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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Der Jüngere grüßt immer zuerst



trippeltrapp
20.02.2008, 17:22
Mich würde mal interessieren, inwiefern diese Höflichkeitsregel in Euren Augen noch Bestand hat. Ist es immer noch verbreitet, daß die jüngere Person die ältere zuerst grüßt?

Ich bin ein Kind der 60er Jahre, und bei uns war das noch ein absolutes Muß, ob es um das Grüßen der Nachbarn ging (ganz egal, ob man die mochte oder nicht), oder um das Grüßen der Verwandten, die zu Besuch kamen. Wenn man bereit stand und selber von den Erwachsenen zuerst angesprochen wurde, so war das natürlich auch in Ordnung, aber ansonsten galt, daß man als Kind zuerst hinging und brav die Hand reichte.

Ich habe noch als junge Erwachsene Schwierigkeiten gehabt, diese "Dressur" abzulegen und Nachbarn, die ich nicht mochte, auch nicht von mir aus zu grüßen. (Habe ich aber irgendwann überwunden.)

Inaktiver User
20.02.2008, 17:54
also, ich kenn es daß ie Regel "Mann grüßt Frau" die obige sticht.
ich benütze sie aber nur wenn ich nicht zuerst grüßen will.

Inaktiver User
20.02.2008, 18:05
Ich habe kürzlich gelesen, dass es heute eher so ist, dass einfach der der den anderen zuerst sieht auch zuerst grüßt.

Inaktiver User
20.02.2008, 22:02
aber ansonsten galt, daß man als Kind zuerst hinging und brav die Hand reichte.



Ganz grob kenne ich es so: Grüßen "von unten nach oben" (halte mich nicht dran...sondern eher an "wer den anderen zuerst sieht) - Handreichen "von oben nach unten" (daran halte ich mich ungefähr, würde wohl nicht einem Vorgesetzten zuerst die Hand hinstrecken).

Welche Faktoren da jetzt welche stechen ... das füllt Bände an Benimmbüchern der 60-er-Jahre :zwinker:
(die unverehelichte, aber doch ältere Kollegin in allerdings niederer Position versus die jüngere Frau XY, die allerdings drei Kinder hat und deren Gatte wiederum... etc.)

Gruß, T.

Grace_Kelly
20.02.2008, 23:24
Heute muss man auch noch zwischen privat und beruflich grüßen unterscheiden.

Privat grüße ich besser einmal mehr als zu wenig. Gelegentlich nicke ich auch Leuten zu, die ich nicht näher kenne, aber die in meiner Umgebung wohnen oder arbeiten und man sich daher öfters begegnet.
Und wenn ich bewußt nicht grüßen will, dann eben nicht.

Im Beruf kommt es heute auf das Rangverhältnis an. Da kann auch eine jüngere Person bereits eine Führungsposition haben und der 55-jährige Sachbearbeiter hat es im Berufsleben kaum über den damaligen Einstiegsjon hinaus geschafft.
Der Höhergestellte entscheidet selbst, wem er die Hand reicht. Der Rangniedrigere hat sich dem zu fügen, wenn er kein Affront riskieren will.

schluppi
21.02.2008, 12:14
Meine Ellis haben mir auch den Knigge reingeprügelt. :freches grinsen:
Ich empfinde "Grüßen" ist kein Beinbruch und ob ich einen älteren, oder jüngeren zu erst grüße, spielt für mich keine Rolle.
Für mich sind es Menschen, die ich begegne.
Sie sehen meine offene Lebensart und können jederzeit auf mich zukommen, wenn sie möchten.
...und gestorben ist an meiner Grüßerei auch noch keiner. :freches grinsen:

Da wir alle nackend zur Welt kamen und nur weil der eine diesen Job erledigt und der andere den anderen, unterscheide ich auch nicht, wer in welcher Position steht.
Wir bleiben deshalb Menschen und die Hand reichen, oder gar ein Lächeln, fördert/verbessert in jedem Fall die Athmosphäre.

