aufhören uns auch noch gegenseitig in die Pfanne zu hauen.
Es ist eine Tatsache, dass Frauen und auch Familien mit geringem Einkommen viele Dinge nicht so regeln können wie Leute mit höheren Einkommen. Medikamente, Betreuung, Nachhilfe, vernünftiges Essen, anständige Kleidung, ganz abgesehen von kleinen Dingen, die einem einfach mal gut tun. Warum sind kulturelle Veranstaltungen so teuer - gerade für Familien? Sei es Museum, Schwimmbad, Kino, Konzert. Selbst wenn man wollte, viele können gar nicht! Schön für alle, die ein Netzwerk haben. Leider gibt es viele, die haben es nicht. Und unsere Mütter haben schon auf uns aufgepasst, nun sollen sie auch noch als günstiges kostensparendes Betreuungsmodell für eine weitere Generation dienen? Wenn Frauen nicht endlich zusammenhalten kommen wir nie auf einen grünen Zweig!

brunokoch
07.04.2008, 10:32
Wir fordern unsere Rechte ein, denn in einem Land mit einer angeblich freiheitlich demokratischen Grundordnung sollte alle auch tatsächlich gleichberechtigt sein. Nicht nur gleiche PFLICHTEN! Auch gleiche Rechte, z. B. die gleiche Bezahlung für die gleiche Arbeit und nicht bis zu 30% weniger als Männer und somit später eine Rente, die oft nur 50% der Rente beträgt, die die Männer bekommen. Solange Frauen davon abhängig sind Unterhalt für sich nach einer Trennung vom Mann zu beziehen weil sie nicht arbeiten KÖNNEN (wie gut für VATER Staat!!!) und sich ständig vielfachen Existenzsorgen ausgesetzt sehen, sollten wir doch bitte aufhören uns auch noch gegenseitig in die Pfanne zu hauen.


Frauen erhalten gleiches Geld für gleiche Arbeit:
http://manndat.de/index.php?id=43

Und Frauen erhalten wesentlich mehr Rente als Männer, denn sie leben 6-7 Jahre länger und gehen früher in Rente.

LC
08.04.2008, 11:35
wow... alles abhängig von der sichtweise...:nudelholz:...

ich kriege bestimmt gar keine rente mehr...

twixx
15.05.2008, 12:09
Schwer enttäuscht, was die Steuerungerechtigkeit angeht. Kinderfreibetrag oder Kindergeld bekommen ja auch Veheiratete.

Früher (zumindest bis Ende der 90'er) waren Alleinerziehende mit Kind-ern zwar auch in der Steuerklasse II, die war aber keinen Pfennig teurer als die III. Damit wurde ausdrücklich betont, dass überall da Familien sind, wo Kinder sind.

Mit welcher Begründung wurde das später abgebaut ? Welche Parteien waren dafür ?

Ok, das ist nun mal über die Jahre passiert, aber dann doch höchste Zeit, das wieder richtig zu stellen. Ob über Freibeträge oder sonstige Angleichungen ist doch schnuppe. Die heutige Einstufung in die StKl. II ist fast identisch mit der StKl. I. Wer das nicht als Frechheit begreift, ahnt nichts von den Schwierigkeiten im Leben der Alleinerzieher/Kinder.



Ich habe mal über einen Nettorechner ausgerechnet, was der Unterschied in meinem konkreten Fall (1 Kind - LST II) für mich netto im Monat im Vergleich zu einem kinderlosen Single ausmacht.
Sage und schreibe knapp 50 € ! Wow!

Ein Ehemann mit Hausfrau, welche übrigens den ganzen Kinder-Schul-Einkauf-Putzen-Waschen-Kochen-Krankenpflege- und Betreuungsstress für ihn aus dem Weg räumt, der voll berufstätige Alleinerziehende mitunter täglich an den Rand der Belastbarkeit führt, bekommt da für seine "Haushaltshilfe" schon mal ein paar Hundert Euro per Lohnsteuerklasse III mehr als ich!

Es kann doch nicht angehen, dass der Staat darüber entscheidet in welcher Steuerklasse ich mit Kind lande, je nachdem, ob ich Glück (Ehemann/-frau) oder Unglück (Single-Eltern) im privaten Bereich habe!

Nochmal Frau von der Leyen: WE ARE FAMILY, TOO!!!!

