PDA

Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Rürup vs. Riester?



Pia1976
22.02.2008, 10:19
Hallo,

nun habe ich auch einmal eine Frage an die Experten, die ich mangels Zeit momentan nicht selber klären kann:

Ein Freund, fast 30, noch unverheiratet, noch keine Kinder, fragte mich nach der Qualität einer Rürup-Rente. Er arbeitet als angestellter BauIng, verdient derzeit etwa 33.000,- p.a. Die Anstellung ist befristet und er kann sich durchaus vorstellen, sich später selbständig zu machen. Kinder eventuell, wenn dann auch mit Betreuung seinerseits, d.h. beruflichen Ausfallzeiten.

Er hat nun von einem Berater (Genaueres weiss ich leider nicht), eine Rürup-Rente von der Aachen-Münchener empfohlen bekommen, die wohl in dws-Fonds investiert, ich vermute, dass es sich um die "Rente Pur" handelt.

In der Kürze der Zeit ist es mir nicht gelungen, herauszufinden, welche Gebühren da anfallen, welcher Teil in Fonds investiert wird, wie hoch die Stückkosten sind, etc. Mir erscheint das alles schwammig, und ich weiß auch nicht, ob Rürup hier angebracht ist. Ein Rürup-Vertrag erhält seine staatlichen Zulagen ja aus Steuerermäßigungen, die bei dem doch eher geringen Einkommen momentan mager ausfallen. Riester wäre da wohl attraktiver. Allerdings funktioniert der dann im Falle der Selbständigkeit nicht mehr. Welche Alternativen könnte man vorschlagen? Pro Monat stehen momentan 50,- zur Debatte, also auch nicht die Welt, aber ein Anfang.

Grüße, Pia

DerExperte
22.02.2008, 11:26
punkt 1: würde mich nicht von einem abhängigen berater beraten lassen! er wurde mit sicherheit von der dt. vermögensberatung "beraten". er wird es dir mit diesem tipp langfristig sicher (!) danken.
punkt 2: eine allgemeine empfehlung gibt es nicht. sonst wäre der finanzdschungel auch kein finanzdschungel und alles wäre ganz einfach und berater braucht man nicht. jede produktkategorie hat vor- und nachteile. dazu kommen die tarifunterschiede einzelner gesellschaften.
punkt 3: trotz eines mögl. hohen kostenfaktors muß das produkt nicht schlecht sein!
bsp:
angebot1: kosten 4000 euro, ablaufleistung prognostiziert 210000.
angebot2: kosten 8000 euro, ablaufleistung progn. 225000. welches angebot wählen sie?

viele grüße,

DerExperte

Pia1976
22.02.2008, 12:18
er wurde mit sicherheit von der dt. vermögensberatung "beraten". er wird es dir mit diesem tipp langfristig sicher (!) danken.
Das habe ich auch schon vermutet.

alles wäre ganz einfach und berater braucht man nicht. Ich gehe davon aus, dass er sich aus Kostengründen nicht unabhängig beraten lassen wird (würde ich ihm zwar empfehlen, werde ich aber nicht durchsetzen können). Mir geht es vor allem darum, ihm von den ganz absurden Produkten abraten zu können und sozusagen das Schlimmste zu verhindern. Mehr wird in der akutellen Konstellation eh nicht drin sein. Lust, sich wirklich mit AV zu beschäftigen hat er nämlich auch nicht...

punkt 3: trotz eines mögl. hohen kostenfaktors muß das produkt nicht schlecht sein!
Völlig klar. Nichtsdesttrotz sind das wichtige Informationen. Gerade, wenn über so einen Versicherungsmantel in Fonds investiert wird, möchte ich doch wissen, was da an zusätzlichen Kosten auf ihn zu kommt. Vielleich rechnet es sich auch eher, direkt in die Fonds zu investieren. Eine Rürup-Lösung vergleichbar zu der dws-topRente habe ich leider nicht gefunden, ein Konstrukt der Art würde ich ihm durchaus empfehlen...

Die Hauptfrage für mich allerdings:

Welche Form der Anlage ist unter den geschilderten Lebensumständen überhaupt sinnvoll? Riester? Rürup? Fondssparplan? ... Er ist nicht sehr diszipliniert in Gelddingen, daher wäre z.B. ein Fondssparplan, an den er jederzeit drankönnte nur zweite Wahl. Andererseits müßte das Produkt eine gewisse Flexibilität in der Einzahlung mitbringen, da er bei steigendem Einkommen ja durchaus auch mehr als 50,- pro Monat einzahlen könnte, in eventuellen Kinderbetreuungsphasen aber auch wieder weniger. Riester wäre da attraktiv, passt aber nicht zu potentiellen Selbständigkeit.