Inaktiver User
22.02.2008, 13:02
Im Beruf kommt es heute auf das Rangverhältnis an. Da kann auch eine jüngere Person bereits eine Führungsposition haben und der 55-jährige Sachbearbeiter hat es im Berufsleben kaum über den damaligen Einstiegsjon hinaus geschafft.
Der Höhergestellte entscheidet selbst, wem er die Hand reicht. Der Rangniedrigere hat sich dem zu fügen, wenn er kein Affront riskieren will.

Ahm...ja, und immer wenn mir dann einer dieser jungen Parvenues über den Weg läuft, buckle ich mit dementen grinsen und einem Halblaut gemurmelten »Sire...darf ich's wagen?«

Tut mir leid...in welchem Businessknigge auch immer das drinstehen mag, das hat mit Umgangsformen nicht das Geringste zu tun. Ich grüße immer Frauen und ältere Kollegen zuerst. Ich grüße das Postmädchen und die Putzfrau.

Ich würde schlagartig rot anlaufen, wenn ich es, der »Rangordnung« willen aushalten würde, auf einen Gruß eines älteren zu warten.


Auch jetzt: freundliche Grüße
von FrühStyx

Schalotte
22.02.2008, 19:28
Der Höhergestellte entscheidet selbst, wem er die Hand reicht. Der Rangniedrigere hat sich dem zu fügen, wenn er kein Affront riskieren will.

Mit so einer machtfreudigen Obergurke hatte ich es vor ein paar Monaten auch noch zu tun. Der Herr Qualitätsmanager einer erzkonservativen Firma grüßte nur mit Kopfnicken. Ich habe dann den Affront gewagt und beim zweiten Mal etwa so :freches grinsen: gelächelt, wenn ich ihn sah.

Ich finde beim Grüßen gilt eigendlich nur die Regel, dass zurückgegrüßt wird. Und zwar ordentlich, hörbar und ohne "Mahlzeit" oder ausgenudelte Witzwendungen wie "Tachekowsky" oder "Tachchen auch".

Gruß
Schalotte

Ibizita
22.02.2008, 20:00
Also ich habs als Kind auch gelernt, die Älteren immer zuerst zu grüßen, aber seit dem Berufsleben grüße ich eigentlich alle die, die ich zuerst sehe, egal, ob jung oder alt, egal, ob im Beruf oder Privat.

Was mal lustig war: vor einigen Jahren habe ich in einer Firma gearbeitet, wo auch viele Studenten arbeiteten, und manche Vorgesetzte wußten dann gar nicht, wen sie gerade vor sich hatten: Aushilfe klar, aber war es eine Studentin oder nicht? Die Studenten wurden nicht so wirklich beachtet.
Einer war dann auch dabei, der kam morgens muffelig in den Bereich, wo ich tätig war, manchmal sagte er Guten Morgen, manchmal nicht.
Ich war immer nett und freundlich, egal, wie er drauf war.
Irgendwann kam ich mal ins Büro, und da fragte er mich, was ich eigentlich gelernt hätte. Als er hörte, Hotelfachfrau, (keine Studentin!), wurde er schlagartig anders und morgens kam kein muffeliges Guten Morgen mehr, sondern "Guten Morgen, Frau Wagner!" und er grüßte oft als erstes.

Inaktiver User
25.02.2008, 08:37
Der Herr Qualitätsmanager einer erzkonservativen Firma grüßte nur mit Kopfnicken. Ich habe dann den Affront gewagt und beim zweiten Mal etwa so :freches grinsen: gelächelt, wenn ich ihn sah.


Befleißige Dich doch nächstes Mal dieses Affronts: :nudelholz:

Rät: FrühStyx :blumengabe:

Islabonita
25.02.2008, 14:25
Tut mir leid...in welchem Businessknigge auch immer das drinstehen mag, das hat mit Umgangsformen nicht das Geringste zu tun. Ich grüße immer Frauen und ältere Kollegen zuerst. Ich grüße das Postmädchen und die Putzfrau.