UND: Wie kann es sein, dass ein(e) Unterhaltszahlende(r) einen großen Anteil dieser Zahlungen steuerlich absetzen kann, der oder diejenige aber, die für den bekanntlich weitaus größeren Restbetrag zur adäquaten Versorgung eines Kindes zahlenden Alleinerziehende(r), diesen nur "mickrig" steuerlich geltend machen kann?

Mein Finanzamt schießt derzeit den Vogel ab: Ab 2007 kann man nur noch Kinderbetreuungskosten absetzen, wenn diese mit dezitierter Rechnung (!) und entsprechende Banküberweisung getätigt wurden!!!

Geht es noch liebes Finanzamt? Wo ist die Politik?

Es ist ohnehin schwer, eine vernünftige und zuverlässige Betreuung, vor allem für Schulkinder (!!!) zu organisieren. Dass die Tagesmütter dann aber noch einen Monat lang auf ihr Geld warten sollen, ist überhaupt nicht üblich!
Schließlich handelt es sich ja auch nicht um eine steuerpflichtige Beschäftigung. Natürlich habe ich, mit Vetrag übrigens, vereinbart bar nach anfallenden Stunden zu bezahlen!

Hat hier jemand Erfahrungen oder Tipps wie man diesen Irrsinn stoppen kann. Widerspruch beim Finanzamt lege ich sowieso ein, gibt es hier gesetzliche Regelungen?
Steuertipps also her!

DANKE!!!

Inaktiver User
15.05.2008, 12:19
Ich habe mal über einen Nettorechner ausgerechnet, was der Unterschied in meinem konkreten Fall (1 Kind - LST II) für mich netto im Monat im Vergleich zu einem kinderlosen Single ausmacht.
Sage und schreibe knapp 50 € ! Wow!

Ein Ehemann mit Hausfrau, welche übrigens den ganzen Kinder-Schul-Einkauf-Putzen-Waschen-Kochen-Krankenpflege- und Betreuungsstress für ihn aus dem Weg räumt, der voll berufstätige Alleinerziehende mitunter täglich an den Rand der Belastbarkeit führt, bekommt da für seine "Haushaltshilfe" schon mal ein paar Hundert Euro per Lohnsteuerklasse III mehr als ich!

Sorry, aber der bekommt nichts für seine Haushaltshilfe, sondern sie tritt ihm einen zweiten Steuerfreibetrag ab (ihren) und er muss ihren Lebensunterhalt davon mit bestreiten.

Das ist etwas anderes als Deine Interpretation.


Es kann doch nicht angehen, dass der Staat darüber entscheidet in welcher Steuerklasse ich mit Kind lande, je nachdem, ob ich Glück (Ehemann/-frau) oder Unglück (Single-Eltern) im privaten Bereich habe!

Dein Kind hat ein steuerfreies Existenzminimum und Du kannst die Betreuungskosten und ähnliches mehr absetzen.

Das Kind hat aber in unserem System keinen Steuerfreibetrag wie ein Erwachsener, was Deine Forderung wäre.

Aber selbst wenn man Deiner Forderung nachkäme, hätten Familien mit gleich vielen Kindern bei fehlendem, zweiten Erwachsenem weniger netto, wenn man Familie als die Gesamtheit aller dann zu zählenden sähe.


UND: Wie kann es sein, dass ein(e) Unterhaltszahlende(r) einen großen Anteil dieser Zahlungen steuerlich absetzen kann, der oder diejenige aber, die für den bekanntlich weitaus größeren Restbetrag zur adäquaten Versorgung eines Kindes zahlenden Alleinerziehende(r), diesen nur "mickrig" steuerlich geltend machen kann?

Die Begründung kannst Du in einem Urteil des Bundesverfassungsgerichtsurteil nachlesen, da vor einiger Zeit eine Familie auf die Absetzbarkeit der Kosten für die Kinder geklagt hatte. Das kommt nicht aus dem Familienministerium, sondern hat andere Wurzeln.


Mein Finanzamt schießt derzeit den Vogel ab: Ab 2007 kann man nur noch Kinderbetreuungskosten absetzen, wenn diese mit dezitierter Rechnung (!) und entsprechende Banküberweisung getätigt wurden!!!

Wie willst Du sonst etwas geltend machen? Ohne Beleg? Ohne Überweisung? Was für eine Form der Steuererklärung soll das sein, wenn Du ohne diese zahlst? Dürfte wohl auch nicht zugelassen werden, denn bei Handwerkern und vielem anderen mehr, wird auch nur anerkannt, was belegt werden kann.


Geht es noch liebes Finanzamt? Wo ist die Politik?

Nicht da, wo Du sie scheinbar gern hättest...


Es ist ohnehin schwer, eine vernünftige und zuverlässige Betreuung, vor allem für Schulkinder (!!!) zu organisieren. Dass die Tagesmütter dann aber noch einen Monat lang auf ihr Geld warten sollen, ist überhaupt nicht üblich!
Schließlich handelt es sich ja auch nicht um eine steuerpflichtige Beschäftigung. Natürlich habe ich, mit Vetrag übrigens, vereinbart bar nach anfallenden Stunden zu bezahlen!

Wieso hast Du sie nicht per Überweisung quasi per Dauerauftrag bezahlt? Das klingt nach Schwarzarbeit und die ist soweit ich weiß nicht steuerlich absetzbar.


Hat hier jemand Erfahrungen oder Tipps wie man diesen Irrsinn stoppen kann. Widerspruch beim Finanzamt lege ich sowieso ein, gibt es hier gesetzliche Regelungen?
Steuertipps also her!

DANKE!!!

Den Irrsinn kann man stoppen, indem man sich monatlich Belege unterschreiben läßt und die Frau ihre Tätigkeit anmeldet.

Ansonsten dürfte es wenig geben, was Du tun kannst, wenn Du Dich so ausserhalb der für uns alle geltenden Regelungen stellst

Gruss

vita

twixx
15.05.2008, 12:26
@ ahornbaum:

Deinen Kommentar zur ungerechten Besteuerung unterschreibe ich in seiner Gänze!!!

Ich hatte die Bekanntmachung, damals noch ganz Neumutter, klitzeklein i.d. Zeitung gelesen. Bis heute ärgert mich das maßlos! :grmpf:
Dieses Forum hier ermöglicht erstmals sich darüber zu äußern, denn alle anderen LST I, III und IV :smile: glauben einem nicht, dass dem tatsächlich so ist!

twixx
17.05.2008, 13:18
Wie willst Du sonst etwas geltend machen? Ohne Beleg? Ohne Überweisung? Was für eine Form der Steuererklärung soll das sein, wenn Du ohne diese zahlst? Dürfte wohl auch nicht zugelassen werden, denn bei Handwerkern und vielem anderen mehr, wird auch nur anerkannt, was belegt werden kann.





Wieso hast Du sie nicht per Überweisung quasi per Dauerauftrag bezahlt? Das klingt nach Schwarzarbeit und die ist soweit ich weiß nicht steuerlich absetzbar.



Den Irrsinn kann man stoppen, indem man sich monatlich Belege unterschreiben läßt und die Frau ihre Tätigkeit anmeldet.

Ansonsten dürfte es wenig geben, was Du tun kannst, wenn Du Dich so ausserhalb der für uns alle geltenden Regelungen stellst

Gruss

vita[/QUOTE]

twixx
17.05.2008, 13:29
Wie willst Du sonst etwas geltend machen? Ohne Beleg? Ohne Überweisung? Was für eine Form der Steuererklärung soll das sein, wenn Du ohne diese zahlst? Dürfte wohl auch nicht zugelassen werden, denn bei Handwerkern und vielem anderen mehr, wird auch nur anerkannt, was belegt werden kann.

Wieso hast Du sie nicht per Überweisung quasi per Dauerauftrag bezahlt? Das klingt nach Schwarzarbeit und die ist soweit ich weiß nicht steuerlich absetzbar.

Den Irrsinn kann man stoppen, indem man sich monatlich Belege unterschreiben läßt und die Frau ihre Tätigkeit anmeldet.

Ansonsten dürfte es wenig geben, was Du tun kannst, wenn Du Dich so ausserhalb der für uns alle geltenden Regelungen stellst

Gruss

vita[/QUOTE]


Sorry, war soeben zu schnell - ohne eigenen Kommentar.