Auch jetzt: freundliche Grüße
von FrühStyx

Hier muss ich Dir widersprechen. Grüßen und Handgeben ist nicht das gleiche und ich habe es auch so gelernt und so im Berufsleben erfahren, wie es Grace schreibt. Der Ranghöhere entscheidet, wem er die Hand gibt. Gilt für Kunden übrigens genauso, im Geschäftsleben sind dies automatisch die Höherstehenden.

Inaktiver User
25.02.2008, 15:43
Hier muss ich Dir widersprechen. Grüßen und Handgeben ist nicht das gleiche und ich habe es auch so gelernt und so im Berufsleben erfahren, wie es Grace schreibt. Der Ranghöhere entscheidet, wem er die Hand gibt. Gilt für Kunden übrigens genauso, im Geschäftsleben sind dies automatisch die Höherstehenden.

Ich glaube, neben kodifizierten Umgangsformen existiert nun auch mal ein persönliches Gefühl für das, was in einer bestimmten Situation angebracht ist. Wenn ich mit meinem persönlichen Gefühl gegen Regeln handeln sollte, die eine Beziehung von »Ranghöheren« und »Rangniedrigeren« niederschreiben, tu ich das in Zukunft mit umso größerer Verve!

Ha...ich bin ein Libertin :jubel:
FrühStyx

P.S. Ach ja, Isla, beizeiten kann ein bewußt inszenierter Regelverstoß menschlicher wirken als eine gespreizte Üebrlegung, was denn jetzt dem Comme il faut entspräche :zwinker:


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Schalotte
25.02.2008, 22:15
Befleißige Dich doch nächstes Mal dieses Affronts: :nudelholz:
:freches grinsen:

Ein nächstes Mal wird es Gott sei's gelobt, nicht mehr geben.
Rückblickend hätte ich als Rangniedere allerdings gerne mal ganz herzlich sein Händchen mit meinen beiden Tatzen fest umschlossen. Und dann richtig proletarisch drauflosgeschüttelt. :freches grinsen:

Gruß Schalotte

Islabonita
26.02.2008, 16:00
Ich glaube, neben kodifizierten Umgangsformen existiert nun auch mal ein persönliches Gefühl für das, was in einer bestimmten Situation angebracht ist. Wenn ich mit meinem persönlichen Gefühl gegen Regeln handeln sollte, die eine Beziehung von »Ranghöheren« und »Rangniedrigeren« niederschreiben, tu ich das in Zukunft mit umso größerer Verve!

Ha...ich bin ein Libertin :jubel:
FrühStyx

P.S. Ach ja, Isla, beizeiten kann ein bewußt inszenierter Regelverstoß menschlicher wirken als eine gespreizte Üebrlegung, was denn jetzt dem Comme il faut entspräche :zwinker:


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Da stimme ich Dir zu, liebe/r Styx, das Schlüsselwort ist jedoch "bewusst", weil es voraussetzt, dass man die Regel zumindest kennt.
Und im Zweifelsfall ist es besser sich regelkonform zu verhalten, als in ein Fettnäpfchen zu treten.

Inaktiver User
26.02.2008, 16:25
Da stimme ich Dir zu, liebe/r Styx, das Schlüsselwort ist jedoch "bewusst", weil es voraussetzt, dass man die Regel zumindest kennt.



Elementary, Ms Watson :smirksmile:

Oder...sagen wir's mal bildhaft: Es zeigt sicherlich von guten Umgangsformen, wenn jemand zum Essen einlädt und dabei bemerkt, dass einer seiner Gäste Probleme mit dem richtigen Umgang mit Schalentieren hat, dass dann dieser einladende Jemand beherzt die Hummerzange fallen lässt und herzhaft in die Runde bemerkt, dass diesen sinistren Dingern am besten mit bloßen Händen beizukommen ist :smirksmile:

Da Du Dir unsicher ob meines Geschlecht warst: ich bin ein Junge :tassenkasper:

Viele Grüße
Styx


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