AUA, geht es noch? Natürlich habe ich Quittungen!!!! Schwarzarbeit, was für eine Unterstellung. Es gibt auch allein erziehende mit Verstand!!! Damit hat sich erledigt, dass ich mich außerhalb geltender Regeln bewege! Bist aber sehr eifrig dabei alles zu widerlegen und für gerecht zu befinden.

Ansonsten vermute ich, dass Du NICHT allein erziehend bist.

Bevor zitiert wird , zur Info: Nein, ich habe nicht alle deine Beiträge gelesen, so dass ich ermessen kann, aus welcher Ecke Du kommst .

Gruß
Twixx

Inaktiver User
17.05.2008, 17:11
Sorry, war soeben zu schnell - ohne eigenen Kommentar.

AUA, geht es noch? Natürlich habe ich Quittungen!!!! Schwarzarbeit, was für eine Unterstellung. Es gibt auch allein erziehende mit Verstand!!! Damit hat sich erledigt, dass ich mich außerhalb geltender Regeln bewege! Bist aber sehr eifrig dabei alles zu widerlegen und für gerecht zu befinden.

Ansonsten vermute ich, dass Du NICHT allein erziehend bist.

Bevor zitiert wird , zur Info: Nein, ich habe nicht alle deine Beiträge gelesen, so dass ich ermessen kann, aus welcher Ecke Du kommst .

Gruß
Twixx

Du mußt nicht ermessen, aus welcher Ecke ich komme, Du kannst nur mal kurz drüber nachdenken, was Du forderst und von wem.

Dann klärt sich so manches von allein, denn einiges ist (nett gesagt) unrealistisch.

Gruss

vita

Fruechtchen33
18.05.2008, 18:43
ich habe nun den ganzen strang gelesen und kann als alleinerziehende vielem zustimmen.
das mit dem elterngeld ist eine frechheit, für politiker aber durchaus logisch: nur wer vor der geburt auch verdient hat, braucht einen ausgleich. wer nicht verdient hat, vermisst auch nichts. das dies beim zweiten kind bedeutet auf ausgleich zu verzichten, daran hat keiner gedacht.


Ich gebe zu bedenken, dass das land immer noch vorwiegend von männern regiert wird, warum sollten sie sich selber ausbeuten und freiwillig auf geld verzichten? ebenso wie regierende wieder ihre gehälter erhöhen, erhalten die männer sich ihren vorteil.
warum sollten wir überhaupt noch heiraten, wenn es da nicht den geldvorteil gäbe? lieben kann man sich auch so.

wenn also die gehälter angeglichen werden und die besteuerung zu gunsten der kinder geändert wird und die frau auch noch im alter versorgt ist, warum sollten wir dann überhaupt noch einen mann an uns heranlassen?? was für eine aufgabe hat denn der mann in der gesellschaft dann noch, wo frau doch so emanzipiert ist und das meiste alleine kann.

der mann war jahrhunderte lang versorger und ernährer aufgrund seine kraft die frau war jahrhunderte lang sorgende und kindererziehende. beide waren voneinander abhängig. ohne den mann keine nahrung, ohne die frau keine nachwuchs. wobei der mann zwar schon immer gerne kinder gemacht hat, aber das mit dem versorgen war schon immer ein problem. was ist wenn wir ihm das jetzt nehmen? was hat er dann zu tun? wie kann er sein ego aufbauen? Wie kann er sich als starker mann beweisen? Die jüngere generation versteht es so langsam: frauen brauchen männer zur emotionalen unterstützung und hilfe bei der kindererziehung und nicht fern davon. Frauen brauchen mehr als nur geld und männer können mehr als nur geld scheffeln.
frauen geht es mit mann besser, sie können ihre sorgen und auch die lasten teilen.
es verdient hoffendlich wenigstens einer, während der andere, wenn überhaupt, halbtags arbeiten geht. das bedeutet mehr geld und für die frau einen bessere witwenrennte

natürlich habe ich jetzt sehr pauschal geschrieben
natürlich sind nicht alle männer gleich
und die wenigsten frauen heiraten aus berechnung

aber
die gesetze haben durchaus einen sinn
das model: mann frau und kinder ist immer noch das ideal
ob wir es nun wahrhaben wollen oder nicht, es ist tatsächlich so.

sagt eine die alleinerziehend ist und zurzeit glücklich mit einem mann, den sie gerne heiraten würde/ wird